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Werkzeug zur Kaltexpansion von Löchern - Dokument DE102006019405A1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102006019405A1 31.10.2007
Titel Werkzeug zur Kaltexpansion von Löchern
Anmelder EADS Deutschland GmbH, 85521 Ottobrunn, DE
Erfinder Wölcken, Piet, 28199 Bremen, DE
DE-Anmeldedatum 24.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006019405
Offenlegungstag 31.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.10.2007
IPC-Hauptklasse B24B 39/02(2006.01)A, F, I, 20060424, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C21D 7/12(2006.01)A, L, I, 20060424, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein Werkzeug (10) zur Kaltexpansion von Löchern mit einem Körper (14), der zumindest einen zylinderförmigen Bereich (16) mit einem Innenloch (24) in Axialrichtung des Körpers (14) aufweist. Der Körper (14) besitzt entlang seiner Umfangsrichtung mehrere Teile (18, 18a, 18b), die in Radialrichtung des Körpers (14) beweglich sind, so dass der Außendurchmesser des zylinderförmigen Bereichs (16) des Körpers (14) veränderbar ist. Außerdem ist ein Kern (26) vorgesehen, der in das Innenloch (24) einführbar ist, wobei zumindest entweder der Kern (26) oder das Innenloch (24) einen Bereich (28) sich verändernden Durchmessers aufweisen und das Innenloch (24) und der Kern (26) beim Einführen des Kerns in Anlage gegeneinander gelangen, so dass sich abhängig von der Tiefe des Einführens des Kerns (26) in das Innenloch (24) in axialer Richtung die Teile (18, 18a, 18b) in Radialrichtung nach außen bewegen und der Außendurchmesser des zylinderförmigen Bereichs (16) des Körpers (14) zunimmt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zur Kaltexpansion von Löchern in metallischen Werkstücken, insbesondere von Löchern mit im Wesentlichen kreisrundem Querschnitt.

Beispielsweise im Flugzeugbau werden in Strukturbauteile aus metallischen Werkstoffen Löcher eingebracht, die u.a. dazu verwendet werden, Befestigungseinrichtungen einzuführen und festzulegen. Es ist bekannt, dass am Lochumfang solcher Löcher bei Dauerbelastung der Struktur, insbesondere bei Wechsellasten, Risse entstehen, die sich, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behoben werden, möglicherweise fortpflanzen und somit zu größerem Strukturversagen führen können.

Um dies zu vermeiden ist es bekannt, die unmittelbar um das Loch angrenzende Umgebung des metallischen Werkstücks nach dem Bohren des Lochs durch Kaltverfestigung zu verformen, so dass eine Zone von kompressiven Restspannungen um das Loch erzeugt wird, welche aufgrund höherer Festigkeit und überlagerten Spannungsfeldern verhindert, dass bei zyklischen Belastungen Risse entstehen bzw. deren Entstehen unwahrscheinlicher macht. Somit wird die Ermüdungslebensdauer der Löcher in metallischen Strukturen erhöht.

Die kompressiven Spannungen in der Randzone des Lochs werden durch Aufweiten des Lochs mittels Kaltverformung eingebracht. Dies geschieht gewöhnlich dadurch, dass ein konischer Kern verwendet wird und durch das Loch gezogen wird, in das vorher eine Hülse eingeführt ist. Wenn die Kombination aus Kern und Hülse durch das Loch gezogen wird bzw. der Kern durch die in das Loch eingesetzte Hülse gezogen wird, wobei meist eine hydraulische Zugmaschine verwendet wird, wird aufgrund der Tatsache, dass der Durchmesser des Kerns zusammen mit der Hülse größer als der Ausgangsdurchmesser des Lochs ist, das Material um das Loch verformt, insbesondere das Loch aufgeweitet, damit der Kern durch das Loch gelangt.

Aus der US 3,892,121 ist eine entsprechende Vorrichtung bekannt, bei welcher ein konischer Kern und eine Hülse durch das Loch zunächst geführt werden und anschließend der Kern durch die Hülse und das Loch zurückgezogen wird, wobei ein Bereich größeren Durchmessers des Kerns die Hülse und damit das Loch verformt.

Eine entsprechende Anordnung ist auch aus der EP 0 131 648 A2 bekannt.

Um die Hülse nach der Bearbeitung leichter aus dem Loch entfernen zu können, verwendet die EP 0 581 385 B1 eine geschlitzte Buchse, welche nach dem Durchziehen des Kerns zusammengedrückt und somit aus dem Loch entfernt werden kann.

Nach dem Durchführen des Kerns durch Hülse und Loch und dem Entfernen der Hülse wird das Loch gegebenenfalls beispielsweise durch Räumen nachbearbeitet, wobei jedoch hohe kompressive Restspannungen bis weit über die in der Randzone verbleiben.

Bei den bekannten Vorrichtungen zur Kaltexpansion von Löchern wird die Verformung des Werkstücks durch die Größe der Kombination aus Hülse und Kern bestimmt. Dies bedeutet, dass die Verformung des Werkstücks um das Loch ebenfalls durch die Dehnung (Kompression), d.h. die geometrischen Abmessungen von Hülse und Kern, bestimmt wird.

Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein Werkzeug zur Kaltexpansion von Löchern vorzusehen, welches eine hohe Reproduzierbarkeit gewährleistet und eine spannungskontrollierte Verformung des Werkstücks in der Umgebung der Löcher erlaubt.

Diese Aufgabe wird mit einem Werkzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, einen in ein zu bearbeitendes Loch einführbaren Bereich eines Werkzeugs mehrteilig zu gestalten, so dass dieser Bereich radial expandierbar ist. Z.B. kann ein zylinderförmiger Bereich des Werkzeugs mit kreisförmigem Querschnitt, der als dickwandiger Ring gestaltet ist, tortenstückartig, d.h. in radialer Richtung, in mehrere Ringsektoren, gegebenenfalls mit gleichen Zentriwinkeln, geteilt sein. Durch Einbringen eines weiteren Elements des Werkzeugs (Kern) in ein im Werkzeug befindliches Innenloch werden die mehreren Teile des in das Loch einführbaren Körpers nach außen radial verschoben und wirken somit auf den Innenumfang des zu bearbeitenden Lochs ein.

Dadurch, dass die Durchmesservergrößerung des Bereichs des Werkzeugs, der die Kaltverformungsarbeit durchführt, steuerbar ist, indem zumindest entweder der Kern oder das Innenloch einen Bereich sich verändernden Durchmessers aufweisen, so dass durch Regulieren der Einführtiefe des Kerns in das Innenloch die Menge der radialen Auswärtsbewegung der Teile des zylinderförmigen Bereichs des Werkzeugs zur Kaltexpansion von Löchern gesteuert werden kann, ist es möglich, die Verformung durch die aufgebrachte Kraft, ausgedrückt als Zunahme des Außendurchmessers des zylinderförmigen Bereichs des Werkzeugs, zu kontrollieren. Darüber hinaus kann abhängig von der tatsächlichen Ausgangslochgröße und der gewünschten einzubringenden Spannung in die Randzone des Lochs die Menge der Verformung durch das erfindungsgemäße Werkzeug variabel mit dem selben Werkzeug gesteuert werden. Schließlich wird die Verformungskraft in radialer Richtung des Lochs aufgebracht, ohne dass eine gleichzeitige Zugkraft in Axialrichtung des Lochs entsteht, da kein Kern oder ähnliches durch das Loch gezogen wird.

Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind das Innenloch und/oder der Kern mit konisch zulaufenden Flächen, weiter bevorzugt mit komplementären konischen Flächen, gestaltet, wodurch eine Bewegung des Kerns in das Innenloch es ermöglicht, das Maß der Verformung genau zu justieren.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist ein elastisches Mittel vorgesehen, welches die Teile des Körpers, welche die radiale Auswärtsbewegung ausführen, in eine Position vorbelastet, in der sie einen minimalen Durchmesser einnehmen. Beispielsweise kann das Mittel als ein elastischen Kappen- oder Ringelement, das um die sich verschiebenden Bereiche vorgesehen ist, beispielsweise in einer Umfangsnut, ausgeführt sein. Alternativ ist es beispielsweise möglich, einen sich in axialer Richtung an die radial bewegbaren Teile des Körpers anschließenden Teil des zylinderförmigen Bereichs des in das aufzuweitende Loch einführbaren Körpers ungeteilt zu gestalten, so dass die geteilten Bereiche elastisch damit verbunden sind und sich nach außen bewegen bzw. biegen können.

Der zylindrische Bereich des Körpers, der mehrteilig gestaltet ist, weist vorzugsweise einen kreiszylindrischen Querschnitt entsprechend dem kreiszylindrischen Querschnitt der zu bearbeitenden Löcher auf. Dies ermöglicht eine gleichmäßige Einbringung von Druckeigenspannungen in den die Löcher umgebenden Bereich ohne wesentliche lokale Zugeigenspannungskonzentrationen.

Nach einer weiter bevorzugten Ausführungsform ist ein Mittel am Werkzeug vorgesehen, welches die Einführtiefe des Kerns in das Innenloch überwachbar macht. Beispielsweise kann das Mittel durch ein Außengewinde am Kern und ein Innengewinde an einer Einrichtung, welche die relative Position des Kerns und des Körpers in einer Ausgangslage in Axialrichtung festlegt, gebildet sein. Durch Drehen des Kerns mittels der Gewindeeinrichtung um einen bestimmten Rotationswinkel wird somit die Einführtiefe des Kerns in das Innenloch abhängig von der bekannten Gewindesteigung genau bestimmt und kann, beispielsweise mit einer Markierung am Kern einfach überwacht werden. Da die Einführtiefe des Kerns bei festgelegter Ausgangsposition zwischen Kern und mehrteiligem zylinderförmigem Körperbereich des Werkzeugs die Durchmesseränderung des zylinderförmigen Bereichs des Werkzeugs festlegt, kann somit die in den das Loch umgebenden Bereich eingebrachte Spannung genau festgelegt werden. Selbstverständlich kann die Positionseinstellung des Kerns auch auf andere Art und Weise erfolgen (z.B. mit kraftgesteuerten, hydraulischen oder pneumatischen Mitteln, ggf. unter zu Hilfenahme eines Anschlags, oder mit einer separaten Stellschraube).

Nach einer bevorzugten Ausführungsform sind die mehreren Teile des zylinderförmigen Bereichs derart gestaltet, dass ihre seitlichen Begrenzungsflächen durch die Längsachse des zylinderförmigen Bereichs laufen. Dabei sind vorzugsweise die einzelnen Teile des zylinderförmigen Bereichs identisch gestaltet, insbesondere mit gleichen Zentriwinkeln, was bedeutet, dass das Werkzeug dann eine geschlossene Zylinderfläche bildet, wenn sich die mehreren Teile des zylinderförmigen Bereichs in ihrer Position mit minimalem Durchmesser befinden. Dies hat den Vorteil, dass die Gestaltung des Werkzeugs verhältnismäßig einfach ist.

Nach einer alternativen Ausführungsform wird der zylinderförmige Bereich durch Teile unterschiedlicher Gestalt, weiter bevorzugt durch mehrere Teile mit insgesamt zwei oder mehreren verschiedenen Gestalten, geformt. Diese mehreren Teile unterschiedlicher Gestalt bilden vorzugsweise in ihrer Position maximalen Durchmessers, d.h. der Position des angedachten Enddurchmessers, eine geschlossene äußere Zylinderfläche, was bedeutet, dass eine spaltfreie Expansion einer speziellen Ausgangslochgröße des zu bearbeitenden Lochs mit einem bestimmten Expansionsverhältnis möglich ist und lokale Spannungskonzentration auf Grund ungleichmäßiger Einwirkung des Werkzeugs auf den Lochumfang bei der Kaltexpansion vermieden wird. Dabei weisen die unterschiedlichen Teile vorzugsweise Seitenflächen auf, die nicht durch die Zylinderlängsachse des zylinderförmigen Bereichs des Werkzeugs laufen, so dass sich vorzugsweise jeweils ein zwischen zwei benachbarten Teilen liegendes Teil, schneller nach innen bewegt als die benachbarten Teile, wenn der Kern aus dem Innenloch zurückgezogen wird, so dass das im aufgeweiteten Zustand diskontinuitätsfreie Werkzeug auf geringere Außenmaße zusammengeführt werden kann.

Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft anhand der beigefügten Figuren beschrieben, in denen

1 eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform des Werkzeugs zur Kaltexpansion von Löchern zeigt; und

2 eine Querschnittsansicht durch einen zylinderförmigen Bereich eines Werkzeugs zur Kaltexpansion von Löchern in einer zweiten Ausführungsform zeigt.

1 zeigt in perspektivischer Ansicht ein Werkzeug 10 zur Kaltexpansion von Löchern, insbesondere in metallischen Werkstoffen. Das Werkzeug 10 enthält eine Werkzeugkappe 12, die einen Körper 14 stützt und führt. Der Körper 14 weist einen zylinderförmigen Bereich 16 auf, der in ein (nicht dargestelltes) Loch, das durch Kaltexpansion aufzuweiten ist, einführbar ist, wobei vorzugsweise bei der in 1 dargestellten Position, in der der zylinderförmige Bereich 16 des Körpers 14 minimalen Durchmesser einnimmt, das aufzuweitende Loch einen Durchmesser hat, der geringfügig größer ist als der Außendurchmesser des zylindrischen Bereichs 16. Vorzugsweise ist der Außendurchmesser des zylinderförmigen Bereichs 16 so bemessen, dass er ohne Reibungswiderstand in das Loch einführbar ist.

Der Körper 14 einschließlich dessen zylindrischen Bereichs 16 ist aus mehreren (in der dargestellten Ausführungsform 8) zueinander gleichen, dickwandigen Teilen 18 (Ringsegmenten) aufgebaut, die den Körper 14 und insbesondere dessen zylinderförmigen Bereich 16 kuchenstückartig teilen. Die Grenzflächen zu jeweils einem benachbarten Teil 18 des Körpers 14 verlaufen in radialer Richtung, d.h. sie erstrecken sich in ihrer Verlängerung durch die Zylinderlängsachse A des Körpers 14. Die Zentriwinkel der Teile 18 sind in der dargestellten Ausführungsform ebenfalls zueinander gleich, insbesondere jeweils 45°.

In der Werkzeugkappe 12 liegt ein ebenfalls im Wesentlichen zylinderförmiger Bereich 20 des Körpers 14 mit einem größeren Außendurchmesser als dem des zylinderförmigen Bereichs 16, der eine Nut 22 aufweist, in die beispielsweise ein nicht dargestellter Gummiring einfügbar ist, um die Teile 18, die den Körper 14 bilden, in ihrer Position geringsten Durchmessers zu halten und in diese Position vorzubelasten.

Die Teile 18 sind in Radialrichtung des Körpers 14 verschiebbar, so dass sie aus der in 1 dargestellten Position radial nach außen gegen die Vorbelastungskraft des bspw. Gummirings bewegt werden können, wodurch der zylinderförmige Bereich 16 des Körpers 14 einen größeren Außendurchmesser als seinen Ausgangsdurchmesser und als den Innendurchmesser des aufzuweitenden Lochs festlegt, wobei kleine Spalte zwischen jeweils zwei benachbarten Teilen 18 entstehen. Die radiale Bewegungsrichtung wird durch geeignete Führungen 13 sichergestellt.

Der Körper 14 ist ferner mit einem entsprechenden (hier konischen) Innenloch 24 versehen, in das ein Kern 26, der in seinem in das Innenloch 24 einführbaren Bereich 28 konisch ist, einführbar ist. Das Innenloch 24 ist vorzugsweise ebenfalls konisch, komplementär zum Konus des Kerns 26, so dass sich Kern 26 und Innenloch bei der in 1 dargestellten Lage von oben nach unten verjüngen.

Der Kern 26 weist ferner einen Bereich 30 mit Außengewinde auf, der sich gegen ein Innengewinde 32, das an der Werkzeugkappe 12 geformt ist, abstützt. Ferner ist der Kern 26 mit einer flügelmutterartigen Haltefläche 34 als seinem oberen Abschluss versehen, die einerseits die Rotationsposition des Kerns 26 um die Achse A festlegt bzw. erkennbar macht und andererseits eine Angriffsfläche für ein Drehwerkzeug oder ähnliches bildet.

Die Kappe 12 dient weiter dazu, den Körper 14 und den Kern 26 in ihren Ausganspositionen bezüglich der Axialrichtung der Achse A zueinander zu positionieren, indem z.B. geeignete Anschlagflächen in axialer Richtung für den Bereich größeren Durchmessers vorgesehen sind.

Durch Drehen an der Haltefläche 34 des Kerns 26 wird dieser relativ zu dem Körper 14 um eine durch die Gewinde 30, 32 in Abhängigkeit vom Drehwinkel festgelegte Strecke in Axialrichtung der Achse A in den Körper 14 bewegt. Die Strecke wird durch Drehwinkel und Gewindesteigung bestimmt. Die konischen Flächen 24, 28 des Körpers 14 bzw. des Kerns 26 bewirken bei einem Einschieben des Kerns 26 in das Innenloch 24 des Körpers 14 ein Ausweichen der Teile 18 des Körpers 14 in radialer Richtung, einschließlich des zylinderförmigen Bereichs 16 des Körpers 14. Dadurch wird in radialer Richtung eine Kraft auf das zu bearbeitende Innenloch, in das der Körper 14, insbesondere dessen zylinderförmiger Bereich 16, eingeführt ist, ausgeübt und die Randzone des Lochs wird komprimiert, was zu einer Verfestigung und damit einer Einbringung von kompressiven Spannungen führt. Die Menge der Aufweitung des Körpers 14 und damit die Verfestigung der Randzone des Lochs bzw. der Aufweitung des zu bearbeitenden Lochs kann durch die Einschubtiefe des Kerns 26 in das Innenloch 24 bestimmt werden, wobei durch die Positionierhilfe mittels der Gewinde 32, 30 eine exakte Positionierung und damit eine Kaltexpansion in eine genau vorgegebene Größe bzw. mit definierter Kraft möglich ist. Die Endform bzw. der Enddurchmesser des aufzuweitenden Lochs kann im Rahmen der durch das Werkzeug erzielbaren Durchmesser variabel gewählt werden.

Nach dem Durchführen der Kaltexpansion wird der Kern 26 durch eine entgegengesetzte Schraubenbewegung wieder aus dem Innenloch 24 des Körpers 14 zurückgezogen, wodurch das elastische Element in der Nut 22 bewirkt, dass sich die Elemente 18 des Körpers 14 radial nach innen verschieben. Somit kann der Körper 14 problemlos aus dem aufgeweiteten Loch entfernt werden.

Aufgrund des gut bestimmbaren, reproduzierbar und flexibel einstellbaren Zieldurchmessers des zylinderförmigen Bereichs 16 des Körpers 14 ist es möglich, die im Loch vorgenommene Aufweitung iterativ zu bestimmen bzw. zu korrigieren. Außerdem können Löcher mit einem Anfangslochdurchmesser innerhalb eines kleinen, festgelegten Bereichs durch das selbe Werkzeug auf einen beliebigen neuen Lochdurchmesser innerhalb der Aufweitungsmöglichkeiten des Werkzeugs 10 aufgeweitet werden. Die Kraft, mit der die Segmente des Kaltbearbeitungswerkzeugs 10 nach außen gedrückt werden, ist dabei direkt proportional zum Drehmoment bzw. dem Druck, der innerhalb des Werkzeugs 10 durch Verdrehung bzw. Verschiebung des Kerns 26 relativ zum Körper 14 aufgebracht wird, sowie der Lochgeometrie und den Werkstoffeigenschaften, wodurch die durch Kraft bestimmte Expansion des aufzuweitenden Lochs möglich wird. Nach der Kaltbearbeitung ist das Werkzeug einfach entfernbar.

Um eine schlitzfreie Aufweitung zu erzielen, kann das in 1 dargestellte Werkzeug 10 entsprechend der Querschnittsansicht von 2 modifiziert werden. Dabei wird lediglich der Körper 14 bzw. die diesen aufbauenden Teile 18 dahingehend modifiziert, dass der Körper 14 nicht durch kuchenstückartige Teilung eines einfachen zylinderförmigen Ringkörpers in gleiche Teile entsteht, sondern vielmehr durch gezielte Anpassung der jeweiligen Teile in ihrer Form.

2 zeigt im Querschnitt eine solche Ansicht durch den zylinderförmigen Bereich 16 des Körpers 14 des Werkzeugs 10. Da der Außendurchmesser des zylinderförmigen Bereichs 16 des Körpers 10 so festgelegt ist, dass bei einem Zielaußendurchmesser, der dem aufgeweiteten Durchmesser des zu bearbeitenden Lochs entspricht, die den Körper 14 bildenden Elemente 18a, 18b eine geschlossene Umfangsfläche bilden, können Spannungskonzentrationen, wie sie in Anlagebereichen gegenüber nicht Anlagebereichen beim Werkzeug in der Ausführungsform gemäß 1 entstehen, vermieden werden.

Gemäß 2 ist dazu das Werkzeug aus nicht identischen Teilen 18a und 18b, von denen in der gezeigten Darstellung jeweils drei entlang des Umfangs abwechselnd vorgesehen sind, aufgebaut. Die Teile 18a, 18b unterscheiden sich von den Teilen 18 der Ausführungsform 1 durch anders ausgerichtete Anschlussflächen zu den benachbarten Teilen 18b. Während gemäß der Ausführungsform in 1 die jeweiligen Anschlussflächen in ihrer Verlängerung die Zylinderachse A kreuzen, läuft die Schnittlinie unter einem Winkel zu dieser Ebene entlang der Grenzfläche 38. Zwischen den Teilen 18a sind weitere Teile 18b angeordnet, deren seitliche Begrenzungsfläche ebenfalls nicht durch die Achse A läuft sondern leicht nach außen gegenüber einer radialen Richtung gerichtet ist, entlang der Grenzflächen 40.

2 zeigt dabei die am meisten expandierte Position des Körpers 14. Wenn der Außendurchmesser zum Entfernen des Werkzeugs verringert werden soll, beispielsweise auf den in 2 mit gestrichelten Linien angedeuteten Außenumfang, wird der Kern 26 mit der konischen Fläche 28 (siehe 1) angehoben und aus dem Innenloch 24 entfernt. Eine Kraft, die durch beispielsweise lokal aufgedickte Gummielemente um die Nut 22 in den Bereichen der Elemente 18b (siehe 1) aufgebracht wird, bewegt zunächst die Teile 18b in Richtung radial nach innen. Nachfolgend können die Teile 18a durch eine Kraft, die beispielsweise durch dünnere Abschnitte eines ringförmigen Gummielements in der Nut 22 in 1 aufgebracht wird, nach innen, d.h. aufeinander zu, bewegt werden, so dass der Außendurchmesser insgesamt verringert wird. In dem verkleinerten Zustand des Außendurchmessers liegt bei der in 2 dargestellten Ausführungsform keine geschlossene Außenumfangsfläche des zylindrischen Bereichs 16 des Körpers 14 vor.

10
Werkzeug
12
Werkzeugkappe
14
Körper
13
Führung
16
Bereich
18
Teile
22
Nut
24
Innenloch
26
Kern
28
Fläche
30
Gewinde
32
Gewinde
34
Haltefläche
38
Anlagefläche
40
Anlagefläche
A
Längsachse


Anspruch[de]
Werkzeug (10) zur Kaltexpansion von Löchern, umfassend einen Körper (14), der zumindest einen zylinderförmigen Bereich (16) mit einem Innenloch (24) in Axialrichtung des Körpers (14) aufweist, wobei der Körper (14) entlang seiner Umfangsrichtung mehrere Teile (18, 18a, 18b) aufweist, die in Radialrichtung des Körpers (14) beweglich sind, so dass der Außendurchmesser des zylinderförmigen Bereichs (16) des Körpers (14) veränderbar ist, und einen Kern (26), der in das Innenloch (24) einführbar ist, wobei zumindest entweder der Kern (26) oder das Innenloch (24) einen Bereich (28) sich verändernden Durchmessers aufweisen und das Innenloch (24) und der Kern (26) beim Einführen des Kerns (26) in Anlage gegeneinander gefangen, so dass sich abhängig von der Tiefe des Einführens des Kerns (26) in das Innenloch (24) in axialer Richtung die Teile (18, 18a, 18b) in Radialrichtung nach außen bewegen und der Außendurchmessers des zylinderförmigen Bereichs (16) des Körpers (14) zunimmt. Werkzeug (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Innenloch (24) eine in Einführrichtung des Kerns (26) konisch zulaufende Form aufweist. Werkzeug (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (26) eine konisch zulaufende Fläche (28) als Anlagefläche aufweist. Werkzeug (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiter enthaltend ein elastisches Mittel, welches die Teile (18, 18a, 18b) des Körpers (14) in eine Position, in der sie einen minimalen Durchmesser einnehmen, vorbelastet. Werkzeug (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Mittel ein elastisches Kappen- oder Ringelement ist, das den Körper (14) außenseitig umgreift. Werkzeug (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zylindrische Bereich (16) des Körpers (14) einen kreiszylindrischen Querschnitt aufweist. Werkzeug (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mittel (12, 30, 32, 34) zum Überwachen der Einführtiefe des Kerns (26) in das Innenloch (24) vorgesehen ist. Werkzeug (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel zum Überwachen der Einführtiefe eine Gewindeeinrichtung (30) an dem Kern (26) und eine Gewindeeinrichtung (32) an einer Einrichtung (12) zur relativen Positionierung des Kerns (26) und des Körpers (14) in axialer Richtung umfasst. Werkzeug (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennlinien der Teile (18) des zylinderförmigen Bereichs (16) durch die Längsachse (A) des zylinderförmigen Bereichs (16) laufen. Werkzeug (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der zylinderförmige Bereich (16) gleichmäßig in mehrere Teile (18) geteilt ist, die in ihrer Position minimalen Durchmessers eine geschlossene Zylinderkontur als Außenkontur formen. Werkzeug (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der zylinderförmige Bereich (16) durch Teile (18a, 18b) unterschiedlicher Gestalt gebildet wird, die in ihrer Position maximalen Durchmessers eine geschlossene Zylinderkontur als Außenkontur formen. Werkzeug (10) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass Anlageflächen (38, 40) der Teile (18a, 18b) unter einem Winkel zur Radialrichtung des zylinderförmigen Bereichs (16) laufen.






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