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Dokumentenidentifikation DE102006019858A1 31.10.2007
Titel Knieprothesengelenk
Anmelder Bauerfeind AG, 07937 Zeulenroda, DE
Erfinder Reinhardt, Holger, 47906 Kempen, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, 81679 München
DE-Anmeldedatum 28.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006019858
Offenlegungstag 31.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.10.2007
IPC-Hauptklasse A61F 2/64(2006.01)A, F, I, 20060428, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16H 21/00(2006.01)A, L, I, 20060428, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Knieprothesengelenk mit vier Achsbolzen zur Verbindung von vier Gelenkgliedern, die jeweils an ihren Enden in je einem Achsbolzen gelagert sind, wobei zwei gegenüberliegende, quer verlaufende Gelenkglieder einerseits mit einem Prothesenschaft und andererseits mit einem Prothesenfuß verbindbar sind und die beiden anderen Gelenkglieder als Längsgelenkglieder jeweils in der Standlage und der Beugelage im Wesentlichen aus einer der Parallellage in eine demgegenüber stärkere Schräglage zueinander verschwenkbar sind. Mindestens einer der Achsbolzen des mit dem Prothesenfuß verbundenen Gelenkgliedes ist als verdrehbarer,feststellbarer Exzenter ausgebildet, bei dessen Verdrehung sich der Abstand zwischen den beiden Achsbolzen an diesem Gelenkglied ändert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Knieprothesengelenk mit vier Achsbolzen zur Verbindung von vier Gelenkgliedern, die jeweils an ihren Enden in je einem Achsbolzen gelagert sind, wobei zwei gegenüberliegende, quer verlaufende Gelenkglieder einerseits mit einem Prothesenschaft und andererseits mit einem Prothesenfuß verbindbar sind und die beiden anderen Gelenkglieder als Längsgelenkglieder jeweils in der Standlage und der Beugelage im Wesentlichen aus einer der Parallellage angenäherten Winkellage in eine demgegenüber stärkere Schräglage zueinander verschwenkbar sind.

Ein derartiges Prothesengelenk ist in der DE 40 04 988 A1 veröffentlicht. Um bei diesem Knieprothesengelenk einerseits die Standsicherheit und andererseits die Erleichterung der Kniebeugung zu verbessern, ist der eine Achsbolzen, der in dem mit dem Prothesenfuß verbundenen Gelenkglied angeordnet ist, in einem Langloch gelagert und in diesem durch Anziehen einer Schraube feststellbar, wodurch bei im Effekt verlängerten Abstand zwischen den Achsbolzen dieses Gelenkgliedes das Abbeugen der Prothese erleichtert und im Falle der Verkürzung des Abstandes der betreffenden Achsbolzen durch entsprechende Verschiebung in dem Langloch die Standsicherheit erhöht wird. Dabei hat sich gezeigt, dass einerseits die dauernde sichere Feststellung des betreffenden in dem Langloch verschiebbaren Achsbolzens nicht immer gewährleistet werden kann und andererseits der Achsbolzen in dem Langloch wegen seiner im Prinzip nur linienhaften Berührung mit der Innenfläche des Langlochs die notwendige Stabilität der jeweiligen Lage des Achsbolzens nicht gewährleistet ist.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den beweglichen Achsbolzen in dem mit dem Prothesenfuß verbindbaren Gelenkglied so zu lagern, dass dieser stets eine große Gegenlagerfläche findet und andererseits die Variationsmöglichkeit der Lage des Achsbolzens erweitert wird. Erfindungsgemäß geschieht dies dadurch, dass mindestens einer der Achsbolzen des mit dem Prothesenfuß verbundenen Gelenkgliedes als verdrehbarer, feststellbarer Exzenter ausgebildet ist, bei dessen Verdrehung sich der Abstand zwischen den beiden Achsbolzen an diesem Gelenkglied ändert.

Durch Ausbildung des Achsbolzens als Exzenter ergibt sich eine großflächigere Lagerung für den Achsbolzen, die in der Lage ist, entsprechende Druckkräfte ohne weiteres aufzunehmen. Außerdem bietet der Exzenter den wesentlichen Vorteil, dass seine Lageveränderung durch seine Verdrehung über 360° möglich ist, also neben der Achsverkürzung direkt auch noch eine um 90° dazu verlaufende Verlagerung ermöglicht, was weiterhin der Anpassung des Knieprothesengelenks an den Träger von Vorteil ist, da damit gegebenenfalls in gewissem Umfang auf dessen Größe bzw. Längenveränderung aufgrund verschiedener Schuhhöhen Rücksicht genommen werden kann. Diese Anpassung ist insbesondere in einer Anfangsphase der Benutzung des Knieprothesengelenks, also insbesondere kurz nach einer Operation, von besonderer Bedeutung, da in dieser Phase der Träger erfahrungsgemäß zunächst eine hohe Standsicherheit sucht, nach deren Erreichen er dann langsam dazu übergeht, mit seiner Prothese auch zu gehen, wozu er stufenlos das Knieprothesengelenk an seine jeweilige auch psychisch bedingte Situation einstellen bzw. einstellen lassen kann. Je aktiver der Patient ist, um so dynamischer kann das Knieprothesengelenk eingestellt werden.

Es ist darüber hinaus auch möglich, mehrere Achsbolzen als Exzenter auszubilden. Hierdurch wird die Flexibilität der Anpassung des Knieprothesengelenks an die gegebene Situation des Trägers der Prothese bzw. an gewisse sich durch Kleidungsstücke oder Schuhe gegebene Änderungen erhöht.

In den Figuren sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht des Knieprothesengelenks;

2 das gleiche Knieprothesengelenk in Seitensicht;

3 einen Schnitt durch den Exzenter in einem Achsbolzen;

4 das Knieprothesengelenk mit seinem von der Einstellung des Exzenters abhängigen Momentandrehpunkt;

5a bis 5d vier Stellungen des Exzenters;

6 ein Knieprothesengelenk mit drei als Exzenter ausgebildeten Achsbolzen.

Das in der 1 dargestellte Knieprothesengelenk 1 weist einerseits das Gelenkglied 2 zur Verbindung mit einem nicht dargestellten Prothesenschaft und das Gelenkglied 3 zur Verbindung mit einem nicht dargestellten Prothesenfuß auf. Für die Verbindung mit dem Prothesenschaft dient der Vierkantpyramidenadapter 4, auf den der Prothesenschaft in bekannter Weise aufgeschraubt wird. Zur Verbindung des anderen Gelenkgliedes 3 mit einem Prothesenfuß ist das Gelenkglied 3 mit einer Bohrung 5 (gestrichelt gezeichnet) versehen, die in bekannter Weise eine Verschraubung 6 aufweist und einen von dem Prothesenfuß wegragenden Stumpf aufnimmt, der mit der Verschraubung 6 festklemmbar ist.

Die beiden Gelenkglieder 2 und 3 sind mit den beiden Längsgelenkgliedern 7 und 8 verbunden, die jeweils an ihren Enden Achsbolzen 9, 10, 11 und 12 tragen. Über diese Achsbolzen sind die Längsgelenkglieder 7 und 8 mit den quer verlaufenden Gelenkgliedern 2 und 3 verbunden. Damit wird durch diesen Aufbau ein Knieprothesengelenk 1 gebildet, wie es prinzipiell in vielen Knieprothesengelenken verwendet wird (siehe auch die oben erwähnte DE 40 04 988 A1.

Die Besonderheit des in der 1 dargestellten Knieprothesengelenks besteht darin, dass der Achsbolzen 9 als Exzenter ausgebildet ist, auf dessen Gestaltung und Wirkung im Zusammenhang mit der 3 näher eingegangen wird.

Es sei zunächst auf die 2 verwiesen, die das Knieprothesengelenk 1 gemäß 1 in Seitensicht darstellt.

Für die Wirksamkeit des dargestellten Knieprothesengelenks 1 ist, wie eingangs dargelegt, der Abstand zwischen den Achsbolzen 9 und 12 wesentlich, da dieser Abstand einerseits die Standsicherheit und andererseits die Erleichterung der Abbiegefähigkeit fördert. Hierzu ist der Achsbolzen 9 als Exzenter 13 ausgebildet, der in der 3 im Schnitt dargestellt ist. Gemäß 3 ist der Exzenter 13 auf dem Achsbolzen 9 angebracht bzw. wächst aus diesem heraus und bildet mit seiner Außenfläche die Lagerfläche zur Bohrung 15 in dem Längsgelenkglied 7. Je nach Verdrehung des Achsbolzens 9 und damit des Exzenters 13 wandert dieser stufenlos in der Bohrung 15 und legt sich jeweils an eine andere Stelle der Bohrung 15, womit relativ zu dem Gelenkglied 3 das Längsgelenkglied 7 eine entsprechend andere Lage erhält.

Die Folgen dieser Lageveränderung des Exzenters 13 sind in der 4 dargestellt, die sich an die in der DE 40 04 988 A1 gegebene Darstellungsweise anlehnt (siehe dort 7). In der 4 sind zwei extreme Momentandrehpunkte P1 und P2 eingetragen, von denen der Momentandrehpunkt P1 für eine relativ kurze Entfernung der beiden Achsbolzen 9 und 12 gilt, während der Momentandrehpunkt P2 für die größte Entfernung zwischen den beiden Achsbolzen 9 und 12 gültig ist. Hierzu gehören die in 5b (Momentandrehpunkt P1) und 5a (Momentandrehpunkt P2) im einzelnen dargestellten Lagen des Exzenters 13 bzw. des ihn tragenden Achsbolzens 9.

Die in den 5c und 5d dargestellten Stellungen des Achsbolzens 9 und damit des Exzenters 13 repräsentieren jeweils eine Lage des Achsbolzens 9, in dem dieser jeweils eine andere Entfernung zu dem Achsbolzen 10 einnimmt, um damit ergänzend eine besondere Einstellung des angebrachten Prothesenfußes zu ermöglichen.

Wie ersichtlich ergibt sich mit der stufenlos einstellbaren Lage des Exzenters 13 jeweils eine besondere Einstellung des Achsbolzens 9 und damit insgesamt des Knieprothesengelenks 1, womit dieses an alle möglichen notwendigen Einstellungen hinsichtlich Stand und Bewegung sowie Anpassung an irgendwelche Kleidungsstücke anpassbar ist.

In der 6 ist eine Anordnung des Knieprothesengelenks gemäß 2 in einer Abwandlung dargestellt, bei der außer einem Exzenter in dem Achsbolzen 9 auch die Achsbolzen 10 und 12 mit einem Exzenter 16 und 17 versehen sind. Damit wird dem Knieprothesengelenk eine weitergehende Anpassungsmöglichkeit an verschiedene notwendige Stellungen gegeben.


Anspruch[de]
Knieprothesengelenk (1) mit vier Achsbolzen zur Verbindung von vier Gelenkgliedern (2, 3, 7, 8), die jeweils an ihren Enden in je einem Achsbolzen (10, 11, 12, 9) gelagert sind, wobei zwei gegenüberliegende, quer verlaufende Gelenkglieder (2, 3) einerseits mit einem Prothesenschaft und andererseits mit einem Prothesenfuß verbindbar sind und die beiden anderen Gelenkglieder als Längsgelenkglieder (7, 8) jeweils in der Standlage und der Beugelage im Wesentlichen aus einer der Parallellage angenäherten Winkellage in eine demgegenüber stärkere Schräglage zueinander verschwenkbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der Achsbolzen (9) des mit dem Prothesenfuß verbundenen Gelenkgliedes (3) als verdrehbarer, feststellbarer Exzenter (13) ausgebildet ist, bei dessen Verdrehung sich der Abstand zwischen den beiden Achsbolzen (9, 12) an diesem Gelenkglied (3) ändert. Knieprothesengelenk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Achsbolzen als Exzenter (9, 16, 17) ausgebildet sind.






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