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Personen-Rückhaltevorrichtung für ein Kraftfahrzeug - Dokument DE19958152B4
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19958152B4 31.10.2007
Titel Personen-Rückhaltevorrichtung für ein Kraftfahrzeug
Anmelder Volkswagen AG, 38440 Wolfsburg, DE
Erfinder Wohllebe, Thomas, 38110 Braunschweig, DE
Vertreter Neubauer Liebl Bierschneider, 85051 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 03.12.1999
DE-Aktenzeichen 19958152
Offenlegungstag 07.06.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 31.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.10.2007
IPC-Hauptklasse B60R 21/23(2006.01)A, F, I, 20060830, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60R 21/20(2006.01)A, L, I, 20060830, B, H, DE   B60R 21/12(2006.01)A, L, I, 20060830, B, H, DE   B60R 21/26(2006.01)A, L, I, 20060830, B, H, DE   B60R 21/02(2006.01)A, L, I, 20060830, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Personen-Rückhaltevorrichtung für die Fahrgastzelle eines Kraftfahrzeugs, mit mindestens einem Prallschutzelement und einer Auslösevorrichtung, die das Prallschutzelement bei einem Aufprall betätigt. Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Auslösung von Personen-Rückhaltevorrichtungen in einem Kraftfahrzeug.

Als Insassen-Sicherheitssysteme mit Prallschutzelementen finden Airbag-Systeme weiteste Verbreitung. Das eigentliche Prallschutzelement eines derartigen Airbag-Systems wird durch einen Sack bzw. ein Kissen gebildet, welches bei einer Kollision von einem in der Regel pyrotechnischen Gasgenerator mit Gas beaufschlagt wird. Die Betätigung, d.h. die Gasfüllung des Prallschutzelements erfolgt hinreichend schnell, so daß bei einer Kollision der Aufprall der dabei mitunter heftig beschleunigten Insassen erheblich gedämpft wird. Durch die Installation derartiger Airbags im Lenkrad (Fahrerairbag), vor dem Beifahrersitz sowie mittlerweile auch seitlich im Rumpf- und Kopfbereich wird die Gefahr von schweren Verletzungen durch Körperkontakt mit der Innenwandung der Fahrgastzelle deutlich reduziert.

Aus der DE 94 13 949 U1 ist eine gattungsgemäße Personen-Rückhaltevorrichtung bekannt, bei der ein Lenkrad eines Kraftfahrzeugs einen Airbag in Kombination mit einem Prallpolster aufweist. Das Prallpolster ist derart ausgeführt, dass durch das Polster das den Airbag füllende Gas geleitet wird. Mittels des Prallpolsters ist bei Sekundärkollisionen nach Auslösen des Airbags durch die Primärkollision ein zusätzlicher Aufprallschutz für den Fahrer bereitgestellt. In gleicher Weise ist gemäß der DE 297 16 534 U1 ein Airbag-Sicherheitssystem mit einem Prallpolster bereitgestellt. Aus der DE 196 08 239 A1 ist eine Innenverkleidung für ein Kraftfahrzeug bekannt, bei der mindestens ein Verkleidungsteil zumindest mit zwei Schichten ausgeführt ist, von denen eine Schicht ein dreidimensionales textiles Halbzeug ist.

Der Vorteil der vorgenannten Airbag-Systeme liegt besonders im zuverlässigen Schutz der Insassen bei einem Unfall vor den Folgen des primären Aufpralls, der in den meisten Fällen die größte Aufprallenergie freisetzt. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass bei mehr als 20% aller Unfälle Mehrfachkollisionen auftreten, bei denen auf den primären Aufprall eine oder mehrere weitere Kollisionen folgen. Diese sind zwar in der Regel schwächer als die Primärkollisionen, haben jedoch immer noch ein erhebliches Gefährdungspotential für die Insassen. Die vorgenannten Airbag-Systeme nach dem Stand der Technik haben jedoch nach der einmaligen Gasbeaufschlagung des Prallschutzelements praktisch keine stoßabsorbierende Wirkung mehr. Dies hat zur Folge, dass die Fahrzeuginsassen nachfolgenden Zusammenstößen bei einer Mehrfachkollision weitgehend schutzlos ausgeliefert sind und daher ein hohes Verletzungsrisiko durch Kontakt mit harten Bestandteilen des Fahrzeuginnenraums besteht. Dieses Risiko läßt sich lediglich in geringem Maße durch eine weiche Beschichtung von harten Gegenständen, wie etwa dem Lenkrad, vermindern, da die erreichbare stoßabsorbierende Wirkung relativ gering ist.

Angesichts dieser Problematik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabenstellung zugrunde, ein Prallschutzelement für eine Insassen-Rückhalteeinrichtung anzugeben, das nach der Auslösung ihre stoßabsorbierende Wirkung beibehält und damit das Verletzungsrisiko bei Mehrfachkollisionen reduziert.

Zur Lösung dieser Problematik schlägt die Erfindung eine Personen-Rückhaltevorrichtung der eingangs genannten Art vor, bei der das Prallschutzelement mindestens ein komprimierbares, selbsttätig expandierbares Sicherheitspolster aufweist, welches von der Auslösevorrichtung vom komprimierten Zustand zur Expansion freigebbar ist.

Die Besonderheit des erfindungsgemäßen Prallschutzelements liegt darin, daß es aus einem Material besteht, welches sich durch äußere Krafteinwirkung auf ein kleineres Volumen zusammenpressen läßt und welches sich wieder auf sein ursprüngliches Volumen ausdehnt, ohne daß hierzu die Zufuhr von äußerer Energie erforderlich wäre. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den bekannten Airbags, die lediglich einmal kurzzeitig nach der Gasbeaufschlagung durch den Gasgenerator der Auslösevorrichtung ihre stoßabsorbierende Wirkung haben. Dagegen regeneriert das erfindungsgemäße Prallschutzelement gegebenenfalls mehrmals und zwar ohne eine weitere Aktivierung von außen.

In komprimiertem Zustand hat das erfindungsgemäße Sicherheitspolster lediglich einen Bruchteil seines expandierten Volumens. Dadurch läßt es sich unauffällig und platzsparend in den Fahrzeuginnenraum integrieren. Beim Ansprechen der Auslösevorrichtung wird dieses Sicherheitspolster mechanisch freigegeben, so daß es sich wieder auf sein ursprüngliches, volles Volumen im entspannten Zustand ausdehnt. Wirkt nun von außen erneut eine Stoßbeanspruchung auf dieses Sicherheitspolster ein, beispielsweise durch den Aufprall von Fahrzeuginsassen bei einer Kollision, so wird das Material kurzfristig zusammengepreßt und absorbiert dabei die Stoßenergie. Auf jeden Fall wird dabei die Wucht des Aufpralls weitaus besser gedämpft, als lediglich durch eine dünne Beschichtung von harten Oberflächen. Auf diese Weise wird bereits ein verbesserter Insassenschutz gegen Verletzung bewerkstelligt.

Durch die besondere, vorangehend beschriebene Fähigkeit des Sicherheitspolsters, sich aufgrund der inneren Elastizität seines Materials selbsttätig wieder auf sein ursprüngliches Volumen auszudehnen, hat es bereits kurz nach einer Stoßbeanspruchung, beispielsweise nach der Dämpfung eines Personenaufpralls, von selbst seine volle stoßdämpfende Eigenschaft wiedererlangt. Im Unterschied zu Airbags ist somit die Funktion mehrfach hintereinander gegeben, so daß der Insassenschutz bei Mehrfachkollisionen deutlich verbessert wird.

Vorzugsweise ist das Sicherheitspolster als Schaumpolster aus komprimierbarem Schaum ausgebildet, beispielsweise aus offenporigem Kunststoffschaum. Derartige moderne Schaumwerkstoffe lassen sich besonders hoch komprimieren und expandieren auch nach längerer Zeit in diesem komprimierten Zustand wieder zuverlässig von selbst auf ihr ursprüngliches Volumen. Das Energieabsorptionsvermögen, d.h. die stoßdämpfende Wirkung, ist bei offenporigem Schaumstoff besonders gut. Die Aufprallenergie wird dabei nämlich im wesentlichen in Strömungsreibung der herausgepreßten Luft umgesetzt, so daß der Schaumstoff selbst nicht bleibend komprimiert wird, sondern sich aufgrund seiner inneren Elastizität innerhalb kurzer Zeit wieder regeneriert, d.h. sein ursprüngliches Volumen einnimmt und seine volle stoßabsorbierende Wirkung erneut vollständig zur Verfügung steht.

Im Vergleich zum klassischen Airbag ist die Expansionsgeschwindigkeit von Schaumstoffpolstern zwar geringer. Insbesondere in Kombination mit schnellen Airbags bieten sie bei gleichzeitiger Auslösung jedoch einen sehr guten Schutz gegen Aufprallverletzungen bei zeitlich später erfolgenden Sekundärkollisionen. Der alleinige Einsatz von erfindungsgemäßen Sicherheitspolstern ist jedoch ebenfalls in solchen Bereichen des Fahrzeuginnenraums denkbar, bei denen die Verwendung eines Airbags nicht angebracht ist oder die erfahrungsgemäß ein geringeres Gefährdungspotential haben, beispielsweise, weil in der Regel die Aufprallenergie dort geringer ist oder an solchen Stellen, mit denen die Insassen bei einem Unfall erfahrungsgemäß erst später in Kontakt kommen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Sicherheitspolster im komprimierten Zustand in einer leicht zerstörbaren Hülle eingeschlossen. Diese Hülle kann beispielsweise als Folienhülle aus Kunststoffolie oder als Netz aus Kunststoff ausgebildet sein. Im zusammengedrückten Zustand wird das Sicherheitspolster unter mechanischer Vorspannung von der Hülle in einem relativ kleinen Volumen zusammengehalten. Durch diese mechanische Vorspannung platzt die Hülle vollständig auf, sobald sie auch nur an einer Stelle verletzt wird. Dank der Verwendung leicht zerstörbarer Materialien, beispielsweise einer Kunststoffolie, die zwar gut die Haltekräfte aufnehmen kann, jedoch dann bei einer leichten Beschädigung vollständig aufreißt, kann das erfindungsgemäße Sicherheitspolster durch entsprechende Auslösemittel leicht expandiert, d.h. durch Zerstörung der Hülle zur Expansion freigegeben werden. Eine besonders gute Vorspannung des Polsters auf ein sehr kleines Einbauvolumen erreicht man dadurch, daß das bevorzugt aus Kunststoffschaum bestehende Sicherheitspolster unter Vakuum in die Folienhülle eingeschweißt wird.

Um die Hülle des Sicherheitspolsters zur Auslösung sicher zum Einreißen bzw. Aufplatzen zu bringen, ist es vorteilhaft, daß die Auslösevorrichtung Trennmittel zur Zerstörung der Hülle aufweist. Dies können beispielsweise antreibbare Schneidmittel, wie Dorne, Schneiden, Klingen oder dergleichen sein, die bei Betätigung die Hülle einschneiden bzw. durch Stechen, wodurch ein Anrißpunkt gebildet wird, der zum weiteren Zerreißen der Hülle und zur Freigabe des unter mechanischer Spannung hervordringenden Sicherheitspolsters führt.

Die Trennmittel können beispielsweise von einem pyrotechnisch auslösbaren Gasgenerator mechanisch beschleunigt, d.h. angetrieben werden. Derartige Gasgeneratoren bewähren sich seit langem zuverlässig in Fahrzeug-Sicherheitseinrichtungen, beispielsweise in Gurtstraffern und pyrotechnischen Sicherheitsschaltern. Alternativ zu diesem mechanischen Antrieb von Trennmitteln ist es alternativ möglich, die Hülle thermisch zu zerstören, indem der Heißgasaustritt des Gasgenerators auf die Hülle gerichtet wird. Durch das austretende Heißgas wird das Material der Hülle, beispielsweise die Kunststoffolie, lokal auf- bzw. angeschmolzen, daß sie wiederum wie in der vorangehend beschriebenen Art und Weise aufplatzt und das Sicherheitspolster zur Expansion freigibt.

Eine besonders vorteilhafte Integration von erfindungsgemäßen Sicherheitspolstern in bestehende Fahrzeug-Sicherheitssysteme sieht vor, daß die Auslösevorrichtung des Sicherheitspolsters von einem pyrotechnisch beaufschlagbaren Airbag betätigbar ist. Ein derartiger Airbag hat einen Gassack, der bei Auslösung innerhalb kürzester Zeit von einem pyrotechnischen Gasgenerator mit den darin erzeugten Verbrennungsgasen gefüllt wird und als Dämpfungskissen für einen Aufprall fungiert. Derartige Systeme haben die bereits eingangs erwähnten Vorteile, bei einer Kollision sehr schnell einen besonders effektiven Aufprallschutz zu bieten, dem jedoch der Nachteil gegenübersteht, daß sie nur einen einmaligen Aufprallschutz bieten. Hier setzt nun die vorliegende Ausführungsform der Erfindung an und schlägt vor, daß das erfindungsgemäße Sicherheitspolster bei der Aktivierung des Airbags zwangsweise mit ausgelöst wird. Hierzu sind beispielsweise unmittelbar am Gassack des Airbags Trennmittel angebracht zur mechanischen Durchtrennung der vorgenannten Hülle, die bei dessen Gasbeaufschlagung auf die Hülle einwirken. Es ist gleichfalls denkbar, bewegbar gelagerte Schneiden, Dorne oder dergleichen anzuordnen, die von dem sich ausdehnenden Gassack des Airbags gegen die Hülle verschoben, d.h. angetrieben werden.

Eine alternative Ausführungsform sieht vor, daß der Heißgasaustritt des Airbag-Gasgenerators auf die Hülle gerichtet ist, so daß bei der Aktivierung des Airbags eine thermische Zerstörung der Hülle des erfindungsgemäßen Sicherheitspolsters in der vorangehend beschriebenen Weise erfolgt. Diese Variante hat zum einen den Vorteil, daß keinerlei zusätzliche bewegliche Teile erforderlich sind. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß durch das ausströmende Gas die Expansion des Schaumpolsters nochmals unterstützt bzw. beschleunigt wird.

Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Sicherheitspolster im Airbag-Gehäuse untergebracht. Durch die Kombination mit dem Airbag-Modul wird ein besonders effektiver Schutz bei Mehrtachkollisionen erreicht. Dabei wird der erste Aufprall, der in der Regel besonders hart ist, von dem Gassack des Airbags abgefangen. Bei gleichzeitiger Auslösung durch den Airbag steht die energieabsorbierende Wirkung der erfindungsgemäßen Sicherheitspolster für einen nachfolgenden Aufprall bei einer Mehrfachkollision bereits voll zur Verfügung. Eine derartige Anordnung ist beispielsweise besonders vorteilhaft, wenn der Airbag im Airbag-Gehäuse an der Lenkradnabe eines Kraftfahrzeugs angebracht ist. Selbstverständlich ist gleichermaßen eine Anbringung auf der Fahrerseite, als auch im Armaturenbrett auf der Beifahrerseite bzw. im Heck- und Seitenbereich des Innenraums denkbar. Zweckmäßigerweise ist das Sicherheitspolster dann jeweils unter einer lösbaren Abdeckung angebracht, die bei der Auslösung seitlich weggedrückt wird oder abklappt oder aus ihrer Verankerung gelöst wird. Beispielsweise kann die Abdeckung am Gehäuse verklippst sein, so daß sie bei Expansion des Sicherheitspolsters aus der Verklipsung gelöst wird und weggedrückt wird.

Zur Unterstützung des Fahrerairbags durch das erfindungsgemäße Sicherheitspolster ist dieses auf der Lenkradnabe eines Kraftfahrzeugs angebracht. Zweckmäßigerweise ist es dann ring- oder segmentförmig ausgebildet oder auch als flächiges, vorzugsweise rundes Kissen, welches auf dem Pralltopf des Lenkrads befestigt ist und vor allem die Austrittsöffnung des Airbags abdeckt.

In der Kombination mit einem einmalig bei einer Kollision mit Gas beaufschlagbaren Airbag, der ein einmalig wirkendes Rückhaltesystem für die Fahrzeuginsassen bildet, ist die Erfindung zur Realisierung einer Mehrfachkollisionssicherung zur Minderung der Folgen von Sekundärkollisionen besonders gut geeignet. Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betrieb einer derartigen Mehrfach-Aufprallsicherung sieht vor, daß bei der Auslösung eines Airbags ein komprimiertes Sicherheitspolster aus selbsttätig expandierbarem Material gemäß der Erfindung zur Expansion freigegeben wird: Auf diese Weise wird durch den Airbag ein schneller und sicherer Schutz gegen den Aufprall in Folge einer Primärkollision gewährleistet, während die etwas langsamer expandierenden Sicherheitspolster einen effektiven Insassen-Aufprallschutz bei nachfolgenden Sekundärkollisionen gewährleisten.

Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen, sich selbsttätig entfaltenden Sicherheitspolster bestehen darin, daß zur Aktivierung keine zusätzlichen Energiequellen erforderlich sind. Durch Kombination mit vorhandenen Sicherheitssystemen, beispielsweise Airbags, sind auch keine zusätzlichen Beschleunigungssensoren zur Detektion einer Kollision notwendig.

Für die Insassen eines Kraftfahrzeugs bringt die im Vergleich zum Airbag relativ langsame Expansion des erfindungsgemäßen Sicherheitspolsters den weiteren Vorteil, daß praktisch keine Verletzungsgefahr durch eine explosionsartige Entfaltung besteht, wie sie mitunter, besonders bei Kindern, bei Airbags auftritt.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen im einzelnen:

1 eine schematische Schnittdarstellung eines Fahrerairbag-Moduls mit einem erfindungsgemäßen Sicherheitspolster;

2 eine Vorderansicht des Airbag-Moduls gemäß 1;

3 eine Detaildarstellung des Airbag-Moduls gemäß 1 in einer ersten Variante;

4 ein Airbag-Modul wie in 3 in einer zweiten Ausführungsform;

5 ein Airbag-Modul wie in 3 in einer dritten Ausführungsform.

In 1 ist eine Lenkradeinheit eines Personenkraftfahrzeugs als ganzes schematisch im Schnitt dargestellt und mit dem Bezugszeichen 1 versehen. Dabei ist auf einer Lenksäule 2 eine Lenkradnabe 3 angebracht, die einen Lenkradkranz 4 trägt.

Im Innern der Lenkradnabe 3 befindet sich ein Airbagmodul 5. Dieses weist einen Gasgenerator 6 auf, durch den über einen Diffusor 7 bei Auslösung ein zusammengefaltet dargestellter Gassack 8 mit Gas beaufschlagbar ist.

Mit dem Bezugszeichen 9 ist ein Sicherheitspolster aus offenporigem Kunststoffschaum bezeichnet, welches im komprimierten Zustand in eine Kunststofffolienhülle eingeschweißt ist. Das komprimierte Sicherheitspolster 9a ist punktschraffiert eingezeichnet. Weiterhin sind in dem Airbag-Modul 5 Trennmittel 10 in Form von verschwenkbaren Dornen 10 angebracht. Diese sind so angeordnet, daß bei einer Beaufschlagung des Gassacks 8 mit Gas aus dem Gasgenerator 6 die Dorne 10 gegen die komprimierten Sicherheitspolster 9a verschwenkt werden, so daß die Hülle aufplatzt und sich die Sicherheitspolster 9a in den expandierten Zustand 9b ausdehnen, der gestrichelt eingezeichnet ist.

2 zeigt unter Verwendung der selben Bezugsziffern eine Vorderansicht des Lenkrads 1 gemäß 1. Darin ist deutlich das erfindungsgemäße Sicherheitspolster 9 erkennbar, und zwar einmal in dem gestrichelt eingezeichneten, komprimierten Zustand 9a sowie im schraffiert eingezeichneten, expandierten Zustand 9b. Alternativ kann dieses Sicherheitspolster 9a/b als einteiliger Ring oder mehrteilig ausgebildet sein.

In 3 ist das Airbag-Modul 5 gemäß 1 noch einmal vergrößert dargestellt, wobei die selben Bezugsziffern Verwendung finden. Daraus ergibt sich deutlich die Anordnung der Trennmittel 10 mit schwenkbeweglich gelagerten Dornen, die von dem sich entfaltenden Luftsack 8 gegen die komprimierten Sicherheitspolster 9a beweglich sind. Aus dieser Darstellung ist auch erkennbar, wie die komprimierten Sicherheitspolster 9a in eine Folienhülle 11 eingeschweißt sind. Diese Folienhülle 11 ist von den Trennmitteln 10 leicht zerstörbar.

4 zeigt in der selben Darstellung wie 3 eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Airbag-Moduls 5. Im Unterschied zu der ersten Ausführungsform sind hierbei keine mechanischen Trennmittel vorgesehen. Statt dessen wird der Heißgasstrom des Gasgenerators 6 über Heißgaskanäle 12 auf die in die Folienhüllen 11 eingeschweißten Sicherheitspolster 9a geleitet. Durch diesen heißen Nebengasstrom wird die Folienhülle 11 ebenfalls zuverlässig zerstört, so daß der komprimierte Schaum 9a ebenfalls ungehindert expandieren kann.

Bei der in 5 dargestellten dritten Ausführungsform eines Airbagmoduls 5 tritt der Gassack 8 seitlich nach oben oder unten aus der Lenkradnabe aus. Dabei sind wiederum mechanische Trennmittel 10 in Form einer von dem Gassack 8 verschiebbaren Dornenplatte vorgesehen. Allerdings bildet dabei das erfindungsgemäße Sicherheitspolster 9 ein rundes, flächiges Kissen, welches axial auf der Nabe unterhalb einer Nabenabdeckung 12 angebracht ist. Diese Nabenabdeckung 12 ist seitlich mit einer Klippverbindung 12a lösbar gehaltert. Bei Ausdehnung des Sicherheitspolsters 9 in den expandierten Zustand 9b wird die Befestigung der Nabenabdeckung 12 gelöst und mit dem Polster verschoben, so daß das gestrichelt eingezeichnete, expandierte Sicherheitspolster 9b als Prallschutz zur Verfügung steht.

Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Airbag-Module 5 ist weiter oben bereits erläutert worden. Es versteht sich, daß über die dargestellten Ausführungsformen hinaus eine Vielzahl weiterer praktischer Ausführungen erfindungsgemäßen Sicherheitspolster 9 möglich ist, und zwar sowohl in der dargestellten Kombination mit Airbag-Modulen als auch in alleiniger Anbringung.


Anspruch[de]
Personen- Rückhaltevorrichtung für die Fahrgastzelle eines Kraftfahrzeugs, mit mindestens einem Prallschutzelement und einer Auslösevorrichtung, die das Prallschutzelement bei einem Aufprall betätigt, dadurch gekennzeichnet, daß das Prallschutzelement mindestens ein komprimierbares, selbsttätig expandierbares Sicherheitspolster (9) aufweist, welches von der Auslösevorrichtung (6, 10, 12) zur Expansion freigebbar ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitspolster (9) als Schaumpolster aus komprimierbarem Schaum ausgebildet ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaum ein offenporiger Kunststoffschaum ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitspolster (9) im komprimiertem Zustand (9a) in einer leicht zerstörbaren Hülle (11) eingeschlossen ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülle als Folienhülle (11) oder als Netz aus Kunststoff ausgebildet ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Folienhülle (11) aus Kunststoffolie besteht. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitspolster (9) unter Vakuum in die Folienhülle (11) eingeschweißt ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslösevorrichtung Trennmittel (10, 12) zur Zerstörung der Hülle (11) aufweist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennmittel antreibbare Schneidmittel (10) aufweisen. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennmittel (10) von einem Gasgenerator (6) antreibbar sind. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Heißgasaustritt (12) des Gasgenerators (6) auf die Hülle (11) gerichtet ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslösevorrichtung (6, 10, 12) von einem mit Gas beaufschlagbaren Airbag (8) betätigbar ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Gassack des Airbags (8) Trennmittel angebracht sind. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß von dem Gassack des Airbags (8) Trennmittel (10) betätigbar sind. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Heißgasaustritt (12) des Airbag-Gasgenerators (6) auf die Hülle (11) gerichtet ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitspolster (9) im Airbag-Gehäuse (5) untergebracht ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Airbag (8) am Lenkrad (1) eines Kraftfahrzeugs angebracht ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitspolster (9) unter einer lösbaren Abdeckung (13) angebracht ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Sicherheitspolster (9) auf der Lenkradnabe (3) eines Kraftfahrzeugs angebracht ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitspolster (9) ring- oder segmentförmig ausgebildet ist. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sicherheitspolster (9) flächig ausgebildet ist. Verfahren zur Auslösung von Personen-Rückhaltevorrichtungen in der Fahrgastzelle eines Krafffahrzeugs, mit mindestens einem Airbag, der zur Auslösung einmalig von einem Gasgenerator mit Gas beaufschlagbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Auslösung des Airbags (8) ein komprimiertes Sicherheitspolster (9) aus selbsttätig expandierbarem Material zur Expansion freigegeben wird. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß zur Auslösung eine Hülle (11) des komprimierten Sicherheitspolsters (9a) zerstört wird. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülle (11) vom Heißgas des Airbag-Gasgenerators (6) zerstört wird. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülle (11) mechanisch von dem sich entfaltenden Airbag (8) zerstört wird.






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