PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202007009532U1 31.10.2007
Titel Platte mit einem Schichtaufbau
Anmelder Thiede, Olaf, 16727 Oberkrämer, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Aktenzeichen 202007009532
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 31.10.2007
Registration date 27.09.2007
Application date from patent application 06.07.2007
IPC-Hauptklasse E04C 2/24(2006.01)A, F, I, 20070706, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16S 1/00(2006.01)A, L, I, 20070706, B, H, DE   E04F 15/00(2006.01)A, L, I, 20070706, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Platte, insbesondere Boden- oder Verkleidungsplatte, mit einem Schichtaufbau aus mehreren miteinander verklebten Schichten.

Hintergrund der Erfindung

Solche Platten sind in verschiedenen Ausführungsformen bekannt, wozu insbesondere Sperrholzplatten gehören, die in unterschiedlichsten gewerblichen Bereichen eingesetzt werden. Der Aufbau solcher Platten ist dadurch charakterisiert, dass mehrere Schichten aus gleichen oder unterschiedlichen Materialien übereinander gestapelt und miteinander verklebt oder verleimt sind. Bei der Herstellung werden die verschiedenen Schichten zumindest in Teilbereichen der Oberflächen mit Klebstoff versehen und anschließend zusammengepresst. Sperrholzplatten weisen ebenfalls einen solchen Schichtaufbau aus mehreren miteinander verklebten Schichten auf, wobei auf den beiden Außenseiten üblicherweise jeweils eine Schicht aus einem Holzfurnier gebildet ist.

Zusammenfassung der Erfindung

Aufgabe der Erfindung ist es, eine verbesserte Platte, insbesondere Boden- oder Verkleidungsplatte, mit einem Schichtaufbau aus mehreren miteinander verklebten Schichten zu schaffen, die mit einer verbesserten mechanischen Stabilität gebildet ist. Darüber hinaus sollen die in Verbindung mit Holzoberflächen, insbesondere furnierten Oberflächen, von Benutzern als positiv erfundenen haptischen Eigenschaften erhalten bleiben.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Platte, insbesondere Boden- oder Verkleidungsplatte, nach dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst. Darüber hinaus ist ein Bausystem, insbesondere Fahrzeugbausystem, nach dem unabhängigen Anspruch 13 geschaffen. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand von abhängigen Unteransprüchen.

Erfindungsgemäß ist eine Platte, insbesondere Boden- oder Verkleidungsplatte, mit einem Schichtaufbau aus mehreren miteinander verklebten Schichten geschaffen, wobei in dem Schichtaufbau eine tragende Schicht, welche mit einer OSB-Platte gebildet ist, zwischen Furnierschichten aus einem Holzwerkstoff angeordnet ist. Auf diese Weise ist eine vielseitig einsetzbare Platte geschaffen, die mittels Verwendung der OSB-Platte mit einer ausreichenden mechanischen Stabilität gebildet ist und andererseits aber auch die mit der Oberfläche von Schichtholz verbundenen positiven Eigenschaften für unterschiedlichste Anwendungen aufweist. Die je nach Anwendungssituation gewünschten Dicken der OSB-Platte und der Furnierschichten können individuell ausgewählt werden. Bevorzugt verfügt die OSB-Platte über eine Dicke von wenigstens 12 mm, wodurch für viele Anwendungen eine ausreichende mechanische Stabilität erreicht ist.

Die Abkürzung OSB steht im englischen für „Oriented Strand Board". Es handelt sich um eine Platte mit ausgerichteten Spänen, die miteinander verklebt sind. OSB-Platten, die als solche bekannt sind, sind Mehrschichtplatten, die aus langen, schlanken Spänen mit vorbestimmter Form und Dicke hergestellt werden. Die großen, flachen Späne sind längs ausgerichtet. Die Biegefestigkeit ist durch die langen und schlanken Späne größer als bei normalen Flachpressplatten. Die Verklebung oder Verleimung sowie die Spänestruktur verleihen der OSB-Platte ein charakteristisches Aussehen. Mit Hilfe der hier vorgeschlagenen Platte bleiben die vorteilhaften mechanischen Eigenschaften der OSB-Struktur erhalten. Zusätzlich werden jedoch eventuell als nachteilig empfundene Eigenschaften solcher OSB-Platten wie die „grobholzige" Optik vermieden. Darüber hinaus wird mit den vorgesehenen Furnierholzschichten die Verdunstung von Inhaltsstoffen der OSB-Platte vermindert oder sogar ganz unterbunden, da die Kleber, mit denen die Späne zu OSB-Platten verpresst sind, üblicherweise Formaldehyd und natürliche Terpene enthalten und abgeben können.

Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Holzwerkstoff der Furnierschichten mit einem die Brandresistenz erhöhenden Medium getränkt ist. In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Furnierschichten mit einem die Brandresistenz erhöhenden Medium so getränkt, dass die Anforderungen einer erhöhten Brennbarkeitsklasse nach DIN 5510 gegeben sind. Als Medium zum Tränken der Furnierschichten, kommen beispielsweise Mineralstoffe in Form von gelösten Salzen zum Einsatz.

Bei einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Furnierschichten aus dem gleichen Holzwerkstoff sind. Alternativ können die beidseitig der OSB-Platten angeordneten Furnierschichten auch aus unterschiedlichen Holzwerkstoffen gebildet sein. Bevorzugt sind mit den Furnierschichten die beiden äußeren Schichten der Platte hergestellt.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Furnierschichten einlagig ausgeführt sind. Einlagige Furnierschichten sind üblicherweise dünne Schichtholzplatten.

Bevorzugt sieht eine Fortbildung der Erfindung vor, dass die Furnierschichten mehrlagig mit kreuzweise gelegten, verpressten und mit einem wasserresistenten Kleber verklebten Lagen ausgeführt sind. Mit Hilfe der mehrlagigen Furnierschichten sind diese Schichten aus einem Werkstoff höherer Qualität hergestellt.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Schichtaufbau zumindest eine Funktionsschicht umfasst. Die zumindest eine Funktionsschicht ist bevorzugt zwischen den Furnierschichten und der OSB-Platte angeordnet. Wenn mehrere Funktionsschichten vorgesehen sind, so können sich diese beidseitig der OSB-Platte erstrecken. Mit Hilfe der zumindest einen Funktionsschicht können bestimmte Eigenschaften der Platte gezielt optimiert oder überhaupt erst ausgebildet werden. Hierzu gehören beispielsweise Dämmeigenschaften, Schallschutzeigenschaften und verbesserte Festigkeitseigenschaften. Funktionsschichten gleicher Art können einfach oder mehrfach vorgesehen sein.

Eine Weiterbildung der Erfindung kann vorsehen, dass die zumindest eine Funktionsschicht eine Faserwerkstoffschicht umfasst. Als Faserwerkstoffe können insbesondere Glasfasermatten oder Kohlefasermatten genutzt werden. Neben der Verwendung von Matten kann auch vorgesehen sein, solche oder andere Fasern bei der Herstellung der Platte einzeln einzulegen oder einzustreuen.

Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die zumindest eine Funktionsschicht eine Metalleinlage umfasst. Die Metalleinlage kann in einer Ausgestaltung als eine Matte oder Geflecht aus Metall ausgeführt sein. Darüber hinaus kann vorgesehen sein, alternativ oder ergänzend Drähte einzubringen, beispielsweise Heizdrähte oder die mechanische Festigkeit unterstützende Drähte.

Bei einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die zumindest eine Funktionsschicht eine Schwerspatfolienschicht umfasst.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die zumindest eine Funktionsschicht eine Gummimattenschicht umfasst

Bevorzugt sieht eine Fortbildung der Erfindung vor, dass die zumindest eine Funktionsschicht eine Korkschicht umfasst

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Schichtaufbau eine Außenschicht aus einem Fußbodenbelagmaterial aufweist. In einer zweckmäßigen Fortbildung weist die Außenschicht aus dem Fußbodenbelagmaterial eine Dicke von wenigstens etwa 3 mm auf. Zweckmäßig handelt es sich bei dem Fußbodenbelagmaterial in einer Ausgestaltung um ein gummiartiges Material. Die Außenschicht wirkt einerseits gewichtserhöhend und andererseits Isoliereigenschaften verbessernd. Mit dieser Ausgestaltung ist insbesondere eine Platte geschaffen, die zur Ausbildung eines Fußbodens nutzbar ist, bevorzugt beim Fahrzeuginnenausbau, zum Beispiel in Schienenfahrzeugwagen.

Mit Hilfe einer oder mehrere Platten nach mindestens einer der vorangehend beschriebenen Ausgestaltungen ist ein Bausystem zur Verfügung gestellt, insbesondere ein Fahrzeugausbausystem. Mit der einen oder den mehreren Platten ist jeweils ein Bauelement ausgewählt aus der folgenden Gruppe von Bauelementen gebildet: Bodenplatte, Wandverkleidungsplatte, Deckenverkleidungsplatte, Schrankplatte und Trennwandplatte. Derartige Bausysteme sind in verschiedensten Anwendungen nutzbar, wozu beispielsweise der Wohnungsbau, der Hallenbau, die Herstellung von Fußböden und der Fahrzeugbau zählen. Bevorzugt erfolgt der Einsatz der Platten hierbei zur Substitution von Sperrholzplatten.

Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung

Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf eine Figur näher erläutert.

Die einzige Figur zeigt einen Abschnitt einer Platte mit einem Schichtaufbau aus mehreren miteinander verklebten Schichten im Querschnitt. Zwischen Furnierschichten 1, 2, die jeweils aus einem Holzwerkstoff gebildet sind, ist eine OSB-Platte 3 angeordnet. Diese Schichten bilden den Grundaufbau der Platte und können wahlweise mit einer oder mehreren Funktionsschichten ergänzt werden, was in der Figur mittels einer Funktionsschicht 4 und einer weiteren Funktionsschicht 5 gezeigt ist. In einer anderen Ausgestaltung (nicht dargestellt) kann auch nur eine der beiden Funktionsschichten 4, 5 vorgesehen sein. Mit Hilfe der Funktionsschichten 4, 5 werden gewünschte Eigenschaften der Platte optimiert oder sogar erst zur Verfügung gestellt. Hierzu gehören eine verbesserte mechanische Stabilität, Isoliereigenschaften, ein verbesserter Brandschutz und eine höhere Feuchtigkeitsresistenz.

Die beiden Funktionsschichten 4, 5 können gleichartig oder in unterschiedlicher Art und Weise ausgeführt sein. Zu den ausbildbaren Funktionsschichten gehören insbesondere eine Faserwerkstoffschicht, eine Metalleinlage, eine Schwerspatfolienschicht, eine Gummimattenschicht und eine Korkschicht.

Auf der Oberseite verfügt die Platte bei der in der Figur dargestellten Ausführungsform noch über eine Fußbodenbelagschicht 6, welche aufgeklebt ist.

Bei der Herstellung werden die in der jeweiligen Ausführungsform der Platte vorgesehenen Schichten in geeigneter Weise mit Klebstoff versehen und anschließend miteinander verpresst, so dass der Schichtaufbau aus mehreren miteinander verklebten Schichten entsteht.

Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und der Figur offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen von Bedeutung sein.


Anspruch[de]
Platte, insbesondere Boden- oder Verkleidungsplatte, mit einem Schichtaufbau aus mehreren miteinander verklebten Schichten, wobei in dem Schichtaufbau eine tragende Schicht (3), welche mit einer OSB-Platte gebildet ist, zwischen Furnierschichten (1, 2) aus einem Holzwerkstoff angeordnet ist. Platte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Holzwerkstoff der Furnierschichten (1, 2) mit einem die Brandresistenz erhöhenden Medium getränkt ist. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Furnierschichten (1, 2) aus dem gleichen Holzwerkstoff sind. Platte nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Furnierschichten (1, 2) einlagig ausgeführt sind. Platte nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Furnierschichten (1, 2) mehrlagig mit kreuzweise gelegten, verpressten und mit einem wasserresistenten Kleber verklebten Lagen ausgeführt sind. Platte nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schichtaufbau zumindest eine Funktionsschicht (4; 5) umfasst. Platte nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Funktionsschicht (4; 5) eine Faserwerkstoffschicht umfasst. Platte nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Funktionsschicht (4; 5) eine Metalleinlage umfasst. Platte nach mindestens einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Funktionsschicht (4; 5) eine Schwerspatfolienschicht umfasst. Platte nach mindestens einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnett, dass die zumindest eine Funktionsschicht (4; 5) eine Gummimattenschicht umfasst. Platte nach mindestens einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Funktionsschicht (4; 5) eine Korkschicht umfasst. Platte nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schichtaufbau eine Außenschicht (6) aus einem Fußbodenbelagmaterial aufweist. Bausystem, insbesondere Fahrzeugausbausystem, mit einer oder mehreren Platten nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche. Bausystem nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die eine oder die mehreren Platten jeweils als ein Bauelement ausgewählt aus der folgenden Gruppe von Bauelementen ausgeführt ist: Bodenplatte, Wandverkleidungsplatte, Deckenverkleidungsplatte, Schrankplatte und Trennwandplatte.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com