PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE60218483T2 31.10.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001418260
Titel AUS FILAMENTEN BESTEHENDER MASCHINELLER NÄHFADEN
Anmelder Teijin Ltd., Osaka, JP
Erfinder Kasaoka, Katsuyuki c/o Teijin Modern Yarn Co., Komatsu-shi, Ishikawa 923-0964, JP;
Higaki, Masahiro Teijin Limited, Matsuyama-shi, Ehime 791-8041, JP;
Oobora, Kenji c/o Teijin Limited, Osaka-shi, Osaka 541-0054, JP;
Nakayama, Genji, Ibaraki-shi, Osaka 567-0846, JP
Vertreter Müller-Boré & Partner, Patentanwälte, European Patent Attorneys, 81671 München
DE-Aktenzeichen 60218483
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SK, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 14.08.2002
EP-Aktenzeichen 027606359
WO-Anmeldetag 14.08.2002
PCT-Aktenzeichen PCT/JP02/08277
WO-Veröffentlichungsnummer 2003016603
WO-Veröffentlichungsdatum 27.02.2003
EP-Offenlegungsdatum 12.05.2004
EP date of grant 28.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.10.2007
IPC-Hauptklasse D02G 3/46(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Filamentmaschinennähfäden, der gleichmäßige Maschen bilden kann, während er gleichzeitig glänzende Filamente zuläßt und eine gute Hochgeschwindigkeits-Vernähbarkeit aufweist.

Technischer Hintergrund

Filamentmaschinennähfäden werden aufgrund des Glanzes im Vergleich zu Maschinennähfäden, die Spinngarne umfassen, gleichmäßiger Maschen und einer hohen Maschinennähfadenfestigkeit für verschiedene Näharten verwendet; die Filamentmaschinennähfäden haben jedoch dahingehend Nachteile, daß ihre Vernähbarkeit beim Steppstich und Zickzack-Kettenstich aufgrund des leichteren Aufdrehens gegenüber der von Spinngarnmaschinennähfäden schlechter ist.

Aus diesem Grund wird angenommen, daß das Ziehen während der Anwendung einer hohen thermischen Vorgeschichte unter Verwendung eines Polymers mit einer höheren inneren Viskosität als die herkömmlicher Polymere durchgeführt wird, um die Maschinennähfadenfestigkeit, die ein Merkmal der Filamentmaschinennähfäden ist, auf einem hohen Wert zu halten, und daß das Drehmoment der primären und endgültigen Verdrehungen, das im nachfolgenden Schritt der Bildung der Maschinennähfäden angewandt wird, dadurch selbst nach dem Färben der Maschinennähfäden nicht ausreichend eingestellt ist, was zum Aufdrehen führt und dazu, daß die Bildung von Maschen bei der Durchführung des Steppstiches und Zickzack-Kettenstiches nicht erfolgreich ist.

Zur Lösung der Probleme offenbart JP-A 5-106134 (hierin nachstehend bedeutet JP-A „ungeprüfte japanische Patentveröffentlichung"), daß ein Maschinennähfaden mit hervorragender Vernähbarkeit erhalten wird, indem ein Verbundstoff aus zwei Arten von Filamentfäden mit einem Dehnungsunterschied von 20 % oder mehr gebildet wird, wobei sich Schlingen oder Durchhänge mit dem stark dehnbaren Garn bilden. Bei dem Maschinennähfaden gibt es jedoch Probleme dahingehend, daß eine Trennung der beiden Arten von Filamentfäden auftritt und ein Fehler in der Form der Maschen verursacht wird, wodurch die Gleichmäßigkeit verschlechtert wird oder ein Unterschied bei der Färbbarkeit deutlich wird, wenn der Maschinennähfaden gefärbt wird.

JP-A 9-78335 offenbart einen Filamentmaschinennähfaden, erhalten durch Spinnen und Kombinieren eines Filamentfadens mit einer hohen Doppelbrechung mit einem Filamentfaden mit einer geringen Doppelbrechung und Anordnung des Filamentfadens mit der geringen Doppelbrechung im Mantelteil. Der Maschinennähfaden weist dahingehend Probleme auf, daß seine Festigkeit geringer ist, der Faden von einer Spule gleitet, keine glatte Fadenzufuhr erfolgen kann, es manchmal zum Bruch kommt und die Handhabbarkeit im Vergleich zu herkömmlichen Filamentmaschinennähfäden schlecht ist, weil nur der Unterschied in der Doppelbrechung genutzt wurde.

Ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Verbesserung der Nachteile, die durch die Bildung von Schleifen oder Durchhängen, wie oben beschrieben, verursacht werden, und Bereitstellung eines Filamentmaschinennähfadens, mit dem gleichmäßige Maschen gebildet werden können, während die Filamente glänzen können und eine gute Hochgeschwindigkeits-Vernähbarkeit aufweisen.

Offenbarung der Erfindung

Im Ergebnis intensiver Studien, die zum Erreichen dieser Ziele durchgeführt wurden, haben die betreffenden Erfinder herausgefunden, daß der gewünschte Filamentmaschinennähfaden durch die entsprechende Kontrolle der inneren Viskosität [&eegr;]F und Dehnung der Filamente, die den spinnkombinierten Filamentfaden bilden, innerhalb spezieller Bereiche erhalten wird. Daher wird gemäß der Erfindung ein Filamentmaschinennähfaden, umfassend einen spinnkombinierten Filamentfaden, in dem Polyesterfilamente A1 mit einer inneren Viskosität [&eegr;]F innerhalb eines Bereiches von 0,7 bis 1,2 und Polyesterfilamente B mit einer um 0,2 bis 0,7 niedrigeren inneren Viskosität [&eegr;]F als die der Polyesterfilamente A und einer größeren Dehnung als die der Polyesterfilamente A in einer Spinnstufe kombiniert sind.

Beste Weise zur Durchführung der Erfindung

Zunächst wird nachstehend die Art und Weise zur Durchführung der Erfindung ausgeführt.

In der vorliegenden Erfindung wird der Filamentmaschinennähfaden durch das so genannte Spinn-Filament-Kombinierverfahren für das gleichzeitige Spinnen der Polyesterfilamente A und der Polyesterfilamente B, dann Doublieren der Filamente A und B und gleichzeitiges Aufwickeln der doublierten Filamente erhalten.

Genauer gesagt, können Verfahren zum Führen von Polyesterpolymeren mit unterschiedlicher innerer Viskosität zu derselben Spinndüse, Extrudieren der Polyesterpolymere aus separaten Entladungslöchern ohne Mischen und gemeinsamen Aufwickeln der Filamente unter Verwendung einer gewöhnlichen Konjugatspinnmaschine oder dergleichen oder Verfahren zum individuellen Extrudieren der jeweiligen Polymere aus einzelnen unabhängigen Spinndüsen, dann Doublieren der Filamente und Aufwickeln der doublierten Filamente oder dergleichen übernommen werden. Kurz gesagt, es kann irgendein Verfahren genutzt werden, wenn beide Filamente vor dem Ende des Aufwickelns nach dem Spinnen vereinigt werden.

Beispiele für den in der vorliegenden Erfindung verwendeten Polyester umfassen Polyethylenterephthalat (nachstehend mit PET abgekürzt), Polypropylenterephthalat, Polybutylenterephthalat und dergleichen. PET ist das am stärksten bevorzugte Beispiel.

Die innere Viskosität der Polyesterfilamente A muß aus Sicht der Wärmebeständigkeit, Abriebbeständigkeit und Festigkeit hoch sein, und die innere Viskosität [&eegr;]F der gesponnenen Filamente muß im Bereich von 0,7 bis 1,2 liegen. Übersteigt die innere Viskosität 1,2, ist zur Polymerisation ein großtechnisches Gerät erforderlich und es steigen die Kosten.

Ein Polyester mit einer um 0,2 bis 0,7 niedrigeren inneren Viskosität [&eegr;]F als der inneren Viskosität [&eegr;]F der wenig dehnbaren Filamente wird als das Polyesterfilament B verwendet. Der Grund dafür ist, daß die innere Viskosität der Polyesterfilamente B reduziert wird, um die Polyesterfilamente B in einem Zustand zu halten, in dem sie kaum Wärmespannung erzeugen, und die Polyesterfilamente A mit dem restlichen Drehmoment mit den Polyesterfilamenten B umschlossen werden, um so zu verhindern, daß sich bei der Durchführung des Steppstiches und Zickzack-Kettenstiches ein Drehmoment des Maschinennähfadens entwickelt. Um zu verhindern, daß sich das Drehmoment entwickelt, ist ein Unterschied der inneren Viskosität von 0,2 oder mehr erforderlich. Übersteigt der Unterschied 0,7, wird die Reißfestigkeit der Polyesterfilamente A zu gering und es kommt beim Nähen mit einer Nähmaschine zum Bruch einzelner Filamente, was zu Fehlern in den Maschen und einer Verringerung der Gleichmäßigkeit führt. Der Unterschied der inneren Viskosität beträgt bevorzugt 0,3 bis 0,6.

Die Dehnung der Polyesterfilamente B kann größer sein als die der Polyesterfilamente A; die Dehnung ist jedoch für gewöhnlich bei Polyesterfilamenten mit einer niedrigeren inneren Viskosität größer, wenn dieselben Spinnbedingungen übernommen werden.

In der vorliegenden Erfindung enthalten die Polyesterfilamente bevorzugt einen Orientierungsinhibitor.

Der Orientierungsinhibitor bezieht sich hierin auf eine Substanz mit Wirkungen, die die Orientierung der Polyesterfilamente B inhibieren und die Dehnung vergrößern können. Genauer gesagt, umfassen Beispiele für den Orientierungsinhibitor Polystyrolpolymere, Polymethacrylatpolymere oder Polymethylpentenpolymere und dergleichen; der Orientierungsinhibitor ist jedoch nicht auf die Polymere beschränkt.

Als ein Verfahren zum Einschluß des Orientierungsinhibitors können optionale Verfahren übernommen werden. Beispielsweise kann der Orientierungsinhibitor in ein Polymerisationsverfahren von PET eingeführt werden, oder die Polymere können mit PET schmelzgemischt, extrudiert, abgekühlt, dann geschnitten und zu Chips geformt werden. Ferner werden beide im Chipzustand gemischt und dann direkt schmelzgesponnen.

Der Gehalt an Orientierungsinhibitor beträgt bevorzugt 0,5 bis 8,0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Filamente. Ist der Gehalt niedriger als 0,5 Gew.-%, wird die Dehnung nicht ausreichend vergrößert. Übersteigt der Gehalt andererseits 8,0 Gew.-%, wird die Festigkeit der Filamente extrem verringert, und es kommt selbst bei langsamen Umdrehungen der Nähmaschine vereinzelt zu Filamentbrüchen. Der Gehalt an Orientierungsinhibitor beträgt bevorzugt 0,5 bis 5,0 Gew.-%.

Wie oben erwähnt, wird in der vorliegenden Erfindung das Spinn-Filament-Kombinierverfahren übernommen. Der Grund dafür ist, daß ein Spinn- und Aufwickelverfahren übernommen werden muß, bei dem die Polyesterfilamente A mit den Polyesterfilamenten B als einzelne Filamente vor dem Spinnen und Aufwickeln gemischt werden.

Als ein Spinn-Filament-Kombinierverfahren, das insbesondere für gutes Mischen sorgt, können die Polyesterfilamente A und Polyesterfilamente B aus derselben Spinndüse gesponnen werden, wobei die Entladungslöcher der Spinndüse willkürlich verteilt sind, die Spinndüse äußere runde Löcher und innere runde Löcher umfaßt oder eine zweigeteilte Spinndüse ist.

Die Spinndüsentemperatur wird auf eine Temperatur eingestellt, die für beide Polymere geeignet ist, wenn die Polymere aus derselben Spinndüse extrudiert werden; die Spinndüsentemperatur kann jedoch jeweils separat eingestellt werden, wenn separate Spinndüsen verwendet werden.

Was die Spinngeschwindigkeit betrifft, ist die Garnfestigkeit nach dem Ziehen im Vergleich zu dem Garn, das bei einer geringen Spinngeschwindigkeit gesponnen wurde, geringer, auch wenn der Unterschied in der Dehnung nach dem Ziehen mit steigender Spinngeschwindigkeit größer ist. Daher kann eine hohe Spinngeschwindigkeit ausgewählt werden, wenn eher eine Verbesserung der Produktivität als der Garnfestigkeit gewünscht ist. Überdies kann die Produktion mit einem Verfahren durchgeführt werden, in dem das Spinnen direkt mit dem Ziehen verbunden wird. Es kann ein Verfahren für das Ziehen ausschließlich durch Hochgeschwindigkeitsspinnen übernommen werden.

In der vorliegenden Erfindung können die Polyesterfilamente A und die Polyesterfilamente B mit Filamentverwirbelungsbehandlung durch die Verwirbelvorrichtung mit Gebläseluft vor oder nach der Aufnahme der gesponnen Filamente kombiniert werden. In der vorliegenden Erfindung ist die Filamentfestigkeit der Polyesterfilamente A bevorzugt höher, und eine Filamentfestigkeit von mindestens 5,0 g/dtex oder mehr ist erforderlich. Die bevorzugte Festigkeit beträgt mindestens 5,4 g/dtex oder mehr. Auf der anderen Seite ist eine Filamentfestigkeit von 1,3 g/dtex oder mehr, die Reibung oder Zugspannung beim Nähen mit einer Nähmaschine standhält, selbst im Falle der stark dehnbaren Filamente erforderlich. Die bevorzugte Festigkeit beträgt mindestens 1,5 g/dtex oder mehr. Eine Festigkeit von mindestens 4,0 g/dtex oder mehr ist für den gesamten Maschinennähfaden ausreichend. Die bevorzugte Festigkeit beträgt mindestens 4,3 g/dtex oder mehr.

Das Mischverhältnis der Polyesterfilamente A zu den Polyesterfilamenten B beträgt bevorzugt etwa 7:3 bis 9:1. Ist das Mischverhältnis der wenig dehnbaren Filamente niedriger als 7:3, ist die für den Maschinennähfaden erforderliche Spannung unzureichend. Übersteigt das Mischverhältnis der Polyesterfilamente A andererseits 9:1, sind die Thermofixiereigenschaften der Polyesterfilamente B manchmal unzureichend, so daß die Entwicklung des Drehmoments des Maschinennähfadens nur schwer unterdrückt werden kann. Der bevorzugte Bereich ist 8:2.

Ferner beträgt die Anzahl an Filamenten in den Polyesterfilamenten A bevorzugt 8 oder mehr, und die Anzahl an Filamenten in den Polyesterfilamenten B beträgt bevorzugt 3 oder mehr, damit die Polyesterfilamente A ausreichend mit den Polyesterfilamenten B gemischt werden können. Ist die Anzahl der kombinierten Garne kleiner, kommt es manchmal zu einem Mischfehler, der zu ungleichmäßigen Maschen führt. Die Gesamtsumme der Filamente in den Polyesterfilamenten A und den Polyesterfilamenten B liegt bevorzugt im Bereich von 15 bis 48. Ist die Anzahl größer als dieser Bereich, bestehen die unerwünschten Nachteile in der Erzeugung einer zu feinen Einzelfilamentfeinheit und der Verringerung der Garnfestigkeit. Ferner sollten die Filamente im Hinblick auf den Glanz nicht matt werden.

Der Maschinennähfaden der vorliegenden Erfindung liefert ein Rohgarn für den Maschinennähfaden mit guter Vernähbarkeit, indem im Gegensatz zu den herkömmlichen Maschinennähfäden ein Unterschied bei den Thermofixiereigenschaften aufgrund eines Unterschiedes bei der inneren Viskosität und eines Unterschiedes bei der Dehnung, ohne auf Schleifen und Durchhänge angewiesen zu sein, genutzt wird. Kurz gesagt, es wird angenommen, das der Wärmetransfer zur Verbesserung der Vernähbarkeit verhindert wird, weil ausreichende Thermofixiereffekte produziert und einzelne Filamentteile in dem Maschinennähfaden, die beim Nähen mit einer Nadel und einem Gewebe in Kontakt kommen, willkürlich ausgetauscht werden, indem sich die wenig dehnbaren Filamente und die stark dehnbaren Filamente in dem Maschinennähfaden auch ohne Bildung großer Schleifen oder Durchhängen, wie bei dem in JP-A 5-106134 offenbarten Maschinennähfaden, einigermaßen bewegen können.

Kurz gesagt, daher wurde ein Teil der Filamente nicht der Reibung durch die Nadel oder das Gewebe für einen langen Zeitraum ausgesetzt, und die einzelnen Filamentteile werden kontinuierlich ersetzt und können ohne Schädigung durch die Nadel oder das Gewebe geführt werden. So kann ein Maschinennähfaden erhalten werden, der dem Hochgeschwindigkeitsnähen standhalten kann.

Ferner wird angenommen, daß ultrafeine Kristallkerne in Polyesterfilamenten erzeugt werden, in denen der Orientierungsinhibitor enthalten ist, um so eine Faserstruktur zu bilden, die für Thermofixiereigenschaften von Vorteil ist.

Bei dem Maschinennähfaden der Erfindung wird der Maschinennähfaden vorzugsweise durch das Anlegen einer Spannung gefärbt, um so das Schrumpfen des Maschinennähfadens im Färbeschritt des Maschinennähfadens zu verhindern, wodurch ungleichmäßige Maschen, verursacht durch Schleifen, minimiert werden. Genauer gesagt, es kann ein Verfahren zum Kollabieren zylindrischer Kreuzspulen, gebildet durch das Aufwickeln des Maschinennähfadens in die Form der zylindrischen Kreuzspulen, in einem Färbekessel, und gleichzeitiges Färben der vielen zylindrischen Kreuzspulen übernommen werden. Gemäß diesem Verfahren bilden sich selbst im Falle der stark dehnbaren Filamente mit hoher Selbstdehnbarkeit keine Schleifen, und es kann ein einheitlicher Filamentmaschinennähfaden erhalten werden, da eine Spannung an alle zylindrischen Kreuzspulen angelegt wird und die Dichte der gemeinsamen Filamente hoch ist.

Wenn das Erscheinungsbild des Maschinennähfadens spunisiert („spunized") werden soll, können durch das Färben des Maschinennähfadens in entspanntem Zustand Schleifen entwickelt werden. In diesem Fall wird die Bildung der Schleifen bevorzugt jedoch auf ein geringes Ausmaß an Spunisierung („spunizing") des Erscheinungsbildes beschränkt.

Die vorliegende Erfindung wird anhand der nachstehenden Beispiele erläutert. Die physikalischen Eigenschaften in den Beispielen wurden durch die folgenden Verfahren gemessen.

(1) Innere Viskosität [&eegr;]F

Die innere Viskosität wurde in o-Chlorphenol bei 25 °C durch ein herkömmliches Verfahren gemessen. In den Beispielen 5 bis 7 wurde die innere Viskosität der Filamente ohne Orientierungsinhibitor, hergestellt unter denselben Bedingungen der Beispiele, gemessen.

(2) Doppelsteppstich-Hochgeschwindigkeits-Geradvernähbarkeit

Vier T/R-Sergen wurden mit einer Geschwindigkeit von 4000 U/min mit einer Nadel Nr. 14 unter Verwendung einer Steppstich-Einnadel-Nähmaschine für eine Minute genäht, und die Bewertung wurde durch die Einstufung des Falles, bei dem das Erscheinungsbild aufgrund des Bruches eines Maschinennähfadens oder des häufigen Auftretens einzelner Filamentbrüche abgelehnt wurde, als 1, des Falles, bei dem keine praktischen Probleme auftraten, obgleich es in gewissem Maße zum Brechen einzelner Filamente kam, als 2 und des Falles, bei dem es überhaupt kein Brechen einzelner Filamente gab, als 3 vorgenommen.

(3) Steppstich-Vernähbarkeit

Eine T/R-Serge wurde bei einer Geschwindigkeit von 2000 U/min mit einer Nadel Nr. 11 in Rückwärtsrichtung unter Verwendung einer Doppelsteppstich-Einnadelnähmaschine für 30 cm genäht, und die Bewertung wurde durch die Einstufung des Falles, bei dem das Erscheinungsbild aufgrund des Bruches eines Maschinennähfadens oder des häufigen Auftretens einzelner Filamentbrüche abgelehnt wurde, als 1, des Falles, bei dem keine praktischen Probleme auftraten, obgleich es in gewissem Maße zum Brechen einzelner Filamente kam, als 2 und des Falles, bei dem es überhaupt kein Brechen einzelner Filamente gab, als 3 vorgenommen.

(Beispiele 1 bis 4 und Vergleichsbeispiele 1 bis 31 (Herstellung von Rohgarnen)

PET, enthaltend 0,02 Gew.-% Titanoxid, wurde als ein Polymer für die Polyesterfilamente A hergestellt, und PET ohne ein Mattierungsmittel wie das Titanoxid wurde als ein Polymer für die Polyesterfilamente B hergestellt. Beide Polymere wurden jeweils bei 160 °C 4 Stunden getrocknet.

Beide Polymere wurden dann bei 300 °C geschmolzen. Das Polymer für die Polyesterfilamente A wurde dann unter Verwendung einer zweigeteilten Spinndüse aus 15 Löchern und das Polymer für die Polyesterfilamente B aus 5 Löchern entladen, abgekühlt und mit Luft bei Raumtemperatur in einem Kreuzflußabkühlschacht unter der Spinndüse verfestigt. Auf beide Filamente wurde im kombinierten Filamentzustand ein Appreturöl aufgetragen, und das resultierende Garn wurde dann bei 1200 m/min abgenommen, um ein ungerecktes Garn von 180 dtex/20 Filamente bereitzustellen. Das ungereckte Garn bestand aus Polyesterfilamenten A mit 144 dtex und Polyesterfilamenten B mit 36 dtex.

Das ungereckte Garn wurde in eine Ziehmaschine gespeist und unter den folgenden Bedingungen gereckt. Das ungereckte Garn wurde nämlich um eine vorgewärmte Walze, die einen Durchmesser von 90 mm aufweist und auf eine Oberflächentemperatur von 90 °C eingestellt ist, bei einer Geschwindigkeit von 200 m/min mit 6 Umdrehungen gewickelt und dann um eine Zieheinstellwalze, die einen Durchmesser von 120 mm aufweist und auf eine Oberflächentemperatur von 140 °C eingestellt ist, bei einer Geschwindigkeit von 600 m/min mit 4 Umdrehungen gewickelt, um das Ziehen und die Thermofixierung zu vervollständigen. Das resultierende Garn wurde dann um eine zweite Einstellwalze, die einen Durchmesser von 120 mm aufweist und auf eine Oberflächentemperatur von 200 °C eingestellt ist, bei einer Geschwindigkeit von 595 m/min mit 4 Umdrehungen gewickelt, thermofixiert und dann gewickelt. Die durchschnittliche Feinheit des resultierenden Garns betrug 59 dtex.

(Herstellung von Maschinennähfäden)

S-Drehungen von 1050 T/M wurden auf das gereckte Garn ausgeübt. Die resultierenden drei Garne wurden kombiniert, und Z-Drehungen von 700 T/M wurden ausgeübt, um einen Maschinennähfaden bereitzustellen, der auf zylindrische Kreuzspulen gewickelt wurde. Die erhaltenen zylindrischen Kreuzspulen wurden bei 130 °C für 40 Minuten gefärbt. Die zylindrischen Kreuzspulen wurden im Stadium des gereckten Garns unter einer Spannung durch ein Färbeverfahren zur Überdeckung der zylindrischen Kreuzspulen und zum Ausüben einer Kompressionslast behandelt.

Nach dem Trocknen wurden 3 % eines Silikon-Appreturöls unter Erhalt von Maschinennähfäden aufgetragen.

Tabelle 1 zeigt die Leistungen der resultierenden gereckten Garne und Maschinennähfäden. Die Festigkeit und Dehnung der Polyesterfilamente A und der Polyesterfilamente B in dem gereckten Garn sind Ergebnisse, die durch das Messen jeweils fünf einzelner Filamente, die willkürlich aus den gereckten Garnen entnommen wurden, mit einem Meßgerät für die Einzelfilament-Festigkeit und -Dehnung, als Mittelwerte erhalten wurden.

Tabelle 1
  • Anmerkungen:

    (1) bedeutet „Vergleichsbeispiel 1 ".

    (2) bedeutet „Vergleichsbeispiel 2".

    (3) bedeutet „Vergleichsbeispiel 3".

Beispiel 1 zeigte eine gute Vernähbarkeit sowohl bei Doppelsteppstich als auch beim Steppstich. Im Erscheinungsbild des Maschinennähfadens war nach dem Nähen etwas Einzelfilamentbruch in einem Niveau, das kein Problem für die praktische Verwendung darstellt, zu beobachten.

Die Beispiele 2 bis 4 zeigten gute Vernähbarkeit sowohl bei Doppelsteppstich als auch beim Steppstich ohne irgendein Problem, und das Erscheinungsbild des Maschinennähfadens war einheitlich und glänzend.

In Vergleichsbeispiel 1 trat sowohl beim Doppelsteppstich als auch beim Steppstich ein Brechen des Maschinennähfadens auf.

Vergleichsbeispiel 2 zeigte gute Vernähbarkeit ohne jegliche Probleme beim Doppelsteppstich; beim Steppstich trat jedoch das Brechen des Maschinennähfadens auf.

In Vergleichsbeispiel 3 gab es viele Einzelfilamentbrüche und viele Einzelfilamentausfälle sowohl beim Doppelsteppstich als auch beim Steppstich, und dem Erscheinungsbild fehlte es an Einheitlichkeit.

[Beispiele 5 bis 7 und Vergleichsbeispiele 4 und 51 (Herstellung von Rohgarnen)

PET ohne ein Mattierungsmittel wie Titanoxid wurde als ein Polymer für die Polyesterfilamente A hergestellt, und PET ohne ein Mattierungsmittel wie Titanoxid wurde als ein Polymer für die Polyesterfilamente B hergestellt. Beide Polymere wurden jeweils bei 160 °C 4 Stunden getrocknet.

Das Polymer für die Polyesterfilamente B wurde dann mit einem Polymethylmethacrylat (Delpet 80N, hergestellt von Asahi Chemical Industry Co., Ltd.) im Chipstadium in einer Menge von 0,5 bis 8,0 % als ein Orientierungsinhibitor gemischt, und beide Polymere wurden bei 300 °C mit einem Schneckenextruder geschmolzen. Unter Verwendung einer zweigeteilten Spinndüse wurde das Polymer für die Polyesterfilamente A aus 15 Löchern und das Polymer für die Polyesterfilamente B aus 5 Löchern entladen, abgekühlt und mit Luft bei Raumtemperatur in einem Kreuzflußabkühlschacht unter der Spinndüse verfestigt. Auf beide Filamente wurde in kombiniertem Zustand ein Appreturöl aufgebracht, und das resultierende Garn wurde bei 1200 m/min zum Erhalt eines ungereckten Garns von 180 dtex/20 Filamente aufgenommen. Das resultierende ungereckte Garn bestand aus wenig dehnbaren Filamenten mit 144 dtex und stark dehnbaren Filamenten mit 36 dtex.

Das ungereckte Garn wurde in eine Ziehmaschine gespeist und unter den folgenden Bedingungen gereckt. Das ungereckte Garn wurde nämlich um eine vorgewärmte Walze, die einen Durchmesser von 90 mm aufweist und auf eine Oberflächentemperatur von 90 °C eingestellt ist, bei einer Geschwindigkeit von 200 m/min mit 6 Umdrehungen gewickelt und dann um eine Zieheinstellwalze, die einen Durchmesser von 120 mm aufweist und auf eine Oberflächentemperatur von 140 °C eingestellt ist, bei einer Geschwindigkeit von 600 m/min mit 4 Umdrehungen gewickelt, um das Ziehen und die Thermofixierung zu vervollständigen. Das resultierende Garn wurde dann um eine zweite Einstellwalze, die einen Durchmesser von 120 mm aufweist und auf eine Oberflächentemperatur von 200 °C eingestellt ist, bei einer Geschwindigkeit von 595 m/min mit 4 Umdrehungen gewickelt, thermofixiert und dann gewickelt. Die durchschnittliche Feinheit des resultierenden Garns betrug 59 dtex.

(Herstellung von Maschinennähfäden)

S-Drehungen von 700 T/M wurden auf das gereckte Garn ausgeübt. Die resultierenden drei Garne wurden kombiniert, und Z-Drehungen von 1050 T/M wurden ausgeübt, um einen Maschinennähfaden bereitzustellen, der auf zylindrische Kreuzspulen gewickelt und bei 130 °C für 40 Minuten einer Färbebehandlung unterzogen wurde. Die zylindrischen Kreuzspulen wurden im Stadium des gereckten Garns unter einer Spannung durch ein Färbeverfahren zur Überdeckung der zylindrischen Kreuzspulen und zum Ausüben einer Kompressionslast behandelt.

Nach dem Trocken wurden 3 % eines Silikon-Appreturöls unter Erhalt von Maschinennähfäden aufgetragen.

Tabelle 2 zeigt die Leistungen der resultierenden gereckten Garne und Maschinennähfäden. Die Festigkeit und Dehnung der Polyesterfilamente A und der Polyesterfilamente B in dem gereckten Garn sind Ergebnisse, die durch das Messen jeweils fünf einzelner Filamente, die willkürlich aus den gereckten Garnen entnommen wurden, mit einem Meßgerät für die Einzelfilament-Festigkeit und -Dehnung, als Mittelwerte erhalten wurden.

Tabelle 2

Die Beispiele 5 und 6 zeigten gute Vernähbarkeit sowohl beim Doppelsteppstich als auch beim Steppstich ohne jegliche Probleme, und das Erscheinungsbild des Maschinennähfadens war einheitlich und glänzend.

Beispiel 7 zeigte gute Vernähbarkeit sowohl beim Doppelsteppstich als auch beim Steppstich. In dem Erscheinungsbild des Maschinennähfadens war nach dem Nähen etwas Einzelfilamentbruch in einem Niveau, das kein Problem für die praktische Verwendung darstellt, zu beobachten.

Industrielle Anwendbarkeit Gemäß der vorliegenden Erfindung werden die Nachteile, verursacht durch die Bil dung von Schleifen oder Durchhängen, die herkömmliche Maschinennähfäden aufweisen, verbessert, und es wird ein Filamentmaschinennähfaden bereitgestellt, mit dem gleichmäßige Maschen gebildet werden können, während die Filamente Glanz und eine gute Hochgeschwindigkeits-Vernähbarkeit aufweisen.


Anspruch[de]
Filamentmaschinennähfaden, umfassend einen spinnkombinierten Filamentfaden, erhalten durch das Kombinieren von Polyesterfilamenten A mit einer inneren Viskosität [&eegr;]F innerhalb des Bereichs von 0,7 bis 1,2 mit Polyesterfilamenten B mit einer um 0,2 bis 0,7 niedrigeren inneren Viskosität [&eegr;]F als die der Polyesterfilamente A und einer größeren Dehnung als die der Polyesterfilamente A in einer Spinnstufe. Filamentmaschinennähfaden nach Anspruch 1, wobei eine Filamentfestigkeit der Polyesterfilamente A mindestens 5,0 g/dtex oder mehr beträgt. Filamentmaschinennähfaden nach einem der Ansprüche 1 bis 2, wobei eine Filamentfestigkeit der Polyesterfilamente B mindestens 1,3 g/dtex oder mehr beträgt. Filamentmaschinennähfaden nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei eine Festigkeit des Filamentmaschinennähfadens mindestens 4,0 g/dtex oder mehr beträgt. Filamentmaschinennähfaden nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei ein Mischverhältnis der Polyesterfilamente A zu den Polyesterfilamenten B in dem Bereich von 7:3 zu 9:1 des spinnkombinierten Filamentfadens liegt. Filamentmaschinennähfaden nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Polyesterfilamente B einen Orientierungsinhibitor enthalten. Filamentmaschinennähfaden nach Anspruch 6, wobei ein Gehalt des Orientierungsinhibitors in dem Bereich von 0,5 bis 8,0 Gew.-%, basierend auf einem Gesamtgewicht der Polyesterfilamente B, liegt. Filamentmaschinennähfaden nach einem der Ansprüche 6 bis 7, wobei der Orientierungsinhibitor mindestens eines, ausgewählt aus Polystyrolpolymeren, Polymethacrylatpolymeren und Polymethylpentenpolymeren, ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com