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Dokumentenidentifikation DE102005017980B4 08.11.2007
Titel Säule einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Winkler, Andreas, 74074 Heilbronn, DE
DE-Anmeldedatum 19.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005017980
Offenlegungstag 09.11.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.11.2007
IPC-Hauptklasse B62D 25/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Säule der Karosserie eines Kraftfahrzeugs, insbesondere eine B-Säule, aufweisend ein Gussteil, das die Form eines offenen Profils besitzt, mit einem Basisteil und zwei Schenkeln wobei an den Enden der Schenkel nach außen abgewinkelt angeordnete Seitenflansche vorgesehen sind.

Je nach Art des Kraftfahrzeugs weist ein Kraftfahrzeug verschiedene Säulen auf, die Teile der Karosserie des Kraftfahrzeugs bilden. Eine Limousine beispielsweise weist in der Regel eine A-Säule, eine B-Säule, eine C-Säule und zum Teil eine D-Säule auf. Die Säulen dienen zum einen zur Verbesserung der Stabilität der Karosserie des Kraftfahrzeugs, zum anderen dienen sie als Seitenaufprallschutz, um die Sicherheit der Personen im Fahrzeuginneren zu gewährleisten. Eine B-Säule verläuft dabei von dem Türschweller zum seitlichen Dachrahmen. Insbesondere der B-Säule kommt eine große Bedeutung bei dem Seitenaufprallschutz zu.

Bekannte Säulen, insbesondere B-Säulen, bei Kraftfahrzeugen weisen ein U-förmiges bzw. ein Hut-förmiges Profil auf, wobei die offene Seite des Profils dem Fahrzeuginneren zugewandt ist. Aus der EP 1 329 374 A1 ist eine Säule mit einem hohlprofilförmigen Gussteil bekannt. Dieses hohlprofilförmige Gussteil weist an der zur Kraftfahrzeuginnenseite zugewandten Seite Rippen bzw. Vorsprünge auf, die das hohlprofilförmige Gussteil verstärken. Bei einem Seitenaufprall eines Gegenstandes, insbesondere eines anderen Kraftfahrzeugs, auf die Säule der Karosserie des Kraftfahrzeugs kommt es aufgrund der Aufbiegung des U-förmigen Profils zu Zugspannungen an den Rippen und Vorsprüngen. Da diese Verstärkungen aus Gussmaterial bestehen, besteht die Gefahr, dass diese beim Aufbiegen des U-Profils brechen und es trotz der Verstärkungen zu einem schnellen Einknicken der B-Säule bei einem Seitenaufprall kommt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde auf einfache und kostengünstige Weise die Stabilität der Säule einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs zu erhöhen und damit auch die Sicherheit der Insassen des Kraftfahrzeugs zu steigern.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass diese Aufgabe durch eine Verstärkung des Gussteils an dessen Außenseite gelöst werden kann.

Diese Aufgabe wird daher durch eine Säule einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs, insbesondere eine B-Säule, mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße Säule insbesondere eine B-Säule, aufweisend ein Gussteil, das die Form eines offenen Profils besitzt, mit einem Basisteil und zwei Schenkeln, wobei an den Enden der Schenkel nach außen abgewinkelt angeordnete Seitenflansche vorgesehen sind, zeichnet sich dadurch aus, dass an der der Kraftfahrzeuginnenseite abgewandten Seite des Gussteils ein Schließteil vorgesehen ist, welches das Gussteils zumindest zum Teil umschließt, wobei die Enden des Schließteils an den Schenkeln oder den Seitenflanschen des Gussteils befestigt sind.

Als die der Kraftfahrzeuginnenseite abgewandte Seite wird im Sinne der Erfindung die Seite bezeichnet, die im montierten Zustand der Säule der Kraftfahrzeuginnenseite abgewandt ist.

Die erfindungsgemäße Säule weist den Vorteil auf, dass diese bei einem Seitenaufprall eines Gegenstandes auf die Säule, höhere Kräfte aufnehmen kann, das heißt länger stabil bleibt, als die bekannten Säulen des Standes der Technik. Das erfindungsgemäße Schließteil, welches die Außenseite des Gussteils zumindest teilweise umschließt, nimmt einen Teil der bei einer Kollision auftretenden Energie auf und wirkt somit bereits als Puffer für das Gussteil.

Zudem kann das Schließteil, da dieses das Gussteil zumindest teilweise umfasst, einem Aufbiegen des Gussteils entgegenwirken. Im Crashfall kommt es bei einer Säule mit einem offenen Profil nämlich in der Regel zum einen zum Aufbiegen des Profils, das heißt die Schenkel des Profils entfernen sich voneinander. Dieses Auseinanderbiegen oder Aufbiegen des Gussteils kann das Schließteil zumindest bis zu einer gewissen Krafteinwirkung verhindern.

Hierdurch wird die Sicherheit für Personen innerhalb des Kraftfahrzeugs deutlich erhöht.

Die Enden des Schließteils können wahlweise an den Schenkeln oder den Seitenflanschen des Gussteils befestigt sein. Bei der Befestigung an den Schenkeln kann das Schließteil bereits durch dessen eigene Stabilität beziehungsweise die durch das Schließteil auf das Gussteil aufgebrachte Klemmwirkung einem Aufbiegen entgegenwirken. Bei einer Verbindung des Schließteils an den Seitenflanschen des Gussteils hingegen wird im Vergleich zu der ersten Befestigungsvariante eine zusätzliche Querschnittsfläche gewonnen, die die Stabilisierung des Gussteils gegen Aufbiegung verstärkt.

Das Schließteil stellt vorzugsweise ein Blechteil dar. Durch Wahl einer ausreichenden Dicke des Bleches kann die Schließkraft des Schließteils erhöht werden.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind an der der Kraftfahrzeuginnenseite abgewandten Seite des Basisteils des Gussteils Rippen und an dem Schließteil Nuten zur formschlüssigen Aufnahme der Rippen des Basisteils vorgesehen sind.

Durch die Rippen wird bei einem Aufprall eines Gegenstandes auf die Säule der Karosserie des Kraftfahrzeuges die Bewegungsenergie gleichmäßig auf das Gussteil verteilt, so dass dieses länger stabil bleibt. Dadurch, dass an dem Schließteil Nuten vorgesehen sind, können diese die Rippen des Gussteils aufnehmen. Dies ist besonders für einen Seitenaufprall von Vorteil, bei dem das Fahrzeug von einem anderen Gegenstand nicht unter einem Winkel von 90°, das heißt von der der Seite, sondern unter einem anderen Winkel getroffen wird. Bei einem solchen Aufprall kann durch die, durch die Rippen und die Nuten geschaffene, Rastvorrichtung ein Verrutschen des Schließteils bezüglich des Gussteils vermieden werden. Auch ein Verformen des Schließteils, das ohne die Rastvorrichtung möglich wäre und die Schließfunktion beeinträchtigen kann, kann vermieden werden. Der Querschnitt der Säule, bestehend aus Gussteil und Schließteil, bleibt bei einem Crash somit länger erhalten, so dass die Säule bei einer Kollision mehr kinetische Energie aufnehmen kann.

Im Normalzustand, das heißt vor einem Crash, ist das Schließteil zumindest im Bereich des Basisteils des Gussteils in einem geringen Abstand zu dem Gussteil angeordnet. Bei einer Kollision nimmt zunächst das Schließteil die auftreffende kinetische Energie auf. Das Schließteil wird in Richtung des Gussteils verschoben, so dass sich die Nuten des Schließteils noch weiter mit den Rippen des Gussteils in Eingriff gebracht werden und der Formschluss zwischen den beiden Teilen verbessert wird.

Die Nuten können, insbesondere bei einem Schließteil, das aus Blech gefertigt ist, durch Verprägung oder Sicken in das Schließteil eingebracht werden. Hierdurch bleibt zum einen die Materialstärke des Schließteils auch in dem Bereich der Nuten erhalten, zum anderen kann die Stabilität des Schließteils selber durch solche Verprägungen oder Sicken verbessert werden.

In einer Ausführungsform erstrecken sich die Rippen des Basisteils und die Nuten des Schließteils von dem seitlichen Dachrahmen zu dem Türschweller des Kraftfahrzeugs. Hierdurch kann gewährleistet werden, dass die Säule über ihre gesamte Höhe, das heißt von dem Türschweller bis zum seitlichen Dachrahmen, stabil bleibt. Vorteilhaft ist es ferner, wenn mehrere nebeneinander angeordnete Rippen an der Außenseite des Gussteils vorgesehen sind, die in entsprechenden Nuten des Schließteils eingreifen.

Die Rippen können quer, schräg und/oder parallel zur Längsachse des Gussteils verlaufen. Die Längsachse des Gussteils verläuft von der Bodengruppe beziehungsweise dem Türschweller bis zum seitlichen Dachrahmen der Karosserie des Kraftfahrzeugs. Bevorzugt ist aber eine Ausführungsform bei der die Längsachsen der Rippen des Basisteils und der Nuten des Schließteils parallel zur Längsachse des Gussteils verlaufen. Hierdurch kann die bei einer Kollision auftreffende kinetische Energie auf das gesamte Gussteil verteilt werden. Es kommt zu einer gleichmäßigeren Verformung der Säule, wodurch die Sicherheit für die in dem beschädigten Kraftfahrzeug sitzenden Personen erhöht wird. Zusätzlich zu den parallel zur Längsachse des Gussteils verlaufenden Rippen können auch alternativ oder zusätzlich diagonal oder senkrecht zur Längsachse des Gussteils verlaufende Rippen vorgesehen sein. Hierdurch kann die Stabilität der Säule zusätzlich gesteigert werden. Sind solche zusätzlichen Rippen vorgesehen, weisen diese entweder eine geringere Höhe als die senkrecht verlaufenden Rippen auf oder es sind in dem Schließteil zusätzliche Nuten vorgesehen, die zur Aufnahme der zusätzlichen Rippen dienen können.

Es ist auch möglich, dass zusätzlich zu dem Schließteil ein Seitenteil vorgesehen ist, welches das Gussteil und das Schließteil umschließt. Ein solches Seitenteil deckt das Gussteil ab und stellt die Außenseite der B-Säule dar. Gemäß einer Ausführungsform kann das Seitenteil Nuten zur Aufnahme von Vorsprüngen an der Außenseite des Schließteils aufweisen. Diese Vorsprünge können insbesondere durch das Einbringen der Nuten in das Schließteil an diesem gebildet werden. Werden die Nuten in das Schließteil beispielsweise durch Sicken eingebracht, so entstehen auf der Außenseite des Schließteils Vorsprünge. Durch das Vorsehen von Nuten auch in dem Seitenteil werden Schließteil, Seitenteil und Gussteil ineinander verschachtelt, wodurch die Stabilität der Säule weiter gesteigert werden kann.

Es ist aber auch möglich das Seitenteil, selbst bei einem Schließteil mit Vorsprüngen, ohne Nuten auszugestalten. In diesem Fall wird der Abstand zwischen der Außenseite des Schließteils und der Innenseite des Seitenteils so gewählt, dass die Vorsprünge des Schließteils die Innenseite des Seitenteils nicht berühren. Erst im Crashfall kommt es bei dieser Ausgestaltung zu einer Berührung des Seitenteils und gegebenenfalls zu einer Verformung durch die Vorsprünge des Schließteils.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Säule einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs sieht vor, dass die Rippen des Gussteils einen kegelstumpfförmigen Querschnitt aufweisen, wobei der kegelstumpfförmige Querschnitt zur Kraftfahrzeugaußenseite verjüngend zuläuft. Durch die nach außen hin verjüngend verlaufende Ausbildung der Rippen, können diese bei einer Kollision leicht in die Nuten des Schließteils eingreifen. Der kegelstumpfförmige Querschnitt sorgt für einen ausreichenden Halt des Schließteils an den Rippen. Von Vorteil ist ferner eine Säule einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs, bei der die Nuten des Schließteils einen kegelstumpfförmigen Querschnitt aufweisen, wobei der kegelstumpfförmige Querschnitt zur Kraftfahrzeugaußenseite verjüngend zuläuft. Dies ermöglicht den Formschluss der durch die Nuten gebildeten Vorsprünge des Schließteils in den Nuten des Seitenteils der Säule.

Die Rippen können nachträglich, beispielsweise durch Kleb- oder Schweißverbindungen, an dem Gussteil angebracht werden. Bevorzugt ist jedoch eine Säule einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs, bei der die Rippen einstückig mit dem Gussteil ausgebildet sind. Einstückige Gussteile mit Rippen sind leicht herstellbar und dadurch kostengünstig. Zudem wird die zuverlässige Verbindung der Rippen mit dem Basisteil des Gussteils auch im Crashfall gewährleistet.

Die Befestigung des Schließteils an dem Gussteil kann beispielsweise durch eine Klebeverbindung, eine Nietverbindung, eine Schraubverbindung und/oder eine Schweißverbindung erfolgen. Es ist besonders vorteilhaft, die Verbindung zwischen dem Schließteil und dem Gussteil an den Bereichen des Gussteils zu erstellen, an denen bei einem Crash wenige Belastungen auf das Gussteil wirken. Das heißt idealer Weise ist das Schließteil auf der Höhe der Biegelinie des Gussteils an diesem befestigt. Die Biegelinie verläuft etwa auf halber Höhe der Säule und somit etwas oberhalb der Hälfte der Höhe der Schenkel parallel zum Basisteil des Gussteils. Auf der Höhe der Biegelinie wirken keine beziehungsweise nur geringe Zugspannungen auf das Gussteil. Bei einer Befestigung des Schließteils an dem Gussteil in der Nähe der Biegelinie kann vermieden werden, dass große Zugspannungen auf den Befestigungsbereich wirken.

Zur zusätzlichen Sicherung gegen ein Aufbiegen des Gussteils kann ein Schließblech an der Innenseite der abgewinkelten Bereiche vorgesehen sein, das sich über die Öffnung des Profils erstreckt und in einem Abstand zu den Seitenflanschen endet. Als offene Seite oder Öffnung des Profils wird im Sinne dieser Erfindung der Abstand zwischen den Enden der beiden Schenkel des Gussteils, die dem Basisteil abgewandt sind, bezeichnet. Dieses Schließblech ist im Wesentlichen eine ebene Platte und liegt bei der Ausgestaltung des Gussteils mit nach außen versetzten Seitenflanschen im Bereich der größten auftretenden Zugspannungen. Hierdurch kann das Blech das Gussteil in diesem Bereich entlasten. Durch die Verbindung mit den abgewinkelten bereichen kann das Schließblech zudem einer Aufbiegung entgegenwirken.

Das Schließblech weist vorzugsweise Einklinkungen auf, die aus der Ebene des Schließbleches in Richtung des Gussteils gebogen sind und an der Innenseite der Schenkel des Gussteils anliegen. Durch diese Einklinkungen kann ein Befestigungsteil geschaffen werden, das eine Befestigung des Schließblechs zusätzlich oder alternativ zu der Befestigung an den abgewinkelten Bereichen, erlaubt. Die Verbindung zwischen dem Schließblech und dem Gussteil über den Befestigungsteil ist von Vorteil, da dieser an einer Position liegt, die außerhalb des Bereichs der größten Spannung liegt. Somit können an dieser Stelle thermische und/oder mechanische Verbindungsarten, wie Schweißen oder Verschrauben gewählt werden, ohne ein Versagen des Gussteils an dieser Stelle befürchten zu müssen.

Die Befestigungsbereiche des Schließbleches können gegebenenfalls in der gleichen Position, wie die Schenkel eines außen liegenden Schließteils mit den Schenkeln des Gussteils verbunden werden.

Das Gussteil der Säule kann erfindungsgemäß aus Aluminium, Aluminiumlegierungen, Stahl, Magnesium, Kunststoff, einem Faserverbundwerkstoff und/oder einem Verbund aus diesen Materialien bestehen. Als Material für das Schließteil und das Schließblech bieten sich insbesondere Aluminium, Aluminiumlegierungen und/oder Stahl an.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnungen genauer erläutert.

Es zeigen:

1: eine schematische Seitenansicht eines Teils der Karosserie eines Kraftfahrzeuges;

2: eine schematische Schnittansicht durch ein Gussteil mit Schließteil und Seitenteil einer B-Säule in 1 entlang der Schnittlinie A-A gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;

3: eine schematische Schnittansicht durch ein Gussteil mit Schließteil und Seitenteil einer B-Säule in 1 entlang der Schnittlinie A-A gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung; und

4: eine schematische Schnittansicht durch ein Gussteil mit Schließteil und Seitenteil einer B-Säule in 1 entlang der Schnittlinie A-A gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.

In der 1 ist die Seitenansicht eines Teils der Karosserie 14 eines Fahrzeuges schematisch dargestellt. In dieser Ansicht sind die A-Säule 1, die B-Säule 2, die C-Säule 3, die D-Säule 4 sowie der Türschweller 7 der Karosserie 14 zu erkennen. Vom Dachbereich der Karosserie 14 ist der seitliche Dachrahmen 6 dargestellt.

2 zeigt einen horizontalen Schnitt entlang der Schnittlinie A-A durch die B-Säule. Diese umfasst ein Gussteil 5 und das erfindungsgemäße Schließteil 18. Das Gussteil 5 umfasst ein im Wesentlichen ebenes Basisteil 8, an dessen Enden sich jeweils ein Schenkel 9 anschließt. Die Schenkel 9 verlaufen in der dargestellten Ausführungsform abgewinkelt von dem Basisteil unter einem Winkel der kleiner als 90° ist. Somit erhält das Gussteil 5 eine konische Form, wobei diese zur Kraftfahrzeugaußenseite verjüngend zuläuft.

An den der Kraftfahrzeuginnenseite zugewandten Enden der Schenkel 9 sind abgewinkelt angeordnete Bereiche 10 vorgesehen. Diese Bereiche 10 verlaufen idealer Weise parallel zum Basisteil 8 des Gussteils 5. An den Enden 12 der Bereiche 10 sind, versetzt zu diesen Bereichen 10, Seitenflansche 11 ausgebildet. Die Seitenflansche 11 sind mit den Bereichen 10 über ein abgewinkeltes Zwischenstück verbunden, wobei die Seitenflansche 11 idealer Weise parallel zu den Bereichen 10 verlaufen. Insbesondere ist die Ebene, in der die Seitenflansche 11 verlaufen, näher zu der Ebene, in der das Basisteil 8 verläuft, angeordnet, als die Ebene, in der die Bereiche 10 verlaufen. Das Gussteil 5 ist einteilig ausgestaltet und die Form der beschriebenen Bereiche oder Teile kann beispielsweise durch die verwendete Gussform erzeugt werden.

In 2 ist ferner die Biegelinie 13 dargestellt, entlang derer bei einem seitlichen Aufprall eines Gegenstandes beziehungsweise eines anderen Kraftfahrzeuges bezüglich der Durchbiegung der Säule keine Spannungen auftreten. Je weiter die Elemente des Gussteils 5 von der Biegelinie 13 in der in 3 gezeigten Ansicht nach unten entfernt sind, das heißt je weiter die Elemente zu der Biegelinie versetzt in Richtung auf die Kraftfahrzeuginnenseite liegen, desto mehr Zugspannungen wirken auf diese in einem Crashfall. Das heißt die größte Zugspannung wirkt auf die Bereiche 10 des Gussteils 5. Andererseits werden im Crashfall die Schenkel in die Richtung, die in der 2 durch die an der Linie 13 gezeigten Pfeile angedeutet ist, auseinander gebogen. Durch diese Belastung entstehen an der Unterseite des Basisteils 8 und den Innenseiten der Schenkel hohe Zugspannungen.

Das Schließteil 19 weist eine Kontur auf, die im oberen Bereich der Kontur des Gussteils 5 entspricht. Auch das Schließteil 19 besitzt einen in der 3 horizontal verlaufenden Bereich mit sich daran anschließenden Schenkeln, wobei die Breite des horizontalen Bereichs des Schließteils 19 größer als die Breite des Basisteils 8 des Gussteils 5 ist. Das Schließteil 19 ist in einer Hut-Form ausgeführt, wobei sich die Schenkel des Schließteils 19 von dessen horizontalen Bereich bis zu den Seitenflanschen 11 des Gussteils 5 erstrecken. An den Enden der Schenkel des Schließteils 19 sind Flansche vorgesehen, an denen das Schließteil 19 an den Seitenflanschen 11 des Gussteils befestigt ist.

An der Außenseite des Basisteils 8, dass heißt der dem Kraftfahrzeuginneren abgewandten Seite, des Gussteils 5, sind in den in 2 und 3 gezeigten Ausführungsformen Rippen 22 vorgesehen, die sich in der Längsrichtung des Gussteils 5 erstrecken. Die Rippen 22 sind mit dem Gussteil 5 einteilig ausgestaltet, das heißt durch die Gussform in das Gussteil 5 integriert worden.

Das Schließteil 19 besitzt in der dargestellten Ausführungsform Rillen, wodurch an der Innenseite des Schließteils Nuten 23 und an der Außenseite Vorsprünge 24 gebildet sind.

Die Rippen 22 des Gussteils 5 greifen in die Nuten 23 des Schließteils 19 ein. Findet eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug unter einem Winkel statt, der nicht senkrecht auf das Basisteil 8 gerichtet ist, so kann aufgrund der durch die Rippen 22 und Nuten 23 geschaffene Fixierung ein Verschieben des Schließteils 19 zu dem Gussteil 5 vermieden werden. Durch die Zusammenfügung des Schließteils 19 und des Gussteils 5 bleibt die B-Säule der Karosserie 14 des Kraftfahrzeuges länger stabil, als dies bei den bekannten Säulen der Fall ist.

Weiterhin ist in 2 ein Seitenteil 20 vorgesehen. Dieses Seitenteil 20 weist im Wesentlichen eine U-Form mit angesetzten Flanschen auf. Die Flansche des Seitenteils 20 sind mit dem Seitenflansch 11 des Gusteils 5 verbunden.

In 3 ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Säule gezeigt. Diese besitzt im Wesentlichen den gleichen Aufbau, wie die in 2 gezeigte Säule. Allerdings erstrecken sich bei der in 3 gezeigten Ausführungsform die Schenkel des Schließteils 19 nur über den größten Teil der Schenkel 9 des Gussteils 5 und reichen nicht bis zu den Seitenflanschen 11. Die Enden der Schenkel des Schließteils 19 sind an den Schenkeln 9 des Gussteils 5 befestigt. Hierzu können die Schenkel des Schließteils 19 nach innen gebogen sein. Durch die durch ein solches Schließteil 19 erzielte Klemmwirkung kann auch bei einem Seitencrash ein Aufbiegen des Gussteils 5 weitestgehend verhindert werden.

Im Vergleich zu der Befestigungsart des Schließteils, die in 2 gezeigt ist, wird bei der Befestigung an den Schenkeln aber eine geringere Querschnittsfläche abgedeckt. In 3 ist mit der schraffierten Fläche 27 die bei einer Befestigung des Schließteils 19 an den Seitenflanschen 11 gewonnene Querschnittsfläche schematisch angedeutet.

In der in 3 dargestellten Ausführungsform sind an dem horizontalen Bereich des Seitenteils 20 ebenfalls Nuten 25 vorgesehen, die mit Vorsprüngen 27 an der Außenseite des Seitenteils 20 korrespondieren und in diese eingreifen. Die Nuten 25 in dem Seitenteil 20 können zur Aufnahme der Vorsprünge 24 des Schließteils 20 dienen. Es ist auch möglich die Nuten 23 nur an der Innenseite des Seitenteils 20 vorzusehen, so dass dieses an der Außenseite ein ebenes Erscheinungsbild erhält. Da das Seitenteil 20 in der Regel aus einem dünnen Blech besteht und somit nur einen geringen Beitrag zur Stabilisierung der Säule 1, 2, 3, 4 leisten kann, wird das Seitenteil 20 aber bevorzugt an seinem horizontalen Bereich eben ausgestaltet und weist keine Nuten 25 oder Vorsprünge 26 auf. Hierdurch wird das Erscheinungsbild der Säule verbessert und die Herstellung vereinfacht.

In 4 ist ein horizontaler Schnitt entlang der Schnittlinie A-A durch die B-Säule in 1 gemäß einer weiteren Ausführungsform gezeigt. Die Säule umfasst auch bei dieser Ausführungsform ein Gussteil 5 der oben beschriebenen Form sowie ein an der Außenseite angebrachtes Schließteil 19. Zusätzlich ist an den abgewinkelten Bereichen 10 ein Schließblech 28 befestigt. Das Schließblech erstreckt zwischen den Enden 12 der Bereiche 10 und deckt somit die Öffnung des Profils des Gussteils 5, das heißt den Abstand zwischen den Enden der Schenkel 9, und die Bereiche 10 ab. An der Kontaktfläche zu den Bereichen 10 kann das Schließblech 28 mit dem Gussteil 5 verklebt sein.

In der Schnittansicht der 4 ist weiterhin eine Einklinkung 29 zu erkennen. In dem Schließblech 28 sind vorzugsweise mehrere Einklingungen 29 vorgesehen. Über die Höhe des Schließbleches 28 sind die Einklinkungen 29 versetzt zueinander angeordnet. Durch Einbiegen einer Teilstanzung in der Fläche des Schließbleches 28 wird der Befestigungsteil 30 gebildet. Dieser liegt an der Innenseite des Schenkels 9 an. In diesem Kontaktbereich zwischen dem Schenkel 9 und dem Befestigungsteil 30 kann eine Schraubverbindung oder Schweißverbindung hergestellt werden, da dieser Verbindung nicht im Bereich der größten auftretenden Zugspannungen erzeugt wird, der in 4 mit der gestrichelten Linie umrandet ist. Es kann aber auch ein Kleber verwendet werden.

Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsformen beschränkt. Insbesondere kann der Querschnitt des Gussteils, des Schließteils und des Seitenteils eine andere als die gezeigte Form aufweisen. Beispielsweise kann das Basisteil des Gussteils eine Wölbung aufweisen.

Mit der vorliegenden Erfindung wird die Möglichkeit geschaffen, auf einfache und kostengünstige Weise die Säule 1, 2, 3, 4, insbesondere die B-Säule 2, der Karosserie 14 eines Kraftfahrzeuges zu verstärken, so dass bei einem Seitenaufprall eines Gegenstandes auf die Säule 2 die Säule 2 größere Kräfte aufnehmen kann, das heißt länger stabil bleibt. Eine derartige Säule 1, 2, 3, 4 ist einfach herzustellen und weist ein relativ geringes Gewicht auf.

1
A-Säule
2
B-Säule
3
C-Säule
4
D-Säule
5
Gussteil
6
seitlicher Dachrahmen
7
Türschweller
8
Basisteil
9
Schenkel
10
Bereich
11
Seitenflansch
12
Ende des Bereichs
13
Biegelinie
14
Karosserie
19
Schließteil
20
Seitenteil
22
Rippen
23
Nuten am Schließteil
24
Vorsprünge am Schließteil
25
Nuten am Seitenteil
26
Vorsprünge am Seitenteil
27
Zusätzliche Querschnittsfläche
28
Schließblech
29
Einklinkung
30
Befestigungsteil


Anspruch[de]
Säule (1, 2, 3, 4) einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs, insbesondere eine B-Säule (2), aufweisend ein Gussteil (5), das die Form eines offenen Profils besitzt, mit einem Basisteil (8) und zwei Schenkeln (9), wobei an den Enden der Schenkel (9) nach außen abgewinkelt angeordnete Seitenflansche (11) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass an der der Kraftfahrzeuginnenseite abgewandten Seite des Gussteils (5) ein Schließteil (19) vorgesehen ist, welches das Gussteils (5) zumindest zum Teil umschließt, wobei die Enden des Schließteils (19) an den Schenkeln (9) oder den Seitenflanschen (11) des Gussteils (5) befestigt sind. Säule (1, 2, 3, 4) einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an der der Kraftfahrzeuginnenseite abgewandten Seite des Basisteils (8) des Gussteils (5) Rippen (22) und in dem Schließteil (19) Nuten (23) zur Aufnahme zumindest eines Teils der Rippen (22) des Basisteils (8) vorgesehen sind. Säule (1, 2, 3, 4) einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Rippen (22) des Basisteils (8) und die Nuten (23) des Schließteils (19) von dem seitlichen Dachrahmen (6) zu dem Türschweller (7) des Kraftfahrzeugs erstrecken. Säule (1, 2, 3, 4) einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsachsen der Rippen (22) des Basisteils (8) und der Nuten (23) des Schließteils (19) parallel zur Längsachse des Gussteils (5) verlaufen. Säule (1, 2, 3, 4) einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs nach einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein Seitenteil (20) vorgesehen ist, welches das Gussteil (5) und das Schließteil (19) umschließt, wobei das Seitenteil (20) Nuten (25) zur Aufnahme von Vorsprüngen an der Außenseite des Schließteils (24) aufweist. Säule (1, 2, 3, 4) einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs nach einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippen (22) des Gussteils (5) einen kegelstumpfförmigen Querschnitt aufweisen, wobei der kegelstumpfförmige Querschnitt zur Kraftfahrzeugaußenseite verjüngend zuläuft. Säule (1, 2, 3, 4) einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs nach einem der vorherigen Ansprüche 5 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (23) des Schließteils (19) einen kegelstumpfförmigen Querschnitt aufweisen, wobei der kegelstumpfförmige Querschnitt zur Kraftfahrzeugaußenseite verjüngend zuläuft. Säule (1, 2, 3, 4) einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs nach einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippen (22) einstückig mit dem Gussteil (5) ausgebildet sind.






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