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Dokumentenidentifikation DE102006019805A1 08.11.2007
Titel Gasgenerator für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Biswurm, Normann, 85122 Hitzhofen, DE
DE-Anmeldedatum 28.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006019805
Offenlegungstag 08.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.11.2007
IPC-Hauptklasse B60R 21/26(2006.01)A, F, I, 20060428, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Gasgenerator für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem mit einem Gasgeneratorgehäuse, das wenigstens eine Gasauslassöffnung mit einem sich im aktivierten Zustand des Gasgenerators beim Ausströmen des Gases vergrößernden Öffnungsquerschnitt aufweist. Erfindungsgemäß ist die wenigstens eine Gasauslassöffnung (6) als druckabhängige Gasdrossel mit einem sich in Abhängigkeit vom drosselseitig anstehenden Gasdruck vergrößernden Öffnungsquerschnitt (12) ausgebildet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Gasgenerator für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Derartige Gasgeneratoren bilden regelmäßig Bestandteil eines Airbagmoduls, das z. B. im Bereich einer Instrumententafel eines Kraftfahrzeugs untergebracht ist. Ein solches Airbagmodul bildet Bestandteil einer Sicherheitseinrichtung, die im aktivierten Zustand den Gasgenerator aktiviert, der eine Gasmenge erzeugt bzw. freisetzt und über Ausströmöffnungen in den Airbag einleitet, der dann vor aufprallkritischen Fahrzeuginnenbereichen zum Schutze eines Fahrzeuginsassen aufgeblasen wird. Die anfänglich zur Verfügung stehende Gasmasse ist so bemessen, dass sich der Airbag in funktionssicherer Weise vor einem sich in einer normalen Sitzposition befindlichen Fahrzeuginsassen aufblasen kann. Aufgrund der Notwendigkeit der blitzschnellen Airbagbefüllung innerhalb von wenigen Millisekunden strömt regelmäßig zu Beginn der Airbagaktivierung bereits eine hohe Gasmenge in den Airbag ein, um ein hohes anfängliches Füllvolumen des Airbags zu erzielen. Problematisch in Verbindung mit einer derartigen Airbagbefüllung ist es jedoch, wenn sich Fahrzeuginsassen außerhalb einer normalen Sitzposition befinden, d. h. eine sogenannte Out-Off-Position-Situation vorliegt, z. B. bei sich nahe am Airbagaustrittort befindlichen Körperteilen von Fahrzeuginsassen, da der Airbagaustritt hier dann in Bezug auf die sich Out-Off-Position befindlichen Fahrzeuginsassen relativ aggressiv ist. Um dies zu vermeiden, ist es bereits allgemein bekannt, zweistufige Gasgeneratoren vorzusehen, die in einer anfänglichen ersten Zündungsstufe eine reduzierte Gasmenge freisetzen und dann anschließend in einer darauf folgenden, zweiten Zündstufe den Airbag vollständig aufblasen. Dadurch kann die anfängliche Airbagaggressivität reduziert werden. Ein derartiger mehrstufiger Gasgenerator ist jedoch baulich aufwendig und daher herstellungstechnisch teuer.

Weiter ist aus der gattungsbildenden EP 0 835 789 B1 ein Gasgenerator für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem bekannt, das ein Gasgeneratorgehäuse aufweist, das wiederum wenigstens eine Gasauslassöffnung mit einem sich im aktivierten Zustand des Gasgenerators beim Ausströmen des Gases vergrößernden Öffnungsquerschnitt aufweist. Konkret ist hier ein Druckgasspeicher mit einem Speicherbehälter vorgesehen, in dem Gas unter hohem Druck langzeitig gespeichert wird, und das, ansprechend auf ein Auslösesignal, durch Aktivierung einer pyrotechnischen Ladung plötzlich freigesetzt wird, wobei wenigstens eine Ausströmöffnung des Speicherbehälters freigelegt wird, durch die das Gas aus dem Speicherbehälter austritt. Die Gasauslassöffnung des Gasgeneratorgehäuses ist hier so gestaltet, dass in diese ein ringförmiger Einsatz aus einem gepressten, keramischen Material eingebracht ist, der durch das mit hohem Druck ausströmende Gas erodiert wird. Konkret wird hierbei das pulverförmige, zusammengepresste, keramische Material abgetragen, so dass sich die Querschnittsfläche der Gasauslassöffnung während des Ausströmens vergrößert. Das Vergrößern der Querschnittsfläche kann hier nicht nur durch Erodieren erfolgen. Wenn in dem Druckgasbehälter ein Gas enthalten ist, das z. B. durch eine chemische Reaktion mit dem durch die Ladung erzeugten Gas stark erwärmt wird, kann der Einsatz auch zusätzlich verbrannt werden. Ein derartiger Aufbau ist jedoch nach wie vor relativ aufwendig in der Herstellung und technisch nur schwierig zu beherrschen, so dass ein derartiger Gasgeneratoraufbau insgesamt unpraktikabel ist.

Demgegenüber ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Gasgenerator für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem zu schaffen, mittels dem eine Vergrößerung der Querschnittsfläche der Gasauslassöffnungen beim Ausströmen des Gases auf einfache und funktionssichere Weise möglich ist.

Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

Gemäß Anspruch 1 ist die wenigstens eine Gasauslassöffnung als Gasdrossel mit einem sich in Abhängigkeit vom drosselseitigen Gasdruck vergrößernden Öffnungsquerschnitt ausgebildet.

Eine derartige Druckabhängigkeit der Öffnungsquerschnittsvergrößerung kann auf einfache Weise realisiert werden, in dem z. B. die Gasdrossel wenigstens ein, im nicht aktivierten Grundzustand des Gasgenerators einen Teilbereich einer Gasauslassöffnung überdeckendes Abdeckelement aufweist, das in Abhängigkeit vom drosselseitigen Gasdruck unter Freigabe eines größeren Öffnungsquerschnitts verlagert werden kann. Zudem weist ein derartiger Aufbau eine hohe Funktionssicherheit auf, da er durch einfach beherrschbare mechanische Bauteile hergestellt werden kann. Besonders vorteilhaft ist auch, dass insbesondere in Verbindung mit einem preiswerten, einstufigen Gasgenerator durch die Ausbildung der wenigstens einen Gasauslassöffnung als druckabhängige Gasdrossel ein sich selbsttätig optimal an den jeweils drosselseitig anstehenden Gasdruck anpassender Öffnungsquerschnitt einstellt bzw. eingestellt werden kann. Dadurch wird auf einfache Weise erreicht, dass zu Beginn der Airbagaktivierung ein weniger aggressives Aufblasen des Airbags – mit einer gegenüber einer ungedrosselten Airbagbefüllung – verringertem anfänglichen Fülldruck erfolgt.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, das Abdeckelement durch wenigstens einen verformbaren Lappen auszubilden, der bevorzugt als plastisch verformbarer Metalllappen ausgebildet ist. Je nach Auslegung derartiger Lappen, z. B. hinsichtlich Material und Wandstärke, kann hier somit in Abhängigkeit von dem Gasdruck das Öffnungsverhalten des Durchströmquerschnitts auf einfachste Weise an die gewünschten Aufblasbedingungen angepasst werden.

Der wenigstens eine Lappen kann z. B. auch randseitig an einem Gasauslassöffnungsrandbereich der Gasauslassöffnung angebunden sein und in diese einragen. Bevorzugt ist jedoch eine Ausgestaltung, bei der die Gasauslassöffnung und/oder die Lappen durch entsprechende Ausnehmungen oder Ausklinkungen in einer Gehäusewand des Gasgenerators ausgebildet werden, da damit insgesamt ein funktionsintegrierter, materialeinheitlicher und damit preiswerter Aufbau zur Verfügung gestellt wird.

Gemäß einer bevorzugten konkreten Ausführungsform ist vorgesehen, mehrere, in Öffnungsumfangsrichtung benachbarte Lappen anzuordnen bzw. vorzusehen, die in Öffnungsumfangsrichtung zwischen sich einen vorgegebenen Spaltabstand, gegebenenfalls auch einen Nullspalt, aufweisen können. Bevorzugt ist hier ein Aufbau, bei dem die Lappen mit jeweils gleicher Geometrie ausgebildet und mit einem jeweils gleichen Spaltabstand voneinander beabstandet sind, da sich hierdurch eine gleichmäßige, regelmäßige Öffnungsquerschnittskontur ergibt, die hinsichtlich der druckabhängigen Durchströmquerschnitte einfachst ausgelegt werden kann.

Bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass die mehreren Lappen im aktivierten Zustand des Gasgenerators bei maximalem drosselseitigen Gasdruck die Gasauslassöffnung für einen maximalen Öffnungsquerschnitt vollständig freigeben, sich als z. B. Metalllappen vollständig von dem Öffnungsquerschnitt weg nach außen aufbiegen.

Bevorzugt sind die aufgebogenen Lappen dabei entlang eines definierten, vorgegebenen Öffnungsdurchmessers bzw. Öffnungsrandbereichs vorgegebenen Durchmessers angeordnet, gegebenenfalls auch zueinander versetzt auf unterschiedlichen Durchmessern. Dieser bzw. diese Durchmesser sind selbstverständlich größer als ein durch die freien Lappenenden definierter Anfangsdurchmesser einer zentralen Ausströmöffnung des Anfangsöffnungsquerschnitts.

Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten, konkreten Ausgestaltung geben die mehreren Lappen im nicht aktivierten Grundzustand des Gasgenerators mit ihren freien Lappenendbereichen einen definierten Anfangsöffnungsquerschnitt mit einer mittigen, zentralen Ausströmöffnung frei. Von dieser mittigen, zentralen Ausströmöffnung ragen zur Ausbildung eines sternförmigen Anfangsöffnungsquerschnittes in einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sich strahlenförmig zwischen den Lappen erstreckende Öffnungsarme ab. Eine derartige Anfangsöffnungsquerschnittsgeometrie hat sich als besonders vorteilhaft im Hinblick auf die Ausbildung einer mit einfachem Aufwand funktionssicher herstellbaren druckabhängigen Gasgenerator-Gasdrossel herausgestellt. Die Geometrie der Strahlen kann dabei grundsätzlich unterschiedlich ausgebildet sein, ist jedoch bevorzugt gleich.

Die wenigstens eine Gasauslassöffnung ist bevorzugt in einem Diffusorbereich des Gasgenerators ausgebildet, der z. B. durch eine stirnseitig ein Gasgeneratorgehäuse abdeckende Diffusorblende ausgebildet sein kann. Beispielsweise kann das Gasgeneratorgehäuse einen Aufnahmeraum für Zündpillen oder dergleichen aufweisen, um zusammen mit einer Zündeinrichtung einen Festkörper-Gasgenerator auszubilden.

Alternativ oder zusätzlich dazu kann das Gasgeneratorgehäuse einen Druckgas-Speicherbehälter für unter hohem Druck gespeichertes Gas aufweisen, so dass der Gasgenerator in Verbindung mit einer Aktivierungseinrichtung die Freigabe des im Druckgas-Speicherbehälters gespeicherten Gases bewirken kann. Die Aktivierungseinrichtung kann z. B. eine Zündeinrichtung sein. Die Kombination beider eben beschriebener Gasgeneratorvarianten führt zu einer vorteilhaften Hybrid-Gasgeneratorausbildung.

Dem Gasgenerator ist ferner ein Airbag eines Airbagmoduls zugeordnet, in den das bei der Aktivierung des Gasgenerators erzeugte Gas über den Diffusorbereich einströmt. Dieser Diffusorbereich ist gemäß einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Ausgestaltung ein zylindrischer Gehäusewandabschnitt eines Gasgeneratorgehäuses, wobei am zylindrischen Gehäusewandabschnitt wenigstens ein, in Zylinderumfangsrichtung umlaufender Lochkranz von voneinander vorzugsweise gleichmäßig beabstandeten Gasauslassöffnungen ausgebildet ist. Die in Umfangsrichtung benachbarten Gasauslassöffnungen eines Lochkranzes sind bevorzugt gegeneinander in Zylinderachsenrichtung versetzt, vorzugsweise jeweils um die gleiche Wegstrecke, wodurch ein gleichmäßiges Ausströmen des Gases aus dem Gasgenerator möglich wird. Grundsätzlich können dabei in Zylinderachsrichtung auch mehrere Lochkränze voneinander beabstandet angeordnet sein.

Aufgrund der anfänglichen Verzögerung des Aufblasvorgangs des Airbags ist dieser Gasgenerator hervorragend geeignet in Verbindung mit einem Knieairbagmodul.

Grundsätzlich kann der Gasgenerator ein Feststoff-Gasgenerator oder aber auch ein Gasgenerator mit einem Druckgasspeicher sein. Besonders geeignet ist eine derartige Auslassöffnungsgeometrie jedoch in Verbindung mit einem Hybridgasgenerator, bei dem regelmäßig ein sehr hoher anfänglicher Gasmassenstrom vorliegt.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher erläutert.

Es zeigen:

1 schematisch eine Seitenansicht eines Hybridgasgenerators,

2 schematisch eine vergrößerte Darstellung der Einzelheit A in 1,

3 schematisch eine erfindungsgemäße Gasdurchlassöffnung mit einem Anfangsöffnungsquerschnitt,

4 schematisch die vollständig geöffnete Gasauslassöffnung nach 3 mit ausgedrückten Lappen, und

5 bis 7 alternative Gasauslassöffnungsquerschnittsgeometrien.

In der 1 ist schematisch ein Gasgeneratorgehäuse 1 eines hier beispielhaft dargestellten Hybridgasgenerators 2 gezeigt, das eine Brennkammer 3 für einen darin aufgenommenen Festbrenntreibstoff und eine Druckgaskammer 4 aufweist, die z. B. mit einem Edelgas gefüllt ist und auf einen Druck von 200 bis 500 bar vorverdichtet ist.

Zwischen der Brennkammer 3 und der Druckgaskammer 4, die jeweils einen kreiszylindrischen Querschnitt aufweisen, ist eine ebenfalls einen kreiszylindrischen Querschnitt aufweisende Diffusorblende 5 vorgesehen, die eine Mehrzahl von nachfolgend noch näher erläuterten Gasauslassöffnungen 6 aufweist, über die das im Gasgeneratorgehäuse 1 erzeugte bzw. freigesetzte Gas in einen hier nicht dargestellten Airbag einströmen kann. Dazu können hier nicht dargestellte Endstufen in einem Steuergerät durch einen elektrischen Impuls eine kleine Menge Treibstoff (Zündpille) zünden, wodurch eine in der Brennkammer 3 aufgenommene größere Menge an Festbrenntreibstoff gezündet wird. Dies bewirkt, dass eine Austrittsöffnung der Druckgaskammer 4 geöffnet wird und somit eine Mischung aus heißem pyrotechnisch erzeugten Gas und kaltem Gas den Airbag innerhalb kürzester Zeit füllt.

Wie dies der 1 weiter zu entnehmen ist, weist die Diffusorblende 5 in Zylinder- bzw. Blendenumfangsrichtung gesehen zwei Lochkränze 7, 8 auf. Die benachbarten Gasauslassöffnungen 6 jedes Lochkranzes 7, 8 weisen voneinander einen jeweils gleichen Abstand auf und sind zudem in Zylinderachsrichtung 9 gesehen jeweils um die gleiche Wegstrecke zueinander versetzt. Wie dies der 1 weiter entnommen werden kann, sind somit innerhalb der Lochkränze 7, 8 jeweils zwei Lochkreise 7a, 7b und 8a, 8b ausgebildet, auf denen die Gasauslassöffnungen zur Ausbildung einer gleichmäßigen und regelmäßigen Öffnungsgeometrie angeordnet sind. Die Lochkreise 7a, 7b und 8a, 8b sind dabei so angeordnet, dass sich immer ein bezogen auf die Umfangsrichtung inneres Paar 10 und ein äußeres Paar 11 von Gasauslassöffnungen 6 ergibt. Damit lassen sich hervorragende Ausströmergebnisse erzielen. Grundsätzlich sind jedoch auch andere Zuordnungen zueinander möglich.

Wie dies insbesondere der 2 entnommen werden kann, die eine vergrößerte Detailansicht der Einzelheit A der 1 zeigt, sind die Gasauslassöffnungen 6 in diesem Beispiel durch eine in etwa sternförmige bzw. kreuzförmige Ausnehmung und/oder Ausklinkung 12 in der Gehäusewand 13 der Diffusorblende 5 gebildet, so dass hier insgesamt vier Lappen 14 ausgebildet werden. Die stern- bzw. kreuzförmige Ausnehmung 12 definiert somit zusammen mit den Lappen 14 einen Anfangsöffnungsquerschnitt. Wie dies der 1 weiter entnommen werden kann, weisen bevorzugt sämtliche Gasauslassöffnungen 6 die gleiche Geometrie auf.

Die Funktionsweise der Gasauslassöffnungen 6 als Gasdrossel wird nachfolgend anhand der 3 und 4 näher erläutert, wobei in der 3 eine alternative Ausführungsform eines Anfangsöffnungsquerschnittes gezeigt ist, bei dem die Lappen 14 endseitig kreisbogenabschnittsförmig ausgebildet sind, so dass diese eine in etwa mittige, zentrale Ausströmöffnung von in etwa kreisförmiger Kontur mit einem Anfangsdurchmesser d definieren. Von der mittigen, zentralen Ausströmöffnung mit in etwa kreisförmiger Kontur erstrecken sich dann zur Ausbildung der Lappen 14 Öffnungsarme 16. Im Falle der Aktivierung des Hybridgasgenerators 2 wird somit, wie dies bereits zuvor erläutert worden ist, gleich zu Beginn der Aktivierung eine sehr große Gasmenge aus heißem, pyrotechnisch erzeugtem Gas und kaltem Gas zur Verfügung gestellt, das über die Gasauslassöffnungen 6 ausströmt. Durch den in der 3 (analoges gilt für die 2) zur Verfügung gestellten Anfangsöffnungsquerschnitt kann eine bestimmte Gasmenge entweichen, wobei es aufgrund der Geometrie der Gasauslassöffnungen 6 durch den dort anstehenden und einen vorgegebenen Kraft- bzw. Verformungsschwellwert übersteigenden Gasdruck zu einem in der 4 dargestellten Aufdrücken der Lappen 14 kommt, wodurch ein gegenüber dem Anfangsdurchmesser d vergrößerter, etwa kreisförmiger Öffnungsquerschnitt mit dem Durchmesser D freigegeben wird, durch den ersichtlich nunmehr eine höhere Gasmenge ausströmen kann. Die erfindungsgemäße Konturgebung bewirkt somit, dass die Gasauslassöffnungen 6 anfänglich als Gasdrossel wirken und somit den anfänglichen Gasmengenstrom reduzieren können, im weiteren Verlauf jedoch deren Lappen 14 kontinuierlich bzw. in Abhängigkeit von definierten Schwellwerten ggf. auch schritt- bzw. stufenweise nach außen aufgebogen werden, um einen vergrößerten Ausströmöffnungsquerschnitt freizugeben und damit den maximal möglichen Gasmengenstrom durch die Gasauslassöffnungen 6 ausströmen und in den Airbag einströmen lassen. Hierdurch kann der anfängliche Fülldruck im Airbag in der erwünschten Weise reguliert und gegenüber herkömmlichen Gasgeneratoraufbauten, bei dem von Anfang an ein maximaler Gasauslassöffnungsquerschnitt freigegeben wird, erheblich reduziert werden und damit ein im wesentlichen gewünschter, S-förmiger Füllverlauf erzielt werden.

In den 5 bis 7 sind weitere alternative Ausführungsformen von möglichen Geometrien für erfindungsgemäße Gasauslassöffnungen 6 vorgesehen, bei denen die Lappen 14 und damit die Anfangsöffnungsquerschnitte unterschiedlich ausgebildet sind. Allen Ausführungsformen der 2, 3 und 5 bis 7 ist gemeinsam, dass diese eine mittige, zentrale Ausströmöffnung 15 mit einem Anfangsdurchmesser d definieren, von der ausgehend sich die Öffnungsarme 16 stern- bzw. kreuzförmig erstrecken. Die Enden dieser Öffnungsarme 16 definieren ungefähr den Bereich, in dem sich dann der Durchmesser D bei aufgebogenen bzw. ausgedrückten Lappen 14 ausbildet.


Anspruch[de]
Gasgenerator für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem,

mit einem Gasgeneratorgehäuse, das wenigstens eine Gasauslassöffnung mit einem sich im aktivierten Zustand des Gasgenerators beim Ausströmen des Gases vergrößernden Öffnungsquerschnitt aufweist,

dadurch gekennzeichnet,

dass die wenigstens eine Gasauslassöffnung (6) als druckabhängige Gasdrossel mit einem sich in Abhängigkeit vom drosselseitig anstehenden Gasdruck vergrößernden Öffnungsquerschnitt (12) ausgebildet ist.
Gasgenerator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasdrossel wenigstens ein, im nicht aktiviertem Grundzustand des Gasgenerators einen Teilbereich einer Gasauslassöffnung (6) überdeckendes Abdeckelement (14) aufweist, das in Abhängigkeit vom drosselseitigen Gasdruck unter Freigabe eines größeren Öffnungsquerschnitts verlagerbar ist. Gasgenerator nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement durch wenigstens einen verformbaren Lappen (14) gebildet ist. Gasgenerator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Lappen (14) randseitig an einem Gasauslassöffnungsrandbereich der Gasauslassöffnung angebunden und/oder durch Ausnehmungen (12), insbesondere Ausklinkungen in der Gehäusewand gebildet ist. Gasgenerator nach Anspruch 3 oder Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere in Öffnungsumfangsrichtung benachbarte Lappen (14) vorgesehen sind. Gasgenerator nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die in Öffnungsumfangsrichtung benachbarten Lappen (14) zwischen sich einen vorgegebenen Spaltabstand aufweisen. Gasgenerator nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lappen (14) mit jeweils gleicher Geometrie ausgebildet und mit einem jeweils gleichen Spaltabstand voneinander beabstandet sind. Gasgenerator nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Lappen (14) im aktivierten Zustand des Gasgenerators (2) bei maximalem drosselseitigen Gasdruck die Gasauslassöffnung (6) für einen maximalen Öffnungsquerschnitt vollständig freigeben. Gasgenerator nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Lappen (14) im verformten, aufgebogenen Zustand entlang wenigstens eines Öffnungsdurchmessers (D) angeordnet sind, der größer ist als ein zwischen den freien Lappenendbereichen in deren nicht verformten Zustand ausgebildeter Anfangsdurchmesser (d) einer zentralen Ausströmöffnung (15) des Öffnungsquerschnitts (12). Gasgenerator nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Lappen (14) im nicht aktivierten Grundzustand des Gasgenerators (2) mit ihren freien Lappenendbereichen einen definierten Anfangsöffnungsquerschnitt mit mittiger, zentraler Ausströmöffnung (15) freigeben. Gasgenerator nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ausbildung eines kreuz- und/oder sternförmigen Anfangsöffnungsquerschnittes von der mittigen, zentralen Ausströmöffnung (15) sich strahlenförmig zwischen den Lappen (14) erstreckende Öffnungsarme (16) abragen. Gasgenerator nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Gasauslassöffnung (6) in einem Diffusorbereich (5) des Gasgenerators (2) ausgebildet ist. Gasgenerator nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Diffusorbereich (5) eine Mehrzahl von ein regelmäßiges Lochbild ausbildenden Gasauslassöffnungen (6) aufweist. Gasgenerator nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Gasgeneratorgehäuse (1) einen Aufnahmeraum (3) für Zündpillen oder dergleichen aufweist, und dass das Gasgeneratorgehäuse (1) eine Zündeinrichtung aufweist. Gasgenerator nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Gasgeneratorgehäuse (1) einen Druckgas-Speicherbehälter (4) für unter hohem Druck gespeichertes Gas aufweist, und dass der Gasgenerator (2) eine Aktivierungseinrichtung zur Freigabe des im Druckgas-Speicherbehälter (4) gespeicherten Gases aufweist. Gasgenerator nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gasgenerator (2) ein Airbag eines Airbagmoduls zugeordnet ist, in den das bei der Aktivierung des Gasgenerators (2) erzeugte Gas über den Diffusorbereich (5) einströmt. Gasgenerator nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Diffusorbereich ein zylindrischer Gehäusewandabschnitt (5) eines Gasgeneratorgehäuses (1) ist. Gasgenerator nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass am zylindrischen Gehäusewandabschnitt (5) wenigstens ein, in Zylinderumfangsrichtung umlaufender Lochkranz (7, 8) von voneinander vorzugsweise gleichmäßig beabstandeten Gasauslassöffnungen (6) ausgebildet ist. Gasgenerator nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die in Umfangsrichtung benachbarten Gasauslassöffnungen (6) eines Lochkranzes (7, 8) gegeneinander in Zylinderachsenrichtung (9) versetzt sind, vorzugsweise jeweils um die gleiche Wegstrecke versetzt sind. Gasgenerator nach Anspruch 18 oder Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass in Zylinderachsrichtung (9) mehrere Lochkränze (7, 8) voneinander beabstandet angeordnet sind. Gasgenerator nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasgenerator (2) ein einstufiger Gasgenerator ist. Gasgenerator nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasgenerator (2) Bestandteil eines Knieairbagmoduls ist.






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