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Dokumentenidentifikation DE102006020889A1 08.11.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Justage einer Spannvorrichtung
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Russ, Andreas, 70563 Stuttgart, DE
DE-Anmeldedatum 05.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006020889
Offenlegungstag 08.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.11.2007
IPC-Hauptklasse B23Q 16/00(2006.01)A, F, I, 20060505, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B23Q 3/18(2006.01)A, L, I, 20060505, B, H, DE   
Zusammenfassung Es werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Justage einer Spannvorrichtung vorgeschlagen, wobei die Spannvorrichtung (14) Spannbacken (12) umfasst und zumindest einen Dorn (16) zum Aufspannen eines zu bearbeitenden Bauteils (10), mit folgenden Schritten: Einbauen eines Masterteils (20), das im Wesentlichen den Konturen von Dorn (16) und Bauteil (10) im aufgespannten Zustand entspricht, sowie Justieren der Spannbacken (12) in Bezug auf das Masterteil (20).

Beschreibung[de]
Stand der Technik

Die Erfindung geht aus von einem Verfahren und einer Vorrichtung zur Justage einer Spannvorrichtung nach der Gattung der unabhängigen Ansprüche. Aus der DE 40 27 465A1 ist bereits eine Vorrichtung zum Halten von zu bearbeitenden Werkstücken bekannt. Die Spannvorrichtung besitzt zumindest eine Welle, die einen Lagerblock durchdringt. Ferner ist der Welle ein Schrittantrieb zugeordnet. Eine Justage der Spannvorrichtung erfolgt am Bauteil, so dass Fertigungstoleranzen zu Ungenauigkeiten führen können.

Es ist Aufgabe der Erfindung, die Genauigkeit der Ausrichtung einer Spannvorrichtung gegenüber einem einzuspannenden Bauteil zu verbessern. Diese Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche.

Offenbarung der Erfindung

Das erfindungsgemäßes Verfahren zur Justage einer Spannvorrichtung, die Spannbacken umfasst zum Aufspannen zumindest eines zu bearbeitenden Bauteils mit Hilfe zumindest eines Dorns und Aufnahmemittel zur Aufnahme zumindest des Dorns, zeichnet sich aus durch folgende Schritte:

  • – Einbauen eines Masterteils in die Aufnahmemittel, wobei das Masterteil im Wesentlichen den Konturen von Dorn und Bauteil im aufgespannten Zustand entspricht,
  • – Justieren der Spannbacken gegenüber dem Masterteil.

Das Masterteil kann sehr präzise geschliffen sein, so dass sich Fertigungstoleranzen des zu bearbeitenden Bauteiles und/oder der Spannbacken nicht auf eine korrekte Justage der Spannvorrichtung auswirken. Aus Justagegesichtspunkten ist damit eine hochpräzise Fertigung der Spannvorrichtung nicht mehr zwingend erforderlich. Dadurch reduzieren sich die Herstellkosten der Spannvorrichtung. Auch nach dem Wechsel von Bauteil und/oder Dorn wird das präzise und schnelle Spannen der Bauteile gewährleistet. Zudem lässt sich ein präziser Bezug von Dorn und Spannbacken erreichen.

In einer zweckmäßigen Weiterbildung ist vorgesehen, dass das Aufnahmemittel lösbar mit der Spannvorrichtung verbunden wird. Dadurch kann eine Spannvorrichtung leicht an unterschiedlich zu bearbeitende Bauteile angepasst werden. Zudem können solche Anpassungen schnell vorgenommen werden.

Weitere zweckmäßige Weiterbildungen ergeben sich aus weiteren abhängigen Ansprüchen und aus der Beschreibung.

Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Justage der Spannvorrichtung ist in der Zeichnung gezeigt und wird nachfolgend näher beschrieben.

Es zeigen:

die 1 ein in der Spannvorrichtung eingespanntes Bauteil,

die 2 Komponenten zur Justage der Spannvorrichtung.

Eine Spannvorrichtung 14 weist eine Ausnehmung auf, in die ein Aufnahmemittel 18 eingeführt werden kann. Das Aufnahmemittel 18 kann je nach zu bearbeitendem Bauteil 10 und beziehungsweise einen das jeweilige Bauteile 10 aufnehmenden Dorn 16 unterschiedlich ausgeführt sein. Die Verbindung jedoch zwischen Aufnahmemittel 18 und Spannvorrichtung 14 ist vorzugsweise standardisiert. Als Teil der Spannvorrichtung 14 halten Spannbacken 12 das Bauteil 10 für den entsprechenden Bearbeitungsschritt.

Gemäß 2 ist nun ein Masterteil 20 vorgesehen, dessen Außenkontur dem jeweiligen Dorn 16 mit aufgespanntem Bauteil 10 entspricht, wie in der 1 gezeigt, entspricht. Je nach unterschiedlichen Konturvarianten von Bauteil 10 und Dornen 16 im aufgespannten Zustand gibt es entsprechenden viele Masterteile 20.

Ziel ist es, einen definierten Bezug herzustellen zwischen der radialen Position der Spannbacken zum Dorn 16. Anstelle einer Justage der Spannbacken 12 bei aufgespanntem Dorn mit Bauteil 10 wird nun in das Aufnahmemittel 18 das Masterteil 20 eingesetzt. Das Masterteil 20 ist besonders präzise gefertigt, so dass keine Fertigungstoleranzen den Justageprozess der Spannvorrichtung 14 negativ beeinflussen. Nachdem das Masterteil 20 eingebaut ist, werden die Spannbacken 12 mit einer definierten Kraft an das Masterteil 20 angelegt und befestigt. Durch diese Justage wird der definierte Bezug zwischen Dorn 16 und Spannbacken 12 wieder hergestellt. Beim Spannen der realen Bauteile 10 ergeben sich nach der oben beschriebenen Justage Spannfehler lediglich aufgrund der Ungenauigkeiten der Bauteiletoleranzen. Die Fertigungstoleranzen der Spannvorrichtung 12 sind aufgrund der Justage der Spannbacken 12 eliminiert. Mit Hilfe des Masterteils 20 kann neben der Justage nach einem Wechsel auch im Betrieb die Justage der Spannbacken 12 überprüft werden. Ist eine definierte Position der Spannvorrichtung 14 erforderlich, beispielsweise auf einer Rotationsachse, lässt sich die gesamte Spannvorrichtung 14 mit Hilfe einer Rundlaufmessung und anschließender Justage auf der Rotationsachse ausrichten.

In dem gezeigten Beispiel nach den Figuren ist der Dorn 16 in dem Bereich, in dem dieser über das Aufnahmemittel 18 mit der Spannvorrichtung 14 befestigt wird, zylindrisch ausgeführt. Dieser Bereich muss nicht zylindrisch sein, sondern kann eine beliebige, beispielsweise kegelige Form aufweisen. Bei dem Aufnahmemittel 18 handelt es sich um ein Wechselteil, das auf unterschiedliche Geometrien des Dorns 16 angepasst ist. Der Dorn 16 wiederum ist auf die jeweilige Geometrie der jeweiligen zu spannenden Bauteile 10 abgestimmt. Die Aufnahmemittel 18 werden beispielsweise über Stifte in eine definierte Position gegenüber der Spannvorrichtung gebracht. Bei den Bauteilen 10 handelt es sich insbesondere um auf einer Seite geschlossene rotationssymmetrische Körper, in deren Innenraum der Dorn 16 eingeführt wird zur genauen Aufspannung.

Die beschriebene Justage eignet sich prinzipiell bei allen Bauteilen 10, bei denen ein hochpräzises Spannen erforderlich ist.


Anspruch[de]
Verfahren zur Justage einer Spannvorrichtung (14), wobei die Spannvorrichtung (14) Spannbacken (12) umfasst zum Aufspannen zumindest eines zu bearbeitenden Bauteils (10) mit Hilfe zumindest eines Dorns (16) und Aufnahmemittel (18) zur Aufnahme zumindest des Dorns (16), gekennzeichnet durch folgende Schritte:

– Einbauen eines Masterteils (20) in die Aufnahmemittel (18), wobei das Masterteil (20) im Wesentlichen den Konturen von Dorn (16) und Bauteil (10) im aufgespannten Zustand entspricht,

– Justieren der Spannbacken (12) gegenüber dem Masterteil (20).
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmemittel (18) lösbar mit der Spannvorrichtung (14) verbunden wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Justage die Spannbacken (12) in einen vordefinierten Abstand zum Masterteil (20) verfahren werden. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Justage der Spannbacken (12) das einzuspannende Bauteil (10) und Dorn (16) mit der Spannvorrichtung (14) verbunden werden. Vorrichtung zur Justage einer Spannvorrichtung, wobei die Spannvorrichtung (14) Spannbacken (12) umfasst zum Aufspannen zumindest eines zu bearbeitenden Bauteils (10) mit Hilfe zumindest eines Dorns (16), dadurch gekennzeichnet, dass ein Masterteil (20) vorgesehen ist, das im Wesentlichen den Konturen vom Dorn (16) und Bauteil (10) im aufgespannten Zustand entspricht, zur Justage der Spannbacken (12) in Bezug auf das Masterteil (20). Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Aufnahmemittel (18) vorgesehen ist, welches mit der Spannvorrichtung (14) verbindbar ist zur Aufnahme des Dorns (16). Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Dorn (16) eine zylindrische oder kegelförmige Oberfläche aufweist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Masterteil (20) hochpräzise gefertigt ist. Vorrichtung oder Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche gekennzeichnet durch entsprechende Verwendung zur Fertigung von Düsenkörpern für Einspritzsysteme insbesondere für Kraftfahrzeuge.






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