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Dokumentenidentifikation DE102006020917A1 08.11.2007
Titel Naturnahe Abwasserdesinfektion durch nachgeschaltete Algenteiche
Anmelder Rudolph, Karl-Ulrich, Prof. Dr. Dr., 58455 Witten, DE
Erfinder Rudolph, Karl-Ulrich, Prof. Dr. Dr., 58455 Witten, DE
DE-Anmeldedatum 05.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006020917
Offenlegungstag 08.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.11.2007
IPC-Hauptklasse C02F 3/32(2006.01)A, F, I, 20060505, B, H, DE
Zusammenfassung Unter den Arbeitsbedingungen im ländlichen Bereich, in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern, lässt sich eine Desinfektion des Abwasserlaufes mit den bekannten Verfahren (u. a. UV-Desinfektion, Chlordesinfektion) nicht ohne Weiteres realisieren. So genannte Algenteiche sind seit langem bekannt, im Ergebnis aber nicht funktionierend eingestuft worden, weil sich die Separation der Algen als technisch äußerst schwierig erwiesen hat: Sedimentation so gut wie unmöglich, Flotation aufwendig, Filtration schwierig wegen Verstopfung der Filter etc.
Die Erfindung bietet eine einfache Lösung durch den Einsatz eines nachgeschalteten Abwasserteiches, in dem gezielt Algen eingesetzt werden, die pathogene Mikroorganismen absorbieren und inkorporieren. Zudem überleben pathogene Mikroorganismen im Milieu eines Algenteiches nur schwer. Das Wachstum und die Artenvielfalt der Algen wird über den pH-Wert und die Wassertiefe gesteuert.
Die Algenteiche können erfindungsgemäß sowohl mit konventionellen Klärwerken, Abwasser-Teichanlagen oder anderen Anlagentypen kombiniert werden als auch in Teich-untypischen Bauformen (bspw. bei Installationen in Betonbecken, Stahlbehältern o. Ä.) eingesetzt werden.

Beschreibung[de]

Unter den Arbeitsbedingungen im ländlichen Bereich, in vielen Entwicklungs- und Transformationsländern oder bei Anlagen, die bewusst naturnah und einfach gestaltet sind, lässt sich eine Desinfektion des Abwasserablaufes mit den bekannten Verfahren (Chlordesinfektion, UV-Desinfektion, Ozon-Desinfektion o.Ä.) nicht ohne Weiteres realisieren.

Der im Patentanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, dass so genannte Algenteiche viele Jahrzehnte lang als zwar wünschenswert, im Ergebnis aber nicht funktionierend eingestuft worden sind, weil die Separation der Algen vom Abwasserablauf sich als technisch äußerst schwierig erwiesen hatte.

Diese Probleme werden durch die im Patentanspruch 1 aufgeführten Merkmale 1–5 gelöst.

Die Algenteiche können erfindungsgemäß in Kombination mit konventionellen Klärwerken eingesetzt werden (dann in der Regel nachgeschaltet), ebenso auch in Kombination mit Abwasser-Teichanlagen oder anderen Anlagentypen.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass das Problem der technisch äußerst schwierigen Separation der Algen vom Abwasserablauf (Sedimentation so gut wie unmöglich; Flotation aufwendig; Filtration schwierig, wegen Verstopfung der Filter usw.) durch die im Patentanspruch 1 genannten Methoden 1–5 gelöst wurde.

Die Anwendung der Erfindung ist insbesondere dort vorteilhaft, wo naturnahe Verfahren ohne komplizierte Technologien eingesetzt werden sollen, und die zuverlässig Abwasserdesinfektion wichtig ist. Umgekehrt lohnt sich die Anwendung der Erfindung dann weniger, wenn Flächen knapp sind und die Anwendung von Hochtechnologien (wie beispielsweise UV-Bestrahlung) problemlos möglich ist.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Patentanspruch 2 angegeben. Die Möglichkeit zum Einsatz der Algenteiche auch in Teich-untypischen Bauformen, lässt ein größeres Anwendungsgebiet der Erfindung zu.


Anspruch[de]
Naturnahe Abwasserdesinfektion durch nachgeschaltete Algenteiche,

dadurch gekennzeichnet,

dass

1. der Einsatz eines Abwasserteiches, nachgeschaltet oder als hauptsächliche Behandlungsstufe, gleichzeitig eine Abwasserdesinfektion dadurch bewirkt, dass Algen pathogene Mikroorganismen absorbieren, inkorporieren und dadurch, dass im Milieu eines Algenteiches pathogene Mikroorganismen nur schwer überleben können;

2. durch eine Steuerung in den Algenteichen gezielt eine pH-Wert-Anhebung gefördert wird, die während der Wachstumsphase der Algen natürlicherweise eintritt (u.a. durch CO2-Bindung);

3. durch eine Selektion der Algenspezies im Algenteich dadurch erfolgt, dass eine nur geringe wirksame (= Sonnenlicht durchflutete) Wassertiefe vorliegt (10–60 cm), wodurch störende, schlecht separationsfähige Algen nicht oder in geringerem Maße auftreten;

4. dito, jedoch durch schonende Behandlung der Algen, beispielsweise ein langsam laufendes Umwälzsystem anstelle schneller Rühraggregate o.ä., durch welche die Algenflocke zerstört würde;

5. dito, dadurch dass separationsfähige Algen gezielt angereichert werden. Hierfür wird die an sich bekannte Konzeption "Belebungsprozess" realisiert, d.h. hinter den Algenteich wird ein Absetzbecken geschaltet, in dem sich sedimentationsfähige Algen sammeln, die wiederum in den Teich zurückgepumpt werden und so für die Anreicherung sedimentationsfähiger Algen im Algenteich sorgen. (Dieser Prozess kann aber auch anders geschehen, beispielsweise durch Flotation und Anreicherung flotierbarer Algen o.ä.).
Naturnahe Abwasserdesinfektion durch nachgeschaltete Algenteiche nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Algenteiche auch in anderen, Teich-untypischen Bauformen, d.h. beispielsweise bei Installationen in Betonbecken, Stahlbehältern o.ä., eingesetzt werden können.






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