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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugluftreifen in Radialbauart für Schwerlastfahrzeuge mit einem vierlagigen Gürtel, wobei jede Gürtellage als Festigkeitsträger Stahlcorde enthält, die in jeder Gürtellage jeweils parallel zueinander verlaufen, wobei die Neigung der Stahlcorde zur Umfangsrichtung beginnend bei der ersten, radial innersten Gürtellage, der Abfolge Rechts-Rechts-Links-Rechts folgt und der Winkel, den die Stahlcorde in der ersten Gürtellage mit der Umfangsrichtung einschließen, zwischen 50° und 65° beträgt und die Winkel, den die Stahlcorde in der zweiten und in der dritten Gürtellage mit der Umfangsrichtung einschließen, jeweils zwischen 16° und 20° betragen.

Es ist bekannt, dass die Auslegung der Gürtelkonstruktion maßgeblichen Einfluss auf das Abriebbild von nicht angetriebenen LKW-Reifen nimmt, insbesondere wenn diese im Fernverkehr mit einem sehr großen Anteil an Geradeauslauf eingesetzt werden. Üblich ist beispielsweise die Verwendung eines sogenannten Rautengürtels mit typischerweise vier Lagen, deren Stahlcorde mit der Umfangsrichtung des Reifens einen Winkel von 16° bis 20° einschließen und die Lagen derart aufgelegt sind, dass sich die Stahlcorde abwechselnd kreuzen. Ein weiterer typischer Gürtel für LKW-Reifen ist der sogenannte Dreiecksgürtel mit vier Lagen, wobei die Stahlcorde in der ersten, radial innersten Gürtellage einen Winkel von 50° bis 65° mit der Umfangsrichtung einschließen. Es ist ferner üblich, dass die Orientierung der Stahlcorde in den einzelnen Gürtellagen zur Umfangsrichtung mit R für eine Neigung nach Rechts und mit L für eine Neigung nach Links bezeichnet wird. Eine typische Abfolge ist RRLL mit einem Winkel von beispielsweise 50° in der ersten (radial innersten) Gürtellage und einem Winkel von jeweils 18° in den anderen Gürtellagen, wobei diese Abfolge vorteilhafter ist, als eine Abfolge RRLR mit gleich großer Winkelung der Stahlcorde. Aus Untersuchungen ist es bekannt, dass die Abfolge RRLL eine für das Laufstreifenmaterial günstigere Deformation des Gürtelpaketes in Umfangsrichtung beim Durchgang durch die Bodenaufstandsfläche während des Abrollens des Reifens zur Folge hat.

Ein Reifen, bei dem die Stahlcorde in den vier Gürtellagen in der Abfolge RRLL angeordnet sind, ist beispielsweise aus der EP 0 730 987 B1 bekannt. Der Winkel, den die Stahlcorde in der ersten Gürtellage mit der Reifenumfangsrichtung einschließen, beträgt zwischen 35° und 80°, die Winkel, die die Corde in der zweiten und dritten Gürtellage mit der Umfangsrichtung einschließen, zwischen 15° und 30° und der Winkel, den die Stahlcorde in der vierten Gürtellage mit der Umfangsrichtung einschließt, wird im Bereich von +/–5° des Winkels der Stahlcorde in der dritten Gürtellage gewählt. Darüber hinaus stehen die Lagenfestigkeiten der einzelnen Gürtellagen in bestimmten Beziehungen zueinander. Hier steht es im Vordergrund, die Bruchfestigkeit des Gürtels zu verbessern ohne das Reifengewicht zu erhöhen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen LKW-Reifen der eingangs genannten Art mit einem vierlagigen Gürtel derart auszuführen, dass der bei den bekannten Reifen nach wie vor auftretende überproportionale Schulterabrieb vermindert wird sowie das Entstehen von Freilaufrillen deutlich verzögert ist.

Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, dass der Winkel, den die Stahlcorde in der vierten Gürtellage mit der Umfangsrichtung einschließen, zwischen 50° und 90° beträgt.

LKW-Reifen mit einem derart ausgeführten vierlagigen Gürtel der Abfolge RRLR der Stahlcorde in den Gürtellagen zeigen im Einsatz als Lenkachsreifen im Fernverkehr, mit einem sehr großen Anteil an Geradeauslauf, ein deutlich verbessertes Abriebsbild. Insbesondere ist bei erfindungsgemäßen Reifen die Ausprägung von Abrieberscheinung in den Schulterbereichen deutlich geringer und die Ausbildung von Freilaufrillen tritt wesentlich später auf, als bei Reifen, die gemäß dem Stand der Technik ausgeführt sind.

Ursache der erzielbaren Verringerung des Schulterabriebes und eintretenden Verzögerung des Entstehens von Freilaufrillen dürfte der sehr große Winkel sein, den die Stahlcorde in der vierten, radial äußersten Gürtellage, mit der Umfangsrichtung einschließen.

Die erzielbare Abriebsverbesserung erreicht ein Optimum, wenn der Winkel, den die Stahlcorde in der vierten Gürtellage mit der Umfangsrichtung einschließen, zwischen 70° und 90° beträgt.

Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nun anhand der Zeichnung, die schematisch ein Ausführungsbeispiel darstellt, näher beschrieben. Dabei zeigen

1 einen Teilquerschnitt durch die eine Hälfte eine Fahrzeugluftreifens im Bereich des Gürtels und des Laufstreifens und 2 eine Draufsicht auf eine Ausführungsvariante der Gürtellagen.

1 zeigt einen Querschnitt durch den Laufstreifen und den Gürtelbereich eines Fahrzeugluftreifens für Lastkraftwagen in einer üblichen Standardkonstruktion mit einer Karkasse 1 mit Stahlcorden als Festigkeitsträgern, einer luftdichten Innenschicht 2, einem mehrlagigen Gürtel 3, und einem profilierten Laufstreifen 6.

Der Gürtel 3 weist vier Gürtellagen 7, 8, 9 und 10 auf, wobei die vierte, radial äußerste Gürtellage 10 die geringste Breite von allen Lagen aufweist und die sogenannte Schutzlage bildet. Die erste Gürtellage 7 ist die sogenannte Sperrlage, die zweite Gürtellage 8 und die dritte Gürtellage 9 sind die sogenannten Arbeitslagen. Die breiteste Gürtellage ist die zweite Gürtellage 8, welche demnach die erste Gürtellage 7 komplett überdeckt. Die dritte Gürtellage 9 ist etwas breiter als oder gleich breit wie die erste Gürtellage 7. Die vierte Gürtellage 10 kann ferner gleich breit wie die dritte Gürtellage 9 ausgeführt sein. Sämtliche Gürtellagen 7, 8, 9, 10 bestehen aus in eine Gummimischung, der Gürtelgummierung, eingebetteten Festigkeitsträgern aus Stahlcord, beispielsweise Stahlcord der Konstruktion 3 × 0,2 mm + 6 × 0,35 mm. Selbstverständlich können in den Gürtellagen auch Stahlcorde anderer Konstruktionen eingesetzt werden.

Wie 2 zeigt verlaufen die Stahlcorde in jeder der Lagen 7, 8, 9 und 10 jeweils parallel zueinander und schließen mit der durch die Linie A-A angedeuteten Umfangsrichtung des Reifens Winkel &agr;, &bgr;, &ggr; und &dgr; ein. Die Neigung der Stahlcorde zur Umfangsrichtung in den einzelnen Gürtellagen 7, 8, 9, 10, beginnend bei der radial innersten Gürtellage 7, ist derart, dass die Abfolge RRLR (Rechts-Rechts-Links-Rechts) vorliegt. Bei einem erfindungsgemäß ausgelegten vierlagigen Gürtel sind daher die Stahlcorde in der ersten, der zweiten und der vierten Gürtellage 7, 8 und 10 bezüglich der Umfangsrichtung A-A nach rechts geneigt. Der Winkel &agr;, den die Stahlcorde der ersten Gürtellage 7 mit der Umfangsrichtung A-A einschließen, beträgt zwischen 50° und 65°, der Winkel &bgr;, den die Stahlcorde in der zweiten Gürtellage 8 mit der Umfangsrichtung einschließen, beträgt zwischen 16° und 20°, der Winkel &dgr;, den die Stahlcorde in der vierten Gürtellage 10 mit der Umfangsrichtung A-A einschließen, wird zwischen 50° und 90°, insbesondere zwischen 70° und 90°, gewählt. Die Stahlcorde in der dritten Gürtellage 9 sind gegenüber der Umfangsrichtung A-A des Reifens in die andere Richtung, nach links geneigt und schließen einen Winkel &ggr; mit der Umfangsrichtung A-A ein, der zwischen 16° und 20° gewählt wird. Der Winkel &bgr; wird vorzugsweise von seiner Größe bzw. seinem Betrag her so gewählt, dass er dem Winkel &ggr; entspricht.

Für erfindungsgemäß ausgeführte Reifen können die Winkel &agr;, &bgr;, &ggr; und &dgr; in den einzelnen Gürtellagen 7, 8, 9 und 10 beispielsweise folgende Größen aufweisen:

&agr; = 50°, &bgr; = 18°, &ggr; = 18°, &dgr; = 70° oder

&agr; = 50°, &bgr; = 18°, &ggr; = 18°, &dgr; = 90°

LKW-Radialreifen mit erfindungsgemäß gewinkelten Stahlcorden in den Gürtellagen weisen, insbesondere wenn sie als Lenkachsreifen im Fernverkehr eingesetzt werden, ein wesentlich verbessertes Abriebsbild in den Schulterbereichen auf, und es treten Freilaufrillen gegenüber Reifen mit einer herkömmlichen Winkelung der Stahlcorde in den Gürtellagen wesentlich später, nach einer größeren Laufleistung, auf.


Anspruch[de]
Fahrzeugluftreifen in Radialbauart für Schwerlastfahrzeuge mit einem vierlagigen Gürtel (3), wobei jede Gürtellage (7, 8, 9, 10) als Festigkeitsträger Stahlcorde enthält, die in jeder Gürtellage (7, 8, 9, 10) jeweils parallel zueinander verlaufen, wobei die Neigung der Stahlcorde zur Umfangsrichtung (A-A) beginnend bei der ersten, radial innersten Gürtellage (7), der Abfolge Rechts-Rechts-Links-Rechts folgt und der Winkel (&agr;), den die Stahlcorde in der ersten Gürtellage (7) mit der Umfangsrichtung (A-A) einschließen, zwischen 50° und 65° beträgt und die Winkel (&bgr;, &ggr;), welche die Stahlcorde in der zweiten und in der dritten Gürtellage (8, 9) mit der Umfangsrichtung (A-A) einschließen, jeweils zwischen 16° und 20° betragen, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (&dgr;), den die Stahlcorde in der vierten Gürtellage (10) mit der Umfangsrichtung (A-A) einschließen, zwischen 50° und 90° beträgt. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (&dgr;), den die Stahlcorde in der vierten Gürtellage (10) mit der Umfangsrichtung (A-A) einschließen, zwischen 70° und 90° beträgt.






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