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Dokumentenidentifikation DE19980339B4 08.11.2007
Titel Verfahren und Anlage zum kontinuierlichen Mälzen von cerealem Korngut
Anmelder Schnellbacher, Kurt, 38106 Braunschweig, DE
Erfinder Schnellbacher, Kurt, 38106 Braunschweig, DE
Vertreter Wolf & Lutz, 70193 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 27.02.1999
DE-Aktenzeichen 19980339
WO-Anmeldetag 27.02.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/EP99/01286
WO-Veröffentlichungsnummer 1999045092
WO-Veröffentlichungsdatum 10.09.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.11.2007
IPC-Hauptklasse C12C 1/13(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Mälzen von cerealem Korngut, bei dem sich das Gut von einer Aufgabevorrichtung kommend vorwiegend auf schrägen Förderbahnen mit wechselnder Bewegungsrichtung als Gutstrom durch Schwerkraft nach unten bewegend von Belüftungs-, Kühlungs-, Befeuchtungs- und Trocknungsmedien beaufschlagt und durch eine Austragvorrichtung als Malz ausgetragen wird. Der Gutstrom bildet dabei eine abwärts strömende Gutschicht. Weiter betrifft die Erfindung eine Anlage zur Ausübung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Bisher bekannte Verfahren und Anlagen für die kontinuierliche Malzbereitung (D 10 48 249 C, DE 30 20 511 A1, DE 23 12 876 A) schlagen zwar für das zu mälzende Gut bereits Schwerkraftförderung auf schrägen Förderbahnen bei wechselnder Bewegungsrichtung und anpaßbare Schichthöhen sowie ständige Bewegung bei gleichzeitiger Beaufschlagung durch Prozeßmedien (z. B. Wasser, Kaltluft, Warmluft etc.) vor. Sie konnten sich aber gegen die heute hoch entwickelten Chargenverfahren großer Leistung nicht durchsetzen, da sie unerläflliche verfahrenstechnische Bedingungen für einen zuverlässigen Dauerbetrieb nicht berücksichtigen. Zu diesen Bedingungen gehören das stufenlos kontinuierlich fortschreitende Füllen, ein kontinuierlicher Dauerbetrieb mit beliebig schneller Anpassung an wechselnde Rohproduktsorten ohne Betriebsunterbrechung sowie stufenlos kontinuierlich fortschreitendes Entleeren in Fortsetzung vorangehender kontinuierlicher Naßweich- und Trockenweichrasten. Diese Bedingungen werden jedoch von bisher vorgeschlagenen Verfahren und Einrichtungen nicht oder nur teilweise erfüllt.

Die in DE 30 20 511 A1 dargestellten, aus Sieben bestehenden schrägen Förderbahnen müßten für hohe Leistungen, wie sie heute von Chargenanlagen erzielt werden, (50.000 t Malz/Jahr und mehr) eine Länge in Laufrichtung von 10 m oder mehr aufweisen. Diese Länge würde am unteren Ende der schrägen Förderbahnen zu einem erheblichen Schubdruck gegen die begrenzende Querwand bzw. das Gut selbst führen, der wesentlich und damit nachteilig über dem üblichen Bodendruck z. B. einer 1,5 m hohen keimenden Gutschicht liegen würde und darüber hinaus bei Betriebsstörungen nicht mehr beherrschbar wäre.

Bei den heutigen Ansprüchen an Sanitation im Keimbereich wird der Einsatz von schrägen Sieben, über die das Gut rutscht und die von unten periodisch abgespritzt werden müßten, von Fachleuten negativ beurteilt, weil beim Abspritzen mit Hochdruckdüsen von unten Wasser in die Unterseite der rutschenden Gutschicht eindringen könnte und damit einen ungleichmäßigen Keimprozeß auslösen würde.

Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Anlage zum kontinuierlichen Mälzen zu entwickeln, womit trotz geringem Bauaufwand und niedrigem Energiebedarf ein zuverlässiger Dauerbetrieb gewährleistet ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe werden die in den Patentansprüchen 1 und 20 angegebenen Merkmalskombinationen vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

Ein wesentlicher Lösungsgedanke der Erfindung besteht darin, daß die abwärtsströmende Gutschicht zwischen zwei Förderbahnen mit unterschiedlicher Bewegungsrichtung abschnittsweise mindestens in einen oberen und einen unteren Teilstrom aufgeteilt wird und daß die Teilströme anschließend wieder zusammengeführt werden. Auf diese Weise wird erreicht, daß im Übergangsbereich zwischen den Förderbahnen sich keine Kernflußzonen bilden, die zu Störungen im Massefluß führen könnten. Eine weitere Verbesserung in dieser Hinsicht wird dadurch erzielt, daß den Förderbahnen und den Übergangsbereichen zwischen den Förderbahnen längs und quer zur Strömungsrichtung des Gutstroms erstreckte, Stauzonen füllende Strömungskörper zugeordnet werden. Dabei sind die kurzen schrägen Förderbahnen, auf denen die Gutschicht in wechselnder Bewegungsrichtung abrutscht, hinsichtlich des Zusammenwirkens ihrer Neigungswinkel und ihrer Längen dadurch festgelegt, daß der im unteren Endbereich einer Förderbahn auf das zu mälzende Gut innerhalb des Übergangsbereichs der Gutschicht ausgeübte Schubdruck etwa dem durch die senkrechte Höhe der Gutschicht ausgeübte Druck auf das Gut nahe der Lauffläche der schrägen Förderbahn bzw. im Übergangsbereich zur nächsten Förderbahn entspricht. Damit werden für den Keimprozeß gleichmäßige Bedingungen geschaffen, die durch das mehrfache Wechseln der Gutober- und -unterseiten von Förderbahn zu Förderbahn noch verbessert werden. Die Prozeßluft kann dabei so geführt werden, daß sie die Gutschicht wechselseitig einmal von der Oberseite und danach wieder von der Unterseite her durchdringt. Es ist ein wesentliches Merkmal der Erfindung, daß erst durch horizontal quer zur Laufrichtung erstreckte Gutschichtteiler im Übergangsbereich zwischen zwei Förderbahnen wechselnder Strömungsrichtung ein gleichmäßiges Massenflußverhalten bei der Umlenkung der Gutschicht von einer oberen auf die nachfolgende untere Förderbahn ermöglicht wird.

Erst im anschließenden Schwelkbereich werden wegen des erforderlichen hohen Durchsatzes von Warmluft für schräge Förderbahnen Siebe eingesetzt, die jedoch keiner Wasserreinigung mehr bedürfen. Da nach dem Schwelken die Keime abfallen, können diese bereits abgesaugt oder aber zusammen mit dem Korngut auch in einem anschließenden Trocknerverfahren ausgedarrt werden.

Zwecks Erzielung einer kontinuierlich von oben her zunehmenden Füllung der Förderbahnen und ihrer Übertrittsbereiche werden diese erfindungsgemäß vor Betriebsbeginn zwischen einer arretierten Austragvorrichtung unten und einer Aufgabevorrichtung oben mit einer Gutschicht aus trockenen Staugut, wie z. B. Fertigmalz oder Gerste, aufgefüllt. Nach dem Start der Austragvorrichtung und beginnender Abwärtsbewegung der Trockengutschicht folgt von der Aufgabevorrichtung her die abwärts wandernde Gutschicht des zu mälzenden Korngutes und belegt Förderbahn nach Förderbahn, bei entsprechend einsetzender und dann anhaltender Beaufschlagung durch Prozeßmedien, um dann nach Erreichen der Austragvorrichtung separat abgeführt zu werden. Bei Betriebsende wird umgekehrt, jedoch mit wesentlich weniger Trockengut verfahren.

Ferner wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, die abwärts wandernde Gutschicht des zu mälzenden Gutes durch quer zum Gutstrom verfahrbare oder quer zum Gutstrom im Übergangsbereich zwischen zwei Förderbahnen horizontal erstreckt gelagerte, mit Misch- oder Auflockerungsmitteln besetzte Wellen zu lockern oder zu homogenisieren.

Zur Unterstützung der Kühlung durch Luft werden erfindungsgemäß oberhalb der schrägen Förderbahnen im Gut längs oder quer erstreckte Kühlkörper zur energiesparenden Kontaktkühlung und ebenfalls zur Unterstützung der Erwärmung beim Schwelken im Gut längs oder quer erstreckte Heizkörper zur energiesparenden Kontakterwärmung vorgeschlagen, die auch beim nachfolgenden Passieren von Radiatoren-Dächertrocknern zum Darren energiesparend möglich wird. Weiter wird vorgeschlagen, gutberührte Wände und Förderbahnen im Keimbereich zu kühlen bzw. im Schwelkbereich zu beheizen.

Da die erfindungsgemäß mit wechselnder Bewegungsrichtung nach unten strömende Gutschicht einen eigenen definierten Strömungsverlauf entlang gleichbleibender Strömungslinien entwickelt und sich dabei außerhalb dieses Strömungsbereichs sowohl im seitlichen Stoßbereich von schrägen Förderbahn- und senkrechten Wand- oder Zwischenträgerflächen als auch im Wendebereich von einer Schräge zur nachfolgenden an der Ober- und Unterseite der strömenden Gutschicht nahe der quer erstreckten stirnseitig begrenzenden Wand gutstauende Zonen bilden, in denen sich Korngut verbleibend ablagert, werden erfindungsgemäß geeignete fest oder verschieblich vorzusehende Strömungskörper vorgeschlagen. Die gutstauenden Zonen werden mittels dieser Strömungskörper so ausgefüllt, daß ihre als steile Schrägen oder Ausrundungen ausgebildeten Oberflächen im Zusammenwirken mit den vorerwähnten Gutschichtteilern ein vollig restefreies Strömen der Gutschicht im Massenfluß zwischen Förderbahnen wechselnder Bewegungsrichtung ermöglichen.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der. Erfindung sieht vor, daß sich zu beiden Seiten der mit wechselnder Bewegungsrichtung abrutschenden Gutschicht quer zu ihrer Laufrichtung begehbare Seitenkanäle für Luftführung und Inspektion erstrecken, die jeweils seitlich zu dem Raum hin offen sind, der von der Oberseite einer abrutschenden Gutschicht und der Unterseite der darüber angeordneten Schräge begrenzt wird.

Die Produktionskapazität der erfindungsgemäßen Mälzungsanlage kann sowohl durch die Tiefenerstreckung der schrägen Förderbahnen quer zur Laufrichtung der Gutschicht als auch durch parallele, spiegelbildliche Anordnung gleicher Systeme unter Entfall von Zwischen- oder Trennwänden jedoch bei Anordnung dazwischen erstreckter begehbarer Seitenkanäle wesentlich erhöht werden und damit den Praxisanforderungen nach hohen Produktionsleistungen genügen. Dabei wird die Anpassung der Behandlungszeit beim Keimen, Schwelken und Darren nur über das Anheben oder Senken der Durchsatzleistung erzielt, unter Wegfall von Einstell- oder Regelklappen und bei stets vorteilhaft gleichbleibender Schichthöhe.

Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der in der Zeichnung in schematischer Weise dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen

1 ein Schema einer Anlage zum kontinuierlichen Mälzen von cerealem Korngut,

2 einen Schnitt durch drei untere Keimstufen ohne Siebe und daran anschließende Schwelkstufen mit Sieben entlang der Linie II-II der 3,

3 einen Schnitt entlang der Linie I-I in 2,

4 einen Schnitt durch drei Keimstufen mit Gutschichtteilern in gegenüber 2 vergrößerter Darstellung.

Die in 1 schematisch dargestellte Anlage zum kontinuierlichen Mälzen weist zwei spiegelbildlich zueinander angeordneten Systeme ohne Trennwand auf, mit einem vorgeschalteten Trockenweichbereich 34, einem daran anschließenden Keimbereich 35 mit vier Keimstufen, gefolgt von einem Schwelkbereich 36, einem als Radiatoren-Dächertrockner ausgebildeten Darrbereich 37 und einem Kühlbereich 38.

Zu Betriebsbeginn füllt der Trockengutförderer 32 bei geschlossener Austragvorrichtung 21 das gesamte System mit Trockengut, wie z. B. Malz oder Gerste bis obenan, wo es vom Schneckengewinde 2 bis in die Tiefe verteilt wird. Nach vollständiger Füllung setzt bei oben nachfolgend einsetzendem Zustrom des nach der letzten Naßweichrast entwässerten Weichgutes von einer vorgeschalteten kontinuierlichen Weicheinrichtung 40 her unten die Austragvorrichtung 21 ein und trägt das Trockengut aus, dem dann kontinuierlich von oben her das zu mälzende Gut, Bereich nach Bereich füllend, folgt. Die Austragleistung der Austragvorrichtung 21 wird dabei von elektrisch ansprechenden Füllstandssensoren 3 geregelt, so daß der Füllstand im Aufgabebehälter 1 stets gleich bleibt. Die Einhaltung dieses Füllstandes erfolgt durch das zur Tiefenverteilung dienende offene Schneckengewinde 2, das sich durch ständigen Kontakt mit dem feuchten Gut selbst reinigt. Sobald fertiges Malz die Austragvorrichtung 21 passiert, wird der anschließende Förderweg für die Malzeinlagerung eingestellt. Da die Prozeßmedien nur für das zu mälzende Gut nacheinander eingeschaltet werden, kann das verwendete Trockengut unbeschädigt wieder in Silozellen rückgelagert werden. Dies ist wichtig, da die Menge bei dem ca. siebentägigen Füllvorgang z. B. bei einer Mälzleistung von 50.000 t/Jahr etwa 1.400 t Gerste beträgt. Die Förderung dieser Menge zum Füllen und Entleeren kann jedoch in Kauf genommen werden, da sie im Normalfall nur einmal im Jahr erfolgen soll und eine erhebliche Vereinfachung der Einrichtung ermöglicht. Bei Betriebsende brauchen zur Abdichtung nur zwei Stufen oberhalb des letzten ablaufenden zu mälzenden Gutes mit Trockengut aufgefüllt zu werden.

Im Dauerbetrieb sind die Keimventilatoren 45, die Kühlregister 46, der Darrventilator 43, die Wärmerückgewinnungsanlage 42, der Schwelkventilator 30, die Heizregister 44 und der Kühlventilator 41 ständig in Betrieb, wobei die automatisch regelnden Stellklappen 47 und 48 ihre Funktion zur Luftverteilung erfüllen. Da die Systeme spiegelbildlich angeordnet sind, erfolgt die Beaufschlagung der Seitenkanäle 25 durch Zuleitungs-Querkanäle 26, die der Schwelk-Siebe durch den Zuleitungs-Querkanal 27, während die Sammlung von Abluft durch Ableitungs-Querkanäle 28 oder durch den Rückgewinnungs-Querkanal 29 oder einen Sammel-Querkanal 51 erfolgt.

Der unten offene Aufgabebehälter 1 gibt das zugeführte Naßgut von der Weicheinrichtung 40 herkommend in definierter Höhe als Gutschicht 54 zur Trockenrast im Trokkenweichbereich 34 ab. Die Prozeßluft dringt im Trockenweichbereich 34 und dem nachfolgenden Keimbereich 35 von den stirnseitig beaufschlagten Seitenkanälen 25 in der gesamten Tiefe zur Zeichnungsebene durch die Öffnungen 52 in die Oberfläche der Gutschicht 54 ein und entweicht teilweise nach oben durch den Übergabebereich in die Seitenkanäle gegenüber und von da durch die stirnseitigen Öffnungen 49 ins Freie, sowie teilweise nach unten durch den Übergabebereich in die Seitenkanäle gegenüber und von da ebenfalls durch Öffnungen 49 ins Freie oder – von den automatischen Stellklappen 47 gesteuert – zu den Öffnungen 49 stirnseitig gegenüberliegenden Ableitungs-Querkanälen 28, die mit den Keimventilatoren 45 in Verbindung stehen.

In den mit wechselnder Bewegungsrichtung auf den schrägen Förderbahnen 4 abwärts strömenden Gutschichten 54 können erfindungsgemäß eingebettete, kühlmitteldurchflossene Kühlkörper in Abständen und zur Laufrichtung des Gutes längs oder quer erstreckt, stationär oder beweglich, vorgesehen werden. An den flächigen Kühlkörpern 14 strömt die Gutschicht 54 langsam entlang. Da die Körner durch übliche Spritzvorrichtungen 31 kontinuierlich mit Zusatzwasser versorgt werden und durch Atmung zusätzliche Oberflächenfeuchte erzeugen bzw. durch die eigene hohe Feuchtigkeit von ca. 44 % H2O-Gehalt gut leitend sind, wird entlang den Kühlkörpern ein energiesparender Kälteübergang durch Kontaktkühlung erzielt, welche mittels der gleichzeitigen Durchdringung durch Kühlluft und Verdunstungskälte noch unterstützt wird.

Überschüssiges Spritzwasser kann durch geeignet ausgebildete Lochungen und in die Tiefe zur Zeichnungsebene erstreckte Fangrinnen 33 aufgefangen und abgeleitet werden.

Bei großer Tiefenerstreckung werden erfindungsgemäß zur Abstützung der schrägen Förderbahnen 4 zwischen den quer zu den strömenden Gutschichten 54 erstreckten Trägern 6 und in die Gutschichten 54 völlig eingebettet Zwischenträger 7 vorgesehen, welche Längsdächer 15 sowie Strömungskörper 8 mit steilen Schrägen 9 und/oder Ausrundungen 10 zur schrägen Förderbahn 4 hin aufweisen.

Die Seitenwände 5 können ebenso wie die schrägen Förderbahnen 4, die Gutschichtteiler 55, 56 und die Zwischenträger 7 zur Verbesserung der Kühlung Rohre 13 oder Hohlräume 58 für eine durchströmende Kühlflüssigkeit aufweisen und damit als Kühlflächen für die Kontaktkühlung dienen.

Die eckenfüllenden Strömungskörper 8 weisen Ausrundungen 10 oder mehrfach geknickte Übergangsflächen auf, um zu verhindern, daß sich Körner in den Ecken festsetzen und keimende oder schimmelnde Nester bilden. Zum gleichen Zweck weisen die quer zur Laufrichtung erstreckten Kehlen der Übergangsbereiche zwischen den Trägern 6 und den schrägen Förderbahnen 4 Strömungskörper 8 mit starker Ausrundung 10 oder mehrfach geknickter Übergangsfläche auf. Diese Strömungskörper können als Voll- oder Hohlkörper ausgebildet sein und separat oder im Gebäude integriert vorgesehen werden.

Da eine strömende Gutschicht beim Übergang von einer schrägen Förderbahn zur nächstunteren an ihrer Oberseite nahe dem begrenzenden Träger 6 eine nicht strömende Wulstung außerhalb der Strömungslinien bildet, werden erfindungsgemäß vorzugsweise verschiebliche als Voll- oder Hohlkörper ausgebildete Strömungskörper 11 mit steilen Schrägen oder Ausrundungen 10 vorgeschlagen. Durch den Keimvorgang quillt die abwärts wandernde Gutschicht 54 auf ihrem Weg vom oberen Beginn einer schrägen Förderbahn 4 bis zur Übertrittsöffnung zur nächsten schrägen Förderbahn. Entsprechend der kontinuierlichen Zunahme der Gutschichthöhe können die verschieblichen Strömungskörper 11 an die jeweilige Oberseite des strömenden Gutes angepaßt und für den Dauerbetrieb dann in der Position belassen werden, welche die Bildung von toten Gutnestern unterbindet.

Es ist ein wesentliches Merkmal der Erfindung, daß alle keimgutberührten Flächen selbstreinigend von der abwärts wandernden Gutschicht bestrichen werden, ohne daß sich in Seitenbereichen oder stirnseitigen Kehlbereichen der Förderbahnen noch oberhalb der Gutschicht 54 tote Zonen aus Korngut bilden. Dies gilt auch für innerhalb der Gutschichten in quer oder längs zur Laufrichtung erstreckte Zwischenträger 7 und Gutschichtteiler 55, 56.

Durch die Kontaktkühlung mittels in den Gutschichten 54 eingebetteter, von Kühlmittel durchflossener Kühlkörper und/oder in Trägern 6, in oder unter schrägen Förderbahnen 4, in Zwischenträgern 7 und Gutschichtteilern vorgesehener Kühlrohre läßt sich der Bedarf an Kühlluft für den Keimprozeß erheblich reduzieren. Entsprechend sinken Investitions-, Raum- und Kraftbedarf für Keimventilatoren und Kühlregister. Zwar stehen dem die Investitionskosten für Kühlkörper und -rohre gegenüber. Die Einsparung von Betriebskosten überwiegt jedoch beim vorgeschlagenen System im Dauerbetrieb. Wenn z. B. die Hälfte einer erforderlichen Kühlleistung durch Kontaktkühlung eingebracht wird, ist auch nur noch etwa die Hälfte der üblichen Luftleistung erforderlich, mit einer entsprechenden Reduzierung der laufenden Stromkosten.

Der für den eigentlichen Keimvorgang theoretisch benötigte Sauerstoff bzw. Luftbedarf liegt pro t Gerste insgesamt bei nur 192 kg O2 oder entsprechend 960 kg bzw. ca. 800 m3 Luft, verteilt z. B. über zwei Weichtage und 5 bis 6 Keimtage. Diese errechenbare Mindestluftmenge müßte pro t Gerste für die Keimung mindestens zugeführt werden, wobei gleichzeitig die durch Veratmung gebildeten 68 kg CO2 (ca. 140 m3) abzuführen und ca. 845.000 kJ/t Gerste erzeugte Wärmemenge durch Kühlung zu kompensieren wären. Selbst unter Berücksichtigung eines Sicherheitszuschlages für ausreichend sichere Luftversorgung des Keimgutes für Keimzwecke würde diese Luftmenge erheblich unter der z. Zt. bei Chargensystemen üblichen nur für die Keimung und Kühlung zu investierenden Lüfterleistung von ca. 80.000 m3 Luft/t Gerste liegen, die damit etwa der zehnfachen Menge des errechenbaren Bedarfs für die Keimung entspricht. Durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Einführung der kontinuierlichen produkt- und außenluftgesteuerten Kontaktkühlung wird eine beträchtliche Einsparung an energieaufwendiger Prozeßluft mit der daraus resultierenden Kostenersparnis ermöglicht.

Diese Einsparung an Prozeßluft läßt außerdem im Keimbereich erfindungsgemäß den Verzicht auf Siebböden für die Keimung mit all den damit verbundenen Problemen hinsichtlich Investitionskosten und Sanitation zu. In 2 sind die schrägen Förderbahnen 4 des unteren Keimbereichs 35 mit den möglichen glatten Laufflächen ohne Siebe im Querschnitt dargestellt. Die Prozeßluftströmung von in die Tiefe zur Zeichnungsebene erstreckten, Luft zuführenden linken Seitenkanälen 2S erfolgt durch ihre ebenfalls in die Tiefe erstreckten seitlichen Öffnungen 52 in die Räume 53 oberhalb der Gutschichten 54 und – letztere und die Übertrittsöffnungen zwischen je zwei Förderbahnen durchdringend – in die gegenüberliegenden Räume 53 und von da durch Öffnungen 52 seitlich in die Luft abführenden Seitenkanäle 25.

Zur Auflockerung des Keimgutes werden erfindungsgemäß quer zum Gutstrom in zwei Richtungen verfahrbare, mit Misch- oder Auflockerungsmitteln besetzte hineinragende drehende Wellen 16 oder im Bereich der Übertrittsöffnungen zwischen zwei Förderbahnen parallel zu den Trägern 6 erstreckte, mit Misch- oder Auflockerungsmitteln besetzte drehende horizontale Wellen 17 angeordnet, welche auch bei größerer Längserstreckung als Rohrkörper ausgebildet und in Zwischenträgern 7 zwischengelagert sein können.

Im Anschluß an den Keimbereich 35 durchläuft das gekeimte Korngut den Schwelkbereich 36. In 2 ist dargestellt, daß die Warmluft aus dem in die Tiefe zur Zeichnungsebene erstreckten Seitenkanal 23 sowohl durch gelochte Siebböden als auch durch Belüftungsdächer 22 in die abwärts rutschende Gutschicht 54 gelangen kann. Da durch Siebböden eindringende Warmluft sehr schnell bis zur Höchstgrenze mit Feuchtigkeit gesättigt wird und dann nur noch die darüber befindliche, Widerstand leistende Gutschicht durchdringt, ist mit der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lufteinbringung in einer zweiten Ebene innerhalb der Gutschicht ein schnellerer Trocknungseffekt und geringerer Kraftverbrauch erzielbar. Das Belüftungsdach 22 ist an beiden Stirnseiten offen und dadurch leicht während des Betriebs zu reinigen. Die Schwelkluft wird durch die gegenüberliegenden Seitenkanäle 25 einem Rückgewinnungs-Querkanal und anschließend der Wärmerückgewinnungsanlage 42 zugeleitet, wie in 1 gezeigt.

Neben der Warmluftzuführung in 2 Ebenen wird erfindungsgemäß ebenfalls vorgeschlagen, der Gutschicht 54 mittels Heizkörpern durch Kontakterwärmung einen wesentlichen Anteil der benötigten Wärmeenergie zuzuführen. Sie sind in 2 und 3 als flächige, in Abständen vorgesehene Körper 14 oberhalb der Belüftungsdächer 22 dargestellt. Jedoch können auch die Belüftungsdächer als Heizkörper ausgebildet sein. Die gezeigten Zu- und Ableitungsrohre für Heißwasser oder Dampf verlaufen in den begehbaren Seitenkanälen 23 bzw. 25. Durch die Warmlufteinbringung in 2 Ebenen und anteilige Energiezuführung mittels Kontakterwärmung läßt sich erfindungsgemäß auch für den Schwelkbereich 36 ein wesentlich schnellerer Feuchtigkeitsentzug und verbesserter Wirkungsgrad gegenüber herkömmlichen Verfahren erzielen.

Für den Trockenbereich 34, den Keimbereich 35 und den Schwelkbereich 36 werden erfindungsgemäß in 1 bis 4 dargestellte, dem Übertrittsbereich zwischen zwei Förderbahnen wechselnder Laufrichtung zugeordnete Gutschichtteiler 55, 56 eingeführt, die gerade oder abknickend ausgeführt sein und feste oder verschiebliche Leitflächen 57 aufweisen können. Die Oberflächen dieser Gutschichtteiler können gerade oder gewölbt sein. Sie weisen eine spitze oder abgerundete obere Schneide 59 und untere Schneide 60auf, damit sie selbstreinigend von Gut ohne Belassung von Nestern oder toten Ecken umströmt werden.

Die vorzugsweise in der Mitte der Gutschicht horizontal quer zur Laufrichtung über die Gesamtbreite der Förderbahnen erstreckten Gutschichtteiler 55, 56 sind in Laufrichtung der Gutschicht etwa parallel oder auch im kleinen Winkel zur jeweiligen die Gutschicht abgebenden Förderbahn erstreckt vorgesehen und reichen mit ihrer oberen Schneide 59 etwa vom Bereich oberhalb der Förderbahnkanten 61 beginnend mit ihrer unteren Schneide 60 oder der Leitfläche 57 etwa bis zur Mitte des Übertrittsbereichs. Die Gutschichtteiler 55, 56 können Hohlräume 58 für die Durchleitung von Kühl- oder Heizmedien aufweisen und ermöglichen das geschützte Überströmen des unteren Gutschichtbereichs über die Förderbahnkante 61 in die zugeordnete Hälfte der Übertrittsöffnung zur nachfolgenden Förderbahn. Die obere Gutschichthälfte hingegen wird in schräger Laufrichtung oberhalb der Gutschichtteiler weitergeführt und kann erst zwischen deren unterem Ende und dem Träger 6 nach unten in die äußere Hälfte des Übertrittsbereichs zur nachfolgenden Förderbahn strömen und auf dieser die Unterschicht bilden.

Bei besonders hohen Gutschichten können auch z.B. zwei versetzt übereinander angeordnete Gutschichtteiler – hier nicht dargestellt – zur Erzielung von drei Teilströmen vorgesehen werden.

In 1 sind schematisch zwei parallel in die Tiefe zur Zeichnungsebene erstreckte spiegelbildlich angeordnete Keim-/Schwelksysteme ohne Zwischen- oder Trennwände dargestellt. Je nach Leistungsanforderung können weitere parallele Systeme vorgesehen werden, wobei unterhalb von jeweils zwei spiegelbildlichen Systemen ein in gleicher Tiefe erstreckter, als Dächertrockner ausgebildeter Darrbereich 37 mit anschließendem Kühlbereich 38 folgen kann. Der Dächertrockner weist abwechselnd Heizabteile mit Radiatoren 18, Trockenabteile 19 und Kühlabteile 20 sowie eine Austragvorrichtung 21 auf. Im Darrbereich 37 sind automatisch regelnde Stellklappen 48, ein Sammel-Querkanal 51 mit Frischlufteinlaß sowie der Schwelkventilator 30, Heizregister 44 und Zuleitungs-Querkanal 27 vorgesehen. Letzterer verteilt die erwärmte Schwelkluft in die Räume unterhalb der Siebböden und in die Seitenkanäle 23. Dem Schwelkventilator 30 wird ebenfalls von der Wärmerückgewinnungsanlage her vorgewärmte Luft mittels der Rückluftseitenkanäle 39 zugeführt.

Durch den abwechselnden Einsatz von Heizabteilen mit Radiatoren 18 und Trockenabteilen 19 läßt sich das bekannte "Schwitzen" des Korngutes und damit ein wesentlich leichteres und schnelleres Abdarren bei geringerem Energieverbrauch erzielen, da die Kapillaren der äußeren Kornschichten auch im Bereich des Feuchtigkeitsentzuges von 14 auf 4 S % Wassergehalt für den Wasseraustritt vom Korninnern an die Kornoberseite offen bleiben.

Zur Verminderung der Gebäudehöhe kann der vorgesehene Darrbereich 37 nebst Kühlbereich 38 unter Zwischenschaltung einer Austragvorrichtung unterhalb des Schwelkbereichs 36 und daran anschließend eines Sammelförderers, einer Entkeimungsvorrichtung und einer Zwischenüberhebung auch neben den Keim-/Schwelkbereichen separat als Dächer-, Radiatoren- oder Wirbelschichttrockner angeordnet werden. In einem solchen Fall wird die Austragleistung der Austragvorrichtung unter dem Schwelkbereich von den elektrisch ansprechenden Sensoren 3 des Aufgabebehälters 1 geregelt, während der gewählte Trockner seine eigene Regelvorrichtung für gleichbleibende Füllung bei schwankender Durchlaufleistung aufweist.

Da sich nach dem Schwelkbereich die getrockneten Keime von den Körnern leicht lösen, kann erfindungsgemäß in vorteilhafter Weise die vorgehend erwähnte, hier nicht gezeigte für Warmgut geeignete Keimseparation zwischen Austragvorrichtung und Zwischenüberhebung zum gewählten Trockner zwecks Ausdarrung eingeschaltet werden. Die für das Ausdarren gewünschte Abstufung der Temperaturen für verschiedene Malzarten läßt sich bei den relativ hohen, durch mehrere Stockwerke reichenden Radiatoren- oder Dächertrocknern besonders vorteilhaft vorwählen und präzise regulieren.

Zusammenfassend ist folgendes festzuhalten: Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Anlage zum kontinuierlichen Mälzen von cerealem Korngut. Das Gut wird von einer Aufgabevorrichtung kommend vorwiegend auf schrägen Förderbahnen mit wechselnder Bewegungsrichtung als Gutstrom durch Schwerkraft nach unten bewegend von Belüftungs-, Kühlungs-, Befeuchtungs- und Trockenmedien beaufschlagt und durch eine Austragvorrichtung als Schwelk- oder Fertig-Malz ausgetragen. Der Gutstrom bildet dabei eine abwärts strömende Gutschicht, die im Übergabebereich zwischen zwei Förderbahnen abschnittsweise in einen oberen und einen unteren Teilstrom aufgeteilt wird, wobei die Teilströme anschließend wieder zusammengeführt werden. Das kontinuierliche Verfahren bietet wesentliche wirtschaftliche Vorteile bei dem benötigten umbauten Raum und beim Energiebedarf.


Anspruch[de]
Verfahren zum kontinuierlichen Mälzen von cerealem Korngut, bei dem sich das Gut von einer Aufgabevorrichtung kommend vorwiegend auf schrägen Förderbahnen mit wechselnder Bewegungsrichtung als Gutstrom durch Schwerkraft nach unten bewegend von Belüftungs-, Kühlungs-, Befeuchtungs- und Trocknungsmedien beaufschlagt und durch eine Austragvorrichtung als Malz ausgetragen wird, wobei der Gutstrom eine abwärts strömende Gutschicht bildet, dadurch gekennzeichnet, daß die abwärts strömende Gutschicht im Übergabebereich zwischen zwei Förderbahnen abschnittsweise in mindestens einen oberen und einen unteren Teilstrom aufgeteilt wird und daß die Teilströme anschließend wieder zusammengeführt werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß den Förderbahnen und den Übergabebereichen zwischen den Förderbahnen längs und/oder quer zur Strömungsrichtung des Gutstroms erstreckte, stauzonenfüllende Strömungskörper zugeordnet werden. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß von der abwärts strömenden Gutschicht (54) auf die schrägen Förderbahnen (4) bzw. die darauf abwärts gleitende untere Gutzone ausgeübte Vertikaldruck etwa dem Schubdruck des Gutstroms (54) gegen die quer zur Laufrichtung angeordnete als Träger (6) ausgebildete Begrenzungswand jenseits des Übergangsbereichs zur nachfolgenden Förderbahn bzw. gegen die daran entlang abwärts gleitenden Gutzone entspricht, und daß zur Einhaltung des Schubdrucks dem für das Abwärtsrutschen erforderlichen Neigungswinkel der Förderbahnen (4) unter Berücksichtigung der Reibungszahl für gleitende Reibung von Korngut die zulässige Länge der Förderbahnen (4) zugeordnet ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß flüssige und gasförmige Prozeßmedien quer zur Laufrichtung auf beiden Seiten der abwärts strömenden Gutschicht (54) in querschnittmäßig für die erforderliche Luftleistung bemessenen, begehbaren, stirnseitig beaufschlagbaren Seitenkanälen (23, 25) zu- bzw. abgeleitet werden, daß zur Erzielung einer strömungsgünstigen Medienführung zur Gutschichtoberfläche hin bzw. von ihr weg die Seitenkanäle (23, 25) vorzugsweise in gesamter Breite der abwärts strömenden Gutschicht (54) seitlich mit den oben von der Unterseite einer Förderbahn (4) und unten von der Oberseite der Gutschicht (54) begrenzten Räumen (53) durch Öffnungen (52) in Verbindung stehen, welche zwischen in großen Abständen fluchtend übereinander quer zur Laufrichtung horizontal erstreckten gutschichtbegrenzenden Trägern (6) der Förderbahnen (4) gebildet sind. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß Prozeßluft überwiegend von oben in die abwärts strömenden Gutschicht (54) eingepreßt oder -gesaugt wird und durch die Übertrittsöffnungen zwischen zwei Förderbahnen (4) entweichend das darin absinkende zu mälzende Gut durchströmt. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderbahnen glatte, unperforierte Oberflächen aufweisen. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß über die Förderbahnen Zusatzpreßluft in den Gutstrom eingeleitet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Gutstrom im Keimbereich sowohl mittels durchströmender Kühlluft als auch durch Kontaktkühlung gekühlt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Kontaktkühlung gekühlte, den Gutstrom begrenzende Flächen und/oder innerhalb des Gutstroms in Abständen angeordnete stationäre oder bewegliche, von Kühlflüssigkeit durchströmte Kühlkörper vorgesehen sind. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Gutstrom auf der Förderbahn im Schwelkbereich mittels mehrstufiger Warmluftbeaufschlagung und/oder mittels Kontaktbeheizung aufgeheizt wird. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Warmluftbeaufschlagung mittels innerhalb des Gutstroms in dessen Laufrichtung erstreckter Belüftungsdächer für zusätzliche Warmlufteinleitung, und die Kontaktbeheizung mittels beheizter, den Gutstrom begrenzender Flächen und/oder innerhalb des Gutstroms angeordneter stationärer oder beweglicher Heizkörper durchgeführt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß entlang der abwärts strömenden Gutschicht eine definierte Temperaturabstufung eingestellt wird, wobei die Temperatur der Kühl- oder Heizkörper bzw. -flächen sowie der Menge und Temperatur der anteilig benötigten Prozeßmedien durch elektrisch ansprechende Regelorgane entlang der Strömungsstrecke automatisch geregelt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die abwärts strömende Gutschicht (54) entlang der Strömungsstrecke mittels quer zur Strömungsrichtung hin und her verfahrbarer Wellen (16) oder stationärer, innerhalb des Übergabebereichs zwischen zwei Förderbahnen horizontal installierter, drehender, mit Auflockerungsmitteln bestückte Wellen (17) aufgelockert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Verweilzeit der Gutschicht zwischen der Aufgabevorrichtung und der Austragvorrichtung dadurch einstellbar ist, daß bei stets gleichbleibender Gutschichthöhe die Durchsatzleistung erhöht oder gesenkt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Korngut in der abwärts strömenden Gutschicht nach dem Schwelkbereich durch einen Dächer-, Radiatoren-, Röhrenbündel- oder Fließbett-Trockner ausgedarrt wird. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das zu mälzende Korngut nach dem Schwelken und vor dem Einlauf in einen zum Ausdarren und Kühlen dienenden Trockner entkeimt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung einer kontinuierlich zunehmenden Füllung mit zu mälzendem Korngut die Förderbahnen und ihre Übergabebereiche vor Betriebsbeginn zunächst zwischen der arretierten Austragvorrichtung unten und der Aufgabevorrichtung oben mit einer strömenden Gutschicht aus trockenem körnigen Staugut aufgefüllt werden, welches nach anschließendem Start der Austragvorrichtung und beginnender Abwärtsbewegung des Staugutes einen von der Aufgabevorrichtung her darauf auflaufenden, für den Dauerbetrieb mit gleichmäßiger Geschwindigkeit gemeinsam abwärts wandernden, Förderbahn nach Förderbahn belegenden und sukzessive von Prozeßmedien beaufschlagten Gutstrom des zu mälzenden Kornguts folgt, welches nach Passieren der Austragvorrichtung separat abgeführt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß bei Betriebsende eine definierte Menge trockenen körnigen Stauguts auf den absinkenden oberen Bereich des zu mälzenden Korngutes als Prozeßmediensperre aufläuft und mit diesem gemeinsam absinkend nach Passieren der Austragvorrichtung separat abgeführt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß der gleichbleibende Füllungsgrad eines zwischen der Aufgabevorrichtung und der ersten schrägen Förderbahn angeordneten Aufgabebehälters mittels elektrisch ansprechender Melde- bzw. Regelorgane bei kontinuierlichem Dauerbetrieb eingehalten wird. Anlage zum kontinuierlichen Mälzen von cerealem Korngut, bei der das Korngut vorwiegend auf schrägen Förderbahnen mit wechselnder Bewegungsrichtung als abwärts strömende Gutschicht durch Schwerkraft nach unten bewegbar und durch eine Austragsvorrichtung austragbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß im Übertrittsbereich zwischen zwei aufeinanderfolgenden Förderbahnen mindestens ein gewölbter, gerader oder abknickender quer zur Strömungsrichtung etwa in der Mitte der Gutschicht horizontal längs erstreckter und parallel oder in kleinem Winkel zur Förderbahn quer erstreckter Gutschichtteiler (55, 56) vorgesehen ist, der den Übertrittsbereich vorzugsweise bis zur Hälfte überdeckend mit einer oberen Schneide (59) bevorzugt etwa oberhalb der Förderbahnkante (61) ansetzt und der mit einer unteren Schneide (60) etwa in der Mitte des Übertrittsbereichs zur nachfolgenden Förderbahn endet. Anlage nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gutschichtteiler (55) eine verschiebliche Leitfläche (57) zugeordnet ist. Anlage nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Gutschichtteiler (55, 56) Hohlräume (58) für die Durchleitung von Prozeßmedien aufweisen. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass in den von Förderbahnen (4) und den die Gutschicht begrenzenden, in Strömungsrichtung erstreckten Seitenwänden (5) und/oder als Träger (6) ausgebildeten Begrenzungswänden und/oder den Zwischenträgern (7) gebildeten Kehlbereichen jeweils Strömungskörper (8) vorgesehen sind, deren Oberflächen als mehrfach geknickte oder einfache steile Schrägen (9) und/oder Ausrundungen (10) ausgebildet sind. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass oben an den den Übertrittsbereich der Gutschicht zur darunter folgenden Förderbahn quer zur Strömungsrichtung als Träger (6) ausgebildeten Begrenzungswänden ein quer erstreckter vorzugsweise vertikal verschieblicher Strömungskörper (11) vorgesehen ist, dessen Unterseite eine die Oberseite der absinkenden Gutschicht leitende Ausrundung (10) oder mindestens eine leitende Schräge aufweist. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß in der Gutschicht (54) in Strömungsrichtung von Kühlflüssigkeit durchflossene Rohre oder flächige Körper (14) erstreckt sind, deren Zuleitungsrohre (63) und Ableitungsrohre (64) in den Seitenkanälen (25) verlaufen und/oder daß wahlweise in den die Gutschicht begrenzenden Trägern (6), schrägen Förderbahnen (4), Seitenwänden (5), Zwischenträgern (7) und/oder Gutschichtteilern (55, 56) von Kühlflüssigkeit durchflossene Leitungen oder Rohre (13) angeordnet sind, deren Zuleitungsrohre (65) und Ableitungsrohre (66) vorzugsweise in den Seitenkanälen (25) verlaufen. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderbahnen aus Blech bestehen und von unten durch Prozeßluft oder durch von Kühlflüssigkeit durchströmte tragende Hohlprofile gekühlt werden. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß Belüftungsdächer für mehrstufige Warmluftzuführung vorgesehen sind, wobei die Belüftungsdächer (22) durch die Träger (6) gehend stirnseitig offen von Warmluft führenden Seitenkanälen (23) aus beaufschlagt sind. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß im Schwelkbereich (36) Heizkörper und -flächen zur Kontakterwärmung der Gutschicht angeordnet sind, daß in der Gutschicht (54) in Strömungsrichtung von Heizflüssigkeit durchflossene Rohre oder flächige Körper (14) erstreckt sind, deren Zuleitungsrohre (67) und Ableitungsrohre (68) in den Seitenkanälen (23, 25) verlaufen und/oder daß in den die Gutschicht begrenzenden Trägern (6), Seitenwänden (5), Zwischenträgern (7) und/oder Gutschichtteilern (55, 56) wahlweise von Heizflüssigkeit durchflossene Leitungen oder Rohre (13) angeordnet sind, deren Zuleitungsrohre (67) und Ableitungsrohre (68) in den Seitenkanälen (23, 25) verlaufen. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb des Schwelkbereichs eine über dessen Breite quer zur Strömungsrichtung der Gutschicht erstreckte Austragvorrichtung, darauffolgend mindestens ein Sammelförderer, eine Entkeimungsmaschine und ein Förderelement zum Trockner vorgesehen sind. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise innerhalb des Gutstroms in Strömungsrichtung erstreckte, zwischen Trägern (6) eingebundene und mit ihrer darunterliegen zugehörigen Förderbahn tragend verbundene Zwischenträger (7) vorgesehen sind, die auf ihrer Oberseite nach oben und unter ihrem in die Übertrittsöffnung ragend erstreckten Teil nach unten beliebig ausgebildete Längsdächer (15) aufweisen. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass für hohe Produktionsleistungen mehrere Förderbahnen wechselnder Bewegungsrichtung aufweisende Systeme parallel nebeneinander angeordnet sind und vorzugsweise aus einem gemeinsamen Aufgabebehälter mit Korngut beaufschlagbar sind, wobei zwischen den bevorzugt spiegelbildlich zueinander angeordneten Systemen Trennwände entfallen, so daß hierdurch gemeinsame Seitenkanäle (25) gebildet werden, die jeweils zur Zu- oder Ableitung von Prozessmedien für beide Systeme dienen. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 31, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Trägern (6) und Außenwänden (24) und/oder zwischen Trägern (6) zweier Produktionseinheiten vorzugsweise als begehbare Stockwerke ausgebildete, für Zu- oder Ableitung von Prozeßmedien stirnseitig oder seitlich beaufschlagbare oder besaugbare Seitenkanäle (23, 25) vorgesehen sind, welche mittels der bevorzugt über ihre ganze Länge zwischen den Trägern (6) erstreckten Öffnungen (52) mit dem jeweils zwischen Gutschicht (54) und Unterseite der darüber angeordneten Förderbahn (4) gebildeten Raum (53) in Verbindung stehen, wobei mehrere zur Zuleitung von Prozeßluft dienende parallel erstreckte Seitenkanäle (23, 25) eines Stockwerks vorzugsweise von einem jeweils stirnseitig angeordneten Zuleitungs-Querkanal (26, 27) aus gemeinsam beaufschlagbar sind und wobei mehrere im Keimbereich zur Ableitung von seitlich einströmender Prozeßluft dienende Seitenkanäle eines Stockwerks vorzugsweise an einem Ende in einen jeweils stirnseitig erstreckt angeordneten Ableitungs-Querkanal (28) mit vorgesetzter automatischer Stellklappe (47) münden und an ihrem anderen Ende eine Öffnung ins Freie (49) aufweisen und wobei mehrere zur Ableitung von Prozeßluft im Schwelkbereich dienende Seitenkanäle (25) eines Stockwerks vorzugsweise in einen stirnseitig erstreckt angeordneten Rückgewinnungs-Querkanal (29) münden, welcher mit einer Wärmerückgewinnungsanlage (42) in Verbindung steht. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 32, dadurch gekennzeichnet, daß in einer quer zur Strömungsrichtung jenseits der Förderbahnen wechselnder Bewegungsrichtung angeordneten Wärmerückgewinnungsanlage (42) gewonnene vorgewärmte Prozeßluft einem diesseits der Förderbahnen angeordneten Schwelk-Ventilator (30) mittels im Bereich der Seitenkanäle (25) angeordneter quer zur Strömungsrichtung der Gutschicht (54) erstreckter Rückluft-Seitenkanäle (39) zugeführt wird. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 33, dadurch gekennzeichnet, daß die lichte Querschnittsbreite eines Systems von Förderbahnen (4) wechselnder Bewegungsrichtung und ihrer Übertrittsbereiche zwischen den beidseitig begrenzten Trägern (6) der zwei- bis dreifachen Breite der Übertrittsöffnungen zwischen den Förderbahnkanten (61) und den Trägern (6) entspricht. Anlage nach einem der Ansprüche 20 bis 34, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufgabevorrichtung aus einem troglosen, in das Korngut eines darunter angeordneten, quer zur Strömungsrichtung über die Breite der abwärts strömenden Gutschicht (54) erstreckten, unten offenen Aufgabebehälters (1) eingebetteten offenen Schneckengewinde (2) in Kombination mit zugeordneten elektrisch ansprechenden Organen (3) besteht, welche die Zuführleistung zum Aufgabebehälter und/oder die Austragleistung nach den Förderbahnen für gleichbleibendes Füllungsniveau des Aufgabebehälters bei jeder angewählten Durchsatzleistung regeln.






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