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Dokumentenidentifikation DE202007007508U1 08.11.2007
Titel Verlegware
Anmelder Dronia, Damian, 51377 Leverkusen, DE
Vertreter Bauer-Vorberg-Kayser, 50968 Köln
DE-Aktenzeichen 202007007508
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.11.2007
Registration date 04.10.2007
Application date from patent application 22.03.2007
File number of patent application claimed 10 2007 014 496.4
IPC-Hauptklasse E04F 13/14(2006.01)A, F, I, 20070524, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Verlegeware.

Gattungsgemäße Verlegeware ist hinreichend bekannt. Beispielsweise sind dies Fliesen, Kacheln, Paneelen etc., die mit einer optisch ansprechenden Schicht beschichtet sein können, die aber auch selbst aus einem optisch ansprechenden Material bestehen können (z. B. Steinzeug, Natursteinfliesen). Verlegeware kann unmittelbar auf die zu beschichtende Fläche aufgebracht werden, sie kann aber auch Trägerplatten oder ähnlichem befestigt werden. Dies ist z. B. dann notwendig, wenn die Unterseite der Verlegeware für eine Befestigung auf einen Untergrund ungeeignet ist.

Die Möglichkeiten derartige Verlegeware in verschiedenen Ausführungsformen und unterschiedlichen farbigen Ausgestaltungen, von schlichten, einfachen Farbgebungen über verschiedene Muster, bis hin zu Malereien, herzustellen, sind in der Praxis bekannt. So offenbart beispielsweise die DE 697 01 983 T2 ein Verfahren, bei dem es möglich ist, Ziersteinmaterialien mit haltbaren bunten Malereien zu dekorieren.

Ferner sind Herstellungsverfahren von Platten, Fliesen und Panellen aus Agglomeratmaterialien bekannt, die aus verschiedenen Materialien, wie beispielsweise Sand, Quarz, Glas, Keramik, Holz, etc. bestehen und mit Bindemittel aus Harzen gebunden werden. Dabei werden die verschiedenen Materialien zerkleinert, gemischt und mit dem Klebemitteln vermengt. Anschließend wird das Agglomerat gepresst, gehärtet, geschliffen, poliert und zugeschnitten. Als Nachteil erweist sich hierbei, dass die natürlich gewachsenen Strukturen der Ausgangsmaterialien beim Zerkleinern zerstört werden. So ist es nicht möglich verschiedene Oberflächen so zu gestalten, dass diese eine wie in der Natur natürlich vorkommende, kristalline Struktur aufweisen.

Ein Mineral ist ein natürlich vorkommender Feststoff mit einer einheitlichen chemischen Zusammensetzung und einem auch auf mikroskopischer Ebene gleichförmigen Aufbau. Die meisten Minerale sind kristallin. Natürlich gewachsene Kristallstrukturen kommen in der Natur häufig in Hohlräumen von Gesteinen vor. Diese können mit Kristallen verschiedener Arten gefüllt sein und werden als Druse oder Geode bezeichnet. Bei der Druse ist die Wand des Hohlraums von Kristallen bedeckt, bei der Geode hingegen ist der gesamte Innenraum von Kristallen ausgefüllt.

In der vorliegenden Anmeldung werden natürlich gewachsenen Kristallstrukturen als Rohstücke, bzw. Stufe bezeichnet. Die Stufen teilen sich in zwei Bereiche auf, einen durchgefärbten Teil und einen nicht durchgefärbten Teil. Der durchgefärbte Teil zeichnet sich wiederum durch seine natürlich gewachsene Krone, mit frei kristallisierten Mineralen aus. Die zeigen äußerlich eine feste geometrische Form mit wohldefinierten natürlichen Flächen, die in festen Winkeln zueinander stehen. Dieser Teil der Stufe wird auch als Farbe bezeichnet, wohingegen der nicht eingefärbte Teil Wurzel genant wird.

Die oben beschriebenen Rohstücke sind in der Regel zwar sehr dekorativ, allerdings ist eine weitere Verwendung als Dekorationsmaterial, beispielsweise auf Fliesen, Platten und/oder Panellen so gut wie nicht möglich. Im Verhältnis sind die einzelnen Stücke zu groß, bzw. zu dick und weisen ein zu hohes Gewicht auf. Entsprechend besteht ein Interesse daran, den optisch überflüssigen, nicht eingefärbten Teil, also die Wurzel, von dem für Dekorationszwecke interessanten Teil, der Farbe, zu trennen, ohne dabei die natürlich gewachsenen Kristallstrukturen zu zerstören.

Problematisch ist, dass das kristalline Gefüge zerfällt, sobald die Farbe von der Wurzel getrennt wird.

Amethystkristalle zerfallen in der Regel schon vor dem Brennen beim Zuschnitt. Spätestens beim anschließenden Brennen verlieren die Kristalle der Amethyststufen den Halt untereinander, so dass auch hier das kristalline Gefüge beim Trennen der Farbe von den Kristallwurzeln zerfällt. Die Hohlräume zwischen den Kristallen sind nach dem Brennen größer als beim ungebrannten Amethysten.

Citrin beispielsweise ist die gelb gefärbte Varietät des Quarzes. Je nach Herkunft des Citrins und Ursache der Färbung variiert der Farbton von blass grünlich gelb über orange bis zu braun orange. Natürliche Citrine sind jedoch selten, so dass im Handel fast ausschließlich künstliche Citrine oder umgefärbte Quarze vertrieben werden. Eine Variante der Citrin Herstellung beruht darauf, dass violette Amethyste beim Erhitzen auf 300 bis ca. 700°C ihre violette Farbe verlieren und sich wie ein Citrin orange-gelb bis braun färben. Da aber die Kristalle der Amethyststufen, wie bereits beschrieben, beim Brennen den Halt untereinander verlieren, ist es nicht möglich künstliche Citrine herzustellen, die ein natürlich gewachsenes zusammenhängendes Gefüge aufweisen.

Im Stand der Technik ist derzeit kein Verfahren bekannt, Verlegeware herzustellen, die die Oberflächenstruktur von natürlich gewachsenen Kristallstrukturen aufweist und für Dekorationszwecke, wie beispielsweise der Weiterverarbeitung mit den oben genannten Platten, Panellen und/oder Fliesen geeignet ist.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Verlegeware bereitzustellen, die eine natürlich gewachsenen Kristallstruktur aufweist, aber dennoch für eine weiter Verwendung, wie beispielsweise eine Weiterverarbeitung mit den oben genannten Platten, Paneelen und/oder Fliesen geeignet ist.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Verlegeware und ein Verfahren zur Herstellung einer Verlegeware gelöst, deren Oberfläche aus einer natürlich gewachsenen Kristallstruktur besteht, die durch ein Bindemittel zusammengehalten wird. Durch das Bindemittel ist es möglich, das Gewicht und die Größe der jeweiligen Kristallstufen zu reduzieren, ohne dass die natürlich gewachsenen Kristallstrukturen auseinanderfallen.

Erfindungsgemäß kann die Verlegeware aus verschiedenen Kristallstrukturen, wie beispielsweise der Kristallstrukturen von Citrin, Amethyst, Quarz, Pyrit, etc. bestehen, je nachdem welche Art Kristallstufe bzw. welche Rohrstücke verwendet werden.

Vorzugsweise kann das Bindemittel in Zwischenräume der natürlich gewachsenen Kristallstruktur eingebracht werden und ein transparentes Klebemittel aus Kunstharz, wie beispielsweise ein farbloser Zweikomponentenkleber auf Epoxidharzbasis sein.

In einer weiterführenden Ausführungsform kann die Verlegeware durch ein Bindemittel mit einer Trägerplatte verbunden sein, die aus verschiedenen Materialien, wie beispielsweise Glas, Plexiglas, Keramik bestehen und die unterschiedlichsten Formen und Farben aufweisen kann.

Vorzugsweise ist die Oberfläche der erfindungsgemäßen Verlegeware durch das Bindemittel versiegelt, so dass sich keine Verunreinigung, wie Keime oder Pilze in den Zwischenräumen bilden kann.

Die Kristallgröße der Verlegeware beträgt vorzugsweise 0,2 mm bis 25 cm.

In der vorliegenden Beschreibung werden insgesamt drei vom Erfinder bevorzugte Herstellungsverfahren vorgestellt, die je nach Bedarf anwendbar sind. Mögliche andere Verfahren zur Herstellung erfindungsgemäßer Verlegeware sollen durch die hier beschriebenen Verfahren nicht ausgeschlossen werden.

Bei allen beschriebenen Verfahren steht im Vordergrund, dass durch eine starke Reduzierung des Flächengewichts der Rohware, die oben genannte Aufgabe, eine Verlegeware bereitzustellen, deren Oberfläche die natürlich gewachsenen Kristallstrukturen der Farbe aufweist, erfüllt werden soll.

Bevor die einzelnen Kristallstufen verarbeitet werden, sollten sie von eventuellen Verunreinigungen befreit werden. Dies kann in mehreren Schritten erfolgen, in denen beispielsweise eine Nassreinigung und eine anschließende Trocknung vorgesehen ist, damit das zugeführte Restwasser wieder verdunsten kann.

1. Verfahren

Bei diesem Verfahren wird das Bindemittel direkt, z. B. von Oben, in die Zwischenräume der natürlich gewachsenen Kristallstrukturen eingebracht, wobei das Bindemittel vorzugsweise ein transparentes Klebemittel aus Kunstharz, wie beispielsweise ein farbloser Zweikomponentenkleber auf Epoxidharzbasis ist. Das fertige Bindemittel wird vorteilhaft mit Hilfe von dünnen Kanülen in die Zwischenräume der Kristalle gespritzt. Die Kanülen weisen in der Regel eine Innenweite von 0,5 bis 0,8 Millimeter auf, können aber bei Bedarf auch jede andere Innenweite haben. Der für das Ausspritzen des Klebers in die Kristallzwischenräume benötigte Druck wird beispielsweise von einem Perfusor® erzeugt. Grundsätzlich besteht aber auch die Möglichkeit, den Druck manuell zu erzeugen oder andere zweckmäßige Geräte zu verwenden. Dabei dringt das Bindemittel aufgrund der Kappilarwirkung tiefer in die Kristallzwischenräume ein, als die Kanülen selber. Auf diese Weise werden die Kristallzwischenräume bis weit in die Wurzel hinein fest miteinander verbunden.

Vor der weiteren Verarbeitung sollten die einzelnen, bereits mit Bindemittel versehenen Rohstufen aushärten. Die mögliche Dauer der Aushärtung hängt dabei von äußeren Umständen, wie beispielsweise der Temperatur, der Luftfeuchte und dem verwendeten Bindemittel ab, liegt aber in der Regel bei circa 24 Stunden. Das Mischungsverhältnis möglicher Bindemittel hängt wiederum von den Herstellerangaben ab und sollte vorteilhafterweise von diesen nicht abweichen.

Anschließend können die verbundenen Kristallwurzeln zugeschnitten werden, wobei die natürlich gewachsene Kristallstruktur nicht mehr auseinander fällt. Der Zuschnitt selber erfolgt bevorzugt auf einer Edelsteinsäge. Nach der erfolgten Trennung der Farbe von der Wurzel ist es von Vorteil, wenn die Unterseite, also die von der natürlich gewachsenen Kristallstruktur abgewandten Seite, bzw. die Schnittseite glatt geschliffen und poliert wird, wodurch eine mögliche Weiterverarbeitung der Verlegeware erleichtert wird.

In einer bevorzugten Ausführungsform kann die erfindungsgemäße Verlegeware nicht nur direkt auf eine zu beschichtende Fläche beispielsweise eine Zimmerwand oder -decke aufgetragen werden, sondern auch durch das gleiche oder ein ähnliches Bindemittel mit Trägerplatten verbunden werden. Die Trägerplatten können aus verschiedenen Materialien, wie beispielsweise Glas, Plexiglas, Keramik bestehen und verschiedene Formen und Farben aufweisen.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Oberfläche der Verlegeware in einem weiteren Schritt dauerhaft versiegelt wird. Auf diese Weise kann einer Verunreinigung der Oberfläche durch beispielsweise im Wasser vorkommenden Kalk und anderen Elementen entgegengewirkt werden. Auch die Bildung von Keimen und Pilzen in den Kristallzwischenräumen kann verringert oder sogar vermieden werden. Dies ist besonders vorteilhaft bei einer Verwendung der Verlegeware in Sanitärräumen.

2. Verfahren

Dieses Verfahren erfolgt weitestgehend analog zum ersten Verfahren. Allerdings wird hierbei das Bindemittel nicht direkt in die Zwischenräume der natürlich gewachsenen Kristallstrukturen eingebracht, sondern es werden in die Stufe, zwischen Farbe und Wurzel, möglichst direkt unterhalb der Farbe, mit einem Bohrer, vorzugsweise einem Diamantbohrer, Löcher gebohrt. In diese Löcher wird das Bindemittel eingebracht, wobei die Löcher so nah aneinander gebohrt werden sollten, dass eine vollflächige Verklebung der Wurzeln gewährleistet werden kann. Die anschließende Weiterverarbeitung erfolgt wie im 1. Verfahren.

3. Verfahren

Bei diesem Verfahren wird als Bindemittel eine Art Schleifkitt verwendet. In einem ersten Schritt müssen die einzelnen Stufen erwärmt werden, damit der nötige Halt zwischen dem Schleifkitt und der natürlich gewachsenen Kristallstruktur gewährleistet ist. Die Art der Erwärmung sollte dabei so gewählt sein, dass eine Verunreinigung der natürlich gewachsenen Kristallstruktur vermieden wird. Als besonders vorteilhaft hat sich hierbei die Erwärmung auf einer Elektroplatte erwiesen.

Sind die Stufen erwärmt, können diese mit einem verflüssigten Schleifkitt überzogen werden. Auch bei diesem Verfahren sollten die mit Bindemittel versehenen Stufen anschließend vor der weiteren Verarbeitung aushärten. Nach dem Aushärten des Schleifkitts bleiben die Kristalle fixiert und lassen sich zuschneiden, ohne sie beim Trennen der Farbe von der Wurzel auseinander fallen.

Die abgeschnittene Verlegeware wird anschließend entweder direkt auf die endgültig zu beschichtende Fläche oder auf eine Trägerplatte aufgetragen. Anschließend wird die Verlegeware bzw. der Schleifkitt wieder erwärmt, so dass der Schleifkitt wieder von der natürlich gewachsenen Kristallstruktur abgezogen werden kann. Eine Reinigung der Kristallstruktur, beispielsweise mit einer alkoholhaltigen Lösung ist von Vorteil.

Grundsätzlich können alle drei Verfahren auch miteinander kombiniert werden. Wesentlich ist auch, dass die Trennung der Farbe von der Wurzel in der Regel nicht exakt möglich ist, vielmehr ist der Übergang der Stufe von der Wurzel in die Farbe und damit auch die Position der Trennung, fließend. Um die Farbe möglichst sicher zu erhalten, erfolgt die Trennung meist im Bereich der Wurzel, möglichst nahe an der Farbe. Das Bindemittel kann also auch den an die Farbe angrenzenden Bereich der Wurzel verkleben, was automatisch dazu führt, dass auch die Farbe nicht auseinander fällt.

Bei allen drei Verfahren kann die erfindungsgemäße Verlegeware auf einer Fläche, wie z. B. einer Trägerplatte, einem Tisch, einer Wand oder einer Arbeitsplatte aneinander gefügt werden. Dabei ist es möglich, dass einzelne Kristalle von der Verlegeware abgebrochen werden müssen, damit sich aneinandergrenzende Verlegewaren besser zusammenfügen können. Auch kann es notwendig werden, dass einzelne Zwischenräume aneinandergrenzender Verlegeware mit einzelnen Kristallen ausgefüllt werden müssen, damit eine einheitlichere Gesamtstruktur entsteht. Für derartige zusätzliche Arbeiten kann es vorteilhaft sein, das Bindemittel zu verwenden, das auch für die Herstellung der Verlegeware verwendet wurde.

Es ist möglich, die Verlegeware an beliebige Formen oder Farben anzupassen.

Eine mögliche Ausführungsform einer genannten Trägerplatte kann aus Glas bestehen. Glas ermöglicht eine sehr hohe Festigkeit des fertigen Produkts. Dabei kann die Verlegeware durch ein geeignetes Bindemittel mit dem Glas fest verbunden werden. Einscheibensicherheitsglas kann verwendet werden, wenn eine Sollbruchstelle notwendig ist. Diese kann mit geeigneten Zuschnittgeräten oder Maschinen erzeugt werden. Des Weiteren kann auch Verbundsicherheitsglas als Trägerplatte verwendet werden, wenn beim Einbau oder der späteren Verwendung hohe Drücke auftreten können und wenn keine vordefinierte Sollbruchstelle notwendig ist. Bei einer möglichen Verarbeitung mit Plexiglas wird dieses in einer bevorzugten Stärke ab 0,5 bis 1,0 Millimetern verwendet. Plexiglas hat den großen Vorteil, dass bei Bauten mit eingeschränktem oder vorgeschriebenem Gewicht eine deutliche Reduzierung der Gesamtlasten und eine sehr geringe Aufbauhöhe erreicht werden kann.

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform können auch farbige Glasarten oder Plexiglas in den Farbtönen der einzusetzenden Steine verwendet werden. Dadurch kann die natürliche Farbgebung der einzusetzenden Mineralien, unterstützt werden. Die Intensität der Lichtdurchlässigkeit kann entsprechend variabel eingestellt werden. Vorteilhaft ist, wenn die Oberfläche der Trägermaterialien auf der Seite, auf der die Verlegeware angebracht wird glatt und auf der anderen Seite matt, rau, bzw. sandgestrahlt ist.

Erfindungsgemäße Verlegeware findet seine Verwendung in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen. In der Bauindustrie kann die Verlegeware beispielsweise als Wandverkleidungen, Deckengestaltungen und flächenartige Raumdekorationen eingesetzt werden. Aufgrund des geringen Gewichts und der geringen Aufbauhöhe eignet sich die Verlegeware auch für einen Einsatz in Bereichen, in denen eine geringe Masse maßgeblich ist, so z. B. im Kreuzfahrtschiff-, Motoryacht- und Yachtbau. In der Hotel- und Gastronomiebranche kann die Verlegeware beispielsweise als Dekoration in Wellnessbereichen und Restaurants eingesetzt werden.

Auch in der Schmuckindustrie kann die Verlegeware beispielsweise bei der Gürtelschnallen-, Kettenanhänger-, Krawatten-, Broschen- oder Ringherstellung eingesetzt werden. So wird beispielsweise bei der Anhängerherstellung besonders viel Wert auf die Rückseite gelegt. Eine mögliche Anhängerherstellung mit Verlegeware könnte wie folgt aussehen: Die Rückseite eines Verlegewarestückes wird geschliffen und poliert. Ferner kann ein weiteres, gleich großes Stück Verlegeware aus der gleichen Stufe hergestellt werden, bei dem alle Seiten, sowohl die Rückseite als auch die vordere Seite mit der natürlich gewachsenen Kristallstruktur geschliffen und poliert werden. Anschließend können die beiden Teile mittels Bindemittel zusammengeklebt und die Ränder ebenfalls geschliffen und poliert werden. Auf diese Weise würde ein Anhänger mit einer farblich stimmigen, aber dennoch glatt polierten Rückseite und einer Vorderseite mit natürlich gewachsener Kristallstruktur entstehen.

Und auch wäre eine Verwendung der Verlegeware in Verbindung mit Massagematten in der Physiotherapie denkbar.

Im Bereich der Sanierung, in Altbauten, bei Modernisierungen, beim Schiffsbau oder Leichbau oder bei Dekorationen kann die Weiterverarbeitung der Verlegeware beispielsweise entweder auf Plexiglasträgern oder direkt auf die zu verkleidende Oberfläche erfolgen.

Grundsätzlich gibt es keine festen Grundformen der Verlegeware. Diese ergeben sich immer aus den jeweiligen Anwendungsbereichen und den Wünschen der Abnehmer.

Nachfolgend werden die in der Beschreibung verwendeten Begriffe der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher beschrieben. Dabei zeigt

1 eine Stufe, bzw. ein Rohstück,

2 eine bereits getrennte Stufe, mit einer nicht eingefärbten Wurzel und einer eingefärbten Farbe,

3 eine fertige Verlegeware

Zunächst wird auf 1 Bezug genommen, in der beispielhaft eine Stufe 60, bzw. ein Rohstück veranschaulicht werden soll. Diese teilt sich in einen nicht eingefärbten Teil, die Wurzel 61 und einen eingefärbten Teil, die Farbe 61 auf. Die Farbe 61, weist eine Oberfläche 40 in Form einer natürlich gewachsenen Kristallstruktur 20 auf. Die natürlich gewachsene Kristallstruktur 20 wird in der Wurzel 62 zusammengehalten. Bei einer Trennung der Farbe 61 von der Wurzel 62 würde die natürlich gewachsene Kristallstruktur 20 ihren Zusammenhalt verlieren und zerstört werden. Um dies zu verhindern wird in Zwischenräume 21 der natürlich gewachsenen Kristallstruktur 20 ein Bindemittel 30 eingebracht, bevor die Farbe 61 von der Wurzel 62 getrennt wird. Dadurch wird eine vollständige Verklebung der Kristallstruktur 20 erreicht. In einem alternativen Verfahren werden in die Stufe 60, zwischen Farbe 61 und Wurzel 62, möglichst direkt unterhalb der Farbe 61, mit einem Bohrer, vorzugsweise einem Diamantbohrer, Löcher 80 gebohrt. In die Löcher 80 wird anschließend das Bindemittel 30 eingebracht, so dass auch bei diesem Verfahren eine vollflächige Verklebung der Kristallstruktur 20 gewährleistet ist.

Bei allen Verfahren ist eine zerstörungsfreie Trennung der Farbe 61 von der Wurzel 62, wie in 2 dargestellt, möglich, sobald das Bindemittel 30 ausgehärtet ist. Aufgrund der Tatsache, dass die in 2 abgebildete Farbe 61 bereits durch ein Bindemittel 30 verklebt ist, bildet diese bereits die erfindungsgemäße Verlegeware 10 aus. 3 stellt eine erfindungsgemäße Verlegeware 10 dar. Deutlich zu erkennen sind die mit Bindemittel gefüllten Zwischenräume 21.

Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt. Diese dienen lediglich der Verdeutlichung der Erfindung.

10
Verlegeware
20
natürlich gewachsene Kristallstruktur
21
Zwischenräume
30
Bindemittel
40
Oberfläche der Verlegeware
50
Trägerplatte
60
Stufe, bzw. Rohstück
61
Farbe
62
Wurzel
70
Schleifkitt
80
Löcher


Anspruch[de]
Verlegeware (10), gekennzeichnet, durch eine Oberfläche (40) aus einer natürlich gewachsenen Kristallstruktur (20), die durch ein Bindemittel (30) zusammengehalten wird. Verlegeware (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kristallstruktur (20) aus einer Farbe (61) eines natürlich gewachsenen Minerals besteht. Verlegeware (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kristallstruktur (20) aus der Farbe (61) einer natürlich gewachsenen Stufe (60) aus der Gruppe der Mineralien Citrin, Amethyst, Quarz, Pyrit, besteht. Verlegeware (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel (30) in Zwischenräume (21) der natürlich gewachsenen Kristallstruktur (20) eingebracht ist. Verlegeware (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel (30) ein transparentes Klebemittel aus Kunstharz ist. Verlegeware (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlegeware (10) mit einer Trägerplatte (50) verbunden ist. Verlegeware (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (50) aus einem Material aus der Gruppe Glas, Plexiglas, Keramik besteht. Verlegeware (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (40) der Verlegeware (10) durch ein Bindemittel (30) versiegelt ist.






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