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Dokumentenidentifikation DE202007008284U1 08.11.2007
Titel Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze u.dgl.
Anmelder Wilke, Peter, 30455 Hannover, DE
DE-Aktenzeichen 202007008284
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.11.2007
Registration date 04.10.2007
Application date from patent application 13.06.2007
IPC-Hauptklasse E04D 13/00(2006.01)A, F, I, 20070613, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04D 13/18(2006.01)A, L, I, 20070613, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen.

Es ist ein bekannter, aber natürlicher Vorgang, dass sich auf fast allen, selbst glatten, glasierten, dem Wettereinfluss unterliegenden Flächen Algen, Moose, Pilze, Flechten usw. ansiedeln.

Somit sind Dächer jeglicher Art für das Risiko eines Bewuchsbefalles besonders gefährdet. Um diesen störenden Bewuchs mechanisch zu entfernen, bedarf es im Regelfall eines hohen Aufwandes, wobei diese Arbeit in bestimmten Zeitabständen wiederholt werden muss.

Zur Verhinderung dieses Bewuchses sind eine Reihe von Lösungen beschrieben worden.

Bekannterweise wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass ein Kupferfirst vorgesehen ist, der zusätzlich – zur Vergrößerung der Wirkungsoberfläche – eine Reinhaltungsmatte aufgelegt bekommt.

Diese Matte besteht im Regelfall aus einem Kupfergewebe oder -geflecht, welches durch die Vergrößerung der Oberfläche einen höheren Wirkungsgrad realisiert.

Diese Kupferblechflächen geben bei der Belastung, z.B. durch Regen, Spuren löslicher Salze, wie z.B. Kupfersulfat, ab. Dieses wirkt auf niedere Pflanzen, wie Moose, Flechten, Algen usw., schon in sehr geringen Mengen toxisch. Deshalb ist bereits nach relativ kurzer Zeit die Dachfläche vor störendem Bewuchs gesichert.

Eine weitere Dachfunktion ist der in letzter Zeit vermehrt anzutreffende Sonnenkollektor. Dies ist eine Vorrichtung zur Wärmegewinnung aus der Sonnenstrahlung, wobei die im Sonnenlicht enthaltene Energie gesammelt wird und entweder über Fotovoltaikanlagen oder Primärkollektoren die Energie des Sonnenlichtes in Nutzenergie umsetzt.

Sonnenkollektoren sind in den unterschiedlichsten Konstruktionsvarianten bekannt.

Während die Fotovoltaiksysteme über einen Wirkungsgrad von 10% – bei optimalen Bedingungen – kaum hinaus kommen, können bei den Solarkollektoren ohne Weiteres Wirkungsgrade zwischen 60% und 70% erreicht werden.

Bei den Kollektoren unterscheidet man üblicherweise:

Flachkollektoren mit herkömmlichem Dämmmaterial,

Vakuumröhrenkollektoren, die eine Dämmung durch Vakuum erreichen, aber sehr teuer in der Anschaffung sind,

Einfachabsorber, die z.B. als Niedertemperatur-Kollektoren zur Schwimmbaderwärmung verwendet werden sowie die

Schlichtbauart, nämlich ein dunkler wassergefüllter Behälter, der durch Sonneneinstrahlung aufgeheizt wird.

Die bei diesen Lösungen entstehende Wärme wird wie bekannt in thermischen Solaranlagen, z.B. zur Warmwasserbereitung, zur Verwendung der Energie bei der Raumheizung, z.B. in einem Niedrigenergiehaus oder auch mittels eines dazwischen geschalteten Saisonwärmespeichers, benutzt.

Bekannt sind auch so genannte Thermosyphonkollektoren, die für Solaranlagen ohne Pumpe konzipiert sind und nach dem Schwerkraft-Umlaufprinzip arbeiten.

Die vorbeschriebenen Kollektorsysteme werden wie bekannt zusätzlich auf dem Dach montiert und erfordern neben hohem Montageaufwand sowie der Herstellung spezieller Sonnenkollektoren einen speziellen Platzbedarf, da die optimale Einstrahlrichtung aus Gründen des Wirkungsgrades sichergestellt sein muss. Eine Reihe von Kollektoren werden wegen dieses Wirkungsgradprinzips dem Sonnenstand kostenintensiv und technologisch aufwändig nachgeführt.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die vorhandenen Lösungsprinzipien von Firstabdeckungen als Dachschutz vor Algen, Moosen, Pilzen usw. zu verbinden mit dem Sonnenkollektorprinzip, ohne die vorbeschriebenen Nachteile bekannter Sonnenkollektoren.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Firstabdeckungssystem – vorzugsweise aus Kupfer zur Verhinderung des Dachbewuchses – konstruktiv verbunden wird mit einem integrierten Solarkollektor im Baubereich des Firstabdeckungssystems.

Der Funktionsraum des Sonnenkollektors wird nach unten dicht abgeschlossen durch die Isolation, deren beide Enden mittels einer Klebedichtung mit dem Kupferblech des Dachfirstes verbunden sind.

Hierbei besteht die erfindungsgemäße Lösung aus dem Dachfirst, den Kollektorrohren, der zugeordneten Isolation und einer in den Kollektorrohren zirkulierenden frostsicheren Kollektorflüssigkeit.

Diese Konstruktion ist unter dem Dachfirst beiderseits der Firstlatte platziert. Üblicherweise sind links und rechts der Firstlatte je 2 Kollektorrohre vorgesehen, die untereinander – zur Optimierung der Wärmeübertragung – engen mechanischen Kontakt besitzen.

Zur Optimierung des Wirkungsgrades und zur Schaffung eines Heißraumes ist eine unter den Kollektorrohren platzierte Isolation aus Styropor mit einer dachfirstseitigen Aluminiumbeschichtung vorgesehen, die beidseitig mit den Kupferflächen über eine dichtende Klebmasse verbunden ist.

Die Kollektorrohre transportieren in bekannter Weise die aufgeheizte Solarflüssigkeit in wärmegedämmte Transportrohre, die z.B. mit dem Zentralheizungssystem des Gebäudes, einem Energiespeicher oder den üblich bekannten Lösungen verknüpft sind.

Eine erfindungsgemäße Lösung ist in 1 dargestellt.

Der aus Kupferblech bestehende Dachfirst (1) überdeckt das Gesamtsystem, wie z.B. die Firstlatte (7), die Kollektorrohre (2), die Isolation (3), welche den Heiß- bzw. Heizraum des Solarkollektors (9) dichtend abschließt, das Dachband (6), Dachlatten (8) und das obere Ende der Dachpfannen (4). Das Gesamtsystem ruht auf dem Dachstuhl (5), mit dem es mechanisch verbunden ist.

1
Dachfirst
2
Kollektorrohre
3
Isolation
4
Dachpfanne
5
Dachstuhl
6
Dachband
7
Firstlatte
8
Dachlatten
9
Solarkollektor


Anspruch[de]
Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, gekennzeichnet durch die konstruktive Verbindung des Dachfirstes (1) mit einem integrierten Solarkollektor (9). Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Solarkollektor (9) aus den Bauteilen Dachfirst (1), Kollektorrohre (2), der Isolation (3) und der in den Kollektorrohren (2) vorhandenen frostsicheren Kollektorflüssigkeit besteht. Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass unter dem Dachfirst (1) beiderseits der Firstlatte (7) mindestens je ein Kollektorrohr (2) platziert ist. Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1–3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kollektorrohre (2) aus Kupfer bestehen. Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1–4, dadurch gekennzeichnet, dass 4 Kollektorrohre (2) vorhanden sind. Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1–5, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolation (3) mit dem Kupferblech des Dachfirstes (1) beidseitig durch eine Klebedichtung verbunden ist. Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolation (3) aus Styropor mit einer dachfirstseitigen Aluminiumbeschichtung besteht. Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1–7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kollektorrohre (2) am Ende des Solarkollektors (9) mit einem wärmegedämpften Rohrsystem verknüpft sind, welches in bekannter Weise eine Verbindung zu einem Sammelbehälter bzw. Energieverwerter besitzt. Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1–8, dadurch gekennzeichnet, dass der Dachfirst (1) modular aufgebaut ist und das Kupferblech im Verbindungs- bzw. Überlappungsbereich mit dem nächsten Modul eine Quersicke besitzt. Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1–9, dadurch gekennzeichnet, dass Kollektorrohre (2) und Dachfirst (1) mechanischen Kontakt besitzen. Firstabdeckungssystem zur Verhinderung des Dachbewuchses durch Algen, Flechten, Pilze und dergleichen, nach einem oder mehreren der Ansprüche 1–10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kollektorflüssigkeit eine Frostschutzkomponente besitzt.






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