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Dokumentenidentifikation DE202007008441U1 08.11.2007
Titel Tunnel und Tunnelauskleidung
Anmelder BNP Brinkmann Nadelfilz Produkte GmbH & Co. KG, 48477 Hörstel, DE
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Aktenzeichen 202007008441
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.11.2007
Registration date 04.10.2007
Application date from patent application 16.06.2007
IPC-Hauptklasse E21D 11/04(2006.01)A, F, I, 20070616, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E21D 11/36(2006.01)A, L, I, 20070616, B, H, DE   E02D 29/045(2006.01)A, L, I, 20070616, B, H, DE   E02D 31/00(2006.01)A, L, I, 20070616, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Neuerung betrifft einen Tunnel gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches sowie eine Tunnelauskleidung.

Tunnel werden im Verkehrswesen eingesetzt, um z. B. in reliefviertem Gelände einen raschen Verkehrsfluss zu ermöglichen.

Insbesondere bei langen Tunneln ist die Gefahr bekannt, dass es im Falle eines Unfalls mit dadurch bedingtem Feuer zu einer sehr starken Erhitzung im Tunnelinneren kommen kann mit einer damit verbundenen Gefährdung von im Tunnel befindlichen Personen und darüber hinaus mit einer damit verbundenen starken Beschädigung der Tunnelwandung durch die zum Teil sehr hohen auftretenden Temperaturen.

Um einen Brand bekämpfen zu können, ist es bekannt, Sprinkleranlagen in Tunneln zu verwenden, die im Brandfall Wasser in die Tunnelröhre sprühen, jedoch ist bei den zum Teil sehr hohen auftretenden Temperaturen nach wie vor eine hohe Gefährdung der Person in der Tunnelröhre gegeben wie auch eine durch die hohen Temperaturen starke Beschädigung der Tunnelwandung, die nach dem Brank hohe Reparaturkosten nach sich zieht und eine langfristige Sperrung des Tunnels wegen Reparaturarbeiten.

Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tunnel bzw. eine Tunnelauskleidung derart auszubilden, dass bei geringem finanziellen Aufwand im Brandfall die Temperaturen in der Tunnelröhre gesenkt werden kann bzw. eine starke Beschädigung der Tunnelwandung durch die im Brandfall hohen Temperaturen in der Tunnelröhre vermieden werden.

Diese der Neuerung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die Lehre des kennzeichnenden Teils des Hauptanspruches 1 gelöst. Mit anderen Worten ausgedrückt, wird ein Tunnel vorgeschlagen, der an seiner Tunnelwandung eine wasseraufnehmende, wasserspeichernde Lage aufweist, die z. B. von den im Tunnel vorhandenen Sprinklern im Brandfall mit Wasser beaufschlagt wird und einen voluminösen Wasserspeicher ergibt, der bei einem Brandfall durch die Verdunstung von Wasser zu einer Reduzierung der Temperaturen in der Tunnelröhre beiträgt und zusätzlich durch seine der Tunnelwandung vorgelagerte Position die Tunnelwandung vor starker Hitzeeinwirkung schützt.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Neuerung sind in den Unteransprüchen erläutert. In vorteilhafter Ausgestaltung ist die wasserspeichernde Lage derart ausgebildet, dass sie die Tunnelwandung großflächig abdeckend angeordnet ist, wobei es vorteilhaft ist, wenn sie im wesentlichen parallel zur Tunnelwandung ausgebildet ist, um lediglich einen geringen Platzbedarf zu haben.

In vorteilhafter Ausgestaltung ist zwischen der wasserspeichernden Lage und der Tunnelwandung ein Zwischenraum ausgebildet, um durch diesen Zwischenraum eine Abgabe von Wasser aus der wasserspeichernden Lage zu ermöglichen, um durch die hierdurch bedingte Verdunstungskälte eine wirksame Temperaturreduzierung zu erreichen.

Eine kostengünstige Ausbildung der wasserspeichernden Lage wird dann erreicht, wenn diese als Vlies bzw. Quellvlies ausgebildet ist, um die Eigenschaft auszubilden, enorme Wassermengen binden und z. B. durch Verdunstung wieder abgeben zu können. Selbstverständlich kann die wasserspeichernde Lage auch aus sonstigen geeigneten Stoffen bestehen, z. B. Faserstoffen, Textilstoffen und dergleichen.

Um die wasserspeichernde Lage vor den Flammen eines Brandes zu schützen, ist es vorteilhaft, die dem Tunnelinneren zugewendete Seite der wasserspeichernden Lage flammhemmend auszubilden bzw. mit einer flammhemmenden Schicht auszubilden, die in vorteilhafter Ausgestaltung wasserdurchlässig ausgebildet ist, um die z. B. von Sprinklern abgegebene Wassermenge durch die wasserspeichernde Lage aufnehmen zu können.

Die wasserabgebenden Vorrichtungen im Tunnel können z. B. Sprinkler sein, also bereits bewährte und montierte Systeme, so dass die Neuerung kostengünstig nachgerüstet werden kann.

Die der Neuerung zugrundeliegende Aufgabe wird auch die Lehre des kennzeichnenden Teiles des Anspruches 10 gelöst. Mit anderen Worten ausgedrückt, wird eine Tunnelauskleidung vorgeschlagen, die flexibel ausgebildet ist und eine wasserabsorbierende, wasserspeichernde Lage aufweist, die derart montierbar ist, dass sie vor der Tunnelwandung angeordnet ist in Richtung des Tunnelinneren. Vorteilhafte Ausgestaltungen dieser Tunnelauskleidung sind in den sich daran anschließenden Unteransprüchen erläutert, wobei in vorteilhafter Ausgestaltung wasserspeichernde Lage als Vlies ausgebildet ist, insbesondere als Quellvlies, wobei sonstige geeignete Materialien ebenfalls verwendet werden können, wie beispielsweise Textilstoffe, Fasern und dergleichen.

Wiederum ist es vorteilhaft, die Tunnelauskleidung mit einer flammhemmenden Seite auszugestalten, die bei der Montage in Richtung des Tunnelinneren gerichtet ist, um bei direktem Kontakt mit Flammen eine Beschädigung der wasserspeichernden Lage zu verhindern, wobei dieser flammhemmende Seite oder Schicht in vorteilhafter Ausgestaltung wasserdurchlässig ist, um eine intensive Wasseraufnahme durch die wasserspeichernde Lage zu ermöglichen.

In vorteilhafter Ausgestaltung ist die Tunnelauskleidung mit Durchlässen ausgestattet, durch die bei der Montage wasserabgebenden Vorrichtungen, wie beispielsweise Sprinkler, hindurchragen können.

Ausführungsbeispiele der Neuerung sind in den Fig. dargestellt, wobei

1 einen Tunnel darstellt mit einer an der Tunnel-Wandung montierten wasserspeichernden Lage und

2 stellt in einem Ausschnitt die im Abstand zur Tunnelwandung ausgebildete wasserspeichernden Lage dar.

Bezugnehmend auf 1 ist ein Tunnel 1 dargestellt, der eine Tunnelwandung 2 aufweist, die die Tunnelröhre 3 begrenzend ausgebildet ist. Ein derartiger Tunnel 1 kann beispielsweise als Verkehrsweg für Kraftfahrzeuge, Schienenfahrzeuge und dergleichen dienen. An der Tunnelwandung 2 ist in Richtung der Tunnelröhre 3 eine wasserspeichernde Lage 4 ausgebildet, die beispielsweise aus einem Vlies, insbesondere Quellvlies bestehen kann und die Eigenschaft besitzt, ein großes Volumen an Wasser aufnehmen zu können. Diese wasserspeichernde Lage 4 kann beispielsweise ein oder mehrere Zentimeter dick sein. An der der Tunnelröhre 3 zugewandten Seite der wasserspeichernden Lage 4 ist eine flammhemmende Schicht 5 ausgebildet, die bei starker Hitzeentwicklung bzw. Flammenbeaufschlagung der wasserspeichernden Lage 4 eine Beschädigung der wasserspeichernden Lage 4 verhindert bzw. verzögert. Diese flammhemmende Schicht 5 ist in vorteilhafter Ausgestaltung wasserdurchlässig ausgebildet, z. B. durch eine Perforierung, um den Wassertransport zur wasserspeichernden Lage 4 bzw. von der wasserspeichernden Lage 4 z. B. in Richtung der Tunnelröhre 3 zu ermöglichen und zu begünstigen. Die flammhemmende Schicht 5 kann aus einem andren Material als die Lage 4 bestehen, das feuerfest oder feuerhemmend ist, und/oder an der Oberfläche metallisiert sein, um die Hitze im Brandfall zu reflektieren.

Der Tunnel 1 weist zudem Sprinkler 6 auf, die im Brandfall Wasser abgeben. In dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 sind die Sprinkler 6 durch Durchlässe durch die wasserspeichernde Lage 4 geführt und benetzen bei einem Betrieb der Sprinkler die wasserspeichernde Lage 4 bzw. deren flammhemmende Schicht 5, so dass im Brandfall das von den Sprinklern 6 abgebende Wasser von der wasserspeichernden Lage 4 aufgenommen wird, die sich sehr schnell mit Wasser voll saugt und die Tunnelwandung 2 vor starker Hitzeeinwirkung wirksam schützt. Damit die Sprinkler 6 durch die wasserspeichernde Lage 4 geführt werden können, besitzt diese wie auch die flammhemmende Schicht 5 Durchlassöffnungen, durch die die Sprinkler 6 hindurchgeführt werden können. Selbstverständlich ist es auch möglich, die wasserspeichernde Lage 4 ohne diese Durchlassöffnungen herzustellen und die Durchlassöffnungen z. B. durch Anfertigen entsprechender Schnitte bei der Montage der wasserspeichernden Lage 4 anzubringen.

Entsprechend 2 ist es auch möglich, die wasserspeichernde Lage 4 beabstandet zu der Tunnelwandung auszubilden, um durch einen Zwischenraum 7 zwischen wasserspeichernder Lage 4 und flammhemmender Schicht 5 eine zusätzliche Isolierung der Tunnelwandung 2 zu ermöglichen und um innerhalb dieses Zwischenraums 7 eine verstärkte Verdunstung des in der wasserspeichernden Lage 4 gespeicherten Wassers zu ermöglichen mit der dadurch verbundenen Verdunstungskälte.

Die wasserspeichernde Lage 4 kann beispielsweise durch Abstandshalter an der Tunnelwandung 2 montiert werden. Es ist ebenfalls möglich, die wasserspeichernde Lage 4 über Gestänge, dass in entsprechenden Schlaufen oder Ösen der wasserspeichernden Lage 4 geführt wird, im Bereich der Tunnelwandung 2 anzuordnen, wobei dieses Gestänge, dass die wasserspeichernde Lage 4 hält, sich auf dem Boden des Tunnels 1 abstützt in Art von Zeltstangen.

Die wasserspeichernde Lage 4 ist hier als Quellvlies ausgebildet und kann zusammengerollt platzsparend transportiert werden.


Anspruch[de]
Tunnel, insbesondere Tunnel für Verkehrswege wie Straßen oder Bahngleise, mit einer den Verkehrsweg überspannenden Tunnelwandung, sowie im Brandfall in das Tunnelinnere wasserabgebenden Vorrichtungen, gekennzeichnet durch eine der Tunnelwandung (2) zum Tunnelinneren vorgelagerte wasserspeichernde Lage (4) aus wasserabsorbierendem Material. Tunnel gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet durch die wasserspeichernde Lage (4), die die Tunnelwandung (2) großflächig abdeckend ausgebildet ist. Tunnel gemäß Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die wasserspeichernde Lage (4), die im wesentlichen parallel zur Tunnelwandung (2) ausgebildet ist. Tunnel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die unter Ausbildung eines Zwischenraumes (7) zur Tunnelwandung (2) ausgebildete wasserspeichernde Lage (4). Tunnel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Ausbildung der wasserdichten Lage (4) als Vlies, insbesonder Quellvlies. Tunnel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die wasserspeichernde Lage (4), an deren zum Tunnelinneren gerichteten Innenseite eine flammhemmende Schicht (5) ausgebildet ist. Tunnel gemäß Anspruch (6), gekennzeichnet durch die wasserdurchlässig ausgebildete flammhemmende Schicht (5). Tunnel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Sprinkler (6) als wasserabgebende Vorrichtungen. Tunnel gemäß Anspruch (8), gekennzeichnet durch die Sprinkler (6), die sich durch die wasserspeichernde Lage (4) erstreckend ausgebildet sind und mit ihren Sprühköpfen vom Tunnelinnenraum gesehen vor der Innenseite der wasserspeichernden Lage (4) angeordnet sind. Tunnelauskleidung, gekennzeichnet durch die als wasserspeichernde Lage (4) aus wasserabsorbierendem Material ausgebildete Tunnelauskleidung zur Montage an der dem Tunnelinneren zugewandten Seite der Tunnelwandung (2). Tunnelauskleidung gemäß Anspruch 10, gekennzeichnet durch die als Vlies ausgebildete wasserspeichernde Lage (4). Tunnelauskleidung gemäß Anspruch 10 oder 11, gekennzeichnet durch die wasserspeichernde Lage (4), bei der an der zum Tunnelinneren gerichteten Innenseite eine flammhemmende Schicht (5) ausgebildet ist. Tunnelauskleidung gemäß Anspruch (12), gekennzeichnet durch die wasserdurchlässig ausgebildete flammhemmende Schicht (5). Tunnelauskleidung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 10 bis 13, gekennzeichnet durch Durchlässe in der wasserspeichernden Lage (4) für Sprinkler (6).






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