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Dokumentenidentifikation DE202007009920U1 08.11.2007
Titel Netz mit Drahteinlage
Anmelder Manfred Huck GmbH Netz- und Seilfabrik, 35614 Aßlar, DE
Vertreter Dr. Müller + Partner Patentanwälte, 65597 Hünfelden
DE-Aktenzeichen 202007009920
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.11.2007
Registration date 04.10.2007
Application date from patent application 13.07.2007
IPC-Hauptklasse D04B 21/10(2006.01)A, F, I, 20070713, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A63B 61/00(2006.01)A, L, I, 20070713, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein vandalismussicheres Netz gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Derartige Netze werden beispielsweise im Sportbereich eingesetzt, z. B. für die Spielfeldabgrenzung, um die Energie aufschlagender Bälle oder hineinstürzender Personen zu dämpfen.

Weitere Einsatzgebiete sind sogenannte Arbeitsplattformnetze. Derartige Netze dürfen beim Begehen durch Personen, z.B. bei Montagearbeiten in großen Höhen, nur eine geringe Flächendeformation aufweisen und müssen trotzdem eine ausreichende Dämpfung besitzen, um abstürzende Personen aus geringer Höhe verletzungsfrei aufzufangen. Außerdem soll verhindert werden, dass bei Montagearbeiten herabfallende scharfkantige oder von ihrer Temperatur her heiße Gegenstände das Netz durchschlagen und zu Folgeschäden führen.

Netze mit Stahleinlage bzw. eingearbeiteten Metalldrähten sind bereits für verschiedene Anwendungsfälle bekannt. Die DE 196 14 711 A1 bzw. die EP 0 800 957 A1 beschreiben ein Sicherheits- und Trennnetz für Kraftfahrzeuge, das zur Dehnungsreduzierung eine Metalleinlage besitzt. Dies wird durch das Einarbeiten von gestreckt verlaufenden, treppenförmig eingebundenen Drähten in ein Quadratmaschennetz erreicht. Durch die extrem niedrige Dehnung besitzt das Netz beim Aufprall von Gepäckstücken zwar die gewünschte geringe Verformung, aber kaum eine Dämpfung bzw. praktisch keine Energieaufnahme.

In der DE 40 08 477 A1 und in der DE 91 16083 U1 werden Quadratmaschennetze mit Metalleinlage beschrieben, um die Netze elektrisch leitfähig auszubilden. Es handelt sich hierbei um Rechts-Links-Konstruktionen, bei denen die Schussfäden aus elektrisch leitfähigen Drähten auf der linken Bindungsseite sichtbar sind und dadurch bei Berührung im Betriebszustand eine abschreckende Wirkung besitzen. Die Netze werden daher für Elektroweidezäune benutzt.

Der Einsatz von Stahlseilen für vandalismussichere Netze wird im Katalog der Anmelderin „Huck-Katalog", 20/78, beschrieben. Als Anwendungsgebiete werden Kletternetze, Bolzplatznetze, Volleyballnetze, Tennisnetze sowie Fang- und Stoppnetze angegeben. Die Netze bestehen aus sogenannten Herkulesseilen, bei denen eine Metalleinlage mit Textilmaterial umhüllt ist. Die Seile verlaufen völlig gestreckt, im rechten Winkel kreuzend, durch das Netz. Durch spezielle Knotenverbindungen werden die Kreuzungspunkte schiebefest fixiert. Durch die gestreckte Lage der Drahteinlage ist eine geringe Dämpfung vorhanden. Darüber hinaus sind die Netze nur in Handarbeit herstellbar.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein vandalismussicheres Netz mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruches 1 derart weiterzubilden, dass es trotz einer Drahteinlage eine hohe Eigendämpfung besitzt. Ein weiterer Aspekt der Erfindung, insbesondere bei Einsatz im Sportbereich ist, dass sich das Netz von der Optik her möglichst nicht von einem normalen Textilnetz unterscheidet.

Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Netz mit den Merkmalen des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Das erfindungsgemäße Netz besteht aus einer Rechts/Rechts-Gewirkekonstruktion mit einer Netzbindung, bei der die Netzmaschenschenkel mit jeweils zwei Schussfadensystemen je Netzmaschenschenkel verstärkt sind, wobei jeweils wenigstens ein Schussfadensystem als Drahteinlage, vorzugsweise als Edelstahllitze ausgebildet ist. Im Bereich der Netzmaschenverbindungsstellen, d. h. der Knoten, kreuzen die Edelstahllitzen benachbarter Netzmaschenschenkel einander und werden wechselweise von den textilen Grundfäden abgebunden. Die Kraftübertragung in Quer- bzw. Diagonalrichtung erfolgt somit über das textile Material, das eine wesentlich größere Dehnung besitzt als die Edelstahllitze. Die Gesamtdehnung des Netzes ist hierdurch wesentlich größer als bei Netzen mit einer durchgehenden, gestreckten Stahldrahteinlage, aber viel geringer als bei reinen Textilnetzen, weil der Anteil der reinen textilen Dehnstrecken im Netz wesentlich geringer ist, als bei Netzen ohne Drahteinlage. Hierdurch ergibt sich im Vergleich zu Netzen mit einer durchgehenden Stahldrahteinlage eine hohe Dämpfung und im Vergleich zu reinen Textilnetzen eine geringere Dehnung bzw. Flächendeformation.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist die Netzstruktur von der Materialzusammensetzung her so ausgebildet, dass ein Dickenverhältnis von Textilmaterial zu Stahllitze bezogen auf den Netzmaschenschenkel-Durchmesser von mindestens 3 : 1 vorhanden ist. Hierdurch wird die Edelstahllitze von den textilen Bestandteilen umschlossen. Beim Aufprall von Personen, die z. B. infolge eines Sturzes in das Netz fallen, entstehen keine Schnittverletzungen, da das außenliegende weiche Textilmaterial in Verbindung mit seiner dreidimensionalen

Rechts/Rechts-Gewirkestruktur und der Kraftweiterleitung vom Draht auf das Textilmaterial im Knotenbereich den Aufprall sehr gut dämpfen. Durch die Materialkombination ergibt sich ein sicherer Schutz gegen Vandalismus.

Weitere Ziele, Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger sinnvoller Kombination den Gegenstand der vorliegenden Erfindung, auch unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.

Die einzige Figur zeigt den Verlauf der Drahteinlage im erfindungsgemäßen Netz

Das Netz 1 ist als Rechts/Rechts-Netz ausgebildet und besitzt dadurch dreidimensional geformte Netzmaschenschenkel 2, die einen quadratischen oder rechteckigen Querschnitt besitzen.

Die Netzmaschenschenkel sind mit einer Schussbindung in Längsrichtung verstärkt. Üblicherweise verlaufen je Netzmaschenschenkel zwei Schussfäden gegenlegig in Längsrichtung, wobei sich diese im Bereich der Netzmaschenverbindungsstelle (5) kreuzen, wodurch die Schussfäden der Maschenschenkel A von den wirkmaschenbildenden Grundfäden vom Maschenschenkel B zusätzlich abgebunden werden. Die Schussfäden der Maschenschenkel B verlaufen entgegengesetzt und werden zusätzlich von den Grundfäden vom Maschenschenkel (A) abgebunden.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist in 1 nur ein Schussfadensystem je Maschenschenkel im Bereich einer Netzmasche als Drahteinlage 3 dargestellt. Das zweite nicht dargestellte Schussfadensystem arbeitet gegelegig.

Die Drahteinlagen 3 verlaufen in den Netzmaschenschenkeln nahezu gestreckt und werden von den beiden rechten Bindungsseiten der Netzmaschenschenkel A, B durch das Textilmaterial abgedeckt.

Im Bereich der Netzmaschenverbindungsstellen 5 kreuzen sich die Drahteinlagen 3 und kehren in ihren Ausgangsmaschenschenkel zurück. Die textilen Bestandteile im Netz schnüren infolge ihrer gegenlegigen Bindung in der Netzmaschenverbindungsstelle 5 den gesamten Knotenbereich straff zusammen. Beim Versuch, das Netz 1 im Bereich der Knoten 5 in Längsrichtung, z. B. mit einem Messer, zu durchtrennen, müsste viermal eine Drahteinlage mit z. B. von 0,9 mm Durchmesser durchtrennt werden. Wie praktische Schnittversuche zeigten, ist dies unmöglich.

Eine vorteilhafte Ausführung eines vandalismussicheren Netzes mit Stahldrahteinlage, hoher Dämpfung bzw. Energieaufnahme und geringer Deformation beim Begehen ergibt sich, wenn bei einer Netzkonstruktion aus zwei Wirkmaschenstäbchen je Netzmaschenschenkel und zwei gegenlegigen Schusssystemen je Netzmaschenschenkel eine Grundfadenfeinheit 440 tex und eine Schussfadenfeinheit für das textile Schusssystem von 660 tex sowie eine Drahtstärke von 0,9 mm eingesetzt werden; als Drahteinlage 3 kommen insbesondere Edelmetalllitzen zum Einsatz. Durch das hierdurch entstehende Durchmesserverhältnis von Textil zu Draht von mindestens 3 : 1 bleiben textile Optik und Griff erhalten.

Das erfindungsgemäße Netz kann mit hoher Effizienz maschinell auf Wirkmaschinen in knotenloser Ausführung hergestellt werden.

1
Netz
2
Maschenschenkel (A, B)
3
Drahteinlage des Maschenschenkels A
4
Drahteinlage des Maschenschenkels B
5
Netzmaschenverbindungsstelle (Knoten)
6
Kreuzung der Drahteinlage im Knoten


Anspruch[de]
Netz, insbesondere zum Einsatz im Sport- oder Baubereich, wie bspw. als Spielfeldabgrenzung oder als Arbeitsplattformnetz, mit einer Drahteinlage und einer Rechts/Rechts-Bindung mit wenigstens zwei gegenlägigen textilen Schußfadensystemen je Netzmaschenschenkel, dadurch gekennzeichnet, dass je Netzmaschenschenkel (2) wenigstens eine Drahteinlage (3, 4) vorhanden ist, die sich im Bereich der Netzmaschenverbindungsstellen (5) mit der Drahteinlage /4 bzw. 3) des benachbarten Netzmaschenschenkels (2) kreuzt und in den jeweiligen Ausgangsmaschenschenkel zurückkehrt. Netz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drahteinlage (3, 4) in Längsrichtung der Netzmaschenschenkel (2) nahezu gestreckt verläuft und von den textilen Bestandteilen abgedeckt ist. Netz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Durchmesserverhältnis von Textilmaterial zu Drahteinlage (3, 4) wenigstens 3 : 1 beträgt. Netz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es als Rechts-Rechts-Netz mit zwei Wirkmaschenstäbchen je Netzmaschenschenkel (2) ausgebildet ist, in das die Drahteinlage (3, 4) eingearbeitet ist. Netz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drahteinlage eine Stahldrahteinlage ist. Netz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drahteinlage (3, 4) eine Edelstahllitze ist. Netz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drahteinlage (3, 4) aus Einzeldrähten besteht. Netz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Draht- bzw. Litzenstärke der Drahteinlage 1,2 bis 0,6 mm, vorzugsweise ca. 0,9 mm, beträgt. Netz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundfadenfeinheit der Netzmaschenschenkel 200 bis 700 tex, vorzugsweise etwa 440 tex, beträgt. Netz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schußfadenfeinheit des textilen Schußsystems 400 bis 800, vorzugsweise ca. 660 tex beträgt. Netz nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es als knotenlos gewirktes Rechts-Rechts-Netz ausgebildet ist.






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