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Dokumentenidentifikation DE10110155B4 15.11.2007
Titel Mit einer Prägung versehene Folie, Sonnenschutzrollo und Verfahren zum Herstellen einer mit einer Prägung versehenen Folie
Anmelder Goldner, Horst H., 85232 Bergkirchen, DE
Erfinder Goldner, Horst H., 85232 Bergkirchen, DE;
Opitz, Michael, 08459 Neukirchen, DE
Vertreter KRAMER - BARSKE - SCHMIDTCHEN, 81245 München
DE-Anmeldedatum 02.03.2001
DE-Aktenzeichen 10110155
Offenlegungstag 26.09.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse E06B 9/24(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E06B 9/40(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B32B 3/24(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B32B 15/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine mit einer Prägung versehene Folie, insbesondere für ein Sonnenschutzrollo, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft weiter ein Sonnenschutzrollo mit einer erfindungsgemäßen Folie sowie ein Verfahren zum Herstellen einer erfindungsgemäßen Folie.

4 zeigt eine perspektivische Ansicht eines an sich bekannten, an der Innenseite eines nicht dargestellten Fensters oder einer Glastüre angebrachten Rollos 2. 5 zeigt einen Querschnitt durch das an sich bekannte Rollo gemäß 4, geschnitten in der Ebene V-V der 4, und 6 zeigt einen Detailquerschnitt einer an sich bekannten, für das Rollo verwendeten Folie.

Das Rollo 2 weist einen Rollokasten 4 auf, in dem eine Walze 6 drehbar gelagert ist, auf die ein Rollovorhang bzw. eine Folie 8 auf- und abwickelbar ist. Zur Betätigung der Walze 6 dient ein Schnurzug 10. Damit die Folie 8 unter einer gewissen Spannung von der Walze 6 abwickelt bzw. auf diese aufwickelt, weist sie einen gewichtsbehafteten Abschlussstab 12 auf. Solche Rollos dienen beispielsweise dem Sonnen- und Blendschutz, dem Schutz vor UV-Strahlung und zur Verdunkelung. Die Folien bestehen beispielsweise aus einer durchsichtigen Kunststoffschicht 14 (6), die an ihrer der Sonneneinstrahlung zugewandten Seite mit einer dünnen Metallschicht 16 versehen ist, wobei die Metallschicht 16 so dünn ist, dass trotz außerordentlich hoher, durch die Metallschicht bewirkter Reflexion eine gewisse Transparenz bzw. Durchsichtigkeit der Folie erhalten bleibt. Der Reflexionsgrad für auf die Außenseite der Folie auftreffende Strahlung liegt beispielsweise über 80 Prozent. Die Transmission beträgt beispielsweise weniger als 10 Prozent. Wenn solche Folien 8 glatt herabhängen, besteht eine Eigenart darin, dass wegen der hohen Reflexion jede Verwerfung der Folie deutlich sichtbar wird. Außerdem beeinträchtigt die nach außen hin deutlich sichtbare und meist silbrig schimmernde Folienaußenseite das Aussehen eines Gebäudes.

Damit die Verwerfungen bzw. Welligkeiten der Folie nicht so ins Auge fallen, ist es bekannt, die Folien mit einem im Querschnitt durch die Folie zick-zack förmigen Plisee bzw. einer zick-zack förmigen Prägung zu versehen, bei der, wie in 5 dargestellt, einander parallele Prägelinien aus einer Mittelebene der Folie abwechselnd zu unterschiedlichen Seiten der Mittelebene versetzt sind und die Folie zwischen den Prägelinien geradlinig verläuft. Durch eine solche Prägung sind Verwerfungen der Folie weniger sichtbar und außerdem wird das homogen glänzende Aussehen gemindert, so dass der nachteilige Einfluss auf das Aussehen eines Gebäudes gemindert ist.

Eine Eigenart der vorbekannten zick-zack förmigen Prägung besteht darin, dass die Durchsicht durch die Folie von innen nach außen nachteilig beeinflusst wird und dass die Folie durch die verhältnismäßig eng benachbarten Prägelinien ein unruhiges Aussehen hat.

In dem deutschen Gebrauchsmuster DE 91 10 451 U1, von dem im Oberbegriff des Anspruchs 1 ausgegangen wird, ist ein Sonnen- und Lichtschutzrollo beschrieben, das mit einer Rundprägung versehen ist. Mit einer solchen Rundprägung soll erreicht werden, dass Reflektionen an dem Rollo vermieden werden, gleichzeitig aber eine hohe Transparenz erhalten bleibt, die der einer ebenen Folie entspricht.

In der DE 29 50 743 A1 ist ein Sonnenschutzrollo für Kraftfahrzeuge beschrieben, das parallel zueinander verlaufende Erhöhungen aufweist, deren Abmessungen und Abstände zwischen 20 und 50 % der Stärke der Folie betragen. Zusätzlich kann die Folie perforiert sein, wobei die Abmessungen der Perforationslöcher vergleichbar mit denen der Erhöhungen sind. Mit den Erhöhungen soll erreicht werden, dass sich die Folie zusammenwickelt, ohne dass zwischen ihren Lagen Luftkissen entstehen.

Aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE 80 26 667 U1 ist ein zweifarbiges Rollo bekannt, dessen Rollobezug aus einer Metallfolie, einem Metallgeflecht oder einem Metallgewebe besteht, auf einer Seite blank ist und auf der anderen Seite dunkelfarbig ist. Zusätzlich kann der Rollobezug perforiert sein.

Die DE 197 10 079 A1 offenbart eine insgesamt ebene Sonnenschutzfolie, die mit einer Perforation versehen ist, um eine gewisse Luftdurchlässigkeit zu erzielen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine mit einer Prägung versehene Folie zu schaffen, deren Aussehen von beiden Seiten her möglichst frei von Reflektionen ist, und die, je nach ihrem Aufbau, eine vorbestimmte Transmission bzw. Durchsichtigkeit hat, wobei die Durchsichtigkeit durch die Folie eine optisch bzw. geometrisch einwandfreie Qualität hat.

Diese Aufgabe wird mit einer Folie gemäß dem Anspruch 1 gelöst.

Die erfindungsgemäß der Rundprägung überlagerte Feinrasterprägung verwischt ein unter bestimmten Verhältnissen linienhaftes Aussehen einer lediglich mit einer Rundprägung versehenen Folie derart, dass die Folie unter weitgehend allen Beleuchtungsbedingungen ein gleichmäßiges, weiches Aussehen hat. Die Rundprägung und die Feinrasterprägung ergänzen sich somit gegenseitig in synergistischer Weise.

Die Unteransprüche 2 bis 5 kennzeichnen vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Folie, die gemäß dem Anspruch 6 vorteilhaft für ein Sonnenschutzrollo verwendbar ist.

Der Anspruch 7 kennzeichnet ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Folie.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand schematischer Zeichnungen beispielsweise und mit weiteren Einzelheiten erläutert.

Es stellen dar:

1 einen Querschnitt durch eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Folie,

2 einen Querschnitt durch eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Folie,

3 eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Folie,

4 eine perspektivische Ansicht eines Rollos gemäß dem Stand der Technik,

5 einen Querschnitt durch das Rollo der 4 entsprechend der Linie V-V der 4 und

6 einen Querschnitt durch eine Folie gemäß dem Stand der Technik.

Die erfindungsgemäße Folie kann jedwelcher bekannten Art sein, wie sie beispielsweise für Blendschutz- oder Sonnenschutzrollos verwendet werden. Sie kann wie anhand der bereits erläuterten 6 geschildert aufgebaut sein. Die Folie kann auch mehrere Kunststoffschichten aufweisen, in die eine Metallschicht eingebettet ist. Als Kunststoff ist beispielsweise Polyester geeignet. Es können jedoch auch andere Kunststoffmaterialien verwendet werden. Eine oder mehrere Kunststoffschichten können eingefärbt sein, wobei die Färbung auf der dem Gebäudeinneren zugewandten Seite der Folie sehr dunkel und nicht durchsichtig sein kann, wenn die Folie beispielsweise zum vollständigen Verdunkeln oder zum vollständigen Sichtschutz verwendet werden soll. Die Einfärbung muss nicht homogen, sondern kann gemustert sein. Für viele Anwendungen sind Folien mit einer Lichttransmission von 1 bis 20 % geeignet.

Die Folie kann vor der Ausbildung der erfindungsgemäßen Prägung völlig ungeprägt sein oder kann beispielsweise in an sich bekannter Weise kalandergeprägt oder flächengeprägt werden. Die durch einen Durchlauf der Folie zwischen zwei Walzen erfolgende Kalanderprägung trübt zunächst voll durchsichtigen Kunststoff erfahrungsgemäß etwas, da die Moleküle während der kurzzeitigen Pressung nicht ausreichend fließen können. Mit Vorteil wird die Folie vor der erfindungsgemäßen Prägung flächengeprägt, wobei sie von einer mit der Bewegung der Folie mitbewegten Tafel gegen einen Tisch oder eine weitere Tafel gepresst wird. Wegen der längeren Pressdauer bleibt bei einer solchen Flächenprägung bzw. -pressung eine einwandfreie Transparenz des Kunststoffs erhalten. Die Kalanderwalzen oder die für die Flächenprägung verwendeten Tafeln sind mit einem Muster ausgebildet, das zu einer Fein- bzw. Mikrorasterung führt, bei der die Folie mit kleinen, bevorzugt zu einer Seite hin ausgebildeten, in einem vorbestimmten Muster angeordneten Eindrückungen versehen wird, deren Abmessungen in Folienrichtung beispielsweise im mm-Bereich und senkrecht dazu noch kleiner sind. Eine solche Feinprägung kann beispielsweise zu einer Fein- bzw. Mikrorasterung mit rautenförmigem Muster führen, wobei innerhalb der Rauten vorhandene, pyramidenartige Vertiefungen und Erhebungen abwechselnd zu entgegengesetzten Seiten der Folie zeigen. Die Feinrasterung stabilisiert die Folie und gibt ihr ein mattes Aussehen. Außerdem kann die Folie nach den genannten Feinprägeschritten, mit kleinen Löchern perforiert werden, was die Durchsichtigkeit der Folie in gewissen Anwendungsfällen positiv beeinflusst und die Folie in geringer Weise luftdurchlässig macht.

Unmittelbar nach ihrer Herstellung oder nach den vorgenannten sowie ggfs. weiteren Vorbehandlungsschritten wird die Folie derart geprägt, dass sie parallel zueinander verlaufende Prägelinien 18 aufweist, zwischen denen die Folie 8 jeweils kreissegmentartige Ausbauchungen 20 aufweist, die alle zur gleichen Seite zeigen. Der Krümmungsradius der Ausbauchungen 20, die bei waagrechter Anordnung der Folie flache Rinnen bilden, sind nicht notwendigerweise homogen, sondern können sich je nach auf die Folie wirkenden Zug sowohl insgesamt als auch zwischen zwei Prägelinien 18 verändern, wobei der Krümmungsradius ausgehend vom Boden der Rinne bzw. Scheitel der Ausbauchung zu den Prägelinien hin abnimmt. Typische Abstände zwischen den Prägelinien 18 betragen beispielsweise 1 bis 5 cm.

Die Rundprägung ist wesentlich „grober" als die, nicht dargestellte Feinrasterung, die zu beiden Seiten der Folie hin ausgeprägt werden kann und der die Rundprägung überlagert ist. Die Rundprägung, die beispielsweise zwischen Walzen oder mittels Tafeln durchgeführt werden kann, deren Oberflächen entsprechend gestaltet sind, oder die auf sonst welche Art durchgeführt werden kann, erfolgt derart, dass die Ausbauchungen 20 alle zur gleichen Seite der Folie 8 zeigen. Bei der Ausführungsform der Folie gemäß 1 sind die Ausbauchungen 20 zur Außenseite hin gerichtet, das heißt sind die Ausbauchungen nach außen hin konvex. Bei der Ausbildung der Folie gemäß 2 sind die Ausbauchungen zur Innenseite hin gerichtet, das heißt sind zur Außenseite hin konkav.

3 zeigt eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Folie, bei der zwei Rundprägungen mit Prägelinien 181 und Prägelinien 182 und entsprechenden Ausbauchungen 201 und 202 überlagert sind. Der Winkel, den die Prägelinien mit der Vertikalen bilden, kann zwischen null und neunzig Grad betragen. Vorteilhaft ist bei nur einem Prägemuster ein waagrechter Verlauf der Prägelinien 18. Bei zwei Prägemustern kann der jeweilige Winkel zur Vertikalen etwa 45° betragen, so dass sich die Prägelinien der beiden Systeme unter 90° schneiden. Dies ergibt optisch einen Rechteckeffekt. Andere Winkel erzeugen Rombuseffekte.

Insgesamt wird mit der Erfindung eine insbesondere als Blendschutzfolie geeignete Folie erzeugt, die ausgezeichnete optische Eigenschaften mit ausgezeichneten ästhetischen Eigenschaften verbindet. Die Folie wird vorteilhafterweise als Rollfolie für ein Rollo verwendet; sie kann auch unmittelbar ohne eine Wickelwalze angewendet werden. Die erfindungsgemäße Folie kann außerhalb eines Gebäudes oder innerhalb eines Gebäudes verwendet werden und ist überall insbesondere dort verwendbar, wo irgendwelche Abschattungen erforderlich sind.

2
Rollo
4
Rollokasten
6
Walze
8
Folie
10
Schnurrzug
12
Abschlussstab
14
Kunststoffschicht
16
Metallschicht
18
Prägelinie
20
Ausbauchung


Anspruch[de]
Mit einer Prägung versehene Folie, insbesondere für ein Sonnenschutzrollo, welche Folie eine Rundprägung mit zueinander parallelen Prägelinien (18) der Art aufweist, dass die Folie (8) im Schnitt senkrecht zu den Prägelinien (18) zwischen den Prägelinien kreissegmentartig gewölbt verläuft, wobei jeweils durch zwei benachbarte Prägelinien begrenzte Ausbauchungen (20) zur selben Seite der Folie zeigen, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (8) zusätzlich zu der Rundprägung mit einer gegenüber der Rundprägung erheblich feineren Feinrasterprägung versehen ist. Folie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen zwei benachbarten Prägelinien (18) der Rundprägung zwischen 1 und 5 cm beträgt und der Rasterabstand der Feinrasterprägung im mm Bereich liegt. Folie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (8) eine eine reflektierende Metallschicht (16) enthaltende Kunststofffolie (14) ist. Folie nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie perforiert ist. Folie nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (8) wenigstens zwei in einem Winkel zueinander angeordnete, sich durchschneidende Prägemuster (181, 201, 182, 202) mit zur selben Seite der Folie zeigenden Ausbauchungen enthält. Sonnenschutzrollo mit einer Folie gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (8) derart angeordnet ist, dass die zwischen den Prägelinien (18) ausgebildeten Ausbauchungen (20) zur Außenseite der Folie zeigen. Verfahren zum Herstellen einer mit einer Prägung versehene Folie nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (8) vor der zu den zwischen den Prägelinien (18) ausgebildeten Ausbauchungen (20) führenden Rundprägung einer Flächenprägung unterworfen wird, bei der das Feinraster ausgebildet wird.






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