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Dokumentenidentifikation DE102006018913A1 15.11.2007
Titel Vorrichtung zur Korrektur von Farbsinnstörungen und Verfahren zu ihrer Anwendung
Anmelder Potsdamer Augenklinik im Albrecht-von Graefe-Haus GmbH, 14467 Potsdam, DE
Erfinder Rasch, Volker, Dr., 14467 Potsdam, DE
DE-Anmeldedatum 19.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006018913
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse G02C 7/10(2006.01)A, F, I, 20060419, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Korrektur von Farbsinnstörungen und ein Verfahren zu ihrer Anwendung.
Die Vorrichtung weist eine Korrektionsoptik auf, mittels welcher durch geeignete Filter die Wellenlängen, die besser wahrgenommen werden, abgeschwächt und somit die Wellenlängen, die schwächer wahrgenommen werden, im Verhältnis dazu vermehrt durchgelassen und dem Auge farbstärker angeboten werden. Das Verfahren besteht darin, die individuelle Farbsinnstörung zu messen und durch geeignete Filtergläser die individuellen Farbverfälschungen auszugleichen.

Beschreibung[de]

Vorrichtung zur Korrektur von Farbsinnstörungen und Verfahren zu ihrer Anwendung.

Etwa 8% der männlichen Bevölkerung und cirka 0,5% des weiblichen Bevölkerungsanteiles sind – meist erblich bedingt – farbsinngestört, besonders im Rot-Grün-Bereich. Unter Farbsinnstörungen oder Farbenfehlsichtigkeit versteht man Abweichungen vom normalen Farbensehen und dem normalen Farbenunterscheidungsvermögen, die zu erheblich unterschiedlicher Empfindung und Beurteilung von Farben führen oder die betreffende Person außer Stand setzen, Farben zu erkennen beziehungsweise zu unterscheiden.

Dies kann von leichten Differenzierungsstörungen bis zur Rotbeziehungsweise Grünblindheit reichen. Diese Störungen sind nicht nur im Straßenverkehr von Bedeutung, sondern auch in vielen anderen Bereichen des privaten und beruflichen Lebens. So ist es beispielsweise für Beschäftigte im Bereich der Elektronik unerläßlich Farbmarkierungen auf elektronischen Bauelementen korrekt erkennen zu können.

Man kann zwei Hauptgruppen der Farbfehlsichtigen unterscheiden:

zum einen die Farbsehschwachen, die zwar ein normales Farbunterscheidungsvermögen besitzen und nur entweder leicht ermüden, so daß dieses Farbunterscheidungsvermögen sehr schnell nachläßt und die Farbunterschiedsschwellen nach Anstrengung vergrößert sind und die Farbsehschwachen, die eine herabgesetzte Farbunterschiedsempfindlichkeit besitzen, so daß in bestimmten Farbgebieten eine erhöhte Unterschiedsschwelle besteht, ohne daß Farbanomalie im eigentlichen Sinne vorliegt,

zum Anderen die Farbfehlsichtigen, die eine eigentliche Anomalie des Farbensinns besitzen, bei denen entweder die Empfindung für eine Farbe gestört ist oder ganz ausfällt (partielle Farbenblindheit) oder die überhaupt für alle Farben farbenblind sind (totale Farbenblindheit).

Bei einer anomalen Trichromasie ist die Empfindung für die drei Farben Rot, Grün und Blau zwar vorhanden, aber für eine von ihnen gestört. Hierdurch wird auch die Empfindung für die Gegenfarbe in Mitleidenschaft gezogen.

Man unterscheidet hier:

eine Rotschwäche mit einer Störung der Rotempfindlichkeit und geringer Störung der Grünempfindlichkeit, wobei eine Verkürzung und Verdunkelung des langwelligen Spektrumendes besteht,

eine Grünschwäche mit einer Störung der Grünempfindung und geringer Störung der Rotempfindung, Rot und Grün erscheinen unbunt,

eine Blauschwäche mit einer Störung der Blau-Gelb-Empfindung.

Die Ursache der Farbfehlsichtigkeit ist zwar relativ gut erforscht, jedoch sind zur Zeit keinerlei Möglichkeiten zur wirksamen Behandlung oder Abhilfe bekannt, eine optische Möglichkeit der Korrektur ebensowenig.

Es gibt sogenannte Kantenfiltergläser, die zum Beispiel einen Blaubereich wegfiltern und dadurch gerade bei Makuladegeneratiuon durch Kontraststeigerung das Sehen verbessern können.

Dann gibt es sogenannte Laserschutzbrillen, die bestimmte Wellenlängen wegfiltern.

Diese bekannten optischen Elemente sind aber nicht zur Korrektur einer Farbfehlsichtigkeit geeignet.

Davon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung zu schaffen, mit welcher die Farbfehlsichtigkeit korrigiert werden kann und ein Verfahren zur Anwendung dieser Vorrichtung vorzuschlagen.

Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch eine Vorrichtung gelöst, welche durch eine Korretionsoptik gekennzeichnet ist, mittels welcher durch geeignete Filter die Wellenlängen, die besser wahrgenommen werden, abgeschwächt und somit die Wellenlängen, die schwächer wahrgenommen werden, im Verhältnis dazu vermehrt durchgelassen und dem Auge farbstärker angeboten werden.

Diese Korrektionsoptik kann durch Brillengläser, Kontaktlinsen oder Intraokularlinsen gebildet sein, welche beim Sehen selektiv bestimmte Wellenlängen abschwächen.

Wenn beispielsweise eine Rotschwäche vorliegt, muß der Grünbereich durch ein Glas reduziert werden und zwar quantitativ-selektiv individuell für den Patienten, je nachdem, wie hoch seine Farbsinnstörung ist, um dadurch ein ausgeglichenes Farbsehen zu erreichen.

Das erfindungsgemäße Verfahren, das darin besteht, durch geeignete Filtergläser die individuellen Farbverfälschungen bei Menschen mit Farbsinnstörungen auszugleichen, ist durch die folgenden Verfahrensschritte gekennzeichnet: die individuelle Farbsinnstörung wird gemessen, das heißt, es wird der Wellenlängenbereich der Farbsinnstörung ermittelt und quantifiziert, der schwächer wahrgenommen wird.

Diese Messung kann mit einem herkömmlichen Verfahren zur Messung der individuellen Farbsinnstörung zum Beispiel einem Anomaloskop vorgenommen werden.

Mit Hilfe der Korretionsoptik werden durch geeignete Filter die Wellenlängen, die besser wahrgenommen werden, abgeschwächt und somit die Wellenlängen; die schwächer wahrgenommen werden, im Verhältnis dazu vermehrt durchgelassen und dem Auge farbstärker angeboten.

Das kann mit Hilfe von Brillengläsern Kontaktlinsen oder Intraokularlinsen vorgenommen werden, welche beim Sehen selektiv bestimmte Wellenlängen abschwächen.

Wenn beispielsweise eine Rotschwäche vorliegt, muß der Grünbereich durch ein Glas reduziert werden und zwar quantitativ-selektiv individuell für den Patienten, je nachdem, wie hoch seine Farbsinnstörung ist, um dadurch ein ausgeglichenes Farbsehen zu erreichen.

Die Erfindung soll nachfolgend zum besseren Verständnis anhand eines bevorzugten, den Schutzumfang der Erfindung nicht einschränkenden, Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.

Die 1 zeigt schematisch dargestellt die Kurven für die Wahrnehmungsfähigkeit der Farben blau, grün und rot einer Person mit einer Farbsinnstörung.

Die 2 zeigt schematisch dargestellt die Kurven für die mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung korrigierte Wahrnehmung der Farben blau, grün und rot der gleichen Person.

In der 1 ist schematisch der prinzipielle Verlauf der Kurven für die Wahrnehmungsfähigkeit der Farben blau, grün und rot einer Person mit einer Farbsinnstörung dargestellt. Durch die geringere Wahrnehmung des roten Farbbereiches ergibt sich eine Verfälschung der Farbwahrnehmung, die ein korrektes Bestimmen und Erkennen beispielsweise von Farbmarkierungen erschwert oder gänzlich unmöglich macht.

In der 2 ist schematisch der prinzipielle Verlauf der Kurven für die mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung korrigierte Wahrnehmung der Farben blau, grün und rot der gleichen Person dargestellt. Mittels geeigneter Filtergläser wird die individuelle Farbverfälschung ausgeglichen, indem die Wellenlängen für die Farben blau und grün, die besser wahrgenommen werden, abgeschwächt und somit die Wellenlänge für die Farbe rot, die schwächer wahrgenommen wird, im Verhältnis dazu vermehrt durchgelassen und dem Auge farbstärker angeboten wird.

Selbst wenn durch die erfindungsgemäße Korrektur der Farbfehlsichtigkeit die allgemeine Sehfähigkeit (z.B. Helligkeit) geringfügig verringert wird, wird dieser Mangel durch das ausgeglichene Farbsehen zum Beispiel im Straßenverkehr bei Erkennen einer Ampel oder im Berufsleben, durch das einwandfreie Erkennen von Farbmarkierungen beispielsweise auf elektronischen Bauelementen mehr als wettgemacht


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Korrektur von Farbsinnstörungen gekennzeichnet durch eine Korretionsoptik, mittels welcher durch geeignete Filter die Wellenlängen, die besser wahrgenommen werden, abgeschwächt und somit die Wellenlängen, die schwächer wahrgenommen werden, im Verhältnis dazu vermehrt durchgelassen und dem Auge farbstärker angeboten sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrektionsoptik durch Brillengläser gebildet ist, mittels welcher beim Sehen selektiv bestimmte Wellenlängen abgeschwächt sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrektionsoptik durch Kontaktlinsen gebildet ist, mittels welcher beim Sehen selektiv bestimmte Wellenlängen abgeschwächt sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrektionsoptik durch Intraokularlinsen gebildet ist, mittels welcher beim Sehen selektiv bestimmte Wellenlängen abgeschwächt sind. Verfahren zur Korrektur von Farbsinnstörungen

dadurch gekennzeichnet,

daß durch geeignete Filtergläser die individuellen Farbverfälschungen bei Menschen mit Farbsinnstörungen ausgeglichen werden, wobei folgende Verfahrensschritte vorgenommen werden:

die individuelle Farbsinnstörung wird gemessen, das heißt, es wird der Wellenlängenbereich der Farbsinnstörung ermittelt und quantifiziert, der schwächer wahrgenommen wird, mit Hilfe der Korretionsoptik werden durch geeignete Filter die Wellenlängen, die besser wahrgenommen werden, abgeschwächt und somit die Wellenlängen, die schwächer wahrgenommen werden, im Verhältnis dazu vermehrt durchgelassen und dem Auge farbstärker angeboten.
Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Korrektionsoptik Brillengläser verwendet werden, mittels welcher beim Sehen selektiv bestimmte Wellenlängen abgeschwächt werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Korrektionsoptik durch Kontaktlinsen verwendet werden, mittels welcher beim Sehen selektiv bestimmte Wellenlängen abgeschwächt werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Korrektionsoptik durch Intraokularlinsen verwendet werden, mittels welcher beim Sehen selektiv bestimmte Wellenlängen abgeschwächt werden.






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