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Dokumentenidentifikation DE102006019688A1 15.11.2007
Titel Patchantenne mit Keramikscheibe als Abdeckung
Anmelder VEGA Grieshaber KG, 77709 Wolfach, DE
Erfinder Schultheiss, Daniel, 78132 Hornberg, DE;
Motzer, Jürgen, 77723 Gengenbach, DE;
Fehrenbach, Josef, 77716 Haslach, DE
Vertreter Maiwald Patentanwaltsgesellschaft mbH, 80335 München
DE-Anmeldedatum 27.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006019688
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse G01F 23/284(2006.01)A, F, I, 20060427, B, H, DE
Zusammenfassung Bekannte Prozesstrennungen für Antennen im Bereich der Füllstandsmesstechnik können zu verschlechtertem Hochfrequenz-Verhalten oder ungewünschten Mehrfachreflexionen im Nahbereich führen, wenn eine hohe Temperaturbeständigkeit der Prozesstrennung erforderlich ist. Gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist eine planare Antenne mit einer Prozesstrennung für ein Füllstandradar angegeben, welche eine scheibenförmige temperaturbeständige Prozesstrennung aufweist, die zwischen dem planaren Strahlerelement und der Antennenaußenseite angeordnet ist. Hierdurch kann die Messempfindlichkeit erhöht werden.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Füllstandmessung. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine planare Antenne mit einer Prozesstrennung für ein Füllstandradar, ein Füllstandradar mit einer planaren Antenne und die Verwendung einer derartigen planaren Antenne zur Füllstandmessung.

In der Füllstandmesstechnik gibt es zahlreiche Anwendungen, bei denen eine hohe Temperatur bzw. ein hoher Druck vorhanden ist. Die Prozesstemperatur kann beispielsweise bis zu 400°C betragen. Der Druck kann einen Wert bis zu 160 bar oder mehr aufweisen.

Um in diesen Anwendungen mit Radarsensoren den Füllstand messen zu können, müssen die Prozessanschlüsse, also die Antennen, so konstruiert sei, dass sie diese Temperatur bzw. diesen Druck unbeschadet aushalten. Dazu werden üblicherweise Materialien wie Keramik, Glas oder Edelstahl verwendet.

Kunststoffe, die in bekannten Sensoren als Antennenfüllungen bzw. Abdichtungen Anwendung finden, halten vor allem den hohen Temperaturen nicht stand. Bei diesen Kunststoffen handelt es sich beispielsweise um Poly-Tetra-Fluor-Ethylen (PTFE) oder Poly-Esther-Esther-Keton (PEEK).

Will man diese Kunststoffe durch Keramik oder Glas ersetzen, so gelingt dies aufgrund der hohen Dielektrizitätskonstanten &egr;r der Keramik und des Glases gerade bei höheren Sendefrequenzen des Radarsensors nicht ohne weiteres.

Zum einen werden die Abmessungen sehr klein und zum anderen verschlechtert sich das Hochfrequenz-Verhalten durch den großen Unterschied &egr;r und umgebender Luft.

Bereits bei Frequenzen um 6 GHz bereitet dies Probleme und kann besonders im Nahbereich die Empfindlichkeit eines Sensors erheblich verringern. In 1 ist ein solcher Sensor dargestellt.

Eine weitere Möglichkeit der Prozesstrennung besteht in der Verwendung einer Keramikscheibe als Fenster in einem Hohlleiter. Dabei wird eine Scheibe mit einer Dicke der halben Wellenlänge der Sendefrequenz (oder ganze Vielfache davon) als „Fenster" in den Hohlleiter eingesetzt. Dies ist in 2 dargestellt. Die Reflexion durch das hohe &egr;r der Scheibe ist aber so groß, dass auch hier die Empfindlichkeit durch mehrfache Reflexionen im Nahbereich stark reduziert werden kann.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine planare Antenne mit verbesserter Prozesstrennung anzugeben.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist eine planare Antenne mit einer Prozesstrennung für ein Füllstandradar zum Messen eines Füllstands angegeben, wobei die planare Antenne ein planares Strahlerelement zum Abstrahlen eines elektromagnetischen Sendesignals zu einem Außenbereich der Antenne, und eine scheibenförmige Prozesstrennung zum Trennen des Außenbereichs der Antenne von einem Innenbereich der Antenne aufweist, wobei die scheibenförmige Prozesstrennung zwischen dem planaren Strahlerelement und dem Außenbereich angeordnet ist.

Das planare Strahlerelement befindet sich also auf der (innenseitigen) Rückseite der scheibenförmigen Prozesstrennung und strahlt das Sendesignal somit durch die Prozesstrennung in den Außenbereich der Antenne ab. Da sich das Strahlerelement somit im Inneren der Antenne befindet, welche durch die Prozesstrennung nach außen hin abgedichtet ist, ergibt sich eine hohe chemische Beständigkeit sowie eine verbesserte Hochfrequenz-Eigenschaft der Antenne.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist die Prozesstrennung als Keramikscheibe oder als Glasscheibe ausgeführt.

Sowohl Keramik als auch Glas halten erhöhten Temperaturen als auch Drücken stand, ohne dabei Schaden zu nehmen.

Das planare Strahlerelement kann beispielsweise in Form einer strukturierten Metallisierung auf der Rückseite der scheibenförmigen Prozesstrennung ausgeführt sein.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung umfasst die planare Antenne weiterhin eine Metallwand als Massefläche für das planare Strahlerelement, wobei die Metallwand beabstandet zum planaren Strahlerelement angeordnet ist.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung befindet sich zwischen der Metallwand und der Prozesstrennung ein Gas oder ein Vakuum.

Durch die Verwendung eines Mediums in dem Zwischenbereich zwischen der Metallwand und der Prozesstrennung, welches eine niedrige Dielektrizitätskonstante aufweist (bzw. durch die Verwendung eines Vakuums), erhält die Bandbreite der Antenne ein Maximum.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weist die Prozesstrennung eine Dicke auf, die einem ganzzahligen Vielfachen der halben Wellenlänge des elektromagnetischen Sendesignals entspricht.

Hierdurch können Verluste oder Störungen des Sendesignals, welche von der Prozesstrennung herrühren, verringert werden.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung umfasst die planare Antenne weiterhin einen umlaufenden Rand im Innenbereich der Antenne zur Abstützung der Prozesstrennung gegen Druck von außen.

Beispielsweise weist die Antenne ein Gehäuse auf und mehrere Dichtringe, welche eine Abdichtung zwischen dem umlaufenden Rand, der Prozesstrennung und dem Gehäuse bereitstellen.

Auf diese Weise wird eine einfach herzustellende aber trotzdem sehr robuste Antennenanordnung bereitgestellt, welche eine Prozesstrennung auch bei hohen Druckunterschieden gewährleistet.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung sind die Dichtringe als Graphitringe ausgeführt. Graphit eignet sich ganz besonders gut zur Abdichtung der Prozesstrennung, da Graphitringe die Spalte zwischen den zu dichtenden Teilen aufgrund ihrer Komprimierbarkeit nahezu vollständig auffüllen und darüber hinaus auch noch leitfähig sind und dadurch auch elektrische Verbindungen sicherstellen können. Bei üblichen Dichtringen aus Elastomeren entstehen dieelektrisch gefüllte Räume, die die Ausbreitung von Hochfrequenz behindern können. Des weiteren ist Graphit äußerst beständig gegen hohe Temperaturen und gegen eine Vielzahl von Chemikalien.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung weisen die Dichtringe jeweils eine Breite auf, die der halben Wellenlänge des elektromagnetischen Sendesignals entspricht.

Dies führt dazu, dass der Kurzschluss am Ende der aus den der Prozesstrennung zugewandten Flächen der Graphitringe und des Gehäuses gebildeten „Stichleitung" mit einer Länge von &lgr;/2 (also der halben Wellenlänge) zu einem Quasikurzschluss an der Seitenwand reflektiert wird und somit der Einstich in die Außenwand als nicht vorhanden erscheint.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist der umlaufende Rand im Innenbereich der Antenne als Metallring ausgeführt, wobei die Prozesstrennung in den Metallring eingeschmolzen, eingesintert oder eingeschrumpft ist.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist ein kegelförmiger Ansatz an der scheibenförmigen Prozesstrennung vorgesehen, um ein Abtropfen einer Flüssigkeit zu begünstigen.

Auf diese Weise kann ein Verschmutzen des Außenbereichs der Prozesstrennung verringert werden.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung umfasst die planare Antenne weiterhin einen Hochfrequenz-Anschluss zu einem Mikrowellenmodul, wobei der Hochfrequenz-Anschluss als koaxialer Eingang ausgeführt ist.

Beispielsweise kann der koaxiale Anschluss eine Glaseinschmelzung umfassen, die eine sichere Zonentrennung in einem explosionsgefährdeten Bereich darstellt.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist der Hochfrequenz-Anschluss als Kopplung mit einem Hohlleiter ausgeführt.

Somit können die einzelnen Strahlerelemente über die Kopplung mit dem Hohlleiter angeregt werden.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist zumindest ein weiteres planares Strahlerelement vorgesehen, das zusammen mit dem ersten Strahlerelement eine Patchantenne ausbildet.

Es handelt sich hierbei also um zwei oder eine ganze Vielzahl von planaren Strahlerelementen, welche auf der Rückseite der Prozesstrennung angeordnet sind und gemeinsam das Sendesignal erzeugen.

Als Strahlerelemente eignen sich alle bekannten Formen, wie Rechteck, Dreieck oder Kreis.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung umfasst die planare Antenne ein Antennenhorn, das im Außenbereich der planaren Antenne angeordnet ist, wobei die planaren Strahlerelemente elektrisch miteinander verbunden sind, so dass sie ein Array ausbilden.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung umfasst die planare Antenne weiterhin einen Hohlleiter, der im Außenbereich der planaren Antenne angeordnet ist, wobei die planaren Strahlerelemente und der Hohlleiter derart zusammenwirken, dass bei Betrieb der planaren Antenne ein Einkoppeln eines elektromagnetischen Sendesignals in den Hohlleiter erfolgt.

An den Hohlleiter kann dann beispielsweise wieder eine Antenne angeschlossen werden.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist ein Füllstandradar zur Bestimmung eines Füllstands in einem Tank angegeben, das Füllstandradar umfassend eine planare Antenne, wie sie oben beschrieben ist.

Weiterhin ist die Verwendung einer oben beschriebenen planaren Antenne zur Füllstandmessung angegeben.

Weitere Ausführungsbeispiele und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Im Folgenden werden mit Verweis auf die Figuren bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung beschrieben.

1 zeigt eine schematische Darstellung einer Hornantenne mit Anpasskegel aus Dielektrikum.

2 zeigt eine schematische Darstellung einer Hornantenne mit einem Fenster aus Dielektrikum.

3 zeigt eine schematische Darstellung einer planaren Antenne gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

4 zeigt eine schematische Darstellung einer planaren Antenne gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

5 zeigt eine schematische Darstellung einer planaren Antenne gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

6 zeigt eine schematische Darstellung von einem Strahlerelemente-Array für eine planare Antenne gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

7 zeigt eine planare Antenne mit einem Antennenhorn gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

8 zeigt eine planare Antenne mit einem Hohlleiter gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

9 zeigt eine schematische Darstellung eines Füllstandradars gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

10 zeigt eine schematische Darstellung einer planaren Antenne gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung mit kegelförmiger Aussparung 1001.

Die Darstellungen in den Figuren sind schematisch und nicht maßstäblich.

In der folgenden Figurenbeschreibung werden für die gleichen oder ähnlichen Elemente die gleichen Bezugsziffern verwendet.

1 zeigt eine schematische Darstellung einer Hornantenne 101 mit einem Anpasskegel 102 aus Dielektrikum. Das elektromagnetische Sendesignal wird hierbei über den Hohlleiter 103 und den Anpasskegel 102 in die Hornantenne 101 eingeleitet und dann zum Füllgut abgestrahlt. Soll der Anpasskegel aus Dielektrikum 102 als Prozesstrennung für hohe Temperaturen und hohe Drücke ausgeführt sein, muss er eine entsprechende Temperaturbeständigkeit und Druckresistenz aufweisen. Er darf somit nicht aus Kunststoff ausgeführt sein, welcher bei erhöhten Temperaturen schmelzen würde. Führt man den Anpasskegel 102 allerdings aus temperaturbeständigen Materialien, wie Keramik oder Glas aus, können Probleme bei der Signalübertragung aufgrund der hohen Dielektrizitätskonstanten der Materialien Keramik oder Glas auftreten. Hierdurch kann sich das Hochfrequenz-Verhalten verschlechtern. Weiterhin müssen die Abmessungen entsprechend klein gewählt werden.

2 zeigt eine schematische Darstellung einer Hornantenne 101 mit einem Hohlleiter 103 und einem Fenster 201 aus Dielektrikum als Prozesstrennung. Aufgrund der hohen Dielektrizitätskonstante des Fensters 201 entstehen starke Reflexionen, so dass die Empfindlichkeit der Antennenanordnung durch Mehrfachreflexionen im Nahbereich stark reduziert wird.

3 zeigt eine schematische Darstellung einer planaren Antenne 300 gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Die planare Antenne 300 weist eine Keramikschreibe 302 als Prozesstrennung auf. Auf der Rückseite der Keramikscheibe 302 sind planare Strahlerelemente 301, 311 in Form einer strukturierten Metallisierung aufgebracht. Weiterhin ist eine metallische Rückwand 305 vorgesehen.

Auf die Keramik- oder Glasscheibe 302 ist also eine planare Antennenstruktur 301, 311 aufgebracht. Diese Struktur besteht aus einem leitfähigen Material und kann ein einzelner Patchstrahler 301 oder ein Array aus mehreren Einzelpatches 301, 311 sein.

Die Strahlerelemente 301, 311 erzeugen ein elektromagnetisches Sendesignal 316 mit einer Wellenlänge &lgr;, das durch die Scheibe 302 zum Füllgut abgestrahlt wird.

Die Metallisierung befindet sich aus Gründen der chemischen Beständigkeit sowie besserer Hochfrequenz-Eigenschaften auf der vom Prozess abgewandten Seite 304.

Als Massefläche für die Patchstruktur dient eine beabstandete Metallwand 305. Zwischen der Massefläche 305 und der Struktur 301, 311 auf der Keramikscheibe 302 befindet sich beispielsweise ein Gas (z. B. Luft) oder ein Vakuum, da durch die niedrige Dielektrizitätskonstante des Gases bzw. des Vakuums die Bandbreite der Antenne 300 ein Maximum erhält.

Auch ist der Einsatz von Dielektrika in diesem Zwischenbereich 314 (mit höherer Dielektrizitätskonstante) möglich. Hierdurch wird die Bandbreite reduziert.

Die Keramikscheibe 302 weist zur Minimierung der Störung eine Dicke von N × &lgr;/2 (N = 1, 2, 3, 4 ...) auf.

Dieser Aufbau bietet einige Vorteile, wie z. B. hohe Temperaturbelastbarkeit, hohe chemische Resistenz bei Verwendung hochwertiger Keramik und hohe Druckbelastbarkeit.

4 zeigt eine schematische Darstellung einer planaren Antenne mit einem Auflagering 306.

Die Abstützung der Scheibe 302 gegen den Druck kann auf unterschiedliche Weisen erfolgen. Die einfachste Version ist ein umlaufender Rand oder Auflagering 306 an der Rückwand der Glas- oder Keramikscheibe 302. Dieser Auflagering 306 stellt eine ringförmige Auflage für die Scheibe 302 bereit.

Die Abdichtung zwischen diesem Rand 306, der Scheibe 302 und dem Gehäuse 309 erfolgt beispielsweise mit zwei Graphitringen 307, 308, die vor und hinter der Scheibe 302 angebracht sind. Die notwendige Kraft für die Vorspannung der Graphitringe 307, 308 kann durch ein Gewinde zwischen Rückwand und Gehäuse 309 aufgebracht werden.

Für die Breite b 315 der Graphitringe 307, 308 wählt man beispielsweise die Hälfte der Wellenlänge &lgr; der zu übertragenden Frequenz. Dies führt dazu, dass der Kurzschluss 317 am Ende der aus den der Keramik zugewandten Flächen der Graphitringe und des Gehäuses 309gebildeten „Stichleitung" mit der Länge b = &lgr;/2 zu einem Quasikurzschluss 318 an der Seitenwand reflektiert wird, und somit der Einstich in die Außenwand als nicht vorhanden erscheint.

Weitere Möglichkeiten der Abdichtung der Scheibe 302 bieten die folgenden Verfahren:

  • – Einschmelzen in einen Metallring (z. B. bei Glas);
  • – Einsintern in einen Metallring (z. B. bei Keramik); und
  • – Einschrumpfen in einen Metallring.

Das so entstandene Bauteil kann anschließend beispielsweise an weitere Metallteile angeschweißt werden.

5 zeigt eine schematische Darstellung einer planaren Antenne gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Um ein besseres Abtropfverhalten an der Glas- bzw. Keramikscheibe 302 zu erhalten, kann zusätzlich ein kegelförmiger Ansatz 501 an die Scheibe 302 angebracht werden. Bildet sich in diesem Fall an der Unterseite der Scheibe Kondensat, so kann es an der Schräge zur Mitte hin abfließen und, wenn sich genügend angesammelt hat, dort abtropfen. Der kegelförmige Ansatz 501 kann auch umgekehrt ausgeführt sein, so dass sich das Kondensat am äußeren Ring sammelt. Die Keramikscheibe 302 kann ebenso eine kegelförmige Aussparung 1001 an der zum Prozess zugewandten Seite haben, wodurch das Kondensat zum äußeren Ring der Keramikscheibe 302 hin ablaufen kann. Dies ist in 10 dargestellt.

Der Hochfrequenz-Anschluss zu einem Mikrowellenmodul (nicht dargestellt in den Figuren) erfolgt im vorliegenden Beispiel über einen koaxialen Eingang 310. In diesem koaxialen Anschluss 310 kann eine Glaseinschmelzung eingebracht werden, die eine sichere Zonentrennung in einem explosionsgefährdeten Bereich darstellt. Dazu wird zwischen Innen- und Außenleiter ein Glaskörper von beispielsweise 3 mm Länge eingeschmolzen.

Alternativ zu dem koaxialen Anschluss können die einzelnen Strahlerelemente auch über eine Kopplung mit einem Hohlleiter angeregt werden.

Die Strukturen auf der Glas- oder Keramikscheibe 302 können entweder in Dünnschichttechnik oder als Siebdruck in Dickschichttechnik aufgebracht werden.

Aus dem obigen Ausführungsbeispiel lassen sich verschiedene Möglichkeiten zur Realisierung einer Antenne für Füllstandanwendungen ableiten:

Reine Planarantenne

Die rein planare Ausführung ist bei Anwendungen mit hoher Druckbeaufschlagung in der Größe begrenzt, da die Keramikscheibe möglichst dünn gehalten werden sollte, um diese mit der Hochfrequenz gut durchstrahlen zu können. Diese Ausführungsform eignet sich insbesondere für Anwendungen, bei denen entweder bei hoher Temperatur nur wenig Druck erwartet wird oder aber ein großer Öffnungswinkel bzw. ein kleiner Antennengewinn ausreicht. Der Aufbau kann hier entsprechend dem in 4 dargestellten Aufbau erfolgen.

Die Struktur auf der Keramikscheibe besteht dabei aus mehreren einzelnen Strahlerelementen 301, 311, die zusammen eine Patchantenne bilden. Als Strahlerelemente eignen sich alle bekannten Formen, wie Rechteck, Dreieck oder Kreis. Insbesondere werden rechteckige Strahlerelemente eingesetzt.

Anregung einer Hornantenne

Ein weiteres Ausführungsbeispiel ist die Verwendung der planaren Antenne zur Anregung einer Hornantenne. Dazu wird eine kleine Anzahl von Einzelstrahlern 301, 311, 312, 313 zu einem Array kombiniert, wie in 6 dargestellt. Die Einzelstrahler 301, 311, 312, 313 sind über entsprechende Leitungen 601, 602, 603, 604 mit dem Hochfrequenz-Anschluss 310 verbunden. Das gesamte Array 600 wird nach obigen Angaben aufgebaut.

Die Anordnung 600 wird dann entsprechend 7 in eine Hornantenne 701 eingebaut.

Ein Vorteil dieser Anordnung besteht darin, dass die Keramikscheibe 302 relativ klein gehalten werden kann und bei gleicher Dicke einem höheren Druck standhält. Des weiteren lässt sich durch Verändern der Horngröße der Antennengewinn und der Öffnungswinkel der gesamten Anordnung verändern, wobei der Einkoppelbereich mit der Patchantenne immer gleich bleibt.

Als Erreger in einem Hohlleiter

Die gleiche Anordnung wie in 7 kann auch in einen Hohlleiter 801 eingebaut werden und dient somit als Übergang von der Koaxialleitung (Hochfrequenz-Anschluss 310) auf den Hohlleiter 801. Dies ist in 8 dargestellt. An den Hohlleiter 801 kann dann beispielsweise wiederum eine Hornantenne angeschlossen werden.

9 zeigt eine schematische Darstellung eines Füllstandradars gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

Das Füllstandradar weist hierbei eine planare Antenne 300 mit einem Antennenhorn 701 auf. Die Antenne 300 ist zum Aussenden elektromagnetischer Strahlen 901 zu einer Füllgutoberfläche 903 und zum Empfangen auf der Füllgutoberfläche 903 reflektierter elektromagnetischer Strahlen 902 ausgeführt.

Durch die Ausführung der Antenne als Patchantenne mit Keramikscheibe als Abdeckung kann eine hohe Temperaturbeständigkeit des gesamten Antennensystems und der Einkopplung durch Verwendung von Materialien wie Keramik, Graphit, Metalle erreicht werden. Weiterhin ist eine hohe Druckbelastbarkeit der Keramik- bzw. Glasscheibe gewährleistet. Weiterhin ist eine hohe chemische Beständigkeit der Antenne und eine Zonentrennung für Explosionsschutz durch eine Glaseinschmelzung im Bereich der koaxialen Durchführung gegeben.

Die Zonentrennung für den Explosionsschutz kann auch durch Einschmelzung der vorderen Glasscheibe, auf der die Antennenstruktur aufgebracht ist, bereitgestellt werden.


Anspruch[de]
Planare Antenne mit einer Prozesstrennung für ein Füllstandradar zum Messen eines Füllstands, die planare Antenne (300) umfassend:

ein planares Strahlerelement (301) zum Abstrahlen eines elektromagnetischen Sendesignals zu einem Außenbereich (303) der Antenne (300);

eine scheibenförmige Prozesstrennung (302) zum Trennen des Außenbereichs (303) der Antenne von einem Innenbereich (304) der Antenne (300);

wobei die scheibenförmige Prozesstrennung (302) zwischen dem planaren Strahlerelement (301) und dem Außenbereich (303) angeordnet ist.
Planare Antenne nach Anspruch 1, wobei die Prozesstrennung (302) als Keramikscheibe oder als Glasscheibe ausgeführt ist. Planare Antenne nach Anspruch 1 oder 2, weiterhin umfassend:

eine Metallwand (305) als Massefläche für das planare Strahlerelement (301);

wobei die Metallwand (305) beabstandet zum planaren Strahlerelement (301) angeordnet ist.
Planare Antenne nach Anspruch 3, wobei sich zwischen der Metallwand (305) und der Prozesstrennung (302) ein Gas oder ein Vakuum befindet. Planare Antenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Prozesstrennung (302) eine Dicke aufweist, die einem ganzzahligen Vielfachen der halben Wellenlänge des elektromagnetischen Sendesignals entspricht. Planare Antenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend: einen umlaufenden Rand (306) im Innenbereich (304) der Antenne zur Abstützung der Prozesstrennung (302) gegen Druck. Planare Antenne nach Anspruch 6, weiterhin umfassend:

ein Gehäuse (309); und

einen ersten Dichtring (307) und einen zweiten Dichtring (308) zum Bereitstellen einer Abdichtung zwischen dem umlaufenden Rand (306), der Prozesstrennung (302) und dem Gehäuse (309).
Planare Antenne nach Anspruch 7, wobei die Dichtringe (307, 308) als Graphitringe ausgeführt sind. Planare Antenne nach Anspruch 7 oder 8, wobei die Dichtringe (307, 308) jeweils eine Breite aufweisen, die der halben Wellenlänge des elektromagnetischen Sendesignals entspricht. Planare Antenne nach Anspruch 6,

wobei der umlaufende Rand (306) im Innenbereich (304) der Antenne als Metallring ausgeführt ist;

wobei die Prozesstrennung (302) in den Metallring eingeschmolzen, eingesintert oder eingeschrumpft ist.
Planare Antenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein kegelförmiger Ansatz (501) an der scheibenförmigen Prozesstrennung (302) vorgesehen ist, um ein Abtropfen einer Flüssigkeit zu begünstigen. Planare Antenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend:

einen Hochfrequenzanschluss (310) zu einem Mikrowellenmodul;

wobei der Hochfrequenzanschluss (310) als koaxialer Eingang ausgeführt ist.
Planare Antenne nach Anspruch 12, wobei eine Glaseinschmelzung in dem Hochfrequenzanschluss (310) vorgesehen ist. Planare Antenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend:

einen Hochfrequenzanschluss (310) zu einem Mikrowellenmodul;

wobei der Hochfrequenzanschluss (310) als Kopplung mit einem Hohlleiter ausgeführt ist.
Planare Antenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest ein weiteres planares Strahlerelement (311, 312, 313) vorgesehen ist, das zusammen mit dem ersten Strahlerelement (301) eine Patchantenne ausbildet. Planare Antenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend:

ein Antennenhorn (701), das im Außenbereich (303) der planaren Antenne (300) angeordnet ist;

wobei die planaren Strahlerelemente (301, 311, 312, 313) elektrisch miteinander verbunden sind, so dass sie ein Array ausbilden.
Planare Antenne nach einem der Ansprüche 1-15, weiterhin umfassend:

einen Hohlleiter (801), der im Außenbereich (303) der planaren Antenne (300) angeordnet ist;

wobei die planaren Strahlerelemente und der Hohlleiter derart zusammenwirken, dass bei Betrieb der planaren Antenne ein Einkoppeln eines elektromagnetischen Sendesignals in den Hohlleiter erfolgt.
Planare Antenne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Planare Strahlerelement (301) als strukturierte Metallisierung auf der Innenseite der Prozesstrennung ausgeführt ist. Füllstandradar (900) zur Bestimmung eines Füllstands in einem Tank, das Füllstandradar (900) umfassend:

eine Planare Antenne (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 18.
Verwendung einer Planare Antenne (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 18 zur Füllstandmessung.






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