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Dokumentenidentifikation DE102006020135A1 15.11.2007
Titel Fußbodenbelag aus Fußbodenpaneelen mit einem mineralischen Kern mit mechanischen Verriegelungsmitteln und Natur- oder künstlichem Steinmaterial oder Glas als Deckschicht
Anmelder Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn Stiftung & Co KG, 64372 Ober-Ramstadt, DE
Vertreter PFENNING MEINIG & PARTNER GbR, 80339 München
DE-Anmeldedatum 02.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006020135
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse E04F 15/08(2006.01)A, F, I, 20060502, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04F 15/10(2006.01)A, L, I, 20060502, B, H, DE   
Zusammenfassung Vorliegende Erfindung betrifft einen Fußbodenbelag (1) aus mindestens zwei Fußbodenpaneelen (2, 3) mit einem plattenförmigen Kern (4) mit mechanischen Verriegelungsmitteln (8, 9, 11), über die an wenigstens zwei aneinander gegenüberliegenden Kanten der Fußbodenpaneele eine formschlüssige Verbindung hergestellt ist, und einer oberen Deckschicht (5), die vorzugsweise 3 bis 20 mm dick ist, wobei der Kern aus einem mineralischen Material und die Deckschicht (5) aus Naturstein, künstlichem Stein und/oder Glas besteht.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Fußbodenbelag aus mindestens zwei Fußbodenpaneelen mit einem plattenförmigen Kern mit mechanischen Verriegelungsmitteln, über die an wenigstens zwei aneinander gegenüber liegenden Kanten der Fußbodenpaneele eine formschlüssige Verbindung hergestellt ist und einer oberen Deckschicht, die vorzugsweise 3 bis 20 mm dick ist, wobei der Kern aus einem mineralischen Material und die Deckschicht aus Naturstein, künstlichem Stein und/oder Glas besteht.

Fußbodenpaneele sind in verschiedenen Ausführungsformen bekannt. Zum Stand der Technik kann beispielsweise auf die EP 843 763 B1 und die EP 698 162 B1 Bezug genommen werden.

Die EP 843 763 B1 beschreibt Fußbodenpaneele mit einem Kern, der auf Basis von Holz hergestellt worden ist. Als bevorzugt werden in der Druckschrift Holzwerkstoffe, insbesondere MDF und HDF, genannt. Die EP 698 162 B1 offenbart ein Fußbodenpaneel, dessen Material als „kompaktes Laminat" bezeichnet wird. Als Möglichkeit für die Verbindung von zwei Paneelen wird ein Aluminiumprofil angegeben, das an jedem der Paneele befestigt werden kann und jeweils eine Verbindung zu einem angrenzenden Paneel gleicher Art ermöglicht. In jedem Fall soll die Verbindung so erfolgen, dass zwei zusammengefügte Fußbodenpaneele weder senkrecht zu Ihrer Verbindungslinie auseinanderdriften noch entlang dieser Verbindungslinie verschoben werden können. Auch eine gegenseitige Bewegung in die Höhe ist ausgeschlossen.

Alle herkömmlichen Fußbodenpaneele der obigen Art, zu denen neben den Paneelen, die in den beiden genannten Druckschriften beschrieben werden, zahlreiche weitere Ausführungsformen gehören, bestehen aus Holzwerkstoffen, in den letzten Jahren überwiegend aus MDF oder HDF. Holzwerkstoffe sind brennbar. Die herkömmlichen Paneele gehören daher einer Bauteilklasse an, die ihre Verwendung in vielen Gebäuden, z.B. vielen öffentlichen Gebäuden, ausschließt. Holzwerkstoffe haben in der Regel eine Reihe von weiteren Nachteilen. Sie sind zumeist nicht formaldehydfrei. Angesichts ihres relativ geringen Gewichtes sind sie hinsichtlich Luftschallschutz und Trittschallschutz ungünstig. Dies gilt trotz zahlreicher Versuche der Hersteller, die Schalleigenschaften durch untergelegte oder untergeklebte Dämmmatten zu verbessern.

Holzwerkstoffe sind im Übrigen nur begrenzt resistent gegen Feuchtigkeit, da sie in der Regel dazu neigen, unter Feuchtigkeitseinfluss aufzuquellen und sich entsprechend zu verformen.

Aus dem Stand der Technik ist ferner ein Fußbodenbelag bekannt, bei dem dünne Granitplatten auf 8 mm Dicke HDF-Holzwerkstoffplatten aufgeklebt wurden, die ebenfalls ein Klicksystem (mechanische Verriegelung) zur Verlegung ohne Kleber aufwiesen.

Dieses Produkt zeigt jedoch Nachteile. Ein Nachteil dieser Konstruktion bestand darin, dass eine Holzwerkstoffplatte mit einer Dichte von 700 bis 750 kg/m3 mit einem Naturstein von 2500 bis 3000 kg/m3 beklebt wurde. Dabei blieb völlig unberücksichtigt, dass Holzwerkstoffplatten und Naturstein bei hygroskopischer oder thermischer Beanspruchung stark unterschiedliche Reaktionen aufweisen, die die Klebefuge zwischen Holz und Stein so stark beanspruchte, dass sie riss und damit die Holzträgerplatte ihre Tragfähigkeit der Natursteinplatte von 4 bis 10 mm nicht mehr zur Verfügung stellen konnte. Dies führte weiterhin zu einer Überbeanspruchung der Biegespannung des Natursteins, worauf dieser brach. Hierzu sind schon wenige Zehntel Millimeter Durchbiegung durch Untergrundunebenheiten ausreichend.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Fußbodenbelag aus mindestens zwei Fußbodenpaneelen zu schaffen, der eine hohe Stabilität des einzelnen Fußbodenpaneels und des daraus zusammengesetzten Fußbodenbelages gewährleistet, so dass die im Stand der Technik erwähnten Probleme umgangen werden können.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die weiteren abhängigen Ansprüche weisen vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung auf.

Erfindungsgemäß wird ein Fußbodenbelag aus mindestens zwei Fußbodenpaneelen mit einem plattenförmigen Kern mit mechanischen Verriegelungsmitteln über die an wenigstens zwei einander gegenüberliegenden Kanten der Fußbodenpaneele eine formschlüssige Verbindung hergestellt ist und einer oberen Deckschicht bereitgestellt, wobei der Kern aus einem mineralischen Material und die Deckschicht aus Naturstein, künstlichem Stein und/oder Glas besteht.

In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die obere Deckschicht aus Naturstein, künstlichem Stein und/oder Glas 3 mm bis 20 mm, vorzugsweise 4 mm bis 8 mm, dick.

Die Stein- oder Glasschicht ist dabei mit dem plattenförmigen Kern verklebt. Prinzipiell können dabei alle möglichen Klebstoffe oder Klebebänder verwendet werden, die eine beständige und dauerhafte Verbindung zwischen Deckplatte und Kern ermöglichen. Beispielsweise können auf organischen Polymeren basierende Kleber, z.B. Harze, wie Epoxidharze eingesetzt werden. Ganz besonders sind jedoch hydraulische Kleber, wie z.B. Mörtel, Zement und/oder Beton etc. zu bevorzugen. Auch Klebebänder eignen sich zur dauerhaften Verbindung der Materialien.

Weiterhin ist es von Vorteil, wenn der Naturstein, künstliche Stein und/oder das Glas eine Dichte von 2000 bis 4000 kg/m3, bevorzugt von 2500 bis 3000 kg/m3 aufweist.

Die obere Deckschicht aus Naturstein, künstlichem Stein und/oder Glas kann beliebige Beschaffenheit aufweisen. So ist es beispielsweise denkbar, dass der Naturstein, künstliche Stein und/oder das Glas aus rutschfestem Material besteht, andererseits ist es ebenso denkbar, dass die obere Deckschicht aus poliertem Material besteht.

Prinzipiell ist bezüglich des Natursteins, des künstlichen Steins und/oder des Glases keine Einschränkung zu treffen, vorzugsweise ist der Naturstein, künstliche Stein und/oder das Glas jedoch ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Marmor, Granit, Schiefer, Glimmer, Zement, Beton, Gneis, Keramik, Fliesen, gebrannte Ton-Materialien und/oder Epoxi-Quarz-Compounds.

Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, wenn das als Kernmaterial verwendete mineralische Material eine Dichte von 1100 bis 1700 kg/m3, vorzugsweise von 1400 bis 1600 kg/m3 aufweist. Dadurch wird gewährleistet, dass das Kernmaterial dem Steinmaterial oder dem Glas weit ähnlichere Eigenschaften in Bezug auf Dehnungsverhalten aufweist, wie die im Stand der Technik verwendete Holzwerkstoffplatte. Daraus resultiert, dass die Stabilität der mineralischen Platte doppelt so hoch ist wie die der Holzwerkstoffplatte und deren Ausdehnungseigenschaften ähnlich sind wie die des Natursteins, künstlichen Steins und/oder des Glases. Dadurch brechen die Natursteinplatten, künstlichen Steinplatten und/oder Glasplatten nicht mehr, weil die Trägerplatte stabiler ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist das mineralische Material Gips, beispielsweise Naturgips oder Synthesegips (REA). Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn der Gips in Form einer hochverdichteten, mineralischen Faserplatte vorliegt. Ebenso sind aber auch beliebige andere mineralische Materialien denkbar, deren Ausdehnungseigenschaften oder Stabilität so beschaffen sind, dass ein stabiler Verbund mit der Natur-, künstlichen Stein- und/oder Glasplatte möglich ist. Zur weiteren Verstärkung des als Kernmaterial verwendeten mineralischen Materials ist es ebenso denkbar, weitere Füllstoffe, Bindemittel oder weitere Verstärkungsstoffe zu verwenden.

Neben dem Erfordernis, dass der Fußbodenbelag einen Kern aus mineralischem Material aufweist, ist es wesentlich bei der vorliegenden Erfindung, dass die plattenförmigen Kerne an zwei gegenüberliegenden Kanten Verriegelungsmittel aufweisen, die eine formschlüssige Verbindung der Platten zueinander gewährleisten.

Beim erfindungsgemäßen Fußbodenbelag ist es dabei besonders bevorzugt, wenn ein derartiges Verriegelungsmittel aus zusammenwirkenden Kupplungselementen, die aus einem positiv und einem negativ ausgeformten Bereich der plattenförmigen Kerne selbst gebildet sind, bestehen.

Wesentlich bei derartigen Kupplungselementen ist, dass im negativ ausgeformten Bereich Hinterschneidungen vorhanden sind, in die der positiv ausgeformte Bereich bevorzugt formschlüssig eingreifen kann. Dadurch wird ein sicheres Verhaken der beiden Kanten der Platten zueinander ermöglicht. Derartige Kantenausbildungen von Plattenwerkstoffen sind an und für sich im Stand der Technik im Bereich der Laminat- und Parkettpaneelen in verschiedenen Ausführungsformen bekannt. Hierzu wird auf die EP 0 843 763 B1 verwiesen.

Bei den erfindungsgemäß vorgesehenen plattenförmigen Fußbodenpaneelen mit einem Kern aus mineralischem Material, bevorzugt aus stabilisierenden Fasern, hat sich dabei als besonders günstig erwiesen, wenn die zusammenwirkenden Kupplungselemente einstückig aus dem Material der plattenförmigen Kerne gebildet sind. Bei mineralischen Platten kann dies am einfachsten dadurch geschehen, dass entsprechende Ausformungen in die Kanten eingefräst werden. Wesentlich bei dem erfindungsgemäßen plattenförmigen Fußbodenbelag ist dabei, dass durch die Verrieglungsmittel eine formschlüssige dauerhafte Verbindung an den Kanten von zwei benachbarten Platten erreicht wird.

Eine zweite Alternative gemäß der vorliegenden Erfindung sieht nun vor, dass das Verriegelungsmittel nicht durch Kupplungselemente der plattenförmigen Kerne selbst gebildet wird, sondern dass ein separates Verriegelungsmittel vorgesehen ist, das in Formnuten, die in den gegenüberliegenden Kanten der plattenförmigen Kerne eingebracht sind, eingreift. Bevorzugt ist dieses separate Verriegelungsmittel dabei so ausgebildet, dass es ein zusätzliches Arretierungsmittel besitzt, das so angeordnet ist, dass es in die Formnuten eingreifen kann. Ein derartiges Arretierungsmittel kann z.B. im einfachsten Fall aus einer Feder bestehen, so dass eine dauerhafte mechanische Verriegelung der beiden Platten zueinander erreicht wird. Das separate Verriegelungsmittel nach der zweiten Alternative der vorliegenden Erfindung kann dabei auch so ausgebildet sein, dass eine in Richtung der Raumseite aufweisender Abstandshalter vorhanden ist, an dem dann die zwei gegenüberliegenden Kanten der plattenförmigen Kerne mindestens teilweise formschlüssig anschließen. Ein Vorteil einer derartigen Konstruktion ist darin zu sehen, dass durch den Abstandshalter eine gefugte Struktur des Fußbodenbelags erzeugt werden kann. Das separate Verriegelungsmittel kann in diesem Fall im Wesentlichen eine T-Form aufweisen und ist bevorzugt aus einem metallischen Material ausgebildet. Das T-Stück kann so ausgebildet sein, dass es mit der Oberfläche der Stein- oder Glasplatte bündig abschließt, oder so, dass eine Vertiefung bestehen bleibt, in die dann noch weitere Füllstoffe wie z.B. Fugenbänder oder Ähnliches eingebracht werden kann. Grundsätzlich sind derartige separate Verriegelungsmittel in Form von Metallklammern schon im Stand der Technik bei Profilbrettern im Bereich der Wand- und Deckenverkleidungen bekannt. Auch Kunststoff ist als Material für die separaten Verriegelungsmittel möglich.

Der Zusammenbau der einzelnen Fußbodenpaneele kann so erfolgen, dass die Fußbodenpaneele mit Vorspannung zusammenfügt sind, der Zusammenbau kann aber auch so erfolgen, dass die Fußbodenpaneele mit leichtem Spiel zusammengefügt sind.

Auf der Unterseite des Paneels kann zusätzlich eine Dämmschicht zur Dämpfung von Körperschall oder Trittschall angeordnet sein. Außerdem können sich auf der Unterseite des Paneels Kanäle für die Aufnahme von Leitungen, Rohren und/oder Kabeln, befinden. Insbesondere sind hierbei Leitungen und/oder Rohre für Fußbodenheizungen oder elektrische Kabel gemeint. Weiterhin können Heizungs- und/oder Kühlleitungen in den Kern eingebettet sein.

Eine weitere Ausführungsform des Fußbodenbelags sieht vor, dass zwischen zwei benachbarten Paneelen Fugenleisten vorgesehen sind. Diese Fugenleisten können beispielsweise auch ein Fugenband oder ein Fugenmaterial sein, das unter dekorativen Aspekten in die Fuge eingefügt wird. Die Fugen können jedoch auch verschiedene Aufgaben wahrnehmen. So können sie beispielsweise ein Material zur Absorption von Oberflächenfeuchtigkeit oder Oberflächenwasser enthalten. Das Fugenmaterial kann gegebenenfalls durch Quellung die Fuge dicht verschließen. Durch Verwendung eines elektrisch leitenden Fugenmaterials kann gegebenenfalls auch elektrostatische Aufladung abgeleitet werden, beispielsweise in Richtung des Rohbodens oder auch gegen einen installierten Erdleiter. Die Fugen können auch zur Aufnahme einer elastischen, plastischen oder aushärtenden Fugenmasse dienen. Weiterhin können die Fugen einen Spannungsausgleich in Bezug auf die sich bewegenden Gebäudemassen gestatten. In Betracht kommen hier mehrere kleine Mikrofugen mit 0,1 bis 0,5 mm Breite. Das Spiel, das diese ermöglichen, kann sich über eine größere Fläche zu Werten von beispielsweise 3 bis 6 mm addieren. In die Fugen könnte auch ein Installationskanal integriert werden. Fugenbänder können an einem der benachbarten Paneele befestigt sein oder auch in die Fuge eingelegt werden.

Die im Vorangegangenen geschilderte Konstruktion bringt besondere Vorteile mit sich.

Die Elemente des Naturstein-, künstlichen Stein- und/oder Glaslaminats werden nicht auf den Estrich oder den Unterboden verklebt, wie alle heutigen Natursteinverlegungen erfolgen, sondern lose aufgelegt. Durch vorheriges Unterlegen einer Trittschallschutzmatte erzielt man eine nahezu vollständige akustische Entkopplung des Laminats von der Bausubstanz und damit einen hervorragenden Schallschutz im ganzen Gebäude.

Durch die mechanische Verriegelung der Trägerplatten des Stein- und/oder Glaslaminats untereinander ist auch die dekorative Schicht dauerhaft und stabil in der erforderlichen Position fixiert und kann sich, obwohl sie nicht mit dem Rohboden verklebt ist, nicht verschieben.

Des Weiteren ist das Kernmaterial, vorzugsweise die Gipsplatte, so dimensioniert bzw. gefräst, dass die Deckschicht, z.B. der Steinbelag, auf eine Fuge von 3–4 mm unverrückbar positioniert ist. Der plattenförmige Kern dient dabei als Verlegehilfe.

Weiterhin erfolgt die Verlegung des Stein- und/oder Glaslaminats um über 50% schneller als die Verlegung von normalem Naturstein, weil kein Mörtel oder Kleber beschafft, angerührt und vorgelegt werden muss, um die Platten zu fixieren. Nach dem Einklicken der Elemente ist die Fläche sofort begehbar und kann auch unmittelbar nach der Verlegung verfugt werden, weil die übrige Wartezeit zum Entweichen der Feuchtigkeit aus dem Mörtel oder Kleber über die Fugen vollständig entfällt.

Die Stein- und/oder Glaslaminatelemente sind werksvorgefertigte Halbfabrikate, bei denen der Verklebeprozess zwischen Trägerplatte und der dünnen Stein und/oder Glasplatte unter definierten Bedingungen im Werk durchgeführt wird. Damit werden häufige Reklamationen vermieden, wie sie bei der Natursteinverlegung bekannt sind. Zu Reklamationsgründen zählen z.B. Verfärbungen und Verschlierungen auf der Oberfläche des Natursteins durch falsche Kleber oder zu viel bzw. zu wenig Anmachwasser des Mörtels.

Besonders hervorzuheben ist, dass durch die Laminatstruktur ein um 30 bis 40% geringeres Gewicht der Laminatelemente im Gegensatz zu Vollmaterial von 20 bis 30 mm Dicke resultiert. Dadurch wird die Statik von Gebäuden erheblich entlastet, ohne eine Einschränkung in der Optik oder Nutzung zur Folge zu haben.

Zusätzlich zur erfolgten Gewichtsreduktion ergibt sich bei Laminatelementen mit Stein- und/oder Glasplatten bei ähnlichen Elementgrößen wie Naturstein eine um 20 bis 30% geringere Aufbauhöhe, weil Trägerplatten mit dem Stein- und/oder Glasfurnier 3 bis 4 mm dünner sind als vergleichbare Vollelemente und darüber hinaus nicht in ein 3 bis 8 mm dickes Klebe- oder Mörtelbett verlegt werden müssen. Somit sind Gesamtaufbauten eines Fußbodenbelags von 20–25 mm realisierbar. Dies ist ebenfalls aus architektonischer Sicht interessant.

Ein weiterer Vorteil ist, dass beim erfindungsgemäßen Stein- und/oder Glaslaminat die Elemente lose auf dem Unterboden verlegt werden können. Bei Vollmaterialelementen mit Klebe- oder Mörtelbett-Verlegung muss der Unterboden aufwändig untersucht, vorbereitet und grundiert werden, weil sonst Reklamationen, wie lose Platten oder Aufwölbungen die zwangsläufige Folge sind.

Ebenso ist diese Art der Verwendung eines Steins und/oder Glases ökologisch sehr vorteilhaft, weil 30 bis 50% weniger Rohmaterial benötigt wird, verglichen mit der Verlegung von Vollmaterial. Daraus resultiert eine Schonung der natürlichen Ressourcen.

Die Größe der Stein- und/oder Glaslaminat-Elemente ist variabel, z.B. 60 × 40 cm, 80 × 40 cm, 100 × 100 cm etc. Ohne stabile Trägerplatte müssen Natursteinplatten 2 bis 3 cm dick ausgeführt werden, um die erforderliche Stabilität aufzuweisen, z.B. gegen Bruch. Durch das erfindungsgemäße Verklebeverfahren in Verbindung mit der stabilen Trägerplatte, das die Rückseite der Stein- und/oder Glasdekorplatte von 4 bis 8 mm so verfestigt, dass höhere Druck- und Zugspannungen aufgenommen werden können, wird dem Gesamtelement eine so große Stabilität verliehen, dass auch Formate > 0,25 m2 ohne Probleme transportiert und reklamationsfrei verlegt werden können.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der 1 bis 5 näher erläutert, ohne die Erfindung jedoch hierauf zu beschränken. Die Fugen zwischen den Stein- und/oder Glasplatten sind dabei nicht dargestellt.

1 zeigt in der Figurenfolge a) bis c) eine erste Ausführungsform eines Fußbodenbelags nach der Erfindung anhand zweier Fußbodenpaneele mit zusammenwirkenden Kupplungselementen.

2 zeigt in der Figurenfolge a) bis d) eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen plattenförmigen Fußbodenbelags mit separaten Verriegelungsmitteln.

3 zeigt in vergrößerter Darstellung die Ausführungsform nach 2a, wobei hier noch die zusätzliche Möglichkeit, eine Trittschalldämmmatte auf die Unterseite des Paneels anzubringen, realisiert ist.

4 zeigt in 4a den Aufbau einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Fußbodenbelags und in de 4b den Aufbau eines entsprechenden Fußbodenbelags. Außerdem sind hier noch Kanalstrukturen auf der Unterseite der Paneele vorhanden.

5 zeigt in 5a eine zusätzliche Ausführungsform mit einem separaten mechanischen Verriegelungselement und in der 5b den Aufbau eines entsprechenden Fußbodenbelags.

In 1 ist im Schnitt in vereinfachter Darstellung ein erfindungsgemäßer plattenförmiger Fußbodenbelag 1 dargestellt. In 1a ist dabei ein erstes plattenförmiges Paneel mit 2 und ein zweites plattenförmiges Paneel mit 3 bezeichnet. Die plattenförmigen Paneele 2 und 3 des erfindungsgemäßen Fußbodenbelags 1 bestehen dabei aus einer mineralischen Faserplatte 4 und einer gegenüberliegenden Steinplatte 5. 1 zeigt nun eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen plattenförmigen Fußbodenbelags 1, wobei hier an den gegenüberliegenden Kanten 6 und 7 zusammenwirkende Kupplungselemente aus einem positiv ausgeformten Bereich und einem negativ ausgeformten Bereich der plattenförmigen Fußbodenpaneele 2, 3 selbst gebildet sind. Der wesentliche Vorteil des erfindungsgemäßen Fußbodenbelags 1 ist nun darin zu sehen, dass allein durch die zusammenwirkenden Kupplungselemente eine fugenlose formschlüssige Verbindung der beiden plattenförmigen Fußbodenpaneele 2 und 3 zueinander hergestellt wird. Die negativ und positiv ausgeformten Bereiche der plattenförmigen Fußbodenpaneele 2 und 3 können dabei beliebig gestaltet sein, wobei es bevorzugt ist, wenn die zusammenwirkenden Kupplungselemente Hinterschneidungen aufweisen. Die 1bund 1c zeigen das Ineinandergreifen der Kupplungselemente. Wie aus 1c hervorgeht, wird durch das erfindungsgemäße System ein fugenloses Verbinden der einzelnen Fußbodenpaneele 2 und 3 erreicht.

2 zeigt nun die zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen plattenförmigen Fußbodenbelags, wobei hier die plattenförmigen Fußbodenpaneele 2, 3 an ihren Kanten 6, 7 Formnuten 15, 16 aufweisen, in die separate mechanische Verriegelungsmittel 8, 9, 11 eingreifen. In 2b ist dabei eine erste Ausführungsform eines separat mechanischen Verriegelungsmittels 8 gezeigt, das in die beiden in der 2a dargestellten Formnuten 15, 16 der plattenförmigen Fußbodenpaneele 2, 3 eingreift. Das mechanische Verriegelungsmittel 8 weist dabei ein zusätzliches Arretierungsmittel 17 in Form einer Verdickung auf. Das Arretierungsmittel ist dabei so ausgebildet, dass es in eine entsprechende Ausformung in den Formnuten 15 und 16 eingreifen kann. Das separate Verriegelungsmittel 8 ist dabei bevorzugt eine metallische Klammer. Die Ausführungsform nach der 2c zeigt nun ein mechanisches metallisches Verriegelungsmittel 9, wobei hier noch zusätzlich ein Abstandshalter 10 vorgesehen ist, der den Abstand zwischen den beiden plattenförmigen Fußbodenpaneelen 2 und 3 festlegt. Letztlich zeigt 2d eine weitere Ausführungsform eines separaten Verriegelungsmittels 11, wobei diese Ausführungsform als zusätzliche Arretierungsmittel Federn 12 aufweist.

3 zeigt nun in vergrößerter Darstellung das plattenförmige Element 2, wie es bereits in 2a dargestellt worden ist. In der 3 ist nun noch zusätzlich dargestellt, dass auf die Unterseite ein Trittschalldämmung oder eine Beschichtung 20 als Untergrund aufgebracht ist.

In 4 ist in der 4a ein erfindungsgemäßer Fußbodenbelag gezeigt, wie es bereits in der 2a in Verbindung mit dem separaten Verriegelungsmittel 8 nach 2b dargestellt worden ist. Zusätzlich sind hier auf der Unterseite der Paneele 2, 3 noch Kanalstruktruren 22, 24 integriert. Diese Kanalstrukturen ermöglichen das Verlegen von Rohrleitungen oder Kabeln, vorzugsweise Heiz- oder Kühlleitungen bzw. Stromkabeln. In 4b ist nun schematisch im Schnitt ein kompletter Deckenaufbau dargestellt, wie er sich mit dem erfindungsgemäßen plattenförmigen Fußbodenbelag 1 realisieren lässt.

Der wesentliche Vorteil des erfindungsgemäßen plattenförmigen Fußbodenbelags ist darin zu sehen, dass ein fugenloses Verbinden der plattenförmigen Fußbodenpaneele möglich ist, wobei durch die vorgesehenen Verriegelungsmittel 8 eine dauerhafte Verbindung der Kanten der entsprechenden plattenförmigen Fußbodenpaneele 2 und 3 realisiert ist.

5 zeigt nun eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen plattenförmigen Fußbodenbelags, wobei hier in der 5a ein Aufbau dargestellt ist, wie er sich aus der 2a in Kombination mit dem separaten Verriegelungsmittel 9 der 2c ergibt. 5b zeigt dabei wiederum den kompletten Aufbau eines Fußbodens analog der 4b. Wesentlicher Unterschied der Ausführungsform nach der 5 zu der in der 4 gezeigten ist, dass das separate Verriegelungsmittel 9 einen Abstandshalter 10 aufweist, der den Abstand der beiden Kanten 6 und 7 der plattenförmigen Fußbodenpaneele 2 und 3 festlegt.


Anspruch[de]
Fußbodenbelag (1) aus mindestens zwei Fußbodenpaneelen (2, 3) mit einem plattenförmigen Kern (4) und einer damit verbundenen oberen Deckschicht (5), wobei jeweils die Kerne (4) mindestens zweier Fußbodenpaneele (2, 3) über an wenigstens zwei einander gegenüberliegenden Kanten der Kerne angeordnete mechanische Verriegelungsmittel (8, 9, 11) formschlüssig verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (4) aus einem mineralischen Material und die Deckschicht (5) aus Naturstein, künstlichem Stein und/oder Glas besteht. Fußbodenbelag (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Naturstein und/oder künstliche Stein 3 mm bis 20 mm, vorzugsweise 4 mm bis 8 mm dick ist. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht (5) mit dem plattenförmigen Kern (4) verklebt ist. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Naturstein und/oder künstliche Stein eine Dichte von 2000 bis 4000 kg/m3, bevorzugt von 2500 bis 3000 kg/m3 aufweist. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Naturstein und/oder künstliche Stein aus rutschfestem Material besteht. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Naturstein und/oder künstliche Stein aus poliertem Material besteht. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Naturstein und/oder künstliche Stein ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Marmor, Granit, Schiefer, Glimmer, Zement, Beton, Gneis, Keramik, Fliesen, gebrannte Ton-Materialien und/oder Epoxi-Quarz-Compounds. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mineralische Material eine Dichte von 1100 bis 1700 kg/m3, bevorzugt 1400 bis 1600 kg/m3, aufweist. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mineralische Material des Kerns Gips, bevorzugt Naturgips oder Synthesegips (REA) ist. Fußbodenbelag (1) nach vorhergehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Gips in Form einer hochverdichteten, mineralischen Faserplatte vorliegt. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das verriegelungsmittel aus zusammenwirkenden Kupplungselementen, die aus einem positiv und einem negativ ausgeformten Bereich der plattenförmigen Kerne (4) selbst, gebildet sind, besteht. Fußbodenbelag (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass in den ausgeformten Bereichen Hinterschneidungen vorhanden sind. Fußbodenbelag (1) nach Anspruch 11 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die zusammenwirkenden Kupplungselemente unterschiedlich ausgeformte Bereiche aufweisen. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die zusammenwirkenden Kupplungselemente einstückig aus dem Material des plattenförmigen Kerns (4) gebildet sind. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungsmittel aus einem separaten Verriegelungsmittel (8, 9, 11) besteht, das in Formnuten (15, 16), die in den gegenüberliegenden Kanten (6, 7) der plattenförmigen Kerne (4) eingebracht sind, eingreift. Fußbodenbelag (1) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das separate Verriegelungsmittel (9) ein in Richtung der Raumseite aufweisenden Abstandshalter (10) aufweist, an den die zwei gegenüberliegenden Kanten der plattenförmigen Kerne (4) formschlüssig anschließen. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der Ansprüche 15 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das separate Verriegelungsmittel (8, 9, 11) Arretierungsmittel (17, 12) aufweist die so angeordnet sind, dass sie in die Formnuten eingreifen. Fußbodenbelag (1) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungsmittel Federelemente (10) sind. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das separate Verriegelungsmittel (8, 9, 11) ein metallisches Element und/oder ein Kunststoffelement ist. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Fußbodenpaneele (2, 3) mit Vorspannung zusammengespannt sind. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Fußbodenpaneele (2, 3) mit leichtem Spiel zusammengefügt sind. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Rückseite des Kerns (10) Kanäle (22, 24) zur Aufnahme von Leitungen, Rohren und/oder Kabeln vorgesehen sind. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in den Kern (4) Heiz- und/oder Kühlleitungen eingebettet sind. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei benachbarten Paneelen (2, 3) Fugenleisten vorgesehen sind. Fußbodenbelag (1) nach vorhergehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Fugenleiste eine dekorative Fugenleiste ist. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der Ansprüche 26 und 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Fugenleiste flüssigkeitsabsorbierend ist. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der Ansprüche 26 und 28, dadurch gekennzeichnet, dass die Fugenleiste elektrisch leitend ist. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der Ansprüche 26 und 29, dadurch gekennzeichnet, dass die Fugenleiste elastisch ist. Fußbodenbelag (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fußbodenpaneel (2, 3) rechteckig ist. Fußbodenbelag (1) nach vorhergehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern (4) des Fußbodenpaneels (2, 3) an beiden einander gegenüberliegenden Kantenpaaren Verriegelungsmittel aufweist.






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