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Dokumentenidentifikation DE102006020587A1 15.11.2007
Titel Vorspinnmaschine
Anmelder Saurer GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Stähle, Dietmar, 73099 Adelberg, DE
DE-Anmeldedatum 02.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006020587
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse D01H 7/24(2006.01)A, F, I, 20060502, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D01H 1/04(2006.01)A, L, I, 20060502, B, H, DE   D01H 1/20(2006.01)A, L, I, 20060502, B, H, DE   
Zusammenfassung Um das Stillsetzen von Flügeln 2 an Vorspinnmaschinen zu vereinfachen und zu beschleunigen, wird ein Absolutwertgeber für den Drehwinkel (Resolver) 11 der Flügel 2 vorgeschlagen, der mit den Flügeln oder einer mit den Flügeln drehwinkelsynchron verbundenen Welle verbunden ist. Vorteilhaft ist seine Anordnung an der Läuferwelle des Antriebsmotors 6. Das Istwert-Signal des Resolvers wird zusammen mit einem Sollwert-Signal eines manuellen Eingabegerätes 15 einem Vergleichsgerät 13 aufgegeben, das den die Flügel antreibenden Motor 6 bis zum exakten Erreichen der vorgegebenen Winkelstellung der Flügel in Betrieb hält.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft eine Vorspinnmaschine mit Flügeln und mit Antrieb durch mindestens einen Elektromotor.

Stand der Technik

An der Vorspinnmaschine (Flyer) sind zum Stillstand mit den Flügeln mehrere Stellungen anzufahren, die für die ordnungsgemäße Bedienung der Maschine im Stillstand erforderlich sind. So sollte beim Beheben eines Vorgarnbruches in der Regel der das Vorgarn führende Flügel nach vorn weisen. Da die Flügel in den beiden Flügelreihen einer zweireihigen Vorspinnmaschine gegensätzlich, um 180° gedreht, stehen, unterscheiden sich die beiden angestrebten Stillstandsstellungen. Auch beim Spulenwechsel, sei es von Hand oder mittels einer selbsttätigen Spulenwechselvorrichtung, sollte eine bestimmte, andere Flügelstellung gegeben sein.

Bisher ist es üblich, die Vorspinnmaschine mittels eingebauten sogenannten Tippbetriebes von Hand langsam in die vorgesehene (Flügel-)Stellung zu bewegen. Dies ist jedoch zeitraubend und erfordert Aufmerksamkeit und Übung.

Die Erfindung hatte sich die Aufgabe gestellt, diesen Bedienungsschritt zu vereinfachen oder ganz überflüssig zu machen. Sie löst diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Hauptanspruches genannten Merkmale.

Allgemeine Beschreibung der Erfindung

Mit einem Drehwinkel-Absolutwertgeber in Form eines Resolvers kann die Stellung der Flügel einer Vorspinnmaschine drehwinkelgenau erfasst und dem Elektromotor als Drehsignal aufgegeben werden, so dass dieser diese Winkelstellung ebenso drehwinkelgenau anfährt. Dabei kann eine Vergleichsvorrichtung vorgesehen sein, der das Winkelstellungs-Istsignal des Resolvers zusammen mit einem Winkelstellungs-Sollsignal einer manuellen Eingabevorrichtung aufgegeben wird und die den Elektromotor der Vorspinnmaschine derart steuert, dass die Sollwinkelstellung selbsttätig direkt und genau angefahren wird.

Die Sollwinkelstellung kann der Vergleichsvorrichtung winkelmäßig vorgegeben werden. Es ist aber auch möglich, eine angefahrene Winkelstellung der Flügel als „Teach-In" der Vergleichsvorrichtung aufzugeben.

Mittels dieser Vorrichtung kann die Vorspinnmaschine eine bestimmte Winkelstellung mit hoher Geschwindigkeit anfahren und die Maschine winkelgenau zum Stillstand gebracht werden. Ein Eingreifen der Bedienung und einlangsamer und zeitraubender Tippbetrieb sind nicht mehr erforderlich.

Wenn ein Stillsetzen der Vorspinnmaschine infolge eines Vorgarnbruches erforderlich wird, können je nach dem, ob der Vorgarnbruch in der vorderen oder in der hinteren Reihe aufgetreten ist, unterschiedliche Winkelstellungen der Flügel erwünscht sein. Um dies zu erreichen, können gesonderte Anfahrstellungen für die Flügel der hinteren und der vorderen Flügelreihe vorgesehen werden, durch die je nach Ort des Vorgarnbruches die Vorspinnmaschine in unterschiedlichen Stellungen stillgesetzt wird.

Hierzu ist es erforderlich, die Vorspinnmaschine mit Fadenbruch-Abstellvorrichtungen auszustatten, durch die Fadenbrüche in den beiden Reihen von Flügeln getrennt erfassbar sind.

Spiezielle Beschreibung der Erfindung

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch wiedergegeben. Sie zeigt die Seitenansicht des Flügelbereichs einer Vorspinnmaschine.

In einer Flügelbank 1 sind zwei Reihen von Flügeln 2 drehbar gelagert. Den Flügeln wird durch ein Streckwerk 3 verzogenes Vorgarn 4 zugeführt.

Der Antrieb der Flügel 2 erfolgt über Getriebe 5 durch einen oder mehrere, über die Länge der Flügelbank 1 verteilte Elektromotoren 6. Falls die Vorspinnmaschine weitere Antriebsmotoren aufweist, versteht es sich, dass auch diese entsprechend mit Speisespannung zu beaufschlagen sind. Diesen Motoren wird aus dem Netz über eine Drehzahl-Regelvorrichtung vorzugsweise in Form eines Frequenzumformers 7 elektrische Energie zugeführt. Mittels dieses Frequenzumformers kann nicht nur die Drehzahl, sondern auch die Drehbewegung bis herab zum Stillstand exakt gesteuert oder geregelt werden.

Die Vorspinnmaschine ist mit einer Fadenbruchabstellvorrichtung versehen, die in aller Regel als Lichtschranke 8 ausgebildet ist und beim Hindurchfallen eines gebrochenen Vorgarnes 4 über eine Leitung 9, 10 die Drehzahl-Regelvorrichtung zum Stillsetzen der Vorspinnmaschine veranlasst.

Um die Flügel 2 beim Stillsetzen der Vorspinnmaschine selbsttätig in der vorgesehenen Stellung zum Stillstand zu bringen, ist an der Welle des Läufers des Motors 6 ein Resolver 11angeordnet, dessen Signal über eine Leitung 12 einer Vergleichsvorrichtung 13 zugeführt wird. Es versteht sich, dass der Resolver auch an einer anderen, winkelsynchron mit den Flügeln verbundenen Welle oder mit den Wellen der Flügel selbst verbunden sein kann.

Ferner wird der Vergleichsvorrichtung 13 über eine Leitung 14 ein Signal einer Eingabevorrichtung 15 zugeleitet. Die Eingabevorrichtung weist zweckmäßiger Weise ein Display 16 und eine Eingabetastatur 17 auf. Mit ihrer Hilfe kann der Vergleichsvorrichtung 13 eine bestimmte Winkelstellung der Flügel einer Flügelreihe vorgegeben werden.

Die Winkelstellung der Flügel 2 in den beiden Flügelreihen sind in der Regel aus Gründen des Unwuchtausgleichs in dem Sinne entgegengesetzt, als die die Pressfinger tragenden Flügelarme in den beiden Flügelreihen wie dargestellt entgegengesetzt orientiert sind. Wenn die Vorspinnmaschine zum Beheben eines Fadenbruches stillgesetzt wird, soll sie je nachdem, in welcher Flügelreihe der Fadenbruch zu beheben ist, in unterschiedlichen Stellungen stillsetzbar sein. Entsprechendes gilt für das Stillsetzen zum Spulenwechsel, bei dem die Flügel beider Flügelreihen eine weitere Stellung einnehmen sollen.

Die angestrebte Winkelstellung der Flügel kann über die Eingabevorrichtung 15 beispielsweise in Drehwinkelgraden aufgegeben werden. Vorteilhafter Weise ist die Eingabevorrichtung mit einer sogenannten „Teach-In-Vorrichtung" ausgestattet, mittels deren eine angestrebte Stillsetz-Stellung von Hand durch Schleichgang genau angesteuert und zum wiederholten Aufruf gespeichert werden kann. Dies kann für unterschiedliche Stillsetz-Stellungen durchgeführt werden.

Wenn die Vorspinnmaschine wie erwähnt mit nur einer Fadenbruch-Abstellvorrichtung 8 versehen ist, wird sie zunächst in zufälliger Stellung stillgesetzt. Wenn dann die Bedienung über einen Taster 18 für „Fadenbruch in hinterer Flügelreihe" bzw. 19 für „Fadenbruch in vorderer Flügelreihe" der Vergleichsvorrichtung 13 die Flügelreihe aufgibt, in der ein Fadenbruch aufgetreten ist, vergleicht diese das Signal des Resolvers 11 mit dem Signal des Eingabevorrichtung 15 für die zutreffende Winkelstellung und für den gegebenen Fadenbruch und lässt den Motor 6 wieder anlaufen und die Flügel in die aufgegebene Winkelstellung drehen.

Bevorzugt ist aber vorgesehen, dass die Vorspinnmaschine mit gesonderten Fadenbruch-Abstellvorrichtungen für die vordere und die hintere Reihe von Flügeln 2 ausgestattet ist, beispielsweise einer Lichtschranke 8 für die hintere und eine Lichtschranke 20 für die vordere Flügelreihe. Die Fadenbruchsignale der beiden Lichtschranken werden über getrennte Leitungen 9 und 21 der Vergleichsvorrichtung 13 zugeführt. Diese weiß also sofort, in welcher Reihe ein Fadenbruch aufgetreten ist und kann den Motor 6 ohne zwischenzeitliches Abstellen sogleich in die richtige Flügelstellung auslaufen lassen.

Ein in der hinteren Flügelreihe gebrochenes Vorgarn fällt nur durch die Lichtschranke 8, die Lokalisierung des Fadenbruches ist also eindeutig. Ein in der vorderen Reihe gebrochenes Vorgarn fällt durch beide Lichtschranken 8 und 20. Die Verschaltung in der Vergleichsvorrichtung 13 ist so, dass ein Fadenbruchsignal der Lichtschranke 20 ein gleichzeitig anliegendes Signal der Lichtschranke 8 dominiert – der Fadenbruch ist also auch in diesem Fall eindeutig lokalisierbar.

Ein funktionsgerechtes Stillsetzen ist auch bei einem selbsttätig eingeleiteten Spulenwechsel möglich, der der Vergleichsvorrichtung 13 durch ein über eine Leitung 22 von der Maschinensteuerung zugeführtes Signal mitgeteilt wird, wenn dessen Winkelstellung in der Eingabevorrichtung 15 gespeichert ist.

Besonders herauszuheben ist, dass vor dem Doffen mit hoher Geschwindigkeit die Flügel 2 positioniert werden können.

1
Flügelbank
2
Flügel
3
Streckwerk
4
Vorgarn
5
Getriebe
6
Motor
7
Drehzahl-Regelvorrichtung
8
Lichtschranke einer Fadenbruch-Abstellvorrichtung
9, 10
Leitungen
11
Absolutwertgber, Resolver
12
Leitung
13
Vergleichsvorrichtung
14
Leitung
15
Eingabevorrichtung
16
Display
17
Eingabetastatur
18, 19
Taster
20
Lichtschranke einer Fadenbruch-Abstellvorrichtung
21, 22
Leitungen


Anspruch[de]
Vorspinnmaschine mit Flügeln und mit Antrieb durch mindestens einen Elektromotor, dadurch gekennzeichnet, dass an einer insbesondere formschlüssig mit den Flügeln (2) verbindbaren bzw. verbundenen Welle ein Absolutwertgeber (11) (Resolver) angeordnet ist, der die jeweilige Stellung der Flügel in allen Betriebssituationen drehwinkelgenau erfassen und an eine Vergleichsvorrichtung (13) weiterleiten kann, in der die Flügelstellung mit mindestens einer vorgebbaren Drehwinkelstellung verglichen werden kann und dass die Speisung des Elektromotors (6) derart steuerbar ist, dass er die Vorspinnmaschine in der vorgegebenen Drehwinkelstellung der Flügel stillsetzen kann. Vorspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vergleichsvorrichtung (13) mit einer Eingabevorrichtung (15) verbindbar bzw. verbunden ist, mittels deren der Vergleichsvorrichtung mindestens eine bestimmte Drehwinkelstellungen der Flügel (2) vorgebbar ist. Vorspinnmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabevorrichtung (15) eine Teach-In-Vorrichtung umfasst, durch die der Vergleichsvorrichtung (13) eine angefahrene Stellung der Flügel (2) als Sollstellung eingebbar ist. Vorspinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit gesonderten Vorgarnbruch-Fühlern (8, 20) insbesondere an der hinteren und an der vorderen Reihe von Flügeln (2) versehen ist, die der Vergleichsvorrichtung (13) unterschiedliche Abstellsignale zuleiten kann, die die Vorspinnmaschine in unterschiedlichen, vorgebaren Winkelstellungen stillsetzen kann. Vorspinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabevorrichtung (15) mit einem Datenspeicher versehen ist, in dem unterschiedliche Drehwinkelstellungen der Flügel (2) speicherbar und wieder abrufbar sind. Vorspinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Drehwinkelstellung der Flügel (2) die beim Beheben von Vorgarnbrüchen angestrebten Stellungen gelten. Vorspinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Drehwinkelstellung der Flügel (2) die beim Spulenwechsel angestrebten Stellungen gelten. Vorspinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Doffen mit hoher Geschwindigkeit die Flügel (2) positioniert werden können. Flügel (2) nach einem der vorstehenden Ansprüche. Welle nach einem der vorstehenden Ansprüche. Vergleichsvorrichtung (13) nach einem der vorstehenden Ansprüche. Eingabevorrichtung (15) nach einem der vorstehenden Ansprüche.






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