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Dokumentenidentifikation DE102006021082A1 15.11.2007
Titel Nahtkonstruktion für ein Gewebe
Anmelder BST Safety Textiles GmbH, 79689 Maulburg, DE
Erfinder Becker, Michael, 79669 Zell, DE;
Eschbach, Thomas, 79790 Küssaberg, DE;
Enderlein, Andreas, 79730 Murg, DE
Vertreter Schroeter Lehmann Fischer & Neugebauer, 81479 München
DE-Anmeldedatum 05.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006021082
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse D03D 1/02(2006.01)A, F, I, 20060505, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60R 21/16(2006.01)A, L, I, 20060505, B, H, DE   
Zusammenfassung Nahtkonstruktion für ein Gewebe für einen OPW-Airbag, insbesondere für Personenrückhaltesysteme, gekennzeichnet durch eine Webnaht (1a) mit einem einlagigen Bereich, welcher von einem wenigstens zweilagigen Bereich (6) umgeben ist, dessen einzelne Lagen jeweils eine losere Gewebestruktur aufweisen als der einlagige Bereich.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Nahtkonstruktion für ein Gewebe für einen OPW-Airbag, insbesondere für Personenrückhaltesysteme.

Stand der Technik

An derzeit im Einsatz befindlichen One-Piece-Woven (OPW)-Luftsäcken mit einlagigen und mehrlagigen Bereichen, auf die zur Abdichtung eine Auflage (z.B. Folie) aufgebracht wird, besteht die Gefahr, dass in einlagigen Bereichen, die eine für darin zusammengeführte mehrlagige Bereiche gleichsam eine nahtähnliche Verbindung bilden, in der Gewebeebene Gas austritt, da die Auflage, die den Luftsack abdichten soll, nur jeweils an den Oberflächen, sprich Ober- und Unterseite aufgebracht ist, ein seitliches Entweichen von Gas jedoch nicht behindert.

  • DE 103 26 757 A1

In den einlagigen Bereichen liegt ein Übereinanderschichtung von wengistens drei Schichten vor: Obere Auflage, einlagiger Gewebebereich und untere Auflage. Das sich zwischen den Auflagen befindliche Gewebematerial hat eine gewisse Dicke, ist naturgemäß nicht dicht und kann dadurch einen Gasdurchgang durch das Gewebe zwischen den (Auflagen) Folien hindurch ermöglichen.

In der Folge können die heute geforderten Standzeiten von Airbags, speziell Seiten- oder Kopfairbags schwerlich erreicht werden, oder durch Kompensieren des Gasverlusts mittels sehr kostspieliger Generatoren, die z.B. durch mehrere Stufen das entwichene Gas nachfördern oder durch eine größere Menge Treibmittel den Verlust ausgleichen, erreicht werden.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass durch eben diese Leckagen Gas in den Insassenraum gelangen kann, was bei den Fahrgästen Gesundheitsschäden durch das Gas an sich oder durch dessen hohe Temperatur zur Folge haben könnte.

Aufgabe

Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Nahtkonstruktion vorzuschlagen, wobei aus dem Stand der Technik bekannte Nachteile vermieden oder zumindest verringert werden.

Lösung

Die Aufgabe wird gelöst durch eine Nahtkonstruktion gemäß Anspruch 1, die gekennzeichnet ist durch eine Webnaht mit einem einlagigen Nahtbereich, welcher von einem wenigstens zweilagigen Bereich umgeben ist, dessen einzelne Lagen jeweils eine losere Gewebestruktur aufweisen als der einlagige Bereich. Durch die erfindungsgemäß verbesserte Nahtkonstruktion wird das Erreichen einer wesentlich höhere Dichtigkeit eines OPW-Luftsackes möglich, da die Menge des durch Leckagen entweichenden Gas wesentlich reduziert werden kann, da Auflagen oder Beschichtungen auf dem Gewebe im Nahtbereich sehr tief in das Gewebe eindringen können und damit der Abstand der Beschichtungen voneinander minimiert wird. Dadurch können die geforderten hohen Standzeiten sehr leicht erreicht werden.

In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Nahtkonstruktion dadurch gekennzeichnet, dass der zweilagige Bereich (6) die gleiche Fadenzahl aufweist wie der einlagige Bereich. Dies gewährleistet vorteilhafterweise ein ausgeglichenes Gewebe und minimiert Gewebeverzüge.

In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Nahtkonstruktion dadurch gekennzeichnet, dass der zweilagige Bereich eine obere Lage und eine untere Lage aufweist, wobei die beiden Lagen unterschiedliche und jeweils losere Gewebestrukturen aufweisen als der einlagige Bereich. Hierdurch kann die Eindringtiefe einer Beschichtung oder Auflage auf beiden Seiten des Gewebes individuell ausgewählt werden. Dies besonders bei Übergängen von zwei- auf vier- oder mehrlagige Luftsackgewebe von Vorteil, wobei die „zur Druckseite zeigende" Gewebeseite eine andere Gewebestrukturen haben soll, als die gegenüberliegende.

In einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Nahtkonstruktion dadurch gekennzeichnet, dass die obere Lage in Leinwandbindung L1/1 und die untere Lage in Panamabindung P 3/3 ausgebildet ist. Eine derartige Konstruktion hat sich als sehr zweckmäßig erwiesen.

In einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Nahtkonstruktion dadurch gekennzeichnet, dass die Webnaht mit einem einlagigen Nahtbereich, welcher von einem dreilagigen Bereich umgeben ist. Damit lässt sich der Vorteil der individuellen Gewebestruktur und des Eindringverhaltens von Auflagen noch steigern.

In einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Nahtkonstruktion dadurch gekennzeichnet, dass der dreilagige Bereich die gleiche Fadenzahl aufweist wie der einlagige Bereich.

In einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Nahtkonstruktion dadurch gekennzeichnet, dass der dreilagige Bereich eine obere Lage, eine mittlere Lage und eine untere Lage aufweist, wobei die Lagen jeweils eine losere Gewebestruktur aufweisen als der einlagige Bereich. Auch hier ist die individuellere Einsatzweise von Vorteil. Diese bringt daneben auflagenspezifisch ein noch besseres Eindringen der Auflagen in die Gewebestruktur mit sich.

In noch einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Nahtkonstruktion dadurch gekennzeichnet, dass die obere Lage und die untere Lage stellenweise miteinander abgebunden sind, mit dem vorteilhaften Zweck, um ein sich Trennen der Lagen und bei hohen Kammerdrücken im Luftsack, die sich durch die Gewebestruktur zwischen den Auflagen der dichten Bereiche zwischen den Lagen aufbauen zu erschweren.

Generell als neu zu betrachten ist, dass die erfindungsgemäße Art der Nahtabdichtung nicht nur über eine einlagige Nahtbindung oder mit einer loseren Gewebebindung, sondern mit einer mehrlagigen oder Kombinationen aus ein- und mehrlagigen Bindungskonstruktionen erreicht wird.

Ausführungsbeispiel

Die Erfindung wird im folgenden anhand einiger Ausführungsbeispiele unter Zuhilfenahme einer Zeichnung kurz beschrieben.

In den Figuren A bis D ist ein Ausschnitt einer Webnaht 1 eines OPW-Luftsackes mit daran anschließendem Teil eines Kammerbereichs 2 im Querschnitt dargestellt. Dünne Kreise sollen Schussfäden S im Querschnitt darstellen. Dicke schwarze Linien sollen Kettfäden K darstellen. Die Gewebekonstruktion kann jedoch auch ungekehrt ausgeführt werden, sodass Schuss- und Kettfäden jeweils vertauscht sind.

Jeweils auf der Ober- und Unterseite aufliegend sind Auflagen 3, 3a, 3b, 3c, 4, 4a, 4b, 4c dargestellt. Die Auflagen 3, 3a, 3b, 3c, 4, 4a, 4b, 4c sind jeweils nach außen mit durchgezogenen Linien begrenzt und in Richtung Gewebe mit gepunkteten Linien angegeben. Die gepunkteten Linien zeigen damit auch die Eindringtiefe der Auflage in das Gewebe.

In 1 ist eine aus dem Stand der Technik bekannte Standardnaht abgebildet. Bedingt durch die Dichte dieser Naht können die Beschichtungsauflagen 3, 4 nur leicht in die Gewebestruktur eindringen. Dieses hat zur Folge, dass ein Abstand 5 zwischen den gegenüberliegenden Auflagen bleibt. Dadurch kann durch die dazwischen liegende Gewebestruktur Gas aus dem Kammerbereich I nach außen A entweichen.

In 2 ist ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Konstruktion einer Webnaht 1a gezeigt, bei der ein Teil der Naht 6 zweilagig ausgebildet ist, d.h. die untere Lage 7 ist z.B. in Panama P3/3 und die obere Lage 8 ist z.B. in Leinwand L1/1 ausgebildet. Bedingt durch die jetzt losere Gewebestruktur 6 können die Auflagen in diesen Nahtbereich tiefer eindringen, d.h. der Abstand zwischen den sich gegenüberliegenden Auflagen reduziert sich 9 mit der Folge, dass der oben beschriebene Gasverlust sich ebenfalls reduziert.

3 entspricht im Wesentlichen der 2, jedoch ist der lose Nahtbereich an der Position 10 noch einmal abgebunden, um ein sich Trennen der Lagen 7a und 8a bei hohen Kammerdrücken, die sich durch die Gewebestruktur zwischen den Auflagen der dichten Bereiche 11 zwischen den Lagen 7a und 8a aufbauen, zu erschweren bzw. zu verhindern.

In 4 ist der lose Nahtbereich 6b durch eine dreilagige Ausgestaltung 7b, 8b, 12 noch loser gestaltet, dieses bringt auflagenspezifisch ein noch besseres Eindringen der Auflage in die Gewebestruktur.


Anspruch[de]
Nahtkonstruktion für ein Gewebe für einen OPW-Airbag, insbesondere für Personenrückhaltesysteme, gekennzeichnet durch eine Webnaht (1a) mit einem einlagigen Bereich, welcher von einem wenigstens zweilagigen Bereich (6) umgeben ist, dessen einzelne Lagen jeweils eine losere Gewebestruktur aufweisen als der einlagige Bereich. Nahtkonstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zweilagige Bereich (6) die gleiche Fadenzahl aufweist wie der einlagige Bereich. Nahtkonstruktion nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweilagige Bereich (6) eine obere Lage (8) und eine untere Lage (7) aufweist, wobei die beiden Lagen unterschiedliche und jeweils losere Gewebestrukturen aufweisen als der einlagige Bereich. Nahtkonstruktion nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Lage (8) in Leinwandbindung L1/1 und die untere Lage (7) in Panamabindung P3/3 ausgebildet ist. Nahtkonstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Webnaht mit einem einlagigen Nahtbereich, welcher von einem dreilagigen Bereich (6b) umgeben ist. Nahtkonstruktion nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der dreilagige Bereich (6b) die gleiche Faden Zahlzahl aufweist wie der einlagige Bereich. Nahtkonstruktion nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der dreilagige Bereich (6b) eine obere Lage (8b), eine mittlere Lage (7b) und eine untere Lage (12) aufweist, wobei die Lagen jeweils eine losere Gewebestruktur aufweisen als der einlagige Bereich. Nahtkonstruktion nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Lage (8, 8a, 8b) und die untere Lage (7, 7a, 7b) stellenweise miteinander abgebunden sind.






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