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Dokumentenidentifikation DE102006021960A1 15.11.2007
Titel Ölhaltige Sande und Schiefer und ihre Gemische als Ausgangssubstanzen zur Darstellung von kristallinem Silizium und Wasserstoffgas sowie zur Herstellung von Siliziumnitrid, Siliziumcarbid und Silanen
Anmelder Sincono AG, Zug, CH
Erfinder Plichta, Peter, Dr., 40225 Düsseldorf, DE;
Krass, Florian, Dr., Weggis, CH
Vertreter Neidl-Stippler und Kollegen, 81679 München
DE-Anmeldedatum 10.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006021960
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse C01B 33/00(2006.01)A, F, I, 20060510, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C01B 3/00(2006.01)A, L, I, 20060510, B, H, DE   C01B 21/068(2006.01)A, L, I, 20060510, B, H, DE   C01B 31/36(2006.01)A, L, I, 20060510, B, H, DE   C01B 33/04(2006.01)A, L, I, 20060510, B, H, DE   C01F 11/22(2006.01)A, L, I, 20060510, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Rohölvorräte sind berechenbar zeitlich begrenzt. Bevor etwa die Autoindustrie, die Luftfahrt, die Waffenindustrie und die Raumfahrt ihr Verbrennungsmaschinen auf Silane umstellen, das bekanntlich den Luftstickstoff in einer heißen Kammer mit verbrennt und dabei atomaren Wasserstoff liefert, muss eine Möglichkeit gefunden werden, von den hohen Erdölpreisen herunterzukommen. Die sehr großen Vorräte an ölhaltigen Sanden und Schiefern liefern die Vorraussetzung dafür. Indem der Kohlenwasserstoff der Mineralien, Primärenergie liefernd, dahingehend in Wasserstoff und Kohlenstoffrückstände zerlegt wird, weil mit den Gasen Fluor und Wasserstoff unter stärkster exothermischer Reaktion Fluorwasserstoff zum Einsatz kommt, können die Sande und siliziumhaltige Schiefer in Siliziumfluorid umgewandelt werden. Das SiF4 kann nun mit Aluminiumgries in kristallines Silizium umgewandelt werden, wobei wiederum unter höchster exothermischer Reaktion Aluminiumfluorid entsteht. AlF3 wird in einer Aluminiumfabrik durch Elektrolyse wieder in Aluminium und Fluor zerlegt. Da bei der Aluminiumfluoriddarstellung gekühlt werden muss, kann hierbei mit heißem gespannten Wasserdampf Elektrizität gewonnen werden, was den Aluminiumgewinnungsprozess preiswerter macht. Insgesamt entsteht also Silizium in Kristallblättchen, die entweder in Fotosilizium umgewandelt werden oder in Monosilan oder in höhere Silane. Der Reaktionsprozess kann auch dahingehend gesteuert werden, dass auf die Produktion von ...

Beschreibung[de]
Aufgabenstellung

Die Vorräte an ölhaltigen Sanden (SiO2) und Schiefern (SiO2 + [CO3]2–) übersteigen bekanntlich die Weltölvorräte um ein Mehrfaches. Die zur Anwendung kommenden technischen Verfahren, Öl und Minerale zu trennen, sind uneffektiv und zu teuer.

Die zur Erzeugung von Wärme benötigten Verbrennungsstoffe erzeugen CO2. Bisher ist niemand auf die Idee gekommen, den in den Gemischen vorhandenen Sand selbst als Energieträger zu nutzen und aus den Produkten neue Rohstoffe zu gewinnen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, solche möglichen Rohstoffe zu benennen und ihre technische Darstellung zu beschreiben. Die beim Verfahren zum Einsatz kommenden chemischen Überlegungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die in den Sanden und Schiefern vorhandenen Kohlenwasserstoffe direkt an der Reaktion teilnehmen, sowie auch das SiO2 reaktionstechnisch chemisch verändert wird.

Die Lösung der Aufgabe wird zeigen, dass es möglich ist, bei dem zur Anwendung kommenden Verfahren SiF4 aus Silikaten zu gewinnen, um damit kristallines Silizium darzustellen und abzutrennen, sowie durch Veränderung des Verfahrens auch Siliziumnitrid und Siliziumcarbid darzustellen und dem Stoffgemisch zu entnehmen. Das Verfahren soll nunmehr in einzelnen Ziffern diskutiert werden.

  • 1) Mit Patent a) DE 21 53 954 und b) DE 195 33 765 ist bekannt, dass bei der Verbrennung von Fluor mit Wasserstoff der entstandene Fluorwasserstoff silikathaltiges Gestein komplett in gasförmige Bestandteile SIF4, AlF3 (siehe a) usw. verwandelt. Das entstandene Siliziumfluorid wird bei diesem Verfahren (siehe b) mit Natronlauge unschädlich gemacht.
  • 2) Ölhaltige Sande lassen sich mit dem beim Verbrennen gebildeten sehr heißen Fluorwasserstoff (über 3.000°C) behandeln, so dass in der Hauptsache Siliziumfluorid entsteht.
  • 3) Das gasförmige Siliziumtetrafluorid kann in Form des Salzes SiF4·2KF = K2 [SiF6] mit Aluminiumgries nach der Gleichung: 3SiF4 + 4Al → 3Si + 4AlF3 + 1172.7 kj unter Luftabschluss reagieren, wobei das Silizium in Kristallblättchen anfällt und über feine Siebe abtrennbar wird.
  • 4) Das so entstehende Aluminiumfluorid ist bekanntlich weder in Säuren noch in Laugen löslich und wird mit dem in 1.) angefallenen AlF3 vereinigt. Nach Abtrennung kann es durch Elektrolyse wieder in Aluminium und Fluor zerlegt werden.
  • 5) Das Mineralöl der Sande ist bei den hohen Temperaturen inzwischen zu „Leuchtgas" pyrolysiert. Dieses Gasgemisch wird weitgehend frei von CO und CO2 sein, indem beim Verbrennen des Fluors mit einem leichten Wasserstoffüberschuss gearbeitet wird. Das Gas wird also überwiegend aus Wasserstoff bestehen, der von der Kohlenstoffkette stammt. Der Kohlenstoff selbst schlägt sich bei der gegebenen Arbeitstemperatur als graphitähnlicher Rückstand nieder.
  • 6) Die am Ofen bei der thermischen Reaktion des Hauptprozesses frei werdende Wärme kann als stark komprimierter Wasserdampf die Turbine eines Dynamos antreiben. Die elektrischen Ströme der Generatoren werden gebündelt.
  • 7) Die wichtigsten in der Technik zum Einsatz kommenden Keramiken – Siliziumnitrid (mit seiner bemerkenswerten Wärmeleitfähigkeit) und Siliziumcarbid (mit seiner diamantähnlichen Härte) – lassen sich bei gleichem Reaktionsstart durch andere Reaktionsbedingungen erreichen, wie sie in Ziffer 8 bis 10 erläutert werden.
  • 8) In der Gleichung unter Ziffer 3.) stehen auf der rechten Seite 3 Mole Silizium sowie 1172 kj. Bei Bedarf lässt sich nun dieses kristalline Silizium nach Zündung direkt mit reinem kaltem Stickstoff zu Siliziumnitrid umsetzen, weil die Reaktion stark exotherm ist. (Si3N4 ist ein festes Edelgas [Plichta].) Die hierbei anfallende Wärme kommt zum Einsatz, wie in Ziffer 6 beschrieben.
  • 9) Auch der in Ziffer 5 anfallende kohlenstoffhaltige Rückstand lässt sich exotherm mit dem gewonnen kristallinen Silizium zu Siliziumcarbid umsetzen.
  • 10) Das zur Verfügung stehende kristalline Silizium ist oberflächenaktiv und könnte katalytisch mit Wasserstoff behandelt werden, wobei Monosilan entsteht. Dieses Monosilan kann dem Reaktionsraum entnommen werden und an anderer Stelle ein weiteres Mal einer katalytischen Druckreaktion unterzogen werden. Hier lassen sich nach der Gleichung Si + SiH4 → (mit Kat wie Pt o.a.) → Si(SiH4)4 + SiHn(SiH4)m + SinHm längerkettige Silane darstellen, die sowohl in der Technik der Brennstoffzelle, bei Motoren auf Keramikbasis, als auch bei Scramjetantrieben zur Anwendung kommen können.


Anspruch[de]
Verfahren zum Einsatz kommende ölhaltige Sande und Schiefer und ihre Gemische als Ausgangssubstanzen zur Darstellung von kristallinem Silizium und Wasserstoffgas sowie zur Herstellung von Siliziumnitrid, Siliziumcarbid, Monosilan und höheren Silanen zu verwenden, indem die Ausgangssubstanzen in Edelstahlautoklaven mit zum Einsatz kommendem Fluor und Wasserstoff dahingehend behandelt werden, dass der entstandene sehr heiße Fluorwasserstoff das silikathaltige Gestein in gasförmige Bestandteile wie Siliziumtetrafluorid und Aluminiumtrifluorid verwandelt, um das sehr heiße gasförmige SiF4 in Form seines Salzes Kaliumhexafluorsilikat mit Aluminiumgries unter Freisetzung von sehr viel Wärme in kristallines Silizium in Form von Kristallblättchen umzuwandeln, wobei das gleichzeitig anfallende amorphe Aluminiumfluorid mit Hilfe einer Abschwemmmethode und feinen Sieben abgetrennt wird und das dabei so gewonnene Aluminiumtrifluorid mit dem ursprünglich schon entstandenen Alf3 vereinigt wird, um dann durch Schmelzflusselektrolyse wieder in metallisches Aluminium zurückverwandelt – vom Fluor befreit – zu sein, das selber wieder in den ursprünglichen Prozess zum Einsatz kommen kann, so dass das abgetrennte kristalline Silizium durch Zonenschmelzverfahren gereinigt werden kann, oder direkt mit reinem kalten Stickstoff unter Abgabe von Wärme in Siliziumnitrid chemisch verwandelt werden kann, wobei statt Stickstoff beim zum Einsatz kommenden Kohlenstoff, der selbst bei der Reaktion entsteht, Siliziumcarbid gebildet wird, das wie Siliziumnitrid in der Keramikindustrie eine Rolle spielt, wobei auch das kristalline Silizium katalytisch mit Wasserstoff und/oder Monosilan zu Monosilan oder höheren Silanen veredelt werden soll, wodurch das zum Einsatz kommende Mineralöl der Sande die Rolle des Primärenergie liefernden Faktors übernimmt und hierbei selber pyrolytisch bei Temperaturen über 1000 Grad Celsius weitgehend in Wasserstoff und eine graphitähnliche Masse zerlegt wird, so dass es möglich ist, der Reaktion den gewonnenen Wasserstoff der Kohlenwasserstoffkette zu entziehen und in bestehende Rohrleitungssysteme der Erdgasindustrie einzuspeisen, während das kristalline Silizium (s.o.) in der Zukunft eine führende energiewirksame Rolle übernehmen kann, weil nämlich die oben erwähnten Silane bei Temperaturen über 350 Grade Celsius atomaren Wasserstoff liefern, der eine Halbwertszeit von einer halben Sekunde hat und somit den stärksten reduzierenden chemischen Wirkstoff darstellt, während die dabei anfallenden Siliziumradikale energetisch mit der Oxidationskraft von atomarem Sauerstoff verglichen werden, was in atmosphärischen Gewittern leicht beobachtet werden kann. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass bei Schiefern ein hoher Calziumcarbonatgehalt Calziumfluorid liefert, was bei der Fluorherstellung einsetzbar ist. Das anfallende CO2 ist für den weiteren Reaktionsverlauf nicht hinderlich. Verfahren nach Anspruch 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass das durch Verbrennung erzeugte Fluorsilan eben nicht aus teurem Rohsilizium gewonnen wird – wie etwa Chlorsilane in der Siliconöl-Industrie –, sondern wie in der Aufgabenstellung und in Patenanspruch 1, leider nur für Chemiker verständlich, aus Sand. Die Primärenergie, um es noch einmal zu betonen, liefert der Kohlenwasserstoffgehalt der Ölsande und Ölschiefer.






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