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Dokumentenidentifikation DE102006022078A1 15.11.2007
Titel Gassack und Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung
Anmelder TRW Automotive GmbH, 73553 Alfdorf, DE
Erfinder Henning, Bruno, 73433 Aalen, DE;
Lutz, Joachim, 73579 Schechingen, DE
Vertreter Prinz und Partner GbR, 80335 München
DE-Anmeldedatum 11.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006022078
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse B60R 21/23(2006.01)A, F, I, 20060511, B, H, DE
Zusammenfassung Der Zuschnitt eines Gassacks, der Teil einer Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung ist, besteht aus einem Oberteil (12) und zwei Seitenteilen (14, 16), die mit ausschließlich zweidimensionalen Nähten verbunden sind. Das Oberteil (12) und ein Seitenteil (14) haben jeweils zwei Vorsprünge (30, 32, 30', 32'), die so angeordnet sind, daß der Gassack (10) im aufgeblasenen Zustand einen ersten und einen zweiten Vorsprung (34, 36) aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Gassack, insbesondere für eine Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung.

Die Rückhaltewirkung eines Gassacks läßt sich dadurch verbessern, daß seine Form speziell auf seinen Einsatzzweck abgestimmt wird. Da Gassäcke aber inzwischen zur Serienausstattung von Fahrzeugen gehören, wird natürlich danach gestrebt, die Kosten hierfür möglichst gering zu halten.

Die Erfindung hat zur Aufgabe, eine kostengünstige Formanpassung eines Gassacks zu ermöglichen.

Dies wird erreicht, indem der Gassack, dessen Zuschnitt aus einem Oberteil und zwei Seitenteilen besteht, die mit ausschließlich zweidimensionalen Nähten verbunden sind, so ausgebildet ist, daß das Oberteil und ein Seitenteil jeweils zwei Vorsprünge haben, die so angeordnet sind, daß der Gassack im aufgeblasenen Zustand einen ersten und einen zweiten Vorsprung aufweist. Trotz der für verschiedene Einsatzbereiche unterschiedlich ausgebildeten Vorsprünge läßt sich dieser Gassack aus ebenen Zuschnittsteilen mit rein zweidimensionalen, d.h. im flächig ausgebreiteten Zustand eben herstellbaren, Nähten fertigen. Die Fertigungskosten für den Gassack können daher durch einen hohen Automatisierungsgrad gering gehalten werden. Außerdem sind Anzahl und Form der Vorsprünge durch eine Abänderung des Zuschnitts von Oberteil und Seitenteilen einfach z.B. an unterschiedliche Fahrzeugtypen anpassbar, ohne daß wesentliche Änderungen in der Fertigung des Gassacks notwendig sind.

Die Vorsprünge sind gasgefüllt und vorzugsweise Teil einer gasgefüllten Kammer.

Der Gassack ist vorzugsweise ein Frontgassack und besonders bevorzugt ein Beifahrergassack. Er hat bevorzugt nur eine einzige aufblasbare Kammer. Der Gassack kann aber auch an anderer geeigneter Stelle im Fahrzeug eingesetzt werden.

Um eine abstützende und stabilisierende Wirkung entfalten zu können, ist es vorteilhaft, wenn die Vorsprünge bezüglich eines oberen Rands des Gassacks nebeneinander liegen. Im eingebauten Zustand im Fahrzeug und im aufgeblasenen Zustand des Gassacks können sie sich dann in einer Fahrzeuglängsrichtung erstrecken und beispielsweise zur Abstützung des Gassacks an einer Windschutzscheibe oder im Bereich einer A-Säule des Fahrzeugs dienen.

Die Vorsprünge sind bevorzugt im wesentlichen parallel zueinander angeordnet.

Die Vorsprünge können mit geometrisch gleichen Proportionen, aber spiegelbildlich zueinander ausgebildet sein. Es ist jedoch auch möglich, daß einer der Vorsprünge länger und/oder breiter ist als der andere. So kann z.B. der zu einer A-Säule gerichtete Vorsprung des Gassacks breiter und/oder länger sein als der sich an der Windschutzscheibe abstützende Vorsprung, um ein vergrößertes aufgeblasenes Volumen zwischen der A-Säule und dem Fahrzeuginsassen bereitzustellen.

In einer Ausführungsform der Erfindung weisen das Oberteil und ein Seitenteil jeweils eine Einbuchtung auf, die so angeordnet ist, daß im Gassack im aufgeblasenen Zustand eine Einbuchtung ausgebildet ist, die dem ersten und dem zweiten Vorsprung gegenüberliegt. Diese Einbuchtung befindet sich dann am unteren Rand des Gassacks und ist z.B. vorteilhaft, wenn ein Kindersitz verwendet wird, da sich dessen Kontur in die Kontur des Gassacks einfügen kann.

Nach einer anderen Ausführungsform der Erfindung weisen das Oberteil und ein Seitenteil jeweils einen Vorsprung auf, der so angeordnet ist, daß im Gassack im aufgeblasenen Zustand ein dritter Vorsprung ausgebildet ist, der dem ersten und dem zweiten Vorsprung gegenüberliegt. Dieser dritte Vorsprung zeigt im aufgeblasenen Zustand des Gassacks in die entgegengesetzte Richtung wie der erste und der zweite Vorsprung und liegt am unteren Rand des Gassacks. Der Zweck dieses dritten Vorsprungs ist es, sich teilweise zwischen die Knie des Insassen zu schieben, die Knie eines Fahrzeuginsassen abzustützen und zugleich auf einfache Weise eine optimale seitliche Positionierung des Fahrzeuginsassen zu ermöglichen.

Um die Formgebung des Gassacks zu unterstützen, kann im Gassack ein erstes Fangband vorgesehen sein, das einen Abstand von seitlichen Flächen des Gassacks begrenzt. Das erste Fangband verläuft im wesentlichen quer zu einer zwischen dem ersten und dem zweiten Vorsprung liegenden, gedachten Mittellinie. Dieses erste Fangband begrenzt die Ausdehnung des Gassacks quer zu einer Fahrzeuglängsrichtung und in einer Fahrzeugquerrichtung und verringert im aufgeblasenen Zustand die Entfernung der beiden seitlichen Flächen des Gassacks voneinander.

Im Gassack kann ein zweites Fangband angeordnet sein, das an einer Prallfläche des Oberteils angreift. Dieses Fangband begrenzt die Ausdehnung des aufgeblasenen Gassacks in Richtung des Fahrzeuginsassen und sorgt dafür, daß die Prallfläche nicht in Richtung des Fahrzeuginsassen ausbaucht.

Das zweite Fangband kann eine segelförmige Struktur aufweisen, die eine Dreiecksform oder eine Trapezform hat, wobei sich das Fangband in Richtung des Einblasmundes des Gassacks verjüngt und in Richtung zum Oberteil des Gassacks verbreitert.

Das zweite Fangband kann auch eine Struktur zur Gasleitung aufweisen und so für eine optimale Verteilung des Gases beim Aufblasen des Gassacks sorgen.

Das zweite Fangband weist vorzugsweise zwei teilweise übereinanderliegende Gewebestreifen auf.

Die Gewebestreifen sind vorteilhaft abschnittsweise durch wenigstens eine Naht miteinander verbunden. Zwischen den Gewebestreifen läßt sich auf einfache Weise, etwa durch die Gewebestreifen verbindende Nähte eine Art Gasleitung ausbilden.

Die Nähte lassen vorzugsweise Abschnitte der langen Seiten der Gewebestreifen offen, so daß Gas an verschiedenen Stellen aus dem Raum zwischen den Gewebestreifen abströmen kann, wobei die Abströmung in einem Winkel zum Verlauf des zweiten Fangbands erfolgt.

Einige oder alle der die Gewebestreifen verbindenden Nähte können als Opfernähte ausgeführt sein, die sich z.B. bei thermischer Belastung ganz oder teilweise lösen.

Die Erfindung betrifft außerdem eine Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung mit einem Frontgassack, der im aufgeblasenen Zustand wenigstens zwei in Fahrzeuglängsrichtung gesehen seitliche, zu wenigstens einer fahrzeugseitigen Abstützfläche weisende aufgeblasene Vorsprünge hat, wobei sich wenigstens einer der Vorsprünge zur Stabilisierung des Gassacks an der Abstützfläche anlegt.

Die Abstützfläche kann z.B. die Windschutzscheibe oder der Bereich einer A-Säule des Fahrzeugs sein.

Die aufgeblasenen Vorsprünge ragen vorzugsweise von einem gedachten oberen Rand des Gassacks nach vorne in Richtung der Fahrzeuglängsrichtung, wobei beide Vorsprünge nebeneinander liegen.

Als Gassack läßt sich hier vorteilhaft einer der oben beschriebenen Gassäcke einsetzen.

Die Erfindung wird im folgenden unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:

1 einen Zuschnitt eines erfindungsgemäßen Gassacks als Teil der erfindungsgemäßen Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform;

2 einen Zuschnitt eines erfindungsgemäßen Gassacks als Teil der erfindungsgemäßen Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform;

3 eine schematische Ansicht des Oberteils des erfindungsgemäßen Gassacks in 1 im aufgeblasenen Zustand des Gassacks;

4 eine schematische Ansicht des Oberteils des erfindungsgemäßen Gassacks in 2 im aufgeblasenen Zustand des Gassacks;

5 eine schematische Seitenansicht des erfindungsgemäßen Gassacks im aufgeblasenen Zustand in einer erfindungsgemäßen Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung;

6 eine schematische Ansicht des Oberteils des Gassacks in 1 im aufgeblasenen Zustand;

7 eine schematische Ansicht eines Seitenteils des erfindungsgemäßen Gassacks in 1 im aufgeblasenen Zustand des Gassacks;

8 einen schematischen Schnitt entlang der Linie VIII-VIII in 6;

9 die Anordnung zweier Oberteil-Zuschnitte des Gassacks in 2 auf einer Schnittbahn;

10 bis 13 Details des zweiten Fangbands, teilweise angeordnet in einem erfindungsgemäßen Gassack.

Der in 1 gezeigte Zuschnitt einer ersten Ausführungsform eines Gassacks 10 weist ein Oberteil 12 sowie ein oberes Seitenteil 14 und ein unteres Seitenteil 16 auf.

Das obere Seitenteil 14 und das untere Seitenteil 16 sind in diesem Beispiel entlang einer gedachten Mittellinie MS einstückig miteinander verbunden. Die beiden Seitenteile 14, 16 werden entlang ihrer äußeren Kontur zusammen aus einem einzigen Gewebestück ausgeschnitten. Das Oberteil 12 ist im hier gezeigten Fall ein einziges zusammenhängendes Gewebestück, das entlang seiner äußeren Kontur aus einer Gewebebahn ausgeschnitten ist.

In allen gezeigten Ausführungsformen wäre es jedoch genauso möglich, das Oberteil 12 aus zwei oder mehreren, zunächst getrennten und z.B. entlang einer gedachten Mittellinie MO miteinander verbundenen Gewebestücken herzustellen. Genauso wäre es möglich, das obere Seitenteil 14 und das untere Seitenteil 16 als zwei getrennte Zuschnittsstücke herzustellen und erst vor der Verarbeitung zum fertigen Gassack entlang der Linie MS miteinander zu verbinden.

Das Oberteil 12, das obere Seitenteil 14 sowie das untere Seitenteil 16 sind jeweils zumindest grob in eine sechseckige Kontur einpaßbar.

Zur Herstellung des Gassacks 10 (siehe 5) wird in einem möglichen Weg zunächst das obere Seitenteil 14 auf das untere Seitenteil 16 gelegt und eine Naht entlang der seitlichen Ränder 20, 20' geschlossen. Diese Naht ist sowie alle anderen zur Fertigung des Gassacks 10 notwendigen Nähte ist vollständig im ebenen Zustand herstellbar und wird hier als „zweidimensionale Naht" bezeichnet.

Im nächsten Herstellungsschritt wird nun eine obere Hälfte des unteren Seitenteils 16 zur Seite geklappt und eine obere Hälfte des Oberteils 12 mit einer oberen Hälfe des oberen Seitenteils 14 entlang der Ränder 22, 22' vernäht. Diese Naht verläuft entlang der Außenkontur der kompletten oberen Hälfte des Oberteils 12 und des oberen Seitenteils 14. Auch diese Naht ist vollständig zweidimensional ausführbar.

In Vorbereitung des dritten Nähschritts wird nun der Gassack so gelegt, daß die Außenkontur der unteren Hälfte des Oberteils 12 mit der Außenkontur der oberen Hälfte des unteren Seitenteils 16 entlang der Ränder 24, 24' mittels einer einzigen zweidimensionalen Naht verbunden werden kann.

Ein derartiger Gassack sowie ein Herstellungsverfahren dafür sind detailliert beispielsweise in der DE 20 206 888 U1 beschrieben.

5 zeigt schematisch eine Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung 25 mit dem in einem Fahrzeug eingebauten Gassack 10 in einer seitlichen Ansicht. Das Fahrzeug ist schematisch nur durch seine Windschutzscheibe und Armaturentafel angedeutet.

Der Gassack 10 ist hier ein Frontgassack und spezifisch einen Beifahrergassack. Die Außenkonturen des Gassacks 10 werden durch das Oberteil 12, das obere Seitenteil 14 und das untere Seitenteil 16 gebildet. Das Oberteil 12 formt auch eine Prallfläche 28, auf die ein Fahrzeuginsasse aus Richtung l auftrifft.

Gegenüber dem Oberteil 12 ist ein Einblasmund 26 angeordnet, durch den Gas von einem in 13 angedeuteten Gasgenerator 27 zum Aufblasen des Gassacks 10 in dessen einzige aufblasbare Kammer strömt, die vom Oberteil 12 und den beiden Seitenteilen 14, 16 umschlossen wird.

Vor dem Aufblasen ist der Gassack 10 gefaltet im Bereich der Armaturentafel angeordnet. Der Einblasmund 26 ist im Bereich der Armaturentafel fest fixiert.

Der fertige Gassack 10 ist im aufgeblasenen Zustand so im Fahrzeug angeordnet, daß bezüglich einer Fahrzeuglängsrichtung R ein oberer Rand OR des Gassacks am in z-Richtung (siehe 5) gesehen oberen Ende des aufgeblasenen Gassacks 10 und ein unterer Rand UR am bezüglich der z-Richtung unteren Ende des Gassacks 10 gebildet ist. Am oberen Rand OR treffen Abschnitte der Ränder 22, 22' von Oberteil 12 und oberem Seitenteil 14 aufeinander, am unteren Rand UR Abschnitte der Ränder 24, 24' von Oberteil 12 und unterem Seitenteil 16.

Im aufgeblasenen Zustand des Gassacks 10 bilden sowohl das Oberteil 12 als auch die beiden Seitenteile 14, 16 jeweils einen länglichen, annähernd ebenen Abschnitt, an den sich an gegenüberliegenden Seiten jeweils ein dreieckiger Abschnitt anschließt, der im aufgeblasenen Zustand gegenüber dem länglichen, ebenen Abschnitt abgewinkelt ist. In 5 sind jeweils ein dreieckiger Abschnitt von jedem Teil 12, 14, 16 gezeigt. Die dreieckigen Abschnitte treffen sich auf beiden seitlichen Flächen 29 des Gassacks 10 mit ihren Spitzen in einem Punkt P.

Dies ist in 5 zu sehen. Aus dieser Gassackform resultiert eine im wesentlichen ebene Prallfläche 28, die auch in 6 zu erkennen ist.

Das obere Seitenteil 14 ist in Richtung einer Windschutzscheibe gerichtet. An seinem dem Einblasmund 26 zuweisenden Ende sind zwei optionale Ausblasöffnungen 46 angeordnet, durch die Gas aus dem Gassack 10 abströmen kann.

Die Besonderheit des Gassack 10 liegt in der Form von Oberteil 12 und Seitenteilen 14, 16.

In 1 ist in dünnen Linien die Form eines bekannten Gassackzuschnitts gezeigt, während in dicken, dicken gestrichelten bzw. dicken strichpunktierten Linien die Form des erfindungsgemäßen Gassacks dargestellt ist.

Das Oberteil 12 weist zwei am oberen Rand OR des Gassacks 10 gelegene Vorsprünge 30, 32 auf, die in spiegelbildlicher Form ebenfalls im oberen Seitenteil 14 als Vorsprünge 30', 32' ausgebildet sind. Beim Zusammennähen des Gassacks 10 wird der Vorsprung 30 mit dem Vorsprung 30' und der Vorsprung 32 mit dem Vorsprung 32' entlang deren Außenkontur vernäht.

Dies führt dazu, daß im aufgeblasenen Gassack 10 am oberen Rand OR des Gassacks 10 zwei im wesentlichen parallel zueinander gerichtete, bezüglich des oberen Randes OR des Gassacks 10 nebeneinanderliegende aufgeblasene Vorsprünge 34, 36' gebildet sind. Die aufgeblasenen Vorsprünge 34, 36 sind Teil der aufblasbaren Kammer des Gassacks 10. Die Vorsprünge 34, 36 formen deutlich ausgeprägte „Ohren", die vom Körper des Gassacks wegstehen.

Zwischen den beiden Vorsprüngen 34, 36 ist naturgemäß eine Einbuchtung 37 ausgebildet. Die Maße der Vorsprünge 34, 36 sind auf den jeweiligen Einsatzweck und die durch z.B. einen Fahrzeugtyp vorgegebenen Randbedingungen abgestimmt. Die Tiefe der Einbuchtung 37 und entsprechend die Höhe der Vorsprünge 34, 36, die im wesentlichen auch der Höhe h0, h1 der Vorsprünge 30, 32 bzw. 30', 32' entspricht, liegt bevorzugt zwischen 10 und 20 cm, kann aber auch zwischen 5 und 10 cm betragen.

Mögliche unterschiedliche Höhen h0, h1 sind durch die gestrichelte Linie in den 1 und 2 angedeutet. Mit der strichpunktierten Linie in 1 ist gezeigt, daß die Vorsprünge 34, 36 nicht zwangsläufig dieselben Ausmaße bezüglich Höhe und Breite aufweisen müssen. In dem in 1 gezeigten Beispiel ist, folgt man der strichpunktierten Linie, der Vorsprung 34 weniger hoch als der Vorsprung 36, d.h. die Höhe h0 ist geringer als die Höhe h1. Die Breite des Vorsprungs 36 oder 34, z.B. gemessen in gerader Linie zwischen einem unteren Ende der Einbuchtung 38 und der Außenkante des Zuschnitts des Oberteils 12, wie in 1 angedeutet, kann auch größer sein als die des jeweils anderen Vorsprungs.

Bei der in 5 gezeigten Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung 25 ist vorgesehen, daß sich im aufgeblasenen Zustand des Gassacks 10 einer oder beide Vorsprünge 34, 36 an ein fahrzeugfestes Bauteil, das wenigstens eine fahrzeugseitige Abstützfläche 38 bildet, anlegen, um den Gassack 10 abstützend zu stabilisieren. Im in 3 gezeigten Beispiel stützen sich sowohl der erste Vorsprung 34 als auch der zweite Vorsprung 36 an einer Windschutzscheibe des (ansonsten nicht dargestellten) Fahrzeugs ab, die eine erste fahrzeugseitige Abstützfläche 38 bildet. Der zweite Vorsprung 36, der hier breiter und höher ist als der erste Vorsprung 34, um ein hohes aufblasbares Volumen zu haben, befindet sich im Bereich der A-Säule des Fahrzeugs, die eine zweite fahrzeugseitige Abstützfläche 40 bildet.

Am unteren Rand UR des Gassacks 10 weisen bei dieser ersten Ausführungsform sowohl das Oberteil 12 als auch das untere Seitenteil 16 eine Einbuchtung 42 auf, die auch im aufgeblasenen Zustand des Gassacks 10 ausgebildet ist. Wie in 3 angedeutet, ist die Einbuchtung 42 z.B. an die Form eines Kindersitzes 44 angepaßt.

In den 2 und 4 ist eine zweite Ausführungsform der Erfindung gezeigt. Sämtliche bereits bekannten Merkmale sind mit den bereits eingeführten Bezugszeichen versehen und werden nicht noch einmal erläutert.

Im Unterschied zur eben beschriebenen Ausführungsform ist am unteren Rand UR des Gassacks 10 keine Einbuchtung, sondern ein dritter Vorsprung 48 ausgebildet. Der dritte Vorsprung 48 ist mittig entlang des unteren Rands UR positioniert und dient, wie in 4 zu erkennen ist, der Abstützung der Knie 50 des Fahrzeuginsassen.

9 zeigt, wie auf einer Zuschnittsbahn zwei Oberteile 12 gemäß der zweiten Ausführungsform mit minimalem Verschnitt angeordnet werden können. Hierbei greift jeweils der dritte Vorsprung 48 am Oberteil 12 in die Einbuchtung 38 am Oberteil 12 zwischen dem ersten Vorsprung 30 und zweiten Vorsprung 32, so daß beide Zuschnittsteile einen Abschnitt der Kontur teilen.

Im Inneren des Gassacks 10 ist ein erstes Fangband 52 befestigt, das sich senkrecht zur Fahrzeuglängsrichtung R und der Richtung z in Fahrzeugquerrichtung erstreckt (5 bis 8). Das erste Fangband 52 verläuft vorzugsweise etwa 10 cm unterhalb des Treffpunkts P der dreieckigen Abschnitte der Zuschnittsteile 12, 14, 16 quer durch den Gassack 10. Seine Enden sind über die die Ränder 24, 24' verbindenden Nähte am Oberteil 12 und am unteren Seitenteil 16 befestigt. Das erste Fangband 52 verringert die Ausdehnung des Gassacks 10 im aufgeblasenen Zustand in Querrichtung des Fahrzeugs und begrenzt den Abstand der seitlichen Flächen 29 des Gassacks 10 voneinander.

Außerdem ist ein zweites Fangband 54 vorgesehen, das sich von einem Bereich etwas unterhalb des Einblasmundes 26 zur Mitte der Prallfläche 28 des Oberteils 12 erstreckt und dort befestigt ist.

Das zweite Fangband 54 ist in einer Variante in Form eines Segels mit dreieckigem bzw. trapezförmigem Zuschnitt ausgebildet, wobei sich das Fangband 54 in Richtung Einblasmund 26 verjüngt und in Richtung zur Prallfläche 28 verbreitert.

Wie aus den 10 bis 13 zu erkennen ist, verrichtet das zweite Fangband 54 auch eine Funktion als Gasleitungsmittel, indem es in den Gassack 10 durch den Einblasmund 26 einströmendes Gas im Gassack 10 verteilt.

Das zweite Fangband 54 ist aus zwei parallel verlaufenden Gewebestreifen 56, 56' gebildet, die abschnittsweise über Nähte miteinander verbunden sind. Erste Nähte 58 verlaufen am gasgeneratorseitigen Ende ein Stück parallel zur Erstreckungsrichtung E des zweiten Fangbands 54 und formen so das zweite Fangband 54 in diesem Abschnitt zu einer Art Schlauch, durch den das aus dem Gasgenerator 27 ausströmende zunächst zwischen den Gewebestreifen 56, 56' tiefer in den Gassack 10 geleitet wird. Am Ende der ersten Nähte 58 sind beidseitig Öffnungen im Fangband 54 vorgesehen, durch die das Gas aus dem Inneren des Fangbands 54 abströmen kann. Die Abströmung erfolgt in einem Winkel zur Erstreckung des zweiten Fangbands 54. Dies wird durch eine zweite, V-förmige Naht 60 unterstützt, die quer zur Erstreckungsrichtung E des zweiten Fangbands 54 verläuft, wobei die Spitze des Vs zum Gasgenerator 27 zeigt.

Die zweite Naht 60 kann zumindest teilweise als Opfernaht ausgebildet sein, die sich hier unter thermischer Belastung ganz oder teilweise löst, so daß nach einer gewissen vorbestimmten Zeitspanne Gas weiter in Erstreckungsrichtung E des zweiten Fangbands 54 zwischen den Gewebesteifen 56, 56' entlangströmen kann.

In Erstreckungsrichtung folgt nach der zweiten Naht 60 eine dritte Naht 62, die senkrecht zur Erstreckungsrichtung E verläuft. Diese Naht 62 ist so stabil ausgebildet, daß sie sich bei weder während der Entfaltung des Gassacks 10 noch beim Auftreffen des Fahrzeuginsassen löst.

Zwischen den Nähten 60, 62 sind die seitlichen Ränder der Gewebestreifen nicht verbinden, so daß zwei gegenüberliegende Ausströmöffnungen gebildet sind. An der Naht 62 erfolgt eine Umlenkung des Gasstroms um etwa 90°, was zu einer T-förmigen Gasverteilung führt.

Die Nähte 58, 60, 62 können auch mit Unterbrechungen ausgeführt sein. Es können auch noch weitere, geeignet geformte Nähte vorgesehen sein.

Die generatorseitigen Enden der Gewebestreifen 56, 56' sind über die Befestigung 63 des Gasgenerators 27 mit dem Gassackmodul bzw. dem Fahrzeug verbunden.

Die entgegengesetzten Enden des Fangbands 54 sind aufgespalten, um eine bessere Krafteinleitung in das Gewebe des Gassacks 10 zu erreichen. Hierzu laufen die beiden Gewebestreifen 56, 56' nach der dritten Naht 62 auseinander und sind versetzt an der Prallfläche 28 befestigt.

In einer anderen Variante (durchgezogene Linie in 13) sind beide Gewebestreifen 56, 56' zusammen an der Prallfläche 28 befestigt.

Alternativ könnte auch eine geeignete andere Form für das zweite Fangband 54 gewählt werden, z.B. wie in 12 gezeigt.

Die einzelnen Elemente der beschriebenen Varianten können, soweit technisch sinnvoll, gegeneinander ausgetauscht oder miteinander kombiniert werden.

Das zweite Fangband 54 ließe sich auch unabhängig von der Form des beschriebenen Gassacks 18 in anderen Gassäcken einsetzen.


Anspruch[de]
Gassack, insbesondere für eine Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung, dessen Zuschnitt aus einem Oberteil (12) und zwei Seitenteilen (14, 16) besteht, die mit ausschließlich zweidimensionalen Nähten verbunden sind, wobei das Oberteil (12) und ein Seitenteil (14) jeweils zwei Vorsprünge (30, 32, 30', 32') haben, die so angeordnet sind, daß der Gassack (10) im aufgeblasenen Zustand einen ersten und einen zweiten Vorsprung (34, 36) aufweist. Gassack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsprünge (34, 36) Teil einer gasgefüllten Kammer sind. Gassack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsprünge (34, 36) bezüglich eines oberen Rands (OR) des Gassacks (10) nebeneinander liegen. Gassack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsprünge (34, 36) im wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind. Gassack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß einer der Vorsprünge (36) länger und/oder breiter ist als der andere. Gassack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Oberteil (12) und ein Seitenteil (16) jeweils eine Einbuchtung (42) aufweisen, die so angeordnet ist, daß im Gassack (10) im aufgeblasenen Zustand eine Einbuchtung ausgebildet ist, die dem ersten und dem zweiten Vorsprung (34, 36) gegenüberliegt. Gassack nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Oberteil (12) und ein Seitenteil (16) jeweils einen Vorsprung (48) aufweisen, der so angeordnet ist, daß im Gassack (10) im aufgeblasenen Zustand ein dritter Vorsprung (48) ausgebildet ist, der dem ersten und dem zweiten Vorsprung (34, 36) gegenüberliegt. Gassack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Gassack (10) ein erstes Fangband (52) vorgesehen ist, das einen Abstand von seitlichen Flächen (29) des Gassacks (10) begrenzt. Gassack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Gassack (10) ein zweites Fangband (54) angeordnet ist, das an einer Prallfläche (28) des Gassacks (10) angreift. Gassack nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Fangband (54) eine Struktur zur Gasleitung aufweist. Gassack nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Fangband zwei teilweise übereinanderliegende Gewebestreifen (56, 56') aufweist. Gassack nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewebestreifen (56, 56') abschnittsweise durch wenigstens eine Naht (58, 60, 62) miteinander verbunden sind. Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung mit einem Frontgassack, insbesondere einem Gassack nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Gassack (10) im aufgeblasenen Zustand wenigstens zwei, in Fahrzeuglängsrichtung (R) gesehen seitliche, zu wenigstens einer fahrzeugseitigen Abstützfläche (38, 40) weisende, aufgeblasene Vorsprünge (34, 36) hat und sich wenigstens einer der Vorsprünge (36) zur Stabilisierung des Gassacks (10) an der Abstützfläche (38) anlegt. Fahrzeuginsassen-Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die fahrzeugseitige Abstützfläche (38) eine Windschutzscheibe des Fahrzeugs ist.






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