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Dokumentenidentifikation DE102006022432A1 15.11.2007
Titel Verfahren zur Einstellung der Sitzposition eines Sitzmöbels
Anmelder Kärcher, Klaus, 71711 Steinheim, DE
Erfinder Kärcher, Klaus, 71711 Steinheim, DE
Vertreter Patentanwalt Dipl.-Ing. Walter Jackisch & Partner, 70192 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 13.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006022432
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse A47C 1/00(2006.01)A, F, I, 20060513, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einstellung der Sitzposition eines Sitzmöbels, insbesondere eines Stuhls (1), wobei das Sitzmöbel mindestens eine Anlagefläche für den Benutzer wie beispielsweise eine Sitzfläche (2), eine Rückenlehne (3) oder dgl. aufweist und wobei eine Neutrallage (4, 5, 6) der Anlagefläche in mindestens einem räumlichen Freiheitsgrad wie einer Höhenrichtung (7), einer Neigungsrichtung (8), einer Kipprichtung (9) oder dgl. einstellbar ist. Eine selbsttätige Verstellung der Neutrallage (4, 5, 6) einer Anlagefläche in einem Freiheitsgrad wird durch Verändern einer Belastung (10, 11, 12) einer Anlagefläche in einem Freiheitsgrad seitens des Benutzers mit seinem Körper ausgelöst.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Einstellung der Sitzposition eines Sitzmöbels, insbesondere eines Stuhls, mit den Merkmalen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Sitzmöbel wie Schreibtischstühle bzw. -sessel oder dergleichen werden häufig über einen längeren Zeitraum benutzt. Nach einer gewissen Zeit können sich Ermüdungserscheinungen beim Benutzer einstellen. Diesen Ermüdungserscheinungen kann der Benutzer begegnen, indem er von Zeit zu Zeit eine veränderte Sitzhaltung einnimmt. Sofern er dies jedoch ohne Verstellung des Sitzmöbels tut, kann die Bequemlichkeit beeinträchtigt werden. Beispielsweise ist der Rücken dann nicht mehr durch die Rückenlehne in der vorgesehenen Weise gestützt.

Sitzmöbel weisen Anlageflächen für den Körper des Benutzers auf wie Sitzfläche, Rückenlehne oder dergleichen. Die Anlageflächen sind in verschiedenen räumlichen Freiheitsgraden beweglich. Die Sitzfläche kann auf einem elastischen Gasdruckdämpfer angeordnet sein. Für die Rückenlehne kann ein in Neigungsrichtung elastischer Federarm vorgesehen sein. Mit der Einnahme verschiedener Körperhaltungen ändert sich die jeweilige elastische Auslenkung, was der Bequemlichkeit zugute kommt. Zu einer definierten Sitzhaltung mit einer zugehörigen Belastung der Sitzfläche bzw. der Rückenlehne gehört jedoch eine zuvor eingestellte definierte Sitzposition. Hierbei nehmen die Sitzfläche und die Rückenlehne voreingestellte Neutrallagen in Höhe-, Neigungs- und Kipprichtung ein. Kurzzeitige Veränderungen der Körperhaltung erzeugen eine ebenso kurzzeitige elastische Veränderung der Sitzposition. Sobald der Benutzer wieder seine gewöhnliche Haltung einnimmt, federn auch die Anlageflächen wieder in ihre voreingestellte Neutrallage zurück. Es entsteht eine Sitzhaltung, die zumindest im Mittel dauerhaft gleich ist.

Darüber hinaus können bei vorbekannten Sitzmöbeln die Neutrallagen verschiedener Anlageflächen in verschiedenen räumlichen Freiheitsgraden eingestellt werden. Beispielsweise kann die Neutrallage der Sitzfläche in Höhenrichtung oder auch in einer Kipprichtung eingestellt werden. Auch die Neutrallage der Rückenlehne kann im Freiheitsgrad der Neigungsrichtung eingestellt werden. Dies setzt jedoch ein aktives Verhalten des Benutzers voraus. Durch Betätigung. eines Sperrhebels oder eines Handrades kann die gewünschte Neutrallage entriegelt und mit Körperkraft verstellt werden. Hierzu muß der Benutzer jedoch erkennen, daß eine Verstellung der jeweiligen Neutrallage wünschenswert ist und diese Verstellung auch tatsächlich herbeiführen.

Am Beispiel konzentrierter Schreibtischarbeit wird deutlich, daß die Notwendigkeit der Verstellung der Sitzposition oft spät oder gar nicht erkannt wird. Oft fühlt sich der Benutzer erst dann veranlaßt, eine Veränderung vorzunehmen, wenn der Zustand der Ermüdung bereits eingetreten ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Einstellung der Sitzposition eines Sitzmöbels anzugeben, welches die Belastung des Benutzers senkt und den Komfort steigert.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Hierzu wird vorgeschlagen, daß eine selbsttätige Verstellung der Neutrallage einer Anlagefläche in einem Freiheitsgrad durch Veränderung einer Belastung einer Anlagefläche in einem Freiheitsgrad seitens des Benutzers mit seinem Körper ausgelöst wird.

Die Erfindung geht von der Überlegung aus, daß der Benutzer im Regelfall kaum eine Veranlassung sieht, die Grundeinstellung des Sitzmöbels zu verändern, daß er jedoch bei längerem Sitzen zumindest unbewußt eine Veränderung seiner Sitzhaltung durchführt. Die Veränderung seiner Sitzposition führt auch zu einer Veränderung des Belastungszustandes an zumindest einer Anlagefläche. Durch Vor- und Zurücklehnen wird die Rückenlehen unterschiedlich belastet. Durch gelegentliches Rücken auf der Sitzfläche unterliegt auch diese veränderten Belastungen. Eine solche Veränderung der Belastung wird herangezogen, um eine selbsttätige Verstellung zumindest einer Neutrallage einer Anlagefläche in einem Freiheitsgrad auszulösen und herbeizuführen.

Der Benutzer führt demnach unbewußt durch seine gelegentlich vorgenommene Änderung der Körperhaltung eine Verstellung der Sitzposition des Sitzmöbels herbei. Ohne bewußtes und aktives Zutun wird der Körper wechselnden Neutrallagen der Sitzposition des Sitzmöbels ausgesetzt. Dies steigert das Wohlbefinden und verringert die Ermüdung. Neben einem reinen Komfortgewinn kann auch die Fähigkeit zur Konzentration über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben.

Es bietet sich eine Vielzahl von vorteilhaften Anwendungsmöglichkeiten: Die Arbeitsfähigkeit am Schreibtisch, einer Werkbank oder dergleichen kann ebenso gesteigert werden wie die Entspannung beim sitzenden Lesen eines Buches. Vergleichbares gilt auch für Sitzmöbel am Beispiel eines Autositzes. Der Zustand entspannter Konzentration kann über, einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden.

In vorteilhafter Weiterbildung wird eine Verstellung der Neutrallage der Anlagefläche selbsttätig durch Veränderung der Belastung der gleichen Anlagefläche in dem gleichen Freiheitsgrad hervorgerufen. Insbesondere ist eine Verstellung der Neutrallage der Sitzfläche in der Höhenrichtung selbsttätig durch Veränderung der Belastung dieser Sitzfläche in der Höhenrichtung vorgesehen. Durch wechselnde Be- und Entlastung der Sitzfläche in der Höhenrichtung verstellt sich die Neutrallage dieser Sitzfläche in der gleichen Richtung.

Alternativ oder zusätzlich kann es auch zweckmäßig sein, daß eine Verstellung der Neutrallage der Anlagefläche in einem Freiheitsgrad selbsttätig durch Veränderung der Belastung einer Anlagefläche in einem abweichenden Freiheitsgrad hervorgerufen wird. Hierzu ist insbesondere eine Verstellung der Neutrallage der Sitzfläche in der Kipprichtung selbsttätig durch Veränderung der Belastung der Sitzfläche in der Höhenrichtung vorgesehen. Alternativ oder zusätzlich kann auch eine Verstellung der Neutrallage der Rückenlehne in der Neigungsrichtung selbsttätig durch Veränderung der Belastung der Sitzfläche in der Höhenrichtung vorteilhaft sein.

Insbesondere kann es zweckmäßig sein, eine gleichzeitige Verstellung mehrerer Neutrallagen in verschiedenen Freiheitsgraden durch Veränderung der Belastung einer einzigen Anlagefläche hervorzurufen. Mit der gleichzeitigen Verstellung mehrerer Neutrallagen verändert sich auch die Sitzhaltung des Benutzers in mehreren Freiheitsgraden, was zur Steigerung des Wohlbefindens und zur Verringerung von Ermüdungserscheinungen beiträgt.

In vorteilhafter Weiterbildung wird die Verstellung der Neutrallage bei Überschreiten eines oberen Grenzwertes und/oder bei Unterschreiten eines unteren Grenzwertes der Belastung hervorgerufen. Hierdurch kann erreicht werden, daß nicht jede geringfügige Veränderung der Körperhaltung zu einer mitunter unerwünschten Verstellung führt. Erst bei einer deutlichen Belastungsänderung, wie sie beim Aufstehen und/oder beim Hinsetzen erfolgen kann, wird die Verstellung der Neutrallage herbeigeführt. Im Belastungsintervall zwischen dem unteren und dem oberen Belastungsgrenzwert bleibt die Neutrallage unverändert. Eine übermäßige Beweglichkeit in der Einstellung der einzelnen Neutrallagen ist vermieden.

In einer vorteilhaften Ausführung des Verfahrens sind einem Freiheitsgrad der Verstellung verschiedene definierte Neutrallagen zugeordnet, wobei die zugehörige Anlagefläche bei wiederholter Auslösung der Verstellung zyklisch in die verschiedenen Neutrallagen verstellt wird. Alternativ kann es auch zweckmäßig sein, eine zufällige Abfolge der verschiedenen Neutrallagen vorzusehen.

Die Verstellung der Neutrallagen kann beispielsweise auf elektrischem Wege mit geeigneten Stellmotoren oder dergleichen erfolgen. Hierzu kann eine Kraftmessung an den einzelnen Anlageflächen zur Auslösung von Steuerung bzw. Regelung der Verstellung vorgenommen werden. Zweckmäßig erfolgt die Verstellung der Neutrallage mechanisch unter Ausnutzung der durch den Körper des Benutzers bei der Belastung aufgebrachten Energie. Eine Stromzufuhr oder eine andere externe Energieversorgung ist nicht erforderlich. Auch kann auf den Aufwand einer elektrischen Steuerung verzichtet werden. Die Nutzung der durch den Körper des Benutzers aufgebrachten Energie zur Verstellung der Neutrallage erlaubt einen einfachen mechanischen Aufbau und kommt auch dem Wohlbefinden des Benutzers zugute.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im Folgenden anhand der Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen:

1 in perspektivischer Darstellung ein Sitzmöbel am Beispiel eines Schreibtischstuhls mit verstellbaren Anlageflächen in Form einer Sitzfläche und einer Rückenlehne, wobei die Verstellung der Höhe der Sitzfläche durch Belastungsveränderung an der Sitzfläche in der Höhenrichtung hervorgerufen wird;

2 die Anordnung nach 1, wobei eine Verstellung des Kippwinkels der Sitzfläche durch Belastungsveränderung an der Sitzfläche in Höhenrichtung ausgelöst wird;

3 den Stuhl nach den 1 und 2 mit veränderlichem Neigungswinkel der Rückenlehne infolge der Belastungsveränderung an der Sitzfläche;

4 den Stuhl nach den 1 bis 3, bei dem gleichzeitig der Kippwinkel der Sitzfläche und der Neigungswinkel der Rückenlehne infolge einer Belastungsveränderung an der Sitzfläche in Höhenrichtung hervorgerufen wird.

1 zeigt ein Sitzmöbel am Beispiel eines Stuhls 1, der als Schreibtischstuhl ausgeführt ist. Es kann auch ein Sessel, ein Hocker, ein Fahrzeugsitz oder dgl. vorgesehen sein. Der Stuhl 1 umfaßt einen Unterbau 13, der durch eine zentrale, vertikal verlaufende Stütze 14 mit insgesamt fünf am unteren Ende der Stütze 14 in radialer Richtung hervorstehenden Beinen 15 gebildet ist. An den freien Enden der Beine 15ist je eine Rolle 16 angebracht, mit denen der Stuhl 1 über einen Boden gerollt werden kann.

Der Unterbau 13 trägt verschiedene Anlageflächen für den Körper eines Benutzers. Eine erste Anlagefläche ist durch eine im wesentlichen horizontal angeordnete Sitzfläche 2 gebildet. Eine weitere Anlagefläche ist durch eine näherungsweise vertikal angeordnete Rückenlehne 3 gebildet. Darüber hinaus können noch weitere Anlageflächen beispielsweise in Form von Kopf- und/oder Beinstützen, Armlehnen oder dgl. vorgesehen sein.

Die verschiedenen Anlageflächen des Stuhls 1 sind in verschiedenen räumlichen Freiheitsgraden in ihrer Position veränderbar. Die Sitzfläche ist im gezeigten Ausführungsbeispiel in einer durch einen Pfeil 7 angegebenen Höhenrichtung als erstem räumlichem Freiheitsgrad und in einer durch einen Doppelpfeil 9 angegebenen Kipprichtung als zweitem räumlichem Freiheitsgrad in ihrer Lage veränderbar. Die Rückenlehne 3 als weitere Anlagefläche ist in einer durch einen Doppelpfeil 8 angegebenen Neigungsrichtung als dritter räumlicher Freiheitsgrad in ihrer Position veränderbar. Weitere räumliche Freiheitsgrade können beispielsweise in einer linearen Verschiebung der Rückenlehne oder dgl. bestehen. Sofern zusätzliche Anlageflächen vorgesehen sind, können auch hierfür entsprechende räumliche Freiheitsgrade der Positionsveränderung zweckmäßig sein.

Die durch die Sitzfläche 2 und die Rückenlehne 3 gebildeten Anlageflächen dienen zur Aufnahme von Lasten, die durch den Benutzer beim Sitzen im wesentlichen senkrecht zur jeweiligen Anlagefläche aufgebracht werden. Das Körpergewicht des Benutzers leitet beim Sitzen eine durch einen Pfeil 10 angegebene Belastung in die Sitzfläche 2 ein. Beim Zurücklehnen wird eine durch einen Pfeil 11 angegebene Belastung in die Rückenlehne 3 eingeleitet. Mit den Oberschenkeln bzw. dem Gesäß kann auch auf die Sitzfläche 2 eine zusätzliche, durch einen Doppelpfeil 12 angegebene Kippbelastung auf die Sitzfläche 2 aufgebracht werden.

Die Sitzfläche 2 ist in der Höhenrichtung 7 und in der Kipprichtung 9 elastisch am Unterbau 13 aufgehängt. Die Rückenlehne 3 ist in der Neigungsrichtung 8 elastisch am Unterbau 13 befestigt. Unter einer definierten Belastung 10, 12 stellt sich in der Sitzfläche 2 bezogen auf die Höhenrichtung 7 eine definierte Neutrallage 4 ein. Das Gleiche gilt auch für eine in 2 dargestellte Neutrallage 6 in der Kipprichtung 9. Unter einer definierten Belastung 11 nimmt die Rückenlehne 3 eine in 3 dargestellte Neutrallage 5 in der Neigungsrichtung 8 ein. Ausgehend von den Neutrallagen 4, 5, 6 können Veränderungen der Belastungen 10, 11, 12 – sofern ihre Veränderung innerhalb gewisser Grenzen bleibt – zunächst zu elastischen Positionsveränderungen der Sitzfläche 2 und der Rückenlehne 3 in der Höhenrichtung 7, der Neigungsrichtung 8 und der Kipprichtung 9 führen.

Darüber hinaus ist nach der Erfindung vorgesehen, daß eine selbsttätige Verstellung der Neutrallagen 4, 5, 6 der Sitzfläche 3 und der Rückenlehne 3 in der Höhenrichtung 7, der Neigungsrichtung 8 und/oder der Kipprichtung 9 entsprechend der zeichnerischen Darstellung nach den 1 bis 4 vorgenommen wird. Diese Verstellung wird seitens des Benutzers mit seinem Körper ausgelöst durch Veränderung der Belastung 10, 11 und/oder 12 an der Sitzfläche 2 und/oder der Rückenlehne 3 in der Höhenrichtung 7, der Neigungsrichtung 8 und/oder der Kipprichtung 9.

Hierzu ist im Ausführungsbeispiel nach 1 vorgesehen, daß der Benutzer auf der Sitzfläche 2 Platz nimmt. Sein zuvor eingestelltes Körpergewicht erzeugt einen durch einen Pfeil 10'' angegebenen oberen Grenzwert der Belastung in der Höhenrichtung 7. Sofern der Benutzer mit ein wenig Schwung Platz nimmt, wird der obere Grenzwert 10'' überschritten. Es stellt sich eine kurzzeitig erhöhte dynamische Belastung 10 in der Höhenrichtung 7 ein. Darüber hinaus ist ein unterer Grenzwert 10' der Belastung 10 voreingestellt. Beim Aufstehen wird dieser untere Grenzwert 10' unterschritten.

Wenn der Benutzer Platz nimmt, wird der voreingestellte obere Grenzwert 10'' überschritten. Es tritt kurzfristig die Belastung 10 an der Sitzfläche 2 ein. Durch eine nicht dargestellte mechanische Vorrichtung wird hierdurch eine selbsttätige Verstellung der Neutrallage 4 der Sitzfläche 2 in der Höhenrichtung 7 derart ausgelöst, daß anstelle der Neutrallage 4 die nach unten verschobene Neutrallage 4'' eingestellt wird. Beim erneuten Platznehmen und erneuten Überschreiten des oberen Grenzwertes 10'' führt die vorgenannte mechanische Vorrichtung dazu, daß die Sitzfläche 2 eine nach oben verschobene Neutrallage 4' einnimmt. Beim weiteren Platznehmen stellt sich wieder die Neutrallage 4 ein. Insgesamt ergibt sich bei wiederholter Auslösung durch Überschreiten des oberen Grenzwertes 10'' eine zyklische Verstellung in die verschiedenen Neutrallagen 4, 4'', 4'. Anstelle der vorgenannten zyklischen Verstellung kann auch eine zufällige Abfolge der Verstellung zweckmäßig sein, bei der sich die verschiedenen Neutrallagen 4, 4', 4'' in wahlloser Folge einstellen. Es sind beispielhaft nur drei verschiedene Neutrallagen 4, 4', 4'' gezeigt. Es kann auch eine abweichende Anzahl zweckmäßig sein.

Anstelle der vorgenannten Auslösung der Verstellung der Neutrallage 4 durch Überschreiten des oberen Grenzwertes 10'' kann auch eine solche Auslösung durch Unterschreiten des unteren Grenzwertes 10' herbeigeführt werden. Eine Verstellung der Neutrallage 4 wird demnach beim Aufstehen des Benutzers oder bei einer teilweisen Entlastung der Sitzfläche 2 durch den Benutzer selbsttätig ausgelöst. Ebenso kann es zweckmäßig sein, eine Kombination beider Auslösemechanismen vorzusehen: Eine Auslösung findet dann sowohl beim Platz nehmen als auch bei Entlastung statt. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung kann darin bestehen, daß der obere Grenzwert 10'' der Belastung 10 geringer als das Körpergewicht des Benutzers eingestellt ist. In gewöhnlicher Sitzposition erzeugt das Körpergewicht die Belastung 10. Bei einer kurzzeitigen Entlastung unterhalb des oberen Grenzwertes 10'' und einer anschließenden erneuten Belastung 10, die oberhalb des oberen Grenzwertes 10'' liegt, wird die Verstellung hervorgerufen.

Im Ausführungsbeispiel nach 1 ist demnach eine Verstellung der Neutrallage 4 der Sitzfläche 2 in der Höhenrichtung 7 durch Veränderung der Belastung 10 der gleichen Sitzfläche 2 in der gleichen Höhenrichtung 7 hervorgerufen. Gleiches kann auch für die übrigen Freiheitsgrade gelten: Es kann zweckmäßig sein, eine Verstellung der Neutrallage 5 (3) der Rückenlehne 3 in der Neigungsrichtung 8 durch Veränderung der Belastung 11 und/oder eine Verstellung der Neutrallage 6 (2) der Sitzfläche 2 in der Kipprichtung 9 durch Veränderung der Belastung 12 hervorzurufen.

In den Ausführungsbeispielen nach den 2 und 3 ist vorgesehen, daß eine Verstellung der Neutrallagen 5, 6 der Rückenlehne 3 bzw. der Sitzfläche 2 in der Neigungsrichtung 8 bzw. der Kipprichtung 9 selbsttätig durch Veränderung der Belastung 10 der Sitzfläche 2 in einem abweichenden Freiheitsgrad, nämlich in der Höhenrichtung 7 hervorgerufen wird.

Im Ausführungsbeispiel nach 2 wird durch Veränderung der Belastung 10 an der Sitzfläche 2 in der Höhenrichtung 7 eine Verstellung der Neutrallage 6 der Sitzfläche 2 in der Kipprichtung 9 ausgelöst. Es stellen sich zyklisch oder zufällig verschiedene Neutrallagen 6, 6', 6'' in der Kipprichtung 9 ein. Im Ausführungsbeispiel nach 3 erfolgt eine selbsttätige Verstellung der Neutrallage 5 der Rückenlehne 3 in der Neigungsrichtung 8. Hierbei nimmt die Rückenlehne 3 verschiedene Neutrallagen 5, 5', 5'' ein.

Nach 4 ist vorgesehen, daß eine gleichzeitige Verstellung mehrerer Neutrallagen 5, 6 selbsttätig durch Veränderung der Belastung 10 an der Sitzfläche 2 in der Höhenrichtung 7 hervorgerufen wird. Hierbei nimmt die Sitzfläche 2 in der Kipprichtung 9 verschiedene Neutrallagen 6, 6', 6'' und gleichzeitig dazu die Rückenlehne 3 in der Neigungsrichtung 8 verschiedene Neutrallagen 5, 5', 5'' ein. Bezüglich der Art der Auslösung, der Verstellung und dem Überschreiten eines oberen Grenzwertes 10'' bzw. dem Unterschreiten eines unteren Grenzwertes 10' gilt für die Ausführungsbeispiele nach den 2 bis 4 sinngemäß das Gleiche wie für das Ausführungsbeispiel nach 1. Im übrigen sind in den 2 bis 4 bezogen auf die Darstellung nach 1 gleiche Merkmale mit gleichen Bezugszeichen versehen. Die Ausführungsbeispiele nach den 2 bis 4 stimmen in den weiteren Merkmalen und Bezugszeichen mit dem Ausführungsbeispiel nach 1 überein.

In allen gezeigten Ausführungsbeispielen erfolgt die Verstellung der Neutrallagen 4, 5, 6 mechanisch unter Ausnutzung der durch den Körper des Benutzers bei der Belastung 10, 11, 12 aufgebrachten Energie. Unter Einwirkung der Belastung 10, 11, 12 stellt sich eine Verformung bzw. eine Verschiebung der Sitzfläche 2 und/oder der Rückenlehne 3 in der Höhenrichtung 7, der Neigungsrichtung 8 und/oder der Kipprichtung 9 ein. Diese Verschiebung bzw. Verformung wird durch eine nicht dargestellte mechanische Vorrichtung in die Verstellung der zugeordneten Neutrallagen 4, 5, 6 umgesetzt. Es kann auch zweckmäßig sein, Meßaufnehmer in der Sitzfläche 2 und/oder der Rückenlehne 3 anzuordnen. Die Meßwerte der Meßaufnehmer werden einer Steuereinheit zugeführt, die bedarfsweise eine Verstellung der Neutrallagen 4, 5, 6 beispielweise über geeignete Elektromotoren herbeiführt.


Anspruch[de]
Verfahren zur Einstellung der Sitzposition eines Sitzmöbels, insbesondere eines Stuhls (1), wobei das Sitzmöbel mindestens eine Anlagefläche für den Benutzer wie beispielsweise eine Sitzfläche (2), eine Rückenlehne (3) oder dgl. aufweist, und wobei eine Neutrallage (4, 5, 6) der Anlagefläche in mindestens einem räumlichen Freiheitsgrad wie einer Höhenrichtung (7), einer Neigungsrichtung (8), einer Kipprichtung (9) oder dgl. einstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine selbsttätige Verstellung der Neutrallage (4, 5, 6) einer Anlagefläche in einem Freiheitsgrad durch Veränderung einer Belastung (10, 11, 12) einer Anlagefläche in einem Freiheitsgrad seitens des Benutzers mit seinem Körper ausgelöst wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verstellung der Neutrallage (4, 5, 6) der Anlagefläche selbsttätig durch Veränderung der Belastung (10) der gleichen Anlagefläche in dem gleichen Freiheitsgrad hervorgerufen wird. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verstellung der Neutrallage (4) der Sitzfläche (2) in der Höhenrichtung (7) selbsttätig durch Veränderung der Belastung (10) dieser Sitzfläche (2) in der Höhenrichtung (7) vorgesehen ist. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verstellung der Neutrallage (4, 5, 6) der Anlagefläche in einem Freiheitsgrad selbsttätig durch Veränderung der Belastung (10) einer Anlagefläche in einem abweichenden Freiheitsgrad hervorgerufen wird. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verstellung der Neutrallage (6) der Sitzfläche (2) in der Kipprichtung (9) selbsttätig durch Veränderung der Belastung (10) der Sitzfläche (2) in der Höhenrichtung (7) vorgesehen ist. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verstellung der Neutrallage (5) der Rückenlehne (3) in der Neigungsrichtung (8) selbsttätig durch Veränderung der Belastung (10) der Sitzfläche (2) in der Höhenrichtung (7) vorgesehen ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine gleichzeitige Verstellung mehrerer Neutrallagen (5, 6) selbsttätig durch Veränderung der Belastung (10) einer einzigen Anlagefläche hervorgerufen wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellung der Neutrallage (4, 5, 6) bei Überschreiten eines oberen Grenzwertes (10'') der Belastung (10) hervorgerufen wird. verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellung der Neutrallage (4, 5, 6) bei Unterschreiten eines unteren Grenzwertes (10') der Belastung (10) hervorgerufen wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß einem Freiheitsgrad verschiedene definierte Neutrallagen (4, 4',4'', 5, 5', 5'', 6, 6', 6'') zugeordnet sind, wobei die zugehörige Anlagefläche bei wiederholter Auslösung der Verstellung zyklisch in die verschiedenen Neutrallagen (4, 4', 4'', 5, 5', 5'', 6, 6', 6'') verstellt Wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß einem Freiheitsgrad verschiedene definierte Neutrallagen (4, 4', 4'', 5, 5', 5'', 6, 6', 6'') zugeordnet sind, wobei die zugehörige Anlagefläche bei wiederholter Auslösung der Verstellung zufällig in die verschiedenen Neutrallagen (4, 4', 4'', 5, 5', 5'', 6, 6', 6'') verstellt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellung der Neutrallage (4, 5, 6) mechanisch unter Ausnutzung der durch den Körper des Benutzers bei der Belastung aufgebrachten Energie erfolgt.






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