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Dokumentenidentifikation DE102006056036A1 15.11.2007
Titel Abwasserreinigungsanlage mit verbesserter Belebtschlammabscheidung
Anmelder WTE Wassertechnik GmbH, 45136 Essen, DE
Erfinder Schröder, Reinhard, Dr., 45239 Essen, DE;
Wotrubez, Herbert, 65552 Limburg, DE
Vertreter Schulte & Schulte, 45219 Essen
DE-Anmeldedatum 28.11.2006
DE-Aktenzeichen 102006056036
Offenlegungstag 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse C02F 3/12(2006.01)A, F, I, 20061128, B, H, DE
Zusammenfassung Für die Abwasserreinigung in einem Belebungsbecken 2 ist vorgesehen, dass die notwendigen Schlammabscheider 5 mit ihren schräg gestellten Lamellenplatten 6, 7, 8 in einer gesonderten, vom Belebungsbecken 2 getrennt angeordneten Beruhigungszone 10 untergebracht sind. Diese Beruhigungszone 10 ist über Öffnungen 17, 18 bzw. Zulauföffnungen 20/11 in der Trennwand 16 mit dem Belebungsbecken 2 verbunden, sodass der Zulauf des Abwasser/Belebtschlamm-Gemisches 3, 3' zu der Beruhigungszone 10 und den darin angeordneten Schlammabscheidern 5 ohne Turbulenzen und Luftblasen erfolgen kann.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anlage zur biologischen Abwasserreinigung in einem Belebungsbecken, in dem das Abwasser einer Belebtschlammbehandlung unterzogen wird, wobei vor dem Reinwasserablauf Schlammabscheider mit einer Vielzahl von Lamellenplatten angeordnet sind, die den sich darauf absetzenden Belebtschlamm ins Belebungsbecken zurückführend schräg gestellt sind. Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur biologischen Abwasserreinigung mit Belebtschlammbehandlung im Belebungsbecken und weitgehender bis vollständiger Abscheidung des Belebtschlammes auf den schräg gestellten Lamellenplatten und vergleichmäßigter Mitnahme des von den Lamellenplatten abrutschenden Belebtschlammes durch die umlaufende Strömung im Belebungsbecken, wobei der Strom der mit Schlamm beladenen Flüssigkeit durch die Lamellen zwischen den Lamellenplatten so hindurchgeführt wird, dass sich der Schlamm auf den Lamellenplatten absetzt.

Aus der EP 0 890 553 A2 ist ein Verfahren zur biologischen Abwasserreinigung und eine entsprechende Anlage bekannt, bei der möglichst der gesamte Belebtschlamm in den Lamellenplatten aufgefangen und dann in das Belebungsbecken zurückgeführt wird. Dabei wird das ablaufende schlammhaltige Wasser nach der Belebtschlammbehandlung oder auch während der Belebtschlammbehandlung so zwischen den Lamellenplatten hindurchgeführt, dass sich der Schlamm darauf absetzt. Die Geschwindigkeit des Abwassers ist entsprechend reduziert. Um den Erfolg der Belebtschlammbehandlung sicherzustellen, wird dem Abwasser nicht nur Belebtschlamm zugeführt, sondern auch Sauerstoff, um so ein Wachstum der Bakterien zu ermöglichen. Außerdem wird das Abwasser während der Belebtschlammbehandlung durch ein rundes oder auch rechteckiges Belebungsbecken geführt und um ein Absetzen des Belebtschlammes im Belebungsbecken zum vermeiden, vor allem über Rührwerke oder ähnliche Antriebsmechanismen in Turbulenz versetzt und in Fließrichtung „vorwärts geschoben". All dies führt dazu, dass der Weg zwischen den Lamellenplatten so lang sein muss, dass ein Absetzen des Schlammes sichergestellt ist, wobei selbst dann noch Abscheideprobleme bestehen, weil durch das Belüftungssystem eingetragene Luftblasen mitgerissen oder sich Turbulenzen zwischen den Lamellenplatten fortsetzen, sodass der Abscheideerfolg ausgesprochen problematisch ist.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Abwasserreinigungsanlage und ein entsprechendes Verfahren so weiter zu entwickeln, dass ein immer ausreichendes Absetzen des Belebtschlammes auf den Lamellenplatten gesichert und damit eine optimale Abscheideleistung auch bei intensiver Durchmischung im Belebungsbecken und Behandlung des Abwassers mit Belebtschlamm erfolgen kann.

Anlagenmäßig wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Schlammabscheider mit den schräg gestellten Lamellenplatten in dem Belebungsbecken zugeordneten Beruhigungszonen angeordnet sind, die mit dem Belebungsbecken bezüglich Schlammwasserzulauf und Schlammrückführung und zugleich mit dem Reinwasserablauf verbunden sind.

Die Anlage wird also so ausgebildet, dass die Lamellenplatten nicht mehr im eigentlichen Strömungsweg des Abwassers oder Umlaufwassers angeordnet werden, sondern sie werden in separaten Beruhigungszonen angeordnet, deren Zulauf so ausgebildet und angeordnet ist, dass nur ein beruhigter Schlammwasserstrom in die Schlammabscheider hineingelangt, wo eine weitere Reduzierung von Turbulenzen in diesem Strom erfolgt, sodass beim Durchfließen zwischen den Lamellenplatten ein sicheres Absetzen des Schlammes auf diesen Lamellenplatten erfolgen kann. Dabei ist von großem Vorteil, dass der Strom des mit Schlamm beladenen Abwassers je nach Belastung so in die Beruhigungszone hineingeführt wird, dass beim Durchströmen der Lamellen keinerlei Turbulenzen mehr vorhanden sind. (Laminare Strömung).

Um ein vollständiges Abrutschen des auf den Lamellenplatten abgesetzten Belebtschlammes sicherzustellen, sieht die Erfindung vor, dass die Lamellenplatten eine Neigung von mindestens 55° aufweisend schräg gestellt sind. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass bei beispielsweise 45° durchaus die Gefahr besteht, dass sich der Belebtschlamm aufbaut und dann den Spalt zwischen zwei Lamellenplatten also die Lamelle so ausfüllt, dass ein Verstopfen eintritt. Bei 55° und mehr erfolgt zwar auch noch ein Absetzen und Aufbauen einer gewissen Schicht, die aber dann aufgrund des Gewichtes und der Schrägstellung sehr schnell dazu neigt so abzurutschen, dass eine Beeinträchtigung des Abwasserstromes nicht eintritt, andererseits aber der Schlamm sicher in das Belebungsbecken zurückgelangt.

Das besagte Verstopfen des Spaltes zwischen zwei Lamellenplatten wird gemäß der Erfindung weiter dadurch vermieden, dass der Mindestsenkrechtabstand zwischen den Lamellenplatten 80 bis 200 mm betragend eingestellt ist. Denkbar ist es sogar, dass er verändert werden kann oder dass er bezüglich eines aufgestellten oder aufgehängten Lamellenpaketes auch zwischen den einzelnen Lamellenplatten unterschiedlich sein kann, je nachdem, wie der Abwasserstrom mit dem Belebtschlamm geführt wird bzw. verteilt auf die einzelnen Lamellen geführt werden kann. Ein Abstand von rund 100 mm ist deshalb optimal, weil dann eine ausreichend große Zahl von Lamellenplatten einem Lamellenpaket zugeordnet werden kann und weil dennoch das Verstopfen weitgehend ausgeschlossen ist.

Das Absetzen des Belebtschlammes auf dem Boden der Beruhigungszone würde den Fluss des mit Schlamm beladenen Abwassers beeinträchtigen und letztlich könnte es zu Verstopfungen kommen, was gemäß der Erfindung dadurch verhindert wird, dass die Beruhigungszonen eine Bodenplatte aufweisen, die zum Belebungsbecken und zu in der Trennwand ausgebildeten Öffnungen schräg verlaufend ausgeführt ist. Der von den Lamellenplatten abrutschende Belebtschlamm kann sich also erst gar nicht auf der Bodenplatte der Beruhigungszone absetzen, sondern er rutscht sofort in Richtung Öffnungen in der Trennwand und kommt damit in den Bereich des im Belebungsbecken vorbei fließenden Umlaufwassers, das sich noch in der Belebtschlammbehandlung befindet und somit den Belebtschlamm gleich mit aufnimmt und zur Wirkung bringt.

Auch im Bereich der Öffnungen in der Trennwand kann es nicht zu einem Rückstau von abrutschendem Belebtschlamm kommen, weil gemäß der Erfindung die Öffnung eine untere, in die Bodenplatte der Beruhigungszone übergehende Basiswandung aufweist, d. h. Bodenplatte und Basiswandung weisen die gleiche Neigung auf.

Unter Ausnutzung der Erkenntnis, dass die Neigung der Lamellenplatten bei ≥ 55° liegen muss, um ein sicheres Abrutschen des Belebtschlammes zu sichern, geht die Erfindung in die Richtung, dass Bodenplatte und auch die Basiswandung eine Neigung von 55 bis 70° aufweist. Damit ist gleichzeitig auch sichergestellt, dass der Belebtschlamm recht schnell und kontinuierlich in das Belebungsbecken zurückgeführt wird, weshalb die Neigung der Bodenplatte und der Basiswandung eine auch größere sein kann, als bei den Lamellenplatten. Von daher ist auch eine Größenordnung von 55 bis 70° angegeben.

Um den Zulauf des beruhigten oder sich beruhigenden Wasserstroms in den Bereich der Lamellenplatten abzusichern, ist vorgesehen, dass nicht nur die Öffnungen in der Trennwand für die Abfuhr des Belebtschlammes sorgt, sondern dass auch in Höhe der Lamellenplatten Zulauföffnungen in der Trennwand vorgesehen sind. Ein Großteil des den Schlammabscheidern zugeführten Abwassers wird über die Öffnungen in der Trennwand zugeführt, die oberhalb der Zonen liegen, durch die der Belebtschlamm abrutscht und in das Belebungsbecken zurückgeführt wird. Die unteren Öffnungen dienen aber ebenfalls zur Zufuhr von Abwasser, wie auch gleichzeitig zur Ableitung des abgesetzten Belebtschlammes.

Eine besonders günstige Beschickung der Lamellenplatten mit dem schlammhaltigen Wasser ist dann gegeben, wenn die zusätzlichen Zulauföffnungen von der Höhe der Lamellenplatten hergesehen im oberen Drittel positioniert sind. Der Wasserstrom wird dann noch etwas an den Schlammabscheidern nach unten geführt, sodass er seitlich und von unten her in die Lamellen zwischen den einzelnen Lamellenplatten hineingelangen kann.

Natürlich kann sich auch beim Durchfließen der Zulauföffnungen auf deren Basiswandung Schlamm absetzen. Um auch hier sicherzustellen, dass keine negativen Schlammablagerungen entstehen, ist vorgesehen, dass die Basiswandung auch dieser Zulauföffnungen eine Neigung in Richtung Belebungsbecken von über 55° aufweist. Sollte sich hier auch nur eine geringe Menge von Schlamm absetzen, so rutscht dieser wieder ab und wird von dem vorbei fließenden Umlaufwasser mitgenommen, wobei das Abrutschen dann auf jeden Fall sichergestellt ist, wenn die Neigung deutlich über 55° liegt.

Eine ausreichende Zahl von Lamellenplatten, d. h. also von Schlammabscheidern steht zur Verfügung, ohne dass die Bauabmessung des Belebungsbeckens wesentlich überschritten werden, wenn wie erfindungsgemäß vorgesehen Beruhigungszonen vorgesehen sind, die eine von der hydraulisch erforderlichen Lamellenzahl abhängige Länge aufweist. Vorteil dabei ist, dass immer nur ein bestimmter Anteil an Abwasser in den Bereich der Beruhigungszonen gelangen kann oder hineingeleitet wird, sodass auch damit ein Zusetzen der Lamellen sicher verhindert ist.

Weiter vorne ist bereits darauf hingewiesen worden, dass durch die Belüfter und auch die Rührwerke Turbulenzen im Belebungsbecken gezielt verursacht bzw. hervorgerufen werden und dadurch das Abscheiden des Belebtschlammes auf den Lamellenplatten erschwert wird. Gemäß der Erfindung wird nun vorgeschlagen, dass über die Gesamtfläche des Belebungsbeckens verteilt Belüfter angeordnet sind. Aufgrund der besonderen Anordnung der Schlammabscheider mit ihren Lamellenplatten kann der Sauerstoff bzw. kann die Luft über die Gesamtfläche verteilt eingebracht werden, ohne dass dies den Absetzeffekt negativ beeinflusst. Vielmehr ergibt sich eine bessere Belebtschlammbehandlung.

Verfahrensmäßig wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass das intensiv mit Belebtschlamm vermischte Abwasser vor dem Passieren der Schlammabscheider in eine letztere aufnehmende und von den Belebungsbecken separierte Beruhigungszone eingeleitet und nach Passieren der Schlammabscheider als gereinigtes Abwasser abgeführt wird. Die Erfindung lehrt dementsprechend, dass zunächst einmal ein Belebungsbecken zur Verfügung gestellt wird bzw. benötigt wird, in dem dass schlammhaltige Abwasser mit dem Belebtschlamm gezielt behandelt wird, um dann den Wasserstrom zu beruhigen und in diesem beruhigten Zustand durch die Schlammabscheider zu führen, sodass sich der mitgenommene Belebtschlamm gezielt auf den Lamellenplatten absetzt, von diesen abrutscht und dann über den Boden bzw. die Bodenplatte der Beruhigungszone in das Belebungsbecken zurückgeführt wird. Dort steht also immer genügend Belebungsschlamm bzw. Belebtschlamm zur Verfügung, wobei er beim Abrutschen zweckmäßig durch die Umlaufströmung mitgenommen und mit dem Umlaufwasser vermischt werden kann. Wichtig ist aber wie erwähnt, dass „beruhigtes" Abwasser in die Schlammabscheider hineingeführt wird, um ein Absetzen des Schlammes auf den Lamellenplatten sicherzustellen.

Dieses von jedweden Turbulenzen freie Strömen des mit Schlamm beladenen Abwassers wird dadurch vor allem sichergestellt, dass das mit Schlamm beladene Abwasser vom Umlaufwasser mit Belüftern und Rührwerken unbeeinflusst durch Öffnungen in der Trennwand zwischen Belebungsbecken und Beruhigungszone hindurchgeleitet und der von den Lamellenplatten abrutschende Schlamm durch entsprechende Öffnungen in den Umlaufwasserstrom zurückgeführt wird. Der abrutschende Schlamm gelangt unabhängig von dem Zustrom des schlammhaltigen Abwassers in das Belebungsbecken zurück, wo er vom Umlaufwasser mitgenommen und zur Behandlung genutzt werden kann.

In üblichen Abwasserreinigungsverfahren wird ein Trockensubstanzgehalt von 3 bis 5 g/l eingehalten, weil ansonsten bei vertretbarem Aufwand eine einwandfreie Verfahrensführung nicht möglich ist. Nach dem weiter vorn zitierten Stand der Technik konnte durch entsprechende Maßnahmen dieser Trockensubstanzgehalt auf ≥ 8 g/l erhöht werden. Die jetzige Verfahrensführung zeichnet sich dadurch aus, dass auch bei höheren Trockensubstanzgehalten im Belebungsbecken ein sicheres Absetzen des Belebtschlammes in den Schlammabscheidern wegen der nicht vorhandenen Turbulenzen gewährleistet ist, sodass damit ein besserer und schnellerer Reinigungseffekt bei geringerem Platzbedarf erreicht wird, ohne dass die Qualität des gereinigten Abwassers darunter leiden würde.

Der von den Lamellenplatten abrutschende Belebtschlamm darf und soll den Absetzeffekt zwischen den Lamellenplatten natürlich möglichst nicht oder wenn nur wenig beeinflussen. Dies wird in der Beruhigungszone dadurch sichergestellt, dass der sich auf den schräg gestellten Lamellenplatten absetzende Belebtschlamm kontinuierlich über eine Schräge in das Belebungsbecken zurückgeleitet wird. Durch diese gezielte Führung des herabrutschenden Belebtschlammes werden nachteilige Turbulenzen auch hier vermieden. Gleichzeitig wird aber auch durch diese Führung des Belebtschlammes sichergestellt, dass dieser abrutschende und in das Belebungsbecken zurückrutschende Belebtschlamm dann auch sicher vom vorbei fließenden Umlaufwasser aufgenommen und zur Belebtschlammbehandlung genutzt wird.

Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass eine Anlage und auch ein Verfahren geschaffen sind, mit dem organisch belastete Abwässer in einem Arbeitsgang, d. h. im Belebungsbecken soweit behandelt und für die Trennung von Belebtschlamm und gereinigtem Abwasser vorbereitet wird, dass noch im gleichen Becken oder zumindest in einem Anhang dazu, nämlich in den Beruhigungszonen ein von Turbulenzen völlig befreiter Abwasserstrom sich der mitgenommenen Schlamm auf den Lamellenplatten absetzt und ansschließend über den schräg gestellten Boden der Beruhigungszone und von dort in das Belebungsbecken zurückgelangen kann. Damit wird nicht nur ein besonders guter Abscheideeffekt sichergestellt, sondern gleichzeitig auch das Gesamtverfahren positiv beeinflusst, weil eben der abrutschende Belebtschlamm auch vom vorbei fließenden Umlaufwasser sicher wieder aufgenommen wird. Es ergibt sich also ein Doppeleffekt mit verbessertem Abscheidegrad und mit verbessertem Behandlungserfolg im Belebungsbecken.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnungen, in denen ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:

1 eine Draufsicht auf ein rechteckiges Belebungsbecken mit zugeordneter Beruhigungszone,

2 ein rundes Belebungsbecken mit zugeordneter Beruhigungszone,

3 einen Schnitt durch das Belebungsbecken mit zugeordneter Beruhigungszone,

4 eine Seitenansicht dieser Situation,

5 einen weiteren Schnitt mit einer besonderen Bodenplatte der Beruhigungszone und

6 eine entsprechende Seitenansicht aus dem Belebungsbecken heraus gesehen.

Bei der Abwasserreinigungsanlage 1 nach 1 handelt es sich um ein großes rechteckiges Belebungsbecken 2, in dem das organisch belastete Abwasser 3 so mit Belebtschlamm behandelt wird, dass über den Reinwasserablauf 4 Wasser abläuft, das entweder einer Nachklärung oder ohne weitere Behandlungsstufe in einen Vorfluter abgegeben werden kann.

Vor dem Reinwasserablauf 4 ist ein Schlammabscheider 5 mit einer Vielzahl von Lamellenplatten 6, 7, 8 angeordnet, über den eine Trennung von gereinigtem Abwasser und Belebtschlamm erfolgt, wobei das Abwasser 3 über einen Zulauf 9 in das Belebungsbecken 2 eingeleitet wird.

Parallel zum Belebungsbecken 2 und aus dem Bereich des im Umlauf geführten Abwasser/Belebtschlamm-Gemisches herausgenommen ist eine Beruhigungszone 10. In dieser Beruhigungszone 10 sind hintereinander mehrere oder auch nur ein Schlammabscheider 5 mit Lamellenplatten 6, 7, 8 angeordnet, wobei auch in der Trennwand 16 zwischen Belebungsbecken 2 und Beruhigungszone 10 Öffnungen 17, 18 und Zuläufe 20 vorgesehen sind, die die Beruhigungszonen 10 mit dem eigentlichen Belebungsbecken 2 verbinden.

In den 3 und 4 sowie 5 und 6 sind diese als Schlammwasserzulauf 11 dienenden Zulauföffnungen 20 und die als Schlammrückführung 12 dienenden Öffnungen 17, 18 zu sehen. Gleichzeitig dienen die Öffnungen 17, 18 auch noch als Schlammwasserzulauf 11. Über die Zulauföffnung 20/11 wird das schlammhaltige Abwasser in die Beruhigungszonen 10 hineingeleitet, um dann durch die Schlammabscheider 5 hindurch in Richtung Reinwasserablauf 4 zu strömen. Dabei sind, wie sowohl 1 wie 2 zu entnehmen ist, in Längsrichtung der hintereinander angeordneten Beruhigungszone 10 eine Vielzahl derartiger aus Lamellenpaketen 13, 14 bestehende Schlammabscheider 5 vorgesehen und über den Reinwasserablauf 4 oben miteinander verbunden, sodass das gereinigte Abwasser aller derartigen Schlammabscheider 5 über einen gemeinsamen Reinwasserablauf 4 abgeführt werden kann. Beim Durchlaufen der Schlammabscheider 5 bzw. deren Lamellenplatten 6, 7, 8 setzt sich der vom Abwasser 3 mitgenommene Belebtschlamm auf den Lamellenplatten 6, 7, 8 ab, rutscht von diesen auf die Bodenplatte 15 der Beruhigungszone 10 herunter und rutscht auf der schräg verlaufenden Bodenplatte 15 in Richtung Öffnung 17, 18 und damit in Richtung Belebungsbecken 2. Hier an der Öffnung 17, 18 wird der abrutschende Belebtschlamm vom vorbei fließenden Umlaufwasser 3mitgenommen, sodass die Belebtschlammbehandlung gezielt weiterlaufen kann, ohne dass anderer Belebtschlamm beispielsweise aus einer Nachklärung zugeführt werden muss.

Sowohl die Basiswandung 19 der Öffnungen 17 als auch die Basiswandung 21 der Zulauföffnung 20 sind ebenfalls stark schräg gestellt, um ein Abrutschen des Belebtschlammes sicherzustellen. Die Neigung ist hier auf ≥ 55° eingestellt, um ein sicheres Abrutschen sicherzustellen.

Bei dem in 1 gezeigten Belebungsbecken 2 sind in den Ecken Leitecken 23 vorgesehen und darüber hinaus davor Leitwände 24, sodass das mit Schlamm beladene Abwasser 3 gleichmäßig über den Querschnitt des Belebungsbeckens 2 verteilt rundum geleitet werden kann. Dabei passiert das mit Schlamm beladene Abwasser 3 über die Gesamtfläche verteilt angeordnete Belüfter 25 sowie Rührwerke 26, um den notwendigen Behandlungsprozess des Abwassers 3 mit dem Belebtschlamm sicherzustellen. Die Belüfter 25, 27 sind so über den Querschnitt verteilt, dass eine gleichmäßige Verteilung der Luftblasen bzw. des Sauerstoffes möglich ist, wobei nicht alle mit Luft beschickt werden müssen, sondern vielmehr soviel wie die Berechnungen es gerade ergeben. Dabei passiert das behandelte Abwasser 3' in der seitlichen Wand, d. h. hier der Trennwand 16 ausgebildete Zulauföffnungen 20/11, durch die also der vorbei geführte Abwasserstrom in den Bereich der Beruhigungszonen 10 gelangt. Wie die 3 bis 6 zeigen, gelangt dieses Abwasser/Belebtschlamm-Gemisch bzw. das behandelte Abwasser 3' dann in die in der Beruhigungszone 10 angeordneten Lamellenpakete 13, 14 mit den Lamellenplatten 6, 7 und 8. Ohne jede Turbulenz kann dieses behandelte Abwasser 3' dann zwischen den Lamellenplatten 6, 7, 8 hindurchgeführt werden, wobei sich der gegenüber Wasser spezifisch schwerere Belebtschlamm dann auf den Lamellenplatten 6, 7, 8 absetzt. Dieser abgesetzte Schlamm rutscht dann über die schräg gestellten Lamellenplatten 6, 7, 8 auf die Bodenplatte 15, wo er gleichmäßig auf der Bodenplatte 15 abrutscht und zwar zu den Öffnungen 17, 18 in der Trennwand 16. Von dort aus rutscht er selbsttätig in das Belebungsbecken 2 zurück und wird hier vom vorbei geführten Umlaufwasser 3 aufgenommen und mitgenommen.

Die Belüfter 25, 27 werden über Luftzufuhrleitungen 28 mit der notwendigen Druckluft versorgt, wobei diese dann vergleichmäßigt in das Abwasser hineingedrückt wird und den Belebtschlamm mit dem notwendigen Sauerstoff versorgt. Mit dem Belüftungssystem eingetragene Luftblasen werden an der Trennwand 16 entlang geführt, ohne dass sie mit in die Beruhigungszone 10 hineingelangen können.

Die 2 zeigt ein kreisrundes Belebungsbecken 2', bei dem Zulauf 9 für das Abwasser 3. Über den übrigen Bereich verteilt, sind wiederum Belüfter 25, 27 und auch Rührwerke 26, sodass den Schlammabscheidern 5 in der Beruhigungszone 10 entsprechend behandeltes Abwasser zur Verfügung gestellt werden kann.

3 zeigt einen Schnitt durch den Übergangsbereich zwischen Beruhigungszone 10 und Belebungsbecken 2, wobei deutlich wird, dass sowohl die Zulauföffnung 20 wie auch die Öffnung 17, 18 Basiswandungen 21, 19 haben, die eine entsprechende Schräge aufweisen, um das Abrutschen des Belebtschlammes zu sichern. Insbesondere die Bodenplatten 15 der Beruhigungszone 10 ist so stark geneigt, dass der von den Lamellenplatten 7, 8, 9 bzw. im Schlammabscheider 5 herabrutschende Belebtschlamm sicher wieder in das Belebungsbecken 2 gelangt.

4 zeigt eine Ansicht aus der Mitte des Belebungsbeckens 2 auf diesen in 3 gezeigten Bereich. Erkennbar ist in 3 und 4 auch, dass im oberen Bereich des Schlammabscheiders 5 Reinwasserabläufe 4, 4' vorgesehen sind, über die das gereinigte Abwasser abfließen kann.

Das untere Ende der Beruhigungszone 10 ist in Form einer Abrutschspitze 29 ausgebildet, um wie weiter oben schon erwähnt sicherzustellen, dass der abrutschende Belebtschlamm auch sicher aus der Beruhigungszone 10 heraus in das Belebungsbecken 2 gelangt.

Im Prinzip genauso aufgebaut ist die Beruhigungszone 10 nach 5, nur dass hier die Abrutschspitze 29 anders aufgestellt ist, weil hier die Bodenplatte 15 nicht geneigt ist, sondern rechtwinklig in den Boden 32 des Belebungsbeckens 2 übergeht, während das untere Ende 31 der Trennwand 16 schräg gestellt ist und zwar zulaufend auf die senkrechte Wand der Beruhigungszone 10, sodass der darauf abrutschende Belebtschlamm ebenfalls durch die entsprechend ausgebildete Öffnung 18 in das Belebungsbecken 2 hinabfällt. Sowohl bei der Ausbildung nach 5 wie auch nach der nach 3 ist die Öffnung 17 bzw. 18 etwas oberhalb des Bodens 32 vorgesehen, um ein Vorbeistreichen des Umlaufwassers 3 hier sicherzustellen und damit zu erreichen, dass der abgerutschte Schlamm vom Umlaufwasser auf- und mitgenommen wird. 6 ist wiederum eine Ansicht von der Mitte des Belebungsbeckens 2 hergesehen, um zu verdeutlichen, wie die Öffnungen 17, 18 bzw. 20 positioniert sind.

Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden, werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.


Anspruch[de]
Anlage zur biologischen Abwasserreinigung in einem Belebungsbecken (2), in dem Abwasser (3) einer Belebtschlammbehandlung unterzogen wird, wobei vor dem Reinwasserablauf (4) Schlammabscheider (5) mit einer Vielzahl von Lamellenplatten (6, 7, 8) angeordnet sind, die den sich darauf absetzenden Belebtschlamm ins Belebungsbecken (2) zurückführend schräg gestellt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlammabscheider (5) mit den schräg gestellten Lamellenplatten (6, 7, 8) in dem Belebungsbecken (2) zugeordneten Beruhigungszonen (10) angeordnet sind, die mit dem Belebungsbecken (2) bezüglich Schlammwasserzulauf (11) und Schlammrückführung (12) und zugleich mit dem Reinwasserablauf (4) verbunden sind. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellenplatten (6, 7, 8) eine Neigung von mindestens 55° aufweisend schräg gestellt sind. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mindestsenkrechtabstand zwischen den Lamellenplatten (6, 7, 8) 80 bis 200 mm betragend eingestellt ist. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beruhigungszonen (10) eine Bodenplatte (15) aufweisen, die zum Belebungsbecken (2) und zu in der Trennwand (16) ausgebildeten Öffnungen (17, 18) schräg verlaufend ausgeführt ist. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (17, 18) eine untere, in die Bodenplatte (15) der Beruhigungszone (10) übergehende Basiswandung (19) aufweist. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte (15) und auch die Basiswandung (19) eine Neigung von 55 bis 70° aufweist. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Höhe der Lamellenplatten (6, 7, 8) Zulauföffnungen (20) in der Trennwand (16) vorgesehen sind. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zulauföffnungen (20) von der Höhe der Lamellenplatten (6, 7, 8) hergesehen im oberen Drittel positioniert sind. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Basiswandung (21) auch dieser Zulauföffnungen (20) eine Neigung in Richtung Belebungsbecken (2) von über 55° aufweist. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Beruhigungszone (10) vorgesehen ist, die eine von der hydraulisch erforderlichen Lamellenzahl abhängige Länge aufweist. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über die Gesamtfläche (30) des Belebungsbeckens (2) verteilt Belüften (25) angeordnet sind. Verfahren zur biologischen Abwasserreinigung mit Belebtschlammbehandlung im Belebungsbecken unter Sauerstoffzufuhr und weitgehender bis vollständiger Abscheidung des Belebtschlammes auf den schräg gestellten Lamellenplatten und vergleichmäßigter Mitnahme des von den Lamellenplatten abrutschenden Belebtschlammes durch das Umlaufwasser, wobei der Strom der mit Schlamm beladenen Flüssigkeit zwischen den Lamellenplatten so hindurchgeführt wird, dass sich der Schlamm auf den Lamellenplatten absetzt, dadurch gekennzeichnet, dass das intensiv mit Belebtschlamm vermischte Abwasser vor dem Passieren der Lamellenabscheider in eine letztere aufnehmende und von den Belebungsbecken separierte Beruhigungszone eingeleitet und nach Passieren der Schlammabscheider als gereinigtes Abwasser abgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das mit Schlamm beladene Abwasser vom Umlaufwasser von Belüftern und Rührwerken unbeeinflusst durch Öffnungen in der Trennwand zwischen Belebungsbecken und Beruhigungszone hindurchgeleitet und der von den Lamellenplatten abrutschende Schlamm durch entsprechende Öffnungen in den Umlaufwasserstrom zurückgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Trockensubstanzgehalt im Belebungsbecken auf ≥ 8 g/l erhöht wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der sich auf den schräg gestellten Lamellenplatten absetzende Belebtschlamm kontinuierlich über eine Schräge in das Belebungsbecken zurückgeleitet wird.






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