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Dokumentenidentifikation DE19964206B4 15.11.2007
Titel Gewindeplattenhalterung
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Holl, Werner, Dipl.-Ing. (FH), 74196 Neuenstadt, DE;
Wanka, Roland, Dipl.-Ing., 74196 Neuenstadt, DE;
Beste, Andreas, Dipl.-Ing. (FH), 71364 Winnenden, DE;
Schretzlmeier, Werner, Dipl.-Ing. (FH), 74172 Neckarsulm, DE
DE-Anmeldedatum 10.09.1999
DE-Aktenzeichen 19964206
File number of basic patent 19943275.9
Offenlegungstag 09.03.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse F16B 37/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16B 5/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gewindeplattenhalterung.

Aus DE 43 43 642 C2 ist bekannt, zur Verbindung von Profilen im Kraftfahrzeugrohbau Gewindeplatten zu verwenden, die auf einem brückenartigen Sockel angeordnet sind. Durch den brückenartigen Sockel ist es möglich die Gewindeplatte im Innern eines Profils anzuordnen, um eine Verschraubung des Profils mit weiteren Teilen zu ermöglichen. Der brückenartige Sockel ist dabei als flacher Materialstreifen ausgebildet wobei die Gewindeplatte auf einer Seite dieses Materialstreifens angeordnet ist und von diesem vor steht. Dadurch ist es erforderlich, zum Einführen der Anordnung in ein Profil einen Ausschnitt vorzusehen, dessen Höhe der Gesamthöhe aus Materialstreifen und Gewindeplatte entspricht.

Bei der Anordnung gemäß DE 43 43 642 C2 erfolgt die Krafteinleitung in das Profil von einem Bolzen über die Gewindeplatte und den brückenartigen Sockel. Daher werden die Kanten des Ausschnitts stark belastet und es lassen sich nur geringe Kräfte übertragen.

Aus DE 35 14 025 C2 ist ferner eine schwimmende Halterung von Gewindewerkstücken bekannt bei der eine Gewindeplatte von einem Elastomerstreifen getragen wird. Der Elastomerstreifen ist zwischen der Gewindeplatte und einem Profilteil angeordnet, so daß ein Toleranzausgleich möglich ist und die Oberfläche des Karosserieteils durch die Gewindeplatte nicht angegriffen wird. Die in DE 35 14 025 C2 beschriebene Anordnung ist jedoch nur dann realisierbar, wenn das Profilteil von der Rückseite zugänglich ist.

Die Deutsche Auslegeschrift DE 1 198 136 B beschreibt eine Halterung zur Halterung eines Mutterkörpers, in welchen durch Eindrehen einer Schraube ein Gewinde eingeschnitten werden kann. Die Halterung weist eine Halteplatte auf, an welcher der Mutterkörper, der einer Gewindeplatte vergleichbar ist, rotationsfest und in Axialrichtung fixiert angebracht wird. Ferner weist die Halterung eine gegenüber der Halteplatte querverlaufende Platte auf, die zur Befestigung der Halterung an einem Bauteil dient.

Aus DE 26 17 940 A1 ist eine Käfigmutter mit einer Massivmutter und einem die Massivmutter umgebenden Käfig bekannt. Die Massivmutter ist ferner von zwei an dem Käfig ausgebildeten, gegenüberliegenden Führungsstegen eingeschlossen und kann seitlich verschoben werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Schraubverbindung an für Werkzeuge lediglich einseitig zugänglichen Bauteilen zu verbessern.

Gemäß der Erfindung sind an einer Gewindeplattenaufnahmeplatte Gewindeplattenführungsstege ausgebildet, die ein Verschieben einer Gewindeplatte gegenüber der Gewindeplattenaufnahmeplatte im wesentlichen ohne Verdrehen und ein Abheben der Gewindeplatte von der Gewindeplattenaufnahmeplatte ermöglichen. Durch diese Ausgestaltung wird eine mit Hilfe der Gewindeplattenhalterung aufzubauende Schraubverbindung von der Gewindeplattenhalterung unabhängig, so daß die Gewindeplattenhalterung auf die Festigkeit der Schraubverbindung ohne Einfluß bleibt.

Es können daher über eine mit Hilfe der erfindungsgemäßen Gewindeplattenhalterung erstellte Schraubverbindung hohe Kräfte übertragen werden. Die beschriebene Halterung der Gewindeplatte hat zudem den Vorteil, daß der das Einbringen der Gewindeplattenhalterung und der Gewindeplatte ermöglichende Ausschnitt von der Anlagestelle der Gewindeplatte am Profil entfernt sein kann, so daß das Profil durch den Ausschnitt in seiner Tragkraft nicht geschwächt wird.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Gewindeplattenführungsstege federnd ausgebildet. Diese Ausbildung ermöglicht eine sichere Halterung der Gewindeplatte während des Vorgangs des Einbringens in das Profil wobei die Verwendung eines im Rahmen der Erfindung an sich möglichen Klebstoffs zur vorübergehenden Halterung der Gewindeplatte an der Gewindeplattenaufnahmeplatte vermieden wird.

Vorzugsweise ist an der Gewindeplattenaufnahmeplatte der Gewindeplattenhalterung eine quer verlaufende Verschlußplatte vorgesehen, mit welcher eine in einem Bauteil ausgebildeter Ausschnitt für die Gewindeplattenhalterung und die Gewindeplatte verschließbar ist. Dadurch ist es möglich, die Gewindeplattenhalterung auch in einem Sichtbereich anzuordnen, ohne das optische Einbußen entstehen. Die Verschlußplatte hat den ferner den Vorteil, daß der Ausschnitt ohne zusätzliche Arbeitsgänge verschlossen wird, so daß Korrosion sicher vermieden wird.

Wenn an der Gewindeplattenhalterung eine Rückhaltenase vorgesehen ist, wird die Gewindeplattenhalterung an dem Profilteil ohne zusätzliche Mittel sicher gehalten. Eine oder mehrere Rückhaltenasen sind dabei vorzugsweise als Einrastnasen ausgebildet, welche einmal eingerastet, eine zerstörungsfreie Entfernung der Gewindeplattenhalterung aus dem Profilteil nicht ermöglichen. Dadurch ist es möglich, an sicherheitskritischen Bauteilen den Nachweis zu führen, ob ein Bauteil durch den Hersteller oder durch Dritte angebaut wurde.

Durch die Anordnung mindestens einer Verstärkungsrippe zur Aussteifung der Gewindeaufnahmeplatte gegen durch Biegung ist es möglich, die Gewindeplattenhalterung material- sparend mit geringen Wandstärken und dennoch biegesteif aus zu führen. Vorzugsweise ist die Gewindeplattenhalterung ein Spritzgußteil, wobei sich thermoplastische Elastomere als besonders vorteilhaft erwiesen haben, da mit dieser eine Ausschnitt besonders wirkungsvoll verschließbar ist und eine von der Gewindeplatte selbst ausgehende Korrosionsgefahr nicht besteht. Dies gilt insbesondere, wenn die Gewindeplattenhalterung zur Herstellung einer Schraubverbindung an einem Aluminiumstrangprofil verwendet wird.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung im Zusammenhang mit den Zeichnungen.

Es zeigen:

1 eine erfindungsgemäße Schraubverbindung,

2 eine erfindungsgemäße Gewindeplattenhalterung in einer perspektivischen Ansicht von oben und

3 die Gewindeplattenhalterung in 2 in einer Ansicht von unten

Die in 1 im Schnitt gezeigte Schraubverbindung 10 ist eine Hilfsrahmenverschraubung einer PKW-Vorderachse. Die Schraubverbindung 10 ist an ein Aluminiumprofil 12 ausgebildet, wobei dieses im wesentlichen U-förmig ausgeführt ist. Das Aluminiumprofil ist im verbauten Zustand von seiner Rückseite her nicht zugänglich, so daß seitlich in dem Profil 12 ein Ausschnitt 14 ausgebildet ist. In den Ausschnitt 14 ist eine Gewindeplattenhalterung 16 eingesetzt, die eine Gewindeplattenaufnahmeplatte 18 und eine Verschlußplatte 20 aufweist. Die Gewindeplattenaufnahmeplatte 18 und die Verschlußplatte verlaufen zueinander unter einem Winkel von 100°.

An der Gewindeplattenaufnahmeplatte 18 sind ein erster Gewindeplattenaufnahmesteg 22 und ein zweiter Gewindeplattenführungssteg 24 ausgebildet, die sich von der Gewindeplattenaufnahmeplatte im wesentlichen senkrecht erstrecken. Der Abstand der beiden Gewindeplattenführungsstege 22, 24 ist im Lieferzustand geringfügig kleiner als die Weite einer Gewindeplatte 26, so daß die Gewindeplatte 26 von den Gewindeplattenführungsstegen 22, 24 klemmend gehalten wird. An ihrem der Gewindeplattenaufnahmeplatte gegenüberliegenden Ende weisen die Gewindeplattenführungsstege 22, 24 flache Kerbrinnen 28, 30 auf, so daß die Gewindeplattenführungsstege 22, 24 die Gewindeplatte 26 beim Einsetzen in das Profil 12 umgreifen, jedoch mit ihren Spitzen leicht zurückfedern, wenn die Schraubverbindung angezogen wird.

An der Verschlußplatte 20 ist ein im wesentlichen in Richtung der Gewindeplattenaufnahmeplatte 18 sich erstreckender Steg 32 ausgebildet, der mit einer Rückhaltenase 34 versehen ist, die im eingebauten Zustand das Aluminiumprofil 12 hintergreift. Da die Verschlußplatte 20 größer ist, als der Ausschnitt 14, deckt die Verschlußplatte 20 den Ausschnitt 14 vollflächig ab, wobei die Rückhaltenase 34 die Verschlußplatte 20 gegen das Aluminiumprofil 12 zieht.

An dem Gewindeplattenführungssteg 24 ist ferner ein federnder Vorsprung 36 ausgebildet, welcher sich im eingebauten Zustand an dem Aluminiumprofil 12 abstützt und die Verschlußplatte 20 ebenfalls gegen das Aluminiumprofil 12vorspannt. Die Verschlußplatte 20 liegt dabei jedoch nicht nur außen an dem Profil 12, an sondern sie ragt auch stopfenartig in den Ausschnitt 14 hinein.

Um den Ausschnitt 14 für die Gewindeplattenhalterung 16 möglichst weit von dem der Kraftübertragung dienenden Profilabschnitt entfernt anordnen zu können, ist in der Gewindeplattenaufnahmeplatte 18 eine Durchtrittsöffnung 38 ausgebildet, so daß ein Gewindebolzen 40 beim Herstellen der Schraubverbindung nicht an der Gewindeplattenhalterung 16 anstößt.

2 zeigt die Gewindeplattenhalterung 16 in 1 in perspektivischer Darstellung in größerem Detail, wobei Details, die aus Gründen der Übersichtlichkeit in 1 nicht gezeigt sind, an Hand der 2 und 3 erläutert werden. Insbesondere zeigen die 2 und 3 eine erste und eine zweite Verstärkungsrippe 42, 44 die die Gewindeplattenaufnahmeplatte 18 aussteifen. Ferner sind drei Verdrehsicherungsvorsprünge 46, 48, 50 gezeigt, die zusätzlich zu den Gewindeplattenführungsstegen 22, 24 zu Beginn des Anziehens der Schraubverbindung 10 ein Verdrehen der Gewindeplatte 26, die beim Herstellen der Schraubverbindung von der Gewindeplattenaufnahmeplatte 18 abhebt, verhindern. In den 2 und 3 ist auch zu erkennen, wie eine Art ringförmiger Vorsprung 52 einen Stopfen zum Verschließen des Ausschnitts 14 bildet.


Anspruch[de]
Gewindeplattenhalterung mit einer Gewindeplattenaufnahmeplatte (18), wobei an der Gewindeplattenaufnahmeplatte (18) Gewindeplattenführungsstege (22, 24) ausgebildet sind, welche eine Verschiebung einer Gewindeplatte (26) gegenüber der Gewindeplattenaufnahmeplatte (18) im Wesentlichen ohne Verdrehen ermöglicht, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Gewindeplattenführungsstege (22, 24) eine Durchgangsöffnung bilden, die Raum für ein Abheben der Gewindeplatte (26) von der Gewindeplattenaufnahmeplatte (18) bietet. Gewindeplattenhalterung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewindeplattenführungsstege (22, 24) federnd ausgebildet sind. Gewindeplattenhalterung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine zur Gewindeplattenaufnahmeplatte (18) quer verlaufenden Verschlußplatte (20). Gewindeplattenhalterung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch mindestens eine Rückhaltenase (34) zur Verriegelung der Gewindeplattenhalterung (16) in einer Öffnung (14) eines Profils (12). Gewindeplattenhalterung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch mindestens eine Verstärkungsrippe (42, 44) zur Aussteifung der Gewindeplattenaufnahmeplatte (18) gegen Durchbiegung. Gewindeplattenhalterung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine einstückige Ausbildung als Spritzgußteil. Gewindeplattenhalterung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Ausbildung als Spritzgußteil aus gummielastischem Material, insbesondere aus einem thermoplastischen Elastomer. Schraubverbindung für mit Werkzeugen lediglich einseitig zugängliche Profile, mit einem Gewindebolzen (40), einer Gewindeplatte und einer Gewindeplattenhalterung (16) nach einem der Ansprüche 1 bis 7. Schraubverbindung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewindeplattenhalterung (16) die Gewindeplatte (26) vor dem Anziehen von Gewindebolzen (40) und Gewindeplatte (26) schwebend mit Abstand von einer Anlagefläche positioniert.






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