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Dokumentenidentifikation DE602004004501T2 15.11.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001574537
Titel Epoxidharz Klebstoffzusammensetzung
Anmelder Dow Global Technologies, Inc., Midland, Mich., US
Erfinder Lutz, Andreas, Dr., 8852 Altendorf, CH;
Grossnickel, Cathy, 8862 Schübelbach, CH;
Frick, Karsten, Dr., 5413 Birmensdorf, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 602004004501
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 12.03.2004
EP-Aktenzeichen 040059842
EP-Offenlegungsdatum 14.09.2005
EP date of grant 24.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse C08G 59/18(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse C08G 59/42(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   C08L 63/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Epoxyklebstoff-Zusammensetzung gemäss Anspruch 1, die Verwendung der Epoxyklebstoff-Zusammensetzung für das Zusammenfügen von Teilen eines Fahrzeuges gemäss Anspruch 13 und ein Fahrzeug gemäss Anspruch 14.

Epoxyklebstoff-Zusammensetzungen sind Reaktionsklebstoff-Zusammensetzungen enthaltend ein Epoxyharz, ein Härtungsmittel und üblicherweise einen Beschleuniger. Nach der Aktivierung durch Wärme reagieren die Epoxy-Gruppen des Epoxyharzes mit dem Härtungsmittel, wobei die Epoxyharz-Verbindungen durch eine Polyadditionsreaktion verbunden werden, um ein ausgehärtetes Produkt zu erhalten.

Ein solches ausgehärtetes Produkt ist dafür bekannt, dass es gute mechanische Eigenschaften aufweist und eine chemische Widerstandsfähigkeit, die das ausgehärtete Produkt anderer Reaktionsklebstoffe übertrifft. Diese Eigenschaften machen Epoxyklebstoff-Zusammensetzungen besonders nützlich für anspruchsvolle Anwendungen, in denen hohe mechanische Erfordernisse erfüllt sein müssen, beispielsweise in der Automobilindustrie.

Das ausgehärtete Produkt eines sich von einem Epoxy-Strukturklebstoff unterscheidenden Epoxyklebstoffs weist im Allgemeinen eine relativ hohe statische Festigkeit auf, beispielsweise eine hohe Zugfestigkeit und Überlappungsscherfestigkeit. Allerdings ist seine dynamische Festigkeit, d.h. seine Schlagschälfestigkeit, im Allgemeinen niedrig.

Klebstoffe, welche für das Zusammenfügen von Teilen eines Fahrzeugs, wie etwa Autos, Transportern, Lastautos, Lastwagen und Zügen, verwendet werden, werden Strukturklebstoffe genannt. Das ausgehärtete Produkt eines solchen Strukturklebstoffs muss hohe statische und dynamische Belastungen aushalten. Zu diesem Zweck müssen zusätzliche Flexibilisierungsmittel und/oder Schlagzähigkeitsmodifikatoren zur Epoxyklebstoff-Zusammensetzung hinzugefügt werden.

Strukturelle Epoxyklebstoffe sind in verschiedenen Patentanmeldungen beschrieben worden:

EP-A-0 197 892 beschreibt ein Strukturklebstoff enthaltend ein Epoxyharz, einen Stickstoff enthaltenden Schlagzähigkeitsmodifikator und einen Beschleuniger. Die in dieser Anmeldung beschriebene Aufgabe liegt darin, einen Strukturklebstoff mit einer guten Lagerstabilität und einer hohen Aushärtungsrate bereit zu stellen.

EP-A-0 308 664 beschreibt eine Epoxyklebstoff-Zusammensetzung enthaltend ein Butadien-Acrylonitril-Copolymer in Kombination mit einem Polyphenol-terminierten Polyurethan oder Polyharnstoff.

EP-A-0 353 190 beschreibt eine Epoxyklebstoff-Zusammensetzung enthaltend ein Butadien-Acrylonitril-Copolymer in Kombination mit einem Polyetter-, Polyester-, Polythioester- oder Polyamid-Präpolymer, welches mit einem funktionalisierten carbocyclischen aromatischen oder aliphatischen Rest terminiert ist.

Die Technologie gemäss EP-A-0 308 664 und EP-A-0 353 190 wird als Mühlhaupt-Technologie bezeichnet. Die sowohl in EP-A-0 308 664 und EP-A-0 353 190 beschriebene Aufgabe liegt darin, die Schlagschälfestigkeit des ausgehärteten Produkts zu erhöhen. Allerdings ist die Schlagschälfestigkeit bei tiefen Temperaturen niedrig.

WO 00/20483 betrifft eine Zusammensetzung enthaltend ein Epoxid-reaktives Copolymer mit einer Glasübergangstemperatur von –30° C oder weniger und ein Reaktionsprodukt eines carbocyclischen, sauren Anhydrids mit einem Di- oder Polyamin und einem Polyphenol oder Aminophenol. Das ausgehärtete Produkt der WO00/20483, weist eine Schlagschälfestigkeit von weniger als 20 N/mm bei –40°C auf.

Da Fahrzeuge normalerweise variierenden klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind, ist es erforderlich, dass das ausgehärtete Produkt des Strukturklebstoffs gute mechanische Eigenschaften sowohl bei Raumtemperatur als auch bei tiefen Temperaturen aufweist. Aufgrund ihrer niedrigen Schlagschälfestigkeitswerte bei tiefen Temperaturen erfüllen die obigen, bekannten Epoxyklebstoffe dieses Erfordernis nicht vollständig. Fahrzeuge, deren Teile durch die obigen bekannten Epoxyklebstoffe zusammengefügt werden, erfüllen als Folge davon Sicherheitsvorschriften, z.B. in einem Crash-Test, nicht vollständig.

Ein weiterer Nachteil der obigen, bekannten Epoxyklebstoff-Zusammensetzungen ist ihr relativ niedriges Schlagverhalten auf hochfesten Metallen, sowohl bei gemässigten als auch bei extremen Temperaturen. Aufgrund dieses Nachteils ist die Verwendung der bekannten Epoxyklebstoff-Zusammensetzung zum Zusammenfügen von Teilen einer hochfesten Metallkonstruktion begrenzt.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Epoxyklebstoff-Zusammensetzung zur Verfügung zu stellen, welche nach dem Aushärten in einem Produkt mit erhöhten mechanischen Eigenschaften resultiert, insbesondere einer hohen Schlagschälfestigkeit, bei bis zu –40°C tiefen Temperaturen, während die erwünschten mechanischen Eigenschaften konventioneller Epoxyklebstoff-Zusammensetzungen bei Raumtemperatur erhalten bleiben.

Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Epoxyklebstoff-Zusammensetzung zur Verfügung zu stellen, welche nach dem Aushärten in einem Produkt mit einer hohen Schlagschälfestigkeit auf hochfesten Metallen resultiert.

Gemäss der vorliegenden Erfindung werden diese Aufgaben gelöst durch eine Zusammensetzung gemäss Anspruch 1 enthaltend

  • a) ein erstes Epoxyharz,
  • b) ein zweites Epoxyharz, welches mit einem Acrylonitril-Butadien-Gummi modifiziert ist, wobei letzterer durchschnittlich weniger als 25 Gew.-% Acrylonitril enthält, und
  • c) einen Schlagzähigkeitsmodifikator,
wobei die Gesamtmenge an Komponente b) und Komponente c) mehr als 30% bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung beträgt und das Gewichtsverhältnis von Komponente c) zu Komponente b) grösser als 1:1 ist.

Bevorzugte Ausführungsformen der Zusammensetzung werden in den abhängigen Ansprüchen definiert.

Die Epoxyklebstoff-Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung resultiert nach dem Aushärten in einem Produkt mit einer Schlagschälfestigkeit von mehr als 35 N/mm bei Raumtemperatur und mehr als 25 N/mm bei –40°C. Die erheblich verbesserte Schlagschälfestigkeit bei Raumtemperaturen erlaubt es, die Epoxyklebstoff-Zusammensetzung als Strukturklebstoff zu verwenden, der nach dem Aushärten eine hohe Stossbeständigkeit („crash resistance") bei jeder Anwendungstemperatur aufweist und der die höchsten Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Aufgrund seiner erhöhten Zähigkeit weist das ausgehärtete Produkt der Epoxyklebstoff-Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung eine erhöhte Schlagschälfestigkeit auf hochfesten Metallen auf. Das Zusammenfügen hochfester Metallteile mit der Epoxyklebstoff-Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung erlaubt es, die resultierende hochfeste Metallkonstruktion stärker zu belasten als eine Konstruktion, die mit konventionellen Klebstoffen verbunden ist. Die Anwendbarkeit der Epoxyklebstoff-Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung zum Zusammenfügen hochfester Metallteile ist stark bevorzugt, da das Verbinden solcher hochfester Metalle durch Schweissen oft nicht durchführbar ist.

Nebst der erhöhten dynamischen Festigkeit weist die ausgehärtete Epoxyklebstoff-Zusammensetzung eine hervorragende statische Festigkeit in einem Temperaturbereich von –40°C bis +80°C auf. Die Überlappungsscherfestigkeit ist höher als 25 MPa und die Zugfestigkeit ist höher als 30 MPa. Es weist ein Young-Modul von ungefähr 1500 MPa und eine Bruchdehnung von mehr als 10% auf.

Die Epoxyklebstoff-Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung weist eine hervorragende Verklebung auf beschichteten Stählen wie feuerverzinktem, elektrogalvanisiertem und Bonazink-beschichtetem Stahl, vorbehandeltem Aluminium, Magnesium und Verbundwerkstoffen auf.

Nach dem Fachmann bekannten, künstlichen Langzeitalterungstests, wie beispielsweise VDA, KKT, P1210 und 3C, oder künstlichen Kurzzeitalterungstests (Cataplasma) nehmen die Festigkeitswerte der Epoxyklebstoff-Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung nur um 20 bis 30% ab.

Das erste Epoxyharz (Komponente a) von Anspruch 1 kann irgendeine Art eines Epoxyharzes sein, wie beispielsweise DER 330 (tief viskoses, unverdünntes, flüssiges Bisphenol A-Epoxyharz), DER 331 (standardmässiges, unverdünntes, flüssiges Bisphenol A-Epoxyharz), oder DER 671 (festes Epoxyharz mit tiefem Molekulargewicht), alle von The Dow Chemical Company. Bevorzugte Beispiele des ersten Epoxyharzes sind Polyglycidyl-Ether von Bisphenolen, wie beispielsweise 2,2-bis-(4-Hydroxyphenyl)-Propan oder bis-(4-Hydroxyphenyl)-Methan, von Novolaken, welche durch Reaktion von Formaldehyd mit einem Phenol gebildet werden, und Addukten von Bisphenol A mit aliphatischen Diolen, die Glycidyl-Gruppen aufweisen.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist Komponente a) eine Mischung von wenigstens zwei unterschiedlichen Epoxyharzen. Es ist bevorzugt, dass wenigstens ein Epoxyharz bei Raumtemperatur flüssig ist.

Das zweite Epoxyharz wird mit einem Acrylonitril-Butadien-Gummi (Komponente b) modifiziert. Vorzugsweise umfasst Komponente b) wenigstens 30 Gew.-%, vorzugsweise wenigstens 40 Gew.-% Acrylonitril-Butadien-Gummi. Der Acrylonitril-Butadien-Gummi ist vorzugsweise X8, X31 oder irgendeine Mischung von X8, X31 und X13 (wobei X für ein Copolymer-Gummi des CTBN-Typs (carboxy-terminierter Butadien-Gummi) steht und der Begriff „Mischung" eine „Mischung von 2 oder 3 der Komponenten" bedeutet).

X8 ist ein Acrylonitril-Butadien-Gummi des CTBN-Typs enthaltend 17% Acrylonitril.

X13 ist ein Acrylonitril-Butadien-Gummi des CTBN-Typs enthaltend 26% Acrylonitril.

X31 ist ein Acrylonitril-Butadien-Gummi des CTBN-Typs enthaltend 10% Acrylonitril.

Es ist bevorzugt, dass die Epoxyklebstoff-Zusammensetzung wenigstens 20%, vorzugsweise wenigstens 15% des Acrylonitrils umfasst, basierend auf der Gesamtmenge des Acrylonitril-Butadien-Gummis.

Die Zusammensetzung umfasst vorzugsweise als Schlagzähigkeitsmodifikator (Komponente c) eine Verbindung der Formel I

In der m 1 oder 2 ist, n 2 bis 6 ist, R1 ein n-wertiger Rest eines elastomeren Präpolymers nach Entfernung der terminalen Isocyanat-, Amino- oder Hydroxylgruppe ist, wobei das elastomere Präpolymer in Epoxyharz löslich oder dispergierbar ist, W und X unabhängig voneinander -O- oder -NR3- sind, wobei wenigstens einer von W und X -NR3- ist, R2 ein m + 1-wertiger Rest eines Polyphenols oder Aminophenols nach Entfernung der phenolischen Hydroxylgruppe und wahlweise der Aminogruppe ist und R3 Wasserstoff, ein C1 bis C6-Alkyl oder Phenyl ist.

Eine detaillierte Beschreibung des Schlagzähigkeitsmodifikator der Formel I ist in E2-A-0 308 664 gegeben (Seite 5, Zeile 14, bis Seite 13, Zeile 24), deren Offenbarung hiermit unter Bezugnahme eingeschlossen wird.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Zusammensetzung als Komponente c) eine Verbindung der Formel II

in der p 1 oder 2 ist, q 2 bis 6 ist, Y -O-, -S- oder -NR6- ist, Z ein Rest ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus -OH, -NHR6, -OCN,
R4 ein Rest eines Hydroxyl-, Mercapto- oder Amino-terminierten Polyetherpräpolymers oder eines Hydroxyl-, Mercapto- oder Amino-terminierten, präpolymeren, segmentierten Polyesters, Polythioesters oder Polyamids ist, R5 ein carbocyclischer aromatischer oder araliphatischer p + 1-wertiger Rest mit direkt am aromatischen Ring gebundenen Gruppen Z ist, R6 Wasserstoff, C1 bis C6-Alkyl oder Phenyl ist und R7 Methyl oder Wasserstoff ist.

Eine detaillierte Beschreibung des Schlagfähigkeitsmodifikator der Formel II ist in EP-A-0 353 190 (Seite 3, Zeile 51, bis Seite 6, Zeile 62) gegeben, deren Offenbarung hiermit unter Bezugnahme eingeschlossen wird.

Die Zusammensetzung kann eine Mischung sowohl einer Verbindung der Formel I als auch der Formel II als Komponente c) enthalten.

Beispiele der Komponente c) sind RAM A, RAM B, oder RAM C. RAM A, RAM B und RAM C sind Verbindungen der Formel I, wobei RAM A Allylphenol-terminiert, RAM B Eisphenol A-terminiert und RAM C Alkylphenol-terminiert ist. Ein weiteres Beispiel ist RAM 965, welches dem Fachmann bekannt ist.

Ein besonders gutes Schlagverhalten bei tiefen Temperaturen und auf hochfestem Stahl wird erreicht, wenn Komponente b) in einer Menge von 14 bis 20% und Komponente c) in einer Menge von 18 bis 28% basierend auf dem Gesamtgewicht der Zusammensetzung vorliegt.

Besonders gute Resultate werden erhalten, wenn die Epoxyklebstoff-Zusammensetzung eine Gesamtmenge an Komponente b) und Komponente c) von wenigstens 35 Gew.-%, vorzugsweise 38 Gew.-% umfasst.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Gewichtsverhältnis der Komponente c) zu Komponente b) grösser als 1.3:1, vorzugsweise grösser als 1.5:1.

Die Epoxyklebstoff-Zusammensetzung gemäss der vorliegenden Erfindung kann weiter Additive einschliessen, wie etwa Füllstoffe und Beschleuniger, die dem Fachmann bekannt sind.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Zusammensetzung als Beschleuniger eine feste Lösung einer Stickstoffbase mit einem Siedepunkt oberhalb 130°C und einem phenolischen Polymer auf, welches ein Additionspolymer eines Phenols mit einem ungesättigten Substituenten ist. (Der Begriff „feste Lösung" bedeutet die Kombination der Komponenten in einem festen Einphasen-System). Eine detaillierte Beschreibung eines solchen Beschleunigers ist in EP-A-0179892 (Seite 7, Zeile 7, bis Seite 10, Zeile 28) gegeben, deren Offenbarung hiermit unter Bezugnahme miteingeschlossen wird. Unter diesen Beschleunigern ist EP 796, welcher dem Fachmann bekannt ist, besonders bevorzugt.

Die Epoxyklebstoff-Zusammensetzung wird vorzugsweise für das Zusammenfügen von Teilen eines Fahrzeuges, wie etwa Autos, Transportern, Lastautos, Lastwagen und Zügen verwendet. Es kann auch für das Zusammenfügen von Teilen von Schiffen und Flugzeugen verwendet werden.

Die Epoxyklebstoff-Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung wird vorzugsweise bei einer Temperatur von 40° bis 65°C aufgetragen. Sie kann manuell oder automatisch mittels eines Roboters als normale Wulste, durch Verwirbelung („swirling") oder durch Strahlströme („jet streaming") aufgetragen werden. Die Aushärtung beginnt bei Temperaturen oberhalb 140°C.

Beispiele Herstellung der Epoxyklebstoff-Zusammensetzung

7 Gew.-% Struktol 3604 (Schill&Seilacher), 7 Gew.-% Struktol 3914, 11 Gew.-% DER 330, 20,2 Gew.-% DER 331, 16.3 Gew.-% DER 671, 24 Gew.-% Schlagzähigkeitsmodifikator RAM B und 0.2 Gew.-% DW 0135 blue (Huntsman) werden in einem Labor-Planetenmischer bei 90°C während 30 Minuten gemischt. Darauf werden 0.6 Gew.-% eines Haftvermittlers, wie beispielsweise ein Epoxysilan, 4.3 Gew.-% pyrogener Kieselsäure (Aerosil; Degussa) und 0.2 Gew.-% eines Netzmittels hinzugefügt und die Mischung wird bei Raumtemperatur für weitere 30 Minuten gerührt. Darauf werden 4.2 Gew.-% DICY (Cyanoguanidine, Airproducts), 0.75 Gew.-% des Beschleunigers EP 796 (Huntsman) und 3.2 Gew.-% eines Gelierungsmittel hinzugefügt und die Mischung wird bei Raumtemperatur für weitere 15 Minuten gerührt. Alle Mischungsschritte werden unter Vakuum durchgeführt.

Testen der Epoxyklebstoff-Zusammensetzung

Der Klebstoff selbst zeigt die folgenden Standardwerte nach Aushärtung bei Temperaturen höher als 140°C.

  • E-Modul: ungefähr 1500 MPa
  • Zugfestigkeit: ca. 35 MPa
  • Dehnung: ca. 15%
  • Viskosität bei 45°C: 158 Pas
  • Dehngrenze bei 45°C: 47 Pa
  • Überlappungsscherung (1.5 mm; CRS 14O3): > 25 MPa
  • Schlagschälfestigkeit bei Raumtemperatur (1mm; CRS 14O3): > 35 N/mm
  • Schlagschälfestigkeit bei –40°C (1mm; CRS 14O3): > 25 N/mm

VDA-Tests wurden auf vorbehandeltem Aluminium, feuerverzinktem, elektrogalvanisiertem und Bonazink-beschichtetem Stahl durchgeführt und zeigten eine Abnahme in der Festigkeit von lediglich 20 bis 30%. Weitere künstliche Alterungstests wie KKT, P 1210, 3C und Cataplasma zeigten ähnliche Resultate.

TABELLE 1 Schlagverhalten bei tiefer Temperatur:

In Tabelle 1, werden die mit Gummi modifizierten Epoxyharze (Komponente b) wie folgt charakterisiert:

  • Struktol 3604 ist ein Gummi-modifiziertes Expoxyharz enthaltend 60% Diglycidyl-Ether von Bisphenol A (DGEBA) und 40% X8.
  • Struktol 3614 ist ein Gummi-modifiziertes Epoxyharz bestehend aus 60% DGEBA und 40% X13.
  • Struktol 3914 ist ein Gummimodifiziertes Epoxyharz bestehend aus 60% DGEBA und 40% einer Mischung von X31 und X8, wobei X31:X8 = 1:1.
  • Struktol 3914-1 ist ein Gummi-modifiziertes Epoxyharz bestehend aus 60% DGEBA und 40% einer Mischung von X31 und X8, wobei X31:X8 = 3:1.
  • Struktol 3914-2 ist ein Gummi-modifiziertes Epoxyharz bestehend aus 60% DGEBA und 40% einer Mischung von X31 und X8, wobei X31:X8 = 1:3.

Die Werte der Schlagschälfestigkeit wurden gemäss ISO 113 43 bestimmt.

Wie aus Tabelle 1 ersichtlich ist, weisen die Epoxyklebstoff-Zusammensetzung gemäss der vorliegenden Erfindung eine signifikant höhere Schlagschälfestigkeit bei –40°C auf, als die konventionellen Epoxyklebstoff-Zusammensetzungen.

TABELLE 2 Schlagschälfestigkeit auf hochfesten Stählen: Werte in N/mm bei Raumtemperatur

H300XD Z100, H400TD Z100, RAGAL600DP Z100, DOCOL 1000DP ZE75/75 sind hochfeste Stähle, welche dem Fachmann bekannt sind. Wie aus Tabelle 2 ersichtlich ist, zeigt die Epoxyklebstoff-Zusammensetzung gemäss der vorliegenden Erfindung eine signifikant höhere Schlagschälfestigkeit auf hochfestem Stahl im Vergleich zu bekannten Strukturklebstoff-Zusammensetzungen.

TABELLE 3 Überlappungsscherfestigkeit auf hochfestem Stahl: Werte in MPa bei Raumtemperatur

Tabelle 3 zeigt, dass die Überlappungsscherfestigkeitswerte bekannter Strukturklebstoff-Zusammensetzungen in der Epoxyklebstoff-Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung beibehalten werden.


Anspruch[de]
Eine Epoxyklebstoff-Zusammensetzung enthaltend

a) ein erstes Epoxyharz,

b) ein zweites Epoxyharz, welches mit einem Acrylonitril-Butadien-Gummi modifiziert ist, wobei letzterer durchschnittlich weniger als 25 Gew.-% Acrylonitril enthält, und

c) einen Schlagzähigkeitsmodifikator,

wobei die Gesamtmenge an Komponente b) und Komponente c) mehr als 30% bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung beträgt und das Gewichtsverhältnis von Komponente c) zu Komponente b) grösser als 1:1 ist.
Eine Zusammensetzung nach Anspruch 1 enthaltend als Komponente c) eine Verbindung der Formel I
in der m 1 oder 2 ist, n 2 bis 6 ist, R1 ein n-wertiger Rest eines elastomeren Präpolymers nach Entfernung der terminalen Isocyanat-, Amino- oder Hydroxylgruppe ist, wobei das elastomere Präpolymer in Epoxyharz löslich oder dispergierbar ist, W und X unabhängig voneinander -O- oder -NR3- ist, wobei wenigstens einer von W und X -NR3- ist, R2 ein m + 1-wertiger Rest eines Polyphenols oder Aminophenols nach Entfernung der phenolischen Hydroxylgruppe und wahlweise der Aminogruppe ist und R3 Wasserstoff, ein C1 bis C6-Alkyl oder Phenyl ist.
Eine Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2 enthaltend als Komponente c) eine Verbindung der Formel II
in der p 1 oder 2 ist, q 2 bis 6 ist, Y -O-, -S- oder -NR6- ist, Z ein Rest ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus -OH, -NHR6, -OCN,
R4 ein Rest eines Hydroxyl-, Mercapto- oder Amino-terminierten Polyetherpräpolymers oder eines Hydroxyl-, Mercapto- oder Amino-terminierten, präpolymeren, segmentierten Polyesters, Polythioesters oder Polyamids ist, R5 ein carbocyclischer aromatischer oder araliphatischer p+1-wertiger Rest mit direkt am aromatischen Ring gebundenen Gruppen Z ist, R6 Wasserstoff, C1 bis C6-Alkyl oder Phenyl ist und R7 Methyl oder Wasserstoff ist.
Eine Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Komponente b) wenigstens 30 Gew.-%, vorzugsweise wenigstens 40 Gew.-% an Acrylonitril-Butadien-Gummi aufweist. Eine Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Komponente b) eine Mischung aus drei verschiedenen Acrylonitril-Butadien-Gummis enthält:

b1) enthaltend ca. 10 Gew.-% an Acrylonitril,

b2) enthaltend ca. 17 Gew.-% an Acrylonitril und

b3) enthaltend ca. 26 Gew.-% an Acrylonitril.
Eine Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, enthaltend Komponente b) in einer Menge von 14 bis 20% und Komponente c) in einer Menge von 18 bis 28% bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung. Eine Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Acrylonitril-Butadien-Gummi der Komponente b) weniger als 20 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 15 Gew.-% an Acrylonitril enthält. Eine Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, enthaltend ein Gesamtgewicht der Komponente b) und Komponente c) von wenigstens 35 Gew.-%, vorzugsweise von wenigstens 38 Gew.-%. Eine Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Gewichtsverhältnis der Komponente c) zur Komponente b) grösser als 1.3:1, vorzugsweise grösser als 1.5:1 ist. Eine Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Komponente a) eine Mischung von wenigstens zwei verschiedenen Epoxyharzen ist. Eine Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Komponente a) wenigstens ein Epoxyharz umfasst, welches bei Raumtemperatur flüssig ist. Verwendung der Epoxyklebstoff-Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche für das Zusammenfügen von Teilen eines Fahrzeuges. Ein Fahrzeug, von welchem Teile mit der Epoxyharz-Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 11 zusammengefügt sind.






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