PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE60311570T2 15.11.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001493427
Titel Mittel zum Bleichen von menschlichen Haaren
Anmelder KPSS-Kao Professional Salon Services GmbH, 64297 Darmstadt, DE
Erfinder Nöcker, Dr., Bernd, 64372 Ober-Ramstadt, DE;
Blumenschein, Katrin, 64753 Brombachtal-Hembach, DE
DE-Aktenzeichen 60311570
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 03.07.2003
EP-Aktenzeichen 030150577
EP-Offenlegungsdatum 05.01.2005
EP date of grant 31.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.2007
IPC-Hauptklasse A61Q 5/08(2006.01)A, F, I, 20060725, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A61K 8/35(2006.01)A, L, I, 20060725, B, H, EP   A61K 8/68(2006.01)A, L, I, 20060725, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine neue Zusammensetzung zum intensiven, jedoch schonenden Blondieren und Aufhellen von menschlichen Haaren mit verbessertem Glanzeffekt und merkbar weniger Schädigung.

Das Blondieren von menschlichen Haaren besteht üblicherweise aus einem Prozess mit den folgenden Schritten:

Homogenes Mischen einer wasserfreien Zusammensetzung, vorzugsweise eines Pulvers, welche mindestens eine Substanz mit einer bleichenden oder aufhellenden Wirkung enthält, insbesondere ein festes Peroxyd- Salz, vorzugsweise ein Ammonium-, Kalium- und/oder Natriumpersulfat oder Erdalkaliperoxyd, mit einer wässrigen Wasserstoffperoxyd- Lösung, Auftragen dieser Zusammensetzung auf das Haar und Ausspülen nach beendeter Blondierung. Es ist jedoch seit geraumer Zeit bekannt, dass die Verwendung dieser Substanzen bezüglich der Blondierwirkung effektiv sind, speziell die Persulfate, besonders Ammoniumpersulfat in der erforderlichen höheren Konzentration zu Haarschädigung führen kann.

Es wurden bereits Anstrengungen unternommen dieses Problem durch (teilweisen) Austausch der Persulfate zu lösen, die Ergebnisse sind jedoch bisher nicht befriedigend.

Schon früher wurde in der EP 1 269 976 aufgezeigt, dass ein Zusatz von Ubiquinone die Haarschädigung reduziert und auch die Nass- und Trockenkämmbarkeit, Griff und Volumen des Haares verbessert.

Die DE 101 50 742 A1 bezieht sich auf kosmetische oder dermatologische Zusammensetzungen, die Ubiquinone enthalten. Das Dokument beschreibt nichts bezüglich der Blondierung von Haaren. Die DE 197 51 550 erläutert ein Haar-Nachbehandlungsmittel. Das Dokument bezieht sich nicht auf Bleichmittel für Haare.

Es wurde nun gefunden, und das ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung, dass die Zugabe von Sphingolipiden in ubiquinonehaltige Blondiermittel, die wasserfreie Substanzen, im besonderen Peroxyde als Wirkstoffe enthalten, überraschenderweise nicht nur einen verbesserten Blondiereffekt, ohne größere Haarschädigung bewirkt, sondern, dass das so behandelte Haar auch verbesserte Eigenschaften bezüglich der Nass- und Trockenkämmbarkeit bzw. des Volumens der Haare, als auch bezüglich Glanz und Elastizität aufweist.

Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zum Blondieren von menschlichen Haaren mit einer Zusammensetzung, hergestellt durch Mischen einer wasserfreien Zusammensetzung (A), welche mindestens eine Substanz mit einer bleichenden oder aufhellenden Wirkung, vorzugsweise ein Peroxyd enthält, mit einer wässrigen Wasserstoffperoxyd-Lösung (B).

Diese Aufgabe wurde gelöst, durch die Zugabe von 0,001 % bis 10 Gew. %, berechnet auf die Gesamtzusammensetzung, von mindestens einem Ubiquinone der Formel (I)

worin n eine Zahl von 1 bis 10 ist, und

einem Sphingolipid, der folgenden Formel (II) in einer Menge von 0,001 % bis 10 Gew. %, berechnet auf die Gesamtzusammensetzung
wobei R1 und R2 unabhängig voneinander Alkyl- oder Alkenyl- Gruppen mit 10 bis 22 Kohlenstoffatomen sind, R3 eine Methyl-, Ethyl- n-Propyl oder Isopropyl-Gruppe ist, und n eine Zahl zwischen 1 bis 6, vorzugsweise 2 oder 3 ist.

Bevorzugte Ubiquinone sind solche bei denen n gleich 6 bis 10 ist, im besonderen Ubiquinone 50, worin n für 10 steht, auch bekannt unter dem Namen „Coenzyme Q10".

Die Verwendung von „Coenzyme Q10" in kosmetischen Mitteln, besonders in Haar-Pflegemitteln ist per se bekannt.

Die EP 0 751 762 B beschreibt Haarkonditionierungsmittel, die ein oder mehrere Ubiquinone, insbesondere Coenzyme Q6 und Coenzyme Q10 in Kombination mit Retinolen, Retinalen und &bgr;-Carotin zur Behandlung alternder Haut, enthalten.

Stylingmittel auf wässriger Basis, die ein oder mehrere Bioquinone, solche wie Ubiquinone und Plastoquinone zum Schutz der Haut und der Haare gegen unerwünschte Oxydations- Prozesse enthalten, sind aus der DE 199 26 167 A1 bekannt.

Die DE 199 26 168 A1 beschreibt Stylingmittel auf alkoholischer Basis mit Bioquinonen, im besonderen mit Coenzym Q10.

Die DE 199 26 170 A1 betrifft die Verwendung eines oder mehrerer Bioquinone, solche wie Ubiquinone, in kosmetischen Haarreinigungsmitteln.

Letztendlich beschreibt die DE 199 26 156 A1 die Verwendung von Bioquinionen, so wie Ubiquinone, für die Herstellung von kosmetischen Mitteln zur Verbesserung der Haarstruktur, insbesondere der Kämmfähigkeit der Haare, z. B. in Haarkonditionierungsmitteln.

Die EP 857 052 B1 beschreibt Sphingolipide oder Ceramide in oxidierenden Zusammensetzungen und besonders in einem Dauerwellprozess, worin das Haar zuerst mit einem Reduktionsmittel behandelt wird.

Die DE 197 51 550 beschreibt die Verwendung von Sphingolipid der Formel (II) in Haarpflegemitteln.

Aus der Sicht dieses Stands der Technik, war der verbesserte Blondiereffekt bei gleichzeitiger verbesserter Elastizität und Glanz, hervorgerufen durch die Zugabe von Ubiquinonen und Sphingolipiden zu Blondiermitteln, insbesondere im Zusammenhang bei der Applikation auf vorgeschädigtes Haar, nicht zu erwarten Die bevorzugten Anwendungsmengen der Coenzyme Q1 bis Q10 liegen im Bereich von 0,005 % bis 5 %, insbesondere 0,01 % bis 2,5 %, besonders bevorzugt 0,05 % bis 1 Gew. %, berechnet auf die gesamte Blondierpulverzusammensetzung (ausgenommen des Oxidationsmittels).

Die bevorzugten Anwendungsmengen der Sphingolipide der Formel (II) liegen im Bereich von 0,005 % bis 5 %, insbesondere 0,01 % bis 2,5 %, besonders bevorzugt 0,01 % bis 1 Gew. %, berechnet auf die gesamte Blondierpulverzusammensetzung (ausgenommen des Oxidationsmittels).

Entsprechend einer bevorzugten Einsatzart der Erfindung, werden die Blondier- und Aufhellungspulver als staubfreie Produkte, vorliegend als Granulate oder Agglomerate verwendet.

Dies können, wie in der EP-A 550 088 beschrieben, solche Produkte sein, die ein Öl oder flüssiges Wachs enthalten, wobei das Aufbringen dieses Öls oder Wachses vorzugsweise in einem Sprühprozess durchgeführt wird.

Entsprechend der Erfindung ist es auch möglich, staubfreie Blondierpulver zu verwenden, die gemäß der EP-A 630 643 durch Agglomeration der anfänglich pulverförmigen Komponenten, durch Aufsprühen dieser geschmolzenen Wachse oder C10-C18-Fettsäurealkanolamide, oder durch Schmelzen dieser zusammen mit dem Pulver bei erhöhter Temperatur hergestellt wurden.

Zusätzlich zu den aktiven Substanzen, können die Blondiermittel-Zusammensetzungen auch die Komponenten, die üblicherweise in solchen Mitteln eingesetzt werden, enthalten.

Ist das Mittel ein Pulver, insbesondere ein inertes, pulverförmiges Trägermaterial, so sind diese z. B. pyrogene Silikondioxide, Stärkepulver, Alkalisierungsmittel wie Natriummetasilikate, oberflächenaktive Substanzen und Bindemittel. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die einschlägige Fachliteratur, z. B. K. Schrader „Grundlagen und Rezepturen der Kosmetika", 2. Auflage (1989, Hüthig Buchverlag), Seite 815 bis 823 verwiesen.

Peroxyde werden als Wirkstoffkomponenten verwendet. Gebräuchlich als solche sind insbesondere Persulfate wie Natrium- und Kaliumpersulfat, Ammoniumpersulfat, Erdalkaliperoxyde wie Magnesiumperoxyd, Melaminperoxyd oder Harnstoffperoxyd oder Phtholimidoperoxy-Hexansäure.

Die Einsatzmenge der Peroxyde beträgt mindestens 10 %, vorzugsweise mindestens 20 bis 80%, berechnet auf die Gesamtzusammensetzung.

Entsprechend einer bevorzugten Einsatzart der Erfindung, können die Blondiermittel auch 0,1% bis 10 Gew. %, berechnet auf die Gesamtzusammensetzung, eines oder mehrer Ammoniumsalze, enthalten.

Gebräuchliche Ammoniumsalze sind Ammoniumcarbonat, Ammoniumhydrogencarbonat, Ammoniumcarbamat, Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfat, Ammoniumphosphate, Ammoniumnitrat, Ammoniumbromid, Ammoniumiodid, Ammoniumthiosulfat, Ammoniummolybdat, Ammoniumvanadat, Ammoniumsulfamat, Ammoniumcitrat, Ammoniumsalicylat, Ammoniumvalerat, Ammoniumartrat, Ammoniumbenzoat, Ammoniumacetat, Ammoniumformiat und Ammoniumlactat.

Bevorzugt davon sind die Ammoniumphosphate, solche wie NH4H2PO4, (NH4)2HPO4, (NH4)2NaPO4, NaNH4HPO4 oder NH4Na2PO4, als auch Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfat und Diammoniumhydrogencitrat, vorzugsweise in einer Menge von 0,1 % bis 10 Gew. %, berechnet auf die Gesamtzusammensetzung.

Wie aus der EP 609 796 A2 bekannt, können die Ammoniumverbindungen auch alleine als Blondierwirkstoffe in deutlich höherer Konzentration eingesetzt werden.

Die Einsatzmenge der gesamten Bleich- und Aufhellwirkstoffe liegt vorzugsweise im Bereich von 5 % bis 75 %, besonders bei 25 % bis 60 Gew. -% im Bezug zu dem Blondier- und Aufhellungspulver.

Die Teilchengrößen der erfindungsgemäßen Blondiermittel liegen üblicherweise unter 1 mm, vorzugsweise unter 500 Mikron, zum Beispiel bei kleiner als 400 Mikron, besonders bei etwa 25 bis etwa 100 &mgr;m, was eine ausgezeichnete Verarbeitung, d.h. Mischbarkeit mit einer wässrigen Wasserstoffperoxyd- Lösung vor der Applikation auf das menschliche Haar, gewährleistet.

Die Applikation der Zusammensetzung geschieht in üblicher Weise und ist per se bekannt.

Das pulverförmige Blondiermittel wird mit einer 6 bis 12 %igen Wasserstoffperoxyd-Lösung, vorzugsweise im Verhältnis von etwa 1 Gewichtsteil des Pulvers zu etwa 0,5 bis etwa 4 Teilen, besonders von etwa 1 Teil bis etwa 2,5 Gewichtsteilen der Peroxyd- Lösung oder Lotion homogen vermischt, und anschließend etwa 10 bis 60 Minuten, besonders etwa 20 bis 30 Minuten, abhängig von der Temperatur, auf dem Haar belassen.

Die Anwendung kann auch in der Weise durchgeführt werden, indem das Blondierpulver und die Wasserstoffperoxyd- Lösung mit einer Cremebase gemischt werden, und diese homogene Mischung dann auf das Haar aufgetragen wird.

Die Zusammensetzung wird vorzugsweise auf einen Bereich eingestellt, dass sie nach dem Vermischen mit der wässrigen Peroxyd-Lösung einen pH-Wert von 8 bis 11,5, insbesondere zwischen 9 und 11 in der gebrauchsfertigen Mischung erreicht.


Anspruch[de]
Eine wasserfreie Zusammensetzung zum Blondieren von menschlichen Haaren, enthaltend,

a) mindestens eine Verbindung mit einem bleichenden oder aufhellenden Effekt, und

b) 0,001 % bis 10 %, berechnet auf die Gesamtzusammensetzung, mindestens eines Ubiquinons der Formel (I)
worin n eine Zahl von 1 bis 10 ist, und

c) 0,001 bis 10 % , berechnet auf die Gesamtzusammensetzung, mindestens eines Sphingolipids der Formel (II)
wobei R1 und R2 unabhängig voneinander Alkyl- oder Alkenylgruppen mit 10 bis 22 C-Atomen sind, R3 eine Methyl-, Ethyl-, n-Propyl- oder Isopropylgruppe ist, und n eine Zahl zwischen 1 bis 6, vorzugsweise 2 oder 3 ist.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, worin n in der Formel I, 10 ist. Zusammensetzung nach Anspruch 1, worin n in der Formel I, 6 ist. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, die 0,01 bis 2,5 Gew. %, berechnet auf die Gesamtzusammensetzung, von mindestens einem Ubiquinon enthält. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, die 0,01 bis 2,5 Gew. %, berechnet auf die Gesamtzusammensetzung, mindestens einer Verbindung entsprechend der Formel II, enthält. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, die mindestens ein Peroxid als eine Verbindung mit einem bleichenden und/oder aufhellenden Effekt, enthält. Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, die mindestens ein Ammoniumsalz als eine Verbindung mit einem bleichenden und/oder aufhellenden Effekt, enthält. Verfahren zum Bleichen von menschlichem Haar, worin eine wasserfreie Zusammensetzung (A), die mindestens eine bleichende oder aufhellende Verbindung enthält, mit einer wässrigen Wasserstoffperoxid-Zusammensetzung (B), enthaltend 0,001 bis 10 Gew. %, berechnet auf die Gesamtzusammensetzung, mindestens eines Ubiquinons der Formel (I)
worin n eine Zahl von 1 bis 10 ist, und

mindestens eines Sphingolipids der Formel (II)
wobei R1 und R2 unabhängig voneinander Alkyl- oder Alkenylgruppen mit 10 bis 22 C-Atomen sind, R3 eine Methyl-, Ethyl-, n-Propyl- oder Isopropylgruppe ist und n eine Zahl zwischen 1 bis 6, vorzugsweise 2 oder 3 ist,

gemischt wird und die Mischung auf menschliches Haar aufgetragen wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com