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Dokumentenidentifikation DE102005045298B4 22.11.2007
Titel Dichtungsprofil für Kraftfahrzeugtüren
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Jha, Amit Kumar, 85051 Ingolstadt, DE;
Mayerl, Helmut, 86706 Weichering, DE
DE-Anmeldedatum 22.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005045298
Offenlegungstag 05.04.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse B60J 10/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Dichtungsprofil mit einem Hohlkammerbereich für das Abdichten des Fugenraumes zwischen Karosserierahmen und Tür eines Kraftfahrzeuges.

Herkömmliche Türdichtungen umfassen einen hohl ausgebildeten Hauptdichtungsstreifen, der bei geschlossener Tür im elastischen Kontakt mit der Innenfläche eines Karosserierahmens des Kraftfahrzeuges gehalten ist und einen sog. Türwetterstreifen, der bei geschlossener Tür an der Außenfläche des Karosserierahmens anliegt. Beide Dichtungsstreifen sind mit Montageöffnungen versehen, in die Teile der Tür zwecks Befestigung von Hauptdichtungsstreifen und Türwetterstreifen in Rücken-an-Rücken-Position eingreifen können: Vergleiche DE 196 25 593 A1.

Jeder der Dichtstreifen ist mittels Klebebändern an den zugewandten Türteilen zu befestigen. Die Ausbildung solcher Dichtstreifen und dazugehöriger Blechteile der Kraftfahrzeugtür ist aufwendig, um die Rücken-an-Rücken-Position der Dichtstreifen zu erreichen. Wird dies nicht erreicht, kann der gewünschte Dichtungserfolg nicht erzielt werden. Darüber hinaus leidet das Aussehen solcher Dichtungen beim Auftreten von nicht vermeidbaren Montagefehlern.

Ein gattungsgemäßes Dichtungsprofil mit einem Hohlkammerbereich für das Abdichten des Fugenraums zwischen Karosserierahmen und einer Tür eines Kraftfahrzeuges ist in der DE 101 53 879 B4 offenbart. Das Dichtungsprofil weist ein schlauchförmiges Hohlkammerteil und eine über einen im Wesentlichen ebenen Basisbereich sich anschließende gleichsinnig zum Hohlkammerteil sich erstreckende, den Fugenraum überdeckende Fugenlippe auf. Zudem weist der Basisbereich einen Schlitz zur Aufnahme eines weiteren Konstruktionsteils auf.

Die JP 2001 171 361 A zeigt eine Dichtanordnung zum Abdichten von zueinander beweglichen Fahrzeugteilen. Die als ein integrales Bauteil ausgebildete Dichtordnung umfasst einen als Hohlkammerteil ausgebildeten Hauptdichtungsabschnitt und einen lippenartig ausgebildeten weiteren Dichtungsabschnitt. Die Dichtanordnung weist zudem eine Lagerfläche zur Aufnahme eines Klebebandes als Befestigungsmittel zwischen Türinnenteil und Dichtungsprofil auf.

Bekanntlich hat eine Türdichtung für ein Kraftfahrzeug über die Dichtungsfunktion hinaus zwei weitere wesentliche Funktionen mit einander zu vereinen, nämlich die akustische Abdichtung der Fahrgastzelle und die Fugendichtung zum Abdichten der Fugen entlang der Dachkante gegen Nässe. Problematisch ist hierbei die Schließkinematik der Tür, die zum ständigen Verformen der Türdichtung führt. Es muss daher eine solche Auslegung der Türdichtung erfolgen, die ein sogenanntes Wegkippen des hohl ausgebildeten Dichtungsstreifens ermöglicht, ohne dass dieses Wegkippen zum Bruch des Dichtungsstreifens führt. Einer beliebigen Erhöhung der Steife solcher Dichtstreifen stehen die gewünschten niedrigen Schließkräfte für die Tür entgegen, um den geforderten kundenwichtigen Schließkomfort zu erreichen. Schließlich dürfen durch die auftretenden Relativbewegungen zwischen Dichtstreifen, Tür und Karosserie keine Beschädigung der Karosserie, also keine Lackkratzer entstehen.

Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein neues Dichtungsprofil zu schaffen, das besser als bisher die bestehenden Anforderungen an ein solches Dichtungsprofil erfüllt.

Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.

Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Infolge der Ausbildung von schlauchförmigem Hohlkammerbereich und sich daran anschließender Fugenlippe mit einem beide verbindenden Basisbereich und dort befindlicher der Befestigung dienender Lagerflächen als integrales Dichtungsprofil wird bei wesentlicher Vereinfachung und erheblicher Kostenersparnis bei Montage und Wartung eine verbesserte akustische Dämpfung des Innenraumes eines Kraftfahrzeuges erreicht bei gleichzeitiger Erhöhung des Schließkomforts der Tür. Die akustische Dämpfung wird sowohl durch den als Hohlkammer ausgebildeten Dichtschlauch als auch durch die angeformte Fugenlippe erzielt. Die integrierte Fugenlippe verschließt darüber hinaus auch die gesamte Dachfuge, die den optischen Anforderungen mit Nachdruck die Hochfertigkeit des Dichtungsprofils am Kraftfahrzeug vermittelt. Der Hohlkammerbereich ist so ausgelegt, dass durch die vorgesehene Kippkinematik über das Drehscharnier der Kraftfahrzeugtür und den für die Verformung des Hohlkammerbereiches vorgesehenen Bauraum die Schließkräfte reduziert werden. Damit entfällt auch die Gefahr einer Beschädigung von auf die Karosserie aufgebrachten Lackschichten durch das beim Schließen und Öffnen der Kraftfahrzeugtür sich verformenden Dichtungsprofil.

Da das äußere Ende der Fugenlippe und die freien Enden des Basisteiles hakenförmig abgebogen sind, kann sich das erfindungsgemäße Dichtprofil satt an die gegenüberstehenden Flächen von Tür und Seitenwandteilen anlegen.

Zur weiteren Erhöhung des Schließkomforts ist das Dichtungsprofil als Verbundmaterial ausgebildet, welches an einem EPDM-Solidgummigrundkörper und einem EPDM-Zellgummi für das Hohlkammerteil und die hakenförmigen Abbiegungen von Fugenlippe und Basisteil besteht.

Durch die erfindungsgemäße Fugenlippenauslegung unter Berücksichtigung der Türschließkinematik wird durch die Lippenverformung die komplette Versenkung des Dichtungsprofils in die Türfuge erreicht. Dies ist besonders vorteilhaft, da bei einer solchen Auslegung die Toleranzaufnahmefähigkeit der Fuge bei optisch gleichbleibender Fugendimension dem Kunden ein Gefühl der Hochwertigkeit des damit versehenen Kraftfahrzeugs vermittelt. Gleichzeitig wird durch die Toleranzaufweitung der Karosserie, welche mit diesem Lippenkonzept ohne Funktionsbeeinträchtigung aufgefangen wird, die Prozesssicherheit während der Monatage deutlich erhöht.

Aus der DE 37 40 913 sind zwar Türdichtungsprofile für Kraftfahrzeugtüren mit einem schlauchförmigen Hohlteil bekannt geworden, an das sich schmale Dichtlippen anschließen. Diese Dichtlippen dienen aber lediglich der Abdichtung der Spalte beidseitig der Befestigungsfläche des Dichtungsprofils längs des Rahmens der Kraftfahrzeugtür. Diese Dichtlippen sind also keine Fugendichtungen zwischen Tür und Dachkante eines Kraftfahrzeuges.

Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung mehr oder minder schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels beschrieben.

Es zeigen

1 eine Schnittdarstellung einer Kraftfahrzeugtür mit dem Dichtungsprofil gemäß der Erfindung und

2 eine Schnittdarstellung einer weiteren Ausführungsform des Dichtungsprofils nach 1.

Von einer herkömmlichen mittels Scharnieren an der Karosserie eines Kraftfahrzeuges schwenkbar befestigten Kraftfahrzeugtür 10 sind in 1 lediglich die aus Blech bestehenden Türinnenteile 11 und Türaußenteile 12 sowie die zugehörige Rahmenverkleidung 13 im Schnitt gezeigt, während von der Karosserie lediglich der aus Blech bestehende Seitenwandrahmen 15 gezeigt ist. Eine als Dichtungsprofil ausgebildete, um die Umfangskante der Kraftfahrzeugtür angebrachte Türdichtung 16 dient dem Abdichten des Fugenraumes 17 zwischen Außenumfang der Kraftfahrzeugtür und der Türöffnung.

Das die Türdichtung 16 bildende Dichtungsprofil umfasst einen schlauchförmigen Hohlkammerteil 18 an einem Basisbereich 19, an den sich eine gleichsinnig zum Hohlkammerteil 18 erstreckende, den Fugenraum 17 überdeckende Fugenlippe 20 anschließt. Der Basisbereich 19 weist innere Lagerflächen 22 und 23 auf, die eine schlitzförmige Öffnung 24 zur Aufnahme des Endbereiches der Rahmenverkleidung 13 einschließen. Der Basisbereich 19 weist ferner eine äußere Lagerfläche 26 zur Aufnahme eines Klebebandes 27 auf, das der Befestigung des Dichtungsprofils am Türinnenteil 11 dient. Das äußere Ende 30 der Fugenlippe 20 und das äußere Ende 31 und 32 des Basisteils 19 sind hakenförmig abgebogen zwecks besserer Anlage an der jeweils gegenüberliegenden Wandung des Seitenwandrahmens 15 bzw. der Wandung des Türinnenteils 11.

Das vorstehend beschriebene Dichtungsprofil bildet ein integrales Bauteil und besteht aus einem EPDM-Solidgummi der Härte 70 Shore.

Bei dem in 2 dargestellten weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung bildet der aus EPDM-Solidgummi SG der Härte 70 Shore bestehende Grundkörper einen Verbund mit aus EPDM-Zellgummi ZG für das Hohlkammerteil 18 und die Endbereiche von hakenförmigen Abbiegungen 30, 31 und 32 von Fugenlippe 20 und Basisbereich 19.

Das vorstehend beschriebene Dichtungsprofil ermöglicht die Vorsorge von ausreichendem Bauraum für die Dichtungsfuge zum Wegkippen auch bei Durchfedern einer Kraftfahrzeugtür. Dies führt zu niedrigen Schließkräften beim Schließen der Tür, so dass der kundenrelevante Schließkomfort signifikant verbessert wird. Gleichzeitig wird durch das Wegkippen des Hohlkammerteiles des Dichtungsprofils sichergestellt, dass Relativbewegungen an der Abdichtfläche zwischen dem Dichtungsprofil und der Karosserie vermieden werden, um somit Lackkratzer an der Karosserie deutlich zu reduzieren oder gar zu verhindern. Die infolge der Länge der Fugenlippe nunmehr mögliche Lippenverformung ermöglicht die komplette Versenkung des Dichtungsprofils in der Fuge, wobei besonders vorteilhaft bei dieser Auslegung die Toleranzaufnahmefähigkeit der Fuge bei optisch gleichbleibender Fugendimerision ist, welche dem Kunden ein Gefühl der Hochwertigkeit des damit ausgestatteten Kraftfahrzeuges vermittelt. Gleichzeitig wird durch die mit dem beschriebenen Lippenkonzept mögliche Toleranzaufweitung an der Karosserie die Prozesssicherheit während der Montage eines solchen Kraftfahrzeuges deutlich erhöht.

10
Kraftfahrzeugtür
11
Türinnenteile
12
Türaußenteile
13
Rahmenverkleidung
15
Seitenwandrahmen
16
Türdichtungsprofil
17
Fugenraum
18
Hohlkammerteil
19
Basisbereich
20
Fugenlippe
22
innere Lagerfläche
23
innere Lagerfläche
24
schlitzförmige Öffnung
26
äußere Lagerfläche
27
Klebeband
30
äußeres Ende der Fugenlippe
31
äußeres Ende des Basisteils
32
äußeres Ende des Basisteils


Anspruch[de]
Dichtungsprofil (16) mit einem Hohlkammerbereich für das Abdichten des Fugenraumes zwischen Karosserierahmen und Tür eines Kraftfahrzeuges, mit einem schlauchförmigen Hohlkammerteil (18) und einer über einen im Wesentlichen ebenen Basisbereich (19) sich anschließenden gleichsinnig zum Hohlkammerteil (18) sich erstreckenden, den Fugenraum (17) überdeckenden Fugenlippe (20, 30), wobei das Hohlkammerteil (18), das Basisteil (19) und die Fugenlippe (20, 30) als ein integrales Bauteil ausgebildet sind, und der Basisbereich (19) einen innere Lagerflächen (22), (23) zur Aufnahme eines Konstruktionsteils (13) der Kraftfahrzeugtür bildenden Schlitz (24) aufweist, dessen nach außen weisende Fläche (26) eine Lagerfläche zur Aufnahme eines Klebebandes (27) als Befestigungsmittel zwischen Türinnenteil (11) und Dichtungsprofil (16) bildet, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlkammerteil (18) im Bereich unmittelbar vor dem Basisteil (19) radial nach innen ausgebeult ist. Dichtungsprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das äußere Ende (30) der Fugenlippe (20) und die freien Enden (31, 32) des ebenen Basisbereichs (19) hakenförmig abgebogen sind. Dichtungsprofil nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungsprofil (16) als Verbundmaterial ausgebildet ist, welches aus einem EPDM-Solidgummigrundkörper und aus EPDM-Zellgummi für das Hohlteil (18) und die hakenförmigen Abbiegungen (30, 31), 32) von Fugenlippe (20) und Basisbereich (19) besteht.






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