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Dokumentenidentifikation DE102006020787A1 22.11.2007
Titel Spinnereimaschine mit Drehzahlsteuerung
Anmelder Saurer GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Stähle, Dietmar, 73099 Adelberg, DE;
Kleuren, Heiner, 73230 Kirchheim, DE
DE-Anmeldedatum 03.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006020787
Offenlegungstag 22.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse D01H 1/20(2006.01)A, F, I, 20060503, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D01H 1/28(2006.01)A, L, I, 20060503, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Spinnanlage mit einer Vielzahl von Spinnereimaschinen wie Vorspinnmaschinen 10 und/oder Ringspinnmaschinen 11, deren Betriebsdrehzahl in Zeitabschnitten ausgedünnter Bedienung vermindert werden soll. Hierfür wird ein jeder Maschine zugeordnetes oder ein allen Maschinen gemeinsames, zentrales Zeitschaltwerk 9 vorgeschlagen, das den bzw. die Drehzahlwähler 8 in der Steuerung der Maschinen im Sinne einer Veränderung der Drehzahl in bestimmbaren Zeitabschnitten beaufschlagt.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft eine Spinnereianlage mit einer Mehrzahl von Spinnereimaschinen mit selbsttätig beeinflussbarer Drehzahlsteuerung.

Stand der Technik

Es ist bekannt, Spinnereimaschinen mit Längenmesswerken auszustatten, durch die die Drehzahl der Spinnereimaschine in Abhängigkeit vom Spinnprozess selbsttätig änderbar ist. So kann zum Beispiel vorgesehen sein, dass eine Ringspinnmaschine nach einem Spulenwechsel beim Aufbau des Kopsansatzes mit verminderter Drehzahl läuft. Beim Aufbau des Kopsansatzes ist der Fadenballon groß, der Aufwindedurchmesser klein, der Fadenzug zur Kopshülse steil und daher der Fadenzug groß. Dies führt zu erhöhten Fadenbruchzahlen, der durch die verminderte Drehzahl entgegen gewirkt werden soll.

In einer Spinnerei gibt es Zeitabschnitte, in denen die Dichte der Bedienung vermindert oder überhaupt eingestellt ist, in denen die Maschinen jedoch durchlaufen sollen. In diesen Zeitabschnitten auftretende Fehler wie Fadenbrüche werden dabei nicht behoben, was zumindest zu erheblichen Produktionsausfällen oder sogar zu weiterreichenden Schäden führen kann.

Man kann dem dadurch entgegen wirken, dass man die Drehzahl der Maschinen in diesen Zeitabschnitten vermindert und damit die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fehlern vermindert. Das Umstellen der Drehzahl einer größeren Zahl von Spinnereimaschinen zum Vermindern – und später zum wieder Erhöhen – erfordert erheblichen Zeitaufwand.

Allgemeine Beschreibung der Erfindung

Der Erfindung war daher die Aufgabe gestellt, diesen Mehraufwand an Umstellarbeit zu vermindern oder ganz zu vermeiden. Sie löst diese Aufgabe mit den im Kennzeichen des Hauptanspruches genannten Merkmalen.

Bei der erfindungsgemäßen Maßnahme kann von einer Normaldrehzahl ausgegangen werden, die in einem Zeitabschnitt mit ausgedünnter Bedienung durch das Zeitschaltwerk vermindert wird. Es ist jedoch auch möglich, von einer verminderten Drehzahl auszugehen, die durch das Zeitschaltwerk in Zeitabschnitten mit voller Bedienung auf eine Normaldrehzahl erhöht wird.

Das Zeitschaltwerk sollte mindestens den Ablauf eines Tages umfassen. Bevorzugt ist vorgesehen, dass es den Ablauf einer Woche umfasst und seinen Ablauf dann wiederholt. Selbstverständlich können auch andere Zeitabschnitte gewählt werden. So können in Monats- oder Jahreszeiträumen auftretende Feiertage berücksichtigt werden.

Das Maß der Absenkung kann in den einzelnen Maschinen vorgegeben werden, zumal dieses Maß in den verschiedenen Maschinen wie Vorspinnmaschinen, Ringspinnmaschinen und anderen unterschiedlich sein kann.

Dem von einem Zeitschaltwerk an die Drehzahlsteuerung einer Maschine abgegebenen Stellsignal kann aber auch eine Kodierung zugeteilt werden, die das Maß einer Verminderung der Drehzahl für unterschiedliche Maschinentypen vorgibt.

Das Zeitschaltwerk kann darauf abgestellt sein, für unterschiedliche Arten der Ausdünnung der Bedienung ein unterschiedliches Maß der Drehzahlverminderung vorzugeben. So kann die Absenkung der Drehzahl für kürzere Zeitabschnitte wie einen Schichtwechsel oder eine Arbeitspause geringer gewählt werden als für längere Zeitabschnitte wie die Nachtschicht oder für Zeitabschnitte, in denen auf Bedienung überhaupt verzichtet ist.

Das Zeitschaltwerk kann an jeder Maschine vorgesehen werden. Es ist jedoch auch möglich, es zentral anzuordnen und alle dafür in Frage kommenden Maschinen einer Spinnereianlage durch dieses zentrale Zeitschaltwerk zu beaufschlagen. Wenn in diesem Falle das Stellsignal des zentralen Zeitschaltwerks nicht nur die an den unterschiedlichen Maschinen eingestellten Drehzahlabsenkungen auslösen soll, sondern maschinenspezifische unterschiedliche Absenkungen vorgibt oder gar bedienungsspezifische Absenkungen einleitet, ist ihm ein Kodierer zugeordnet, der die abgegebenen Stellsignale maschinenadressiert, so dass sie beispielweise über ein Bussystem an die Maschinen einer Spinnanlage weitergeleitet werden können und nur an den Maschinen, an die sie adressiert sind, Maßnahmen auslösen.

Spezielle Beschreibung der Erfindung

In den Figuren der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen

1 das individuelle Wählwerk einer Spinnereimaschine;

2 das zentrale Wählwerk einer Spinnereianlage.

In 1 ist rein schematisch der Antriebskopf 1 beispielsweise einer Ringspinnmaschine 2 mit Gatter 3, Streckwerk 4 und Spindelbereich 5 angedeutet, die mindestens einen über eine Speisevorrichtung, beispielsweise einen Frequenzumformer 6 gespeisten Antriebsmotor 7 aufweist. Es versteht sich, dass die Ringspinnmaschine meist weitere Motoren aufweist, die hier nicht dargestellt sind.

Die Drehzahl des Motors 6 oder mehrerer Motoren wird durch die dem Frequenzumformer 6 von einem in der Maschinensteuerung vorgesehenen Drehzahlwähler 8 (Kodierer) aufgegebene Drehzahl veränderlich bestimmt. Die Drehzahl der Motoren kann in aller Regel durch den von Hand einstellbaren Drehzahlwähler in weiten Grenzen beliebig gewählt werden.

Erfindungsgemäß ist die Ringspinnmaschine 2 mit einem Zeitschaltwerk 9 ausgestattet, mittels dessen der Drehzahlwähler 8 in bestimmten Zeitabschnitten auf mindestens eine andere Drehzahl einstellbar ist.

Das Zeitschaltwerk 9 ist dazu eingerichtet, zu Beginn und zu Ende wählbarer Zeitabschnitte Signale an den Drehzahlwähler 8 abzugeben, durch den dieser auf eine andere Drehzahl eingestellt wird, auf die dann der Motor 7 durch die Speisevorrichtung 6 gesteuert oder geregelt wird. Die erreichte andere Drehzahl kann am Drehzahlwähler voreingestellt werden.

Das Zeitschaltwerk 9 kann so ausgelegt sein, dass es in beliebigen Zeitintervallen bis herab zu Minuten Signale abgibt. Meist genügen aber Intervalle von fünf Minuten. Für die Abgabe von Stellsignalen und die damit verbundene, in der Regel Verminderung der Betriebsdrehzahl einer Spinnereimaschine sind Zeitabschnitte vorgesehen, in denen die Bedienung der Maschinen ausgedünnt ist. Es sind dies beispielsweise Pausen, Schichtwechsel und andere Betriebsunterbrechungen. Es kommen jedoch auch Fälle vor, in denen keine oder wenig Bedienung vorhanden ist, wie beispielsweise Nachtschichten, in denen der Betrieb der Maschinen aber dennoch aufrecht erhalten werden soll.

Nach Ende des Zeitabschnittes wird die Betriebsdrehzahl durch ein zweites Signal des Zeitschaltwerkes wieder auf den Normalwert erhöht oder auf eine einem anderen Zeitabschnitt zugeordnete Drehzahl verändert.

Das Zeitschaltwerk 9 kann auch so ausgelegt sein, dass es je nach Ausdünnung der Bedienung unterschiedliche Signale abgibt, durch die die Drehzahl auf unterschiedlich voreingestellte Werte abgesenkt wird.

Das Zeitschaltwerk ist auf den Ablauf mindestens eines Tages abgestellt. Bevorzugt ist aber vorgesehen, es auf die Zeitspanne einer Woche abzustellen, um die Notwenigkeit einer Umstellung an den Wochenenden zu vermeiden. Selbstverständlich können auch andere Zeitabschnitte gewählt werden, wenn dies zweckmäßig erscheint.

Es kann jede Maschine einer Spinnereianlage mit einem Zeitschaltwerk 9 ausgerüstet sein. Bevorzugt ist aber vorgesehen, das Zeitschaltwerk für eine ganze Spinnereianlage zentral vorzusehen und alle in ihr betriebenen Maschinen mit ihm anzusteuern.

In 2 ist eine solche Spinnereianlage skizziert, sie umfasst beispielsweise drei Vorspinnmaschinen 10 und vier Ringspinnmaschinen 11. Es versteht sich, dass sie weitere und auch Maschinen anderer Art umfassen kann. In eine zentrale Steuervorrichtung 12 ist das Zeitschaltwerk 9 installiert, dem ein Drehzahlwähler 13 (Kodierer) und ein Adressierer 14 nachgeordnet sind. Die zentrale Steuervorrichtung 12 und die Spinnereimaschinen 10, 11 sind über ein Bussystem 15 verbunden.

Wenn das Zeitschaltwerk 9 ein eingestelltes Stellsignal auslöst, das in Abhängigkeit von der anliegenden Ausdünnung der Bedienung kodiert sein kann, wird dem Stellsignal im nachgeordneten Drehzahlwähler 13 eine weitere, die angestrebte Drehzahl repräsentierende Kodierung und im nachgeordneten Adressierer 14 eine Adresse aufgedrückt, die das Signal über das Bussystem 15 der zutreffenden Spinnereimaschine zuleitet.

Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander.

Alle in den Unterlagen offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.

1
Antriebsgestell
2
Ringspinnmaschine
3
Gatter
4
Streckwerk
5
Spindelbereich
6
Speisevorrichtung
7
Motor
8
Drehzahlwähler (Kodierer)
9
Zeitschaltwerk
10
Vorspinnmaschinen
11
Ringspinnmaschinen
12
zentrale Steuervorrichtung
13
zentraler Drehzahlwähler (Kodierer)
14
Adressierer
15
Bussystem


Anspruch[de]
Spinnereianlage mit einer Mehrzahl von Spinnereimaschinen mit selbsttätig beeinflussbarer Drehzahlsteuerung, dadurch gekennzeichnet, dass Drehzahlwähler (8) der Spinnereimaschinen (2) durch ein programmierbares Zeitschaltwerk (9) beaufschlagbar sind, durch das die Drehzahl der Spinnereimaschinen in wählbaren Zeitabschnitten abgesenkt oder erhöht werden kann. Spinnereianlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Drehzahlwähler (8) durch das Zeitschaltwerk (9) zum Absenken oder Erhöhen auf einen bestimmten Drehzahlwert veranlasst werden kann. Spinnereianlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellsignal des Zeitschaltwerks (9) einen Parameter umfasst, der das Maß der Veränderung der Drehzahl wiedergeben kann. Spinnereianlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zeitschaltwerk (9) mindestens auf den Zeitabschnitt eines Tages einstellbar ist. Spinnereianlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Spinnereimaschine mit einem Zeitschaltwerk (9) ausgestattet ist. Spinnereianlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnereianlage ein zentrales Zeitschaltwerk (9) aufweist, mit dem alle Drehzahlwähler (8) der Spinnereimaschinen (10, 11) der Spinnereianlage ansteuerbar sind. Spinnereianlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass dem zentralen Zeitschaltwerk (9) ein Kodierer (13) zugeordnet ist, über den Spinnereimaschinen (10, 11) der Spinnereianlage Schaltsignale des Zeitschaltwerks mit bestimmten Stellwerten für die Veränderung der Drehzahl zuleitbar sind. Spinnereianlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass dem zentralen Zeitschaltwerk (9) ein Adressierer (14) zugeordnet ist, über den Spinnereimaschinen (10, 11) der Spinnereianlage individuelle Schaltsignale des Zeitschaltwerks zuleitbar sind. Spinnereianlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zentrale Zeitschaltwerk (9) über ein Bussystem (15) mit den Drehzahlwählern (8) aller Spinnereimaschinen (10, 11) verbunden ist. Spinnereimaschine (10, 11) zur Verwendung in einer Spinnereianlage nach einem der vorstehenden Ansprüche. Vorspinnmaschine (10) nach Anspruch 10. Ringspinnmaschine (11) nach Anspruch 10. Gatter (3) zur Verwendung in einer Spinnereianlage nach einem der vorstehenden Ansprüche. Bussystem (15) zur Verwendung in einer Spinnereianlage nach einem der vorstehenden Ansprüche. Steuervorrichtung (12) zur Verwendung in einer Spinnereianlage nach einem der vorstehenden Ansprüche. Zeitschaltwerk (9) zur Verwendung in einer Spinnereianlage nach einem der vorstehenden Ansprüche. Motor (7) zur Verwendung in einer Spinnereianlage nach einem der vorstehenden Ansprüche.






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