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Dokumentenidentifikation DE102006023097A1 22.11.2007
Titel Herstellen von Scheinzwirn
Anmelder Saurer GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Güttler, Hermann, 73329 Kuchen, DE
DE-Anmeldedatum 16.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006023097
Offenlegungstag 22.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse D01H 5/26(2006.01)A, F, I, 20060516, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von Scheinzwirn, bei der zwei in einem Streckwerk 1 nebeneinander verzogene Faserlunten 19 nach dem Verziehen einer gemeinsamen Ringspinnvorrichtung 24 zugeführt werden. Dabei werden die verzogenen Faserlunten nach dem Verziehen einem pneumatischen Verdichten in einer Verdichtungsvorrichtung 8 unterzogen, indem sie über eine Perforationsspur geführt werden, durch die in einen Saugschuh 10 Luft gesaugt wird.
Um die Verdichtung, der die beiden Faserlunten 19 unterworfen werden, unabhängig voneinander zu variieren und dadurch im erzeugten Scheinzwirn Effekte zu erzielen, wird vorgeschlagen, den Saugschuh durch eine Scheidewand 13 in zwei Kammern 14 zu trennen, in denen der Saugzug durch Drosselorgane verminderbar oder absperrbar ist.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Scheinzwirn aus zwei in einem Streckwerk nebeneinander verstreckten Faserbändern, deren verstreckte Lunten nach Verlassen des Streckwerks einer gemeinsamen Ringspinnspindel zugeführt werden und mit einer Einrichtung zum pneumatischen Verdichten der beiden verstreckten Lunten unter Einwirkung von Saugzug und eine Vorrichtung zum Herstellen von Scheinzwirn mit einem Streckwerk, in dem zwei Faserbänder nebeneinander verstreckt und nach Verlassen des Streckwerks einer gemeinsamen Ringspinnspindel zulaufen und mit einer die verstreckten Faserlunten fördernden Fläche mit zwei parallel laufenden Perforationsspuren, denen mit Saugzug beaufschlagte Saugschuhe unterlegt sind.

Stand der Technik

Aus der DE 197 08 410 A1 ist bekannt, die beiden zu Scheinzwirn zusammen zu drehenden Faserlunten nach dem Verstrecken und vor dem Verdrehen einer Verdichtung zu unterwerfen. Dem Ausgang des Streckwerkes ist zu diesem Zweck eine Verdichtungsvorrichtung nachgeordnet, das ein Verdichtungsriemchen mit zwei gesonderten Perforationsspuren zum getrennten Verdichten der beiden Faserlunten aufweist. Beide Faserlunten werden gleicher Verdichtungswirkung unterworfen.

Eine ähnliche Ausführungsform ist in der DE 197 08 410 A1 offenbart.

Die DE 101 52 746 A1 zeigt eine Vorrichtung, mittels deren der Saugstrom zu einem Saugschuh einer Verdichtungsvorrichtung zeitweise unterbrochen werden kann. Es handelt sich aber um die Verdichtung nur eines Faserverbandes, nicht um die Verdichtung zweier, zu einem Scheinzwirn vereinigter Faserverbände, bei der die Verdichtung der beiden Faserverbände unterschiedlich gesteuert werden kann.

Allgemeine Beschreibung der Erfindung

Der Erfindung hatte sich die Aufgabe gestellt, die beiden Faserlunten unterschiedlicher Verdichtung zu unterziehen, um sie auf diese Weise unterschiedlich stark zu verdichten.

Sie löst diese Aufgabe mit den im Kennzeichen des Hauptanspruches genannten Merkmalen.

Verfahrensmäßig löst die Erfindung die Aufgabe dadurch, dass sie den Saugzug

ganz unterbindet oder vermindert oder beibehält

und zwar auf nur eine der beiden Faserlunten oder auf beide Faserlunten,

wobei die Einwirkung auf den Saugzuges zeitweise erfolgt

und zwar auf beide Faserlunten gleichzeitig oder zeitlich gestaffelt.

Dadurch wird die Verdichtungswirkung auf die Faserlunten variiert, was zu unterschiedlichem Erscheinungsbild der einen oder beider Faserlunten im erzeugten Scheinzwirn führt.

Besonders ausdruckvoll wird unterschiedliche Verdichtung in den beiden Faserlunten dann, wenn diese aus unterschiedlichen Materialien bestehen.

So können die Faserlunten aus Fasern unterschiedlicher oder gar kontrastierender Färbung bestehen. Sie können aus Fasern unterschiedlichen Materials bestehen, insbesondere solchen, die unterschiedliche Bauschigkeit aufweisen und unterschiedlich auf Verdichtung reagieren wie etwa Baumwolle und Wolle. Die Feinheit der Faserlunten kann unterschiedlich sein, so dass auch dadurch der Effekt des Verdichtens zu unterschiedlichen Ergebnissen führt.

Ein besonders markanter Effekt wird erzielt, wenn die Verdichtung der beiden Komponenten des Scheinzwirns wechselweise verdichtet/nicht verdichtet werden. Aber auch zeitlich gestaffeltes Verdichten/nicht Verdichten kann zu interessanten Effekten führen.

Das Verdichten/nicht Verdichten/reduziert Verdichten kann auch durch einen Zufallsgenerator gesteuert werden, der unvorhersehbare Effekte erzielen kann.

Die zeitlich und in Höhe ihres Einwirkens unterschiedliche Verdichtung bietet in Verbindung mit der weitgehend freien Materialkombination in den beiden Faserlunten zu nahezu unbegrenzten Varianten des erzeugbaren Scheinzwirns.

Vorrichtungsmäßig sieht die Erfindung vor, den beiden Perforationsspuren der Verdichtungsvorrichtung getrennte Saugkammern zuzuordnen und diese an gesonderte Saugkanäle anzuschließen, in deren mindestens einem der Saugzug veränderbar ist. Dabei kann der Saugzug ganz unterbunden, nicht unterbunden oder in einer beliebigen Zwischenstellung mehr oder minder gedrosselt werden.

Dazu kann der Saugkanal über ein betätigbares Absperrventil oder ein betätigbares Drosselventil an eine Saugquelle angeschlossen sein. Es können aber auch andere aus der Pneumatik bekannte Einrichtungen zum Beeinflussen des Saugzuges vorgesehen werden. So kann der Saugzug auch durch einen zu öffnenden Bypass befriedigt werden, so dass er nicht an einer Perforationsspur wirksam wird.

Spezielle Beschreibung der Erfindung

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch in Draufsicht auf ein Streckwerk dargestellt.

Das Streckwerk 1, an dem die Erfindung dargestellt ist, weist drei hintereinander geschaltete Walzenpaare 2, 3 und 4 auf, die jeweils Unterwalze 5 und Oberwalzenzwilling 6 umfassen. Die linken Walzen der Oberwalzenzwillingen sind hier weggebrochen. Das mittlere Walzenpaar 3 ist mit Verzugsriemchen 7 ausgestattet.

Eine dem Streckwerk 1 nachgeordnete Verdichtungsvorrichtung 8 umfasst in einer bevorzugten Ausführungsform ein weiteres Walzenpaar 9 jeweils mit Unterwalze 5 und Oberwalzenzwilling 6. Die Unterwalze dieser Verdichtungsvorrichtung und ein ihr vorgeordneter Saugschuh 10 sind von einem Verdichtungsriemchen 11 umschlungen. Dieses Verdichtungsriemchen weist zwei Perforationsspuren 12 mit beabstandeten Löchern auf. Durch die Löcher dieser Perforationsspuren wird durch den Sauschuh 10 hindurch Luft angesaugt, wodurch die auf dem Verdichtungsriemchen 11 liegenden Fasern auf die schmalen Perforationsspuren gesaugt und dadurch verdichtet werden.

Anstelle eines weiteren Walzenpaares kann die Verdichtungsvorrichtung 8 auch mit einer starren, drehbar angetriebenen Verdichtungstrommel ausgestattet sein, die auf ihrem Umfange zwei parallele Perforationsspuren aufweist. Innerhalb dieser Trommel ist dann ebenfalls ein durch eine Scheidewand in zwei Kammern getrennter Saugschuh angeordnet. Auch an Verdichtungsvorrichtungen mit andersartigen Verdichtungsorganen wie über Sauschuhe mit Saugschlitzen laufenden Siebriemchen ist die Erfindung zu verwirklichen.

Erfindungsgemäß ist der Saugschuh 11 in seinem Innern durch eine Scheidewand 13 in zwei Kammern 14 getrennt. Die beiden Perforationsspuren 12 des Verdichtungsriemchens 11 laufen über je eine der Kammern 14. Die Kammern stehen über Stichleitungen 15 und 16 mit sich über mehrere Verdichtungsvorrichtungen erstreckenden Saugleitungen 17 und 18 in Verbindung.

In mindestens einer der Saugleitungen 17 ist der Saugzug verminderbar oder ganz absperrbar, so dass die betreffende Perforationsspur 12 nicht oder nur vermindert mit Saugzug beaufschlagt wird und demgemäss keine oder nur verminderte Verdichtungswirkung auf eines der verstreckten und zu verdichtenden Faserbänder 19 ausübt.

Das Vermindern des Saugzuges kann mittels eines Sperr- oder Drosselschiebers 20 erfolgen, der mittels einer Schubvorrichtung 21 zum Teil oder ganz in die Saugleitung 17 geschoben werden kann. Die Schubvorrichtung kann aus einer Zylinder/Kolben-Einheit 22 bestehen, die über einen Steuerschieber 23 umsteuerbar ist. Der Steuerschieber weist eine Nullstellung auf, in der eine erreichte Stellung des Sperr- oder Drosselschiebers 20 beibehalten wird.

Es versteht sich, dass das Vermindern des Saugzuges auch mittels anderer, geläufiger und hier sinnvoll einsetzbarer Vorrichtungen erfolgen kann. So kann beispielsweise der Saugzug in einer Saugleitung durch einen zu öffnenden Bypass vermindert oder auch ganz unterbunden werden, durch den der Saugzug nicht auf die Perforationsspur 12 wirkt. Ebenso kann auch der Saugkanal 18 mit einer Einrichtung versehen sein, die es erlaubt, auch den Saugzug in diesem Saugkanal zu unterbrechen oder zu drosseln.

Das Unterbrechen des Saugzuges oder sein Wieder-Aufbau sollte sehr rasch erfolgen, um steile Rampen und damit markante Übergänge zwischen verdichteten und nicht verdichteten Abschnitten der Faserlunten zu erzielen. Um dies zu erreichen, wäre es vorteilhaft, einen Sperr- oder Drosselschieber 20 in jeder der Stichleitungen 15, 16 vorzusehen. Um diesen erheblichen baulichen Aufwand zu vermeiden, erscheint es vorteilhaft, die Stichleitungen 15, 16 eines kurzen Abschnittes von Spinnstellen, etwa die Spinnstellen zwischen zwei Stanzen des Streckwerks, an einen Zweig-Saugkanal anzuschließen und zwischen diesem und dem Saugkanal 17 einen Sperr- oder Drosselschieber einzusetzen. In diesem Falle würde sich der zweite Saugkanal 18 erübrigen.

Nach dem Verdichten werden die beiden Faserlunten einer Ringspinnvorrichtung 24 zugeführt, in der sie auf geläufige Weise gemeinsam gedreht und mittels Ring 25 und Läufer 26 auf einen Kops 27 aufgewunden werden.

Um den Saugzug zeitlich abzusperren oder zu vermindern, können dem Steuerschieber 23 über eine Steuerleitung 28 durch die Maschinensteuerung oder durch einen Zufallsgenerator Steuersignale zugeleitet werden, durch die der Steuerschieber zum Betätigen des Sperr- oder Drosselschiebers 20 beaufschlagt wird.

Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander.

Alle in den Unterlagen offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.

1
Streckwerk
2, 3, 4
Walzenpaare des Streckwerks
5
Unterwalzen
6
Oberwalzenzwillinge
7
Verzugsriemchen
8
Verdichtungsvorrichtung
9
Verdichtungswalzenpaar
10
Saugschuh
11
Verdichtungsriemchen
12
Perforationsspuren
13
Scheidewand im Saugschuh 9
14
Saugkammern
15, 16
Stich-Saugleitungen
17, 18
Saugleitung
19
Faserlunten
20
Drosselschieber
21
Schubvorrichtung
22
Zylinder/Kolben-Einheit
23
Steuerschieber
24
Ringspinnvorrichtung
25
Ring
26
Läufer
27
Kops
28
Steuerleitung


Anspruch[de]
Verfahren zum Herstellen von Scheinzwirn aus zwei in einem Streckwerk nebeneinander verstreckten Faserbändern, deren verstreckte Lunten nach Verlassen des Streckwerks einer gemeinsamen Ringspinnspindel zugeführt werden und mit einer Einrichtung zum pneumatischen Verdichten der beiden verstreckten Lunten unter Einwirkung von Saugzug, dadurch gekennzeichnet, dass das Einwirken von Saugzug auf mindestens eine der beiden Lunten zeitweise unterbunden oder vermindert wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Lunten aus Faserbändern unterschiedlicher Feinheit verstreckt werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Lunten aus Faserbändern unterschiedlichen Fasermaterials bestehen. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Lunten aus Faserbändern unterschiedlicher Farbe bestehen. Vorrichtung zum Herstellen von Scheinzwirn mit einem Streckwerk, in dem zwei Faserbänder nebeneinander verstreckt und nach Verlassen des Streckwerks einer gemeinsamen Ringspinnspindel zulaufen und mit einer die verstreckten Faserlunten durch mit Saugzug beaufschlagte Saugschuhe zu einer Verdichtungsspur gezogen werden, dadurch gekennzeichnet, dass der einer Spinnstelle zugeordnete Saugschuh (10) durch eine Scheidewand (13) in zwei, auf jeweils eine der Perforationsspuren (12) wirkende Kammern (14) getrennt ist, die an getrennte Saugkanäle (17, 18) angeschlossen sind, in denen Saugzüge unterschiedlicher Intensität erzeugbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Saugkanäle (17) über ein betätigbares Absperrventil (20) an eine Saugquelle angeschlossen ist. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Saugkanäle (17) über eine betätigbares Drosselventil (20) an eine Saugquelle angeschlossen ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigen des Absperr- oder Drosselventils (20) durch die Steuerung der Maschine nach vorgegebenem Muster erfolgt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigen des Absperr- oder Drosselventils (20) durch einen Zufallsgenerator erfolgt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die die Faserlunten (19) fördernde Fläche als flexibles Riemchen (11) ausgebildet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die die Faserlunten (19) fördernde Fläche als Umfangsfläche einer rotierenden, starren Trommel ausgebildet ist. Spinnmaschine mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11.






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