PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102006023244A1 22.11.2007
Titel Oxidationsstabile Eisenoxidpigmente, Verfahren zu ihrer Herstellung sowie deren Verwendung
Anmelder LANXESS Deutschland GmbH, 51373 Leverkusen, DE
Erfinder Friedrich, Holger, Dr., 47798 Krefeld, DE
DE-Anmeldedatum 18.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006023244
Offenlegungstag 22.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse C01G 49/02(2006.01)A, F, I, 20060518, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft oxidationsstabile Eisenoxidpigmente, die eine Beschichtung aus mindestens einer organischen Substanz aufweisen, deren Herstellung und deren Verwendung.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft oxidationsstabile Eisenoxidpigmente, die eine Beschichtung aus mindestens einer organischen Substanz aufweisen, deren Herstellung und deren Verwendung.

Eisenoxidpigmente, welche Eisen in der Oxidationsstufe +2 enthalten, stellen im Vergleich zu Eisen(III)-Oxid – Fe2O3 – thermodynamisch instabile Phasen dar. Sie können in Gegenwart von Luft beziehungsweise Sauerstoff partiell oder vollständig oxidiert werden, zum Beispiel 2Fe3O4 + SO2 → 3Fe2O3

Solche Reaktionen sind beispielsweise bei Eisenoxidschwarz-Pigmenten bekannt, die in ihrer Zusammensetzung und Struktur dem Magnetit entsprechen. Das Pigment büßt durch die Oxidation seine wichtigste Eigenschaft, die Farbe, ein und wird somit unbrauchbar. Die Oxidationsneigung nimmt in dem Maße zu, wie auch die Feinteiligkeit und somit die spezifische Oberfläche der Pigmente zunimmt.

Das gleiche gilt für Mischungen von Eisenoxidschwarz mit anderen Eisenoxid-Farbpigmenten – Eisenoxidrot beziehungsweise Eisenoxidgelb – wie sie für braune Farbtöne hergestellt werden.

Ist es bei den Farbpigmenten der Verlust der koloristischen Eigenschaften, der sie unbrauchbar macht, so ist es bei den Eisen(II)-haltigen Magnetpigmenten der Verlust der magnetischen Eigenschaften, der gleichfalls durch die Oxidation hervorgerufen wird. Gefährdet sind vor allem feinteilige Magnetitpigmente sowie Mischphasen zwischen Magnetit (Fe3O4) und Maghämit (&ggr;-Fe2O3) mit hohem Eisen(II)-Gehalt. Oxidationsempfindlich sind aber auch Mischphasen von Magnetit und/oder Ferrite, wie zum Beispiel Cobaltferrit und solche Magnetpigmente, die aus einem Kern aus Fe3O4 und &ggr;-Fe2O3 und einer diesen Kern umgebenden Hülle aus magnetischen Metalloxiden – insbesondere des Eisens und des Cobalts – zusammengesetzt sind. In der Fachliteratur findet man neben der Bezeichnung Mischphase auch den Ausdruck „Berthollide" für die hier beschriebenen Zusammensetzungen.

Aus der DE 27 44 598 A1 ist es bekannt, die Oxidationsempfindlichkeit feinteiliger ferrimagnetischer Magnetitpartikel durch Behandlung mit heterocyclischen organischen Verbindungen zu vermindern. Diese Behandlung bedingt gegenüber den unbehandelten Pigmenten eine erhebliche Verbesserung, die aber über ein bestimmtes Niveau nicht zu steigern ist. Morpholin, N-(3-Aminopropyl-) Morpholin, N-(2-Hydroxyethyl)-piperazin, 1,2,4-Triazol und 3-Amino-1,2,4-Triazol haben sich als besonders wirkungsvoll erwiesen. Die eingesetzten Heterocyclen werden dabei lediglich physikalisch am Pigment adsorbiert und gehen daher in die wasserlöslichen Bestandteile ein. Hieraus können Unverträglichkeiten in unterschiedlichen Bindemittelsystemen resultieren. Die Behandlung der Magnetitpartikel mit der heterocyclischen organischen Verbindung erfolgt ferner unter einer nichtoxidierenden Atmosphäre, und die Anwesendheit von Luft ist auszuschließen. Daher ist das Verfahren aufwendig.

Die DE 41 39 052 A1 offenbart Eisenoxidpigmente, die zur Erhöhung der Stabilität gegenüber Luftoxidation mit cyclischen Carbonsäurehydraziden der allgemeinen Formel

beschichtet werden. Bevorzugt werden „Phthalsäurehydrazid" und „Maleinsäurehydrazid" eingesetzt. Bei allen Verbindungen der oben genannten allgemeinen Formel handelt es sich allerdings bei genauerer Betrachtung lediglich um 3,6-Dihydroxy-substituierte Derivate des Pyridazins, da zu den Verbindungen der oben genannten allgemeinen Formel folgende tautomere Form existiert.

Für „Phthalsäurehydrazid" und „Maleinsäurehydrazid" sind daher auch die Bezeichnungen 1,4-Dihydroxyphthalazin beziehungsweise 3,6-Dihydroxypyridazin gebräuchlich. Insofern handelt es sich bei den in DE 41 39 052 A1 offenbarten cyclischen Carbonsäurehydraziden um einfache stickstoffhaltige Heterocyclen. Diese werden – wie bereits oben erwähnt – lediglich physikalisch am Pigment adsorbiert und gehen daher in die wasserlöslichen Bestandteile ein. Hieraus können Unverträglichkeiten in unterschiedlichen Bindemittelsystemen resultieren.

Die DE 37 26 048 A1 beschreibt eine Beschichtung von Eisenoxidpigmenten mit Derivaten der Benzoesäure, die der allgemeinen Formel

entsprechen, wobei

X = O oder NH und

R = einen gegebenenfalls substituierten linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkylenrest mit 1 bis 30 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Cycloalkylrest mit 5 bis 12 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest mit 5 bis 10 C-Atomen oder Wasserstoff bedeutet. Besonders bevorzugt sind Salicylsäurester, die aliphatische Alkoholkomponenten mit 2 bis 18 C-Atomen enthalten, zum Beispiel Salicylsäureoctylester oder Salicylsäuredodecylester. Die eingesetzten Derivate der Benzoesäure der allgemeinen Formel werden dabei lediglich physikalisch am Pigment adsorbiert und gehen daher in die wasserlöslichen Bestandteile ein. Hieraus können Unverträglichkeiten in unterschiedlichen Bindemittelsystemen resultieren.

Im Stand der Technik sind auch zahlreiche anorganische Beschichtungen beziehungsweise Beschichtungen aus Mischungen von anorganischen und organischen Substanzen beschrieben, um die Oxidationsstabilität von Eisenoxidpigmenten zu verbessern.

So wird in der DE 32 11 327 A1 die Nachbehandlung mit borenthaltenden Verbindungen beschrieben. Als solche kommen ortho-Borsäure, tetra-Borsäure, meta-Borsäure, glasiges Dibortrioxid, kristallines Dibortrioxid, Borsäuretrimethylester, Borsäuretriethylester, Komplexe von Borsäure mit Polyhydroxyverbindungen und Salze von Borsäuren, wie zum Beispiel NH4B5O8·4H2O, Na2B4O6·10H2O, CaB3O5OH·2H2O oder NaBO2 in Betracht. Auch Bor/Stickstoff-Verbindungen oder Bor-Schwefelverbindungen werden genannt. Bevorzugt werden als Borverbindungen Boroxide, Borsäuren und/oder Salze von Borsäuren, besonders bevorzugt ortho-Borsäure und/oder Dibortrioxid eingesetzt. In den offenbarten Beispielen wird pulverisierte ortho-Borsäure und pulverisiertes Dibortrioxid zugesetzt. Die mit Borsäure stabilisierten Pigmente weisen eine vergleichbare Oxidationsstabilität wie die mit heterocyclischen Verbindungen beschichteten Pigmente, bei gleichzeitiger Verringerung der wasserlöslichen Anteile, auf.

Die DE 43 22 886 A1 offenbart Eisenoxidpigmente, die mit Oxiden oder Hydroxiden des Bors, Aluminiums und/oder Siliziums sowie mit aromatischen Carbonsäuren der allgemeinen Formel Ar-(COOX)n beschichtet sind, wobei Ar für einen gegebenenfalls mit Halogen, NH2, OH, NHR, NR2, OR oder R substituierten Aromaten steht, in dem R einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 30 C-Atomen oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest mit 6 bis 10 C-Atomen darstellt und X für Wasserstoff, Alkali, NR1 4 mit R1 = H, Alkyl und/oder Aryl, S Erdalkali, 1/3 Al oder 1/3 Fe steht und n für eine ganze Zahl von 1 bis 10 steht. In den offenbarten Beispielen werden Mischungen von Borsäure und Benzoesäure beziehungsweise von Borsäure und 4-Hydroxybenzoesäure zugesetzt.

Eine Expertenkommission der europäischen Union hat vorgeschlagen, Borsäure, Borate der ortho-Borsäure, wie zum Beispiel Na3BO3, beziehungsweise der tetra-Borsäure, wie zum Beispiel Na2B4O6·10H2O oder Na2B4O6·5H2O sowie Dibortrioxid als reproduktionstoxisch (fortpflanzungsgefährdend) der Kategorie 2 (Stoffe, die aufgrund eindeutiger tierexperimenteller Befunde oder sonstiger relevanter Informationen als fruchtschädigend beziehungsweise als beeinträchtigend für die Fortpflanzungsfähigkeit beim Menschen angesehen werden sollten) und als „giftig" (Gefahrenbezeichnung T) einzustufen (siehe Protokoll einer Expertenbefragung bei der EU „Commission Working Group of Specialised Experts in the Field of Reprotoxicity", Ispra, 05.–06. Oktober 2004 – Protokolldatum vom 22. November 2004). Am 08. September 2005 hat das EU Technical Committee „Classification and Labeling" die oben genannten Verbindungen abschließend behandelt. Mit Mehrheitsbeschluss wurde der Empfehlung der Expertenkommission gefolgt und für diese Stoffgruppen die Klassifizierung mit „reproduktionstoxisch Kategorie 2" festgeschrieben. Es gelten die R-Sätze 60 (kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen) und 61 (kann das Kind im Mutterleib schädigen) sowie die Gefahrenbezeichung T („giftig") (siehe Protokoll der Sitzung des EU Technical Committee „Classification and Labeling", Arona, 08. September 2005). Der Umgang mit diesen Substanzen, beziehungsweise deren Einsatz im Produktionsprozess zur Stabilisierung der Eisen(II)-haltigen Eisenoxidpigmente, erfordert damit entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und der Umwelt. Aus diesem Grunde ist der Ersatz der oben genannten Verbindungen wünschenswert.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, oxidationsstabile Eisen(II)-haltige Eisenoxidpigmente bereit zu stellen, die eine mindestens genau so gute Oxidationsstabilität wie borhaltige Eisenoxidpigmente aufweisen, die aber ohne den Einsatz anorganischer Substanzen in einem Schritt unter Verwendung von handelsüblichen organischen Substanzen hergestellt werden können.

Diese Aufgabe wurde gelöst durch Eisenoxidpigmente mit einem Eisen(II)-Gehalt von mindestens 5 Gew.-%, gerechnet als FeO, die eine organische Beschichtung aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung aus einer oder mehreren organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) XOaR3 b(OR2)cR1 d besteht, wobei

X für Si, Sn, Ti, Zr, P oder S steht und

R3 für Cl, Br, NH2, oder OM steht,

wobei M Wasserstoff, eine Ammoniumverbindung, ein Alkalimetall oder S Erdalkalimetall oder 1/3 Al oder 1/3 Fe ist, und

R2 und R1 jeweils für einen gesättigten oder ungesättigten linearen oder verzweigten aliphatischen Rest mit 1 bis 15 C-Atomen, der gegebenenfalls ein- oder mehrfach mit Halogen und/oder NH2 und/oder OH und/oder NHR und/oder NR2 und/oder OR substituiert ist oder für einen alicyclischen Rest mit 4 bis 26 C-Atomen oder für einen aromatischen Rest mit 6 bis 26 C-Atomen, welcher gegebenenfalls ein- oder mehrfach mit Halogen und/oder NH2 und/oder OH und/oder NHR und/oder NR2 und/oder OR und/oder R substituiert ist steht,

wobei R ein gesättigter oder ungesättigter linearer oder verzweigter aliphatischer Rest mit jeweils 1 bis 10 C-Atomen oder ein gegebenenfalls substituierter alicyclischer oder aromatischer Rest mit jeweils 6 bis 10 C-Atomen ist und a der maximal möglichen Oxidationszahl des Elements X abzüglich 4 entspricht und

b einer ganzen Zahl entspricht, für die die Bedingung 0 ≤ b < (8 abzüglich der maximal möglichen Oxidationszahl des Elements X) gilt, und

c und d ganze Zahlen sind, so dass a + b + c + d = 4 ist

und die Eisenoxidpigmente eine Oxidationsstabilität gemäß dem Oxidationsstabilitäts-Test von ≥ 10°C gegenüber dem nicht beschichteten Eisenoxidpigment aufweisen. Die Oxidationsstabilität wird gemäß dem in den Beispielen offenbarten Oxidationsstabilitäts-Test festgestellt.

Die Eisenoxidpigmente weisen vorzugsweise eine Oxidationsstabilität von ≥ 20°C gegenüber dem nicht beschichteten Eisenoxidpigment auf.

Unter „aliphatisch" werden im Kontext der Erfindung Verbindungen verstanden, deren C-Atome – im Gegensatz zu den isocyclischen Verbindungen, bei denen die C-Atome Ringe bilden – in Ketten angeordnet sind. Damit werden aliphatische Verbindungen den acyclischen Verbindungen gleichgesetzt, deren Untergruppen die Alkane, Alkine oder Alkene mit unverzweigten oder verzweigten Ketten sind.

Unter „alicyclisch" werden im Kontext der Erfindung – wie schon die durch Zusammenziehung der beiden Begriffe „aliphatisch" und „cyclisch" gebildete Bezeichnung andeutet – Verbindungen verstanden, deren C-Atome in Ringen angeordnet sind. Alicyclisch steht daher auch als Synonym für cycloaliphatisch. Alicyclische Verbindungen gehören somit zur Gruppe der isocyclischen Verbindungen und umfassen also Cycloylkane, Cycloalkene und Cycloalkine. Aromatische Verbindungen und heterocyclische Verbindungen sowie die gesättigten Vertreter der heterocyclischen Verbindungen gelten nicht als alicyclisch im Sinne dieser Erfindung.

Unter „aromatisch" werden im Kontext der Erfindung lediglich carbocyclische aromatische Verbindungen verstanden, bei denen die Ringglieder nur aus C-Atomen bestehen. Dazu gehören unter anderem Benzol sowie Verbindungen, die mehrere kondensierte Benzolringe enthalten wie beispielsweise Naphthalin, Anthracen oder Phenanthren. Heterocyclen, bei denen nicht ausschließlich C-Atome im Ring beziehungsweise in Ringen angeordnet sind, gelten nicht als aromatisch in Sinne dieser Erfindung.

Die alicyclischen und aromatischen Verbindungen im Sinne dieser Erfindung können auch unter dem Oberbegriff „Carbocyclen" zusammengefasst werden, da die Ringglieder in beiden Fällen nur aus C-Atomen bestehen.

Unter der maximal möglichen Oxidationszahl des Elementes X wird im Kontext der Erfindung die Ladung des entsprechenden Elements verstanden, welches ein Atom des Elements X haben würde, wenn in seiner sauerstoffreichsten Verbindung alle Elektronen der von dem Atom X ausgehenden Bindungen dem elektronegativeren Sauerstoff zugeordnet werden. Eine Übersicht über die maximal mögliche Oxidationszahl der Elemente X zeigt auch Tabelle 1. Die tatsächlich vorliegende Oxidationszahl des Elementes X in der Verbindung der allgemeinen Formel (I) kann von dieser maximal möglichen Oxidationszahl abweichen.

Charakteristisch für die organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) ist, dass sie aus einem zentralen X-Atom bestehen, an das sowohl die Sauerstoffatome, als auch die Substituenten R3, (OR2) und R1 direkt gebunden sind. Dabei ist der beziehungsweise sind die Substituenten OR2 jeweils über eine X-O-Bindung an das zentrale X-Atom gebunden.

X steht vorzugsweise für Si (Silicium), P (Phosphor) oder S (Schwefel).

R2 oder R1 steht vorzugsweise für einen gesättigten linearen oder verzweigten aliphatischen Rest mit 1 bis 15 C-Atomen, bevorzugt mit 1 bis 8 C-Atomen.

R2 oder R1 steht vorzugsweise für einen aromatischen Rest mit 6 bis 14 C-Atomen, welcher sich von Benzol, Naphthalin oder Anthracen ableitet.

R3 steht vorzugsweise für Cl, NH2 oder OM, wobei M Wasserstoff eine Ammoniumverbindung oder ein Alkalimetall, insbesondere Natrium oder Kalium, ist.

Die organische Beschichtung besteht aus mindestens einer Verbindung der allgemeinen Formel (I), wobei der Index a der maximal möglichen Oxidationszahl des Elements X abzüglich 4 entspricht. Der Index a ist somit stets eine ganze Zahl. Tabelle 1 gibt eine Übersicht über den Zusammenhang zwischen dem Element X, dessen maximal möglicher Oxidationszahl und dem daraus resultierenden Index a.

Tabelle 1

Für den Fall b = 0 verfügen die Verbindungen der allgemeinen Formel (I) über keinen Substituenten R3. Für den Fall b ≥ 1 verfügen die Verbindungen der allgemeinen Formel (I) auf jeden Fall über mindestens einen Substituenten R3 am X-Atom. Dieser Substituent kann direkt als ionische Gruppe in Form von OM+ vorliegen oder auch als Br oder Cl. Diese Substituenten können mit Wasser oder Luftfeuchtigkeit hydrolysieren und zu einem Substituenten R3 = OH reagieren. So hydrolysieren beispielsweise für den Fall X = Si und R3 = Cl, die Si-Cl-Bindung(en) unter Einwirkung von Feuchtigkeit zu Si-OH. Durch die Bedingungen b < (8 abzüglich der maximal möglichen Oxidationszahl des Elements X) ist sichergestellt, dass mindestens immer noch ein Substituent (OR2) oder R1 an das X-Atom gebunden ist. Dadurch ist sichergestellt, dass die Beschichtung nicht mit anorganischen Verbindungen wie beispielsweise Si(OM)4, SO2(OM)2, PO(OM)3 und so weiter erfolgt, wobei M Wasserstoff, eine Ammoniumverbindung oder ein Alkalimetall, beispielsweise Natrium oder Kalium, ist.

Tabelle 2 gibt eine Übersicht über die Indices c und d, wie sie in Abhängigkeit von der maximal möglichen Oxidationszahl des Elements X und vom Index b gewählt werden können. Die genannten Beispiele sollen zur Erläuterung dienen. Aus systematischen Gründen und aus Gründen der Übersichtlichkeit sind bei den Beispielen in Tabelle 2 auch die Indices angegeben, die eins sind, auch wenn dies aus chemischer Sicht nicht erforderlich ist.

Die organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) enthalten vorzugsweise noch Wasser und werden in Form ihrer Hydrate eingesetzt.

Als organische Verbindungen werden vorzugsweise Benzolsulfonsäure und/oder p-Toluolsulfonsäure jeweils in Form der freien Säure, als Säureamid oder als Alkalimetallsalz eingesetzt.

Die organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) liegen vorzugsweise in einer Menge von 0.1 bis 10 Gew.-%, bevorzugt von 0.2 bis 3 Gew.-%, im beschichteten Pigment vor.

Bei den üblichen Eisenoxidschwarz-Pigmenten mit einem Eisen(II)-Gehalt zwischen 17 und 28 Gew.-%, gerechnet als FeO, und spezifischen Oberflächen von unter 23 m2/g, gemessen mit Hilfe der Stickstoff-Ein-Punkt-Adsorptionsmethode nach BET (DIN 66131/ISO 9277) liegen vorzugsweise die organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) in einer Menge von 0.1 bis 10 Gew.-%, bevorzugt von 0.2 bis 5 Gew.-%, besonders bevorzugt von 0.2 bis 3 Gew.-%, im beschichteten Pigment vor.

Die zur magnetischen Signalspeicherung verwendeten Pigmente sind feinteiliger als die Eisenoxidschwarz-Pigmente (BET-Oberflächen – bestimmt nach der Stickstoff-Ein-Punkt-Adsorptionsmethode – größer als 23 m2/g) und erfordern bei gleich hohen Eisen(II)-Gehalten entsprechend ihrer spezifischen Oberfläche, die ohne weiteres 40 m2/g überschreiten kann, größere Zusatzmengen der organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I).

Ist der Eisen(II)-Gehalt niedriger, wie es beispielsweise bei den oben beschriebenen, mit magnetischen Metalloxiden umhüllten Eisenoxid-Magnetpigmenten der Fall sein kann, so kann die Zusatzmenge entsprechend vermindert werden. Die im jeweiligen Einzelfall zur Erreichung der gewünschten Oxidationsstabilität notwendige Behandlungsmenge ist im übrigen für den Fachmann mit Hilfe einiger Testversuche gemäß dem offenbarten Oxidationsstabilitäts-Test ohne Schwierigkeiten feststellbar.

Die Eisenoxidpigmente weisen vorzugsweise einen Restfeuchtegehalt von < 5 Gew.-%, bevorzugt von < 3.5 Gew.-% auf. Dieser kann gegebenenfalls durch eine Nachtrocknung erreicht werden.

Die erfindungsgemäßen thermisch stabilen Eisenoxidpigmente liegen entweder als Pulver oder in Granulatform vor. Unter "Granulat" wird im Kontext der Erfindung jedes Material verstanden, dessen mittlere Korngröße im Vergleich mit den Ausgangsmaterialien durch einen Behandlungsschritt vergrößert worden ist. "Granulat" umfasst daher nicht nur Sprühgranulate und Kompaktierungsgranulate, sondern auch zum Beispiel Produkte einer Nass- oder Feuchtbehandlung mit anschließender Zerkleinerung und Produkte trockener oder im wesentlichen trockener Verarbeitungsschritte, zum Beispiel trocken hergestellte Granulate, Briketts und dergleichen. Bei einem Granulat weisen mindestens 85% Partikel eine Teilchengröße im Bereich von 60 &mgr;m bis 3000 &mgr;m, bevorzugt von 80 &mgr;m bis 1500 &mgr;m, auf.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung von Eisenoxidpigmenten, dadurch gekennzeichnet, dass Eisenoxidpigmente mit einem Fe(II)-Gehalt von mindestens 5 Gew.-%, gerechnet als FeO, mit mindestens einer Verbindung der allgemeinen Formel (I) gemischt und die Mischung gegebenenfalls getrocknet und/oder gemahlen wird, wobei die erhaltenen Eisenoxidpigmente eine Oxidationsstabilität gemäß dem Oxidationsstabilitäts-Test von ≥ 10°C gegenüber dem nicht beschichteten Eisenoxidpigment aufweisen. Die Herstellung der erfindungsgemäßen Eisenoxidpigmente kann entweder ausgehend vom trockenen Pigment oder auch in der Nassphase (Suspension oder Paste) erfolgen. Eisenoxidpigmente mit einem Fe(II)-Gehalt von mindestens 5 Gew.-%, gerechnet als FeO, werden vorzugsweise in einer Suspension oder Paste mit mindestens einer Verbindung der allgemeinen Formel (I) gemischt und die Mischung getrocknet und gegebenenfalls gemahlen, wobei die erhaltenen Eisenoxidpigmente eine Oxidationsstabilität gemäß dem Oxidationsstabilitäts-Test von ≥ 10°C gegenüber dem nicht beschichteten Eisenoxidpigment aufweisen.

Die Pigmentsuspension ist vorzugsweise eine Suspension oder Paste aus dem Pigmentherstellungsprozess.

Die Pigmentsuspension ist vorzugsweise eine erneute Dispersion von agglomerierten Partikeln.

Die Eisenoxidpigmente werden vorzugsweise abschließend einer Temperaturbehandlung bei 200°C bis 800°C in einer nicht- oder schwach oxidierenden Atmosphäre ausgesetzt.

Bei den zu stabilisierenden Eisenoxidpigmenten mit einem Eisen(II)-Gehalt von mindestens 5 Gew.-%, gerechnet als FeO, kann es sich um Farbpigmente wie Eisenoxidschwarz und/oder Eisenoxidbraun handeln, es können aber auch magnetische Pigmente wie Magnetit oder Mischphasen von Magnetit mit Maghämit und/oder Ferriten oder mit magnetischen Metalloxiden umhüllte Magnetite beziehungsweise Eisenoxide mit einem Oxidationszustand zwischen Magnetit und Maghämit sein.

Die Herstellung Eisen(II)-haltiger Eisenoxidpigmente ist in der Literatur beschrieben. Sie sind durch viele Verfahren zugänglich. Eisenoxidschwarz-Pigmente werden im technischen Maßstab hauptsächlich nach zwei Verfahren hergestellt (Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5. Auflage, Band A20, Seite 297, VCH Verlagsgesellschaft mbH, Weinheim 1992): dem Fällverfahren, bei dem Eisen(II)-salzlösungen unter Einleiten von Luft bei circa 90°C in der Nähe des Neutralpunktes mit Alkalien ausgefällt werden, bis das gewünschte Fe(III)/Fe(II)-Verhältnis erreicht ist, und dem Laux-Verfahren, bei dem Nitrobenzol mit metallischem Eisen zu Anilin reduziert wird und welches so gesteuert werden kann, dass farbstarke Eisenoxidschwarz-Pigmente entstehen.

Je nach Herstellungsverfahren und Reinheit der verwendeten Rohstoffe können Eisenoxidschwarz-Pigmente in wechselnden Mengen, gewöhnlich bis zu 5 Gew.-%, Nebenbestandteile wie zum Beispiel SiO2 oder Al2O3 enthalten. Normalerweise liegt auch das Fe(III)/Fe(II)-Verhältnis über dem theoretischen Zahlenwert von 2.

Eisen(II)-haltige Eisenoxidbraun-Pigmente werden zum weitaus größten Teil durch Mischen von Eisenoxidgelb und/oder Eisenoxidrot mit Eisenoxidschwarz hergestellt (Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, siehe oben).

Zur Herstellung Eisen(II)-haltiger Eisenoxid-Magnetpigmente (Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, 5. Auflage, Band A20, Seite 330, VCH Verlagsgesellschaft mbH, Weinheim 1992) geht man meist von &agr;-FeOOH oder &ggr;-FeOOH aus, trocknet, entwässert und reduziert bei 350°C bis 600°C mit Wasserstoff zum Fe3O4, Mischphasen aus Magnetit und Maghämit können durch partielle Oxidation der Magnetpigmente unter schonenden Bedingungen erhalten werden. Mischphasenpigmente („Berthollide") von Magnetit mit Maghämit und/oder Ferriten werden üblicherweise hergestellt, indem man Ferrite bildende Metalle, wie zum Beispiel Zn, Mn, Co, Ni, Ca, Mg, Ba, Cu oder Cd als Oxide beziehungsweise Hydroxide bei der Herstellung der FeOOH-Vorprodukte mitfällt beziehungsweise auf fertige FeOOH-Pigmente aufbringt und diese konvertiert. Auch diejenigen speziellen Magnetpigmente, die durch Aufbringen einer Beschichtung aus magnetischen Metalloxiden, insbesondere des Eisens und des Cobalts, auf einen Kern aus Fe3O4 oder einem Eisenoxid mit einem Oxidationszustand zwischen Fe3O4 und &ggr;-Fe2O3 hergestellt werden, können geschützt werden.

Nach dem ersten erfindungsgemäßen Verfahren werden die in an sich bekannter Weise hergestellten Eisen(II)-haltigen Eisenoxidpigmente mit mindestens einer organischen Verbindung der allgemeinen Formel (I) gemischt. Die organischen Verbindungen werden zweckmäßigerweise zuvor in einen feinteiligen Zustand gebracht. Sie können aber auch in Form einer Lösung oder Suspension in wässrigem und/oder organischem Medium zugemischt werden. Zum Mischen können gängige technische Apparate verwendet werden, wie zum Beispiel pneumatisch arbeitende Mischer, Schaufelmischer, Schneckenmischer, Trommelmischer oder Konusmischer. Das Mischen kann bei Raumtemperatur oder aber auch bei höheren Temperaturen als Raumtemperatur erfolgen. Man wird im allgemeinen in Gegenwart von Luft arbeiten, jedoch kann bei Anwendung höherer Temperaturen die Verwendung von Inertgasen, wie zum Beispiel Stickstoff, von Vorteil sein. Werden nur kleine Mengen einer oder mehrerer organischer Verbindungen der allgemeinen Formel (I) mit großen Mengen Pigment vermischt, so kann die Herstellung einer Vormischung vorteilhaft sein. Die erhaltene Mischung wird dann gegebenenfalls gemahlen. Hierzu sind Mahlaggregate unterschiedlicher Bauart geeignet, wie zum Beispiel Walzenmühlen, Kollergänge, Pendelmühlen, Hammermühlen, Stiftmühlen, Turbomühlen, Kugelmühlen oder Strahlmühlen. Die Mahlung kann bei Raumtemperatur oder höheren Temperaturen als Raumtemperatur, gegebenenfalls unter Inertgasen, wie zum Beispiel Stickstoff durchgeführt werden. Gegebenenfalls wird anschließend bei Temperaturen bis zu 800°C in inerter oder nur geringe Mengen Sauerstoff enthaltender Atmosphäre getempert.

Nach dem zweiten erfindungsgemäßen Verfahren werden die in an sich bekannter Weise hergestellten Eisen(II)-haltigen Eisenoxidpigmente zunächst in Suspension oder Paste mit mindestens einer organischen Verbindung der allgemeinen Formel (I) gemischt. Der Zusatz der organischen Verbindungen in der Nassphase ist vorteilhaft, da in der Suspension die Zugabe und das Untermischen der organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) problemlos möglich ist. Als Suspensionsmedium wird man im allgemeinen Wasser verwenden, jedoch ist prinzipiell auch der Einsatz von wässrig/organischen oder rein organischen Medien möglich. Die Pigmentsuspension oder Paste ist vorzugsweise eine Suspension aus dem Pigmentherstellungsprozess. Die organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) können zu einem beliebigen Zeitpunkt vor, während oder nach der Pigmentherstellung der Suspension zugesetzt werden. Die Pigmentsuspension kann aber auch eine erneute Dispersion von bereits agglomerierten Partikeln sein, um ausgehend von Pigmentpulver, gezielt eine Pigmentsuspension für die Behandlung mit mindestens einer organischen Verbindung der allgemeinen Formel (I) herzustellen. Die Behandlung kann in allen Fällen bei Raumtemperatur oder höherer Temperatur, gegebenenfalls unter Inertgasatmosphäre, vorgenommen werden. Die Behandlungsdauer beträgt vorzugsweise eine Minute bis einige Stunden. Das behandelte Pigment wird in einem weiteren Verfahrensschritt getrocknet. Für den Trocknungsschritt steht dem Fachmann eine Reihe von Aggregaten zur Verfügung. Es seien an dieser Stelle nur Kanal-, Band-, Etagen-, Walzen-, Trommel-, Röhren-, Schaufeltrockner, oder auch diskontinuierlich arbeitende Kammer-Horden-Trockner erwähnt. Die Trocknung erfolgt vorzugsweise durch Sprühtrocknung oder Wirbelschichttrocknung. Vorzugsweise werden Sprühtrockner (Zerstäubungstrockner) eingesetzt, die mit Sprühscheiben oder -düsen im Gleich- oder Gegenstromverfahren arbeiten. Je nach gewähltem Trocknungsaggregat kann es erforderlich sein, dass sich noch ein Mahlschritt anschließt. Das beschichtete, getrocknete Pigment wird dann wie beim ersten Verfahren gegebenenfalls gemahlen und gegebenenfalls anschließend bei Temperaturen bis zu 800°C in inerter oder nur geringe Mengen Sauerstoff enthaltender Atmosphäre getempert.

Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren ist, dass das Auffällen einer Nachbehandlungssubstanz oder gar ein mehrstufiges Syntheseverfahren für die Nachbehandlung bei der Herstellung der erfindungsgemäßen oxidationsstabilen Eisenoxidpigmente nicht erforderlich ist.

Oxidationsstabile Eisen(II)-haltige Eisenoxidpigmente, welche Mischungen verschiedener Eisenoxid-Farbpigmente sind, werden aus Kostengründen zweckmäßigerweise so hergestellt, dass lediglich diejenigen Mischungspartner, welche zweiwertiges Eisen enthalten, nach einem der beiden erfindungsgemäßen Verfahren vor Oxidation geschützt werden, und erst dann die Mischung mit den anderen Eisenoxidpigmenten durchgeführt wird. Es ist aber selbstverständlich auch möglich, die Mischung aus Eisen(II)-haltigen Eisenoxid-Farbpigmenten und Eisen(II)-freien Eisenoxid-Farbpigmenten als Ganzes einem der beiden erfindungsgemäßen Verfahren zu unterziehen.

Es ist nicht erfindungswesentlich, ob die erfindungsgemäßen oxidationsstabilen Eisenoxidpigmente in Pulverform oder in granulierter Form vorliegen. Wenn die oxidationsstabilen Eisenoxidpigmente in granulierter Form hergestellt werden sollen, so eignen sich dafür die gängigen Verfahren. Nach dem Stand der Technik kommen als Herstellungsverfahren für Pigmentgranulate Sprühgranulation (Sprühtrocknung über Scheibe oder Düse) im Gleich- oder Gegenstromverfahren, Aufbaugranulation (Mischer, Wirbelschichtgranulator, Teller beziehungsweise Trommel), Kompaktier- oder Extrusionsverfahren in Frage. Natürlich sind auch Kombinationen aus diesen Granulationsverfahren denkbar. Die Wahl des geeigneten Granulationsverfahrens hängt unter anderem davon ab, ob die organische Verbindung der allgemeinen Formel (I) bereits in der Nassphase (Suspension oder Paste) zugesetzt wird oder zum bereits getrockneten Pigment. Im ersten Fall bieten sich die Sprühtrocknungs- oder Extrusionsverfahren an, im zweiten Fall das Kompaktierverfahren. Oxidationsstabile Eisenoxidpigmente werden vorzugsweise in trockenem und gegebenenfalls gemahlenem Zustand anschließend noch einem Granulationsprozess unterworfen.

Die Erfindung betrifft auch die Verwendung der Eisenoxidpigmente zur Einfärbung von kalk- und/oder zementgebundenen Baustoffen, zur Einfärbung von Kunststoffen, Lacken, Dispersionsfarben und zur Herstellung von magnetischen Aufzeichnungsträgern und Tonern.

Die kalk- und/oder zementgebundenen Baustoffe sind vorzugsweise Beton, Zementmörtel, Putz und/oder Kalksandstein. Die Eisenoxidpigmente werden mit den Baustoffen in einer Menge von 0,1 bis 10 Gew.-% bezogen auf Zement vermischt. Sie können aber auch zuerst in Wasser suspendiert und anschließend mit den Baustoffen vermischt werden.

Die Eisenoxidpigmente können vorteilhaft zur Fertigung magnetischer Aufzeichnungsmaterialien jeglicher Art verwendet werden, wie zum Beispiel Audio- und Videobänder, Instrumentationsbänder, Computerbänder, Magnetkarten, flexible Magnetscheiben, starre Magnetplatten oder Trommelspeicher.

Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander. Gleiches gilt für alle in der Beschreibung offenbarten Parameter und deren beliebige Kombinationen.

Anhand der nachfolgenden Beispiele wird die Erfindung näher erläutet, ohne dass dadurch eine Einschränkung der Erfindung bewirkt werden soll. Die gemachten Mengenangaben der jeweiligen Zusätze in Gew.-% beziehen sich jeweils auf das eingesetzte Pigment.

I. Beschreibung der verwendeten Messmethoden I.1 Oxidationsstabilitäts-Test

Die Prüfung der Oxidationsstabilität erfolgte in Anlehnung an ein Testverfahren für Stoffe die einer oxidativen Selbsterhitzung unterliegen, das in den „Empfehlungen für die Beförderung gefährlicher Güter – Handbuch über Prüfungen und Kriterien" der Vereinten Nationen in der dritten überarbeiteten Ausgabe der deutschen Übersetzung von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Teil III, Kapital 33.3.1.6.1 bis 33.3.1.6.3, Seite 338 beschrieben ist.

Ofen: Ein Ofen mit Warmluftzirkulation und einem Innenvolumen von mehr als 91, der so eingerichtet ist, dass er die eingestellte Solltemperatur im Innern auf ±2°C genau zu halten vermag.

Probenbehälter: Kubischer Probenbehälter von 10 cm Kantenlänge aus rostfreiem Stahldrahtnetz von 350 mesh Maschenweite mit offener Oberseite. Dieser Probenbehälter muss in einen kubischen Schutzbehälter von 10.8 cm Kantenlänge aus rostfreiem Stahldraht von 8 mesh Maschenweite eingesetzt werden. Der Probenbehälter besitzt an den oberen Ecken kleine Haltestangen, damit er frei und mittig im Schutzbehälter aufgehängt werden kann. Der Schutzbehälter steht auf Stelzen, damit er in der Mitte des Trockenschrankes aufgestellt werden kann.

Temperaturmessung: Die Temperaturerfassung in der Probe erfolgt mittels NiCrNi-Mantelthermoelement mit 1.5 mm Durchmesser. Dieses Thermoelement ist in der Mitte der Probe anzuordnen. Die Temperaturerfassung und Regelung des Ofens erfolgt über ein Platin-Widerstandthermometer PT 100, das bis in die Ofenkammer hinein ragt und zwischen Probenbehälter und Ofenwand angeordnet ist. Die beiden Temperaturen sind kontinuierlich zu messen.

Probenvorbereitung: Die pulverförmige oder granulierte Probe ist zunächst bis zur Hälfte in den Probenbehälter einzufüllen und der Behälter ist dreimal aus circa 3 cm Höhe leicht aufzustauchen. Dann wird der Probenbehälter bis zum Rand mit der pulverförmigen oder granulierten Probe gefüllt und der Behälter ist abermals dreimal aus circa 3 cm Höhe leicht aufzustauchen. Wenn sich die Probe absetzt, ist bis zum Rand nachzufüllen. Der Probenbehälter ist mittig in den Schutzbehälter einzusetzen und der Schutzbehälter in die Mitte des Ofens zu stellen.

Prüfbedingungen: Die Ofentemperatur wird zunächst auf eine Solltemperatur von 120°C eingestellt und mindestens 20 Stunden gehalten. Die Temperatur im Inneren der Probe ist zu registrieren. Wenn die Temperatur in der Probe während der Versuchsdauer die Ofentemperatur um 60°C übersteigt, so ist das Ergebnis des Oxidationsstabilitäts-Tests positiv, da in der Probe eine Selbsterhitzung als Folge einer Oxidation eingetreten ist. In einem solchen Fall wird der Oxidationsstabilitäts-Tests mit einer neu präparierten Probe bei einer um 10°C erniedrigten Solltemperatur des Ofens erneut durchgeführt. Dies ist so lange zu wiederholen, bis der Test ein negatives Ergebnis liefert, d. h. die Temperatur im Innern der Probe während der Versuchsdauer die Ofentemperatur um 60°C nicht übersteigt, so dass keine Selbsterhitzung der Probe als Folge einer Oxidation – verbunden mit einem Temperaturanstieg von über 60°C – eintritt. Liefert der Versuch bei einer Solltemperatur des Ofens von 120°C bereits ein negatives Ergebnis, so wird der Oxidationsstabilitäts-Test mit einer neu präparierten Probe bei einer um 10°C erhöhten Solltemperatur des Ofens erneut durchgeführt. Dies ist so lange zu wiederholen, bis der Oxidationsstabilitäts-Test ein positives Ergebnis erbringt. Die maximal erreichte Solltemperatur des Ofens, bei denen der Oxidationsstabilitäts-Test gerade noch ein negatives Ergebnis erbringt, also bei der die Probe stabil gegenüber einer Oxidation ist, gilt als Oxidationsstabilität/Thermostabiliät für das untersuchte Pigment. Diese Temperatur ist bei den jeweiligen Beispielen beziehungsweise in den Tabellen 3 und 4 angegeben.

I.2 Baustoff-Farbtest

Die Prüfung der Farbwerte in Baustoffen erfolgte in Zementmörtel über die farbmetrische Messung von mit Weißzement hergestellten Prismen bei folgenden Daten:

Zement-Quarzsand-Verhältnis 1:4, Wasser-Zement-Wert 0.35, Pigmentierungshöhe 1.2%, bezogen auf Zement, verwendeter Mischer von RK Toni Technik, Berlin, mit 5 l-Mischschüssel, Bauform 1551, Drehzahl 140 U/min, Ansatz: 1200 g Quarzsand 0,1 bis 1 mm, 600 g Quarzsand 1 bis 2 mm, 200 g Kalksteinmehl (< 5% Siebrückstand auf 90 &mgr;m-Sieb), 500 g Weißzement. Die Quarzsandfraktionen und das Kalksteinmehl werden zusammen im Mischbehälter vorgelegt. Anschließend wird das Pigment zugegeben und 10 s vorgemischt (Mischer Stufe 1: langsam). Zu dieser Mischung wird nun das Wasser gegeben, wobei darauf zu achten ist, dass es in die Mitte der Mischung eingebracht wird. Nach dem Versickern wird der Zement zugesetzt und gemischt (Mischer Stufe 1: langsam). Nach 100 s Mischzeit wird eine Probe (600 g) entnommen und daraus ein Probekörper (10 × 10 × 2.5 cm) unter Druck hergestellt (Presskraft 114 kN für 2 Sekunden). Farbdatenmessung über Minolta Chromameter 310 mit 4 Messpunkten je Stein (Messgeometrie d/8°, Lichtart C/2° mit Glanzeinschluss). Die erhaltenen Mittelwerte werden verglichen mit den Werten einer Referenz- beziehungsweise Bezugsprobe (nicht beschichtetes Pigment aus Beispiel 1 für die Proben in Tabelle 3 beziehungsweise nicht beschichtetes Pigment aus Beispiel 4 für die Proben in Tabelle 4). Beurteilt werden der Gesamtfarbabstand &Dgr;Eab* und die relative Farbstärke (Referenzprobe = 100%) (DIN 5033, DIN 6174). Dabei berechnet sich der Gesamtfarbabstand &Dgr;Eab* gemäß

  • &Dgr;Eab* = [(&Dgr;L*)2 + (&Dgr;a*)2 + (&Dgr;b*)2]1/2, wobei die folgenden – aus dem CIELAB-System bekannt – Abkürzungen gelten
  • • a* entspricht der Rot-Grün-Achse mit &Dgr;a* = a*(Probe) – a*(Bezug)
  • • b* entspricht der Gelb-Blau-Achse mit &Dgr;b* = b*(Probe) – b*(Bezug)
  • • L* entspricht der Helligkeit mit &Dgr;L* = L*(Probe) – L*(Bezug)

I.3 Relative Farbstärke

Für die relative Farbstärke in % gelten folgende Gleichungen:

wobei r0 = 0,04 und r2 = 0,6 und Y der Normfarbwert (Helligkeit) ist.

Die Berechnung erfolgt in Anlehnung an DIN 53 234.

I.4 Restfeuchte

Die Restfeuchte wurde durch schonende Trocknung des (beschichteten) Pigments bis zur Gewichtskonstanz bestimmt.

I.5 Erstarrungsverhalten

Das Erstarrungsverhaltens wurde in Anlehnung an DIN EN 196-3 bestimmt. Dabei wird der Erstarrungsbeginn und das Erstarrungsende eines Zementleims mit und ohne Pigmentierung mit einander verglichen, wobei die Abweichungen nicht größer sein dürfen als in der EN 12878 vorgegeben.

II. Beispiel 1 (Vergleichsbeispiel ohne Beschichtungssubstanz)

Ein Eisenoxidschwarz-Pigment, hergestellt nach dem Laux-Verfahren, mit einer BET von 14.8 m2/g und einem FeO-Gehalt von 23.7% wurde nach Abtrennung des Anilins filtriert, salzfrei gewaschen, getrocknet und über eine Bauermeistermühle mit 1 mm Siebeinsatz gemahlen. Das erhaltene Pigment wurde dem Oxidationsstabilitäts-Test und weiteren Abtestungen unterzogen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengefasst.

III. Beispiel 2 (Vergleichsbeispiele, hergestellt nach dem Stand der Technik)

Das getrocknete Eisenoxidschwarz-Pigment aus Beispiel 1 wurde in einem Mischer mit 1.5 Gew.-% pulverisierter ortho-Borsäure versetzt, 15 Minuten gemischt und anschließend über eine Bauermeistermühle mit 1 mm Siebeinsatz gemahlen. Das erhaltene beschichtete Pigment wurde dem Oxidationsstabilitäts-Test und weiteren Abtestungen unterzogen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengefasst.

IV. Beispiel 3

Das getrocknete Eisenoxidschwarz-Pigment aus Beispiel 1 wurde in einem Mischer jeweils mit 1.5 Gew.-% von verschiedenen pulverisierten organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) versetzt, 15 Minuten gemischt und anschließend über eine Bauermeistermühle mit 1 mm Siebeinsatz gemahlen. Die jeweils erhaltenen beschichteten Pigmente wurden dem Oxidationsstabilitäts-Test und weiteren Abtestungen unterzogen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengefasst.

V. Beispiel 4 (Vergleichsbeispiel ohne Beschichtungssubstanz)

Ein Eisenoxidschwarz-Pigment, hergestellt nach dem Laux-Verfahren wurde nach der Synthese und nach Abtrennung des Anilins filtriert und salzfrei gewaschen. Der Filterkuchen besaß einen Feststoffgehalt von 64.0 Gew.-% und wurde ohne irgendwelche Zusätze getrocknet. Der erhaltene Feststoff wurde über einen Schroter mit 3 mm-Maschenweite vorzerkleinert und anschließend über eine Bauermeistermühle mit 1 mm Siebeinsatz gemahlen. Das erhaltene Pigment wies eine BET von 22.2 m2/g und einen FeO-Gehalt von 18.8% auf. Es wurde dem Oxidationsstabilitäts-Test und weiteren Abtestungen unterzogen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

VI. Beispiel 5 (Vergleichsbeispiele, hergestellt nach dem Stand der Technik)

Jeweils 7.8 kg des gewaschenen Eisenoxidschwarz-Filterkuchens mit 64.0 Gew.-% Feststoffgehalt aus Beispiel 9 wurden mit 3.5 kg Wasser zu einer Paste mit 44.2 Gew.-% Feststoffgehalt angemaischt. Die Paste wurde mit 0.75 Gew.-% pulverisierter ortho-Borsäure (Beispiel 5a) beziehungsweise 0.75 Gew.-% einer 1:1-Pulvermischung aus Benzoesäure und ortho-Borsäure (Beispiel 5b) versetzt, 15 Minuten gerührt, getrocknet, über einen Schroter mit 3 mm-Maschenweite vorzerkleinert und anschließend über eine Bauermeistermühle mit 1 mm-Siebeinsatz gemahlen. Die jeweils erhaltenen Pigmente wurden dem Oxidationsstabilitäts-Test und weiteren Abtestungen unterzogen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

VII. Beispiel 6

Jeweils 7.8 kg des gewaschenen Eisenoxidschwarz-Filterkuchens mit 64.0 Gew.-% Feststoffgehalt aus Beispiel 9 wurden mit 3.5 kg Wasser zu einer Paste mit 44.2 Gew.-% Feststoffgehalt angemaischt. Die Paste wurde mit 0.75 Gew.-% n-Butyldimethylchlorsilan (Beispiel 6a) beziehungsweise 0.75 Gew.-% Phenyltrichlorsilan (Beispiel 6b) beziehungsweise 0.75 Gew.-% Diphenylsilandiol (Beispiel 6c) versetzt, 15 Minuten gerührt, getrocknet, über einen Schroter mit 3 mm-Maschenweite vorzerkleinert und anschließend über eine Bauermeistermühle mit 1 mm-Siebeinsatz gemahlen. Die jeweils erhaltenen Pigmente wurden dem Oxidationsstabilitäts-Test und weiteren Abtestungen unterzogen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

VIII. Beispiel 7 (Vergleichsbeispiel ohne Beschichtungssubstanz)

Ein pulverförmiges Eisenoxidschwarz-Pigment mit einer BET von 7.5 m2/g und einen FeO-Gehalt von 24.3%, welches nach dem Fällungsverfahren aus Eisen(II)-sulfat hergestellt worden war, besaß eine Restfeuchte von 0.3% und ergab im Oxidationsstabilitäts-Test eine Oxidationsstabilität von 110°C.

IX. Beispiel 8

Das pulverförmige Eisenoxidschwarz-Pigment aus Beispiel 7 wurde in Wasser zu einer Paste mit 62.5 Gew.-% Feststoffgehalt angemaischt. Die Paste wurde mit 1.5 Gew.-% Triethoxy(2,4,4-trimethylpentyl)silan versetzt, 15 Minuten gerührt und anschließend getrocknet. Der erhaltene Feststoff wurde über einen Schroter mit 3 mm-Maschenweite vorzerkleinert und über eine Bauermeistermühle mit 1 mm Siebeinsatz gemahlen. Das erhaltene Pigment besaß eine Restfeuchte von 0.3% und ergab im Oxidationsstabilitäts-Test eine Oxidationsstabilität von 130°C.


Anspruch[de]
Oxidationsstabile Eisenoxidpigmente mit einem Eisen(II)-Gehalt von mindestens 5 Gew.-%, gerechnet als FeO, die eine organische Beschichtung aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung aus einer oder mehreren organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) XOaR3 b(OR2)cR1 d besteht, wobei

X für Si, Sn, Ti, Zr, P oder S steht und

R3 für Cl, Br, NH2, oder OM steht,

wobei M Wasserstoff, eine Ammoniumverbindung, ein Alkalimetall oder S Erdalkalimetall oder 1/3 Al oder 1/3 Fe ist, und

R2 und R1 jeweils für einen gesättigten oder ungesättigten linearen oder verzweigten aliphatischen Rest mit 1 bis 15 C-Atomen, der gegebenenfalls ein- oder mehrfach mit Halogen und/oder NH2 und/oder OH und/oder NHR und/oder NR2 und/oder OR substituiert ist oder für einen alicyclischen Rest mit 4 bis 26 C-Atomen oder für einen aromatischen Rest mit 6 bis 26 C-Atomen, welcher gegebenenfalls ein- oder mehrfach mit Halogen und/oder NH2 und/oder OH und/oder NHR und/oder NR2 und/oder OR und/oder R substituiert ist steht,

wobei R ein gesättigter oder ungesättigter linearer oder verzweigter aliphatischer Rest mit jeweils 1 bis 10 C-Atomen oder ein gegebenenfalls substituierter alicyclischer oder aromatischer Rest mit jeweils 6 bis 10 C-Atomen ist und

a der maximal möglichen Oxidationszahl des Elements X abzüglich 4 entspricht und

b einer ganzen Zahl entspricht, für die die Bedingung 0 ≤ b < (8 abzüglich der maximal möglichen Oxidationszahl des Elements X) gilt, und

c und d ganze Zahlen sind, so dass a + b + c + d = 4 ist

und die Eisenoxidpigmente eine Oxidationsstabilität gemäß dem Oxidationsstabilitäts-Test von ≥ 10°C gegenüber dem nicht beschichteten Eisenoxidpigment aufweisen.
Eisenoxidpigmente gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Eisenoxidpigmente eine Oxidationsstabilität von ≥ 20°C gegenüber dem nicht beschichteten Eisenoxidpigment aufweisen. Eisenoxidpigmente gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass X für Si (Silicium), P (Phosphor) oder S (Schwefel) steht. Eisenoxidpigmente gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass R2 oder R1 für einen gesättigten linearen oder verzweigten aliphatischen Rest mit 1 bis 15 C-Atomen, insbesondere mit 1 bis 8 C-Atomen, steht. Eisenoxidpigmente gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass R2 oder R1 für einen aromatischen Rest mit 6 bis 14 C-Atomen, welcher sich von Benzol, Naphthalin oder Anthracen ableitet, steht. Eisenoxidpigmente gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass R3 für Cl, NH2 oder OM steht, wobei M Wasserstoff eine Ammoniumverbindung oder ein Alkalimetall, bevorzugt Natrium oder Kalium, ist. Eisenoxidpigmente gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) zusätzlich noch Wasser enthalten und in Form ihrer Hydrate eingesetzt werden. Eisenoxidpigmente gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als organische Verbindungen Benzolsulfonsäure und/oder p-Toluolsulfonsäure jeweils in Form der freien Säure, als Säureamid oder als Alkalimetallsalz eingesetzt werden. Eisenoxidpigmente gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die organischen Verbindungen der allgemeinen Formel (I) in einer Menge von 0.1 bis 10 Gew.-%, insbesondere von 0.2 bis 3 Gew.-%, im beschichteten Pigment vorliegen. Eisenoxidpigmente gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Eisenoxidpigmente einen Restfeuchtegehalt von < 5 Gew.-%, insbesondere von < 3.5 Gew.-% aufweisen. Verfahren zur Herstellung von Eisenoxidpigmenten gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass Eisenoxidpigmente mit einem Fe(II)-Gehalt von mindestens 5 Gew.-%, gerechnet als FeO, mit mindestens einer Verbindung der allgemeinen Formel (I) gemischt und die Mischung gegebenenfalls getrocknet und/oder gemahlen wird, wobei die erhaltenen Eisenoxidpigmente eine Oxidationsstabilität gemäß dem Oxidationsstabilitäts-Test von ≥ 10°C gegenüber dem nicht beschichteten Eisenoxidpigment aufweisen. Verfahren zur Herstellung von Eisenoxidpigmenten gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass Eisenoxidpigmente mit einem Fe(II)-Gehalt von mindestens 5 Gew.-%, gerechnet als FeO, in einer Suspension oder Paste mit mindestens einer Verbindung der allgemeinen Formel (I) gemischt und die Mischung getrocknet und gegebenenfalls gemahlen wird, wobei die erhaltenen Eisenoxidpigmente eine Oxidationsstabilität gemäß dem Oxidationsstabilitäts-Test von ≥ 10°C gegenüber dem nicht beschichteten Eisenoxidpigment aufweisen. Verfahren zur Herstellung von Eisenoxidpigmenten gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Pigmentsuspension eine Suspension oder Paste aus dem Pigmentherstellungsprozess ist. Verfahren zur Herstellung von Eisenoxidpigmenten gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Pigmentsuspension eine erneute Dispersion von agglomerierten Partikeln ist. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Eisenoxidpigmente abschließend einer Temperaturbehandlung bei 200°C bis 800°C in einer nicht- oder schwach oxidierenden Atmosphäre ausgesetzt werden. Verwendung der Eisenoxidpigmente gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 und der nach dem Verfahren gemäß der Ansprüche 11 bis 15 hergestellten Eisenoxidpigmente zur Einfärbung von kalk- und/oder zementgebundenen Baustoffen, zur Einfärbung von Kunststoffen, Lacken, Dispersionsfarben und zur Herstellung von magnetischen Aufzeichnungsträgern und Tonern. Verwendung gemäß Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die kalk- und/oder zementgebundenen Baustoffe Beton, Zementmörtel, Putz und/oder Kalksandstein sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com