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Dokumentenidentifikation DE102006023357A1 22.11.2007
Titel Abstandsgewirke mit umwickelten oder ummaschten Abstandsfäden
Anmelder Müller Textil GmbH, 51674 Wiehl, DE
Erfinder Müller, Frank, 51674 Wiehl, DE;
Müller, Stefan, 51674 Wiehl, DE
Vertreter Neumann Müller Oberwalleney & Partner Patentanwälte, 53721 Siegburg
DE-Anmeldedatum 17.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006023357
Offenlegungstag 22.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse D04B 21/14(2006.01)A, F, I, 20060517, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D04B 21/20(2006.01)A, L, I, 20060517, B, H, DE   D04B 21/02(2006.01)A, L, I, 20060517, B, H, DE   
Zusammenfassung Abstandsgewirke 11, bestehend aus zwei parallel zueinanderliegenden Gewirkelagen 12, 13, die durch zwischen den beiden Gewirkelagen 12, 13 hin- und herverlaufende Abstandsfäden 14 miteinander verbunden sind, wobei die Gewirkelagen 12, 13 allgemein in Produktionsrichtung verlaufende miteinander verwirkte Maschen aufweisen und die Abstandsfäden 14 allgemein in Produktionsrichtung verlaufen und mit den Gewirkelagen 12, 13 verbunden sind, wobei die Abstandsfäden 14 aus monofilen Kernfäden 15 bestehen, die mit multifilamenten Garnen oder Zwirnen 16 umwickelt oder ummascht sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Abstandsgewirke bestehend aus zwei parallel zueinanderliegengen Gewirkelagen, die durch zwischen den beiden Gewirkelagen hin und her verlaufende Abstandsfäden miteinander verbunden sind, wobei die Gewirkelagen allgemein in Produktionsrichtung verlaufende miteinander verwirkte Maschen aufweisen und die Abstandsfäden allgemein in Produktionsrichtung verlaufen und mit den Gewirkelagen verbunden sind. Derartige Abstandsgewirke sind seit langem bekannt und werden in vielen Anwendungszwecken so eingesetzt, daß ihre elastische Polstereigenschaft bei einer Druckbelastung auf die Oberfläche des Gewirkes zum Tragen kommt. Solche Anwendungsfälle sind der Einsatz in mehrschichtig aufgebauten Matratzen und die Verwendung als Liegematten oder Polsterbezüge. Hierbei werden für die Abstandsfäden der Abstandsgewirke Monofile verwendet, die insbesondere aus Thermoplasten bestehen und gute elastische Rückstelleigenschaften nach einer zeitweiligen Belastung haben. Die Abstandsfäden werden hierbei vorzugsweise in derart fester Ausführung und in derart großer Anzahl verwendet, daß bei einer bestimmungsgemäßen Belastung des Abstandsgewirkes die Gewirkelagen sich nur teilweise aneinander annähern, ohne daß es zu einem Kontakt zwischen ihnen und/oder zu einem Knicken der Abstandsfäden kommt. In Produktionsrichtung betrachtet liegen die Abstandsfäden im wesentlichen parallel zueinander, oder ganz oder zu einem Teil in X-förmiger Formation zwischen den beiden Gewirkelagen.

Im Gebrauch hat sich herausgestellt, daß die Abstandsfäden bei einer bestimmungsgemäßen Belastung des Abstandsgewirkes miteinander in gleitenden Oberflächenkontakt geraten, der zur Geräuschbildung führen kann. Dies kann insbesondere bei niedrigen Temperaturen zu einer Geräuschentwicklung führen, d. h. zu Knirsch- oder Knarzgeräuschen, die vom Benutzer als störend empfunden werden können, insbesondere bei einer Verwendung des Abstandsgewirkes als Schicht einer Matratze. Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, Abstandsgewirke der genannten Art dahingehend zu verbessern, daß sie bei einer Verformung durch Auflasten weitgehend geräuschfrei bleiben.

Die Lösung besteht darin, daß die Abstandsfäden aus monofilen Kernfäden bestehen, die mit multifilamenten Garnen oder Zwirnen umwickelt oder ummascht sind. Hierbei ist insbesondere vorgesehen, daß die multifilamenten Garne oder Zwirne feuchtigkeitsspeichernd sind. Im Hinblick auf die Verwendung als Matratzen oder Polstermaterial wird weiterhin vorgeschlagen, daß die Maschen der Gewirkelagen ebenfalls aus multifilamenten Garnen oder Zwirnen bestehen. Mit den hiermit vorgeschlagenen Mitteln – einzeln oder in Kombination – wird ein Abstandsgewirke bereitgestellt, das auch bei Verwendung von sehr steifen Monofilen als Kerne der Abstandsfäden oder von Monofilen mit ungünstigen Gleiteigenschaften ihrer Oberfläche im Einsatz geräuschfrei verformt werden kann. Dies ermöglicht in besonders vorteilhafter Weise insbesondere den Einsatz von noch dickeren Monofilen als bisher zur Darstellung der Kerne der Abstandsfäden mit vergrößerter Dicke bzw. den Einsatz von neuartigen, bisher nicht erprobten Materialien für die Kerne der Abstandsfäden.

Garne aus mit Elastomerfäden umwickelten Kernfäden aus Monofilen sind als solche aus der DE 32 19 866 A1 bekannt.

In bevorzugter Ausführung ist vorgesehen, daß auch die Maschen und gegebenenfalls vorhandene Schußfäden der beiden Gewirkelagen ebenfalls aus multifilamenten Garnen oder Zwirnen bestehen, so daß auch diese Bestandteile des Abstandsgewirkes keine Ursache von Geräuschentwicklungen bilden können. Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf die bereits genannten bevorzugten Anwendungen des erfindungsgemäßen Abstandsgewirkes in Matratzen, Liegematten oder Polstermaterialien, z.B. für Fahrzeugsitze.

Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel ist in den Zeichnungen dargestellt und wird nachstehend beschrieben.

1 zeigt einen Abschnitt eines erfindungsgemäßen Abstandsgewirkes

2 zeigt einen umwickelten Abstandsfaden des Abstandsgewirkes nach 1 als vergrößerte Einzelheit;

3 zeigt einen ummaschten Abstandsfaden des Abstandsgewirkes nach 1 als vergrößerte Einzelheit.

In 1 ist ein rechtwinklig begrenztes Stück eines Abstandsgewirkes in isometrischer Darstellung gezeigt, wobei die Begrenzungskanten idealisiert gerade ausgeführt sind. Das Abstandsgewirke 11 umfaßt eine obere Gewirkelage 12 und eine untere Gewirkelage 13, die in etwa gleichmäßigem Abstand parallel zueinander liegen. Die Gewirkelagen 12, 13 bestehen aus Maschen, die allgemein in Richtung der Produktionsrichtung verlaufen, die durch den Pfeil P angezeigt ist. Hierbei sind die nebeneinanderliegenden Kettfäden zu einer durchbrochenen oder geschlossenen Fläche miteinander verwirkt. Zwischen den beiden Gewirkelagen 12 und 13 verlaufen Abstandsfäden 14, die an der vorderen Kante des gezeigten Abschnitts als parallele Linien dargestellt sind. Diese Abstandsfäden verlaufen ebenfalls allgemein in Produktionsrichtung, wobei sie zwischen den Gewirkelagen 12, 13 regelmäßig hin und her verlaufen, in die sie eingebunden sind.

Das Material der Gewirkelagen besteht üblicherweise und bevorzugt aus Multifilamenten. Das Material der Abstandsfäden 14 besteht insbesondere dann aus Monofilen von einer bestimmten Dicke, wenn das Abstandsgewirke als Polstermaterial verwendet werden soll, insbesondere als Schicht einer Matratze, beispielsweise als obere Schicht einer Matratze oder als Liegematte oder als Bezugsmaterial für einen Fahrzeugsitz, auf dem gegebenenfalls ein Bezugsstoff oder Überzug aufkaschiert ist. Die Monofile haben hierbei eine ausreichende Steifigkeit, um die Belastung durch eine aufliegende Person oder aufsitzende Person aufzunehmen, ohne ein vollständiges Zusammendrücken der beiden Gewirkelagen aufeinander zuzulassen. Zumindest haben sie eine gute Formsteifigkeit und ein gutes Rückstellverhalten, so daß nach einer zeitweiligen Belastung der ursprüngliche maximale Abstand zwischen den Gewirkelagen fast vollständig wiederhergestellt wird.

In 2 ist ein Einzelfaden dargestellt, wie er als Abstandsfaden 14 verwendet wird. Bei dem innenliegenden Kernfaden 15 soll es sich um einen Monofilen handeln. Dieser Kernfaden 15 ist mit einem Multifilamenten 16 umwickelt, der hier nur auf einem kleinen Abschnitt des Kernfadens 15 gezeigt ist. Daß heißt, die gesamte Oberfläche des Abstandsfadens 14 ist im Einsatz durch die Umwicklung mit dem Multifilamenten 16 gebildet, so daß bei einem relativen Kontakt von Abstandsfäden 14 zueinander nur die jeweiligen Umwicklungen aus multifilamenten Garnen oder Zwirnen 16 miteinander in Kontakt kommen.

In 3 ist ein Einzelfaden dargestellt, wie er als Abstandsfaden 14 verwendet wird. Bei dem innenliegenden Kernfaden 15 soll es sich um einen Monofilen handeln. Dieser Kernfaden 15 ist mit einem Multifilamenten 16 ummascht, der hier in seiner Herstellungsweise angedeutet ist. Am fertigen Abstandsfaden ist die gesamte Oberfläche durch die Ummaschung mit dem Multifilamenten 16 bezogen, so daß bei einem relativen Kontakt von einzelnen Abstandsfäden untereinander nur die Umwicklungen aus multifilamenten Garnen oder Zwirnen 16 in Kontakt treten.

11
Abstandsgewirke
12
obere Gewirkelage
13
untere Gewirkelage
14
Abstandsfaden
15
Kernfaden (monofil)
16
Wickelfaden (multifilament)


Anspruch[de]
Abstandsgewirke (11) bestehend aus zwei parallel zueinander liegenden Gewirkelagen (12, 13), die durch zwischen den beiden Gewirkelagen (12, 13) hin und her verlaufende Abstandsfäden (14) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandsfäden (14) aus monofilen Kernfäden (15) bestehen, die mit multifilamenten Garnen oder Zwirnen (16) umwickelt oder ummascht sind. Abstandsgewirke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die multifilamenten Garne oder Zwirne (16) feuchtigkeitsspeichernd sind. Abstandsgewirke nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschen der Gewirkelagen (12, 13) ebenfalls aus multifilamenten Garnen oder Zwirnen bestehen. Matratze, aufgebaut aus mehreren Schichten, dadurch gekennzeichnet, daß sie zumindest eine Schicht aus einem Abstandsgewirke nach einem der Ansprüche 1 bis 3 aufweist. Liegematte, insbesondere mit aufkaschierten Bezugsschichten, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einem Abstandsgewirke nach einem der Ansprüche 1 bis 3 besteht. Polstermaterial, bestehend aus einem Abstandsgewirke und einem zumindest aufkaschierten Überzug, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Abstandsgewirke nach einem der Ansprüche 1 bis 4 umfaßt.






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