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Dokumentenidentifikation DE102006042064B3 22.11.2007
Titel Zwischenlager für Gelenkwellen
Anmelder Spicer Gelenkwellenbau GmbH, 45143 Essen, DE
Erfinder Bischoff, Walter, 48167 Münster, DE
Vertreter Neumann Müller Oberwalleney & Partner Patentanwälte, 53721 Siegburg
DE-Anmeldedatum 05.09.2006
DE-Aktenzeichen 102006042064
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse B60K 17/24(2006.01)A, F, I, 20070306, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Zwischenlager für Gelenkwellen, insbesondere in Nutzkraftwagen, umfassend
- ein Gehäuse 1,
- einen metallischen Lageraufnahmering 8, der
- eine Aufnahmebohrung 11 bildet,
- ausgehend von einem Blechstreifen, der in Längsrichtung eine Längsachse bildet und ein erstes Längsende und ein zweites Längsende aufweist, zu einem Ring gebogen ist, wobei das erste Längsende und das zweite Längsende formschlüssig durch an beiden vorgesehene Eingriffsmittel verbunden sind,
- einen aus einem Elastomer gebildeten Formkörper 4, der
- eine Außenumfangsfläche aufweist,
- einen Durchbruch aufweist, der eine Innenumfangsfläche 7 bildet,
- zumindest mit einem Teil seiner Außenumfangsfläche unlösbar mit dem Gehäuse 1 verbunden ist,
- zumindest mit einem Teil der Innenumfangsfläche 7 seines Durchbruchs unlösbar mit dem Lageraufnahmering 8 verbunden ist,
- ein Wälzlager 12,
das einen Lageraußenring 13 aufweist, der mit Presssitz in der Aufnahmebohrung 11 des Lageraufnahmerings 8 festsitzend aufgenommen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Zwischenlager für Gelenkwellen. Solche Zwischenlager werden insbesondere im Antriebsstrang bei Nutzkraftwagen verwendet. Sie umfasst häufig mehrere durch Gelenke miteinander verbundene Gelenkwellenabschnitte, die durch ein Zwischenlager am Rahmen des Fahrzeuges abgestützt werden. Die Gelenkwelle verbindet beispielsweise den vorne im Fahrzeug liegenden Antrieb mit dem zwischen den Hinterrädern angeordneten Differenzial. Solche Zwischenlager dienen ferner dazu, Vibrationen zu dämpfen und weisen aus diesem Grund einen Dämpfungskörper auf, der aus einem Elastomer hergestellt ist.

Die DE 19 44 919 A zeigt ein Zwischenlager für Gelenkwellen mit einem Gehäuse, einem metallischen Lageraufnahmering, einen aus Elastomer gebildeten Formkörper sowie ein Wälzlager, das einen Lageraußenring aufweist, der in der Aufnahmebohrung des Lageraufnahmerings festsitzend aufgenommen ist. Ferner ist eine Blechhülse formschlüssig zwischen Lageraufnahmering und Formkörper angeordnet.

Die DE 103 47 253 B4 zeigt ein Verfahren zur Herstellung eines Lagerträgers zur Aufnahme wenigstens eines Lagers. Zur Ausbildung der zylindrischen Sitzfläche wird ein Blechstreifen in eine zylindrische Form gebracht, so dass die beiden Enden des Blechstreifens benachbart zueinander zu liegen kommen. Die Enden des Blechstreifens können entweder miteinander verschweißt oder miteinander verclincht werden.

Die US 5 033 875 beschreibt ein Zwischenlager für Gelenkwellen, das ein Gehäuse aufweist. Darüber hinaus umfasst es einen Formkörper aus einem Elastomer. Dieser Formkörper ist auf seiner Außenumfangsfläche von einem Metallaußenring umgeben. Er weist einen Durchbruch auf, in dem ein Metallinnenring angeordnet ist. Der Formkörper umfasst einen inneren Ringabschnitt, der mit dem Metallinnenring, der als Lageraufnahmering dient, unlösbar verbunden ist.

Der Formkörper umfasst ferner einen äußeren Ringabschnitt, mit dem der Metallaußenring unlösbar verbunden ist. Der äußere Ringabschnitt des Formkörpers und der innere Ringabschnitt des Formkörpers sind über Stege miteinander verbunden. Der zur Aufnahme eines Lagers dienende Metallinnenring ist einteilig ausgebildet. Der Metallinnenring weist darüber hinaus einen abgewinkelten Bereich auf. Insgesamt ist die Herstellung eines solchen Ringes aus Metall kostenaufwendig.

Ferner beschreibt auch die US 6 672 768 B2 ein Zwischenlager mit einem Gehäuse, das aus einem Blechmaterial geformt ist und einen damit verbundenen Formkörper, der einen Durchbruch besitzt, in dem ein Lageraufnahmering in Form eines Stützringes angeordnet ist. Der Formkörper ist mit dem Gehäuse durch Vulkanisieren verbunden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Zwischenlager für Gelenkwellen vorzuschlagen, das gegenüber den bekannten Ausführungsformen, insbesondere hinsichtlich der Aufnahme des Wälzlagers durch einen Lageraufnahmering, einfach und kostengünstig herstellbar ist, wobei jedoch der Lageraufnahmering so gestaltet ist, dass das darin aufzunehmende Wälzlager und insbesondere dessen Lageraußenring sicher gehalten werden.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch ein Zwischenlager für Gelenkwellen, insbesondere in Nutzkraftwagen, umfassend

  • – ein Gehäuse,
  • – einen metallischen Lageraufnahmering, der
  • – eine Aufnahmebohrung bildet,
  • – ausgehend von einem Blechstreifen, der in Längsrichtung eine Längsachse bildet und ein erstes Längsende und ein zweites Längsende aufweist, zu einem Ring gebogen ist, wobei das erste Längsende und das zweite Längsende formschlüssig durch an beiden vorgesehene Eingriffsmittel verbunden sind,
  • – wobei
  • – das erste Längsende zungenförmig ausgebildet ist,
  • – das zweite Längsende gabelförmig gestaltet ist und zwei Arme bildet,
  • – das erste Längsende zwischen den Armen des zweiten Längsendes aufgenommen ist,
  • – die Eingriffsmittel durch entlang der Längsachse beabstandete Vorsprünge und Lücken dargestellt sind,
  • – einen aus einem Elastomer gebildeten Formkörper, der
  • – eine Außenumfangsfläche aufweist,
  • – einen Durchbruch aufweist, der eine Innenumfangsfläche bildet,
  • – zumindest mit einem Teil seiner Außenumfangsfläche unlösbar mit dem Gehäuse verbunden ist,
  • – zumindest mit einem Teil der Innenumfangsfläche seines Durchbruchs unlösbar mit dem Lageraufnahmering verbunden ist,
  • – ein Wälzlager,
  • – das einen Lageraußenring aufweist, der mit Presssitz in der Aufnahmebohrung des Lageraufnahmerings festsitzend aufgenommen ist.

Von Vorteil bei dieser Ausbildung ist, dass für die Bildung des Lageraufnahmeringes ein relativ einfacher Stahl gewählt werden kann, und zwar anders als bei geschlossenen Ringen, und trotzdem gewährleistet ist, dass bei hohen Einpresskräften für den Lageraußenring des aufzunehmenden Wälzlagers, um den nötigen Presssitz zu erzielen, dieser Sitz langlebig aufrechterhalten wird. Der Lageraufnahmering soll also in der Lage sein, hohe Kräfte, die aufgrund des Presssitzes entstehen, so sicher aufzunehmen, dass keine Dehnung und damit Aufweitung des Lageraufnahmeringes, die zu einer Minderung des Presssitzes führen kann, entsteht. Ein weitere Vorteil besteht darin, dass für unterschiedlich große Lageraufnahmeringe lediglich die Länge des bandförmigen Ausgangsmaterials angepasst zu werden braucht. Die Eingriffsmittel können an den Längsenden durch Stanzwerkzeuge erzeugt werden.

Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das Wälzlager neben dem Lageraußenring einen Lagerinnenring, Wälzkörper und Dichtmittel aufweist, die den Zwischenraum zwischen dem Lageraußenring und dem Lagerinnenring abdichten.

Besonders günstig ist es, wenn die Vorsprünge so geneigt zur Längsachse vorstehen oder zumindest so geneigte Flanken aufweisen, dass am Lageraufnahmering in folge des Presssitzen des Lageraußenring erzeugte Zugkräfte "Kräfte auslösen", die die Arme aufeinander zu beaufschlagen.

Eine günstige Baueinheit ergibt sich, wenn das Wälzlager lebensdauergeschmiert ist, so dass kein Austausch oder Nachschmieren mehr erforderlich ist.

Eine besonders günstige Aufnahme der Kräfte im Lageraufnahmering aufgrund des Presssitzes des Wälzlagers mit seinem Lageraußenring ergibt sich, wenn

  • – die Vorsprünge des ersten Längsendes jeweils durch zwei zueinander und zur Längsachse geneigte Flanken und eine beide Flanken verbindenden Kopfkante begrenzt sind,
  • – die Kopfkanten aller Vorsprünge auf einer die Längsachse schneidenden Kopflinie angeordnet sind,
  • – die Flanken zweier benachbarter Vorsprünge zur Bildung einer Lücke von der Kopfkante beabstandet durch eine Fußkante verbunden sind,
  • – die dem zweiten Längsende zugeordneten Eingriffsmittel an den einander gegenüberliegenden Seiten der Arme des zweiten Längsendes ausgebildet sind und zu den Vorsprüngen und Lücken am ersten Längsende gegengleich ausgebildet sind.

Die einzelnen Vorsprünge und Lücken, die ineinander greifen, sorgen insbesondere im Zusammenhang mit ihrer Ausrichtung dafür, dass ein intensives Verhaken der beiden Längsenden gegeben ist, so dass die Zugkräfte, die sich aufgrund des Presssitzes des Wälzlagers ergeben, sicher aufgenommen werden können. Durch diese Gestaltung ist es auch möglich, einen relativ preisgünstigen Werkstoff für die Herstellung des Lageraufnahmeringes zu wählen. Die Verteilung der Zugkräfte ist günstig.

Ebenfalls günstig ist eine Anordnung der Flanken unter einem Winkel von 60 bis 85°, insbesondere 75° zur Längsachse und der Kopfkanten unter einem Winkel von 10 bis 35°, vorzugsweise 15° zur Längsachse. Vorzugweise verlaufen die Fußkanten parallel zu den Kopfkanten, so dass sich konstante Abmessungen für die Vorsprünge und die Lücken ergeben. Vorzugsweise ist das Wälzlager als Rillenkugellager gestaltet. Eine kostengünstige und verformungsarme Gestaltung des Gehäuses ist erreichbar, wenn dieses aus einem Metallblech geformt ist. Formkörper und Gehäuse sind durch Vulkanisieren oder Kleben unlösbar verbunden. Desgleichen ist ebenfalls vorgesehen, den Lageraufnahmering mit dem Formkörper durch Vulkanisieren oder Kleben unlösbar zu verbinden. Hierdurch bilden Lageraufnahmering und Formkörper eine Baueinheit, Gehäuse und Lageraufnahmering können für die Herstellung des Formkörpers in eine Form eingelegt werden.

Die Verbindung der Eingriffsmittel kann ferner dadurch noch unterstützt werden, dass die Arme an ihren freien Enden Armfortsätze aufweisen, die in Zusatzlücken eingreifen, welche am ersten Längenende vorgesehen sind und eine Haupterstreckungsrichtung bilden, die parallel zur Längsachse verläuft. Dabei können die Armfortsätze geringfügig geneigt zur Längsachse verlaufen.

Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung und dessen typischer Einsatz bei einem Nutzkraftwagen sind in der Zeichnung dargestellt und anhand derselben näher erläutert.

Es zeigt

1 eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Zwischenlagers, teilweise geschnitten,

2 einen Schnitt zu 1

3 eine Draufsicht zu 1,

4 den Lageraufnahmering von 1 als Einzelteil, geschnitten,

5 einen Abschnitt eines Blechstreifens mit einem ersten Längsende zur Bildung eines Lageraufnahmeringes gemäß 4, jedoch im vergrößerten Maßstab zu dem gemäß 4 und

6 ein Nutzfahrzeug in schematischer Darstellung mit Zuordnung eines Zwischenlagers.

Zunächst wird das Anwendungsgebiet für ein erfindungsgemäßes Zwischenlager anhand von 6 erläutert. Diese Figur zeigt einen Nutzkraftwagen 34 mit dem vorne liegenden Motor und dem davon angetriebenen Getriebe 35 das zum Antrieb des den Hinterrädern zugeordneten Hinterraddifferenzials 36 dient und mit diesem über eine aus mehreren Gelenkwellenabschnitten gebildete Gelenkwelle verbunden ist. Dieser umfasst einen ersten Gelenkwellenabschnitt 37, der antriebsmäßig mit dem Getriebe 35 verbunden ist. An diesen ersten Gelenkwellenabschnitt 37 schließt sich ein zweiter Gelenkwellenabschnitt 38 an, der einerseits mit dem ersten Gelenkwellenabschnitt 37 und andererseits mit dem Hinterachsdifferential 36 antriebsmäßig verbunden ist. Der erste Gelenkwellenabschnitt 37 ist über ein Kreuzgelenk mit dem Getriebe 35 verbunden. Der zweite Gelenkwellenabschnitt 38 ist ebenfalls über ein Kreuzgelenk mit dem Hinterachsdifferential 36 verbunden. Die beiden Gelenkwellenabschnitte 37, 38 sind ebenfalls miteinander über ein Kreuzgelenk verbunden. Nahezu dem die beiden Gelenkwellenabschnitte 37, 38 verbindenden Kreuzgelenk ist am Fahrzeugrahmen ein Zwischenlager 39 angeordnet, das den ersten Gelenkwellenabschnitt 37 nahezu dem diesen mit dem zweiten Gelenkwellenabschnitt 38 verbindenden Kreuzgelenk hin lagert. Der Aufbau dieses Zwischenlagers 39 ist nachfolgend anhand der 1 bis 5 näher erläutert.

Die nachfolgende Beschreibung bezieht sich zunächst auf die 1 bis 3. Das Zwischenlager umfasst ein Gehäuse 1, welches beispielsweise aus einem Blechmaterial geformt ist, um die nötige Steifigkeit zu erzielen. Das Gehäuse 1 umfasst einen flanschartigen Bereich, in dem Befestigungsbohrungen 3 vorgesehen sind, über die eine Festlegung am Rahmen eines Fahrzeuges, wie es beispielsweise in 6 schematisch dargestellt ist, durch Schrauben erfolgt.

Das Gehäuse 1 bildet eine Innenfläche 2. In dem Gehäuse 1 ist ein Formkörper 4 aus einem Elastomerwerkstoff aufgenommen. Er ist hierzu mit seiner Außenumfangsfläche 5 zumindest teilweise mit der Innenfläche 2 des Gehäuses 1 durch Vulkanisieren o. dgl. Maßnahmen unlösbar verbunden. Der Formkörper 4 bildet einen Durchbruch 6 mit einer Innenumfangsfläche 7. Mit dieser Innenumfangsfläche 7 des Durchbruchs 6 ist ein Lageraufnahmering 8, der noch im Detail anhand der 4 und 5 nachfolgend beschrieben wird, mit seiner Außenfläche 9 ebenfalls durch Anvulkanisieren o. dgl. Mittel unlösbar verbunden. Die Einheit aus Gehäuse 1, Formkörper 4 und Lageraufnahmering 8 kann dadurch erzeugt werden, dass der Lageraufnahmering 8 und das Gehäuse 1 in eine Form eingelegt werden, in der dann der Formkörper 4 gebildet und bei diesem Prozess mit den vorgenannten Teilen verbunden wird.

Der Lageraufnahmering 8 bildet eine Aufnahmebohrung 11 mit der diese umfangsmäßig begrenzenden Innenfläche 10. In dieser Aufnahmebohrung 11 ist der Lageraußenring 13 eines Wälzlagers 12 mit Presssitz aufgenommen. Das Wälzlager 12 umfasst ferner einen im radialen Abstand zum Lageraußenring 13 angeordneten Lagerinnenring 14. Zwischen beiden sind Wälzkörper 15 abwälzend angeordnet. Ferner ist der Freiraum zwischen dem Lageraußenring 13 und dem Lagerinnenring 14 durch Dichmittel 16, beispielsweise in Form von Dichtscheiben, abgedichtet, so dass ein hermetisch abgedichtetes Wälzlager entsteht. Dieses kann dann lebensdauergeschmiert sein, was bedeutet, dass kein Nachschmieren desselben über die Lebensdauer erforderlich ist. Vorzugsweise wird, wie aus der Zeichnungsfigur 2 ersichtlich, als Wälzlager 12 ein Rillenkugellager gewählt. Die Wälzkörper 15 sind darin durch Kugeln dargestellt. Der Lagerinnenring 14 ist im Verhältnis zum Lageraußenring 13 um die Drehachse 17 drehbar angeordnet, in dem der aus 6 ersichtliche erste Gelenkwellenabschnitt aufgenommen ist. Die den Zwischenraum zwischen dem Lageraußenring 13 und dem Lagerinnenring 14 abdichtenden Dichtmittel 16 können beispielsweise durch beidseitig der Wälzkörper 15 angeordnete erste Dichtscheiben, die dem Lageraußenring 13 zugeordnet sind, und zweite Dichtscheiben, die dem Lagerinnenring 14 zugeordnet sind, dargestellt sein, so dass sich die Dichtscheiben überlappen und einen dichten Abschluss bilden. Hierdurch soll ein Zurückhalten des Schmiermittels im Wälzlager 12 erfolgen, so dass eine Schmierung des Lagers auf Lebensdauer gegeben ist. Solche lebensdauergeschmierten Wälzlager sind serienmäßig erhältlich.

Der Lageraufnahmering 8 ist, wie anhand der 4 und 5 näher erläutert wird, ausgehend von einem Blechstreifen 18 hergestellt. Dieser Blechstreifen 18 bildet eine Längsachse 21. Die 4 zeigt den Blechstreifen 18 von 5 in einem zu einem Lageraufnahmering 8 rundgebogenen Zustand. Wie aus 4 erkenntlich, umfasst der Blechstreifen 18 zur Bildung des Lageraufnahmerings 8 an seinen beiden Längsenden 19, 20 Eingriffsmittel 22, die formschlüssig miteinander in Eingriff sind und eine innige Verbindung der beiden Längsenden 19, 20 bewirken, so dass kein Aufweiten oder Lösen eintritt, wenn in die vom Lageraufnahmering 8 gebildete Aufnahmebohrung 11 der aus den 1 bis 3 ersichtliche Lageraußenring des Wälzlagers eingepresst wird. Die Eingriffsmittel bilden eine Art Tannenbaumstruktur.

Das erste Längsende 19 des Blechstreifens 18 weist als Eingriffsmittel entlang seiner Längsachse 21 beabstandete Vorsprünge 24 auf, die auf unterschiedlichen Abständen zur Längsachse 21 angeordnet sind. Zwischen jeweils zwei Vorsprüngen 24 befinden sich Lücken 25. Es sind zwei Vorsprünge 24 dargestellt, die jeweils durch zwei Flanken, nämlich eine erste Flanke 26 und eine zweite Flanke 27, begrenzt werden. Die Flanken 26, 27 können parallel verlaufen. Die Flanken 26, 27 verlaufen unter einem Winkel 28, der beim dargestellten Ausführungsbeispiel 75° beträgt, geneigt zur Längsachse 21. Der Winkel soll vorzugsweise zwischen 60° und 85° betragen. Nach außen werden die beiden Vorsprünge 24 jeweils durch eine Kopfkante 29 begrenzt, die unter einem Winkel 33 von 10° bis 35° zur Längsachse 21 geneigt verlaufen kann und der beim Ausführungsbeispiel 15° beträgt. Die Kopfkanten 29 liegen vorzugsweise auf einer gemeinsamen Kopflinie 31. Die Lücken 25 werden einerseits durch die Kopflinie 31 und andererseits durch die zu den Kopfkanten 29 und damit von der Kopflinie 31 in Richtung zur Längsachse 21 zurückversetzten Fußkanten 30 begrenzt. Alle Fußkanten 30 liegen vorzugsweise auf einer gemeinsamen Fußlinie 32, die vorzugsweise parallel zur Kopflinie 31 und damit auch ebenfalls unter einem Winkel 33 zur Längsachse 21 angeordnet sind. Der Winkel 33 öffnet sich in Richtung vom ersten Längsende 19 zum zweiten Längsende 20 abgewickelter, d.h. noch ungebogenen Zustand des Blechstreifens 1. Hierdurch wird gewährleistet, dass in einem ringgebogenen Zustand bei unter Presssitz einsitzenden Lageraußenring 13, die daraus resultierenden Zugkräfte eine Komponente erzeugen, die auf die Längsachse 21 zu wirkt.

Die zum freien Ende des ersten Längsendes 19 angeordneten Vorsprünge 24 sind teilweise abgeschnitten, d. h. enden in einer Kante, die rechtwinklig zur Längsachse 21 verläuft. Lediglich die zu den voll ausgebildeten Vorsprüngen 24 hinweisenden Flanken dieser ersten Vorsprünge 24 sind entsprechend den Flanken der darauffolgenden Vorsprünge 24 ausgebildet.

Darüber hinaus weist das erste Längsende 19 beidseitig der Längsachse 21 jeweils eine Zusatzlücke 25a auf, die sich mit ihrer Haupterstreckungsrichtung im wesentlichen parallel zur Längsachse 21 erstreckt und zu den Vorsprüngen 24 hin offen ist, aber und geringfügig geneigt zur Längsachse 21 verlaufen kann.

Das zweite Längsende 20 ist zum ersten Längsende 19 gegengleich ausgebildet. Es umfasst entsprechend zwei Arme 23, zwischen denen das zungenförmig gestaltete erste Längsende 19 aufgenommen ist. Entsprechend den Vorsprüngen 24 und Lücken 25 besitzen die beiden Arme 23 an den einander zugewandten Innenseiten gegengleiche Vorsprünge und Lücken zu denen gemäß 5.

Zusätzlich besitzen, wie aus 4 erkennbar, die Arme 23 an ihren freien Enden Armfortsätze 23a, welche in die Zusatzlücken 25a eingreifen. Hierdurch und durch den Verlauf der Flanken 26, 27 wird erreicht, dass bei ziehender Einwirkung auf die Verbindung der beiden Längsenden 19, 20, die beispielsweise dadurch entstehen kann, dass der Lageraußenring eines Wälzlagers in die Aufnahmebohrung 11 eingepresst wird, dass sich die Arme 23 nicht auseinanderbiegen. Der über die Vorsprünge und Lücken erzielte Formschluss der Engriffsmittel 20 bleibt sicher aufrechterhalten. Ferner bewirken die oben mit dem Winkel 33 beschriebenen Kraftkomponenten, dass die Arme 23 aufeinander zu gezogen werden.

Anders als bei einer Ausführungsform des Lageraufnahmeringes, bei der dieser einteilig gestaltet ist und beispielsweise durch Tiefziehen oder von einem Rohr hergestellt ist, kann bei der erfindungsgemäßen Ausbildung des Lageraufnahmeringes 8 relativ einfaches und kostengünstiges Bandmaterial gewählt werden. Das Rollen oder Biegen zu einem Ring ist einfach zu gestalten. Über die Eingriffsmittel 20 wird eine sichere Verbindung erzielt. Durch die tannenbaumartige Struktur und Anordnung der einzelnen Vorsprünge 24 und Lücken 25 wird eine gute Kraftverteilung erzielt. Der Verlauf der Flanken 26, 27 mit Neigung zur Längsachse bringt eine sichere Halterung insoweit als beim Zusammenwirken mit den Zusatzlücken 25a und den Armfortsätzen 23a ein Ausweichen der Arme 23 verhindert wird. Insgesamt wird ein Zwischenlager erzielt, das kostengünstig herstellbar ist und eine hohe Lebensdauer aufweist und über die Lebensdauer des lebensdauergeschmierten Wälzlagers keiner Wartung bedarf.

1
Gehäuse
2
Innenfläche
3
Befestigungsbohrung
4
Formkörper
5
Außenumfangsfläche
6
Durchbruch
7
Innenumfangsfläche
8
Lageraufnahmering
9
Außenfläche
10
Innenfläche
11
Aufnahmebohrung
12
Wälzlager
13
Lageraußenring
14
Lagerinnenring
15
Wälzkörper
16
Dichtmittel/Dichtscheiben
17
Drehachse
18
Blechstreifen
19
erstes Längsende
20
zweites Längsende
21
Längsachse
22
Eingriffsmittel
23
Arme
23a
Armfortsatz
24
Vorsprung
25
Lücke
25a
Zusatzlücke
26
erste Flanke
27
zweite Flanke
28
erstes Winkel
29
Kopfkante
30
Fußkante
31
Kopflinie
32
Fußlinie
33
zweiter Winkel
34
Nutzkraftwagen
35
Getriebe
36
Hinterraddifferential
37
erster Gelenkwellenabschnitt
38
zweiter Gelenkwellenabschnitt
39
Zwischenlager


Anspruch[de]
Zwischenlager für Gelenkwellen, insbesondere in Nutzkraftwagen, umfassend

– ein Gehäuse (1),

– einen metallischen Lageraufnahmering (8), der

– eine Aufnahmebohrung (11) bildet,

– ausgehend von einem Blechstreifen (18), der in Längsrichtung eine Längsachse (21) bildet und ein erstes Längsende (19) und ein zweites Längsende (20) aufweist, zu einem Ring gebogen ist, wobei das erste Längsende (19) und das zweite Längsende (20) formschlüssig durch an beiden vorgesehene Eingriffsmittel (22) verbunden sind,

– wobei

– das erste Längsende (19) zungenförmig ausgebildet ist,

– das zweite Längsende (20) gabelförmig gestaltet ist und zwei Arme (23) bildet,

– das erste Längsende (19) zwischen den Armen (23) des zweiten Längsendes (20) aufgenommen ist,

– die Eingriffsmittel (22) durch entlang der Längsachse (21) beabstandete Vorsprünge (24) und Lücken (25) dargestellt sind,

– einen aus einem Elastomer gebildeten Formkörper (4), der

– eine Außenumfangsfläche (5) aufweist,

– einen Durchbruch (6) aufweist, der eine Innenumfangsfläche (7) bildet,

– zumindest mit einem Teil seiner Außenumfangsfläche (5) unlösbar mit dem Gehäuse (1) verbunden ist,

– zumindest mit einem Teil der Innenumfangsfläche (7) seines Durchbruchs (6) unlösbar mit dem Lageraufnahmering (8) verbunden ist,

– ein Wälzlager (12), das einen Lageraußenring (13) aufweist, der mit Presssitz in der Aufnahmebohrung (11) des Lageraufnahmerings (8) festsitzend aufgenommen ist.
Zwischenlager nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

– dass das Wälzlager (12) neben dem Lageraußenring (13) einen Lagerinnenring (14), Wälzkörper (15) und Dichtmittel (16) aufweist, die den Zwischenraum zwischen dem Lageraußenring (13) und dem Lagerinnenring (14) abdichten.
Zwischenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (24) so geneigt zur Längsachse (21) vorstehen oder zumindest so geneigte Flanken (26, 27) aufweisen, dass am Lageraufnahmering (8) in folge des Presssitzen des Lageraußenring erzeugte Zugkräfte "Kräfte auslösen", die die Arme (23) aufeinander zu beaufschlagen. Zwischenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wälzlager (12) lebensdauergeschmiert ist. Zwischenlager nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

– die Vorsprünge (24) des ersten Längsendes (19) jeweils durch zwei zur Längsachse (21) geneigte Flanken (26, 27) und eine beide Flanken (26, 27) verbindende Kopfkante (29) begrenzt sind,

– die Kopfkanten (29) aller Vorsprünge (24) auf einer die Längsachse (21) schneidenden Kopflinie (31) angeordnet sind,

– die Flanken (26, 27) zweier benachbarter Vorsprünge (24) zur Bildung einer Lücke (25) von der Kopfkante (29) beabstandet durch eine Fußkante (30) verbunden sind,

– die dem zweiten Längsende (20) zugeordneten Eingriffsmittel (22) an den einander gegenüberliegenden Seiten der Arme (23) des zweiten Längsendes (20) ausgebildet sind und zu den Vorsprüngen (24) und Lücken (25) am ersten Längsende (19) gegengleich ausgebildet sind.
Zwischenlager nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Flanken (26, 27) unter einem ersten Winkel (28) von 60 bis 85°, insbesondere 75° zur Längsachse (21) angeordnet sind. Zwischenlager nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopfkanten (29) unter einem zweiten Winkel (33) von 10 bis 35°, vorzugsweise 15°, zur Längsachse (21) verlaufen. Zwischenlager nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Fußkanten (30) parallel zu den Kopfkanten (29) verlaufen. Zwischenlager nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Wälzlager (12) ein Rillenkugellager ist. Zwischenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (1) aus einem Metallblech geformt ist und mit dem Formkörper (4) durch Vulkanisieren oder Kleben unlösbar verbunden ist. Zwischenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lageraufnahmering (8) mit dem Formkörper (4) durch Vulkanisieren oder Kleben unlösbar verbunden ist. Zwischenlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Arme (23) an ihren freien Enden Armfortsätze (23a) aufweisen, die in Zusatzlücken (25a) eingreifen, welche am ersten Längenende (19) vorgesehen sind und eine Haupterstreckungsrichtung bilden, die parallel zur Längsachse (21) verläuft.






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