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Dokumentenidentifikation DE102006053373B3 22.11.2007
Titel Doppelplattenschieber
Anmelder Friatec AG, 66386 St. Ingbert, DE
Erfinder Thiery, Peter, 66386 St. Ingbert, DE;
Mörz, Gunter, 66482 Zweibrücken, DE;
Meckelnburg, Michael, 21465 Reinbek, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Anmeldedatum 10.11.2006
DE-Aktenzeichen 102006053373
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse F16K 3/18(2006.01)A, F, I, 20061110, B, H, DE
Zusammenfassung Doppelplattenschieber zum Absperren von Rohrleitungen, mit einem Gehäuse mit einer ersten Dichtplatte (7) und einer zweiten Dichtplatte (8), die in eine Offenposition und in eine Geschlossenposition bewegt werden können, wobei in der Offenstellung der ersten Dichtplatte (7) und der zweiten Dichtplatte (8) eine Rohrbrücke (4) in die Rohrleitung eingeschoben ist und in der Geschlossenstellung eine erste Dichtscheibe (23) und eine zweite Dichtscheibe (24) in die Rohrleitung eingeschoben sind. Ein translatorisches Betätigungselement (2) verstellt den Doppelplattenschieber in die Offenposition und in die Geschlossenposition. Die Rohrbrücke (4) ist dabei zwischen dem translatorischen Betätigungselement (2) und der ersten Dichtscheibe (23) und der zweiten Dichtscheibe (24) angeordnet. Das translatorische Betätigungselement (2) ist mit einer Systemträgerplatte (1) verbunden, die die Stellbewegung des Betätigungselementes (2) in Richtung Offenposition und Geschlossenposition auf die erste und die zweite Dichtplatte (7, 8) überträgt. Die Systemträgerplatte weist in ihrem dem Antrieb zugewandten Bereich eine Aussparung für das Durchführen der Rohrbrücke (4) auf.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Doppelplattenschieber für Rohrleitungen, insbesondere einen Doppelplattenschieber mit Keil-in-Keil-Prinzip für die Dichtscheiben und einer Rohrbrücke. In der Offenstellung des Doppelplattenschiebers sorgt ein rohrförmiger Durchgang für nahezu ungehinderten Durchfluß des Mediums, das durch das abzusperrende Rohr geleitet wird. Diese Rohrbrücke weist Dichtungen oder Dichtflächen auf, die mit Dichteinheiten an dem Gehäuse des Doppelplattenschiebers zusammenwirken. In der Geschlossenstellung sorgen zwei Dichtscheiben für den dichten Abschluß der beiden Rohrenden, zwischen denen der Doppelplattenschieber angeordnet ist. Der Doppelplattenschieber wird insbesondere in technischen Anlagen der Chemie-Industrie verwendet. Bei einem Keil-in-Keil-Prinzip wird ein an einem Ende einer Betätigungsstange angeordneter Keil in einen anderen Keil bewegt, um die beiden Dichtscheiben in der Geschlossenstellung des Doppelplattenschiebers gegen Dichtungen zu drücken, welche den Gehäuseraum des Absperrorgans gegen Eindringen eines Gasstromes oder gegen Verunreinigungen abdichten sollen.

Aus der DE 40 11 274 C1 ist ein Doppelplattenschieber mit zwei Platten und einem Keil-in-Keil-Prinzip bekannt. Der Doppelplattenschieber weist dabei ein Schiebergehäuse mit zwei Rohrstutzen sowie zwei Gehäusedichtsitzen auf, zwischen welchen eine Dichtplatte bestehend aus zwei Absperrplatten mit Dichtringen verschiebbar ist. In der 2 ist die horizontale Einbaulage des Absperrschiebers in einem vertikalen Rohr dargestellt, wobei die Rohrbrücke neben der Dichtplatte angeordnet ist, und zwar auf der der Betätigungsstange gegenüberliegenden Seite. Aus der Beschreibung ist es weiterhin zu entnehmen, daß die Rohrbrücke auch unterhalb der Dichtplatte angeordnet sein kann, dies ist der Fall, wenn der Absperrschieber vertikal eingebaut wird, in ein horizontales Rohr. Die Rohrbrücke weist den Nachteil auf, daß sie sich aus zwei Dichtringen sowie einem die Dichtringe miteinander verbindenden Kompensator zusammensetzt. Der Kompensator besteht aus einem inneren Rohrabschnitt und einem sich koaxial dazu erstreckenden äußeren Rohrabschnitt, wobei der äußere Rohrabschnitt mit beiden Dichtringen fest verbunden ist, nämlich verschweißt ist und eine sich über den Umfang erstreckende Welle bzw. Einbuchtung aufweist. Der innere Rohrabschnitt ist hohlzylindrisch, so daß keine dadurch bedingten Strömungsverluste auftreten. Der innere Rohrabschnitt ist nur mit einem der beiden Dichtringe fest verbunden. Gegenüber dem anderen Dichtring ist der innere Rohrabschnitt axial bewegbar, wobei das Axialspiel zwischen dem Dichtring und dem inneren Rohrabschnitt zwischen 1,0 mm bis etwa 5,0 mm liegt. Die Innenfläche des inneren Rohrabschnittes fluchtet mit den Innenflächen der Dichtringe, so daß ein praktisch ununterbrochener Strömungsdurchgang in Offenstellung des Schiebers geschaffen ist. Die umlaufende Einbuchtung des äußeren Rohrabschnittes erstreckt sich bis nahe zur Außenfläche des inneren Rohrabschnittes hin, so daß der im Gehäuseinneren herrschende Gasdruck über die umlaufende Einbuchtung auf die Dichtringe unter axialer Spreizung derselben voll wirksam ist. Die axiale Spreizung der Dichtringe ist zum einen durch die umlaufende Einbuchtung und zum anderen durch das Axialspiel zwischen dem inneren Rohrabschnitt und einem der beiden Dichtringe möglich. Die Rohrbrücke wird demnach durch die beiden Dichtringe einerseits und die zwischen diesen angeordneten, als Kompensator dienenden inneren und äußeren Rohrabschnitte andererseits unter Ausbildung eines Ringkastens begrenzt. Dieser Ringkasten bzw. Ringraum zwischen innerem und äußerem Rohrabschnitt ist mit einem wärmeisolierenden Material wie Glaswolle oder Steinwolle ausgefüllt, mit dem zusätzlichen Zweck, das Eindringen von Strömungsmedium in den genannten Ringraum zu verhindern. Ein Zusetzen des Ringraums mit Strömungsmedium oder bei Gasströmung mit Staub- und Schmutzpartikeln oder dergleichen Ablagerungen würde nach längerem Gebrauch die Wirkung des Kompensators empfindlich stören bzw. beeinträchtigen.

Die DE 197 23 962 C2 offenbart einen Doppelplattenschieber für Rohrleitungen, der eine Rohrbrücke umfaßt, die in Offenstellung des Schiebers in die Rohrleitung eingeschoben ist und einen umlaufenden Rohrabschnitt umfaßt, an dessen stirnseitigen Enden Dichtringe angeordnet sind, die in der Offenstellung des Schiebers unter elastischer Vorspannung gegen Dichtsitze des Schiebergehäuses preßbar sind, und wobei wenigstens ein stirnseitiges Ende des Rohrabschnittes zumindest gegenüber einem der Dichtringe axial verschiebbar gelagert ist. Der Rohrabschnitt weist an einem stirnseitigen Ende einen Lagerring auf, in dem eine umlaufende Aufnahmenut ausgebildet ist, in der ein umlaufendes Ringelement mit einem umlaufenden Vorsprung zu dem benachbarten Dichtsitz hin axial verschieblich und federnd abgestützt ist. Nach einer Ausführungsform bildet ein umlaufendes Ringelement mit einem Vorsprung einen Teil der Rohrbrücke und ist zu diesem Zweck hitzebeständig ausgebildet. Der Vorsprung greift in eine Aufnahmenut eines Lagerringes. Das umlaufende Ringelement ist also derart ausgebildet, daß es einen Teil der Innenwand der Rohrbrücke bildet, wodurch die Rohrbrücke für beide Strömungsrichtungen einsetzbar ist.

Bei einem Doppelplattenschieber gemäß dem Stand der Technik befindet sich beim Absperren die Rohrbrücke im unteren Teil des Schiebergehäuses, wenn der Doppelplattenschieber vertikal in eine horizontale Leitung eingebaut ist.

Wenn zum Absperren der Rohrleitung der Schieber geschlossen wird, kann sich der in der Rohrbrücke angesammelte Schmutz im unteren Teil des Gehäuses ansammeln. Insbesondere in Ethylenanlagen kommt es durch in dem durchfließenden Medium enthaltenes Öl zu Verschmutzungen, die sich in dem unteren Gehäuseteil sammeln und dazu führen können, daß die Doppelplatten an dem Schmutz festkleben und dadurch ein Öffnen des Schiebers nicht mehr möglich ist.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Doppelplattenschieber anzugeben, bei dem weitestgehend verhindert wird, daß Schmutz in das Schiebergehäuse gelangt, wenn der Doppelplattenschieber in eine horizontale Leitung eingebaut ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Doppelplattenschieber nach Anspruch 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben. Dadurch, daß die Rohrbrücke zwischen dem translatorischen Betätigungselement und den beiden Dichtscheiben angeordnet ist, wird sie beim Absperren der Rohrleitung nicht wie beim Stand der Technik in den unteren Gehäuseteil bewegt, in welchem sich immer Schmutz ansammelt, sondern in den oberen Bereich des Gehäuses.

Des weiteren ist das translatorische Betätigungselement mit einer Systemträgerplatte verbunden, die die Stellbewegung des Betätigungselements in Richtung Offenposition und in Richtung Geschlossenposition auf die erste und zweite Dichtplatte überträgt. Die Systemträgerplatte weist dabei in ihrem dem Antrieb zugewandten Bereich eine Aussparung für das Durchführen der Rohrbrücke auf. Somit werden die Kräfte, die über das Betätigungselement auf die Systemträgerplatte aufgebracht werden, um die Rohrbrücke herum geführt.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform überträgt die Systemträgerplatte die Stellbewegung in Richtung Geschlossenposition auf die erste und zweite Dichtplatte formschlüssig und in Richtung Offenposition ebenfalls formschlüssig. Die formschlüssige Verbindung in Richtung Geschlossenposition weist in Richtung Offenposition eine kraftschlüssige Verbindung auf, die für einen kleinen Hub eine Stellbewegung der Systemträgerplatte ermöglicht, ohne daß dieser Hub auf die Dichtplatten übertragen wird. Die in Richtung Offenposition wirksame formschlüssige Verbindung weist in Richtung Geschlossenposition ausreichend Spiel für einen Leerhub der Systemträgerplatte gegenüber den Dichtplatten auf.

Nach einer weiteren Ausführungsform erstreckt sich die Systemträgerplatte in Längsrichtung über etwas 2/3 der Länge des Gehäuses und ist sie in der Breite annähernd so breit wie der Gehäuseinnenraum. Dies ist die maximal mögliche Länge, da die Systemträgerplatte eine obere Position, bei der sie oben im Gehäuse anschlägt, einnehmen können soll, in der die Rohrleitung gesperrt ist, und eine untere Position einnehmen können soll, in der die Rohrleitung freigegeben ist. Die maximale Breite wird gewählt, damit entlang der Innenwandung des Gehäuses Führungen für die Systemträgerplatte und/oder die Dichtplatten vorgesehen werden können.

Nach einer zusätzlichen Ausführungsform weist die erste Dichtplatte auf ihrer der zweiten Dichtplatte zugewandten Seite entlang der beiden Längsseiten mehrere Buchsen auf und weist die zweite Dichtplatte auf ihrer der ersten Dichtplatte zugewandten Seite entlang der beiden Längskanten mit den Buchsen korrespondierende Bolzen auf, welche mit axialem Spiel und mit radialem Spiel ineinander gesteckt sind und mittels einer formschlüssigen Verbindung miteinander verbunden sind. Somit werden beide Dichtplatten bei der Montage zueinander ausgerichtet.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das freie Ende der Bolzen als Dorn ausgebildet, auf dem eine Druckfeder angeordnet ist. Durch den Abstand zu der Rohrbrücke ist der thermische Einfluß auf die mechanische Rückstellkraft der Feder dadurch möglichst gering.

Eine Buchse und ein korrespondierender Bolzen bilden dabei jeweils ein Verbindungselement, welches die beiden Dichtplatten auf Abstand zueinander hält, wobei der Abstand leicht variiert, da die beiden Dichtplatten leicht auseinander gespreizt werden können, um möglichst dichtend zur Anlage an der Innenseite des Gehäuses zu kommen. Insgesamt wirkt an mehreren Stellen die spreizende Kraft, so daß ein Verwinkeln der Dichtplatten zueinander vermieden wird.

Nach einer weiteren Ausführungsform erstreckt sich die Systemträgerplatte in Längsrichtung über etwa 2/3 der Länge des Gehäuses und ist sie in der Breite annähernd so breit wie der Gehäuseinnenraum. Dies ist die maximal mögliche Länge, da die Systemträgerplatte eine obere Position, bei der sie oben im Gehäuse anschlägt, einnehmen können soll, in der die Rohrleitung gesperrt ist, und eine untere Position einnehmen können soll, in der die Rohrleitung freigegeben ist. Die maximale Breite wird gewählt, damit entlang der Wandung des Gehäuses Führungen für die Systemträgerplatte vorgesehen werden können.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform sind an der Unterkante der Systemträgerplatte zwei Trägersysteme angeordnet, die fest mit der Systemträgerplatte verbunden sind und die einzelne Dichtplatte bzw. die erste Dichtplatte und die zweite Dichtplatte formschlüssig hintergreifen. Die feste Verbindung der Trägersysteme mit der Systemträgerplatte kann über eine kraftschlüssige Verbindung erfolgen. Eine Bewegung der Systemträgerplatte in Richtung geschlossener Position wird über die formschlüssige Verbindung der Trägersysteme auf die Dichtplatten übertragen, welche dadurch an die oberen Anschläge gedrückt werden. Bei dem Verfahren der Systemträgerplatte von der geschlossenen Position in die Offenposition geben die Trägersysteme zunächst die beiden Dichtplatten frei.

Nach einer weiteren Ausführungsform umfaßt das Trägersystem eine Hülse, in die der Bolzen einer Gabelkopfbolzenverbindung angeordnet ist, wobei der Bolzen an dem dem Gabelkopf abgewandten Ende ein Gewinde für die Aufnahme einer Mutter aufweist und in der Hülse auf dem Bolzen ein Federpaket angeordnet ist und der Gabelkopf fest mit der Systemträgerplatte verbunden ist, und zwei Auflageplatten an der Hülse abschnittsweise zwischen der ersten und der zweiten Dichtplatte liegen und abschnittsweise über die beiden Dichtplatten überstehen, wobei in diesem überstehenden Abschnitt die Dicke der Auflageplatten größer ist als der Abstand der ersten Dichtplatte zu der zweiten Dichtplatte. Das Federpaket wird auf Zug beansprucht, wenn die Dichtplatten bei dem Verfahren in die Geschlossenposition an ihrem oberen Anschlag ankommen und die Systemträgerplatte aber weiter nach oben verfahren wird. Wenn die Dichtplatten an ihrem oberen Anschlag angekommen sind, befinden sich die Dichtplatten ausgerichtet an den abzusperrenden Öffnungen der Rohrleitung. Erst mit der weiteren Systemträgerplatte wird die Keil-in-Keil-Wirkung aktiviert, indem eine Keilanordnung auf der Systemträgerplatte in die auf den rückwärtigen Seiten der Dichtscheiben angeordneten Keilsitze gezogen wird.

Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Systemträgerplatten an ihren Längsseiten zwei Aussparungen für das Durchführen der Verbindungselemente der ersten Dichtplatte und der zweiten Dichtplatte auf, wobei das obere Ende der Aussparung während des Verfahrens in die Offenposition die Bewegung von der angetriebenen Systemträgerplatte formschlüssig auf das Verbindungselement und somit auf die erste Dichtplatte und die zweite Dichtplatte überträgt. Die Aussparungen sind in der Länge so bemessen, daß die untere Kante der Aussparung beabstandet ist zu dem Verbindungselement, damit während der Bewegung der Systemträgerplatte in Richtung Geschlossenposition diese nicht an die Verbindungselemente anschlägt, auch nicht, wenn diese bereits still stehen, weil die Dichtplatten an ihrem oberen Anschlag angekommen sind.

Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist zentral je an der ersten Dichtscheibe und der zweiten Dichtscheibe auf den jeweils einander zugewandten Seiten ein Keil angeordnet, wobei die beiden rückwärtigen Keile einen Keilsitz bilden und der Antrieb mittelbar eine Keilanordnung in die Keilsitze zieht. Über die Keil-in-Keil-Kombination wird die Längsbewegung der angetriebenen Systemträgerplatte umgewandelt in eine Querbewegung der Dichtscheiben in Richtung der Dichtflächen an dem Gehäuse bzw. an dem Stutzen.

Nach einer Ausführungsform weist die Systemträgerplatte in ihrer unteren Kante in der Mitte eine sich in Richtung Zentrum der Dichtscheiben und über dieses hinaus erstreckende Aussparung auf, in der ein Schieber mit in eine kreisrunde Aussparung eingelassener Kugel geführt ist, wobei bei einer Bewegung der Systemträgerplatte in Richtung Geschlossenposition des Schiebers über einen Kugelmechanismus zwei Keile mit in die vertikale Richtung bewegt, wobei beide Keile mit ihrer jeweiligen schiefen Ebene auf die schiefen Ebenen der Keilsitze an den Dichtscheiben derart wirken, daß die Dichtscheiben eine horizontale Bewegung ausführen und gegen die Dichtflächen in den Stutzen drücken.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform besteht die Rohrbrücke aus zwei Rohrhälften, wobei die erste Rohrhälfte an der ersten Dichtplatte befestigt ist und die zweite Rohrhälfte an der zweiten Dichtplatte befestigt ist und die erste Rohrhälfte eine umlaufende Nut aufweist für die Aufnahme eines umlaufenden Vorsprungs der zweiten Rohrhälfte.

Nach einer Ausführungsform ist zwischen den beiden Rohrhälften ein radialer Dichtring angeordnet, um das Eindringen von Schmutz aus dem durchfließenden Medium in das Gehäuse zu reduzieren.

Des weiteren kann der umlaufende Vorsprung stirnseitig eine Flachdichtung aufweisen, die ebenfalls das Verschmutzen des Gehäuseinnenraums vermeiden soll.

Eine Gehäusespülung kann vorgesehen sein, wobei bevorzugt das Gehäuseoberteil und das Gehäuseunterteil Spülanschlüsse aufweisen. Der Spüldruck in dem Gehäuse ist dabei größer als der Mediumsdruck in der Leitung. Wenn die Dichtplatten nach oben gegen den Anschlag gefahren sind, verbleibt ein Spalt zwischen den Dichtplatten und dem Dichtsystem des Gehäuses bzw. der Stutzen. Durch diesen Spalt kann das Spülmedium mit hoher Geschwindigkeit strömen und eventuelle Verunreinigungen an den beiderseitigen Dichtflächen beseitigen, bis die Systemträgerplatte den Keilmechanismus vollständig in den Keilsitz gezogen hat.

Das Verfahren in Richtung Geschlossenposition wird bei Erreichen eines vorher definierten Drehmoments des Antriebs abgeschaltet. Der noch vorhandene Spüldruck unterstützt das Anpressen der Dichtplatten an die gehäuseseitigen Dichtflächen. Sollte einer der beiden Dichtringe beschädigt sein, würde wegen des höheren Druckes des Spülmediums trotzdem das Medium aus der Rohrleitung nicht in das Gehäuse des Doppelplattenschiebers gelangen.

Alternativ kann der dichte Spalte zwischen den Gehäusedichtringen und den Oberflächen der Dichtplatten mit einer minimalen definierten Durchlässigkeit versehen sein, so daß die Dichtflächen permanent gespült werden und somit nicht verschmutzen.

Der erfindungsgemäße Doppelplattenschieber kann auch horizontal in eine vertikale Leitung eingebaut werden. In dieser Einbaulage kann eine Führung für die Dichtplatten und die Systemträgerplatte vorgesehen sein.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert, wobei

1 als einen Abschnitt eine Gehäuse eines Doppelplattenschiebers zeigt;

2 einen Schnitt entlang A-B des Doppelplattenschiebers nach 1 zeigt;

3 als Detail das Dichtungssystem zeigt;

4 eine Teilansicht der 2 ist und die Verbindung der linken Dichtscheibe mit der linkten Dichtplatte;

5 als Detail aus der 2 eine Draufsicht auf das Verbindungselement der ersten Dichtplatte mit der zweiten Dichtplatte zeigt;

6 eine Darstellung im Schnitt durch das Verbindungselement nach 5 ist;

7 als Detailansicht der 2 einen Schnitt durch die Rohrbrücke zeigt;

8 als Detailausschnitt aus 2 das Trägersystem zeigt; und

9 das obere Gehäuseteil mit der Laterne zeigt.

1 zeigt als einen Abschnitt ein Gehäuse eines Doppelplattenschiebers, in dem eine Rohrbrücke und zwei Dichtplatten verschiebebeweglich angeordnet sind. In der linken Zeichnungshälfte ist das Gehäuse in einer Draufsicht dargestellt, in der rechten Zeichnungshälfte in einem Schnitt durch die Mittelebene. In dem länglichen Gehäuse des Doppelplattenschiebers ist eine Systemträgerplatte 1 verschiebbar angeordnet, deren Breite etwas geringer ist als die innere Breite des Gehäuses und deren Länge etwa 2/3 der Länge des Gehäuses beträgt. An ihrem in der Darstellung oberen Ende ist die Systemträgerplatte 1 mit einem Betätigungselement 2 wie einer Betätigungsstange oder einer Spindel verbunden. In dem oberen Bereich weist die Systemträgerplatte 1 einen Ausschnitt 3 für das Durchführen einer Rohrbrücke 4 auf. Die obere Hälfte des Ausschnittes 3 ist kreisförmig, wobei der Radius nur geringfügig größer ist als die Hälfte des Außendurchmessers der Rohrbrücke 4. Die untere Hälfte des Ausschnitts 3 weist einen definiert größeren Radius auf als die Hälfte des Außendurchmessers der Rohrbrücke 4. An beiden Längsseiten der Systemträgerplatte 1 befinden sich etwa mittig Ausschnitte 5 für das Durchführen von Verbindungselementen 6 für das Verbinden einer ersten Dichtplatte 7 mit einer zweiten Dichtplatte 8. Die Ausschnitte 5 sind als sich in Längsrichtung der Systemträgerplatte 1 erstreckende Langlöcher ausgebildet. An ihrem in der Darstellung unteren Ende weist die Systemträgerplatte 1 mittig einen sich zu ihrem Mittelpunkt hin erstreckenden Ausschnitt 9 auf, in welchem ein Betätigungselement 10 für das Keil-in-Keil-Prinzip angeordnet ist. An dem unteren Ende der Systemträgerplatte 1 sind des weiteren außermittig zwei Trägersysteme 11 für die erste und die zweite Dichtplatte 7, 8 befestigt.

In der Darstellung der 1 liegt die erste Dichtplatte 7 oberhalb der Systemträgerplatte 1 und die zweite Dichtplatte 8 unterhalb der Systemträgerplatte 1. Die beiden Dichtplatten 7, 8 sind über Verbindungselemente 6 miteinander mit leichtem Spiel verbunden und auf Abstand gehalten. Die Dichtplatten 7, 8 bilden zusammen mit den Verbindungselementen 6 und den Trägersystemen 11 einen Plattenkorb 12. Jedes der zwei Trägersysteme 11 ist kraftschlüssig mit der Systemträgerplatte 1 verbunden und hintergreift die beiden Dichtplatten 7, 8 derart, daß vertikale Bewegung der Systemträgerplatte 1 nach oben über einen Formschluß der Trägersysteme 11 auf die Dichtplatten 7, 8 übertragen wird, die dadurch ebenfalls nach oben verfahren werden.

Eine vertikale Bewegung der Systemträgerplatte 1 nach unten wird dadurch auf den Plattenkorb 12 übertragen, daß die oberen Enden der Ausschnitte 5 in der Systemträgerplatte 1 gegen die Verbindungselemente 6 drücken.

Das hier dargestellte Gehäuse eines Doppelplattenschiebers besteht aus drei Abschnitten. Das dreiteilige Gehäuse besteht aus einem Gehäuseoberteil 13, einem Gehäusemittelteil 14 und einem Gehäuseunterteil 15. Das Gehäuseoberteil 13 ist mit einer hier nicht dargestellten Laterne für die Aufnahme eines Antriebes versehen, wobei der Antrieb elektrisch, hydraulisch oder auch pneumatisch ausgeführt sein kann. Über das angetrieben Betätigungselement 2 bzw. die Spindel wird die Bewegung des in dem Gehäuse untergebrachten Plattenkorbes 13 mit integrierter Systemträgerplatte 1 realisiert. An dem Gehäuseoberteil 13 können Spülleitungen 16 mit Flanschen 17 für ein Spülsystem angeordnet werden. Im Inneren des Gehäuseoberteils 13 befinden sich auch Anschläge 18, gegen die der Plattenkorb 12 bei Erreichen der geschlossenen Schieberstellung gefahren wird. Die Anschläge 18 blockieren die Dichteinheit, also die Dichtplatten 7, 8 mit den Dichtscheiben 23, 24, am Ende des Schließhubs. Eine Federkupplung in dem Trägersystem 11 erlaubt einen zusätzlichen Verfahrweg der Systemträgerplatte 1, um den Eingriff einer Keileinheit und den Aufbau einer Keilkraft zu erlauben, wodurch die Vorspannung für das Dichtsystem geliefert wird, wie in Zusammenhang mit 8 näher erläutert wird.

An dem Gehäusemittelteil 14 befinden sich Flansche für Montage des Doppelplattenschiebers in eine Rohrleitung. Im Inneren des Gehäuses befinden sich die Aufnahmen für ein auswechselbares Dichtungssystem, das aus jeweils den Betriebsbedingungen gerecht werdenden Materialien besteht. Ferner befinden sich an dem Gehäusemittelteil die Flansche 19, 20 für die Verbindung zum Gehäuseoberteil 13 und zum Gehäuseunterteil 15. An dem Gehäusemittelteil 14 können Spülanschlüsse mit entsprechenden Flanschanschlüssen realisiert sein. Das Gehäusemittelteil 14 kann aus einem anderen Material bestehen als das Gehäuseoberteil 13 und das Gehäuseunterteil 15. Da das Gehäusemittelteil 14 die stutzen für die Rohrleitung aufweist, kann es aus hochwertigem Material, das besonders hitzebeständig oder mechanisch belastbar ist, hergestellt sein.

Das Gehäuseunterteil 15 kann mit Spülrohren mit entsprechenden Flanschanschlüssen versehen werden. Auch Reinigungsöffnungen können vorgesehen sein, durch welche dann eingedrungener Schmutz entfernt werden kann.

Durch die dreiteilige Ausführungsform des Gehäuses erreicht man im Vergleich zu dem Stand der Technik, der ein durchgehendes Gehäuse mit Deckel und Boden hat, eine Trennung, die das Gehäusemittelteil 14 steifer macht und es in die Lage versetzt, höhere Kräfte aufzunehmen. Diese Aufteilung in drei Teile ermöglicht es auch, das Gehäusemittelteil 14 aus einem anderen Werkstoff zu realisieren als das Gehäuseoberteil 13 bzw. Gehäuseunterteil 15 und dabei die Abhängigkeit von dem Druck, von der Temperatur und der Temperaturverteilung innerhalb des Gehäuses, von dem Prozeßmedium und dem Spülmedium zu berücksichtigen.

Ein weiterer Vorteil des dreiteiligen Gehäuses liegt darin, daß die Wandstärken und Verrippungen insbesondere des Gehäuseoberteils 13 und des Gehäuseunterteils 15 nicht so aufwendig auszuführen sind wie bei einem einteiligen Gehäuse. Die Ursache dafür liegt in den Verbindungsflanschen an dem Gehäusemittelteil 14, das höhere Kräfte aufnehmen kann. Auch die elastische Verformung unter den Betriebslasten inklusive der Rohrleitungskräfte verteilen sich in dem dreiteiligen Gehäuse gleichmäßiger. Es kommt zu geringeren Spannungs- und Verformungsspitzen gegenüber einem einteiligen Gehäuse.

2 zeigt einen Schnitt entlang A-B des Doppelplattenschiebers nach 1. Die Systemträgerplatte 1 ist über das angetriebene Betätigungselement 2 in ihre oberste Position verfahren.

Die erste Dichtplatte 7 und die zweite Dichtplatte 8 sind gegen den Anschlag 18 gefahren. Zwei auf der Systemträgerplatte 1 aufliegende Keile 21 sind in Keilsitze 22 gezogen worden. Beide Keilsitze 22 sind jeweils mit der Innenseite einer Dichtscheibe 23, 24 fest verbunden. Wie in der Beschreibung zur 8 näher erläutert ist, wird die Keilkraft auf die Dichtscheiben 23, 24 nach außen wirkend aufgebracht. In der Geschlossenstellung des Doppelplattenschiebers werden die beiden Dichtscheiben 23, 24 gegen gehäuseseitige Dichtringe bzw. Dichtringe an den Flanschen für den Rohranschluß gedrückt. Der Anpreßdruck erfolgt über die Keil-Keilsitz-Anordnung.

3 zeigt am Beispiel der in der Zeichnung rechten Dichtscheibe 23 als Detail das Dichtungssystem bestehend aus dem Dichtring 28 und einem zusätzlichen Dichtungselement 29. An dem Gehäuse befindet sich in dem Bereich eines Rohrstutzens 26 auf der Gehäuseinnenseite eine umlaufende Nut 27. Das Dichtungssystem bestehend aus dem Dichtring 28 und dem zusätzlichen Dichtungselement 29 wird in diese umlaufende Nut 27 eingeschoben, wobei der Dichtring 28 die umlaufende Nut 27 in der Höhe fast vollständig ausfüllt, jedoch im rückwärtigen Bereich der Nut 27 einen Spalt 30 freiläßt. Innerhalb dieses Spaltes 30 ist das zusätzliche Dichtungselement 29 angeordnet, das beispielsweise aus einem O-Ring oder einer Flachdichtung bestehen kann. Das in 3 dargestellte Dichtungssystem im Gehäuse bzw. im Stutzen 26 weist als Dichtring 28 einen Ring aus Polytetrafluorethylen und als zusätzliches Dichtungselement 29 einen in den Spalt 30 der umlaufenden Nut 29 hinter dem Dichtring 28 liegenden O-Ring auf. Diese Anordnung wird als Weichdichtungssystem bezeichnet und ist bei Temperaturen von bis zu 200°C einsetzbar. Nicht dargestellt ist eine Ausführungsform für Temperaturen von 200°C, für die Compound-Dichtungen verwendet werden. Dabei besteht der Dichtring aus rund aufgewickelten Metallen, die in den Zwischenräumen entweder Graphit oder eine Mineralfaser haben, wobei die Mineralfaser auch mit Graphit umwickelt sein kann. Das in dem Spalt 30 dahinterliegende zusätzliche Dichtungselement ist dann eine Flachdichtung. Für Temperaturen in einem Bereich über 400°C werden für den Dichtring Chromkarbid-beschichtete Metallringe verwendet. Das dahinterliegende zusätzliche Dichtungselement ist eine hochtemperaturbeständige Flachdichtung.

Die Dichtscheibe 23 ist in der gelösten Position dargestellt, wie während des Verfahrwegs. Der Rohrstutzen 26 ist an dem Gehäusemittelteil 14 befestigt. Sie kann eine gehärtete Oberfläche mit einer Härte von 2000 HV aufweisen, um die Reibung mit dem Dichtring 28 möglichst gering zu halten.

4 zeigt am Beispiel der in der Zeichnung linken Dichtscheibe 24 die Verbindung der Dichtscheiben 23, 24 mit den Dichtplatten 7, 8 und ist eine Teilansicht der 2. Die zweite Dichtplatte 8 weist einen kreisrunden Ausschnitt 31 für die Aufnahme der entsprechenden kreisrunden Dichtscheibe 24 auf. Zu diesem Zweck ist an der Dichtplatte 8 an der zum Innenraum gewandten Seite ein Bund 32 ausgebildet, auf den ein hervorkragender umlaufender äußerer Abschnitt 33 der Dichtscheibe 24 zur Anlage kommt. Ein innenliegender Befestigungsring 34 bedeckt sowohl den äußeren Abschnitt 32 der Dichtscheibe 24, als auch eine Nut 35 der zweiten Dichtscheibe 24. Die Nut 35 ist an dem inneren Umfang der Dichtscheibe 24 umlaufend ausgebildet und in der Tiefe so bemessen, daß die Oberseite des montierten Befestigungsrings 34 mit der zu dem Gehäuseinnenraum zeigenden Oberfläche der Dichtscheibe 24 fluchtet. Der umlaufende Befestigungsring 34 ist ortsfest an der Dichtscheibe 24 angeordnet, beispielsweise ist er mit ihr verschraubt. Zwischen dem umlaufenden Befestigungsring 34 an der Dichtscheibe 24 und der Dichtplatte 8 sind über den Umfang verteilt mehrere Federn 36 angeordnet. Die Federn sind achsparallel mit der Dichtscheibe 24 und werden zusammengedrückt, wenn bei dem Schließvorgang die Keileinheit die Dichtscheibe 24 nach außen drückt. Die Federn 36 sind Druckfedern, die das Rückstellen der Dichtscheibe 24 beim Öffnen des Schiebers unterstützen. In der Darstellung verschiebt sich die Dichtscheibe 24 während des Anpressens durch den Keil nach links und beim Lösen des Keils durch die Kraft der Feder 36 wieder in ihre Ursprungslage wie dargestellt. Das Rückstellen der Dichtscheibe 24 über die eine oder mehreren Federn 36 stellt auch sicher, daß die Dichtscheiben 24 nicht an dem Dichtsystem verkleben bzw. daß die Dichtscheibe während des Verfahrens des Plattenkorbes nicht über den Dichtring 28 schleift.

In dieser Ausführungsform weist der umlaufende Befestigungsring 34 über den Umfang verteilt mehrere der zweiten Dichtplatte zugewandten Sacklöcher 37 für die Aufnahme einer Torsionsdruckfeder als Feder 36 auf.

Als Verdrehsicherung kann eine Schraube durch eine Bohrung in dem Befestigungsring in ein Sackloch mit Innengewinde in der Dichtscheibe 24 geschraubt sein.

5 zeigt als Detail aus der 2 eine Draufsicht auf das Verbindungselement der ersten Dichtplatte 7 mit der zweiten Dichtplatte 8: Die erste Dichtplatte 7 weist auf ihrer zum Gehäuseinnenraum gewandten Seite an beiden Längsseiten Buchsen 38 auf, in diesem Ausführungsbeispiel je Längsseite drei Buchsen, die angeschraubt oder angeschweißt sein können. Die Buchsen 38 sind mit zwei koaxial sich gegenüberliegenden Langlöchern oder kreisrunden Löchern 39 versehen, deren Achse senkrecht zu der Achse der Buchse 38 ist. Auf der zweiten Dichtplatte 8 befinden sich jeweils gegenüberliegend zu den Buchsen 38 der ersten Dichtplatte 7 Bolzen 40, die angeschweißt oder angeschraubt sein können. Im Durchmesser sind die Bolzen 40 so gewählt, daß sie in die Buchsen 38 der ersten Dichtplatte 7 mit etwas radialem Spiel eingeführt werden können.

6 ist eine Darstellung im Schnitt durch das Verbindungselement 6 nach 5. Der vordere Teil des Bolzens 40 ist wie ein Dorn ausgeführt für die Aufnahme eines Federpaketes 41. Der Bolzen 40 enthält eine Bohrung 42, die mit den beiden Langlöchern 39 in dem Mantel der Buchse 38 fluchtet. Die Verbindung von der ersten Dichtplatte 7 mit der zweiten Dichtplatte 8 kann durch einen Stift 43 erfolgen, der durch das erste Langloch 39, die Bohrung 42 in dem Bolzen 40 und das zweite Langloch 39 hindurchgeführt wird. Das auf dem Dorn angeordnete Federpaket 41, beispielsweise eine Torsionsfeder, stellt die erste und die zweite Dichtplatte 7, 8 unter eine definierte Vorspannung, welche für das Andrücken der Dichtflächen der beiden Dichtplatten 7, 8 an den Dichtring 28 an dem Rohrstutzen 26 sorgt, wenn sich der Doppelplattenschieber in der Offenposition befindet. Die Systemträgerplatte 1 ist zwischen den beiden Dichtplatten 7, 8 angeordnet und weist Ausschnitte bzw. Aussparungen für das Durchführen der Verbindungselemente 6 auf. Bevorzugt sind entlang beider Längsseiten der Dichtplatten 7, 8 je drei Verbindungselemente 6 verteilt angeordnet, so daß ein Verkanten oder Verwinkeln der beiden Dichtplatten zueinander vermieden wird. Durch diese Anordnung ist der thermische Einfluß möglichst gering, da der Abstand der Verbindungselemente 6 zu der Durchgangsöffnung möglichst groß ist. Folglich fällt der temperaturabhängige Vorspannungsverlust der Federn bzw. der Dichtung möglichst gering aus.

7 zeigt als Detailansicht der 2 einen Schnitt durch die Rohrbrücke 4. Die Rohrbrücke besteht aus zwei Rohrhälften, wobei die erste Rohrhälfte 44 an der ersten Dichtplatte 7 befestigt ist und die zweite Rohrhälfte 45 an der zweiten Dichtplatte 8 befestigt ist und die erste Rohrhälfte 42 eine umlaufende Nut für die Aufnahme eines umlaufenden Vorsprungs der zweiten Rohrhälfte 43 aufweist. Die erste Dichtplatte 7 und die zweite Dichtplatte 8 weisen deckungsgleich einen kreisförmigen Ausschnitt auf und die Mantelinnenflächen der ersten Rohrhälfte 44 und der zweiten Rohrhälfte 45 fluchten mit den kreisförmigen Ausschnitten. Die beiden Rohrhälften 44, 45 sind ineinander steckbar. Die beiden Rohrhälften 44, 45 können mit einem radialen Dichtring 46 gegeneinander abgedichtet sein. Die Rohrhälfte 45 kann stirnseitig an ihrem Vorsprung mit einer Flachdichtung 47 versehen sein und mit einer definierten Vorspannung abgedichtet sein.

8 zeigt als Detailausschnitt aus 2 das Trägersystem 11. Das Trägersystem 11 ist mit einem Gabelkopf 48 an der Systemträgerplatte 1 befestigt. In Längsrichtung des Gehäuses ist ein Federsystem 49 angeordnet, mit einer auf einen Gabelkopfbolzen 50 geschobenen Druckfeder wie einer Torsionsfeder, wobei das untere Ende des Gabelkopfbolzens 50 ein Gewinde mit Mutter 51 für das Einstellen einer Vorspannung des Federsystem 49 aufweist. Das Gehäuse des Federsystems 49 weist in der Darstellung rechts und links je eine Auflageplatte 52 auf. Die Auflageplatte 52 ist im Längsschnitt rechteckig, wobei etwa das obere Drittel zwischen der ersten Dichtplatte 7 und der zweiten Dichtplatte 8 liegt. Der Rest der Auflageplatte 52 steht über die Dichtplatten 7 und 8 über. In dem überstehenden Bereich sind die Auflageplatten 52 im Querschnitt größer als der Abstand der ersten und der zweiten Dichtplatte 7, 8 zueinander. Somit hintergreifen die Auflageplatten 52 die Dichtplatten 7, 8 für den Verfahrweg in Richtung Geschlossenstellung des Doppelplattenschiebers. Dargestellt ist die Situation, daß die angetriebene Systemträgerplatte nach oben verfährt und die Dichtplatten 7, 8 an den zwei oberen Anschlägen 18 zur Anlage gekommen sind. Im Zuge des weiteren Verfahrens nach oben bleiben die auf den Dichtplatten 7, 8 angeordneten Verbindungselemente 6 stehen und die Systemträgerplatte mit dem Langloch 5 fährt für einen Schließhub weiter nach oben. Das Federsystem wird dabei gestreckt, so daß eine mechanische Vorspannung aufgebaut wird, die bei dem Öffnungsvorgang dafür sorgt, daß die Dichtplatten 7, 8 sich zunächst nicht nach unten bewegen, auch wenn die Systemträgerplatte 1 das Verfahren nach unten beginnt. Die mechanische Vorspannung des Federsystems 49 zieht die Dichtplatten 7, 8 zunächst nach oben in Richtung Systemträgerplatte 1. Die Länge des Langlochs 5 ist so bemessen, daß seine obere Kante erst zur Anlage an das Verbindungselement 6 kommt, wenn beim Verfahren nach unten die mechanische Vorspannung des Federsystems 49 weitestgehend aufgebraucht ist. Erst dann bewegen sich die Systemträgerplatte 1 und die Dichtplatten 7, 8 synchron weiter nach unten in Richtung Offenposition. Diese Verweilzeit der Dichtplatten 7, 8 wird dazu benutzt, daß das Keilsystem den Druck der Dichtscheiben 23, 24 schon von den Dichtringen 28 im Stutzen 26 wegnimmt, um möglichst wenig Reibungsverluste zu erzielen.

Zwischen den beiden an dem unteren Ende der Systemträgerplatte 1 angeordneten Trägersystem 11 befindet sich das Keilsystem 10 für das Anpressen der beiden Dichtscheiben 23, 24 gegen die beiden gehäuseseitigen Dichtungssysteme bzw. die Dichtringe 28 in den Stutzen 26.

Die beiden Dichtscheiben 23 und 24 weisen auf der der jeweiligen anderen Dichtscheibe zugewandten Seite Keilsitze auf, wobei die Keilspitze nach unten zeigt.

Das Keilsystem weist zwei zentrisch auf einem Kugelmechanismus gelagerte Keile auf, deren Spitze nach oben zeigt. Die Kugel 53 des Kugelmechanismus liegt in einer kreisrunden Aussparung eines rechteckigen, flachen Schiebers 54. Der Schieber 54 wird in dem in der Darstellung vertikalen Ausschnitt 9 geführt. Der Schieber 54 ist unter Zwischenschaltung weiterer Elemente mit der Systemträgerplatte 1 bewegungsfest verbunden. Wenn bei dem Verfahrweg in Richtung Geschlossenposition die Dichtplatten 7, 8 an ihre Anschläge 18 vor Block gefahren sind und die Systemträgerplatte 1 weiter nach oben verfährt, wird über die schiefen Ebenen der Keile du der Keilsitze die vertikale Stellbewegung in einen horizontalen Anpreßdruck der Dichtscheiben 23, 24 gegen die Dichtringe 28 gewandelt.

Bei der dargestellten Ausführungsform ist eine Vorrichtung zum Justieren des Keilsystems vorgesehen. Zu diesem Zweck weist der Schieber 54 an seiner unteren Kante eine Aussparung 55 auf, die zunächst einen kleineren Durchmesser hat und sich mit Abstand von der unteren Kante aufweitet.

In der Aussparung liegt der Kopf 56 eines Bolzens 57 in formschlüssigem Eingriff. Der Bolzen 57 wird durch eine Hülse 58 geführt und weist an seinem nach unten über die Hülse 58 vorstehenden Ende ein Gewinde für eine Mutter 59 auf. Die Hülse 58 ist mit zwei Befestigungsplatten 60 versehen, über die sie fest mit der Systemträgerplatte 1 verbunden ist. Die Befestigungsplatten 60 sind nahezu U-förmig mit nach unten zeigender Öffnung. Innerhalb der Öffnung liegt der Kopf 56 des Bolzens 57.

Über die Mutter 59 läßt sich die vertikale Lage der Kugel 53 justieren. Die horizontale Lage wird durch die Führung der Aussparung 9 vorgegeben. So läßt sich bei der Montage des Doppelplattenschiebers die Lage der Kugel 54 möglichst genau zentrisch der Dichtscheiben 23, 24 ausrichten, um einen möglichst gleichmäßigen Anpreßdruck durch eine konstante Verteilung der Keilkraft auf die Dichtringe 28 zu erzielen.

Die 9 zeigt das Gehäuseoberteil 13 mit einer Laterne 61, die vorgesehen ist für die Aufnahme des Antriebs, der elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch ausgeführt sein kann. Über den Antrieb wird das als Spindel ausgebildete Betätigungselement 2 für die Bewegung der integrierten Systemträgerplatte und somit des in dem Gehäuse untergebrachten Plattenkorbes realisiert.


Anspruch[de]
Doppelplattenschieber zum Absperren von Rohrleitungen, mit einem Gehäuse mit einer ersten Dichtplatte (7) und einer zweiten Dichtplatte (8), die in eine Offenposition und in eine Geschlossenposition bewegt werden können, wobei in der Offenstellung der ersten Dichtplatte (7) und der zweiten Dichtplatte (8) eine Rohrbrücke (4) in die Rohrleitung eingeschoben ist und in der Geschlossenstellung eine erste Dichtscheibe (23) und eine zweite Dichtscheibe (24) in die Rohrleitung eingeschoben sind, und mit einem translatorischen Betätigungselement (2) für das Verstellen des Doppelplattenschiebers in die Offenposition und in die Geschlossenposition, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrbrücke (4) zwischen dem translatorischen Betätigungselement (2) und der ersten Dichtscheibe (23) und der zweiten Dichtscheibe (24) angeordnet ist und daß das translatorische Betätigungselement (2) mit einer Systemträgerplatte (1) verbunden ist, die die Stellbewegung des Betätigungselementes (2) in Richtung Offenposition und in Richtung Geschlossenposition auf die erste Dichtplatte (7) und die zweite Dichtplatte (8) überträgt und daß die Systemträgerplatte (1) in ihrem dem Antrieb zugewandten Bereich eine Aussparung für das Durchführen der Rohrbrücke (4) aufweist. Doppelplattenschieber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Systemträgerplatte (1) die Stellbewegung in Richtung Geschlossenposition auf die erste Dichtplatte (7) und die zweite Dichtplatte (8) formschlüssig überträgt und in Richtung Offenposition formschlüssig überträgt. Doppelplattenschieber nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Systemträgerplatte (1) sich in Längsrichtung über etwa 2/3 der Länge des Gehäuses erstreckt und die Systemträgerplatte (1) in der Breite annähernd so breit ist wie der Gehäuseinnenraum. Doppelplattenschieber nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erste und die zweite Dichtplatte (7, 8) über Verbindungselemente (6) verbunden sind und die erste Dichtplatte (7) auf ihrer der zweiten Dichtplatte (8) zugewandten Seite entlang der beiden Längsseiten mehrere Buchsen (38) aufweist und die zweite Dichtplatte (8) auf ihrer der ersten Dichtplatte (7) zugewandten Seite entlang der Längskante mit den Buchsen (38) korrespondierende Bolzen (40) aufweist, welche mit axialem Spiel und mit radialem Spiel ineinander gesteckt sind und mittels einer formschlüssigen Verbindung miteinander verbunden sind. Doppelplattenschieber nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende des Bolzens (40) als Dorn ausgebildet ist, auf dem eine Druckfeder (41) angeordnet ist. Doppelplattenschieber nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterkante der Systemträgerplatte (1) zwei Trägersysteme (11) angeordnet sind, die fest mit der Systemträgerplatte (1) verbunden sind und die erste Dichtplatte (7) und die zweite Dichtplatte (8) in Richtung Geschlossenposition formschlüssig hintergreifen. Doppelplattenschieber nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägersystem (11) eine Hülse umfaßt, in die der Bolzen (50) einer Gabelkopfbolzenverbindung angeordnet ist, wobei der Bolzen (50) an dem dem Gabelkopf (48) abgewandten Ende ein Gewinde für die Aufnahme einer Mutter (51) aufweist und in der Hülse auf dem Bolzen (50) ein Federpaket (49) angeordnet ist und der Gabelkopf (48) fest mit der Systemträgerplatte (1) verbunden ist, und zwei Auflageplatten (52) an der Hülse abschnittsweise zwischen der ersten Dichtplatte (7) und der zweiten Dichtplatte (8) liegen und abschnittsweise über die beiden Dichtplatten (7, 8) überstehen wobei in diesem überstehenden Abschnitt die Dicke der Auflageplatten (52) größer ist als der Abstand der ersten Dichtplatte (7) zu der zweiten Dichtplatte (8). Doppelplattenschieber nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Systemträgerplatte (1) an ihren Längsseiten zwei Aussparungen (5) für das Durchführen der Verbindungselemente (6) der ersten Dichtplatte (7) und der zweiten Dichtplatte (8) aufweist, wobei das obere Ende der Aussparungen (5) während des Verfahrens in die Offenposition die Bewegung von der angetriebenen Systemträgerplatte (1) formschlüssig auf das Verbindungselement (6) und somit auf die erste Dichtplatte (7) und die zweite Dichtplatte (8) überträgt. Doppelplattenschieber nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Kante der Aussparung (5) beabstandet ist zu dem Verbindungselement (6). Doppelplattenschieber nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zentral an der ersten Dichtscheibe (23) und der zweiten Dichtscheibe (24) auf den jeweils einander zugewandten Seiten ein Keil angeordnet ist, wobei die beiden rückwärtigen Keile einen Keilsitz bilden und daß der Antrieb mittelbar eine Keilanordnung in die Keilsitze zieht. Doppelplattenschieber nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Systemträgerplatte an ihrer unteren Kante in der Mitte eine sich in Richtung Zentrum der Dichtscheiben (23, 24) und über dieses hinaus erstreckende Aussparung (9) aufweist, in der ein Schieber (54) mit in eine kreisrunde eingelassener Kugel (53) geführt ist, wobei bei einer Bewegung der Systemträgerplatte (1) in Richtung Geschlossenposition der Schieber (54) über einen Kugelmechanismus zwei Keile mit in die vertikale Richtung bewegt, wobei die beiden Keile mit ihrer jeweiligen schiefen Ebene auf die schiefen Ebenen der Keilsitze an den Dichtscheiben (23, 24) derart wirken, daß diese Dichtscheiben (23, 24) eine horizontale Bewegung ausführen und nach außen gegen Dichtringe (28) in den Stutzen (26) drücken. Doppelplattenschieber nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrbrücke (4) aus zwei Rohrhälften (42, 34) besteht, wobei die erste Rohrhälfte (42) an der ersten Dichtplatte (7) befestigt ist und die zweite Rohrhälfte (43) an der zweiten Dichtplatte (8) befestigt ist und die erste Rohrhälfte (42) eine umlaufende Nut aufweist für die Aufnahme eines umlaufenden Vorsprungs der zweiten Rohrhälfte (43). Doppelplattenschieber nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Rohrhälften (44, 45) ein radialer Dichtring (46) angeordnet ist. Doppelplattenschieber nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß der umlaufende Vorsprung der zweiten Rohrhälfte (45) stirnseitig eine Flachdichtung (47) aufweist.






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