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Dokumentenidentifikation DE202007009322U1 22.11.2007
Titel Vorrichtung zur Personenvereinzelung
Anmelder Kaba Gallenschütz GmbH, 77815 Bühl, DE
Vertreter Geitz Truckenmüller Lucht, Patentanwälte, 76135 Karlsruhe
DE-Aktenzeichen 202007009322
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 22.11.2007
Registration date 18.10.2007
Application date from patent application 03.07.2007
IPC-Hauptklasse E06B 11/08(2006.01)A, F, I, 20070703, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Personenvereinzelung.

Derartige Vorrichtungen sind im Stand der Technik bereits seit Langem bekannt. Üblicherweise werden Vorrichtungen zur Personenvereinzelung in Form von Drehkreuzanlagen überall dort eingesetzt, wo eine Zutrittskontrolle stattfinden soll. Entweder soll die Zahl der eintretenden Personen begrenzt gehalten oder aber der Eintritt in den von der Drehkreuzanlage abgesperrten Bereich nur unter Auflagen, etwa gegen Zahlung eines Eintrittspreises oder Vorlage einer Eintrittskarte, freigegeben werden.

Das grundsätzliche Vorhandensein einer Drehkreuzanlage erfordert jedoch nicht notwendigerweise, dass diese auch eingesetzt werden muss. Für den Fall, dass zu bestimmten Zeitpunkten eine Personenvereinzelung wie vorgesehen nicht stattfinden soll, kann die Drehkreuzanlage durchaus außer Eingriff gesetzt werden. Dies ist etwa notwendig bei einem Notfall, so bei Ausbruch eines Feuers in einem Stadion, oder aber auch wenn ein Bedarf für die Kontrolle nicht mehr besteht, etwa wenn nach einem Fußballspiel die Besucher das Stadion verlassen möchten. Ebenfalls kann ein Außer-Eingriff-Setzen der Vorrichtung dann erfolgen, wenn eine Wartungsmaßnahme durchzuführen ist und währenddessen eine händische Zutrittskontrolle erfolgt.

Es liegt jedoch durchaus im Interesse der Betreiber der genannten Personenvereinzelungsvorrichtungen, dass im Regelfall diese nicht grundlos geöffnet werden. Denkbar ist etwa, dass Bedienstete an einzelnen Zugängen willkürlich die Anlage öffnen um ihnen bekannte Personen kostenlos einzulassen oder dass sich im Falle einer sicherheitstechnisch bedenklichen Überfüllung die Frage nach der Ursache hierfür stellt.

Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Personenvereinzelung zu schaffen, welche eine Manipulation zu Lasten des Betreibers wirksam verhindert und eine Kontrolle der Wirksamkeit der aufgestellten Vorrichtung ermöglicht.

Dies gelingt mit einer Vorrichtung zur Personenvereinzelung gemäß den Merkmalen des Hauptanspruchs. Weitere sinnvolle Verbesserungen dieser Vorrichtung können den Unteransprüchen entnommen werden.

Ähnlich wie im Stand der Technik sieht die Erfindung als Voraussetzung zunächst vor, dass eine Mehrzahl von Sperrholmen an einer Rotationseinheit angeordnet sind. Durch ein Drehen der Rotationseinheit kann jeweils eine Person durch die Drehsperre hindurchtreten, wobei sich gleichzeitig ein Sperrholm, einen Rotationsabschnitt überstreichend, aus der Sperrposition herausdreht, während der nächste Sperrholm ihm in die Sperrposition folgt. Die Sperrholme sind – wie ebenfalls bekannt – zumindest in ihrer Sperrposition außer Eingriff schwenkbar, also derart senkrecht zur Drehrichtung verschwenkbar, dass sie ein Durchtreten von Personen nicht mehr verhindern. Erfindungsgemäß löst jedoch der zumindest eine aus der Sperrposition heraus außer Eingriff geschwenkte Sperrholm dabei einen elektrischen Kontakt aus, der mit einem elektrischen Zeitzähler verbunden ist. Dieser wird dadurch mit einem elektrischen Potential beaufschlagt. Anhand des derart behandelten Zeitzählers kann im Nachhinein eine Feststellung erfolgen, wann ein Sperrholm außer Eingriff geschwenkt worden ist bzw. wann er in Betrieb war.

Mit besonderem Vorteil ist der Sperrholm mit einem Riegel in seiner Eingriffsposition gehalten, der ein Außer-Eingriff-Schwenken verhindert. Wird dieser aber vom Personal gelöst, ist ein Verschwenken möglich, wobei der Riegel durch die Bewegung des Sperrholms federnd ausweicht. Dadurch wird er gegen eine Kontaktplatte gedrückt, welche den Kontakt zur Spannungsbeaufschlagung des Zeitzählers auslöst.

Dabei ist es durchaus auch möglich, dass der Riegel selbst das Potential trägt, mit dem der Zeitzähler beaufschlagt wird. Dadurch entfällt ein Verlegen zusätzlicher Leitungen, durch die Wahl der Potentialverteilung, etwa der Verteilung des Massepotentials auf den Riegel wird auch eine Berührungsgefahr durch das Publikum ausgeschlossen.

Mit besonderem Vorteil ist die Kontaktplatte ebenfalls federnd gelagert, so dass diese bei einem Druck durch den Riegel ebenfalls federnd nachgibt. Dies ermöglicht einen größeren Spielraum bei der Justierung des Riegels, so dass der Riegel nicht punktgenau an der Kontaktplatte zum stehen kommen muss, sondern vielmehr weiter unter Kontaktherstellung verdreht werden kann.

Zwischen den verschiedenen Potentialen ist in der Sperrposition eine geeignete Isolierung vorhanden, so dass ein Kontaktschluss über andere als die vorgesehenen Wege wirksam verhindert ist.

Der Zeitzähler misst mit Vorteil die Zeit der Spannungsbeaufschlagung, welche insoweit der Zeit des Außer-Eingriff-Setzens gleichkommt. Es ist sowohl möglich, diesen Zeitzähler direkt vor Ort, als auch aus der Ferne, etwa in einem Betriebsbüro, auszuwerten und nach dem Auswerten zurückzusetzen. Dazu können Schnittstellen aller Art, mittels Kontakten oder kontaktlos, vorgesehen sein.

Um ein möglichst abgerundetes Bild von den Einsätzen der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu erhalten kann der Zeitzähler zudem auch in der Lage sein, anhand der Uhrzeit auch Zeitpunkte, etwa des In-Eingriff-Setzens und des Außer-Eingriff-Setzens, mitzuspeichern, so dass auch diese Zeitpunkte mit berücksichtigt werden können.

Hierzu kann der Zeitzähler mit einem, vorzugsweise nichtflüchtigen, Speicher verbunden sein, der die Ereignisse aufzeichnet und auch bei einer Trennung von seiner Spannungsversorgung die entsprechende Information speichert.

Die vorstehend beschriebene Erfindung wird im Folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es zeigen

1 eine Vorrichtung zur Personenvereinzelung in einer schematischen Seitenansicht mit Sperrholmen in Eingriffsposition, und

2 die Vorrichtung zur Personenvereinzelung gemäß 1, wobei der Sperrholm in Sperrposition außer Eingriff geschwenkt ist.

1 zeigt eine Vorrichtung 1 zur Personenvereinzelung, welche eine Mehrzahl von Sperrholmen 4, 4' aufweist, welche mittels einer Rotationseinheit 3 rotierbar sind. Im Betrieb dieser an sich soweit bekannten Einrichtung wird eine Person bis zum Sperrholm 4, der sich in einer Sperrposition befindet, vortreten und eine Eintrittskarte in einen dafür vorgesehenen Leser stecken. Ist die Karte gültig, so rotiert die Rotationseinheit 3 den Sperrholm 4 aus der Sperrposition heraus, so dass die Person die Sperre durchtreten kann. Durch die Rotation der Rotationseinheit 3 wird jedoch gleichzeitig der nächste Sperrholm 4' in Sperrposition gedreht, so dass ein Durchtritt einer weiteren Person verhindert ist.

Soll nunmehr ein Durchtritt frei möglich sein, etwa nach einer Eintrittsphase, so wird der aktuell in der Sperrposition befindliche Sperrholm 4 außer Eingriff verschwenkt, so dass er, wie die anderen Sperrholme 4' nicht im Durchtrittsweg der durchtretenden Personen liegt. Die Vorrichtung 1 kann nunmehr ungehindert passiert werden. Nachdem dieses Außer-Eingriff-Setzen aber im Sinne des Betreibers solcher Vorrichtungen 1 lediglich in vorbestimmten Situationen durchgeführt werden soll, ist es unter dem Gesichtspunkt des Missbrauchsschutzes erforderlich, die Zeit, für welche die Vorrichtung außer Eingriff gesetzt ist, zu ermitteln.

2 zeigt die Vorrichtung 1 zur Personenvereinzelung gemäß 1 in der zuvor beschriebenen Situation, in welcher der Sperrholm 4 außer Eingriff, nämlich in eine Ebene mit dem in einer Freigabeposition befindlichen Sperrholm 4', verschwenkt ist. Um ein solches Verschwenken zu ermöglichen, ist der Sperrholm 4 über einen Riegel 7 mit der Rotationseinheit 3 verbunden, so dass durch ein Öffnen des Riegels 7 eine Freigabe des Sperrholms zum Verschwenken ermöglicht ist. Der Riegel 7 weicht beim Verschwenken des Sperrholms 4 aus und drückt dabei gegen einen Kontakt 5, der am Standfuß 2 der Vorrichtung 1 angeordnet ist. Der Kontakt ist gegenüber der Vorrichtung 1 mittels einer zwischen dem Kontakt 5 und dem Standfuß 2 vorgesehenen Isolierung 6 isoliert angeordnet und mit einem Potential beaufschlagt, welches zur Versorgung eines Zeitzählers dienen kann. Durch ein Verschwenken des Sperrholms 4 drückt der Riegel 7 gegen den Kontakt 5 und schließt dadurch einen Stromkreis zur Versorgung des Zeitzählers. Der Zeitzähler wird dadurch mit Spannung beaufschlagt und zählt die Zeit, bis der Kontakt abbricht, also der Sperrholm 4 wieder in Eingriff gebracht wird. Dabei kann der Zeitzähler einen Speicher aufweisen, welcher die gesammelten Informationen speichert und gegebenenfalls an eine Abfragevorrichtung überträgt. Zu den gesammelten Informationen können sowohl die Außer-Eingriffs-Dauer als auch die Uhrzeiten von Ereignissen des In-Eingriff- oder Außer-Eingriff-Setzens, von Stromausfällen oder Wartungszeiten gehören.

Vorliegend ist somit eine Vorrichtung zur Personenvereinzelung beschrieben, welche eine Manipulation zu Lasten des Betreibers wirksam verhindert und eine Kontrolle der Wirksamkeit der aufgestellten Vorrichtung mit einfachen elektronischen und mechanischen Mitteln ermöglicht.

1
Vorrichtung
2
Standfuß
3
Rotationseinheit
4, 4'
Sperrholm
5
Kontakt
6
Isolierung
7
Riegel


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Personenvereinzelung, umfassend eine Mehrzahl von Sperrholmen (4, 4') zur Verhinderung eines Personendurchtritts, sowie eine Rotationseinheit (3) zur abschnittsweisen Rotation der, vorzugsweise in definiertem Raumwinkel zueinander angeordneten, Sperrholme (4, 4') um eine Rotationsachse, welche jeweils nach Überstreichen eines Rotationsabschnitts die Verrastung wenigstens eines, an der Rotationseinheit schwenkbar angelenkten, Sperrholms (4) in einer Sperrposition erlaubt, wobei dieser Sperrholm (4) aus der Sperrposition heraus unter elektrischer Verbindung zweier elektrischer Potentiale außer Eingriff schwenkbar ist und dadurch ein elektrischer Zeitzähler mit einem definierten Potential beaufschlagbar ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der in der Sperrposition befindliche Sperrholm (4) mittels eines, vorzugsweise federnd gelagerten, Riegels (7) in Eingriff gehalten ist und durch das Außer-Eingriff-Setzen des Sperrholms der Riegel (7) derart gegen die Federkraft verschwenkbar ist, dass der Riegel (7) einen Kontakt (5) berührt. Vorrichtung gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an den Riegel (7) ein von dem Kontakt (5) verschiedenes elektrisches Potential angelegt ist und durch die Berührung von Riegel (7) und Kontakt (5) die elektrische Verbindung herstellbar ist. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontakt (5) derart federnd gelagert ist, dass die federnde Lagerung ihn zum Ausweichen vor dem verschwenkbaren Riegel (7) ertüchtigt. Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Eingriffsposition sämtlicher Sperrholme (4, 4') zwischen den beiden Potentialen eine geeignete Isolierung (6) vorgesehen ist. Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Zeitzähler die Zeit seiner Spannungsbeaufschlagung misst. Vorrichtung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Zeitzähler auswertbar und vorzugsweise auch rücksetzbar ist. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Zeiterfassung auch die Uhrzeit eines Außer-Eingriff-Setzens und eines In-Eingriff-Setzens erfasst und gespeichert wird. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass dem Zeitzähler ein nichtflüchtiger Speicher, etwa ein Flash-Speicher oder ein EEPROM, zugeordnet ist.






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