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Dokumentenidentifikation DE202007010062U1 22.11.2007
Titel Tuchbehang
Anmelder WAREMA Renkhoff GmbH, 97828 Marktheidenfeld, DE
Vertreter Beyer & Jochem Patentanwälte, 60322 Frankfurt
DE-Aktenzeichen 202007010062
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 22.11.2007
Registration date 18.10.2007
Application date from patent application 17.07.2007
IPC-Hauptklasse E04F 10/06(2006.01)A, F, I, 20070717, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A47H 23/08(2006.01)A, L, I, 20070717, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung befasst sich mit einem Tuchbehang zum Aufwickeln auf einer Wickelwelle, wie er beispielsweise bei Markisen als Sonnenschutz verwendet wird, der aus wenigstens zwei Bahnen zusammengesetzt ist, wobei die Bahnen an den zur Bewegungsrichtung parallelen Stoßstellen miteinander verbunden sind und der Behang seitliche Randsäume besitzt.

Bei der Herstellung von wickelbaren Tuchbehängen für Sonnenschutzanlagen, wie z. B. Markisen, ist es üblich, als Ausgangsmaterial Bahnen, meist Textilbahnen, zu verwenden, die eine bestimmte Breite besitzen. Für unterschiedlich breite Behänge ist es dann erforderlich, zwei oder mehr Bahnen miteinander zu verbinden, wobei die entstehenden Stoßstellen parallel zur Ausfahrrichtung des Tuchbehanges liegen. In den beiden Randbereichen wird der Tuchbehang dann jeweils zu einem Randsaum umgeschlagen.

Für die Bearbeitung der Randsäume und der Stoßstellen ist es üblich, die Tuchlagen in diesen Bereichen miteinander zu vernähen. Durch das Vernähen mehrerer Lagen des Tuches erhöht sich jedoch die effektive Stärke des Behanges in diesen Bereichen. Beim Aufwickeln des Tuchbehanges auf eine Wickelwelle führt dies dann dazu, dass das Tuch insbesondere im Bereich der Außensäume überdehnt wird und Falten wirft. Nach längerem Gebrauch der Anlage hängen dann die Außenränder des Tuchbehanges im ausgefahrenen Zustand durch, wodurch sich ein unschöner Anblick ergibt.

Alternativ zum Nähen besteht die Möglichkeit, den Behang im Bereich der Stoßstellen der Tuchbahnen und im Bereich der Außensäume zu verkleben. Durch das Kleben wird das Überdehnen der Außensäume und auch der Stoßstellen reduziert, es hat sich allerdings gezeigt, dass der Behang über die gesamte Breite dann nur zwischen den Stoßstellen durchhängt und nicht über die gesamte Breite. Dieses Phänomen wird auch als „Wolkenbehang" bezeichnet und erweckt den Eindruck, der Tuchbehang sei nicht richtig gestrafft.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Tuchbehang der eingangs genannten Art aus Tuchbahnen so herzustellen, dass die vorstehend genannten Nachteile vermieden werden.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass der Tuchbehang an seinen seitlichen Randbereichen geklebte Randsäume aufweist während die Tuchbahnen an der wenigstens einen mittleren Stoßstelle der Tuchbahnen vernäht sind.

Obgleich die Verarbeitung eines solchen Tuchbehanges aufgrund des gleichzeitigen Klebens und Vernähens aufwändiger ist und im Bereich der mittleren Stoßstellen aufgrund des Vernähens stärkere Tuchbehangstärken als beim Verkleben auftreten, hat sich gezeigt, dass durch die Eindämmung des Überdehnens in den Randbereichen mit Hilfe des Verklebens die Außensäume auch nach längerem Betrieb einer Sonnenschutzanlage besser gestrafft bleiben und optisch ansehnlicher wirken. Andererseits vermeiden die vernähten Stoßstellen im mittleren Behangbereich das wellenartige Durchhängen des Behangs und stattdessen bildet sich ein über die gesamte Breite des Tuchbehanges gleichmäßiger Durchhang, der durchweg als angenehmer empfunden wird.

Die Tuchbahnen für den erfindungsgemäßen Tuchbehang sind in der Regel textile Stoffe, grundsätzlich kann ein erfindungsgemäßer Tuchbehang aber auch aus Folien oder dergleichen gefertigt sein.

Nachfolgend wird anhand der beigefügten Zeichnung näher auf ein Ausführungsbeispiel der Erfindung eingegangen, Die schematische Draufsicht zeigt einen abgewickelten Tuchbehang 10, der bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus fünf Tuchbahnen 12, 13 aus einer Stoffrohware mit vorgegebener Breite gefertigt ist. Im Bereich eines oberen Saumes 14 ist der fertige Tuchbehang 10 beispielsweise in der Kedernut einer Wickelwelle verankert, während der untere Saum 16 in der Regel ebenfalls in einer Kedernut verankert ist, die in einem Ausfallprofil einer Sonnenschutzanlage ausgebildet ist. An dem Ausfallprofil (nicht gezeigt) greifen beispielsweise bei einer Gelenkarmmarkise Spannelemente in Form von federbelasteten Gelenkarmen (nicht gezeigt) an, die den Tuchbehang in der Ausfahrrichtung spannen.

Im Randbereich 18 sind die dortigen Tuchbahnen 12 umgeschlagen und zu jeweils einem Randsaum verklebt. Das Verkleben bietet gegenüber dem Vernähen den Vorteil, dass die Dicke des Randsaumes weniger groß ist und beim Aufwickeln das Tuch in diesem Bereich entsprechend weniger überdehnt wird. Durch diese geringere Dehnbelastung bleiben die Randbereiche des Tuchbehanges 10 längerfristig straff und hängen weniger durch.

Die bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel drei mittleren Tuchbahnen 13 sind mit den beiden äußeren Tuchbahnen 12 und untereinander an Stoßstellen 20 miteinander vernäht. Das Vernähen der Stoßstellen in diesen Bereichen bietet den Vorteil, dass der aufgespannte Behang gleichmäßig über seine gesamte Breite durchhängt, während es sich gezeigt hat, dass ein Verkleben der Stoßstellen im mittleren Bereich dazu führt, dass das Tuch zwischen den Randbereichen und den Stoßstellen jeweils durchhängt und ein wolkenartiges Erscheinungsbild bietet.

Durch das kombinierte Verarbeitungsverfahren aus Nähen und Kleben erhöht sich zwar der Bearbeitungsaufwand, allerdings können die Nachteile des frühzeitigen Erschlaffens der Randbereiche und die Nachteile eines wolkenartigen Durchhängens mit dem erhöhten Bearbeitungsaufwand minimiert werden.


Anspruch[de]
Tuchbehang (10) zum Aufwickeln auf einer Wickelwelle, der aus wenigstens zwei Tuchbahnen (12) zusammengesetzt ist, wobei die Tuchbahnen an ihren zur Ausfahrrichtung parallel verlaufenden Stoßstellen (20) verbunden sind und der Tuchbehang (10) Randsäume (18) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Tuchbehang (10) an seinen seitlichen Randbereichen geklebte Randsäume (18) aufweist, während die Tuchbahnen (12) an der wenigstens einen mittleren Stoßstelle (20) miteinander vernäht sind.






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