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Dokumentenidentifikation DE202007010079U1 22.11.2007
Titel Chirurgische Sägevorrichtung und chirurgische Säge
Anmelder AESCULAP AG & Co. KG, 78532 Tuttlingen, DE
Vertreter HOEGER, STELLRECHT & PARTNER Patentanwälte, 70182 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 202007010079
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 22.11.2007
Registration date 18.10.2007
Application date from patent application 09.07.2007
IPC-Hauptklasse A61B 17/14(2006.01)A, F, I, 20070709, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine chirurgische Sägevorrichtung mit mindestens einem in distaler Richtung weisenden Schneidelement, welches an einem eine Sägeebene definierenden Trägerabschnitt der Sägevorrichtung angeordnet ist.

Ferner betrifft die vorliegende Erfindung eine chirurgische Säge mit einer chirurgischen Sägevorrichtung und einem Antrieb zum Bewegen der Sägevorrichtung, welche Sägevorrichtung mindestens ein in distaler Richtung weisendes Schneidelement aufweist, welches an einem eine Sägeebene definierenden Trägerabschnitt der Sägevorrichtung angeordnet ist.

Bei chirurgischen Eingriffen kann es erforderlich sein, an einem Knochen eine genau definierte Knochenschicht abzutragen. Beispielsweise bei einer Kniegelenkoperation zum teilweisen oder vollständigen Ersetzen eines natürlichen Kniegelenks durch eine Kniegelenkprothese kann es vorkommen, dass eine bereits resezierte Tibia nochmals nachreseziert werden muss. Dies bedeutet, dass noch ein Teil derselben abgetragen werden muss, um ein Tibiateil der Kniegelenkprothese in einer für eine Funktion der Kniegelenkprothese erforderlichen Weise an der Tibia festzulegen. Zum Einsatz kommen insbesondere chirurgische Sägevorrichtungen in Form von Sägeblättern für chirurgische Sägen in Form von Oszillationssägen.

Es ist bekannt, zur Resektion der Tibia Sägeschablonen zu verwenden. Für eine Nachresektion können die Sägeschablonen entweder mit weiteren Führungen versehen sein oder auf einfache Weise versetzt, zum Beispiel auf Knochenpins, an der Tibia angeordnet werden, um eine Nachresektion in gewünschter Weise und mit gewünschter Dicke zu ermöglichen.

Nachteilig bei den bekannten Vorgehensweisen ist jedoch, dass entweder eine komplex aufgebaute Sägeschablone erforderlich ist oder diese versetzt werden muss, was einen zusätzlichen Operationsaufwand erhöht, ebenso eine Länge des chirurgischen Eingriffs.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine chirurgische Sägevorrichtung und eine chirurgische Säge der eingangs beschriebenen Art so zu verbessern, dass eine Nachresektion beispielsweise eines Knochens ohne weitere Hilfsmittel mit der Sägevorrichtung beziehungsweise der Säge möglich ist.

Diese Aufgabe wird bei einer chirurgischen Sägevorrichtung der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass an ihr ein Anschlag mit einer Anschlagfläche vorgesehen ist und dass die Anschlagfläche parallel oder im Wesentlichen parallel zur Sägeebene versetzt und von dieser beabstandet ist.

Durch den Anschlag ist es möglich, die Sägevorrichtung direkt an beispielsweise einen zu bearbeitenden Knochen anzulegen und entsprechend dem Abstand der Anschlagfläche von der Sägeebene durch einfache sägende Bearbeitung des Knochens diesen um einen gewünschten Betrag nachzuresezieren. Eine Bedienperson der Sägevorrichtung beziehungsweise einer Säge, an welcher eine derartige Sägevorrichtung vorgesehen ist, kann so ohne nachzudenken insbesondere Knochen in gewünschter Weise abtragen. Es ist kein Umpositionieren einer Sägeschablone erforderlich und auch keine Sägeschablone, die mehrere Resektionsebenen durch entsprechende Führungen, insbesondere in Form von Führungsschlitzen, definiert. Damit wird das Arbeiten in einem Operationssaal einfacher und schneller, was die Handhabung für einen Operateur verbessert und zudem Operationszeiten verkürzt.

Die Stabilität der Sägevorrichtung kann insbesondere auf einfache Weise erhöht werden, wenn ein Abstand zwischen der Anschlagfläche und der Sägeebene einer Dicke des Schneidelementträgers entspricht. Beispielsweise kann so eine Sägevorrichtung ausgebildet werden durch einfaches Aufsetzen des Schneidelementträgers auf einen Träger der Sägevorrichtung.

Um auf einfache und definierte Weise insbesondere Knochen ohne weitere Hilfsmittel abtragen zu können, ist es vorteilhaft, wenn ein Abstand zwischen der Anschlagfläche und der Sägeebene in einem Bereich von etwa 0,5 mm bis etwa 10 mm liegt.

Besonders günstig ist es, wenn der Abstand zwischen der Anschlagfläche und der Sägeebene in einem Bereich von etwa 1,5 mm bis etwa 5 mm liegt. Es ist so insbesondere auch möglich, einen Satz von Sägevorrichtungen bereitzustellen, die sich durch unterschiedliche Abstände zwischen den jeweils von ihnen definierten Anschlagflächen und Sägeebenen auszeichnen, wobei beispielsweise ein Raster von 1 mm für die Abstände oder auch ein Raster von 0,5 mm vorgesehen sein kann. Denkbar wären auch alle anderen Rastermaße. Damit ist eine Nachresektion praktisch beliebiger Stärke möglich ist, unter Umständen auch durch Kombination von zwei Sägevorrichtungen mit unterschiedlichen Abständen zwischen der Anschlagfläche und der Sägeebene.

Besonders einfach wird der Aufbau der Sägevorrichtung, wenn ein Träger vorgesehen ist, an welchem der Anschlag und der Schneidelementträger angeordnet und/oder ausgebildet sind. Zudem kann der Träger selbst den Anschlag bilden. Insbesondere kann der Träger derart ausgebildet sein, dass er mit einer Kupplungseinrichtung versehen ist, um die Sägevorrichtung mit einer chirurgischen Säge zu verbinden, welche einen Antrieb zum Bewegen der Sägevorrichtung aufweisen kann, beispielsweise in Form eines Pendelantriebs, Pendelhubantriebs oder Oszillationsantriebs. Selbstverständlich wäre auch ein Rotationsantrieb denkbar.

Günstigerweise ist der Träger vollständig eben. Dies ermöglicht es, insbesondere auch den Träger ganz oder zumindest abschnittsweise als Anschlag zu nutzen.

Vorteilhafterweise bildet ein distales Ende des Trägers den Anschlag. Dies gestattet eine einfache Handhabung der Sägevorrichtung. Das distale Ende des Trägers kann beispielsweise auf dem nachzuresezierenden Material, zum Beispiel einem Knochen, aufgelegt werden und eine entsprechende Bewegung der Sägevorrichtung führt dann automatisch zu einem Abtrag gewünschter Materialstärke augrund des Abstands zwischen Anschlagfläche und Sägeebene.

Die Stabilität der Sägevorrichtung kann auf einfache Weise erhöht werden, wenn der Träger durchbrechungsfrei ist.

Ferner kann es vorteilhaft sein, wenn der Träger eine Durchbrechung aufweist, und wenn der Schneidelementträger parallel versetzt zur Durchbrechung diese im Wesentlichen überdeckend angeordnet ist. Diese Anordnung ermöglicht insbesondere eine Ableitung von Sägespänen durch die Durchbrechung hindurch. So können diese gezielt vom Operationssitus abgeführt und von diesem weg geleitet werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Schneidelementträger aus dem Träger ausgeschnitten ist durch Einbringen eines U-förmigen oder im Wesentlichen U-förmigen, in proximaler Richtung geöffneten Schnitts und dass der Schneidelementträger ausgehend vom proximalen Ende der Durchbrechung aus der vom Träger definierten Ebene herausgebogen und wieder zu dieser hin gebogen ist, so dass der Schneidelementträger mindestens abschnittsweise parallel oder im Wesentlichen parallel zum Träger orientiert ist. Diese Ausgestaltung ermöglicht auf einfache Weise die Herstellung einer einstückigen Sägevorrichtung, zum Beispiel in Form eines Sägeblatts. Sie kann so insbesondere durch einfaches Ausstanzen, Vorsehen des U-förmigen oder im Wesentlichen U-förmigen Schnitts und anschließendes Verformen des Schneidelementträgers gebildet werden.

Günstig ist es, wenn ein Teil einer in Richtung auf den Träger oder die Durchbrechung weisende Seitenfläche des Schneidelementträgers im Übergangsbereich zwischen Schneidelementträger und Träger eine geschwungene Sägespanaufgleitfläche bildet. Die Sägespanaufgleitfläche muss natürlich nicht zwingend geschwungen sein. In jedem Fall erleichtert sie das Führen von Sägespänen entlang des Schneidelementträgers und durch die Durchbrechung hindurch und damit von dem zu resezierenden Objekt weg.

Besonders einfach wird die Handhabung der Sägevorrichtung, wenn ein distales Ende des Schneidelementträgers etwas in proximaler Richtung bezogen auf ein distales Ende der Durchbrechung zurückversetzt ist. So wird insbesondere die Durchbrechung so weit geöffnet, dass mit dem mindestens einen Schneidelement abgetragenes Material durch die Durchbrechung hindurchtreten und abgeleitet werden kann.

Um eine besonders gute Abstützung der Sägevorrichtung an dem nachzuresezierenden Material zu erreichen, ist es günstig, wenn eine Breite der Anschlagfläche mindestens etwa einer Breite des Schneidelementträgers entspricht. Selbstverständlich kann die Anschlagfläche auch breiter sein als der Schneidelementträger, was eine Stabilität beim Auflegen der Sägevorrichtung auf das zu resezierende Material weiter verbessert.

Vorteilhafterweise weist die Anschlagfläche einen Anschlagflächenabschnitt auf, welcher sich in distaler Richtung mindestens teilweise über das mindestens eine Schneidelement hinaus erstreckt. So kann sichergestellt werden, dass der Anschlag bereits an den teilweise zu resezierenden Knochen angelegt werden kann, und zwar in gewünschter Weise und in gewünschter Orientierung, bevor das mindestens eine Schneidelement mit dem zu resezierenden Material in Kontakt tritt. So kann auf einfache Weise eine Fehlhandhabung der Sägevorrichtung verhindert werden. Des Weiteren kann es selbstverständlich auch günstig sein, wenn sich ein Anschlagflächenabschnitt proximalseitig über das mindestens eine Schneidelement hinaus erstreckt, vorzugsweise sogar proximalseitig des Schneidelementträgers. So kann eine möglichst große Anlage- oder Auflagefläche erreicht werden und damit eine besonders gute Führung des Schneidelements beim Resezieren oder Nachresezieren mit der Sägevorrichtung.

Um möglichst weit distalseitig mit dem mindestens einen Schneidelement ein zu bearbeitendes Material bearbeiten zu können, ist es günstig, wenn eine Länge des Anschlagflächenabschnitts parallel zu einer vom Träger oder dem Schneidelementträger definierten Längsachse gleich oder kleiner ist als eine Länge des Schneidelementträgers.

Besonders einfach wird der Aufbau der Sägevorrichtung, wenn der Anschlagflächenabschnitt über zwei parallel zueinander verlaufende, quer zu einer vom Träger oder dem Schneidelementträger definierten Längsachse voneinander beabstandete Stege am Träger gehalten ist. Die Stege können insbesondere in derselben Ebene liegen wie der Träger und zudem ebenfalls einen Teil der Anschlagfläche bilden, beispielsweise in Form eines Anschlagflächenabschnitts. Zudem kann zwischen den Stegen eine Durchbrechung ausgebildet sein.

Auf besonders einfache Weise kann ein zu bearbeitendes Material reseziert werden, wenn das mindestens eine Schneidelement in Form eines Schneid- oder Sägezahns ausgebildet ist.

Vorteilhafterweise ist eine Mehrzahl von nebeneinander angeordneten Schneidelementen vorgesehen. So kann insbesondere eine Zahnleiste ausgebildet werden, welche eine effiziente Bearbeitung eines teilweise zu resezierenden Materials oder Materialblocks ermöglicht.

Vorzugsweise ist die Mehrzahl von Schneidelementen längs einer Geraden oder längs einer in distaler Richtung weisenden konvex gekrümmten Linie angeordnet. So können auf einfache Weise hocheffiziente Sägezahnleisten ausgebildet werden zum einfachen Resezieren oder Nachresezieren beispielsweise eines Knochens.

Insbesondere für eine Sägevorrichtung in Form eines Oszillationssägeblatts oder Kreissägeblatts ist es günstig, wenn die konvex gekrümmte Linie einen Kreisbogenabschnitt definiert oder einen vollständigen Kreisbogen.

Vorteilhafterweise sind das mindestens eine Schneidelement und der Schneidelementträger einstückig ausgebildet. Dadurch kann eine Stabilität der Sagevorrichtung auf einfache Weise erhöht werden. Des Weiteren ist es so auch möglich, die Sägevorrichtung aus einem einzigen Rohling herzustellen.

Die Herstellung der Sägevorrichtung wird besonders einfach und kostengünstig, wenn der Schneidelementträger und der Träger einstückig ausgebildet sind. Eine aufwändige und kostenintensive Verbindung zwischen dem Schneidelementträger und dem Träger ist dann nicht mehr erforderlich.

Ferner kann es günstig sein, wenn der Anschlag und der Schneidelementträger einstückig ausgebildet sind. Dadurch kann insbesondere eine Stabilität der Sägevorrichtung erhöht werden, da der Anschlag nicht mit dem Schneidelementträger verbunden werden muss, beispielsweise durch Kleben, Löten, Schweißen oder dergleichen, und sich daher auch nicht unter entsprechender Belastung vom Schneidelementträger wieder lösen kann.

Vorzugsweise ist die Sägevorrichtung einstückig ausgebildet. So kann sie insbesondere aus einem einzigen Rohling in einem oder mehreren Bearbeitungsschritten hergestellt werden.

Günstig ist es, wenn die Sägevorrichtung aus einem einzigen, langgestreckten dünnen Blechstreifen ausgebildet ist. So kann eine besonders kostengünstige Sägevorrichtung, insbesondere in Form eines Sägeblatts, ausgebildet werden.

Zur Verwendung der Sägevorrichtung mit einer Kreissäge ist es besonders günstig, wenn die Sägevorrichtung scheibenförmig oder im Wesentlichen scheibenförmig ausgebildet ist. Sie kann dann sowohl in einem rotierenden Betrieb als auch in einem Oszillationsbetrieb eingesetzt werden.

Ferner wird die eingangs gestellte Aufgabe bei einer chirurgischen Säge der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass an der Sägevorrichtung ein Anschlag mit einer Anschlagfläche vorgesehen ist und das die Anschlagfläche parallel oder im Wesentlichen parallel zur Sägeebene versetzt und von dieser beabstandet ist.

Eine solche chirurgische Säge eignet sich hervorragend, um beispielsweise von einem unbearbeiteten oder auch bereits bearbeiteten Knochen Material gewünschter Dicke abzutragen. Die Dicke wird dabei bestimmt vom Abstand zwischen der Anschlagfläche und der Sägeebene. Es sind so keine weiteren Hilfsmittel erforderlich, um einen gewünschten Materialabtrag zu erreichen. Es genügt, den Anschlag am zu bearbeitenden Material an- oder aufzulegen und mit dem mindestens einen Sägeelement das Material zu bearbeiten, vorzugsweise abzutragen.

Günstig ist es, wenn die chirurgische Sägevorrichtung eine der oben beschriebenen chirurgischen Sägevorrichtungen ist. Die chirurgische Säge weist dann ebenfalls die oben im Zusammenhang mit den bevorzugten Ausführungsformen der Sägevorrichtung beschriebenen Vorteile auf.

Um besonders schonend Material streifenweise abtragen zu können, ist es günstig, wenn die Säge eine oszillierende Säge ist. Alternativ kann die Säge selbstverständlich auch in Form einer Kreissäge oder eine Bandsäge ausgebildet sein.

Vorteilhafterweise ist der Antrieb ein Oszillationsantrieb zum Hin- und Herbewegen des Sägeblatts. Damit kann insbesondere das mindestens eine Schneidelement in Schwingungen versetzt werden zum einfachen und sicheren Abtragen eines zu bearbeitenden Materials.

Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:

1: eine perspektivische Ansicht einer chirurgischen Sägevorrichtung von oben;

2: eine perspektivische Ansicht der Sägevorrichtung aus 1 von unten;

3: eine Längsschnittansicht der Sägevorrichtung aus den 1 und 2 beim Abtragen von Knochen;

4: eine perspektivische Ansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels einer Sägevorrichtung von unten;

5: eine Seitenansicht der Sägevorrichtung auf 4; und

6: eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines distalen Endes einer chirurgischen Säge, welche mit einer in den 1 bis 5 dargestellten Sägevorrichtung gekoppelt ist.

In den 1 bis 3 ist ein distales Ende einer Sägevorrichtung in Form eines insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 versehenen Sägeblatts dargestellt. Es umfasst einen streifenförmigen Träger 12 und eine Mehrzahl von eine Zahnreihe 14 definierenden Schneidelementen in Form von Schneidzähnen 16, welche an einem im Wesentlichen plattenförmigen quadratischen Schneidelementträger 18 in distaler Richtung weisend an einer Kante desselben ausgebildet sind.

Der Schneidelementträger 18 ist durch Einbringen eines U-förmigen, in proximaler Richtung geöffneten Schnitts 20 im Träger 12 geformt, er ist parallel zum Träger 12 angeordnet, wobei die Zahnreihe 14 in proximaler Richtung bezogen auf ein distales Ende 22 des Trägers zurückversetzt ist. Der Schneidelementträger 18 ist ausgehend vom proximalen Ende einer durch den Schnitt 20 definierten Durchbrechung 24 aus der vom Träger 12 definierten Ebene um eine erste Umbiegung 26 herausgebogen und wieder um eine zweite, entgegengesetzt gerichtete Umbiegung 28 wieder zum Träger 12 hin, so dass ein Abstand 30 zwischen einer Unterseite 32 des Trägers 12 und einer von der Unterseite 32 weg weisenden Seitenfläche 34 des Schneidelementträgers 18 definiert wird.

Die Durchbrechung 24 wird seitlich durch zwei schmale und parallel zueinander verlaufende Stege 36 sowie distalseitig durch einen Quersteg 38 begrenzt.

Die Seitenfläche 34 definiert beim Einsatz des Sägeblatts 10 eine Sägeebene 40, welche parallel zu einer Anschlagebene 42 verläuft, die von der eine Anschlagfläche 44 definierenden Unterseite 32 um den Abstand 30 beabstandet ist. Der Quersteg 38 beziehungsweise eine Unterseite des Querstegs 38 bilden einen Anschlagflächenabschnitt 46, welcher sich in distaler Richtung über die Zahnreihe 14 hinaus erstreckt. Der gesamte Träger 12, das heißt insbesondere auch die Stege 36 und der Quersteg 38, bilden einen Anschlag 48 der Sägevorrichtung, die es ermöglicht, beispielsweise einen Knochen 50 oder ein anderes zu resezierendes oder teilweise zu resezierendes Material mit einer Dicke abzutragen, die dem Abstand 30 entspricht.

Dadurch, dass ein distales Ende 52 des Schneidelementträgers 18 etwas in proximaler Richtung bezogen auf eine in proximaler Richtung weisende Seitenkante 54 des Querstegs 38 zurückversetzt ist, können abgetragene Sägespäne 56 durch die Durchbrechung 24 hindurch abgeleitet werden. Dies wird zudem erleichtert durch eine im Übergangsbereich zwischen dem Schneidelementträger 18 und dem Träger 12 geschwungene Sägespanaufgleitfläche 58.

Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel entspricht der Abstand 30 in etwa dem dreifachen einer Dicke des Trägers 12. Der Abstand 30 kann optional in einem Bereich von etwa 0,5 mm bis etwa 10 mm liegen. Vorzugsweise liegt der Abstand in einem Bereich von etwa 1,5 mm bis etwa 5 mm. Es können ferner auch unterschiedliche Sägeblätter 10 bereitgestellt werden, die sich lediglich im Betrag des Abstands 30 unterscheiden. So kann ein Sägeblattsatz gebildet werden mit Abständen 30, die sich beispielsweise von Sägeblatt zu Sägeblatt um einen Betrag von etwa 0,5 mm unterscheiden. So kann ein Operateur durch entsprechende Wahl eines Sägeblatts in 0,5-Millimeter-Schritten den Knochen 50 in gewünschter Weise abtragen.

Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel ist der Träger 12 vollständig eben. Des Weiteren bildet ein distales Ende desselben zumindest einen Teil des Anschlags 48. Eine Breite der Anschlagfläche 44 ist größer als eine Breite des Schneidelementträgers 18, und zwar um die doppelte Breite der Stege 36. Der Anlageflächenabschnitt 46 weist zudem eine Länge parallel zu einer vom Träger 12 definierten Längsachse 60 auf, welche kleiner ist als eine Länge des Schneidelementträgers 18 parallel zur Längsachse 60. Die Zahnreihe 14 ist geradlinig ausgebildet, könnte jedoch auch eine Mehrzahl von längs einer in distaler Richtung weisenden konvex gekrümmten Linie angeordneten Schneidzähnen 16 umfassen. Dabei könnte die konvex gekrümmte Linie insbesondere einen Kreisbogenabschnitt definieren.

Insgesamt ist das Sägeblatt 10 im Wesentlichen in Form eines langgestreckten rechteckigen Streifens ausgebildet. Er weist an seinem proximalen Ende, wie in 6 beispielhaft dargstellt, vorzugsweise eine Kupplung 62 auf, mit welcher das Sägeblatt 10 mit einer einen Antrieb, vorzugsweise einen Oszillationsantrieb 64, aufweisenden elektrischen Säge 66 verbunden werden kann.

Die Kupplung 62 ist im Wesentlichen scheibenförmig mit einem Außendurchmesser, welcher etwas größer ist als eine Breite des Trägers 12. Koaxial zu einer Oszillationsachse 68 ist an der Kupplung 62 eine Kupplungsaufnahme 70 ausgebildet, welche mit einer Innenverzahnung 72 versehen ist. In proximaler Richtung weisend ist die Kupplungsaufnahme 70 durch einen Schlitz 74 geöffnet, welcher eine Breite aufweist, die kleiner als ein minimaler Innendurchmesser der Kupplungsaufnahme 70 ist. Die Kupplungsaufnahme 70 in Umfangsrichtung umgebend sind parallel zur Oszillationsachse 68 mehrere Bohrungen 76 an der Kupplung 62 ausgebildet, durch welche Kupplungsstifte 78 der Säge 66 durchragen, wenn das Sägeblatt 10 mit der Säge 66 verbunden ist. Zum Hin- und Herverschwenken des Sägeblatts 10 ist an der Säge 66 ein zur Kupplungsaufnahme 70 korrespondierend ausgebildetes Zahnrad 80 vorgesehen, welches mit seinen in radialer Richtung nach außen abstehenden Zähnen 82 in die Innenverzahnung 72 eingreift. Das Zahnrad 80 ist um die Oszillationsachse 68 oszillierbar vom Antrieb 64 angetrieben. So kann die Zahnreihe 14 am Schneidelementträger 18 durch die Säge 66 hin- und herbewegt werden.

Das distale Ende des Sägeblatts 10 lässt sich optional auch anders ausgestalten, beispielsweise wie das in den 4 und 5 dargestellte distale Ende des Sägeblatts 10a. Der Übersichtlichkeit wegen sind identische oder ähnliche Teile der Sägeblätter 10 und 10a beim Sägeblatt 10a mit identischen Bezugszeichen und nachgestelltem "a" versehen.

Der Träger 12a ist in Form eines flachen Streifens und insgesamt durchbrechungsfrei ausgebildet. Auf dessen Unterseite 32a flächig aufgesetzt ist ein Schneidelementträger 18a, dessen Seitenfläche 34a die Sägeebene 40 definiert, welche parallel zu einer von der der Unterseite 32a definierten Anschlagfläche 44a verläuft. Ein Abstand 30a zwischen der Anschlagfläche 44a und der Seitenfläche 34a entspricht einer Dicke sowohl des Trägers 12a als auch des Schneidelementträgers 18a. Distalseitig stehen von einer in distaler Richtung weisenden Kante des Schneidelementträgers 18 mehrere, eine Zahnreihe 14a definierende Schneidzähne 16a.

Die Zahnreihe 14a ist bezogen auf ein distales Ende 52a des Sägeblatts 10a in proximaler Richtung zurückversetzt, so dass distalseitig der Zahnreihe 14a ein Anschlagflächenabschnitt 46a ausgebildet wird. Seitlich begrenzt wird der Schneidelementträger 18a ebenfalls von der Anschlagfläche 44a, die in diesem Bereich schmal und streifenförmig ausgebildet ist. Ein proximales Ende des Schneidelementträgers 18a ist in einem Übergangsbereich 84a von der Unterseite 32a weg weisend S-förmig gekrümmt und geht direkt in die Unterseite 32a über.

Bei verschiedenen Sägeblättern 10a kann der Abstand 30a auf einfache Weise dadurch verändert werden, dass ein unterschiedlich dickes Trägermaterial zur Herstellung des Sägeblatts 10a verwendet wird. So kann ebenfalls ein Sägeblattsatz mit unterschiedlichen effektiven Abtragsstärken, die durch den Abstand 30a definiert werden, bereitgestellt werden.

Ein proximales Ende des Sägeblatts 10a kann, wie im Zusammenhang mit dem Sägeblatt 10 und in Verbindung mit 6 beschrieben, eine entsprechende Kupplung 62 zur Verbindung mit einer Säge 66 aufweisen.

Die Sägeblätter 10 und 10a sind vorzugsweise aus einem gehärteten Stahl hergestellt. Die Schneidzähne 16 können zusätzlich gehärtet sein, um eine möglichst lange Standzeit der Sägeblätter 10 und 10a zu erreichen.


Anspruch[de]
Chirurgische Sägevorrichtung (10; 10a) mit mindestens einem in distaler Richtung weisenden Schneidelement (16; 16a), welches an einem eine Sägeebene (40) definierenden Trägerabschnitt (18; 18a) der Sägevorrichtung (10; 10a) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass an der Sägevorrichtung (10; 10a) ein Anschlag (48; 48a) mit einer Anschlagfläche (44; 44a) vorgesehen ist und dass die Anschlagfläche (44; 44a) parallel oder im Wesentlichen parallel zur Sägeebene (40) versetzt und von dieser beabstandet ist. Sägevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand (30a) zwischen der Anschlagfläche (44a) und der Sägeebene (40) einer Dicke des Schneidelementträgers (18a) entspricht. Sägevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand (30; 30a) zwischen der Anschlagfläche (44; 44a) und der Sägeebene (40) in einem Bereich von etwa 0,5 mm bis etwa 10 mm liegt. Sägevorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand (30; 30a) zwischen der Anschlagfläche (44; 44a) und der Sägeebene (40) in einem Bereich von etwa 1,5 mm bis etwa 5 mm liegt. Sägevorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Träger (12; 12a), an welchem der Anschlag (48; 48a) und der Schneidelementträger (18; 18a) angeordnet sind. Sägevorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (12; 12a) vollständig eben ist. Sägevorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein distales Ende (52; 52a) des Trägers (12; 12a) den Anschlag (48; 48a) bildet. Sägevorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (12a) durchbrechungsfrei ist. Sägevorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (12) eine Durchbrechung (24) aufweist und dass der Schneidelementträger (18) parallel versetzt zur Durchbrechung (24) diese im Wesentlichen überdeckend angeordnet ist. Sägevorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidelementträger (18) aus dem Träger (12) ausgeschnitten ist durch Einbringen eines U-förmigen oder im Wesentlichen U-förmigen, in proximaler Richtung geöffneten Schnitts (20) und dass der Schneidelementträger (18) ausgehend vom proximalen Ende der Durchbrechung (24) aus der vom Träger (12) definierten Ebene (42) herausgebogen und wieder zu dieser hin gebogen ist, so dass der Schneidelementträger (18) mindestens abschnittsweise parallel oder im Wesentlichen parallel zum Träger (12) orientiert ist. Sägevorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil einer in Richtung auf den Träger (12) oder die Durchbrechung (24) weisende Seitenfläche des Schneidelementträgers (18) im Übergangsbereich zwischen Schneidelementträger (18) und Träger (12) eine geschwungene Sägespanaufgleitfläche (58) bildet. Sägevorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein distales Ende des Schneidelementträgers (18) etwas in proximaler Richtung bezogen auf ein distales Ende der Durchbrechung (24) zurückversetzt ist. Sägevorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Breite der Anschlagfläche (44; 44a) mindestens etwa einer Breite des Schneidelementträgers (18; 18a) entspricht. Sägevorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagfläche (44; 44a) einen Anschlagflächenabschnitt (46; 46a) aufweist, welcher sich in distaler Richtung mindestens teilweise über das mindestens eine Schneidelement (16; 16a) hinaus erstreckt. Sägevorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Länge des Anschlagflächenabschnitts (46; 46a) parallel zu einer vom Träger (12; 12a) oder dem Schneidelementträger (18; 18a) definierten Längsachse (60) gleich oder kleiner ist als eine Länge des Schneidelementträgers (18; 18a). Sägevorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlagflächenabschnitt (46; 46a) über zwei parallel zueinander verlaufende, quer zu einer vom Träger (12; 12a) oder dem Schneidelementträger (18; 18a) definierten Längsachse (60) voneinander beabstandete Stege (36) am Träger (12; 12a) gehalten ist. Sägevorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Schneidelement (16; 16a) in Form eines Schneid- oder Sägezahns (16; 16a) ausgebildet ist. Sägevorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von nebeneinander angeordneten Schneidelementen (16; 16a) vorgesehen ist. Sägevorrichtung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrzahl von Schneidelementen (16; 16a) längs einer Geraden oder längs einer in distaler Richtung weisenden konvex gekrümmten Linie angeordnet ist. Sägevorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die konvex gekrümmte Linie einen Kreisbogenabschnitt definiert. Sägevorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Schneidelement (16; 16a) und der Schneidelementträger (18; 18a) einstückig ausgebildet sind. Sägevorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidelementträger (18; 18a) und der Träger (12; 12a) einstückig ausgebildet sind. Sägevorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (48; 48a) und der Schneidelementträger (18; 18a) einstückig ausgebildet sind. Sägevorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sägevorrichtung (10; 10a) einstückig ausgebildet ist. Sägevorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sägevorrichtung (10) aus einem einzigen, langgestreckten dünnen Blechstreifen ausgebildet ist. Sägevorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sägevorrichtung (10; 10a) im Wesentlichen die Form eines langgestreckten rechteckigen Streifens aufweist. Sägevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Sägevorrichtung scheibenförmig oder im Wesentlichen scheibenförmig ausgebildet ist. Chirurgische Säge (66) mit einer chirurgischen Sägevorrichtung (10; 10a) und einem Antrieb (64) zum Bewegen der Sägevorrichtung (10; 10a), welche Sägevorrichtung (10; 10a) mindestens ein in distaler Richtung weisendes Schneidelement (16; 16a) aufweist, welches an einem eine Sägeebene (40) definierenden Trägerabschnitt (18; 18a) der Sägevorrichtung (10; 10a) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass an der Sägevorrichtung (10; 10a) ein Anschlag (48; 48a) mit einer Anschlagfläche (44; 44a) vorgesehen ist und dass die Anschlagfläche (44; 44a) parallel oder im Wesentlichen parallel zur Sägeebene (40) versetzt und von dieser beabstandet ist. Chirurgische Säge nach Anspruch 28, gekennzeichnet durch eine chirurgische Sägevorrichtung (10; 10a) nach einem der Ansprüche 2 bis 27 ist. Chirurgische Säge nach Anspruch 28 oder 29, dadurch gekennzeichnet, dass die Säge (66) eine oszillierende Säge (66) ist. Chirurgische Säge nach einem der Ansprüche 28 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (64) ein Oszillationsantrieb (64) zum Hin- und Herbewegen der chirurgischen Sägevorrichtung (10; 10a) ist.






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