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Dokumentenidentifikation DE202007011036U1 22.11.2007
Titel Mobile Feuerstätte
Anmelder Jaeger, Magnus, Prof. Dr., 92637 Weiden, DE
DE-Aktenzeichen 202007011036
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 22.11.2007
Registration date 18.10.2007
Application date from patent application 08.08.2007
IPC-Hauptklasse F24C 1/16(2006.01)A, F, I, 20070808, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F24C 15/00(2006.01)A, L, I, 20070808, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine mobile Feuerstätte, bestehend aus einem Gehäuse, einer Anschlussöffnung zum Anbringen eines Rauchgaszuges, mit einer im Gehäuse eingebrachten Brennkammer, die feste Brennstoffe in Form von selbst erzeugten Briketts aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen und/gleichzeitig flüssige Brennstoffe aufnimmt.

Im Gegensatz zu ortsfesten Feuerstätten, wie z.B. Kachelöfen oder Schwedenöfen, die an einen festen Kaminanschluss gebunden sind, existieren ebenso mobile Feuerstätten, sogenannte beweglichen Feuerstätten. Diese Feuerstätten brauchen keinen festen Kaminanschluss und sind für Ihren Betrieb nicht ortsfest gebunden. Im Allgemeinen stellen diese offenen Feuerstätten, Feuerstätten zum Grillen dar, die mit festen Brennstoffen wie Grillkohle, Holzbriketts, sowie mit stückigem Holz, also Scheidholz aus Hart- und Weichholz betrieben werden können. Eine andere Variante von Heizöfen die von Ihrer Bauart her ausschließlich für den Betrieb mit flüssigen Brennstoffe ausgelegt sind, stellen Feuerstätten für Flüssigbrennstoffe dar wie bspw. Ölöfen mit Ölverdampfungsbrenner. Diese Feuerstätten gehören aber nicht mehr zu der Kategorie der beweglichen Feuerstätten, da Sie in der Praxis ausschließlich einen festen Kaminanschluss aufweisen, also nicht beweglich sind.

Bislang war ebenso bekannt, dass mobile wie auch ortsfeste Feuerstätten die an ein Kaminsystem gebunden sind, bzw. mit einem ausgestattet sind, in Ihrer Wirkungsweise vom natürlichen Kaminzug abhängig sind.

Dieser wird durch die Einflussgrößen wie Höhe sowie Art und Durchmesser des Kamins wie auch der Beschaffenheit und Ausführung des verwendeten Materials beeinflusst.

Des weiteren stellen sog. mobile offene Feuerstätten wie offene Herd- bzw. Grillfeuerstätten ein offenes System dar. Dieses lässt neben dem Energieaustausch auch einen Materieaustausch zu, wie bspw. zu entweichender Wasserdampf aus einem offenen Kochtopf.

Darstellung der Erfindung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einer mobilen Feuerstätte eine Mehrfachnutzung zuzuordnen, so dass Sie neben den Merkmalen einer offenen Feuerstätte durch Adaption eines Wärmeschildes, welches der Aufnahme und Zubereitung von Koch- und Bratgeschirr dient, ebenso als geschlossenes System betrieben werden kann. Des weiteren soll durch die Mehrfachnutzung sicher gestellt werden, dass die mobile Feuerstätte durch Ihre Art und Ausführung in der Lage ist, feste Brennstoffe in Form von Briketts, als auch flüssige Brennstoffe in Form von Pflanzenöl aufzunehmen, sowie deren Kombination.

Zur Unterstützung des natürlichen Kaminzuges, oder bei fehlendem Kaminzug soll der Feuerstätte der nötige Auftrieb zur Verfügung stehen, dies wird durch den Anschluss an eine Einrichtung zur Erzeugung eines künstlichen Kaminzuges erzielt.

Durch die Erfindung wird es möglich, dass warme Mahlzeiten an jedem Ort in relativ kurzer Zeit energieeffizient zubereitet werden können. Dabei spielt das oben aufsetzbare Wärmeschild aus ebenfalls hitzebeständigem und korrosionsbeständigem Material eine entscheidende Rolle. Das Wärmeschild stellt einen zylindrischen Mantel dar und wird auf die konische obige Ringöffnung aufgesetzt.

Am Wärmeschild befinden sich gegenüberliegende Aussparungen, diese dienen der Aufnahme von Kochgeschirr, bspw. eines Topfes mit Henkel, der auf die Größe, insbesondere der des Durchmessers und Höhe, des Wärmeschildes abgestimmt ist und somit das zu vorige noch offene System mit offener konischer Ringöffnung in ein in sich geschlossenes System umwandelt. Dieses ermöglicht durch den nun geschlossen Feuerraum eine noch schnellere Zubereitung von Mahlzeiten, durch Verminderung von Wärme- und Abstrahlverlusten.

Es trägt ebenso zu einer Verkürzung der Anheizzeit bei und zur Verringerung bzw. Einsparung von wertvollem Brennmaterial, sprich Briketts, sowie Pflanzenöl.

Einen weiteren Nutzen den das Wärmeschild erfüllt, ist die Verringerung der Oberflächentemperatur, was insbesondere zur Sicherheit des Betriebes der Feuerstätte beiträgt.

Die mobile Feuerstätte ist in der Lage, Briketts, die aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen bzw. Rückständen hergestellt werden zu verbrennen und diese energieeffizient umzusetzen. Dazu gehören insbesondere: Stroh, Heu, Nadelbaum, Sägespäne, etc. Vor allem zur Verbesserung des Anheizverhaltens können die Briketts mit Pflanzenöl präpariert werden, um eine Verkürzung der Anheizzeit zu erreichen und damit eine effizientere und schnellere Energieumsetzung bei der Zubereitung von Koch- und Bratgerichten zu erzielen.

In strömungstechnisch ungünstigen Situationen, wie es bspw. der Fall bei witterungsbedingtem Tiefdruck ist, soll in jedem Falle der erforderliche Kaminzug sicher gestellt werden. Oftmals reicht der natürliche Kaminzug nicht aus, dafür dient eine Einrichtung zu Erzeugung eines künstlichen Kaminzuges, um die entstehenden Rauchgase in den freien Windstrom zu befördern. Dies funktioniert wie folgt: Durch die Erzeugung eines künstlichen Kaminzuges mittels eines Doppelhubpumpensystems (Blasebalksystem), kann der benötigte Auftrieb geschaffen werden und so ein verbessertes Anheizverhalten erzielt werden. Dabei stellt das Ende des waagrechten rohrförmigen Verbindungsstückes der Feuerstätte ein T-förmiges Anschlussstück dar. Das untere Ende besitzt einen inneren, im Rohr zentrisch, sowie senkrecht eingearbeiteten Hohlzylinder aus hitze- und korrosionsbeständigem Material; an dem ein Doppelhubpumpensystem angeschlossen werden kann. Dieses kann aus zwei handelsüblichen Blasebälgen bestehen und mittels Hand- oder Fußbetätigung betrieben werden, um den erforderlichen Kaminzug zu erzeugen. Der erzeugte Luftstrom wird nun in den senkrechten Teil des Rauchrohres gepresst, dieser dient zur Überwindung der stehenden Luftsäule im Kamin und trägt somit zur Abführung der Heiz- bzw. Rauchgase bei, insbesondere in der Anheizphase.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1; Die Unteransprüche geben zweckmäßige Ausgestaltungen der mobilen Feuerstätte wieder. Die Erfindung/Neuerung ist anhand eines Ausführungsbeispieles in den Zeichnungsfiguren näher erläutert.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

(1): Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendete Zeichnung zeigt eine mobile Feuerstätte inklusive Wärmeschild, 16 gemäß einer bevorzugten Ausführungsart der Erfindung in einer vereinfachten perspektivischen Darstellung.

(2): Eine perspektivische Ansicht der Feuerstätte aus der Vogelperspektive

Die mobile Feuerstätte besteht aus einem zylindrischen Gehäuse 1, das mittels Klemm- und Steckverbindung zusammen gehalten wird und den Außenmantel der Feuerstätte darstellt 1.

Die innere Verbrennungskammer 4 besteht aus einem definierten Innendurchmesser und stellt den eigentlichen Verbrennungsraum dar. Dieser innere Zylinder 4 wird mittels Distanzringe 9 durch oberen und unteren Ring 9 zentrisch gehalten. Zudem weist er an seiner Oberseite schlitzförmige 14 und an seiner Unterseite kreisförmige Aussparungen 15 auf, die der Sicherstellung der Verbrennungsluftzuführung dienen.

Der Außenmantel 1, bzw. der äussere Zylinder 1 ist fest durch klemm- und Steckverbindungen mit einem kreiszylindrischen Einwurfschacht 10 verbunden, der der Zuführung von gepressten Briketts dient.

Der kreiszylindrische Einwurfschacht 10, kann mit einem Deckel 19 verschlossen werden, der einfach lose aufgesteckt wird oder am Einwurfschacht mittels Schaniersystem klappbar angebracht ist.

Zur Versteifung des inneren Zylinders dient eine umlaufende kreisförmige Manschette 8 an der Unterseite des Zylindersystems, die zudem die Funktion der Regelung der Luftzufuhr hat. Die Manschette ist ebenfalls gekennzeichnet durch kreisförmige Ausschnitte 15 die der Zuluftführung dienen.

Der innen liegende Gitterrost 11 ist zudem klemm- oder einsteckbar im Innenzylinder 4 gehalten und dient der Aufnahme des Brennstoffes, insbesondere zur Aufnahme der Briketts. Die zahlreichen Aussparungen des Gitterrostes dienen der Verbrennungsluftzufuhr von unten.

Der Innenzylinder 4 sowie der Außenzylinder 1 weisen zudem an Ihrer Oberseite zwei sich gegenüberliegende, kreisförmige Aussparungen auf. Durch die eine Öffnung findet die Brikettzufuhr in den Innenraum statt, durch die andere, entgegengesetzte Öffnung, werden die Rauchgase vom Brennerraum durch das Verbindungsstück in den Kamin geleitet.

Die bereits beschriebene Austrittsöffnung der Rauchgase im inneren des Brennerraumes 18 ist zudem mit einem nach oben ausgerichteten und um seine Vertikalachse gebogenen Umlenkblech 13 versehen. Dieses dient der Umlenkung der Rauchgase und der effizienteren Energieausnutzung der Heizgase. An seiner Unterseite besitzt das Blech eine Öffnung zur Rückstandsentweichung der im Rauchgas befindlichen Verbrennungsrückstände.

Das waagrechte Verbindungsstück stellt in seinem Grossteil der Länge ein gerades zylindrisches Rohr dar, dessen Ende im Winkel von 90° nach oben gebogen ist. Nach unten ist das Rohr durch ein kreiszylindrisches, senkrecht in das Rohr eingearbeitetes Anschlussstück 12 gekennzeichnet, welches zum Anschluss an ein Doppelhubpumpensystem dient, mit dem ein künstlicher Kaminzug erzeugt werden kann.

Das gesamte zylindrische Heizsystem 1 ist am oberen und unteren Ende seiner zylindrischen Form durch ein konisch ausgebildetes ringförmiges Blech abgeschlossen. Nach unten hin erfüllt der konische Kreisring die Funktion eines Standfußes 7, der einen sicheren Stand der Feuerstätte während des Betriebes gewährleistet. Zudem ist das System von unten her offen, so dass Verbrennungsluftzuführung 6 auch von unten her sicher gestellt ist. An seinem oberen Ende dient die konische Ausprägung des Kreisringes 5 der Aufnahme des bereits erwähnten Wärmeschildes 16. Es wird auf den konischen Kreisring 5 aufgesetzt und dient der bereits erwähnten Aufnahme von Kochgeschirr. Daneben stellt es zusammen mit einem größentechnisch abgestimmten Topf die obere Begrenzung eines geschlossenen Systems dar.


Anspruch[de]
Mobile Feuerstätte, bestehend aus einem Gehäuse (1), das im wesentlichen aus kreiszylindrischen Modulen aufgebaut ist (2), einer Anschlussöffnung zum Anbringen eines Rauchgasabzugs (3), mit einer im Gehäuse eingebrachten Brennkammer (4), die eine kreisförmige Aussparung (17) für die Aufnahme von festen und flüssigen Brennstoffe, sowie eine weitere Aussparung (18), zur Rauchgasabführung aufweist und nach oben hin geöffnet ist (7), dadurch gekennzeichnet, dass am oberen Ende des kreiszylindrischen Gehäuses eine konisch ausgebildete Ringöffnung, (5) zur Aufnahme von Kochgeschirr, mit einem grösseren Durchmesser als der des kreiszylindrischen Gehäuses und/oder ausgebildet ist, dass die bodenseitige Öffnung (6) als ein konisch, ringförmiger Standfuß (7) ausgebildet ist und dass die Brennkammer (4) durch eine zylindrisch umlaufende Manschette (8) versteift wird, wobei die Brennkammer mittels Distanzstücke (9) vom kreiszylindrischen Gehäuse auf Abstand gehalten wird. Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf die am oberen Ende des kreiszylindrischen Gehäuses konisch ausgebildete Ringöffnung ein Wärmeschild (16) aufgesetzt werden kann. Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die am unteren Ende des kreiszylindrischen Gehäuses konisch ausgebildete Ringöffnung (6) nach unten hin geöffnet ist. Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die kreiszylindrischen Module (2) vorzugsweise aus hitzebeständigen und korrosionsfreien Materialien ausgebildet sind. Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die kreiszylindrischen Module (2) einen festen zylindrischen Verbund aufweisen. Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, 3, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Feuerstätte einen kreiszylindrischen abdeckbaren Einwurfschacht (10), der am Gehäuse im Winkelbereich zwischen 0° und 90° Grad angebracht ist, aufweist. Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, 3, 4, 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Einwurfschacht (10) einen verschließbaren Deckel (19) aufweist. Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, 3, 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden der Feuerstätte als Gitterrost ausgebildet ist (11). Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, 3, 4 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden im kreiszylindrischen Gehäuse, vorzugsweise klemm- oder steckbar gehalten ist. (11). Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, 3, 4, 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (11) aus korrosions- und hitzebeständigem Material ausgebildet ist. Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, 3, 4, 5, 7, 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass am Verbindungsstück des Rauchgasabzuges eine Einrichtung zur Erzeugung eines künstlichen Kaminzuges vorhanden ist (12). Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlussöffnung für das Verbindungsstück im inneren der Brennkammer durch ein Abdeckblech teilbedeckt ist (13). Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, 3, 4, 5, dadurch gekennzeichnet, dass die kreisförmigen Ausschnitte der inneren Brennkammer als Zuluftöffnung dienen (14). Mobile Feuerstätte nach Anspruch 1, 3, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zylindrisch umlaufende Manschette (8) Lüftungsöffnungen, zur Belüftung der Brennkammer aufweist. (15).






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