PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE602004005138T2 22.11.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001544335
Titel Gemustertes Glastextilgewebe
Anmelder Johns Manville International, Inc., Denver, Col., US
Erfinder Brandel, Lennart J., 254 40 Helsingborg, SE;
Johansson, Frank, 313 31 Oskarstrom, SE;
Algotsson, Per-Olof Georg, 232 52 Akarp, SE;
Klaus, Michaela, 97907 Hasloch, DE;
Draxo, Krister, 252 76 Helsingborg, SE;
Kalinay, Andrej, 917 00 Trnava, SK
Vertreter Luderschmidt, Schüler & Partner, 65189 Wiesbaden
DE-Aktenzeichen 602004005138
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 14.12.2004
EP-Aktenzeichen 040295370
EP-Offenlegungsdatum 22.06.2005
EP date of grant 07.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.11.2007
IPC-Hauptklasse D03D 15/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse D06N 7/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Glasfasertextilgewebe, welches ästhetisch ansprechend ist und besondere Anwendung als ein Gewebe für Wandverkleidungen findet. Genauer gesagt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines gemusterten Glasfasertextils unter Verwendung eines Jacquard-Webverfahrens.

Beschreibung des Stands der Technik

Webstühle, wie Schaftwebstühle, wurden seit vielen Jahrzehnten verwendet, um Glasgewebe herzustellen. Dies trifft auch auf die Herstellung von Geweben zu, die mit Glasfasergarnen gewebt werden. Bei der Herstellung von ästhetisch ansprechenden Glasgeweben trat jedoch eine Schwierigkeit auf, und insbesondere bei Glasgeweben, die ein Muster enthalten. Im Allgemeinen werden Glasgewebe als Verstärkung verwendet und seine ästhetischen Qualitäten sind nicht von Bedeutung. Die Anwendung von Glasfasertextilien bei Wandverkleidungen hat jedoch die Nachfrage nach ästhetisch ansprechenden Glasfasergeweben erhöht und insbesondere nach solchen, die effizient unter Verwendung eines Webstuhls hergestellt werden können.

Glasgewebe, die mit einem Muster auf einem Webstuhl gewebt werden, sind bekannt. Siehe zum Beispiel U.S. Patent Nr. 6,267,151, erteilt an Andre Moll von Vitrulan Textilglas GmbH. In dem Moll-Patent wird ein Verfahren zur Herstellung eines gemusterten Glasgewebes beschrieben, das insbesondere für Tapeten geeignet ist oder für gleichartige Materialien mit einem Gewebe, das aus Glasfasergarnen gewebt wurde. Das Glasfasergarn hat einen Titer zwischen 130 tex und 150 tex, und vorzugsweise zwischen 139 und 142 tex, welches für den Kettfaden verwendet wird. Ein Glasfasergarn mit einem Titer zwischen 190 tex und 400 tex, und vorzugsweise von 215 tex, wird als Schuss in dem Gewebe verwendet. Das Garn wird im Allgemeinen auf einem mustergesteuerten Jacquardwebstuhl hergestellt. In dem Patent wird festgehalten, dass die Verarbeitung von Glasfasern auf Jacquardmaschinen vorher niemals erfolgreich war, gibt jedoch an, dass durch Festhalten an den spezifischen einschränkenden Werten der verwendeten Glasfasergarne, gemusterte Glasgewebe hergestellt werden können.

Die Bedeutung der Ästhetik in kommerziellen Produkten wie Wandverkleidungen erfordert jedoch, dass mehr Flexibilität bei der Schaffung von Mustern in gewebten Glastextilgeweben gewährleistet wird. Die Nachfrage ist derart, dass eine Unfähigkeit, gemusterte Glasfasertextilien auf einem Jacquardwebstuhl unter Verwendung einer Vielfalt von Glasfasergarnen, die viel größer ist, als von Moll im US Patent Nr. 6,267,151 geboten, zu weben, zu einem Hindernis für kommerzielle Akzeptanz wird. Demzufolge würde eine zusätzliche Flexibilität bei der Schaffung von gemusterten Glasfasertextilien und die Entdeckung einer solchen Flexibilität in der Industrie sehr begrüßt.

Demzufolge ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Glastextilgewebe herzustellen, welches ästhetisch ansprechend aussieht und auf einem Jacquardwebstuhl hergestellt wurde.

Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Prozesses zur Herstellung eines gemusterten Glasfasertextils, das für Wandverkleidungen von Nutzen ist und auf einem Jacquardwebstuhl gewebt werden kann, wobei Glasfasergarne für den Kettfaden verwendet werden, die einen größeren Titer aufweisen, als bisher eingesetzt wurden.

Diese und andere Ziele der vorliegenden Erfindung werden dem Fachmann bei der Durchsicht der folgenden Offenbarung ersichtlich.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

In Übereinstimmung mit den vorgenannten Zielen stellt die vorliegende Erfindung ein Glastextilgewebe bereit, welches ästhetisch ansprechend aussieht und gemustert ist. Das Textil wird unter Verwendung eines Webverfahrens nach Jacquard hergestellt. Das Gewebe wird mit einem Glasfasergarn mit einem Titer von 155 tex bis 300 tex in der Maschinenrichtung oder als Kettfaden gewebt. Das Glasfasergarn, das als Schussfaden oder in Querrichtung verwendet wird, liegt in einem Bereich von etwa 68 bis 680 tex.

Denn unter anderen Gründen basiert die vorliegende Erfindung auf der Entdeckung, dass ein gemustertes Glasfasertextil erfolgreich unter Verwendung eines Jacquardwebstuhl gewebt werden kann, wenn das Kettfadengarn in einem Bereich von 155 bis 300 tex liegt. Solche Textilien finden insbesondere Anwendung als ein Gewebe für Wandverkleidungen.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN

Das Kettfadengarn, das in dem erfindungsgemäßen, gewebten, gemusterten Glasfasertextil verwendet wird, weist einen Titer im Bereich von 155 bis 300 tex auf. Mehr bevorzugt weisen die Glasfasergarne, die für den Kettfaden verwendet werden, einen Titer im Bereich von 270 bis 290 tex und am meisten bevorzugt von etwa 278 tex auf. Die Kettfadendichte des Textils, welches auf geeignete Weise als eine Wandverkleidung verwendet werden kann, liegt im Allgemeinen in einem Bereich von 2,5 bis 20 Fäden/cm und liegt vorzugsweise in dem Bereich von etwa 6 bis 10 Fäden/cm, wobei etwa 6,5 Fäden/cm die am meisten bevorzugte Kettfadendichte ist.

Das Schussfadengarn, das zusammen mit dem Kettfadengarn verwendet wird, kann einen Titer im Bereich von 68 bis 660 tex aufweisen. Mehr bevorzugt liegt der Titer des Glasfasergarns, das als der Schussfaden oder als Querrichtungsgarn verwendet wird, in einem Bereich von 190 bis 350 tex, und beträgt mehr bevorzugt etwa 200 oder etwa 330 tex. Die Schussfadengarndichte des Textils liegt in einem Bereich von vorzugsweise 2,0 bis 12 Fäden/cm und beträgt mehr bevorzugt etwa 2,4 Fäden/cm oder 5 Fäden/cm.

Die erfindungsgemäßen Glasfasertextilien, welche die oben beschriebenen Kettfadengarne und Schussfadengarne verwenden, werden vorzugsweise auf einem Jacquardwebstuhl hergestellt. Solche Jacquardwebstühle sind wohlbekannt und werden aufgrund ihrer Mustersteuerung verwendet. Es wurde gefunden, dass Glasfasertextilien tatsächlich auf einem Jacquardwebstuhl gewebt werden können, wenn die Kettfadengarne und Schussfadengarne zusammen wie oben beschrieben verwendet werden, um ein schön gewebtes, gemustertes Glasfasertextil zu ergeben. Die Glasgarne, die als das Kettfadengarn und Schussfadengarn verwendet werden, können ein Glasstapelfaservorgarn, ein Superglasstapelfaservorgarn, ein kontinuierliches Garn, ein Vorgarn oder ein texturiertes Garn umfassen, solange wie die bestimmten Kettfaden- und Schussfadentiter eingehalten werden. Glasstapelfaservorgarn, welches als ein Stapelfaserstrang oder ein diskontinuierliches Fasergarn charakterisiert werden kann, ist wohlbekannt und wird beschrieben, zum Beispiel, in Fiber Glass, von J. Gilbert Mohr and William P. Rowe, 1978, van Nostrand Rinehold Company. Die Herstellung von Glasstapelfaservorgarn unter Verwendung des sogenannten „Trommelzieh" verfahrens wird ebenfalls in US Patent Nr. 4,863,502 beschrieben und darauf verwiesen. Die Verwendung von Glasstapelfaservorgarn oder einem texturierten Garn ist entweder für das Kettfadengarn oder das Schussfadengarn beim Weben des erfindungsgemäßen, gemusterten Glasfasertextils auf einem Jacquardwebstuhl bevorzugt.

Die bei der Herstellung der Glasfasergarne verwendeten Glasarten sind vorzugsweise C-Glas oder E-Glas. Solche chemischen Glas- oder Elektronikglaszusammensetzung sind in der Industrie wohlbekannt.

Das erfindungsgemäße gewebte, gemusterte Glasfasertextil sieht ästhetisch ansprechend und fühlt sich angenehm an und ist daher für Wandverkleidungen geeignet. Auch wenn die gemusterte Wirkung des Textils ansprechend ist, kann manchmal zusätzliche Farbe innerhalb des Musters gewünscht sein. In solchen Fällen wurde gefunden, dass das Mischen von synthetischen Harzgarnen mit den Glasfasergarnen, insbesondere für den Schussfaden, es ermöglicht, dem Textil zusätzliche Farbe zu geben. Solche synthetischen Harzfasern sind wohlbekannt und umfassen unter anderem Polyester. Die synthetischen Harzfasern können gefärbt werden, um die gewünschte Farbe zu vermitteln.

Sobald das gemusterte Glasfasertextil auf dem Jacquardwebstuhl gewebt wurde, kann das Textil verwendet werden so wie es ist, oder es wird vorzugsweise auf herkömmliche Weise beschichtet/imprägniert, um dem Produkt die endgültigen Eigenschaften zu verleihen. Chemische Behandlungen von Glasgeweben sind bekannt, um solche Eigenschaften wie Festigkeit, Volumen, Stabilität und Lichtundurchlässigkeit des fertigen Textilprodukts auszuarbeiten/anzupassen. Jegliche solcher chemischen Behandlungen können in Bezug auf das erfindungsgemäße Glasfasertextil eingesetzt werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird das erfindungsgemäße, gewebte Textil mit einer chemischen Formulierung imprägniert, die aus einem Stärkebinder, einem synthetischen, polymeren Binder oder einem Nassverstärker/Vernetzungsmittel besteht. Der Stärkebinder ist vorzugsweise eine Kartoffelstärke, kann aber auch jegliche geeignete Stärke sein, die aus anderen Arten von Pflanzen oder Getreidematerialien gewonnen wird, wie z. B. Maisstärke. Der eingesetzte polymere Binder zeichnet sich vorzugsweise durch eine niedrige Tg aus. Solche synthetischen Binder können auf Vinylacetat basieren und können Latexbinder sein. Der Nassverstärker oder das Vernetzungsmittel kann entweder ein organisches oder anorganisches Material sein, welches die Nasseigenschaften des fertigen Textilprodukts verstärkt. Die zusätzliche Verwendung eines Vernetzungsmittels, im Allgemeinen ein anorganisches Vernetzungsmittel wie Ammoniumzirkoniumcarbonat kann die Wirkung verbessern, welche der Stärkebinder/polymere Binder auf das gesamte Textilprodukt ausübt, indem die chemische Mischung bei Aufbringung stabilisiert wird.

Die chemische Formulierung, die zur Imprägnierung oder Beschichtung des gewebten Textils verwendet wird, basiert vorzugsweise auf Wasser und weist im Allgemeinen einen Trockensubstanzanteil zwischen 5 und 20 Gewichtsprozent auf, vorzugsweise zwischen 10 und 20 Gewichtsprozent in dem chemischen Bad. Es können auch Pigmente, entweder weiße oder farbige Pigmente, zugegeben oder verwendet werden, um gefärbte Gewebe zu erzeugen. Eine typische chemische Formulierung besteht, berechnet auf einer Trockenbasis, aus 20 bis 60 Gewichtsprozent Stärkebinder, 30 bis 60 Gewichtsprozent polymerem Binder, 0 bis 20 Gewichtsprozent Nassverstärker/Vernetzungsmittel und 0 bis 20 Gewichtsprozent an anderen Bestandteilen wie Pigmenten.

Die chemische Formulierung wird auf das Textil unter Verwendung von jeglicher geeigneten Imprägnierungs- oder Beschichtungstechnik aufgebracht. Solche Techniken umfassen vorzugsweise eine Rotationsdruck- oder eine Klotztechnik. Nach der Imprägnierung kann das Gewebe in eine Trocknungsvorrichtung überführt werden, welche dampfbeheizte Zylinder, Lufttrockner oder jegliche andere, geeignete Trocknungsvorrichtung sein kann, die keine gegensätzliche Auswirkung auf das fertige Textilmaterial ausüben würde.

Nachdem nun die bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung beschrieben wurden, sollte verstanden sein, dass die Erfindung nicht auf diese genauen Ausführungsformen beschränkt ist, vielmehr kann der Fachmann verschiedene Veränderungen und Modifizierungen daran vornehmen, ohne das vom Bereich der Erfindung, wie in den beigefügten Ansprüchen definiert, abgewichen wird.


Anspruch[de]
Gewebtes, gemustertes Glasfasertextil, bestehend aus einem Glasfasergarn mit einem Titer von 155 bis 300 tex als dem Kettfaden, und einem Glasfasergarn mit einem Titer im Bereich von 68 bis 660 tex als dem Schussfaden. Glastextilgewebe nach Anspruch 1, wobei der Titer des Kettfadengarns im Bereich von etwa 270 bis 290 tex liegt. Glastextilgewebe nach Anspruch 1, wobei der Titer des Kettfadengarns etwa 278 tex beträgt. Glastextilgewebe nach Anspruch 1, wobei der Titer des Schussfadengarns im Bereich von etwa 190 bis 350 tex liegt. Glastextilgewebe nach Anspruch 1, wobei der Titer des Schussfadengarns etwa 200 tex beträgt. Glastextilgewebe nach Anspruch 1, wobei der Titer des Schussfadengarns etwa 330 tex beträgt. Glastextilgewebe nach Anspruch 1, wobei die Dichte des Kettfadens des Textilgewebes im Bereich von 2,5 bis 20 Fäden/cm liegt. Glastextilgewebe nach Anspruch 7, wobei die Dichte des Kettfadens der textilen Wandbekleidung im Bereich von etwa 6 bis 10 Fäden/cm liegt. Glastextilgewebe nach Anspruch 1, wobei die Dichte des Schussfadengarns des Textils im Bereich von etwa 2,0 bis 12 Fäden/cm liegt. Glastextilgewebe nach Anspruch 1, wobei das Textil mit einer chemischen Formulierung imprägniert wird, bestehend aus einem Stärke-Bindemittel und einem polymeren Bindemittel. Verfahren zur Herstellung eines gewebten, gemusterten Glasfasertextils, umfassend die folgenden Schritte:

Bereitstellung eines musterkontrollierten Jacquardwebstuhls,

Verwendung eines Glasfaserkettfadengarns mit einem Titer von 155 bis 300 tex, und

Verwendung eines Glasfaserschussfadengarns mit einem Titer im Bereich von 68 bis 660 tex.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com