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Dokumentenidentifikation DE102005055053B4 29.11.2007
Titel Bügeltisch und Anordnung zum Bügeln von Wäsche
Anmelder Göckelmann-Pesch, Angelika, 41540 Dormagen, DE
Erfinder Göckelmann-Pesch, Angelika, 41540 Dormagen, DE
Vertreter Vorberg, J., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 50968 Köln
DE-Anmeldedatum 16.11.2005
DE-Aktenzeichen 102005055053
Offenlegungstag 24.05.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse D06F 81/00(2006.01)A, F, I, 20060602, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D06F 81/08(2006.01)A, L, I, 20060602, B, H, DE   A47B 35/00(2006.01)A, L, I, 20060602, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Bügeltisch zum Bügeln von Wäsche mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Hauptanspruchs. Weiterhin ist Gegenstand der Erfindung eine Anordnung zum Bügeln von Wäsche, welche einen vorgenannten Bügeltisch umfasst.

Bügeltische sind aus dem Stand der Technik in großer Vielzahl bekannt. Grundsätzlich bilden Bügeltische eine im Allgemeinen horizontal angeordnete ebene Arbeitsfläche aus, auf der die zu bügelnde Wäsche, beispielsweise Kleidungsstücke, Tisch- und Bettwäsche etc. in ausgebreitetem Zustand angeordnet werden kann, um sie dann nachfolgend mittels eines Bügeleisens durch Hitzeeinwirkung zu glätten. Als Bügelbrett bezeichnete Bügeltische der vorgenannten Art sind praktisch in jedem Privathaushalt zu finden.

Aufgrund der Eigenschaften der verwendeten Textilfasern, hier insbesondere der natürlichen Textilfasern, kann die Glättung eines gebügelten Wäschestücks neben der Einwirkung von Hitze noch verbessert werden, indem das Wäschestück befeuchtet wird. Hierzu ist bereits seit langer Zeit bekannt, zu bügelnde Wäschestücke mit einer Befeuchtungseinrichtung wie einer manuell betätigten Spritz- oder Sprühflasche vor dem Bügeln zu befeuchten, so dass dann aufgrund der Hitzeeinwirkung des Bügeleisens einsetzenden Dampfendwicklung eine starke Durchfeuchtung des zu bügelnden Wäschestücks auftritt. Hierdurch kann das Bügelergebnis wesentlich verbessert werden, wobei gleichzeitig der erforderliche Anpressdruck des Bügeleisens verringert und die Bügelzeit vermindert werden können.

Um auf die Befeuchtung von Bügelwäsche vor dem Bügeln verzichten zu können, wurden zur Erzielung der gleichen verbesserten Bügeleigenschaften Dampfbügeleisen entwickelt, bei denen ein in der Regel in das Bügeleisen selbst integrierter Dampfgenerator während des Bügelns Dampf erzeugt, welcher aus der Bügelsohle des Bügeleisens ausströmt und dabei das zu bügelnde Wäschestück befeuchtet. Nachteilig hieran ist jedoch, dass aus dem Stand der Technik bekannte Dampfbügeleisen mit integriertem Dampferzeuger in der Regel verhältnismäßig schwer sind, da sie einerseits den Dampfgenerator und andererseits eine ausreichende Menge an zu verdampfendem Wasser umfassen müssen. Sind größere Mengen an Wäsche zu bügeln, so führt dies aufgrund der recht hohen körperlichen Belastung zu einer raschen Ermüdung der bügelnden Person.

Bei dem aus dem Stand der Technik bekannten Bügelbrettern ist die ebene Arbeitsfläche oftmals als stoffbezogenes eigenstabiles Formteil beispielsweise aus Pressspan oder einem Metallrahmen mit Netzeinsatz ausgebildet, wobei der Stoffbezug oftmals zusätzlich wattiert ist. Insbesondere ein wattierter Stoffbezug weist den Vorteil auf, dass dieser eine gewisse Wasserspeicherfähigkeit besitzt, so dass im Stoffbezug gespeicherte Feuchtigkeit beim Bügeln von Wäsche verdampft und ebenfalls zur Befeuchtung des zu bügelnden Wäschestücks beiträgt. Nachteilig an den vorbekannten Bügeltischen mit Stoffbezug ist jedoch, dass die Stoffbezüge aufgrund der hohen thermischen Belastung beim Bügeln einem hohen Verschleiß unterliegen und in recht kurzen Abständen auszutauschen sind. Darüber hinaus ist es schwierig, hitzebeständige Stoffbezüge herzustellen, auf denen marktübliche Bügeleisen mit Stahl- oder Aluminiumbügelsohle gut gleiten.

Um den Komfort vorbekannter Dampfbügeleisen mit integriertem Dampfgenerator zu verbessern und die körperliche Belastung der bügelnden Person zu vermindern, sind daher Anordnungen zum Bügeln von Wäsche vorgeschlagen worden, bei denen ein Bügeltisch kombiniert wird mit einem Vorratsbehälter für zu verdampfendes Wasser und einem Dampfgenerator, wobei der Dampfgenerator dann über eine Dampfleitung mit einem Dampfbügeleisen moderner Bauart verbunden ist. Ein solches Dampfbügeleisen weist keinen weiteren integrierten Dampfgenerator mehr auf, sondern nur noch eine Vielzahl von Dampfaustrittsöffnungen in der Bügelsohle. Diese Austrittsöffnungen in der Bügelsohle werden dann über eine Verbindungsleitung mit dem in der Regel am Bügeltisch angeordneten Dampfgenerator verbunden. Auf diese Weise kann das Dampfbügeleisen leicht und handlich ausgeführt werden, so dass eine deutliche Verminderung der körperlichen Belastung der bügelnden Person realisiert werden kann. Nachteilig an der genannten Anordnung ist jedoch, dass die Anordnung aus Bügeltisch, Wasservorratsbehälter, Dampfgenerator und mit diesem verbundenen Dampfbügeleisen eine untrennbare Einheit darstellt. Eine solche Anordnung ist daher in der Regel nur zu hohen Kosten auf dem Markt erhältlich. Weiterhin hat die Integration eines Wasservorratsbehälters und eines Dampferzeugers in den Bügeltischen zur Folge, dass eine solche Dampfbügelstation in den meisten Fällen nicht mehr Platz sparend zusammenlegbar ist und somit nur eingeschränkt im häuslichen Bereich verwendet werden kann.

Aus der EP 05 31 207 A1 ist eine Bügelvorrichtung mit Bügeltisch und Gestell bekannt, mit der die körperliche Belastung beim Bügeln verringert werden soll. Als problematisch wird hierbei das hohe Gewicht eines mit Wasser befüllten Bügeleisens betrachtet. Zur Lösung wird vorgeschlagen, den zum Bügeln erforderlichen Dampf nicht über das Bügeleisen, sondern über das Bügelbrett zuzuführen. Hierzu ist unterhalb einer durchlässigen, aus Blech gefertigten und mit einem textilen Überzug versehenen Bügelplatte ein Wasserbehälter vorgesehen. Der textile Überzug taucht in das Wasser ein und fördert dieses über Kapillareffekt zur Bügelplatte, wo es verdampft, sobald das Bügeleisen die entsprechende Stelle überstreicht.

Aus der GB 622 595 A ist ein wärmeresistenter Bügelbrettüberzug bekannt, der aus einer wasserdichten Matte und einem äußeren Überzug besteht. Das Innere der wasserdichten Matte ist mit einem porösen wasserspeichernden Material gefüllt, welches aus mineralischer Wolle oder Asbest besteht, ebenso wie der äußere Überzug.

Aus der AT 169 214 B ist eine Bügelvorrichtung bekannt, deren Arbeitsfläche aus einem saugfähigen elastischen Material wie Holzfasermasse besteht. Auch hier nimmt das saugfähige Material vor dem Bügeln Wasser auf, um es beim Bügeln in Form von dampf wieder abzugeben.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Bügeltisch anzugeben, welcher die Erzielung guter Bügelergebnisse bei gleichzeitiger Verminderung der körperlichen Belastung der bügelnden Person erlaubt. Weiterhin soll eine Anordnung zum Bügeln von Wäsche angegeben werden, welche die Nachteile der vorgenannten Bügelstationen vermeidet.

Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Bügeltisch mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie eine Anordnung zum Bügeln von Wäsche mit den Merkmalen des Anspruchs 12.

Ein erfindungsgemäßer Bügeltisch zum Bügeln von Wäsche umfasst ein Oberteil und ein Gestell, welches das Oberteil trägt. Das Oberteil bildet oberseitig eine ebene Arbeitsfläche zum Bügeln von Wäsche aus. Die Erfindung besteht nun darin, dass die Arbeitsfläche zumindest teilweise aus einer Platte aus einem porösen mineralischen Werkstoff mit hoher Wasserspeicherfähigkeit besteht. Besonders bevorzugt sind dabei poröse mineralische Werkstoffe, die aufgrund ihrer inneren Porosität hygroskopisch sind und somit die in der Umgebungsluft enthaltene Luftfeuchtigkeit in den inneren Poren speichern.

Der erfindungsgemäße Bügeltisch realisiert verschiedene wesentliche Vorteile gegenüber den aus dem Stand der Technik vorbekannten Bügeltischen. Dadurch, dass die Arbeitsfläche zumindest teilweise aus einem porösen Werkstoff mit hoher Wasserspeicherfähigkeit besteht, kann auch in den meisten Anwendungsfällen auf ein Dampfbügeleisen mit internem oder externem Dampfgenerator verzichtet werden. Vielmehr kann ein solcher poröser mineralischer Werkstoff ausgewählt werden, dass das in der Arbeitsfläche des Bügeltischs im porösen mineralischen Werkstoff gespeicherte Wasser, welches sich in den Poren bereits alleine aufgrund der normalen Luftfeuchtigkeit sammelt, für einen Dampfbügelvorgang ausreicht. Bei einer lokalen Erhitzung der Arbeitsfläche des Bügeltischs, wie sie typisch beim Bügeln auftritt, tritt dann eine solche Dampfentwicklung auf, die zum Durchfeuchten des zu bügelnden Wäschestücks vollständig ausreicht. Wird für die Arbeitsfläche ein poröser mineralischer Werkstoff mit ausreichend hoher Wasserspeicherfähigkeit ausgewählt, so kann in vielen praktischen Anwendungsfällen vollständig auf eine zusätzliche Befeuchtung der zu bügelnden Wäschestücke verzichtet werden.

Weiterhin macht der Einsatz eines porösen mineralischen Werkstoffs mit hoher Wasserspeicherfähigkeit für die Arbeitsfläche einen vollständigen Verzicht auf einen textilen Überzug der Arbeitsfläche möglich. Auf diese Weise lässt sich auch das Problem des starken Verschleißes des Bezugs vollständig eliminieren.

Es hat sich gezeigt, dass als poröse mineralische Werkstoffe für einen erfindungsgemäßen Bügeltisch insbesondere mineralische Werkstoffe geeignet sind, die aus einem Naturstein bestehen. Als besonders geeigneter Naturstein hat sich Granit erwiesen, hierbei insbesondere Granit der Sorten Juparana Colombo, Kashmir White sowie Padang. Selbstverständlich sind jedoch auch andere Granitsorten grundsätzlich geeignet, sofern ihre Wasserspeicherfähigkeit aufgrund ihrer inhärerenten Porosität ausreichend hoch ist.

Neben Granit können auch andere Natursteinarten für die vom Oberteil des Bügeltischs ausgebildete ebene Arbeitsfläche verwendet werden, sofern diese eine ausreichend hohe Wasserspeicherfähigkeit aufgrund ihrer inhärenten Porosität aufweisen. Weiterhin können unter den gleichen Voraussetzungen neben Natursteinen auch eine Vielzahl von Kunststeinen mit inhärenter Porosität für die Realisierung des erfindungsgemäßen Bügeltischs verwendet werden.

Die vorteilhaften Eigenschaften des erfindungsgemäßen Bügeltischs lassen sich noch verbessern, wenn am Bügeltisch ein Wasservorratsbehälter vorgesehen ist, der mit dem porösen mineralischen Werkstoff mit hoher Wasserspeicherfähigkeit in Verbindung steht, insbesondere mit den inhärenten Poren des mineralischen Werkstoffs. Auf diese Weise können sich die inhärenten Poren aufgrund ihrer Kapillarwirkung mit dem im Wasservorratsbehälter gespeicherten Wasser füllen, wodurch der für das Dampfbügeln zur Verfügung stehende Wasservorrat in der Arbeitsfläche des Oberteils des erfindungsgemäßen Bügeltischs ergänzt wird. Dies ist insbesondere von Vorteil bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Bügeltischs in extrem trockener Umgebung, beispielsweise in trockener Heizungsluft während der Wintermonate, oder bei lang andauernder ununterbrochener Benutzung des erfindungsgemäßen Bügeltischs. Hierbei könnte ansonsten unter Umständen eine Erschöpfung des im porösen mineralischen Werkstoff gespeicherten Wasservorrats auftreten.

Die Gleiteigenschaften des Bügeleisens auf dem erfindungsgemäßen Bügeltisch können verbessert werden, wenn diejenige Oberfläche des porösen mineralischen Werkstoffs, auf dem das zu bügelnde Wäschestück während des Bügelvorgangs abgelegt wird, poliert ist, hier insbesondere hochglänzend poliert ist.

Mit einem alternativen Ansatz wird die genannte Oberfläche des porösen mineralischen Werkstoffs so ausgestaltet, dass es eine Mikrorauhigkeit dergestalt aufweist, dass das auf der Arbeitsfläche abgelegte zu bügelnde Wäschestück eine gute Haftung aufweist, so dass es beim normalen Bügelvorgang nicht mehr ohne weiteres verrutschen kann. Andererseits wird die Stärke der Mikrorauhigkeit dadurch begrenzt, dass der durch die Einbringung der Mikrorauhigkeit der Oberfläche induzierte erhöhte Widerstand beim Verschieben des Bügeleisens auf dem zu bügelnden Wäschestück nicht unnötig groß wird.

Mit einer mikrorauen Oberfläche geht zusätzlich eine Vergrößerung der Oberfläche des porösen mineralischen Werkstoffs einher. Hierdurch wird eine weitere Wasserspeicherkapazität durch kapillare Kondensation von Luftfeuchtigkeit in der Oberflächenrauhigkeit induziert. Hierdurch kann zusätzlich die Wasserspeicherfähigkeit des porösen mineralischen Werkstoffs gezielt erhöht werden.

In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist der erfindungsgemäße Bügeltisch fahrbar ausgebildet. Insbesondere können hierzu am Gestell des Bügeltischs Rollen vorgesehen werden.

Der Gebrauchswert des erfindungsgemäßen Bügeltischs kann noch erhöht werden, wenn Oberteil und Gestell des Bügeltischs lösbar miteinander verbunden sind. Dabei wird die mechanische Verbindung von Oberteil und Gestell so ausgestaltet, dass die mechanische Verbindung ohne Verwendung von Werkzeug von einem Benutzer gelöst werden kann. Insbesondere können hier reversibel verschließbare mechanische Haltemittel wie Flügelschrauben oder mechanische Schnellspannvorrichtungen eingesetzt werden. Ein Bügeltisch gemäß dieser vorteilhaften Weiterbildung kann problemlos auch in kleinen Wohnungen verwendet werden, da die lösbare Verbindung von Gestell und Oberteil die Verstaubarkeit des Bügeltischs deutlich verbessert.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Bügeltischs ist dieser so ausgestaltet, dass der Bügeltisch einen Aufbauzustand und einen Lagerzustand einnehmen kann. Der Aufbauzustand ist dadurch gekennzeichnet, dass die vom Oberteil des Bügeltischs ausgebildete Arbeitsfläche im Wesentlichen horizontal angeordnet ist und der Bügeltisch einen festen Stand aufweist, so dass er zum Bügeln von Wäsche verwendet werden kann. Im Lagerzustand hingegen kann die vom Oberteil ausgebildete ebene Arbeitsfläche jede beliebige Lage im Raum einnehmen. Der Lagerzustand ist durch einen besonders geringen Platzbedarf des erfindungsgemäßen Bügeltischs charakterisiert, so dass der Bügeltisch im Lagerzustand auf einfachste Weise verstaut werden kann.

Ein Bügeltisch mit einem Aufbauzustand und einem Lagerzustand kann beispielsweise realisiert werden, indem das Gestell des Bügeltischs so ausgestaltet wird, dass es einen Aufbauzustand und einen Lagerzustand einnehmen kann. Hierfür kann das Gestell beispielsweise faltbar ausgestaltet sein. Kann das Gestell sowohl einen Aufbauzustand als auch einen Lagerzustand einnehmen, so ergeben sich weitere Vorteile, wenn das Gestell des erfindungsgemäßen Bügeltischs im Lagerzustand fahrbar ausgebildet ist. Insbesondere kann das Gestell so ausgestaltet sein, dass am Gestell Rollen vorgesehen sind, die vor allen im Lagerzustand bei geeigneter Handhabung des erfindungsgemäßen Bügeltischs mit dem Untergrund in Kontakt kommen, so dass der Bügeltisch über diese Rollen von einem Ort zum anderen bewegt werden kann.

Besonders bevorzugt im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist eine Anordnung zum Bügeln von Wäsche, die einen Bügeltisch gemäß des vorstehend beschriebenen Hauptanspruchs und ein Bügeleisen umfasst, welches keinen integrierten Dampferzeuger aufweist bzw. nicht über eine geeignete Speiseleitung mit einem externen Dampferzeuger verbunden ist. Eine solche Anordnung überwindet die im einleitenden Teil beschriebenen Nachteile der aus dem Stand der Technik vorbekannten Dampfbügelstationen und ist darüber hinaus zu deutlich geringeren Kosten realisierbar. Weiterhin stellen Bügeltisch und Bügeleisen keine untrennbare Einheit mehr dar, wodurch die erfindungsgemäße Anordnung zum Bügeln von Wäsche besonders leicht verstaut werden kann, was ihre Verwendbarkeit im häuslichen Bereich deutlich verbessert.

Die vorgenannte Anordnung zum Bügeln von Wäsche kann noch verbessert werden, wenn die erfindungsgemäße Anordnung weiterhin eine Befeuchtungseinrichtung für die zumindest teilweise aus einem porösen mineralischen Werkstoff mit hoher Wasserspeicherfähigkeit bestehende Arbeitsfläche umfasst. Beispielhaft für eine solche Befeuchtungseinrichtung seien die Eingangs bereits erwähnten Spritz- bzw. Sprühflaschen genannt, wie sie aus dem Stand der Technik lange bekannt sind. Alternativ kann die Befeuchtungseinrichtung auch aus einem am Bügeltisch vorgesehenen Wasserbehälter bestehen, welcher auf geeignete Weise mit den inneren Oberflächen des porösen mineralischen Werkstoffs in Verbindung steht, so dass das im Wasserbehälter gespeicherte Wasser aufgrund der Kapillarwirkung in die Poren des porösen mineralischen Werkstoffs gezogen wird und auf diese Weise das beim Bügeln den Poren entzogene Wasser automatisch ergänzt.

Die Ausführungsbeispiele werden anhand der Zeichnung näher erläutert. In dieser zeigen:

1: eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Anordnung zum Bügeln von Wäsche mit einem erfindungsgemäßen Bügeltisch gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,

2: eine Ausschnittvergrößerung aus dem Abschnitt der Arbeitsfläche des Bügeltischs aus 1, welcher aus einem porösen mineralischen Werkstoff besteht,

3: eine seitliche Schnittdarstellung des Oberteils des Bügeltischs aus 1,

4: eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Bügeltisches gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel im Aufbauzustand,

5: eine perspektivische Darstellung des Bügeltisches aus 4 im Lagerzustand, und

6: eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Bügeltischs gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel.

1 zeigt eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Anordnung zum Bügeln von Wäsche. Sie umfasst einen erfindungsgemäßen Bügeltisch 1 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel. Weiterhin umfasst sie ein Bügeleisen 30, wobei es sich bei diesem Bügeleisen um ein konventionelles elektrisches Bügeleisen ohne integrierten Dampferzeuger handelt.

Der Bügeltisch 1 besteht aus einem Oberteil 10 und einem Untergestell 20. Das Oberteil 10 bildet oberseitig eine Arbeitsfläche 12 aus, auf der zu bügelnde Wäschestücke während des Bügelns abgelegt werden. Das Oberteil 10 umfasst dabei einen umlaufenden metallischen Rahmen 16, in den ein flächenhaft ausgedehnter Einsatz 18 aus einem porösen mineralischen Werkstoff hoher Wasserspeicherfähigkeit eingesetzt ist. Bevorzugt ist hier eine Natursteinplatte aus Granit der angegebenen Sorten eingesetzt. Die Oberseite des Einsatzes 18 bildet dabei den wesentlichen Teil der Arbeitsfläche 12 des Oberteils 10 aus.

Aus 3 ist der Aufbau des Oberteils 10 im Schnitt ersichtlich. Der umlaufende Rahmen 16 besteht aus einem hohlen Metallprofil beispielsweise aus Aluminium oder Edelstahl, welches zu einem Rahmen geformt wird. Die Enden des Metallprofils an der sich ausbildenden Stoßstelle sind auf geeignete Weise miteinander verbunden. Der Rahmen 16 bildet unterseitig einen Auflagevorsprung 17 aus.

In den umlaufenden Rahmen 16 ist der Einsatz 18 eingesetzt, der wiederum mehrteilig aufgebaut ist. Der Einsatz 18 umfasst eine Granitplatte 19 aus einer der angegebenen Granitsorten, wobei die Granitplatte 19 eine Stärke von einigen Millimetern aufweist. Unterseitig der Granitplatte 19 ist ein Vorratsbehälter 42 angeordnet, in den ein Wasservorrat zum kontinuierlichen Befeuchten der Granitplatte 19 eingefüllt werden kann. Der Vorratsbehälter 42 ist dabei unverlierbar dicht mit der Unterseite der Granitplatte 19 verbunden. Um die Granitplatte 19 unterseitig kontinuierlich in Kontakt mit im Vorratsbehälter 42 vorhandenem Wasser zu halten und somit den in den Poren des porösen Granitgesteins vorhandenen Wasservorrat, welcher beim Bügeln kontinuierlich verdampft, zu ergänzen, ist im Vorratsbehälter 42 ein offenporiges schwammartiges Kontaktmedium 44 angeordnet, welches unterseitig an der Granitplatte 19 anliegt. Das Kontaktmedium 44 ist dabei so ausgewählt, dass in den offenen Poren des Kontaktmediums 44 über die dort auftretende Kapillarwirkung ein kontinuierlicher Wassertransport aus dem Vorratsbehälter 42 an die Unterseite der Granitplatte 19 gewährleistet ist. Die Gesamtheit bestehend aus Vorratsbehälter 42 mit dem darin enthaltenen Wasservorrat sowie dem Kontaktmedium 44 stellt eine erfindungsgemäße Befeuchtungseinrichtung 40 dar, deren Zweck es ist, die poröse Granitplatte stets feucht zu halten.

Das Gestell 20 des Bügeltischs 1 in der hier gezeigten ersten Ausführungsform besteht aus fünf senkrecht angeordneten Stahlrohren, welche Beine 26 ausbilden, die oberseitig über einen metallischen Verbindungsrahmen 28 (nicht gezeigt) mechanisch fest miteinander verbunden sind. Der Verbindungsrahmen 28 erfolgt in seiner Form im Wesentlichen dem Rahmen 16 des Oberteils 10. Dabei ist vorgesehen, am Rahmen 16 des Oberteils 10 Gewindebolzen anzuordnen, welche in korrespondierende Bohrungen im Rahmen des Gestells 20 eingreifen. Auf die Gewindebolzen können Flügelschrauben aufgeschraubt werden, um das Oberteil 10 und das Gestell 20 mechanisch fest – aber ohne Werkzeug lösbar – miteinander zu verbinden.

Im unteren Bereich des Gestells 20 ist eine Ablage 24 als Metallgitter ausgebildet, die eine Ablagefläche für beim Bügeln benötigte Utensilien oder für Bügelwäsche ausbildet. Weiterhin verbindet die Ablage 24 die Beine 26 des Gestells 20 miteinander und verleiht dem Gestell 20 in Zusammenwirkung mit dem oberseitig angeordneten Verbindungsrahmen 28 die nötige Eigenstabilität. An den beiden im Bild linksseitig angeordneten Beinen 26 sind Rollen 22 angebracht, die bei einer verwendungsbereiten Aufstellung des erfindungsgemäßen Bügeltischs nicht in Kontakt mit dem Untergrund stehen. Wird der Bügeltisch 1 hingegen an der den Rollen 22 abgewandten Seite des Bügeltischs 1 leicht angehoben, so gelangen die Rollen 22 in Kontakt mit dem Untergrund, so dass der Bügeltisch 1 auf einfache Weise über die Rollen bewegt werden kann.

2 zeigt einen vergrößerten Querschnitt durch die Oberfläche der Granitplatte 19, welche den oberseitigen Bestandteil des Einsatzes 18 ausbildet. Die gezeigte Oberseite der Granitplatte 19 bildet dabei den wesentlichen Teil der Arbeitsfläche 12 des erfindungsgemäßen Bügeltischs 1 aus. Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist die Granitplatte 19 oberseitig eine Mikrorauhigkeit auf, die durch eine typische Amplitude von etwa 10 Mikrometern (RMS) und eine dominante Wellenlänge bestimmt ist, die im ähnlichen Bereich liegt. Diese Mikrorauhigkeit beeinträchtigt das Gleiten des Bügeleisens auf dem zu bügelnden Wäschestück nicht, auch führt sie nicht zu einer sichtbaren Beeinträchtigung der beim Bügeln erzielbaren Glättung. Sie führt jedoch zu einer erhöhten Haftung des zu bügelnden Kleidungsstücks, welches auf der Arbeitsfläche 12 des Bügeltischs liegt. Hierdurch wird das Abrutschen des zu bügelnden Kleidungsstücks vom Bügeltisch 1 effektiv verhindert. Weiterhin hat die gezeigte Mikrorauhigkeit den positiven Nebeneffekt, dass aufgrund der in der Mikrorauhigkeitauftretenden Kapillarkondensation von Luftfeuchtigkeit zusätzliches Wasser zur Verfügung steht, welches beim Bügeln unter Hitzeeinwirkung verdampft und somit zum Durchfeuchten des zu bügelnden Wäschestücks beiträgt. Die gezeigte Mikrorauhigkeit kann beispielsweise dadurch hergestellt werden, dass die aufgrund der Herstellung der Granitplatte 19 naturgemäß vorhandene Rauhigkeit nicht vollständig herauspoliert wird. Jedoch kann, z.B. um besonders günstige Haftungs- oder Speicherfähigkeiten einzustellen, auch eine gezielte Einstellung der Mikrorauhigkeit beispielsweise über einen geeigneten chemischen Ätz-Endprozess in Frage kommen.

4 zeigt nun einen erfindungsgemäßen Bügeltisch gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel im Aufbauzustand. Der hier gezeigte Bügeltisch 1 entspricht in seinem Aufbau im Wesentlichen den aus dem Stand der Technik bekannten faltbaren Bügelbrettern, deren Oberteil 10 zur Ausbildung seiner Arbeitsfläche 12 textilbespannt ist. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wird das Oberteil 10 jedoch ausschließlich von einer mehrere Millimeter starken Granitplatte 19 der vorgenannten Sorten ausgebildet, die oberseitig spiegelnd poliert ist. Am hinteren Ende des Oberteils 10 ist ein Halter 14 angeordnet, in dem ein Bügeleisen 30 (nicht gezeigt) abgelegt werden kann. Unterseitig ist die Granitplatte 19 mit einem konventionellen Scherengestell 20 verbunden, welches in verschiedenen Höhen arretierbar und insgesamt flach zusammenlegbar ausgebildet ist. Dabei sind das Scherengestell 20 und die Granitplatte 19 mechanisch unverlierbar miteinander verbunden, beispielsweise mittels Verschraubung. Weiterhin sind an den beiden im Bild linksseitigen Beinen des Scherengestells 20 im unteren Bereich Rollen angeordnet, so dass der erfindungsgemäße Bügeltisch 1 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiels im hier gezeigten Aufbauzustand linksseitig auf den beiden Rollen 22 ruht und rechtsseitig auf den beiden Beinen 26 des Scherengestells 20 ruht. Der Bügeltisch 1 gemäß des zweiten Ausführungsbeispiels entspricht daher im Wesentlichen den aus dem Stand der Technik vorbekannten Bügeltischen für die Verwendung im Privathaushalt mit dem Unterschied, dass das die Arbeitsfläche 12 ausbildende Oberteil 10 aus einer massiven Granitplatte 19 hoher Wasserspeicherfähigkeit besteht und der Bügeltisch 1 zwei Rollen 22 für Transportzwecke aufweist. Die Verwendung einer Granitplatte 19 als Oberteil 10 erlaubt die Realisierung der erfindungsgemäßen Vorteile, hat jedoch auch eine deutliche Erhöhung des Gewichts des Bügeltischs 1 zur Folge. Um den Bügeltisch 1 dennoch problemlos im häuslichen Bereich transportieren zu können, sind die Rollen 22 vorgesehen.

5 zeigt schließlich den Bügeltisch 1 aus 4 im Lagerzustand. In diesem ist das Scherengestell 20 flach zusammengelegt, so dass die Beine 26 praktisch flach an der Unterseite der das Oberteil 10 ausbildenden Granitplatte 19 anliegen. Vorzugsweise ist das Scherengestell 20 so ausgebildet, dass es in dieser Lage arretiert werden kann. Aus 5 ist ersichtlich, dass der Bügeltisch gemäß dieses Ausführungsbeispiels im Lagerzustand ohne weiteres über die Rollen 22abgerollt und somit transportiert werden kann. Im gezeigten Lagerzustand ist darüber hinaus der Platzbedarf des Bügeltischs gegenüber dem Aufbauzustand deutlich verringert, so dass der Bügeltisch gemäß dieses Ausführungsbeispiels auch dann zur Verwendung im häuslichen Bereich geeignet ist, wenn nur wenig Platz zur Verfügung steht.

6 zeigt schließlich einen erfindungsgemäßen Bügeltisch gemäß 1 einem dritten Ausführungsbeispiel. In diesem Ausführungsbeispiel besteht das „Gestell" 20 des Bügeltischs 1 aus einem weitgehend konventionellen Möbelstück in Form eines Sideboards, welches allerdings auf vier Rollen 22 läuft. Oberhalb der Oberseite des Sideboards und von dieser beabstandet ist das die Arbeitsfläche 12 ausbildende Oberteil 10 angeordnet, welches hier erneut aus einer massiven Granitplatte z.B. der Sorte Juparana Colombo mit einer Dicke von zwei bis 4 Zentimetern besteht.

Zur Erhöhung des Gebrauchswerts des Bügeltischs 1 gemäß dieses Ausführungsbeispiels ist das Oberteil 10 in Richtung des Doppelpfeils in 6 verschieblich auf dem „Gestell" 20 gelagert, wobei das Oberteil dabei auch über die seitliche Begrenzung des das Gestell 20 ausbildenden Möbelstücks hinausgreifen kann.

Der Bügeltisch 1 gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel weist den wesentlichen Vorteil auf, dass er nicht ohne weiters als Bügeltisch identifizierbar ist. Vielmehr wird er in der Regel von einem unvoreingenommenen Betrachter als elegantes, aber konventionelles Möbelstück ohne besondere Funktionalität angesehen werden. Ein Bügeltisch gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel kann daher problemlos auch in anspruchsvolle Wohnumgebungen integriert werden. Von der vorliegenden Erfindung ist daher auch die Verwendung eines konventionellen (verfahrbaren) Möbelstücks als „Gestell" 20 des erfindungsgemäßen Bügeltischs mit umfasst.

1
Bügeltisch
10
Oberteil
12
Arbeitsfläche
14
Halter
16
Rahmen
17
Auflagevorsprung
18
Einsatz
19
Granitplatte
20
Gestell
22
Rollen
24
Ablage
26
Bein
28
Verbindungsrahmen
30
Bügeleisen
40
Befeuchtungseinrichtung
42
Vorratsbehälter
44
Kontaktmedium
50
Anordnung


Anspruch[de]
Bügeltisch (1) zum Bügeln von Wäsche, mit einem Oberteil (10), welches oberseitig eine ebene Arbeitsfläche (12) ausbildet, und einem Gestell (20), welches das Oberteil (10) trägt, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsfläche (12) zumindest teilweise aus einer Platte aus einem porösen mineralischen Werkstoff mit hoher Wasserspeicherfähigkeit besteht. Bügeltisch (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mineralische Werkstoff aus Naturstein besteht. Bügeltisch (1) gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Naturstein um Granit handelt, insbesondere um Granit der Sorten Juparana Colombo, Cashmir White oder Padang. Bügeltisch gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Bügeltisch ein Wasservorratsbehälter (14) vorgesehen ist, der in Verbindung mit dem porösen mineralischen Werkstoff mit hoher Wasserspeicherfähigkeit steht. Bügeltisch (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mineralische Werkstoff zur Ausbildung der Arbeitsfläche (12) zumindest teilweise poliert ist. Bügeltisch (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mineralische Werkstoff zur Ausbildung der Arbeitsfläche (12) zumindest teilweise eine Mikrorauhigkeit aufweist. Bügeltisch (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bügeltisch (1) fahrbar ausgebildet ist. Bügeltisch (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Oberteil (10) und Gestell (20) lösbar miteinander verbunden sind, wobei die Verbindung von einem Benutzer ohne Verwendung von Werkzeug gelöst werden kann. Bügeltisch (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bügeltisch (1) einen Aufbauzustand und einen Lagerzustand einnehmen kann. Bügeltisch (1) gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell (20) einen Aufbauzustand und einen Lagerzustand einnehmen kann. Bügeltisch (1) gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell (20) im Lagerzustand fahrbar ausgebildet ist. Anordnung zum Bügeln von Wäsche, umfassend:

a. einen Bügeltisch (1) gemäß Anspruch 1, und

b. ein Bügeleisen (30) ohne Dampferzeuger.
Anordnung zu Bügeln von Wäsche gemäß Anspruch 12, weiterhin umfassend eine Befeuchtungseinrichtung (40) für die zumindest teilweise aus einer Platte aus einem porösen mineralischen Werkstoff mit hoher Wasserspeicherfähigkeit bestehende Arbeitsfläche (12).






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