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Dokumentenidentifikation DE102006004016B4 29.11.2007
Titel Fahrzeug mit einer in Scharnieren aufgenommenen Frontklappe
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Dix, Norman, 85055 Ingolstadt, DE;
Ickes, Alexander, 85051 Ingolstadt, DE;
Roth, Franz, 93336 Altmannstein, DE;
Ritterbusch, Daniel, 85092 Kösching, DE
DE-Anmeldedatum 27.01.2006
DE-Aktenzeichen 102006004016
Offenlegungstag 09.08.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse B62D 25/12(2006.01)A, F, I, 20060127, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B62D 25/10(2006.01)A, L, I, 20060127, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Fahrzeug mit einer in Scharnieren aufgenommen Frontklappe, einem im vorderen Frontklappenbereich angeordneten Schloss und einer einen Aktuator zur Erzeugung einer Linearbewegung umfassenden Vorrichtung zum Anheben der Hinterkante der Frontklappe.

Aus der DE 197 12 961 A1 ist Fahrzeug mit einer in Scharnieren aufgenommenen Frontklappe, mit einem im vorderen Frontklappenbereich angeordneten Schloss, und mit einer Vorrichtung zum Anheben der Hinterkante der Frontklappe bekannt, wobei die Vorrichtung einen Aktuator zur Erzeugung einer Linearbewegung umfasst, der Aktuator karosseriefest angeordnet ist, derart, dass er nur in eine vorgegebene Richtung nach oben ausfahrbar ist, wobei im Bereich des Aktuators ein Festlager angeordnet ist, welches schwenkbar das erste Ende eines ersten Hebels aufnimmt, wobei an dem zweiten Ende des ersten Hebels schwenkbar das erste Ende eines zweiten Hebels angeordnet ist, und wobei das zweite Ende des zweiten Hebels schwenkbar mit der Frontklappe verbunden ist.

Die DE 101 16 716 A1 zeigt und beschreibt ein Fahrzeug mit einer in Scharnieren aufgenommenen Frontklappe, einem im vorderen Frontklappenbereich angeordneten Schloss, und einer Vorrichtung zum Anheben der Hinterkante der Frontklappe, wobei die Vorrichtung einen Aktuator zur Erzeugung einer Linearbewegung umfasst, wobei an dem Aktuator ein Lager angeordnet ist, welches schwenkbar das erste Ende eines ersten Hebels aufnimmt, wobei an dem zweiten Ende des ersten Hebels schwenkbar das erste Ende eines zweiten Hebels angeordnet ist, wobei das zweite Ende des zweiten Hebels schwenkbar mit der Frontklappe verbunden ist, und wobei zwischen den Enden des zweiten Hebels über ein Drehgelenk der Aktuator angreift.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einfachen Mitteln ein stabiles System und eine verbesserte Kinematik zum Anheben der Hinterkante einer Frontklappe zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Gemäß der vorliegenden Erfindung ist der Aktuator karosseriefest angeordnet ist, so dass er nur eine Linearbewegung in eine vorgegebene Richtung ausführen kann. Durch die feste Anbindung des Aktuators wird ein sehr steifes und schwingungsarmes System geschaffen. Außerdem ist keine komplizierte Verriegelung notwendig, wenn die Hinterkante der Frontklappe angehoben ist. Es ist völlig ausreichend, nur den Aktuator zu blockieren.

Dem Aktuator ein Festlager angeordnet ist, welches schwenkbar das erste Ende eines ersten Hebels aufnimmt. Durch das Festlager wird nicht nur eine sehr stabile, sondern auch eine kompakte Bauweise erreicht.

An dem zweiten Ende des ersten Hebels ist schwenkbar das erste Ende eines zweiten Hebels angeordnet, welches wiederum schwenkbar mit der Frontklappe verbunden ist. Zwischen den Enden des zweiten Hebels greift über ein Drehgelenk der Aktuator an. Diese Anordnung und Verbindung ist sehr kompakt und stabil, so dass zusätzliche Schwingungen im System vermieden werden.

Durch die erfindungsgemäße Anordnung und Ausgestaltung wird erreicht, dass der lineare Aktuatorhub in eine definierte Aufstellbahn umgesetzt wird. Die Länge der Hebel und die Anordnung der Gelenke bzw. der Angriffspunkt des Aktuators sind dabei so gewählt, dass bei gegebenen fest eingespannten Aktuator die Hinterkante der Frontklappe eine annähernd ideale Kreisbahn ausführt, wenn die Hinterkante angehoben wird. Dadurch ergeben sich keine Relativbewegungen des Schlossbügels im Frontklappenschloss, also keine Zug- und Druckkräfte, die die Ursache für Probleme bei bekannten Lösungen sind. Durch die vorgeschlagene Anordnung wird vielmehr erreicht, dass der Schlossbügel bzw. das Frontklappenschloss im wesentlichen nur eine Drehbewegung beim Anheben der Hinterkante der Frontklappe aufnehmen müssen.

Beim normalen Öffnen der Frontklappe, also beim Anheben der Vorderkante der Frontklappe, wird der Aktuator nicht betätigt, so dass ein Eingelenkscharnier vorliegt, dessen Drehachse durch das Drehgelenk im Bereich der Hinterkante der Frontklappe, an dem das zweite Ende des zweiten Hebels angreift, gebildet wird.

Vorteilhaft ist, wenn der erste Hebel in Richtung auf den zweiten Hebel zu gekröpft ausgebildet ist. Dadurch lässt sich eine kompakte und stabile Bauweise realisieren, die verbessert an die gewünschte Bewegungsbahn der Hinterkante der Frontklappe angepasst werden kann.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann die Vorrichtung ein Lagerteil umfassen, welches den Aktuator hält, an dem das Festlager ausgebildet ist und an dem Befestigungseinrichtungen zu seiner Festlegung an der Karosserie des Fahrzeuges angebracht sind. Über das Lagerteil lässt sich die Vorrichtung als vormontierte Baugruppe schnell und zuverlässig an der Karosserie befestigen. Das Lagerteil sorgt nicht nur für die Halterung des Aktuators, sondern bildet auch das Festlager und ist darüber hinaus mit Befestigungseinrichtungen zu seiner Festlegung an der Karosserie des Fahrzeuges versehen. Solche Befestigungseinrichtungen können beispielsweise Gewindebohrungen, Gewindestifte oder Löcher zur Aufnahme von Gewindebolzen sein.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen

1 eine Vorrichtung zum Anheben der Hinterkante einer Frontklappe und

2 in einer graphischen Darstellung die Bewegung der einzelnen Gelenkpunkte der Vorrichtung gemäß 1.

1 zeigt einen Teil einer Frontklappe 3 mit einer Hinterkante 5 und einer seitlichen Verstärkung 7. Die Hinterkante 5 der Frontklappe 3 ist durch eine Vorrichtung 9 in eine Stellung angehoben, in der ein verbesserter Fußgängerschutz erreicht wird. In der Zeichnung ist nur eine von auf jeder Seite der Frontklappe 3 angeordneten Vorrichtungen 9 gezeigt.

Die Vorrichtung 9 umfasst im Einzelnen einen Aktuator 11, dessen Kolbenstange 13 eine Linearbewegung nach oben ausführen kann. In der ausgefahrenen Stellung der Kolbenstange 13 kann diese arretiert werden, was in der Zeichnung jedoch nicht näher dargestellt ist.

Der Aktuator 11 wird von einem Lagerteil 15 gehalten, welches mit Bohrungen 17 zu seiner Befestigung an der Karosserie eines Fahrzeuges ausgebildet ist. Außerdem weist das Lagerteil 15 ein Festlager L auf, in dem das erste Ende eines ersten Hebels 19 aufgenommen ist. Das zweite Ende des gekröpft ausgebildeten ersten Hebels 19 ist über ein Gelenk E mit dem ersten Ende eines zweiten Hebels 21 verbunden.

Wie 1 zeigt, steht das zweite Ende des zweiten Hebels 21 über ein Gelenk DA an der Verstärkung 7 der Frontklappe 3 in Verbindung. Schließlich ist zwischen den Gelenken E und DA am zweiten Hebel 21 ein Drehgelenk A vorgesehen, an dem das freie Ende der Kolbenstange 13 des Aktuators 11 angreift.

Das Gelenk DA bewegt sich beim Anheben der Hinterkante 5 der Frontklappe 3 von der Ausgangslage entlang einer Kreisbahn 23 in die in 1 gezeigte Stellung. Der Drehpunkt der Kreisbahn wird dabei durch einen Schlossbügel gebildet, welcher im vorderen Bereich der Frontklappe 3 angeordnet ist (in der Zeichnung nicht dargestellt).

In 2 sind die Bewegungsbahnen der Gelenke E, DA und A graphisch wiedergegeben. Dabei entspricht der Index 0 der Ausgangslage, während der Index 1 die angehobene Stellung kennzeichnet.


Anspruch[de]
Fahrzeug mit einer in Scharnieren aufgenommenen Frontklappe und folgenden Merkmalen:

– einem im vorderen Frontklappenbereich angeordneten Schloss,

– einer Vorrichtung zum Anheben der Hinterkante der Frontklappe,

– die Vorrichtung umfasst einen Aktuator zur Erzeugung einer Linearbewegung,

– der Aktuator (11) ist karosseriefest angeordnet, derart, dass er nur in eine vorgegebene Richtung nach oben ausfahrbar ist,

– an dem Aktuator (11) ist ein Festlager L angeordnet, welches schwenkbar das erste Ende eines ersten Hebels (19) aufnimmt,

– an dem zweiten Ende des ersten Hebels (19) ist schwenkbar das erste Ende eines zweiten Hebels (21) angeordnet,

– das zweite Ende des zweiten Hebels (21) ist schwenkbar mit der Frontklappe (3) verbunden ist und

– zwischen den Enden des zweiten Hebels (21) greift über ein Drehgelenk A der Aktuator (11) an.
Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hebel (19) in Richtung auf den zweiten Hebel (21) zu gekröpft ausgebildet ist. Fahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (9) ein Lagerteil (15) umfasst, welches den Aktuator (11) hält, an dem das Festlager ausgebildet ist und an dem Befestigungseinrichtungen (17) zu seiner Festlegung an der Karosserie des Fahrzeuges angebracht sind. Fahrzeug mit einer in zwei Scharnieren aufgenommenen Frontklappe, nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Scharnier ein Aktuator (11) zugeordnet ist.






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