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Dokumentenidentifikation DE102006010584A1 29.11.2007
Titel Schließsysteme mit optischem Datenspeicher
Anmelder Linden, Alfred, 58540 Meinerzhagen, (verstorben), DE
Erfinder Linden, Alfred, 58540 Meinerzhagen, (verstorben), DE
DE-Anmeldedatum 08.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006010584
Offenlegungstag 29.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse E05B 51/00(2006.01)A, F, I, 20060308, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E05B 63/00(2006.01)A, L, I, 20060308, B, H, DE   
Zusammenfassung Die hier vorgestellten Schließsysteme sind wahrscheinlich eine ganz neue Variante von Sicherungen gegen unbefugtes Öffnen mit Nachschlüsseln durch Einbeziehung von Nachleucht-Pigmenten als Daten-Kurzzeit-Speicher zur Schlüssel-Identifizierung bzw. zur Sperrung bei Benutzung kopierter Schlüssel.

Beschreibung[de]

Türschlösser und ihre technische Entwicklung sind Teil der menschlichen Zivilisation schlechthin. Sie reichen vom einfachen Schwenkhebel gegen tierische Eindringlinge über das Kirchentürschloss mit den bekannt schweren Schlüsseln bis zum modernen Nummernschloss oder Fingerabdruck-Schloss.

Erfüllten Schlösser anfangs vornehmlich Zuhaltefunktionen, so ist die heutige Technik bestrebt, Ungebetenen das Öffnen mehr oder weniger gewaltsam zu verwehren.

Der dafür getriebene technische Aufwand ist enorm, ebenfalls die Variantenvielfalt von immer raffinierteren Öffnungs-Sperren.

Im vorliegenden Fall geht es im wesentlichen um den (bisher unerwarteten) Einsatz von Nachleuchtpigmenten als Datenträger in einem Schließsystem, dem etwas entgegenzusetzen einem Eindringling vorerst aus mehreren Gründen schwerfallen wird.

Ausgehend von einem üblichen Schlüssel mit den üblichen Zuhaltungen, wird an einer genau zu definierenden Stelle ein Nachleucht-Pigment von nur kleinen Abmessungen – nachfolgend mit NLP bezeichnet – integriert mit der besonderen Eigenschaft, nur im Bereich einer Sekunde nachzuleuchten, nachdem es einem Lichtstrahl, vorzugsweise UV-Licht, ausgesetzt wurde.

Es ist nicht anzunehmen, dass ein Unbedarfter zufällig dieses NLP innerhalb der äußerst kurzen Nachleuchtzeit entdeckt und dazu noch seine Wirkungsweise entschlüsselt.

Beim Einführen dieses Schlüssels in eine Schlüsselloch-Öffnung erfolgt an einer genau zu definierenden Stelle der Belichtungs-Vorgang, d.h. das NLP wird durch ein Blitzlicht – vorzugsweise UV-Licht – „aufgeladen". Das NLP ist bei der Herstellung so konzipiert, dass es nur im Bereich einer Sekunde oder kürzer nachleuchtet.

Anschließend wird der Schlüssel normal weiter eingeführt und in der Endstellung wird das NLP auf „Nachleuchten" abgefragt, damit ggf. die Schließfunktion freigegeben wird.

Das Nachleuchten des NLP dauert lange genug an, dass bei normaler Schlüsseleinführ-Geschwindigkeit die Abfrage erfolgen kann. Lediglich ein Unterbrechen des Einführvorgangs würde eine Sperrung bewirken und nach dem Herausziehen des Schlüssels ein erneutes Einführen erforderlich machen.

Sofern sich das zum Nachleuchten bestimmte NLP nicht an dem Abfrage-Punkt befindet, oder nicht nachleuchtend ist, bleibt/wird die Schließfunktion versperrt.

Diese Sperrfunktion kann beispielsweise mechatronisch erfolgen oder auch mittels eines Piezos.

Hier ist die Schaltung einer Alarm-Funktion denkbar.

Das NLP ist so eingestellt, dass seine Nachleuchtfunktion schon nach einer Sekunde endet, also beim Herausziehen des Schlüssels aus dem Schlüsselloch nicht mehr wahrnehmbar ist.

Die Vorgänge von Blitzlicht und Schließ-Sperre können elektrisch gespeist werden von einem (in der Tür bzw. im Schloss) eingebauten Kondensator, der intermittierend, bei Bedarf oder ständig mit schwachem Strom auf-/nachgeladen wird. Der Ladestrom kann Netzstrom sein, er kann aber auch geliefert werden von einem Akku, aber auch vpn einem Dynamo, der durch das Schwenken der Tür oder die Klinkenbewegung betätigt wird, letztere beiden Möglichkeiten nur, wenn die Tür ständig benutzt wird.

Durch Verändern oder Ausschalten des (geometrischen oder des zeitlichen) Blitz-Punktes ist es möglich, die Schließfunktion für den betreffenden Schlüssel zu sperren.

Sinnvoll ist eine solche Maßnahme, wenn andere Schlüssel zwei oder mehrere NLPs haben mit entsprechenden Abfrageplätzen im Schloss so dass deren Schließung nicht beeinträchtigt wird.

Zur Verhinderung unbefugten Treibens durch Verwendung unbefugt kopierter Schlüssel, die im Gegensatz zu den kurzzeitig nachleuchtenden NLPs etwa mit lange nachleuchtenden NLPs bestückt und in bereits belichtetem, d. h. „aufgeladenen" Zustand eingeführt werden sollen, werden Schloss oder Schließzylinder mit einer Prüfstation versehen, die ein Schließen oder auch bereits das weitere Einführen verhindert.

Das Beschaffen nur kurzzeitig nachleuchtender Pigmente ist nämlich aus Sicherheitsgründen nicht jedermann möglich.

Die Prüfstation kann eine Alarm- oder Registrier-Funktion haben.

Das Abfragen der NLP-Punkte auf Nachleuchten und die Auswertung dieser Abfrage erfolgt durch einen Fotosensor in Verbindung mit einem in einem Chip untergebrachten Steuerprogramm. Mechatronisch erfolgt die Freigabe des Schließvorgangs oder das Sperren bzw. schon das Verhindern des weitere Einführen des Schlüssels.

Der kurzzeitige Strombedarf kann ebenfalls dem erwähnten Kondensator entnommen werden bzw. erfolgt nach einem der oben erwähnten Stromversorgungs-Konzepte.

Es liegt nahe, beide Seiten eines Schlüssels mit einem oder mehreren NLPs zu versehen und dabei auch ein beiderseitiges Belichten beim Einführen des Schlüssels und Abtasten mittels Sensoren einzurichten.

Es ist selbstverständlich denkbar, die Anordnung der Funktions-Elemente so zu vertauschen, dass die NLPs im Innern von Schloss bzw. Schließzylinder verankert werden, während Blitzlicht, Fotosensor und Steuerung zusammen mit einer Stromquelle im Schlüssel untergebracht sind.

Aus baulichen Gründen kann es erforderlich sein, Blitzlichtgenerator, Fotosensor und Programm-Chip außerhalb des Schlossbereichs im Innern des Türblattes unterzubringen.

Die Signalübertragung erfolgt dann mittels Glasfaserkabel bzw. Glasfasertechnik.

Die Steuerung wird so ausgelegt, dass im Falle von Stromausfall eine Sperrung nicht erfolgt bzw. falls sie besteht, so aufgehoben wird, dass das Schloss mit dem passenden Schlüssel schließbar bleibt.

Für den Notfall, etwa bei einer durch Kondensator-Langzeitentladung ausgefallener Stromversorgung ist als Vorsorge-Maßnahme vorgesehen, die Stromzufuhr zu sichern mittels Induktion durch einen bestimmten Bereich des Türblatts hindurch, oder durch mehrmaliges Betätigen der Türklinke oder durch versteckt angebrachte Kontakte, denen eine Fremdstromquelle angelegt werden kann.

Des weiteren ist bei Türen eine Stromversorgung durch Solarzellen an deren Außenseite denkbar, die bei Tageslicht Strom für Akku und/oder Kondensator liefern.

Die Positionierung erfolgt vorzugsweise so, dass die Zellen für den unvoreingenommenen Betrachter außerhalb seines normalen Blickfeldes sind, beispielsweise an Türflächen, die nach unten weisen.

Bei der Türkonstruktion kann das berücksichtigt werden.

Denkbar ist aber auch, die Solarzellen ohne direkten Kontakt nach außen innerhalb des Türblattes unterzubringen und das Tageslicht über Glasfaserkabel oder ein entsprechend angeordnetes Spiegelsystem zu den Zellen zu leiten.


Anspruch[de]
Verfahren zur Sicherung von Schließsystemen für Türen, Schubladen usw., gekennzeichnet durch am oder im zugehörenden Schlüssel verankerte Nachleucht-Pigmente, vorzugsweise mit begrenzter Nachleuchtdauer, – im Folgenden als NLP bezeichnet – die beim Einführen des Schlüssels in das Schloss in einer ersten Station belichtet und in einer weiteren Station auf Nachleuchten abgefragt werden, um mittels einer dem Schloss oder dem Schließzylinder integrierten Steuerung eine Schließung freizugeben oder eine Sperrung zu bewirken. Verfahren gem. Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Strom für das Belichten, Abfragen und Steuern einer in das Schloss bzw. in die zugehörige Tür integrierten Stromquelle, z. B. einem Kondensator oder Akku, entnommen wird, die entweder ständig oder intermittierend nachgeladen werden durch Netzstrom und/oder durch elektrischen Strom, der mittels eines Dynamos erzeugt wird z. B. durch Türschwenken oder Betätigen des Türgriffs. Schlüssel für ein Schloss gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einer oder in mehreren Vertiefungen an einer oder beiden Seiten des Schlüssels je ein NLP integriert ist. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schloss bzw. der Schließzylinder eine Prüfstation mit einem Lichtsensor enthält, der beim Einführen des Schlüssels bereits belichtete NLPs ermittelt und in einer ebenfalls integrierten in einem Chip untergebrachten elektrischen/elektronischen Schaltung mechatronisch, evtl. auch mittels eines Piezos eine Sperrung der Schließung mit dem betreffenden Schlüssel bewirkt oder auch dessen Arretierung im Schloss bzw. Schließzylinder.

In diesem mechatronischen System kann der Prüfstation auch eine Funktion zum Auslösen eines Alarmes integriert sein.
Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass Blitzlichter und optische Sensoren im Schloss bzw. im Schließzylinder beidseitig der Bahn eines eingeführten Schlüssels so angeordnet sind, dass die NLPs belichtet und erfasst werden, die beiden Seiten des Schlüssels bzw. des Schlüsselbartes integriert sind. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass das Belichten und/oder das Abtasten des Schlüssels beim Einführen in das Schloss bzw. in den Schließzylinder über ein Glasfaserkabel erfolgt. Schloss gem. einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch Wahl der Schaltelemente bzw. Auslegung der Steuerung sichergestellt ist, dass eine Sperrung bei Stromausfall aufgehoben wird und/oder nicht erfolgt. Verfahren zur Sicherung von Tür- und ähnlichen Schlössern ähnlich einem der vorhe rigen Ansprüche, jedoch dadurch gekennzeichnet, dass die NLPs nicht am Schlüssel sondern im Innern von Schloss oder Schließzylinder verankert sind, während der Schlüssel eine Stromquelle hat, die das darin integrierte Blitzlicht mit Prüfstation und Steuerung versorgt. Schließsystem gemäß einem der vorherigen Ansprüche, jedoch dadurch gekennzeichnet, dass der Akku oder Kondensator elektrisch verbunden ist mit in oder an der Außenseite der betreffenden Tür angebrachten Solarzellen, die während der hellen Tageszeit Strom für Akku oder Kondensator liefern. Schließsystem mit angeschlossenen Solarzellen gemäß dem vorherigen Anspruch, jedoch dadurch gekennzeichnet, dass

entweder

die Solarzellen so gerade oder schräg nach unten gerichtet sind, dass sie dem unvoreingenommenen Betrachter vor der Tür nicht auffallen, weil sie für ihn nicht direkt sichtbar sind.

oder

die Solarzellen im Innern des Türblattes angeordnet sind und über Glasfaserkabel oder eine andere optische Übertragung das auf das Türblatt einfallende Licht zugeführt erhalten.






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