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Dokumentenidentifikation DE102006024552A1 29.11.2007
Titel Streckwerk mit Verdichtungsvorrichtung
Anmelder Saurer GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Neuburger, Günter, 73337 Bad Überkingen, DE
DE-Anmeldedatum 23.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006024552
Offenlegungstag 29.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse D01H 1/22(2006.01)A, F, I, 20060523, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D01H 1/02(2006.01)A, L, I, 20060523, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Streckwerk 1 einer Spinn- oder Vorspinnmaschine, das eine dem Streckwerk nachgeordnete Verdichtungsvorrichtung 10 aufweist. Um das positive oder negative Verzugsverhältnis zwischen dem Streckwerk und der Verdichtungsvorrichtung leicht verändern zu können, weisen Streckwerk und Verdichtungsvorrichtung gesonderte Antriebsmotoren 6 bzw. 15 auf, die im Master/Slave-Verhältnis stehen. Dieses Master/Slave-Verhältnis kann durch einen verstellbaren Umsetzer 24 feinstufig verändert werden.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft ein Streckwerk mit mehreren Unterwalzen und einer Verdichtungsvorrichtung zum Verdichten verzogener, aus dem Streckwerk auslaufender Faserlunten mit einer Verdichtungsunterwalze, die Verdichtungsunterwalze umschlingenden perforierten Verdichtungsriemchen und von den Verdichtungsriemchen umschlungenen Saugschuhen.

Stand der Technik

Es sind Streckwerke mit nachgeordneten Verdichtungsvorrichtungen bekannt, deren Verdichtungszone zwischen einem Ausgangswalzenpaare des Streckwerkes und einer auf einem Saugschuh der Verdichtungsvorrichtung aufliegenden Oberwalze liegt. Diese Oberwalze wird von der Oberwalze des Ausgangswalzenpaares des Streckwerkes aus angetrieben und überträgt den Antrieb auch auf das Riemchen der Verdichtungsvorrichtung.

In einer andern Ausführungsform umfasst die Verdichtungsvorrichtung eine eine Perforationsspur aufweisende Trommel größeren Durchmessers, auf der die Ausgangsoberwalze des Streckwerkes und eine die Verdichtungszone begrenzende weitere Oberwalze aufliegt.

Beide Ausführungsformen erlauben es nicht, ein bestimmtes Anspannungs- oder Verzugsverhältnis in der Verdichtungszone einzustellen.

Allgemeine Beschreibung der Erfindung

Der Erfindung war daher die Aufgabe gestellt, dem Verdichtungswalzenpaar eine von der Umfangsgeschwindigkeit des Ausgangswalzenpaares des Streckwerkes unabhängige Umfangsgeschwindigkeit zu erteilen.

Sie löst diese Aufgabe mit den im Kennzeichen des Hauptanspruches genannten Merkmalen. Dadurch, dass die Drehzahl der Verdichtungsunterwalze unabhängig von der Drehzahl der vorgeordneten Ausgangs-Unterwalze des Streckwerkes wahlweise eingestellt werden kann, kann die Arbeitsweise der Verdichtungsvorrichtung genau auf die Eigenschaften der verstreckten und zu verdichtenden Faserlunten eingestellt werden.

Bevorzugt ist vorgesehen, die Antriebsmotoren des Streckwerkes und der Unterwalze der Verdichtungsvorrichtung als drehzahlregelbare Elektromotoren auszubilden. Hierdurch ergibt sich der wesentliche Vorteil, dass der Antriebsmotor der Verdichtungsunterwalze als Save dem Antriebsmotor des Streckwerkes als Master exakt nachgeführt werden kann. Dadurch wird vermieden, dass sich beim Beschleunigen oder Verzögern der Maschine beim Anlauf oder Auslauf oder anderweitiger Drehzahländerung abweichende Änderungen in der Umfangsgeschwindigkeit der Verdichtungsunterwalze ergeben können, die sich störend als Verzugsänderungen auswirken würden.

Spezielle Beschreibung der Erfindung

In den Figuren der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt. Sie zeigt die Draufsicht auf den Anfangsbereich eines Streckwerkes mit den ersten beiden Arbeitsstellen.

Das Streckwerk 1 mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen, von denen hier nur die ersten beiden dargestellt sind, besitzt drei Unterwalzen 2, 3 und 4, die über ein Getriebe 5 von einem drehzahlveränderbaren Streckwerks-Antriebsmotor 6 in geläufiger Weise mit in Faserlaufrichtung zunehmenden Umfangsgeschwindigkeiten angetrieben werden. Die beiden Arbeitsstellen des Streckwerkes weisen einen abgebrochen dargestellter Trag- und Belastungsarm 7 auf, in dem den Unterwalzen 2, 3, 4 zugeordnete Oberwalzenzwillinge 8 gelagert sind. Vollständig dargestellt ist nur der eingangsseitige erste Oberwalzenzwilling, die rechten Oberwalzen der anderen Oberwalzenzwillinge sind der Übersichtlichkeit halber weggebrochen.

Die mittlere Unterwalze 3 ist mit Verzugsriemchen 9 ausgestattet.

Dem Streckwerk 1 ist eine Verdichtungsvorrichtung 10 nachgeordnet, die in geläufiger Weise eine Verdichtungsunterwalze 11 umfasst, der wie den anderen Unterwalzen ebenfalls ein Oberwalzenzwilling 8 zugeordnet ist. Auch hier ist die rechte Oberwalze weggebrochen. Die Verdichtungsunterwalze 11 und zwei ihr zugeordnete Saugschuhe 12 sind von zwei Riemchen 13 umschlungen, die je eine Perforationsspur 14 besitzen, durch welche Luft strömen kann.

Die Verdichtungsunterwalze 11 ist durch einen nur ihr zugeordneten, drehzahlregelbaren Elektromotor 15 direkt oder über ein nicht dargestelltes (Untersetzungs-)Getriebe angetrieben.

Im Betrieb wird durch die Perforationen 14 Luft in die Saugschuhe 12 angesaugt und die auf den Riemchen 13 aufliegenden Faserlunten 16, 17 zu den Perforationsspuren gesaugt und dabei verdichtet. Das verdichtete Garn 18 wird durch eine hier nicht mehr dargestellte, geläufig ausgeführte Ringspinnvorrichtung abgezogen, gedreht und aufgewunden.

Das Streckwerk 1 wird beim Anlauf durch den Motor 6 allmählich beschleunigt bzw. beim Stillsetzen allmählich verzögert. Dieser An- bzw. Auslauframpe muss die Verdichtungsvorrichtung 10 exakt folgen, um Verzugsfehler zwischen der Ausgangsunterwalze 4 und der Verdichtungsunterwalze 11 zu vermeiden.

Um dies sicher zu stellen, wird der Motor 15 der Verdichtungsunterwalze 11 als Save der Drehzahl des Streckwerksmotors 6 als Master nachgeführt. Die Drehzahlführung erfolgt vorzugsweise durch die Speisefrequenz über mindestens einen Frequenzumformer. In manchen Fällen kann auch eine Drehzahlführung über die Speisespannung vorteilhaft sein.

Hierzu ist der Antriebsmotor 6 des Streckwerks 1 vorzugsweise über einen Frequenzumformer 19 mit dem Netz 20 verbunden, der ihm und damit der Ausgangsunterwalze 4 und über das geläufige Wechselgetriebe 5 auch den vorgeordneten Unterwalzen 2 und 3 die angestrebte Drehzahl erteilt. Diese Drehzahl wird dem Frequenzumformer 19 über eine Steuerleitung 21 von der Steuervorrichtung der Maschine vorgegeben.

Die vom Frequenzumformer 19 dem Motor 6 vorgegebene Frequenz wird über eine Leitung 22 auch einem Frequenzumformer 23 des Antriebsmotors 15 der Verdichtungsunterwalze 11 aufgegeben, der diesen Motor synchron mit dem Motor 6 beschleunigt, antreibt und verzögert. Es versteht sich, dass der Frequenzumformer 23 den Motor 16 mit einer anderen Drehzahl antreibt, wenn der Durchmesser der Verdichtungsunterwalze 11 von dem der Ausgangsunterwalze 4 abweicht.

In die Leitung 22 kann ferner ein Umsetzer 24 eingefügt sein, mittels dessen die Frequenzvorgabe des Frequenzumformers 19 an den Frequenzumformer 23 einstellbar verändert werden kann, wenn zwischen der Ausgangsunterwalze 4 und der Verdichterunterwalze 11 eine geringe Anspannung oder in manchen Fällen eine gewisse Stauchung des Faserverbandes erwünscht sein sollte.

Im Falle der Drehzahlregelung über die Speisespannung ist der Umsetzer 24 als Spannungswandler ausgeführt.

Durch die voneinander unabhängig drehzahlveränderbaren Antriebsmotoren 6 und 15 kann das Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeiten der Ausgangs-Unterwalze 4 und der Verdichtungsunterwalze 11 feinfühlig geändert werden. Damit kann die Verdichtungswirkung der Verdichtungsvorrichtung 10 sehr genau auf die Eigenschaften der verstreckten bzw. verdichteten Faserlunten 16, 17 eingestellt werden. Dabei kann ein feinfühlig verstellbarer positiver Verzug, jedoch auch bei Bedarf ein negativer Verzug (Stauchung) erreicht werden.

Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander.

Alle in den Unterlagen offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.

1
Streckwerk
2, 3, 4
Unterwalzen
5
Getriebe
6
Streckwerks-Antriebsmotor
7
Belastungsarm
8
Oberwalzenzwillinge
9
Verzugsriemchen
10
Verdichtungsvorrichtung
11
Verdichtungsunterwalze
12
Saugschuhe
13
Verdichtungsriemchen
14
Perforationsspuren
15
Elektromotor
16, 17
Faserlunten
18
Garn
19
Frequenzumformer
20
Netz
21, 22
Steuerleitungen
23
Frequenzumformer
24
Umsetzer


Anspruch[de]
Streckwerk mit Antrieb und mit mehreren Walzenpaaren und einer Verdichtungsvorrichtung zum Verdichten verzogener, aus dem Streckwerk auslaufender Lunten mit einer Verdichtungsunterwalze, die Verdichtungsunterwalze umschlingenden luftdurchlässigen Verdichtungsriemchen und von den Verdichtungsriemchen umschlungenen Saugschuhen, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtungsunterwalze (11) einen vom Antrieb (6) des Streckwerkes (1) gesonderten, drehzahlveränderbaren Antrieb (15) aufweist. Streckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe (6, 15) als drehzahlregelbare Elektromotoren ausgebildet sind. Streckwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Antrieben (6, 15) ein Master/Slave-Verhältnis besteht, indem der Antrieb (15) der Verdichtungsunterwalze (11) Slave im Verhältnis zum Antrieb (6) des Streckwerkes (1) als Master ist. Streckwerk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Master/Slave-Verhältnis zwischen dem Antrieb (6) des Streckwerkes (1) und dem Antrieb (15) der Verdichtungsunterwalze (11) bei Bedarf verändert werden kann. Streckwerk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einer Speisevorrichtung (19) des Streckwerks-Antriebsmotors (6) und einer Speisevorrichtung (23) des Verdichtungswalzen-Antriebsmotors (15) eine Vorrichtung (24) eingeschaltet ist, mittels deren die Speiseverhältnisse der beiden Antriebsmotoren (6, 15) feinfühlig verstellbar sind. Spinnmaschine, insbesondere Ringspinnmaschine, mit einem Streckwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche.






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