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Dokumentenidentifikation DE102006034094B3 29.11.2007
Titel Anlage zum Walzen von Draht
Anmelder SMS Meer GmbH, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Wysocki, Jaroslaw, 41464 Neuss, DE;
Herzog, Gerhard, 45481 Mülheim, DE;
Kümmel, Lutz, 41363 Jüchen, DE
Vertreter Patentanwälte Valentin, Gihske, Grosse, 57072 Siegen
DE-Anmeldedatum 20.07.2006
DE-Aktenzeichen 102006034094
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse B21B 41/08(2006.01)A, F, I, 20060720, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B21C 1/32(2006.01)A, L, I, 20060720, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einer Anlage zum Walzen von Draht, bei der einem Drahtwalzwerk eine Kühlstrecke (1), umfassend aufeinander folgende Förderabschnitte (5) zum Transportieren des auf den Fördermitteln (6) zu Windungen ausgefächerten Drahtes, und ein die Drahtwindungen aus der Kühlstrecke (1) abnehmender sowie in eine Bundbildevorrichtung (2) abwerfender Einlegeförderer (3) nachgeschaltet sind, ist der gesamte Einlegeförderer (3) linear verschieblich ausgebildet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Walzen von Draht, bei der einem Drahtwalzwerk eine Kühlstrecke, umfassend aufeinander folgende Förderabschnitte zum Transportieren des auf Fördermitteln zu Windungen ausgefächerten Drahtes, und ein die Drahtwindungen aus der Kühlstrecke abnehmender sowie in eine Bundbildevorrichtung abwerfender, linear verschieblich ausgebildeter Einlegeförderer nachgeschaltet sind, wie aus der US 4.641.512 bekannt.

Damit sich beim Walzen von Draht die entsprechenden Materialeigenschaften erreichen lassen, werden sowohl dünner Draht – mit Durchmessern bis etwa 20 mm – als auch dicker Draht – mit Durchmessern bis etwa 50 mm – nach dem Austritt aus der mehrgerüstigen Fertigstraße eines Walzwerkes verschiedenen Kühlprozessen unterworfen. Diese umfassen für dünnen Draht, den sogenannten Stelmor-Produkten, und dicken Draht, den sogenannten Garrett-Produkten, entweder eine Standard- bzw. forcierte Kühlung, z.B. für mittel- bis hochgekohlte Kohlenstoffstähle und Austenite, eine verzögerte Kühlung, beispielsweise für niedrig gekohlte C-Stähle, Schraubenstähle, Federstähle und Schweißdrähte, oder eine langsame Kühlung, z.B. für Werkzeugstähle und Schnellarbeitsstähle. Diese Voraussetzungen lassen sich durch eine entsprechend gestaltete Kühlstrecke schaffen.

Durch die EP 0 504 655 B1 ist bei einer Anlage zur Stelmor-Kühlung des dünnen Drahtes bekannt geworden, das in Windungen auf einem Förderer ausgefächerte Drahtprodukt mit Hilfe von Kühlluft und geöffneten bzw. geschlossenen oder teils offenen und teils geschlossenen Deckeln bzw. Hauben der Kühlstrecke oder mittels Warmhalte-Töpfen zu kühlen. Das Abkühlen von zu Bunden gewickelten dicken Draht lässt sich an der Umgebungsluft bzw. durch Ventilatoren im Bereich des Längstransportes der Kühlstrecke, durch den Einsatz von Wasserhaspeln, das Aufsetzen von isolierten Hauben, mittels Warmhalte-Töpfen oder in Isolationskammern erreichen. Auf diese Weise ist es möglich, vor allem dann, wenn eine große Qualitätspalette gewünscht wird, wie insbesondere bei Edelstahl-Produkten, eine den Anforderungen an das Produkt entsprechende Kühlung vorzunehmen.

Dem Drahtwalzwerk dieser bekannten Anlagen ist eine Bundbildevorrichtung im Anschluß an die Kühlstrecke nachgeordnet, in die die Drahtwindungen von einem Einlegeförderer, der als Überbrückungsglied zwischen dem letzten Förderabschnitt der Kühlstrecke und der Bundebildevorrichtung angeordnet ist, abgeworfen werden. Die auf diese Weise erreichten Drahtbunde werden entnommen, z.B. mit einer Hakenbahn einer Ringpreß- und Bindestation zugeführt, und von dort weiter verteilt.

Die in der Praxis bekannten Einlegeförderer, die als Fördermittel z.B. Rollgangsrollen, von denen zumindest einige angetrieben sind, Transportbänder oder Transportketten besitzen, sind ortsfest mit dem Fundament verankert. Im Übergangsbereich zur Bundebildevorrichtung ist ihnen als separater Bestandteil ein Stummelrollensegment zugeordnet, das die Bundbildevorrichtung teilumfänglich umgreift und paarweise, im Abstand gegenüberliegende Stummelrollen aufweist. Das Stummelrollensegment ist in verschiedenen Bewegungsrichtungen verstellbar und mittelbar darüber sind es auch die Stummelrollen. Damit soll ein gezielteres Abwerfen der Drahtringe in die Bundbildevorrichtung ermöglicht werden. Diesem Zweck dienen auch die Stummelrollen, die keine einstückig durchgehenden, sondern Rollen mit bestimmter Teillänge sind, wie durch die DD 295 104 A5 bekannt geworden. Jeweils ein Paar gegenüberliegender Stummelrollen besitzt die gleiche Teillänge, wobei diese Teillängen von Rollenpaar zu Rollenpaar hin zur Bundbildevorrichtung kürzer werden.

Es hat sich im Betrieb gezeigt, daß bei den bekannten Anlagen die Überleitung der Drahtwindungen aus der Kühlstrecke auf den Einlegeförderer und von diesem auf das endseitige, der Bundbildevorrichtung unmittelbar vorgeschaltete Stummelrollensegment proplematisch ist. Zwischen diesen Bauteilen sind nämlich Lücken unvermeidlich, die die Struktur der dicht aufeinanderfolgenden und einander überlappenden Drahtwindungen nachteilig beeinflussen, was das Einlegen bzw. Abwerfen in die Bundbildevorrichtung beeinträchtigt.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Anlage ohne diese Nachteile zu schaffen, insbesondere einen ungestörten Transport mit sicherer Weiterleitung der Drahtwindungen von der einen auf die andere Transportstrecke zu ermöglichen und das Einlegen der Drahtwindungen in die Bundbildevorrichtung zu verbessern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Anlage zum Walzen von Draht gemäß der Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Durch den in und gegen die Förderrichtung verschiebbaren Einlegeförderer lässt sich dieser gezielt stets so positionieren, daß zwischen den einzelnen Transportstrecken keine Lücken auftreten, so daß die Ausfächerung der Drahtwindungen nicht verzerrt wird und sie mit ihrer ringförmigen Struktur in die Bundbildevorrichtung eingelegt werden können. Damit läßt sich eine optimierte Windungsablage und somit verbesserte Ringform erreichen.

Das wird nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung dadurch weiter begünstigt, daß mit dem Einlegeförderer im Abwurfbereich zur Bundbildevorrichtung ein paarweise im Abstand gegenüber liegende Stummelrollen aufweisendes Stummelrollensegment fest verbunden ist. Damit lässt sich eine einheitliche, gleichzeitige gemeinsame Verschiebung und Positionierung aller sich der Kühlstrecke anschließenden Förderstrecken erreichen. Außerdem kann auch zwischen dem Einlegeförderer und dem Stummelrollensegment keine Lücke mehr auftreten.

Ein Vorschlag der Erfindung sieht vor, daß der Einlegeförderer in Förderrichtung ansteigend angeordnet und mit einem hinteren, von der Bundbildevorrichtung abgewandten Endabschnitt unter einen letzten Förderabschnitt der Kühlstrecke tauchend verschiebbar ist. Die somit gestufte Übergabe und der sich anschießende ansteigende Transportweg verbessern die Abwurf- bzw. Einlegevoraussetzungen und erlauben es, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu arbeiten.

Das Einlegen und Überleiten der Drahtwindungen in die Bundbildevorrichtung wird dadurch noch weiter verbessert, daß der letzte Förderabschnitt der Kühlstrecke ebenfalls mit paarweisen, einander im Abstand gegenüber liegenden Stummelrollen ausgebildet ist.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß der Einlegeförder auf ortsfesten Führungen, z.B. Schienen oder dergleichen Laufflächen, angeordnet ist.

Damit sich der Einlegeförderer durch Verschiebung exakt positionieren lässt, wird vorgeschlagen, daß er mit zumindest einem Linearantrieb ausgebildet ist. Der bzw. die beispielsweise weggeregelt überwachten Linearantriebe können hydraulische, mechanische oder elektromechanische Verstellmittel sein. Es können z-B. Zahnstangen, Ritzelkombinationen, Seile, Ketten, Zahnriemen, Schraubgetriebe oder dergleichen zum Einsatz kommen.

Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen der Erfindung. Es zeigen:

1 als Einzelheit einer hinlänglich bekannten Anlage zum Walzen von Draht in einer Vorderansicht einen Einlegeförderer;

2 den Einlegeförderer nach 1 in der Draufsicht;

3 den Einlegeförderer nach den 1 und 2 in einem Querschnitt, der als Einzelheit eine Rollgangsrolle eines im Ausführungsbeispiel als Rollgangsförderer ausgebildeten Einlegeförderers zeigt;

4 den Einlegeförderer in einer schematischen Draufsicht mit angedeuteter Zuordnung zu einer endseitig vorgesehen Bundbildevorrichtung; und

5 in einer Seitenansicht eine Ausführung mit im Anschluß an eine Kühlstrecke unter einem geringen Neigungswinkel ansteigendem Einlegeförderer und einer sich diesem in Förderrichtung anschließenden Bundbildevorrichtung.

Bei einer in ihrer Gesamtheit nicht dargestellten Anlage zum Walzen von Draht schließt sich einem Drahtwalzwerk eine Kühlstrecke 1 und dieser als Überbrückungsglied zu einer Bundbildevorrichtung bzw. -kammer 2 ein als Rollgangsförderer ausgebildeter Einlegeförderer 3 an (vgl. 5). Die Kühlstrecke 1 besteht aus mehreren, von Hauben 4, Deckeln oder dergleichen abgedeckten Förder- bzw. Rollgangsabschnitten 5 mit zahlreichen aufeinander folgenden, in einem Traggestell gelagerten Rollgangsrollen 6, von denen zumindest einige angetrieben sind (vgl. 3), und im Ausführungsbeispiel einem in Förderrichtung gemäß Pfeil 7 letzten, festen Förder- bzw. Rollgangsabschnitt 8 mit darin angeordneten Stummelrollen 9; diese könnten alternativ auch durchgehend ausgebildet sein.

Der in dem mehrere Gerüste besitzenden Drahtwalzwerk gewalzte Draht wird hinter dem letzten Walzgerüst und nachdem er beispielsweise einen Wasserkasten durchlaufen und von einer Schere unterteilt worden ist, von einem Windungsleger in Form von spiral- bzw. ringförmigen Drahtwindungen 10 (vgl. 2) auf den Rollgangsrollen 6 abgelegt. Aus der Kühlstrecke 1 gelangen die Drahtwindungen 10 zum Weitertransport auf Rollgangsrollen 11, von denen ebenfalls einige angetrieben sind, des Einlegeförderers 3. Über dessen transportendseitiges Vorderende werden sie in die kammerartige Bundbildevorrichtung 2 eingelegt bzw. abgeworfen, wobei ein Dorn 12 (vgl. 5) die Drahtwindungen zu einem fertigen Ringbund zentriert.

Damit der Walzdraht bzw. die Drahtwindungen 10 ungehindert und insbesondere lückenlos aus der Kühlstrecke 1 auf den Einlegeförderer 3 und von diesem in die Bundbildevorrichtung 2 übergeleitet werden können, ist der Einlegeförderer 3 insgesamt linear verschieblich in Richtung des Doppelpfeils 13 (vgl. die 1 und 5) auf ortsfesten Führungen 14 (vgl. 3) angeordnet. Der Einlegeförderer 3 kann damit in Bezug einerseits auf den letzten Rollgangsabschnitt 8 der Kühlstrecke 1 und andererseits die Bundbildevorrichtung 2 durch Linearverschiebung exakt und insbesondere ohne Lücke zur Kühlstrecke 1 positioniert werden.

In 4 ist eine Ausführung dargestellt, bei der der Einlegeförderer 3 unter einem geringen Neigungswinkel in Förderrichtung 7 ebenso leicht ansteigend wie die Kühlstrecke 1 ausgebildet ist und mit seinem hinteren, von der Bundbildevorrichtung 2 abgewandten Endabschnitt 15 bis unter den letzten Rollgangsabschnitt 8 der Kühlstrecke 1 verschoben ist.

Zum Verschieben des Einlegeförderers 3 greift an diesen zumindest ein Linearantrieb 16 an, wie in den 1 und 5 dargestellt, der sich in mannigfaltiger Ausführung, z.B. hydraulisch, mechanisch oder elektromechanisch, vorsehen lässt.

Wie sich den 2 und 4 entnehmen lässt, ist am vorderen Ende des Einlegeförderers 3 im Abwurfbereich zur Bundbildevorrichtung 2 ein mit dem Einlegeförderers 3 fest verbundenes Stummelrollensegment 17 angeordnet. Dieses besitzt in paarweiser Anordnung einander gegenüber liegende Stummelrollen 18a bis 18d, wobei jede Stummelrolle 18a bis 18d eines Rollenpaares in einer separaten Rollensegmenthälfte 19 bzw. 20 gelagert ist. Die Rollensegmenthälften 19 bzw. 20 sind gemäß Doppelpfeil 21 (vgl. 2) an dem Einlegeförderer 3 quer zur Förderrichtung 7 verschiebbar befestigt.

Die Rollensegmenthälften 19 bzw. 20 sind der Kontur der Bundbildevorrichtung 2 angepaßt und umfassen diese beidseitig teilumfänglich bis etwa zur Mittenebene, wie in 4 dargestellt. In 2 ist zu erkennen, daß die einander gegenüberliegenden Stummelrollen 18a bis 18d in Transportrichtung 7 und somit zum Abwurfbereich der Bundbildevorrichtung 2 hin stufenweise kürzer werden, d.h. die ersten Stummelrollen 18a sind länger als die in Transportrichtung 7 folgenden Stummelrollen, wobei die letzten Stummelrollen 18d am kürzesten sind.

1
Kühlstrecke
2
Bundbildevorrichtung/-kammer
3
Einlegeförderer
4
Haube
5
Förderabschnitt
6
Fördermittel/Rollgangsrolle (Kühlstrecke)
7
Förderrichtung (Pfeil)
8
letzter Förderabschnitt
9
Stummelrollen
10
Drahtwindungen
11
Rollgangsrolle (Einlegerollgang)
12
Dorn
13
Doppelpfeil
14
Ortsfeste Führung
15
Endabschnitt
16
Linearantrieb
17
Stummelrollensegment
18a, 18d
Stummelrolle
19
Rollensegmenthälfte
20
Rollensegmenthälfte
21
Doppelpfeil


Anspruch[de]
Anlage zum Walzen von Draht, bei der einem Drahtwalzwerk eine Kühlstrecke (1), umfassend aufeinander folgende Förderabschnitte (5) zum Transportieren des auf Fördermitteln (6) zu Windungen ausgefächerten Drahtes, und ein die Drahtwindungen (10) aus der Kühlstrecke (1) abnehmender sowie in eine Bundbildevorrichtung (2) abwerfender, linear verschieblich ausgebildeter Einlegeförderer (3) nachgeschaltet sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlegeförderer (3) in und gegen die Förderrichtung (7; 13) verschiebbar ist. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlegeförderer (3) auf ortsfesten Führungen (14) angeordnet ist. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlegeförderer (3) in Förderrichtung (7) ansteigend angeordnet und mit einem hinteren, von der Bundbildevorrichtung (2) abgewandten Endabschnitt (15) unter einen letzten Förderabschnitt (8) der Kühlstrecke (1) tauchend verschiebbar ist. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der letzte Förderabschnitt (8) der Kühlstrecke (1) mit paarweisen, einander in Abstand gegenüber liegenden Stummelrollen (9) ausgebildet ist. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Einlegeförderer (3) im Abwurfbereich zur Bundbildevorrichtung (2) ein paarweise im Abstand gegenüberliegende Stummelrollen (18a bis 18d) aufweisendes Stummelrollensegment (17; 19, 20) fest verbunden ist. Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stummelrollen (18a bis 18d) quer zum Einlegeförderer (3) verschiebbar in dem Stummelrollensegment (17; 19, 20) vorgesehen sind. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlegeförderer (3) mit zumindest einem Linearantrieb (16) ausgebildet ist.






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