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Dokumentenidentifikation DE19808220B4 29.11.2007
Titel Nadeltrokar
Anmelder MRI Devices Daum GmbH, 19061 Schwerin, DE
Erfinder Daum, Wolfgang, 19055 Schwerin, DE;
Winkel, Axel, 19089 Zapel, DE
Vertreter Eisenführ, Speiser & Partner, 28195 Bremen
DE-Anmeldedatum 27.02.1998
DE-Aktenzeichen 19808220
Offenlegungstag 02.09.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse A61B 10/02(2006.01)A, F, I, 20061012, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61B 10/00(2006.01)A, L, I, 20061012, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruch 1.

In der modernen Radiologie möchte man unter Sicht gerne Punktionen oder Biopsien an diversen unter der Haut liegenden Stellen des Patienten durchführen. Hierzu ist es wichtig, die entsprechenden Nadeln genau zu positionieren. Dabei soll eine stereotaktische Nadelhaltevorrichtung die Nadel möglichst definiert plazieren, möglichst auch noch unter einem Sichtsystem, wie z. B. der Kernspintomographie. Herkömmliche stereotaktische Stellvorrichtungen für derartige Interventionen sind aufwendig und beziehen ihren Referenzpunkt nicht am Patienten, sondern am Operationstisch. Der Körper des Patienten kann sich jedoch in Bezug auf diesen Operationstisch bewegen.

Aus DE 195 31 117 A1 ist es bekannt, Titanlegierungen als Materialien für im Kernspintomographen einsetzbare Instrumente anzuwenden, um Bildartefakte zu vermeiden.

Aus US 5,540,675 ist eine Halterung für ein chirurgisches Instrument bekannt, welche aus einer auf den Körper aufklebbaren Grundplatte besteht, in der ein Instrumentenführungskanal angeordnet ist, der durch elastische Verformung der Grundplatte verschwenkt werden kann und seitlich mittels einer Strebe zum Rand der Grundplatte hin abgestrebt wird.

Aus US 4,809,694 ist eine Biopsieführung bekannt, welche mittels eines Gewindes in einem Schädelknochen verankerbar ist und die eine Instrumentennadel in einem Kugelgelenk führt.

Aufgabe der Erfindung ist es, das Problem einer bisher nicht vorhandenen am Körper des Patienten ansetzbaren Nadelpositioniervorrichtung zu lösen.

Die erfindungsgemäße Lösung schlägt einen über eine Klemmvorrichtung verstellbaren Kanal vor, der definiert auf die Haut des Patienten geklebt werden kann und nach den Merkmalen des Anspruchs 1 ausgebildet ist.

Die Erfindung wird in den folgenden Figuren erläutert:

1 Ansicht der Neurotrokarvorrichtung

2 Schnitt durch die Neurotrokarvorrichtung

3 Ansicht der Neurotrokarvorrichtung mit einer Neurobiopsienadel.

In 1 ist die Nadeltrokarvorrichtung 1 gezeigt. Sie besteht aus der Befestigungsplatte 2 und der Nadelhalterung 3, die mittels eines Kugelgelenkes 15 in der Befestigungsplatte 2 sitzt. Die Nadelhalterung 3 weist eine Instrumenteneinführröhre 12 auf, die vorzugsweise als kreisrunder Kanal ausgestaltet ist. Festgestellt wird das Kugelgelenk 15 zur Befestigungsplatte 2 mittels einer Klemmvorrichtung 5, die durch eine Rändelschraube 14 bedient werden kann. Das Instrument selbst kann mittels einer separaten Fixiervorrichtung 4 in der Nadelhalterung gehalten werden.

Die Nadelhalterung 4 besteht aus der z. B. gerändelten Überwurfmutter 17, die eine Dichtung 18 gegen den Nadelhalter 3 und die in der Dichtung 18 und Nadelhalterung 3 eingeführte Nadel 7 drückt. Damit kann die Nadel in der Instrumentenröhre 12 gehalten werden.

Der Nadelhalter 3 wiederum ist mittels einer Kugellagerung 15 in der Befestigungsplatte 2 gehalten. Mittels eines Ringes 19 kann der Nadelhalter 3 an der Kugellagerung 15 fixiert werden. Hierzu kann durch Niederschrauben einer Rändelschraube 14 an einem Schraubgewinde 20 der Ring 19 auf die Kugellagerung 15 gedrückt werden. Ring 19, Schraubgewinde 20 und Rändelschraube 14 bilden die Klemmvorrichtung 5.

Die Nadeltrokarvorrichtung ist fest mit der Grundplatte 16 verbunden, die über ein entweder über diese Grundplatte 16 geworfenes Pflaster 6 und/oder ein unter ihr befindliches Pflaster (hier nicht gezeigt) auf die Haut des Patienten geklebt werden kann, so daß die gesamte Nadeltrokarvorrichtung definiert auf der Haut des Patienten positioniert ist.

Die Grundplatte 16 kann dabei planar oder nicht planar, starr, elastisch oder plastisch verformbar und der Körperkontur anpaßbar sein. Die Grundplatte kann auch eine der Körperkontur angepaßte starre nicht planare Form besitzen.

Die Vorrichtung ist aus derartigen Materialien konzipiert, daß sie im Kernspintomographen einsetzbar ist, nicht deflektiert und auch keine wesentlichen Bildverzerrungen, sogenannte Bildartefakte, setzt, wie beispielsweise aus DE 195 31 117 A1 für Titanlegierungen bekannt. Das Material kann aus Kunststoff sein, aus Keramik oder aus verchromten Messing- oder Aluminiumlegierungen bestehen.

Für nicht kernspintomographische Anwendungen kann sie auch aus jedem anderen Material, insbesondere Edelstahl sein.

Die Nadelhalterung 3 kann aus dem zur Befestigungsplatte stehenden Lot 13 um den Winkel &agr; herausgedreht werden. Mit dem Winkel &agr; ist der Winkel zwischen der Senkrechten 13 zur Grundplatte 16 und der Achse der rohrförmigen Einführung 12 gemeint. Mit Raumrichtung ist das Winkelpaar gemeint, das sich zusammensetzt aus dem Winkel &agr; und dem sich aus der Drehung der Instrumenteneinführungsröhre 12 um die Senkrechte 13 zur Grundplatte 16 ergebenden Winkel.

3 zeigt, wie eine Nadel 7 oder ein Instrument 7 in die Vorrichtung eingeführt werden kann. Die Nadel 7 ist durch die Fixiervorrichtung 4 in einem festen Winkel &agr; in die Vorrichtung 1 eingefügt. Die Einstechtiefe wird über die Fixiervorrichtung 4 eingestellt.

Nach einer ersten Anwendung kann die Nadel entfernt werden, der Nadeltrokar bleibt an Ort und Stelle und dient als Führungs- und Positionierhilfe für weitere Instrumente. Bei Bedarf kann er auch steril verschlossen werden.

Im Fall der 3 ist eine Aspirationsbiopsienadel gezeigt. Die Nadel verfügt über einen Führungsdraht 10 sowie einen Schlauchverbinder 8, der z. B. als Luer-Lock-Anschluß ausgeführt sein kann, und einen Führungsdrahtfingergriff 9 zum Bedienen des Führungsdrahtes.

Jedes andere Instrument, z. B. eine Biopsie mit seitlicher Taschenschneide, kann auch mit der Vorrichtung genutzt werden.

Die Vorrichtung kann auch so gestaltet sein, daß diese nicht auf die Haut des Patientenkörpers aufklebbar, sondern aufnähbar ist.

1
Vorrichtung
2
Befestigungsplatte
3
Nadelhalter, Instrumentenführung
4
Fixiervorrichtung, Instrumentenführung
5
Klemmvorrichtung
6
Pflaster
7
Nadel
8
Schlauchverbinder, z. B. "Luer-Lock"
9
Führungsdrahtfingergriff
10
Führungsdraht
11
Nadelspitze
12
Instrumenteneinführröhre
13
Lot zur Ebene der Grundplatte
14
Rändelschraube
15
Kugelgelenk (Kugellagerung)
16
Grundplatte
17
Überwurfmutter
18
Dichtung
19
Ring
20
Schraubgewinde
&agr;
Winkel zwischen der Senkrechten 13 zur Grundplatte 16 und der Achse der Instrumenteneinführungsröhre 12


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Einführung einer medizinischen Nadel in den menschlichen Körper mit einer auf den Patientenkörper aufklebbaren Grundplatte (16), auf der eine die Nadel in definierter Raumrichtung haltende Klemmvorrichtung (5) befestigt ist, und mit einer rohrförmigen Einführung (12) zur Halterung der Nadel, dadurch gekennzeichnet, dass die Raumrichtung, die sich aus dem Winkel &agr; zwischen der Senkrechten (13) zur Grundplatte (16) und der Achse der rohrförmigen Einführung (12) ergibt, mittels eines arretierbaren Kugelgelenkes (15) definiert ist und dass die rohrförmige Einführung (12) sich durch das Kugelgelenk (15) erstreckt. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese aus einem biokompatiblen Material gefertigt ist, welches im Kernspintomographen einsetzbar ist und keine störenden Bildverzerrungen, sogenannte Artefakte, aufweist, wie vorzugsweise Keramik, titanhaltige Legierungen, Kunststoff oder verchromte Messing- oder Aluminiumlegierungen.






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