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Dokumentenidentifikation DE202007011781U1 29.11.2007
Titel Modulares Endkoskop
Anmelder Polydiagnost Entwicklungs-, Produktions-, Vertriebs- und Service Gesellschaft mbH, 85276 Pfaffenhofen, DE
Vertreter WINTER, BRANDL, FÜRNISS, HÜBNER, RÖSS, KAISER, POLTE, Partnerschaft, 80336 München
DE-Aktenzeichen 202007011781
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 29.11.2007
Registration date 25.10.2007
Application date from patent application 23.08.2007
IPC-Hauptklasse A61B 1/04(2006.01)A, F, I, 20070823, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61B 1/012(2006.01)A, L, I, 20070823, B, H, DE   A61B 1/00(2006.01)A, L, I, 20070823, B, H, DE   G02B 23/24(2006.01)A, L, I, 20070823, B, H, DE   A61L 2/14(2006.01)A, L, I, 20070823, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein modulares Endoskop gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Die Endoskopie hat sich im Rahmen der minimal invasiven Chirurgie fest etabliert. Dabei werden Endoskope für Diagnostik, Therapie und mit Kathetersonden ausgeführte Endoskope eingesetzt. In der Diagnostik und Therapie eingesetzte Endoskope haben eine Kanüle oder Sonde, in die eine Optik zur Licht- und Bildübertragung eingesetzt ist und die mit weiteren Anschlüssen, beispielsweise einem Spülanschluss zur Zuführung von Spülflüssigkeit oder einem Arbeitsanschluss zum Ansetzen eines Werkzeugs, beispielsweise eines Bohrers, einer Biopsiezange oder eines Laserstrahlleiters zur chirurgischen oder therapeutischen Behandlung ausgeführt ist. Diese bekannten Endoskope sind auf den jeweiligen Einsatzbereich hin, beispielsweise die Tränenkanal-Endoskopie, die Bandscheiben- oder Spinalkanal-Endoskopie optimiert, wobei der Außendurchmesser je nach Einsatzbereich zwischen 0.3 mm (Glaukom-Diagnostik) bis in den Bereich von mehreren Millimetern bei Kathetersonden liegen. Derartige Endoskope sind beispielsweise in der DE 20 2006006 322 U1, der DE 195 42 955 C2 oder der DE 10 2005 018 825 B3 offenbart, die sämtlich auf die Anmelderin zurückgehen.

Ein großes Problem in der Medizintechnik, insbesondere auch bei der Endoskopie ist die Dekontamination der Instrumente. So werden derzeit bei Untersuchungen von Hepatitis-B-, AIDS- oder Kreuzfeld-Jakob-Patienten die Endoskope nach der Untersuchung vernichtet. Ansonsten ist eine sorgfältige Sterilisation der chirurgischen und diagnostischen Instrumente erforderlich, um Mikroorganismen oder sonstige Verunreinigungen auf der Oberfläche der Instrumente abzutöten bzw. zu beseitigen. Problematisch ist dabei insbesondere die Reinigung der Kupplungselemente bzw. der Arbeitskanäle zum Anschließen der Spülleitung oder der Werkzeuge, da diese aufgrund der geringen Durchmesser und komplexen Geometrie nur schwierig zugänglich sind. Zur Dekontamination von Endoskopen stehen im Prinzip drei Verfahrensvarianten zur Verfügung:

  • a) Das Autoklavieren
  • b) Die Ethylenoxidsterilisation und
  • c) die Plasmasterilisation.

Ein Problem beim Autoklavieren von Endoskopen besteht darin, dass aufgrund der hohen Temperaturen (> 130°C) eine Trübung der Optik zur Bildübertragung eintreten kann, die aus einem Kondensieren von während dem Autoklavieren herausgelösten Kohlenstoffmolekülen resultiert.

Die vorgenannte Ethylenoxidsterilisation wird heutzutage praktisch in Krankenhäusern und Arztpraxen nicht mehr angewendet, da zum Einen die Sterilisation sehr lange dauert und zum Anderen eine mehrstündige Belüftungsphase erforderlich ist, um toxische Rückstände zu eliminieren.

In jüngster Zeit hat sich daher die Plasmasterilisation durchgesetzt, bei der die Mikroorganismen durch Bildung von hochreaktiven Hydroxy- und Hydroxylradikalen aus Wasserstoffperoxid abgetötet werden. Dieser Sterilisationsprozess läuft im Vakuum bei einer vergleichsweise geringen Temperatur (etwa 45°C) ab, so dass keine thermische Schädigung der Optik erfolgt. Nachteil dieses Verfahrens ist jedoch, dass Kanülen oder Sonden mit Lumina unter 0.3 cm und über 30 cm Länge nicht mit einer hinreichenden Zuverlässigkeit sterilisiert werden können, da bei derartigen Lumina mit geringem Durchmesser-/Längeverhältnis nicht sichergestellt ist, dass der Wasserstoffperoxiddampf zur Sterilisation in den gesamten Lumenraum eingebracht werden kann.

Ein weiteres Problem herkömmlicher Endoskope besteht darin, dass diese – wie vorstehend ausgeführt – im Hinblick auf die jeweilige Anwendung optimiert sind. Dabei müssen beispielsweise zur therapeutischen Endoskopie in Abhängigkeit von der Instrumentierung Endoskope mit unterschiedlichen Sonden- und Kanülendurchmessern bereitgestellt werden, so dass erhebliche Investitionskosten anfallen.

Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Endoskop zu schaffen, das zum Einen auf einfachste Weise dekontaminierbar ist und das zum Anderen einen breiten Anwendungsbereich ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch ein modulares Endoskop mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Das modulare Endoskop hat eine Optik zur Bildübertragung, die lösbar mit einer Kanüle verbindbar ist. Das modulare Endoskop hat des Weiteren eine Vielzahl von disposable Kanülen, die in Abhängigkeit von einer diagnostischen oder therapeutischen Anwendung mit unterschiedlichen Durchmessern und Anschlüssen ausgeführt sind. Das heißt, je nach Anwendung und Instrumentierung kann eine geeignete Kanüle an die Optik angesetzt werden. Diese Kanülen werden nach dem Gebrauch vernichtet, so dass lediglich die Optik dekontaminiert werden muss. Die Optik hat keine für die Plasmasterilisation kritische Innenabmessungen, nur eine glatte äußere Oberfläche, so dass die Dekontamination sehr zuverlässig und mit geringem Aufwand nach einem Plasmasterilisationsverfahren bei geringer Temperatur und ohne thermische Beschädigung durchgeführt werden kann.

Eine mechanische Beschädigung der Optik durch äußere Einflüsse kann durch ein aufgesetztes Schutzrohr nahezu ausgeschlossen werden.

Dabei ist durch geeignete Auslegung der Schutzrohrlänge und des Schutzrohrdurchmessers gewährleistet, dass die Optik bei der Plasmasterilisation dekontaminiert werden kann.

Bei einem Ausführungsbeispiel des modularen Endoskops können die je nach Anwendungsfall ausgewählten Kanülen auswechselbar an disposable Mehrport-Anschlussstücke angesetzt werden, die einen Anschluss für die Optik und weitere Anschlüsse, beispielsweise für eine Spüleinrichtung, ein Werkzeug oder dergleichen haben. Die Anschlussstücke können als Y-Stück mit einem axialen und einem schräg dazu angestellten Anschluss ausgeführt sein, wobei dann der axiale Anschluss in der Regel der Optikanschluss ist.

Bei Anwendungen, die eine Instrumentierung erfordern, wird ein disposable Anschlussstück vorgesehen, bei dem ein axialer Anschluss und zwei schräg dazu angeordnete seitliche Anschlüsse vorgesehen sind, wobei einer der seitlichen Anschlüsse der Optikanschluss und der axiale Anschluss ein Arbeitsanschluss zum Ansetzen eines Werkzeugs ist.

Zum Ansetzen von Arbeitsschäften mit großem Durchmesser wird es bevorzugt, die Mehrport-Anschlussstücke mit einer zusätzlichen geeigneten Kupplung, beispielsweise einem Luer-Lock zu versehen, über die das modulare Endoskop an den Arbeitsschaft angesetzt werden kann.

Da sich je nach Anwendungsfall die Länge der Kanüle ändern kann, stets jedoch die gleiche Optik verwendet wird, kann erfindungsgemäß eine Ausgleichseinrichtung verwendet werden, über die die Optik mit Bezug zur Kanülen-/Arbeitsschaftmündung ausgerichtet werden kann.

Dabei ist im Übergangsbereich vom ummantelten Teil der Optik zu demjenigen Endabschnitt, der in der Kanüle aufgenommen ist, ein Führungsrohr vorgesehen, entlang dem die Ausgleichseinrichtung verschiebbar ist.

Bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist es vorgesehen, einer Optik Kanülen mit Durchmessern von 0.5 mm, 0.95 mm, 1.1 mm, 1.6 mm und 2.0 mm oder mehr zuzuordnen, so dass eine Vielzahl von Endoskopie-Anwendungen abgedeckt ist.

Die Optik wird vorzugsweise mit Licht- und Bildleitern ausgeführt, wobei die Bildleiter über einen Okularanschluss mit einem modularen Okular (vgl. deutsche Patentanmeldung Wechselokular DE 102 56 673.9) verbunden sind und die Lichtleiter über einen Lichtanschluss an eine Lichtquelle angeschlossen sind.

Das proximate Ende der Endoskopkanüle kann ebenso mit einem Luer-Lock-Anschluss oder einem Bajonettanschluss versehen werden, an welchen ein Arbeitsschaft angeschlossen werden kann. In diesen Arbeitsschaft wird die Endoskopkanüle eingeschoben und mittels männlichem oder weiblichem Luer-Lock- oder Bajonettverschluss fest mit der Endoskopkanüle verbunden. Dieser Arbeitsschaft wurde vor dieser Prozedur mittels Trokar zum Beispiel in einem kleinen Gelenk platziert. Vor Einbringen der Endoskopkanüle wird selbstverständlich der Trokar aus dem Arbeitsschaft entfernt.

Bei dem erfindungsgemäßen modularen Endoskop ist es vorgesehen, die Kanülen und die Anschlussstücke steril verpackt zur Verfügung zu stellen, wobei die Dekontamination in diesem Fall vorzugsweise werksseitig durch Gassterilisation erfolgt.

Sonstige vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand weiterer Unteransprüche.

Im Folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 Eine dreidimensionale Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Endoskops;

2 Eine Einzeldarstellung einer Optik des Endoskops aus 1;

3 Eine diagnostische Kanüle des modularen Endoskops;

4 Eine therapeutische Kanüle des modularen Endoskops aus 1;

5 Eine therapeutische Kanüle mit einem größeren Durchmesser als diejenige in 4;

6 Ein Beispiel eines mit der therapeutischen Kanüle gemäß den 4 und 5 ausgeführten Endoskops und;

7 Ein Ausführungsbeispiel eines diagnostischen Endoskops mit einer Kanüle gemäß 2.

1 zeigt eine schematisierte dreidimensionale Darstellung eines modularen starren-semiflexiblen Endoskops 1, das in Abhängigkeit vom Verwendungszweck aus den im Folgenden näher beschriebenen Endoskopmoduln zusammengesetzt ist. Ein derartiges Endoskop 1 besteht im Wesentlichen aus einer Optik 2, die über ein Anschlussstück 4 an eine Kanüle 6 angesetzt ist. Die Optik 2 besteht in an sich bekannter Weise aus einem hochflexiblen Bündel geordneter Bild- und Lichtfasern, über die ein zu untersuchender Bereich beleuchtet und Bildinformationen einem Okular- oder einem angeschlossenen Bildaufzeichnungsgerät zugeleitet werden. Diese Optik 2 kann in Hinblick auf die vorgesehenen Anwendungen mit einer Auflösung zwischen 3.000 und 50.000 Pixeln ausgeführt sein. Der rückwärtige, sich von dem Anschlussstück 2 weg zu einem in 1 nicht dargestellten entkoppelbaren Okular, das beispielsweise auch als Zoomokular ausgeführt sein kann, erstreckende Bereich der Optik 2 ist mit einem Schutzschlauch 8 versehen, der diesen Abschnitt gegen äußere Einflüsse schützt. Im Bereich der Kanüle ist der Schutzschlauch 8 abgelängt, so dass die in einer Hülse aufgenommenen Bild- und Lichtfasern hervorstehen. Der distale dem zu beobachtenden Bereich zugewandte Endabschnitt der Optik 2 ist mit einem Linsensystem versehen und mittels einer Diamantglasscheibe abgedichtet, so dass das Innere der Optik während der Untersuchung nicht kontaminiert werden kann. Hinsichtlich des Aufbaus derartiger Optiken sei beispielsweise auf die eingangs genannte DE 10 2006 022 827 A1 verwiesen.

Die den Endabschnitt der Optik 6 aufnehmende Kanüle 6 ist entweder aus Edelstahl oder einem flexiblen Kunststoff hergestellt, wobei der Anwender zwischen Kanülen im Durchmesserbereich von 0.95 mm bis 2.0 mm oder mehr auswählen kann. Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel ist die Optik 2 mit einem Außendurchmesser von etwa 0.5 vorzugsweise 0.53 mm ausgeführt. Dieser sehr geringe Durchmesser ermöglicht den Einsatz des Endoskops 1 beispielsweise im Tränenkanal, im Milchkanal (Krebsfrüherkennung) oder im Speichelkanal.

Die Verbindung zwischen der Optik 8 und der Kanüle 6 erfolgt über das Anschlussstück 4, das bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 als Ein-Port-Anschluss ausgeführt ist. Bei dem modularen Endoskop 1 ist es vorgesehen, dass einer einzigen Optik 2 einer Vielzahl von unterschiedlichen Kanülen 6 und Anschlussstücken 4 zugeordnet ist. Die Grundabstimmung in Hinblick auf die Länge der Optik und die Länge der Kanüle erfolgt durch geeignetes Ablängen des Schutzschlauchs 8, das auch für den Laien auf einfache Weise durchführbar ist. Der präzise Längenausgleich erfolgt dann über eine Ausgleichseinrichtung, die im Folgenden als Shifter 10 bezeichnet wird. Der Grundaufbau eines derartigen Shifters 10 ist beispielsweise in der DE 10 2005 08 825 B3 beschrieben, so dass hier nur die zum Verständnis wichtigen Elemente beschrieben werden. Der Shifter 10 ist über einen Knickschutzanschluss 12 an die Optik 2, genauer gesagt an den Schutzschlauch 8 angesetzt und hat ein die Optik 2 umgreifendes Führungsrohr 14, entlang dem ein mit der Kanüle 6 verbundenes Gleitstück 16 verschiebbar geführt ist. Dieses lässt sich über eine Feststellschraube 18 auf dem Führungsrohr 14 fixieren, so dass entsprechend die Optik 2 innerhalb der Kanüle 6 verschoben werden kann, bis das distale Ende der Optik 2 mit Bezug zur Kanülenmündung ausgerichtet ist. Die Feststellschraube 18 wird dann angezogen, um diese Relativposition festzulegen. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Kanüle 6 lösbar über eine Kupplung 20 an einen Kanülenanschluss 22 angesetzt. Das Anschlussstück 4 ist über eine geeignete Kupplung 23 lösbar mit dem Shifter 10 verbunden. Für die Kupplungen 22, 23 können beispielsweise Luer-Kupplungen verwendet werden.

Wie bereits erwähnt, können Durchmesser, Länge und Material der Kanüle 6 in Abhängigkeit vom Verwendungszweck aus dem Modul-Bausatz ausgewählt werden. Wie im Folgenden noch näher erläutert wird, sind sowohl die Kanüle 6 als auch das Anschlussstück 4 als disposable-Bauteil ausgeführt und werden in steriler Verpackung ausgeliefert und nach einmaliger Verwendung entsorgt. Dementsprechend muss lediglich die Optik 2 dekontaminiert werden.

2 zeigt eine Teildarstellung der Optik 2 aus 1 mit dem Knickschutzanschluss 8, dem Führungsrohr 14, dem Shifter 10 und dem daraus hervorstehenden distalen Endabschnitt der Optik 2, der in 1 in der Kanüle 6 und im Anschlussstück 4 aufgenommen ist. In der Detaildarstellung gemäß 2 ist zum Schutz der empfindlichen Bild- und Lichtleiter sowie der Diamantglasscheibe und der Linsenanordnung ein Schutzrohr 24 aufgeschoben. Dieses überstreckt die gesamte Länge des distalen Endabschnitts der Optik 2, so dass eine Beschädigung ausgeschlossen ist.

Das Schutzrohr 24 ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem metallischen Werkstoff hergestellt und verbleibt während der Lagerung, des Transports und auch der Dekontamination der Optik 2 auf dem distalen Endabschnitt der Optik 2. Innendurchmesser und Länge dieses Schutzrohrs 24 sind so gewählt, dass eine Plasmasterilisation durch Wasserstoffperoxid durchgeführt werden kann.

Zum Ansetzen einer Kanüle 6 an die sterilisierte Optik 2 wird zunächst das Schutzrohr 24 abgenommen und der distale Endabschnitt der Optik 2 in eine Kanüle 6 eingeführt. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine diagnostische Kanüle 6, die über eine Luer-Kupplung 20 an den Kanülenanschluss 22 eines Anschlussstücks 10 angesetzt ist, das mit einem axialen Anschluss oder Ausgang 26 und einem Schräganschluss 28 ausgeführt ist. Bei einer derartigen therapeutischen Kanüle 6 wird die Optik 2 vorzugsweise in den axialen Anschluss 26 eingesetzt, während der Anschluss 28 zum Anschluss einer Spülmittelleitung dient.

Der Durchmesser der Kanüle 6 ist dabei an den jeweiligen Anwendungsfall angepasst. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Anschlussstück 10 aus Kunststoff gefertigt, während die Kanüle 6 und der kanülenseitige Teil der Kupplung 20 (Luer-Lock) aus Stahl hergestellt sind.

4 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer therapeutischen Kanüle, bei der das Anschlussstück 4 mit drei Anschlüssen: einem axialen Anschluss 26, einem Schräganschluss 28 und einem symmetrisch zu diesem angeordneten weiteren Schräganschluss 30 ausgeführt ist. Bei dieser Variante wird die Optik 2 in einen der Schräganschlüsse 28, 30 eingesetzt. Durch den mittigen axialen Anschluss 26 kann beispielsweise ein Werkzeug, wie eine Biopsie-Zange, ein Körbchen zum Entfernen von Steinen oder ein Bohrer angesetzt werden. An den verbleibenden Schräganschluss 28, 30 kann dann wiederum eine Spülleitung angeschlossen werden.

Im Übrigen entspricht die Kanüle gemäß 4 derjenigen aus 3, so dass weitere Erläuterungen entbehrlich sind.

5 zeigt eine Variante der therapeutischen Kanüle gemäß 4, wobei an das Anschlussstück 10 mit den drei Ausgängen oder Anschlüssen 26, 28, 30 eine Kanüle 6 mit einem wesentlich größeren Durchmesser als beim Ausführungsbeispiel gemäß 4 angesetzt ist. Der größere Kanülendurchmesser ermöglicht beispielsweise den Einsatz eines größeren Werkzeugs.

6 zeigt eine Teildarstellung eines Endoskops 1, das durch Kombination der Optik aus 2, einer Kanüle 6 und einem Anschlussstück 10 gemäß 4 als therapeutische Sonde 1 ausgeführt ist. Man sieht bei diesem Ausführungsbeispiel, dass die Optik 2 an den Schräganschluss 28 angeschlossen ist. Dies ist nur möglich, da bei dem beschriebenen modularen System die Optik 2 so flexibel ausgestaltet ist, dass sie ohne Beschädigung durch den Schräganschluss 28 hindurch in die Kanüle 6 eingeführt werden kann. Hierzu wird das Anschlussstück 4 zumindest im Bereich zwischen dem Schräganschluss 28 und den sich daran anschließenden Axialbereich glattflächig ausgeführt, so dass die Optik 2 gleitend eingesetzt werden kann. An den mittigen axialen Ausgang 26 ist bei diesem Ausführungsbeispiel ein Bohrwerkzeug 32 angesetzt. An den weiteren Schräganschluss 30 ist eine Spülleitung 34 angeschlossen.

7 zeigt eine Teildarstellung eines diagnostischen Endoskops 1 mit einer Kanüle 6 und einem Anschlussstück 4 gemäß 3, wobei in den axialen Ausgang 26 die Optik 2 eingesetzt ist und mittels des Shifters 10 mit Bezug zur Mündung der Kanüle 6 ausgerichtet ist. Der sich an den Shifter 10 nach hinten, weg von der Kanüle 6 anschließende Bereich der Optik 2 ist – wie vorstehend erläutert – mit dem Schutzschlauch 8 ummantelt. Der von der Kanüle 6 entfernte Endabschnitt der Optik 2 ist über einen weiteren Knickschutzanschluss 12 an eine Okularkupplung 36 angeschlossen ist, an der auch ein Beleuchtungsanschluss 38 für die Lichtleiter der Optik 2 vorgesehen ist. Über die Okularkupplung 36 kann die Optik 2 an ein Okular, beispielsweise ein Zoom-Okular angesetzt werden. Dieses Zoom-Okular ermöglicht es, trotz des geringen Außendurchmessers von 0.53 mm der Optik 2, das Bild mit einem hinreichenden Durchmesser von mehr als 11 cm abzubilden, wobei durch geeignete Filter Moiré-Effekte unterdrückt werden können.

Prinzipiell ist es bei dem erfindungsgemäßen modularen Endoskopsystem vorgesehen, die Kanülen 6 und die Anschlussstücke 4 jeweils nach jedem Gebrauch wegzuwerfen, da insbesondere bei Kanülen mit geringem Durchmesser aufgrund des sehr kleinen Loomendurchmessers eine Dekontamination durch eine Plasmabehandlung nicht möglich ist. Für besondere Anwendungen sieht es das modulare System vor, auch Kanülen 6 und Anschlussstücke 4 der vorbeschriebenen Bauart zur Verfügung zu stellen, die wiederverwertbar sind und die aus einem autoklavierbaren Material hergestellt sind.

Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel ist es auch vorgesehen, sowohl an therapeutischen als auch an diagnostischen Anschlussstücken 4 kanülenseitig einen weiteren, axialen Luer-Lock vorzusehen. Dieser hat einen größeren Durchmesser als die Kupplung 20 (siehe 3), über die die Kanüle 6 ans Anschlussstück 4 angesetzt wird. Dieser zusätzliche Luer-Lock ermöglicht es, das Endoskop 1 an einen Arbeitsschaft mit vergleichsweise sehr großem Durchmesser anzusetzen. So wird beispielsweise bei der Arthroskopie ein derartiger Arbeitsschaft mit vergleichsweise großem Durchmesser gemeinsam mit einem Trokar in das Gelenk eingeführt, um eine Öffnung zum Einführen des Endoskops auszubilden. Nach dem Positionieren des Arbeitsschafts im Gelenk wird der Trokar herausgezogen – der Arbeitsschaft verbleibt im Gelenk. Anschließend wird das Endoskop 1 angesetzt und über den zusätzlichen Luer-Lock mit dem Arbeitsschaft verbunden.

Das erfindungsgemäße vorbeschriebene modulare Konzept ermöglicht mit einer einzigen Optik und unterschiedlichen disposable Kanülen/Arbeitsschäften nahezu jede Instrumentierung. Dabei können unterschiedliche Arbeitslängen des Endoskops auf einfache Weise durch Verlängern oder Verkürzen des außen liegenden Schutzschlauchs realisiert werden. Den Anwendern wird es somit ermöglicht, interdisziplinär zu arbeiten und auch Arbeitsinstrumente aus anderen Fachbereichen durch einfache Anpassung des Endoskops einzusetzen. Durch die Ein-Mal-Verwendung von Kanülen 6 und Anschlussstücken 4 und die einfache Sterilisation der Optik 2 ist eine Dekontamination des Endoskops in vorbildlicher Weise gewährleistet, wobei der Aufwand für die Anwender minimal ist, so dass auch die Investitionskosten gegenüber herkömmlichen Lösungen erheblich geringer sind.

Offenbart ist ein modulares Endoskop-System, bei dem einer einzigen Optik eine Vielzahl von Anschlussstücken und Kanülen zugeordnet sind, die je nach Verwendung ausgewählt werden. Die Anschlussstücke und die Kanülen sind dabei für eine Ein-Mal-Anwendung ausgelegt, so dass lediglich die Optik dekontaminiert werden muss.

1
Endoskop
2
Optik
4
Anschlussstück
6
Kanüle
8
Schutzschlauch
10
Shifter
12
Knickschutzanschluss
14
Führungsrohr
16
Gleitstück
18
Feststellschraube
20
Kupplung
22
Kanülenanschluss
23
Kupplung
24
Schutzrohr
26
axialer Anschluss
28
Schräganschluss
30
weiterer Schräganschluss
32
Bohrwerkzeug
34
Spülleitung
36
Okularanschluss
38
Beleuchtungsanschluss


Anspruch[de]
Modulares Endoskop mit zumindest einer Kanüle (6), durch deren Innenraum eine Optik (2) zur Bildübertragung geführt ist, deren sich an die Kanüle (6) anschließender Teil mit einem Schutzschlauch (8) versehen ist, wobei die Optik (2) mittels einer Kupplung lösbar mit der Kanüle (6) verbunden ist, gekennzeichnet durch eine Vielzahl von disposable, sterilisierten Kanülen (6) oder Arbeistsschäften, die in Abhängigkeit von einer diagnostischen oder therapeutischen Anwendungen mit unterschiedlichen Durchmessern und/oder Anschlüssen ausgeführt sind und denen gemeinsam eine Optik (2) zugeordnet ist. Endoskop nach Anspruch 1, mit einem Schutzrohr (24) zum Aufsetzen auf einen nicht ummantelten Endabschnitt der Optik (2). Endoskop nach Anspruch 2, wobei die Schutzrohrlänge und der Schutzrohr-Innendurchmesser so ausgelegt sind, dass eine Plasmasterilisation ermöglicht ist. Endoskop nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem disposable Mehrport-Anschlussstück (4), an das die Kanüle (6) auswechselbar ansetzbar ist, das eine Vielzahl von Anschlüssen (26, 28, 30) für die Optik (2), eine Spülleitung (34), ein Werkzeug (32) oder dergleichen hat. Endoskop nach Anspruch 4, wobei das Anschlussstück (4) ein Y-Stück mit einem axialen und einem schräg dazu angestellten Anschluss (26, 28) ist und Endoskop nach Anspruch 4, wobei das Anschlussstück (4) einen axialen und zwei Y-förmig schräg dazu angeordnete Anschlüsse (26, 28, 30) hat, wobei der axiale Anschluss (26) ein Arbeitsanschluss und einer der Schräganschlüsse (26) ein Optikanschluss ist. Endoskop nach Anspruch 4, 5 oder 6, wobei am axialen Anschluss (26) eine zusätzliche Kupplung zum Ansetzen einer Kanüle (6) oder eines Arbeitsschaftes mit großem Durchmesser vorgesehen ist. Endoskop nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer Ausgleichseinrichtung (10) zum bündigen Positionieren der linsenseitigen Endabschnitte der Optik (2) mit Bezug zur Kanülenmündung, wobei die Ausgleichseinrichtung (10) einerseits mit der Kanüle (6) oder dem Anschlussstück (4) und andererseits mit der Optik (2) verbunden ist. Endoskop nach Anspruch (8), wobei im Übergangsbereich zum Schutzschlauch (8) der Optik (2) ein Führungsrohr (14) vorgesehen ist, entlang dem ein Gleitstück (16) der Ausgleichseinrichtung (10) verschiebbar ist. Endoskop nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Optik (2) einen Außendurchmesser von weniger als 1 mm, vorzugsweise von etwa 0.5 mm hat und Kanülen (6) mit Durchmessern von 0.95, 1.1, 1.6 und 2.0 mm und mehr vorgesehen sind. Endoskop nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Optik (2) Licht- und Bildleiter hat, wobei die Bildleiter über einen Okularanschluss (36) mit einem Okular und die Lichtleiter über einen Beleuchtungsanschluss (38) mit einer Lichtquelle verbunden sind. Endoskop nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Kanüle (6) an ihrem proximalen Ende einen Anschluss, insbesondere einen Bajonett- oder Luer-Lock-Anschluss aufweist. Endoskop nach Anspruch 12, wobei an dem Kanülenanschluss ein Arbeitsschaft anbringbar ist, der insbesondere dazu ausgelegt ist einen Trokar aufzunehmen. Endoskop nach Anspruch 1 und 3, wobei Kanüle (6) und Anschlussstück (4) steril verpackt sind.






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