PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202007012238U1 29.11.2007
Titel Handwerkzeug
Anmelder MVK-line GmbH, 30974 Wennigsen, DE
Vertreter Scheffler, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 30171 Hannover
DE-Aktenzeichen 202007012238
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 29.11.2007
Registration date 25.10.2007
Application date from patent application 31.08.2007
IPC-Hauptklasse B23B 45/02(2006.01)A, F, I, 20070831, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein stabförmiges Handwerkzeug zum Bearbeiten von Werkstücken, insbesondere zum Entgraten und/oder Senken von Durchbrechungen in Werkstücken.

In der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie im Schiffbau werden zum Entgraten und Senken von Bohrungen derzeit druckluftbetriebene Handwerkzeuge eingesetzt. Aufgrund der in diesen Bereichen verwendeten hochfesten Materialien, beispielsweise Titan, und der erforderlichen Präzision bei der Bearbeitung müssen die verwendeten Handwerkzeuge ein hohes Drehmoment zur Verfügung stellen.

Hierbei erweist es sich als besonders nachteilig, dass die von einer Bedienperson geführten Handwerkzeuge ein hohes Gewicht aufweisen und eine Verbindung zu einer Druckluftquelle benötigen. Hierdurch wird das Handling der Handwerkzeuge, insbesondere auf engstem Raum, negativ beeinflusst und die Gesundheit der Bedienperson erheblich belastet. Ein weiterer Nachteil ergibt sich durch die relativ hohen Anschaffungs- und Betriebskosten der Handwerkzeuge und der Druckluftquelle.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Handwerkzeug zur Verfügung zu stellen. Hierbei soll insbesondere das Gewicht des Handwerkzeugs reduziert und das Handling des Handwerkzeugs verbessert werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die Unteransprüche 2 bis 12 betreffen besonders zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung.

Erfindungsgemäß ist also ein stabförmiges Handwerkzeug zum Bearbeiten von Werkstücken, insbesondere zum Entgraten und/oder Senken von Durchbrechungen in Werkstücken, vorgesehen mit einem zumindest abschnittsweise zylindrisch ausgebildeten Gehäuse, einem Akkumulator für die Stromversorgung eines Elektromotors, einem mit dem Elektromotor gekoppelten Getriebe und einem mit dem Getriebe verbundenen Schneidwerkzeug, wobei das Handwerkzeug zur Betätigung des Schneidwerkzeugs einen flächenbündig mit dem Gehäuse angeordneten Folientaster aufweist. Durch die Verwendung eines leistungsstarken Lithium-Ionen Akkumulators ist eine Verbindung des Handwerkzeugs zu einer externen zentral angeordneten Energiequelle nicht mehr erforderlich, wodurch das Handling des Handwerkzeugs, insbesondere auf engstem Raum, erheblich verbessert wird. Außerdem ergibt sich durch den Wegfall der Versorgungsleitungen eine Gewichtsreduzierung, durch welche eine gesundheitliche Entlastung der jeweiligen Bedienperson erfolgt. Durch die Zwischenschaltung eines Getriebes kann die vom Elektromotor zur Verfügung gestellte Drehzahl von beispielsweise ca. 20.000 U/min auf die für den jeweiligen Einsatzfall erforderliche Drehzahl von beispielsweise ca. 400 U/min reduziert und dabei das für das Senken des hochfesten Materials erforderliche Drehmoment am Schneidwerkzeug zur Verfügung gestellt werden. Die Verwendung eines Folientasters gewährleistet eine prozesssichere und für die jeweilige Bedienperson komfortable Inbetriebnahme des Schneidwerkzeugs, insbesondere aufgrund der zum Schalten des Folientasters erforderlichen relativ geringen Druckkräfte. Die flächenbündige Anordnung des Folientasters im Gehäuse verhindert eine unerwünschte Inbetriebnahme des Schneidwerkzeugs, beispielsweise dann, wenn das Handwerkzeug bei Nichtgebrauch auf einer ebenen Unterlage, beispielsweise auf einem Arbeitstisch oder Ähnlichem, abgelegt wird. Durch die flächenbündige Anordnung des Folientasters ergibt sich eine Linienberührung zwischen dem Handwerkzeug und der Unterlage, sodass eine unerwünschte Druckbeaufschlagung des Folientasters ausgeschlossen werden kann. Außerdem kann die Zahl der Arbeitsunfälle durch das Verhindern der unerwünschten Inbetriebnahme des Schneidwerkzeugs reduziert werden.

Eine besonders praxisnahe Weiterbildung des vorliegenden erfindungsgemäßen Handwerkzeugs wird auch dadurch geschaffen, dass das Schneidwerkzeug derart am Handwerkzeug angeordnet ist, dass ein Winkel zwischen einer Drehachse des Schneidwerkzeugs und einer Drehachse einer Antriebswelle des Handwerkzeugs 90° bzw. 135° beträgt. Durch die abgewinkelte Anordnung des Schneidwerkzeugs relativ zu der Längserstreckung des Handwerkzeugs kann das Handwerkzeug auf den jeweiligen Einsatzfall adaptiert werden, wodurch auch das Handling des Handwerkzeugs verbessert wird.

Dabei erweist es sich als besonders vorteilhaft, wenn eine Aufnahmeinrichtung zur lösbaren Fixierung des Schneidwerkzeugs vorgesehen ist. Hierdurch wird die Montage und Demontage des Schneidwerkzeugs vereinfacht.

Erfindungsgemäß ist weiterhin vorgesehen, dass das Schneidwerkzeug und die Antriebswelle durch Kegelräder gekoppelt sind. Hierdurch kann die Drehbewegung einer Getriebeausgangswelle je nach Einsatzfall des Handwerkzeugs umgelenkt werden, sodass am Schneidwerkzeug die für die jeweilige Bearbeitung vorgesehene Drehzahl und das erforderliche Drehmoment zur Verfügung gestellt werden können.

Eine weitere Optimierung des Handlings des Handwerkzeugs wird auch dadurch erreicht, dass der Folientaster in einer Längsrichtung des Handwerkzeugs derart in einem dem Schneidwerkzeug zugewandten vorderen Abschnitt des Handwerkzeugs angeordnet ist, dass der Folientaster mittels eines Daumens einer Bedienperson betätigbar ist.

Eine besonders praxisnahe Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird auch dadurch geschaffen, dass der Folientaster und das Schneidwerkzeug bezogen auf eine Mittellängsachse des Handwerkzeugs einander gegenüberliegend angeordnet sind. Hierdurch kann mittels des auf dem Folientaster aufliegenden Daumens gleichzeitig die zur Inbetriebnahme des Schneidwerkzeugs erforderliche Druckkraft und die zur Bearbeitung des Werkstücks erforderliche Bearbeitungsdruckkraft bereitgestellt werden, wodurch das Handling des Handwerkzeugs zusätzlich optimiert wird.

Hierbei erweist es sich als besonders zweckmäßig, dass der Folientaster und ein den Folientaster umgebener Gehäuseabschnitt eine im Wesentlichen plane Oberfläche bilden. Durch eine derartige Abflachung des ansonsten zylindrischen Gehäuses erhält die Bedienperson eine haptische Information über die Lage und Orientierung des ergriffenen Handwerkzeugs. Eine zusätzliche optische Überprüfung der Lage und Orientierung des Handwerkzeugs durch die Bedienperson ist nicht erforderlich. Bei Nichtgebrauch des Handwerkzeugs und der Ablage des Handwerkzeugs auf einer Unterlage erfolgt eine Flächenberührung zwischen dem Folientaster bzw. der planen Oberfläche und der Unterlage, sodass eine unerwünschte Inbetriebnahme des Schneidwerkzeugs ausgeschlossen werden kann.

Ein weiteres erfindungsgemäßes Merkmal besteht darin, dass das Gehäuse als Griffstück ausgebildet ist und zumindest abschnittsweise eine Rutschsicherung aufweist. Hierdurch wird ein Abrutschen der Hand der Bedienperson, beispielsweise aufgrund von Schweißbildung, verhindert. Dabei kann das gesamte Griffstück als Rutschsicherung ausgebildet sein oder die Rutschsicherung kann partiell, beispielsweise in einem in Längsrichtung hinteren Abschnitt des Handwerkzeugs, angeordnet sein.

Eine praxisnahe Ausgestaltung der Erfindung wird dadurch geschaffen, dass in einem in Längsrichtung des Handwerkzeugs hinteren Abschnitt eine mit dem Akkumulator verbundene Ladebuchse vorgesehen ist. Durch die Ladebuchse kann das Handwerkzeug bei Nichtgebrauch oder bei entladenem Akkumulator aufrecht stehend oder liegend mittels eines Ladegerätes geladen werden.

Die Erfindung lässt verschiedene Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben.

Diese zeigt in

1 das Handwerkzeug in einer perspektivischen Darstellung;

2 eine zweite Ausführungsform des Handwerkzeugs in einer Seitenansicht.

Die 1 und 2 zeigen jeweils ein stabförmiges Handwerkzeug 1 zum Entgraten oder/und Senken von Durchbrechungen in einem nicht dargestellten Werkstück. Das Handwerkzeug 1 weist ein im Wesentlichen zylindrisches Gehäuse 2 auf, in welchem ein Akkumulator 3 für die Stromversorgung eines Elektromotors 4 und ein mit dem Elektromotor 4 gekoppeltes Getriebe 5 angeordnet sind. Eine Getriebeausgangswelle 6 ist über ein Mitnehmerelement 7 mit einem in einer Aufnahmeeinrichtung 8 lösbar fixierten Schneidwerkzeug 9 verbunden. Das Handwerkzeug 1 weist in einem dem Schneidwerkzeug 9 zugewandten Abschnitt eine Abwinkelung 10 auf, welche derart ausgebildet ist, dass eine Drehachse 11 des Schneidwerkzeugs 9 und eine Drehachse 12 einer Antriebswelle 13 in einem Winkel &agr; zueinander angeordnet sind, wobei eine Umlenkung der Drehbewegung über in der 2 dargestellte Kegelräder 19 erfolgt. Bei der in 1 dargestellten ersten Ausführungsform des Handwerkzeugs 1 beträgt der Winkel &agr; zwischen den beiden Drehachsen 11, 12 90°. Bei der in 2 dargestellten zweiten Ausführungsform beträgt der Winkel 135°.

Das Handwerkzeug 1 weist für die Inbetriebnahme des Schneidwerkzeugs 9 einen flächenbündig mit dem Gehäuse 2 angeordneten Folientaster 14 auf, welcher derart in einem vorderen Abschnitt des Handwerkzeugs 1 angeordnet ist, dass dieser mittels eines nicht dargestellten Daumens einer Bedienperson mit einer Druckkraft F beaufschlagbar ist. Der Folientaster 14 und ein den Folientaster 14 umgebener Gehäuseabschnitt 15 bilden eine im Wesentlichen plane Oberfläche. Dabei sind der Folientaster 14 und das Schneidwerkzeug 9 bezogen auf eine Mittellängsachse 16 des Handwerkzeugs 1 einander gegenüberliegend angeordnet.

In einem in Längsrichtung des Handwerkzeugs 1 hinteren Abschnitt sind eine Rutschsicherung 17 und eine Ladebuchse 18 für den Akkumulator 3 vorgesehen. Mittels der Ladebuchse 18 kann das Handwerkzeug 1 bei Nichtgebrauch und/oder bei entladenem Akkumulator 3 aufrecht stehend oder liegend mittels eines mit der Ladebuchse 18 verbundenen und beispielsweise als Ladeschale ausgebildeten Ladegerätes geladen werden. Alternativ kann der Akkumulator 3 zum Laden auch aus dem Gehäuse 2 des Handwerkzeugs 1 entnommen bzw. von dem Handwerkzeug 1 getrennt und in einer externen Ladevorrichtung, beispielsweise einer entsprechend ausgebildeten Ladeschale, geladen werden. Um die Ausfallzeiten des Handwerkzeugs 1 zu minimieren, kann das Handwerkzeug 1 während der Ladezeit des entnommenen und entladenen Akkumulators 3 mit einem geladenen Austausch-Akkumulator 3 betrieben werden.


Anspruch[de]
Stabförmiges Handwerkzeug (1) zum Bearbeiten von Werkstücken, insbesondere zum Entgraten und/oder Senken von Durchbrechungen in Werkstücken, mit einem zumindest abschnittsweise zylindrisch ausgebildeten Gehäuse (2), einem Akkumulator (3) für die Stromversorgung eines Elektromotors (4), einem mit dem Elektromotor (4) gekoppelten Getriebe (5) und einem mit dem Getriebe (5) verbundenen Schneidwerkzeug (9), wobei das Handwerkzeug (1) zur Betätigung des Schneidwerkzeugs (6) einen flächenbündig mit dem Gehäuse (2) angeordneten Folientaster (14) aufweist. Handwerkzeug (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidwerkzeug (9) derart am Handwerkzeug (1) angeordnet ist, dass ein Winkel (&agr;) zwischen einer Drehachse (11) des Schneidwerkzeugs (9) und einer Drehachse (12) einer Antriebswelle (13) des Handwerkzeugs (1) 90° beträgt. Handwerkzeug (1) nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidwerkzeug (9) derart am Handwerkzeug (1) angeordnet ist, dass der Winkel (&agr;) zwischen der Drehachse (11) des Schneidwerkzeugs (9) und der Drehachse (12) der Antriebswelle (13) des Handwerkzeugs (1) 135° beträgt. Handwerkzeug (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Aufnahmeinrichtung (8) zur lösbaren Fixierung des Schneidwerkzeugs (9). Handwerkzeug (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneidwerkzeug (9) und die Antriebswelle (13) durch Kegelräder (19) gekoppelt sind. Handwerkzeug (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Folientaster (14) in einer Längsrichtung des Handwerkzeugs (1) derart in einem dem Schneidwerkzeug (9) zugewandten vorderen Abschnitt des Handwerkzeugs (1) angeordnet ist, dass der Folientaster (14) mittels eines Daumens einer Bedienperson betätigbar ist. Handwerkzeug (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Folientaster (14) und das Schneidwerkzeug (9) bezogen auf eine Mittellängsachse (16) des Handwerkzeugs (1) einander gegenüberliegend angeordnet sind. Handwerkzeug (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Folientaster (14) und ein den Folientaster (14) umgebener Gehäuseabschnitt (15) eine im Wesentlichen plane Oberfläche bilden. Handwerkzeug (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) als Griffstück ausgebildet ist und zumindest abschnittsweise eine Rutschsicherung (17) aufweist. Handwerkzeug (1) nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem in Längsrichtung des Handwerkzeugs (1) hinteren Abschnitt eine mit dem Akkumulator (3) verbundene Ladebuchse (18) vorgesehen ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com