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Dokumentenidentifikation DE60218655T2 29.11.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001389931
Titel SITZMÖBEL ZUR STÜTZUNG EINES KÖRPERS ODER EINES KÖRPERTEILS
Anmelder Gerome B.V., Rotterdam, NL
Erfinder VRIJLANDT, Niels, NL-2611 JR Delft, NL;
HERDER, Justus Laurens, NL-3036 XL Rotterdam, NL
Vertreter Zenz, Helber, Hosbach & Partner, 64673 Zwingenberg
DE-Aktenzeichen 60218655
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 29.05.2002
EP-Aktenzeichen 027389659
WO-Anmeldetag 29.05.2002
PCT-Aktenzeichen PCT/NL02/00344
WO-Veröffentlichungsnummer 2002096240
WO-Veröffentlichungsdatum 05.12.2002
EP-Offenlegungsdatum 25.02.2004
EP date of grant 07.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse A47C 3/22(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Sitzmöbel zur Stützung eines Körpers oder eines Körperteils mit einem Basisteil und wenigstens einem Stützteil zur Stützung des Körpers oder Körperteils, wobei der Stützteil relativ zum Basisteil in einer voreingestellten Nenn-Höhenposition angeordnet bzw. mittels Einstelleinrichtungen in eine solche Höhenposition stellbar ist.

Ein solches Sitzmöbel ist beispielsweise in Form eines Bürostuhls bekannt. Bürostühle stehen in unterschiedlichen Ausführungsformen zur Verfügung und haben verschiedene Einstellmöglichkeiten. Der Sitz ist in Höhe und in unterschiedliche Winkelpositionen stellbar. Die Rücklehne und die Armauflage sind üblicher Weise ebenfalls in verschiedene Positionen einstellbar. Der Zweck dieser Einstellmöglichkeiten besteht darin, physische oder psychosomatische Beschwerden zu vermeiden, welche beim länger dauernden Sitzen – beispielsweise beim Arbeiten vor einer Video-Anzeigeeinheit – auftreten können. Ein einstellbarer Sitz ist aus der GB1423130A bekannt.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt in der Schaffung eines verbesserten Sitzmöbels der eingangs erwähnten Art, bei der aber eben die physischen und psychosomatischen Beschwerden noch wirksamer vermieden werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Kennzeichens des Anspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung basiert auf der Einsicht, dass eine dynamische Stützung des Körpers während des Sitzvorgangs einer Person auf einem Stuhl mehr Bewegung ermöglicht, was erheblich zur Wahrscheinlichkeit der Verhinderung von physischen oder psychosomatischen Beschwerden beiträgt. Diese Bewegungen müssen einfach auszuführen sein, ohne, dass irgendwelche Einstellungen am Stuhl selbst durchzuführen sind. Andererseits müssen diese Bewegungen innerhalb eines begrenzten Bereichs erfolgen, weil andernfalls beim Sitzen auf dem Stuhl ein Gefühl von Unstabilität entsteht.

Bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Sitzmöbels sind in den Unteransprüchen herausgestellt.

Die Erfindung wird in der nachstehenden Beschreibung in größerer Einzelheit anhand einer Anzahl bevorzugter Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Sitzmöbels in Form eines Stuhl, und zwar insbesondere eines Bürostuhls in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert und zwar zeigt:

1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Bürostuhl;

2 einen Teil des in 1 gezeigten Bürostuhls in vergrößertem Maßstab;

3 schematisch einen Feder-Kompensationsmechanismus, welcher beim Bürostuhl gemäß 1 verwendet wird;

4a u. 4b das Grundprinzip eines Feder-Kompensationsmechanismus in zwei Ausführungsbeispielen;

5 schematisch den Bewegungsbereich des Sitzes des Bürostuhls gemäß 1;

6 einen Teil eines Bürostuhls mit einer abweichenden Ausführungsform eines Feder-Kompensationsmechanismus; und

7 schematisch einen Feder-Kompensationsmechanismus im Falle eines Bürostuhls, bei welchem der Brückenteil des Sitzes relativ zu einem Lenkermechanismus in senkrechter Richtung beweglich ist.

In 1 ist ein in der erfindungsgemäßen Weise ausgebildeter Bürostuhl gezeigt. Der Bürostuhl ist im Wesentlichen als konventioneller Bürostuhl mit einem Basisteil 1 ausgebildet, welches aus einem mit Rollen 3 versehenen sternförmigen Untergestell 2 und einer als Gas-Lift 4 ausgebildeten oder in anderer Weise höhenverstellbaren, auf dem Untergestell gehaltenen Mittelsäule besteht. Auf dem Gas-Lift 4 ist ein Stützteil für einen Körperteil befestigt, welcher die Form eines Sitzteils bzw. Sitzes 6 hat, der auf einem Brückenteil 5 angeordnet ist. Der Stuhl ist außerdem mit einer Rückenlehne 7 und Armauflagen 8 versehen. Ein derartiger Bürostuhl, der in Bezug auf die vorerwähnten Bauteil im Wesentlichen bekannt ist, weist üblicherweise verschiedene Einstellmöglichkeiten auf. Die Höhe des Sitzes 6 ist mittels des Gas-Lifts 4 verstellbar. Der Sitz 6 kann mittels des Brückenteils 5 gekippt werden. Außerdem kann die Rückenlehne 7 und die Armauflagen 8 in unterschiedliche Positionen gestellt werden. Die verschiedenen Einstellmöglichkeiten dienen zur Positionierung der jeweiligen Teile eines Stuhls in der optimalen Position für den Benutzer. Der erfindungsgemäße Bürostuhl hat noch weitere Einstellmöglichkeiten, deren Zweck es ist, den Benutzer, beispielsweise beim Arbeiten vor einer optischen Anzeigevorrichtung (Monitor) noch beweglicher zu machen, um physische und psychosomatische Beschwerden in Folge lang dauernden Sitzens zu vermeiden.

Diese Möglichkeit besteht aus einem zwischen der Gas-Lift 4 und dem Brückenteil 5 des Sitzes 6 vorgesehenen Ausgleichsmechanismus in Form eines Feder-Kompensationsmechanismus 10, welcher in 2 als vergrößerte Detaildarstellung gezeigt ist. Dieser Feder-Kompensationsmechanismus 10 ist so ausgestaltet, dass der Sitz über einen bestimmten Bewegungsbereich zumindest in senkrechter Richtung relativ zur Nenn-Höhenposition, welche durch die Höheneinstellung mittels der Gas-Lift 4 bestimmt ist, derart innerhalb des besagten Bewegungsbereichs beweglich ist, dass der Sitz bei im Wesentlichen gleicher senkrechter Last (Anteil des Gewichts des Stuhls und des auf dem Stuhl sitzenden Benutzers) unterschiedliche Gleichgewichtspositionen annehmen kann.

Der Feder-Kompensationsmechanismus 10 weist wenigstens einen Lenkermechanismus auf, welcher aus zwei mit Abstand übereinander angeordnete parallelen Lenkern 11 und 12 besteht, welche an ihrem einen Ende über Gelenke 13 bzw. 14 verschwenkbar am Brückenteil 5 und an ihrem jeweils anderen Ende über Gelenke 15 und 16 verschwenkbar am Gas-Lift jeweils 4 angelenkt sind. Die Gelenke 15 und 16 können – gewünschtenfalls – an einem (hier nicht gezeigten) am Gas-Lift 4 vorgesehenen Zwischenteil angeordnet sein. Der Brückenteil 5 und der auf diesem befestigten Sitz sind demzufolge parallel zu sich selbst in Höhenrichtung relativ zum Gas-Lift 4 verstellbar. Aufgrund der Ausgestaltung des Lenkermechanismus führen der Brückenteil 5 und der Sitz 6 außerdem eine leichte Bewegung in horizontaler Richtung aus.

Der obere Lenker 11 ist auf der Seite des Gelenks 15, welche dem Gelenk 13 gegenüberliegt, verlängert. Ein Kabel 18 ist in der Nähe des Endes 17 des verlängerten Teils am Lenker 11 angeschlossen. Besagtes Kabel 18 verläuft in Abwärtsrichtung über eine konzentrisch zum Gelenk 16 vorgesehenen Umlenkrolle 19 und ist an einer Feder 20 angeschlossen, welche den Gas-Lift 4 umgibt. Die als Schraubenfeder ausgebildete Feder 20 spannt das Ende 17 des Lenkers 11 über das Kabel 18 in Abwärtsrichtung.

Die Federkonstante der Feder 20 ist mittels einer innerhalb der Feder 20 angeordneten Mutter 21 verstellbar. Die Mutter 21 ist auf einem Gewindeabschnitt vorgesehen, wobei die Steigung der Gewindegänge im Wesentlichen mit Steigung der Windung der Feder 20 in der freigegebenen Position entspricht. Zwischen die Windungen der Feder 20 eingreifende Stifte 22 sind auf der Außenseite der Mutter 21 angeordnet. Die Mutter 21 kann mittels eines Betätigungsknaufs 23 in Auf- und Abwärtsrichtung verschraubt werden.

Um die erfindungsgemäß angestrebte Wirkung zu erzielen muss die Federkonstante der Feder 20 an das Gewicht des Benutzers des Stuhls in solcher Weise angepasst werden, dass der Sitz 6 sich dann, wenn der Benutzer auf dem Stuhl sitzt und sich leicht bewegt, automatisch mit dem Benutzer bewegt, ohne dass hierfür eine merkliche Kraft aufgewandt werden muss. Der auf dem Stuhl sitzende Benutzer erfährt dann während dieser Bewegung ein Gefühl des „Schwebens".

Das Prinzip eines Ausgleichsmechanismus in Form eines Feder-Kompensationsmechanismus ist bekannt – unter anderem – in der EP 0007680 und der NL 1009886 beschrieben, auf deren Offenbarung hier Bezug genommen wird. Solche Ausgleichsvorrichtungen der in den vorerwähnten Veröffentlichungen beschriebenen Art, sind jedoch bisher im Falle eines Stuhls noch nicht dazu verwendet worden, dem auf dem auf dem Stuhl sitzenden Benutzer das Gefühl des „Schwebens" zu geben.

Das Prinzip und die Funktion des im Falle des vorstehend beschriebenen Bürostuhls eingesetzten Feder-Kompensationsmechanismus werden im folgenden unter Bezugnahme auf die den Mechanismus schematisch veranschaulichenden 3 beschrieben. Außerdem wird auf die 4a und 4b Bezug genommen, in welchen das Grundprinzip des Feder-Kompensationsmechanismus in zwei unterschiedlichen Ausführungsformen gezeigt ist.

Die verschiedenen Abstände R, d, l und A sind in 3 und den 4a bzw. 4b eingetragen. Die Last G wird anteilig vom Gewicht des Stuhls und des auf dem Stuhl sitzenden Benutzer erzeugt. Die Höhe des Angriffspunkts der Last G auf dem Lenker 11 relativ zum Drehpunkt 15 des Lenkers 11 ist mit h bezeichnet.

Der Abstand zwischen dem Verbindungspunkt des Kabels 18 mit dem Ende 17 des Lenkers 11 und dem Berührungspunkt 24 des Kabels 18 mit der Umlenkrolle 19 ist l. Der Berührungspunkt 24 liegt im Wesentlichen direkt unterhalb des Drehpunkts 15 des Lenkers 11. Der Abstand l entspricht der Erstreckung der Feder von der Freigabeposition. Die Federkonstante der Feder 20 ist c.

Der Winkel &phgr; ist der Winkel zwischen dem Lenker 11 und der Verbindungslinie zwischen dem Drehpunkt 15 und dem Berührungspunkt 24.

Um die Last G bei jedem Winkel &phgr; des Lenkers 11 zu kompensieren muss die potentielle Energie Epot des Feder-Kompensationsmechanismus konstant bleiben. Epot = Egrav + Eelas

In dieser Formel ist: Egrav = die potentielle Energie der Last G = G·h = G·d·cos&phgr; Eelas = potentielle Energie der Feder 20 = S·c·I2 (Oberflächenbereich unterhalb der Federkernlinie) = S·c·(A2 + R2 – 2A·R·cos&phgr;) = S·c·(A2 + R2) – c·A·R·cos&phgr; Wenn Epot für jeden Winkel &phgr; konstant sein soll, ergibt sich hieraus die nachstehende Beziehung: G·d. = c·A·R

Da d, A und R konstant sind, wie dies bei dem in 3 gezeigten Feder-Kompensationsmechanismus der Fall ist, muss für eine Kompensation der Last G bei jedem Winkel &phgr; die Federkonstante c proportional zur Last G sein.

Im Falle des erfindungsgemäßen Stuhls ist der Größenbereich, innerhalb dessen die verschiedenen Gleichgewichtspositionen erhalten werden, wenn die gleiche Vertikallast auf den Sitz einwirkt, der sogenannte „Schwebe-Bereich" auf etwa 30 mm festgelegt. Ein Bereich geringerer Größe hat zur Folge, dass der auf dem Stuhl sitzende Benutzer sich in zu geringem Maße bewegt. Wenn der Bewegungsbereich größer ist, wird ein Gefühl der Unstabilität erzeugt, und der auf dem Stuhl sitzende Benutzer muss zunächst ein gewisses Ängstlichkeitsgefühl überwinden, bevor er die „Schwebe-Bewegung" genießen kann.

Um die Bewegung am Ende des Bewegungsbereichs eine abrupte Beendigung der Bewegung zu verhindern, ist in jedem der beiden abschließenden Bewegungsbereiche eine gewisse Dämpfung verwirklicht. Die Länge dieses Dämpfungsbereichs liegt bei etwa 7,5 mm. Diese Dämpfung kann mittels stoßaufnehmender Gummi-Puffer verwirklicht werden.

5 zeigt schematisch die vorerwähnten Bereiche des Sitzes 6. Die Bewegung des Sitzes 6 kann mit der Bewegung eines Balls in einem Kanal verglichen werden, dessen Form in 5 veranschaulicht ist.

Im Falle des in den 1 und 2 veranschaulichten Ausführungsbeispiels sind die Lenker 11 und 12 in solcher Weise befestigt, dass sie relativ zur Gas-Feder 4 in Richtung zur Vorderseite des Stuhls abwärts gerichtet sind. Es jedoch auch möglich, die Lenker 11 und 12 so anzulenken, dass sie relativ zur Gas-Feder 4 zur Rückseite des Stuhl abwärts gerichtet sind.

Die Beschreibung erläutert einen Lenkermechanismus aus zwei übereinander angeordneten Lenkern 11 und 12.

Aus gestalterischen Gründen kann es wünschbar sein, die Lenker 11 und 12 in Form von Doppellenkern auszubilden, wobei die einzelnen Lenker jeweils auf gegenüberliegenden Seiten des Gas-Lifts 4 angeordnet sind.

Anstelle eines Lenkermechanismus der vorstehend beschriebenen Art können auch Blattfedern eingesetzt werden, welche derart mit Versteifungsteilen versehen sind, dass die mit den Versteifungsteilen versehenen Abschnitte als Lenker und die nicht mit Versteifungsteilen versehenen Teile als Gelenke wirken.

6 zeigt ein abweichendes Ausführungsbeispiel des Feder-Kompensationsmechanismus, welcher zwischen der Gas-Feder 4 und dem Brückenteil 5 des Sitzes 6 angeordnet ist. In 6 sind die Teile des Feder-Kompensationsmechanismus, welche, funktionell den Teilen des in 2 gezeigten Feder-Kompensationsmechanismus entsprechenden mit den kleinen gleichen Bezugszeichen, jedoch mit vorausgesetzter „1" versehen.

Der in 6 gezeigte Feder-Kompensationsmechanismus weist wenigstens einen Lenkermechanismus auf, welcher sich aus zwei parallelen Lenkern 111 und 112 zusammensetzt, die übereinander angeordnet und an einem Ende jeweils über Gelenke 113 und 114 an einem ersten Zwischenteil 128 angelenkt sind, welcher am Brückenteil 5 befestigt ist, und am anderen Ende über Gelenke 115 und 116 an einem zweiten Zwischenteil 129 angelenkt sind, der auf dem Gas-Lift 4 befestigt ist.

Die Gelenke 114 und 116 haben die Form von Kugel- oder Rollenlagern. Die Gelenke 113 und 115 haben die Form von. Lagerverbindungen mit geringer Reibung. Die Gelenke 113 und 115 könnten jedoch auch die Form von Kugel- oder Rollenlagern haben. Wenigstens einige der Gelenke des Lenkermechanismus und der Verbindung der Feder sind Gelenke mit niedriger Reibung. Die Reibung im Feder-Kompensationsmechanismus ist so gewählt, dass im allgemeinen eine Zusatzkraft von max. 25 N, im speziellen eine maximale Kraft von 10 N erforderlich ist, um den Stützteil innerhalb des Bewegungsbereichs in Bewegung zu versetzen.

Der Feder-Kompensationsmechanismus weist außerdem eine Feder 120 auf, welche zwischen dem auf dem Gas-Lift 4 montierten Zwischenteil 129 und dem Brückenteil 5 des Sitzes 6 wirksam ist.

Die Feder 120 ist auf der Seite des Gas-Lifts 4 an ein Ende eines biegsamen Gurts 131 angeschlossen, welcher an seinem anderen Ende in der Position eines Befestigungspunkts 132 auf der Außenseite eines Bauteils 133 befestigt ist, welcher seitlich vortritt, und starr an einem zweiten Zwischenteil 129 befestigt ist und zumindest teilweise eine kreisförmige zylindrische Form hat. Vom Befestigungspunkt 132 ausgehend ruht der flexible Gurt 131 zumindest Bereichsweise auf der Außenseite des vorstehenden Bauteils 133 auf.

Auf der Seite des Brückenteils 5 ist die Feder 120 an einem Befestigungspunkt 134 an einem Ende eines Arms 135 befestigt. Am anderen Ende ist der Arm 135 an einem Ende eines biegsamen Gurts 136 befestigt, dessen anderes Ende in der Position eines Befestigungspunkts 137 auf der Außenseite eines Bauteils 138 befestigt ist, welches seitlich vortritt und starr am Brückenteil 5 befestigt ist und zumindest Abschnittsweise eine kreisförmige zylindrische Form hat. Vom Befestigungspunkt 137 aus ruht der biegsame Gurt 136 zumindest Bereichsweise auf der Außenseite des vortretenden Teils 138 auf.

Als Alternative zu den flexiblen Gurten 131 und 136 und den abschnittsweise kreisförmigen zylindrischen vortretenden Teilen 133 und 138 können Kugel- oder Rollenlager zur Befestigung der Feder am zweiten Zwischenteil bzw. dem Brückenteil 5 verwendet werden. Andere Schwenkverbindungen sind ebenfalls denkbar.

In der Nähe des Befestigungspunkts 134 ist an einem Ende des Arms 135 ein L-förmiger Tragarm 139 befestigt, dessen Endabschnitt an einem Rollenelement 140 anliegt, welches in der Position des vorstehenden Teil 133 und vorzugsweise konzentrisch zur kreisförmigen zylindrischen Außenfläche des vorstehenden Teils befestigt ist. Anstelle der L-Form kann der Tragarm 139 auch eine abweichende Form haben. Der Tragarm 139 kann auch am Arm 135 auch an anderer Stelle, beispielsweise in der Nähe des vorstehenden Teils 138 befestigt sein.

Die beschriebene Konstruktion ist so, dass der Arm 135 und der an ihm befestigte Tragarm 139 ständig bestrebt sind, sich in 6 im Gegenuhrzeigersinn zu drehen, so dass der Tragarm dauernd am Rollenbauteil 140 anliegt. Als weitere Verriegelungsmöglichkeit ist auf dem zweiten Zwischenteil 129 ein Anschlag 141 befestigt, welcher verhindert, dass der Arm 135 und der mit ihm verbundene Tragarm im Uhrzeigersinn zurück schwingen können.

Die Zugkraft der Feder 120 stellt sicher, dass die ersten und zweiten Zwischenteile 128 und 129 aufeinander zu gezogen werden. Das bedeutet, dass bei Ausbildung der Gelenke 113 und 115 als Rollenverbindung der Lenker 111 ortsfest bleibt.

Der in 6 gezeigte Feder-Kompensationsmechanismus kann an das auf den Sitz einwirkende Gewicht dadurch angepasst werden, dass die Federkonstante der Feder 120 in gleicher Weise wie beim Feder-Kompensationsmechanismus gemäß den 1 bis 3 eingestellt wird. Der erste Zwischenteil 128 ist in diesem Falle starr am Brückenteil 5 des Sitzes 6 angeschlossen.

Der in 6 gezeigte Feder-Kompensationsmechanismus kann jedoch auch in anderer Weise eingestellt werden. Zu diesem Zweck ist der Brückenteil 5 des Sitzes in senkrechter Richtung relativ zum ersten Zwischenteil 128 verschieblich. Dies ist schematisch in 7 veranschaulicht. In 7 sind Teile, welche funktionell den Teilen des in 6 gezeigten Feder-Kompensationsmechanismus entsprechen mit gleichen Bezugszeichen, jedoch mit angefügtem „a" gekennzeichnet.

Wenn der Brückenteil 5a durch die Last G belastet wird, wird sich der Brückenteil relativ zum ersten Zwischenteil 128a solange in Abwärtsrichtung bewegen, bis die vom Brückenteil durch die Feder 20a ausgeübte Gegenkraft gleich der Last G ist. In dieser Situation ist der Brückenteil 5a relativ zum ersten Zwischenteil 128a festgelegt. Diese Einstellung, welche als Selbsteinstellung anzusehen ist, entspricht der Einstellung der Distanz A zur Last G in der oben erwähnten Formel Gd = c·A·R (siehe auch 3 und 4a und 4b). Die Federkonstante C, die Distanz d und der Abstand R können nunmehr konstant bleiben.

Die Fixierung des Brückenteils 5, 5a relativ zum ersten Zwischenteil 128, 128e kann mit dem Fachmann bekannten unterschiedlichen Verriegelungsmechanismen verwirklicht werden.

Es ist möglich, einen abweichenden Feder-Kompensationsmechanismus oder auch einen abweichenden Typ der Ausgleichsvorrichtung anstelle des vorbeschriebenen Feder-Kompensationsmechanismus zu verwenden.

Denkbar ist auch, dass nicht nur der Sitz 6 des Stuhls, sondern auch die Armauflagen eines Stuhls mit einem Ausgleichsmechanismus versehen werden, mittels dessen eine „Schwebe-Wirkung" erzielt wird.

Gemäß der der Erfindung zugrunde liegende Grundidee ist wesentlich für den Benutzer eines Stuhls oder dergleichen, dass die Bewegungen so leicht wie möglich einsetzen. Tatsache ist, dass je leichter der Benutzer Bewegungen einleitet, er solche Bewegungen um so öfter ausführt. Im Hinblick auf die im Feder-Kompensationsmechanismus auftretenden Reibungen ist es jedoch nicht möglich, den Sitz ohne einen gewissen Kraftaufwand zu verschieben.

Die Einstellung des Feder-Kompensationsmechanismus (der Federkonstanten der Feder oder der Position des Brückenteils des Sitzes relativ zum ersten Zwischenteils des Lenkermechanismus) kann auch elektronisch erfolgen. Der Feder-Kompensationsmechanismus kann kontinuierlich (möglicherweise mit gewisser zeitlicher Verzögerung) an das Gewicht des Benutzers Stuhls angepasst werden.

Vorstehend ist die Erfindung im Zusammenhang mit einem Bürostuhl beschrieben. Die Erfindung ist jedoch nicht auf einen solchen Bürostuhl beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf andere Sitzmöbel, beispielsweise einfache Sessel oder Stühle.


Anspruch[de]
Sitzmöbel zur Stützung eines Körpers oder eines Körperteils mit einem Basisteil (1) und wenigstens einem Stützteil (6, 8) zur Stützung des Körpers oder Körperteils, wobei der Stützteil (6, 8) angeordnet oder mittels Einstelleinrichtungen in eine vorbestimmte Nenn-Höhenposition relativ zum Basisteil stellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützteil (6,8) durch einen Ausgleichsmechanismus gehaltert ist, welcher den Stützteil (6, 8) zumindest in senkrechter Richtung über einen bestimmten Bereich relativ zur Nenn-Höhenposition derart beweglich ausbildet, dass der Stützteil (6,8) innerhalb dieses Bewegungsbereichs bei gleicher auf den Stützteil einwirkender Last verschiedene Gleichgewichtspositionen einzunehmen vermag. Sitzmöbel nach Anspruch 1, bei welchem während des Gebrauchs die potentielle Energie der Last zusammen mit der potentiellen Energie des Ausgleichsmechanismus (10) in den verschiedenen Gleichgewichtspositionen konstant bleibt. Sitzmöbel nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem der Stützteil (6, 8) unterschiedliche Gleichgewichtspositionen einzunehmen vermag, ohne dass hierfür eine wesentliche Kraft erforderlich ist. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welchem der Ausgleichsmechanismus ein Feder-Kompensationsmechanismus (10) ist. Sitzmöbel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Feder-Kompensationsmechanismus (10) einen Lenkermechanismus aufweist, der aus zwei zueinander parallelen, übereinander angeordneten Lenkern (11, 12) besteht, die an ihrem einen Ende jeweils verschwenkbar am Basisteil (1) und an ihrem anderen Ende verschwenkbar am Stützteil (6) oder einem Zwischenteil (5), welcher mit dem Stützteil verbindbar ist, angelenkt sind, wobei die Gelenke (13, 15) des einen Lenkers (11) den gleichen Abstand voneinander wie die Gelenke (14, 16) des anderen Lenkers (12) haben, und der außerdem eine Feder (20) aufweist, weiche zwischen dem Basisteil (1) und dem Lenkermechanismus oder zwischen dem Basisteil (1) und dem Stützteil (6), welcher am Lenkermechanismus befestigt oder befestigbar ist, wirkt, wobei der Feder-Kompensationsmechanismus (10) derart einstellbar ist, dass bei einer vorgegebenen auf den Stützteil (6) wirkenden Gewichtsbelastung der Stützteil innerhalb des Bewegungsbereichs ständig im Gleichgewicht ist. Sitzmöbel nach Anspruch 5, bei welchem der Feder-Kompensationsmechanismus (10) durch Einstellungen der Federkonstante der Feder (20) einstellbar ist. Sitzmöbel nach Anspruch 5, bei welcher der Feder-Kompensationsmechanismus (10) durch Einstellung wenigstens eines der Wirkungspunkte der Feder (12) relativ zum Lenkermechanismus in senkrechter Richtung einstellbar ist. Sitzmöbel nach Anspruch 7 mit am Stützteil angeschlossener Feder, bei welchem der Stützteil in senkrechter Richtung relativ zum Zwischenteil des Lenkermechanismus, an welchem der Stützteil befestigbar ist, beweglich ist, und der Feder-Kompensationsmechanismus durch Verstellung des Stützteils relativ zum Zwischenteil in senkrechter Richtung verstellbar ist. Sitzmöbel nach Anspruch 5, bei welchem die Feder (120) mittels einer Schwenkverbindung am Basisteil angebunden ist und die Feder (120) am Stützteil mittels eines starren Arms angeschlossen ist, welcher am zugeordneten Ende der Feder (120) angreift und am anderen Ende mittels einer Schwenkverbindung am Stützteil angebunden ist, wobei der von dem am Basisteil angeschlossenen Ende der Feder (120) weg weisende Arm am Basisteil angeschlossen und der Arm mit einem Tragarm verbunden ist, dessen Ende an einer am Basisteil vorgesehenen Halterung abgestützt ist. Sitzmöbel nach Anspruch 9, bei welchem die Feder (120) mit dem Basisteil mittels eines flexiblen Gurts (131) verbunden ist, welcher am zugeordneten Ende der Feder (120) angeschlossen ist und dessen über eine kreisförmige zylindrische äußere Fläche eines starr am Basisteil befestigten Kragteils (133) geführt und mit dem Ende an diesem befestigt ist, und bei welchem die Feder (120) am Stützteil mittels eines am zugeordneten Ende der Feder (120) angebundenen starren Arms befestigt ist, deren anderes Ende an einem flexiblen Gurt (136) befestigt ist, dessen freies Ende über eine kreisförmige zylindrische äußere Fläche eines unbeweglich am Stützteil befestigten Kragteils (138) geführt und mit seinem Ende an letzterem befestigt ist. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 5 bis 10, bei welchen wenigstens ein Teil der Gelenke (13, 14, 15, 16) des Lenkermechanismus und der Verbindung der Feder als reibungsarme Gelenke ausgebildet sind. Sitzmöbel nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibung im Feder-Kompensationsmechanismus (10) derart ausgebildet ist, dass allgemein eine zusätzliche Kraft von maximal 25 N und insbesondere von maximal 10 N erforderlich ist, um den Stützteil (6) innerhalb des Bewegungsbereichs in Bewegung zu setzen. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei welchem der Stützteil (6) mit einer Sitzfläche für das Sitzmöbel versehen ist. Sitzmöbel nach Anspruch 13, bei welchem das Sitzmöbel ein Bürostuhl ist, weicher einen Säulenfuß (1) mit einem sternförmiges Untergestell (2) und eine auf dem Untergestell (2) befestigte, in senkrechter Richtung verstellbaren, insbesondere als Gas-Lift ausgebildeten muttige Säule (4) aufweist, wobei auf der mittigen Säule (4) ein Stützteil (6) in Form einer auf einem Brückenteil (5) angeordneten Sitzfläche befestigt ist und wobei der Ausgleichsmechanismus als integraler Bestandteil der mittigen Säule (4) und des Brückenteils (5) ausgebildet ist. Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 14, bei welchem der Stützteil (8) Armauflagen für das Sitzmöbel aufweist.






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