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Dokumentenidentifikation DE102005060153B4 06.12.2007
Titel Fußgängerschutzeinrichtung
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Dix, Norman, 38444 Wolfsburg, DE
DE-Anmeldedatum 16.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005060153
Offenlegungstag 28.06.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse B60R 21/34(2006.01)A, F, I, 20051216, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B62D 25/12(2006.01)A, L, I, 20051216, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Fußgängerschutzeinrichtung für ein Kraftfahrzeug mit einer Frontklappe, welche in eine Schutzposition bewegbar ist, in der zumindest die Hinterkante der Frontklappe angehoben ist, und wobei eine Vorrichtung den in der Schutzposition entstehenden Spalt zwischen der Hinterkante der Frontklappe und einer sich daran anschließenden Windschutzscheibe verschließt.

Bei den gattungsgemäßen Fußgängerschutzeinrichtungen wird der Spalt zwischen der Hinterkante der Frontklappe und der Windschutzscheibe bspw. durch einen Airbag verschlossen. Es gibt aber auch Lösungen, bei denen aus der Frontklappe ein Abdeckteil herausbewegt wird und den Spalt verschließt. Beide Lösungsvarianten sind insgesamt sehr aufwändig und erhöhen dadurch die Kosten für den Fußgängerschutz.

Aus der nachveröffentlichten DE 10 2004 055 603 A1 ist eine weitere Fußgängerschutzeinrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bekannt, wobei zwischen einem Hauben-Außenteil und einem Hauben-Innenteil ein flächiges Bauteil in Form eines Bandes angeordnet ist, das bei angehobener Haube die Fuge zwischen dem Haubenrandbereich und der Fahrzeugkarosserie abdeckt. Bei geschlossener Haube nimmt das Band eine abgewinkelte Stellung zwischen dem Außen- und Innenteil der Haube ein. Das Band kann umlaufend um die gesamte Haube ausgeführt sein, also auch die Fuge zwischen der Haube und einer sich daran nach hinten anschließenden Windschutzscheibe bei angehobener Haube abdecken.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einfachen Mitteln sicherzustellen, dass bei aktivierter Fußgängerschutzeinrichtung der Spalt zwischen der Hinterkante der Frontklappe und der Windschutzscheibe verschlossen wird.

Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen kennzeichnenden Merkmale im Zusammenwirken mit den oberbegrifflichen Merkmalen gelöst.

Gemäß der Erfindung wird durch ein einfach herzustellendes flächiges Bauteil, welches einerseits im Bereich der Hinterkante der Frontklappe und andererseits im gegenüberliegenden Bereich des unteren Windschutzscheibenrandes befestigt wird, zuverlässig der bei sich in Schutzposition befindlicher Frontklappe entstehende Spalt verschlossen. In seiner nicht aktiven Stellung liegt das flächige Bauteil mindestens einmal gefaltet unter der geschlossenen Frontklappe und wird erst dann, wenn die Hinterkante der Frontklappe angehoben wird, den entstehenden Spalt überbrückend gespannt.

Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird das normale Öffnen und Schließen der Frontklappe nicht beeinträchtigt, da eine Schwenkbewegung zumindest des der Frontklappe zugewandten Abschnitts des flächigen Bauteiles über das durch die Faltung oder Abwinkelung des flächigen Bauteiles entstehende Scharnier bzw. durch eine Elastizität des Materials möglich ist.

Bevorzugt ist das flächige Bauteil durch ein reissfestes Gewebe gebildet. Ein solches Gewebe kann sich sehr gut den örtlichen Gegebenheiten anpassen, bspw. der Scheibenkrümmung folgen und auch ohne zusätzliche Maßnahmen eine Falte bilden.

Bevorzugt wird das flächige Bauteil zwischen seinen Befestigungsstellen über mindestens eine lösbare Verbindung im unteren Bereich der Windschutzscheibe oder einen sich daran nach unten anschließenden Karosseriebauteil derart fixiert, dass die Verbindung beim Bewegen der Frontklappe in ihre Schutzstellung gelöst wird. Durch diese zusätzliche Befestigung wird erreicht, dass ein großer Abschnitt des flächigen Bauteiles exakt fixiert ist und somit nicht störend in Erscheinung tritt. Der verbleibende Rest des flächigen Bauteiles ist ausreichend, um die Frontklappe öffnen zu können. Durch diese Ausgestaltung ergibt sich fast zwangsläufig, dass sich das flächige Bauteil im Bereich der zusätzlichen Fixierung abwinkelt.

Der durch die lösbare Verbindung am unteren Scheibenrand oder dem unteren Scheibenrahmen aufliegende Abschnitt des flächigen Bauteils kann die Verbindungsstelle zwischen beiden Bauteilen, etwa eine Klebung, abdecken. Eine ansonsten dafür eingesetzte Rasterlackierung auf dem Scheibenrand kann somit entfallen.

Bevorzugt wird die lösbare Verbindung durch mindestens einen Clip gebildet. Natürlich können dafür auch andere geeignete Verbindungstechniken Verwendung finden, die sicherstellen, dass sie ohne Zerstörung des flächigen Bauteils bei Aktivierung der Fußgängerschutzeinrichtung gelöst werden.

Alternativ zu der Verbindung durch einen Clip ist es möglich, eine elastisch nachgiebige Verbindung vorzusehen, die bei der normalen Öffnung der Frontklappe wirksam wird. Diese elastische Verbindung kann auch zum Tragen kommen, wenn die Frontklappe in die Schutzposition bewegt wird. In diesem Fall ist es jedoch auch denkbar, dass die elastische Verbindung nicht reversibel ist, sondern so bemessen ist, dass sie zerstört wird.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können mehrere flächige Bauteile nebeneinander angeordnet sein. Durch diese Ausgestaltung können die flächigen Bauteile selbst einfacher ausgeführt und trotzdem eine gute Anpassung an bspw. gekrümmte Scheiben vorgenommen werden.

Besonders vorteilhaft ist, wenn das flächige Bauteil in seiner gespannten Lage einen Endanschlag für die angehobene Frontklappe bildet. Dadurch übernimmt das flächige Bauteil eine Zusatzfunktion; ansonsten dafür notwendige Maßnahmen zur Begrenzung der Haubenanhebung können entfallen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben.

Es zeigen

1 in schematischer Darstellung eine Fußgängerschutzeinrichtung in der nicht aktiven Stellung und

2 die Fußgängerschutzeinrichtung aus 1 wenn die Hinterkante der Frontklappe angehoben ist.

1 zeigt die Hinterkante 3 einer Frontklappe 5, die sich in Schließstellung befindet. An die Frontklappe 5 schließt sich nach hinten eine an einem Scheibenrahmen 7 befestigte Windschutzscheibe 9 an.

An der Hinterkante 3 der Frontklappe 5 ist ein Ende eines flächigen Bauteiles 11 befestigt. Das andere Ende ist an der mit 13 bezeichneten Stelle durch nicht gezeichnete Mittel am Scheibenrahmen 7 festgelegt. Außerdem ist das flächige Bauteil zwischen seinen Befestigungsstellen noch an einem sich an den Scheibenrahmen 7 nach unten anschließenden Karosserieteil 15 durch einen Clip 17 festgelegt. Diese Festlegung ist zusammen mit der Dimensionierung des flächigen Bauteiles 11 so getroffen, dass die Frontklappe 5 im normalen Betrieb geöffnet und geschlossen werden kann.

2 zeigt die Anordnung aus 1, nach dem die Hinterkante 3 der Frontklappe 5 durch hier nicht gezeigte Maßnahmen zur Bildung einer Fußgängerschutzeinrichtung angehoben ist. Wie aus 2 unmittelbar ersichtlich, wird dadurch das flächige Bauteil 11 zwischen seinen Befestigungsstellen gespannt und darüber hinaus ein Endanschlag für die Ausstellbewegung der Frontklappe 5 gebildet. Beim Spannen des flächigen Bauteils löst sich die Verbindung zwischen dem Clip 17 und dem ihn aufnehmenden Karosserieteil 15.

Durch das gespannte flächige Bauteil 11 wird der gesamte Spalt zwischen der Frontklappe 5 und der Windschutzscheibe 9 überbrückt, so dass sich darin keine Gliedmaßen oder Kleidungsstücke eines auftreffenden Fußgängers verfangen können.


Anspruch[de]
Fußgängerschutzeinrichtung für ein Kraftfahrzeug mit einer Frontklappe (5), welche aus einer Schließstellung in eine Schutzposition bewegbar ist in der zumindest die Hinterkante (3) der Frontklappe (5) angehoben ist, und wobei eine Vorrichtung den in der Schutzposition entstehenden Spalt zwischen der Hinterkante (3) der Frontklappe (5) und einer sich daran anschließenden Windschutzscheibe (9) verschließt, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Hinterkante (3) der Frontklappe (5) eine erste Seite eines flächigen Bauteils (11) befestigt ist und die gegenüberliegende zweite Seite des flächigen Bauteils im Bereich des unteren Randes der Windschutzscheibe (9) fixiert ist, dass das flächige Bauteil (11) in der Schließstellung zwischen seinen Befestigungsstellen zumindest einmal abgewinkelt ist, und dass das flächige Bauteil (11) bei angehobener Frontklappe (5) den Spalt zwischen der Hinterkante (3) der Frontklappe (5) und der Windschutzscheibe (9) überbrückend im wesentlichen gespannt verläuft. Fußgängerschutzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das flächige Bauteil (11) durch ein reißfestes Gewebe gebildet ist, Fußgängerschutzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das flächige Bauteil (11) zwischen seinen Befestigungsstellen über mindestens eine lösbare Verbindung im unteren Bereich der Windschutzscheibe (9) oder einen sich daran nach unten anschließenden Karosseriebauteil (15) derart fixiert ist, dass die Verbindung beim Bewegen der Frontklappe (5) in ihre Schutzposition gelöst wird. Fußgängerschutzeinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die lösbare Verbindung durch mindestens einen Clip (17) gebildet ist. Fußgängerschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere flächige Bauteile (11) nebeneinander angeordnet sind. Fußgängerschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das flächige Bauteil (11) in seiner gespannten Lage einen Endanschlag für die angehobene Frontklappe (5) bildet.






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